Indiana Tribüne, Volume 7, Number 64, Indianapolis, Marion County, 22 November 1883 — Page 3

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II

y'elene sah daS Fräulein mit einem Ausdruck deS Befremdens an. Was war dies ? Tante Karoline verachtete sie nicht.

weil sie ein Komödiantenkind war ? Sie hatte das Wort so ganz anders auSge-

sprachen, als sie es von der Frecherrin zu

hören gewohnt war. ?

.Tante Zkarollne ist eS nicht? llnrecy

kes, wenn man Komödiant ist V kam eS

zndlich voll Staunen aus dem rongen

iilndermund.

Nichts Unrechtes ? Warum soll es et

was Unrechtes sein? Ich habe Komödian-

len gekannt,die ich beiWeitem höherschät ze, als irgend einen Menschen in der Welt. In den meisten Fallen sind Komödianten liebe Naturen, voll Theilnahme und Mit

gesühl für ihre Nebenmenfchen. Wenn Deine Eltern Komödianten gewesen sind, so will ich Dich noch einmal so lieb haben l. . 'ff ?

um oer einen icomooianun wmen, oie mir die liebste und treueste Freundin gewesen ist."

Uno daS alte Fraulem nahm oaS Ktno

in ihre Arme und drückte einen zärtlichen

k?u5 auf den klemen Mund, den ein fcli

;eZ Lächeln umspielte.

7. Capitel. Verändert. Beinahe sieben Jahre waren seitdem

zergangen. wit iuui, welcye mt velven

Mädchen trennte, die nebeneinander hat

ten aeöen sollen, war weiter und weiter

geworden, wenn auch nicht in der Weise, lvie die Freiherrin glaubte. Sie hatte ge

iieat, und mit Spott und Hohn blickte sie

Ti Flasche Hamburger Tropfen kostet ßD Gent?, auf den Manöver so wenig Muth gezeigt ... x,; cr.t -t4, m . in tff.n WntUTt 1t flrtfllt I I . : - . " .' "

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fandt. Z)tan adrzsfire:

hatte, für das Giua leine lnoes zu

kämpfen, daß auch der sichtliche Erfolg

ihn nicht über das begangene unrecht trö stete.

Maraot war lebt nevzekn ayre alt

und ein selten schönes Mädchen, mit al len Eigenschaften ausgestattet, die ein eit

les, hochmuthlges Mutterherz begluaen

können. Körperlich und geling gleich be

vorzuat, war sie gewiß einem glänzenden

r ri' V . x.

ajiajQic oenimmi, uno oogicicy laum den Kinderschuhen entwachsen, war die

Tochter deZ Freiherrn von Birkenveiler

schon eine vielbegehrte Partie und nur ihre

arone uaend bielt emstwellen noch die

Freier fern. Dennoch war Margot, au

ßer von ihren Eltern, nicht sehr geliebt.

Im stillen häuslichen Leben pflegte sie

nicht allzu oft ihre liebenswürdigen Sei ten nach außen zu kehren, und ihre näch

sie Umgebung klagte nur zu oft über ihre

Launenhaftigkeit, ihre arte und Unge

rechtigkeit.

Am meisten hatte Helene unter Mar

got's Eigenschaften zu leiden, denn seit dem die junge Dame auZ der Pension zu

rückgekehrt war, hatte die Fr.eiherrin sie

der elben in einer Stellung als Kammer

zose beigegeben, wenigstens mußte sie alle

Dienste einer solchen versehen. Helene war äußerlich noch ziemlich unentwickelt.

wenngleich ihre Groe und ihre Hal

tung verbürgten, daß sie eines Tages

eme aniehnllche Erscheinung sein wurde.

Ihr Gesicht war schmal, bleich und un

gewöhnlich ernst. Selten umspielte den

sem geschnittenen Mund jenes anmuthl ge Lächeln, welches sie so wunderbar ver

schonte, und die hellen glanzenden Augen

sterne blickten meist trübe und verschleiert

m die Welt, die ihr ss unfreundlich begeg

nete.

Und sie hatte vorläufig noch keine AuS

sicht, sich von den Sklavenketten frei zu

machen, die sie so hart bedruckten. Ein 1 MM . .

Layr nacy oem o ihrer Mutter war

auch Advocat Neinking, ihr Vormund gestarben und seitdem hatte kein Mensch nach ihr gefragt, denn der .Freiherr, ihr

Oyttm, war nun lor allemiaer Vormund

'jeworoen.

Od man die.Tochter des verstorbenen

The Charles A.Vogcler Co., (Nachfolger von A. Vogeler St Co.)

Baltimore, Md. Paul von Birkenweiler nun Helene Stein

nannte, konnte Niemanden kümmern, man

wußte ja nicht einmal, daß sie eS war

wer kannte überhaupt die näheren Ver i rr . v rv . ! i' r in 't . .

yaiini e oer reiyerrum irienweiier'

fccxt Familie ? Es waren immer dunkle

Punkte darin gewesen. Tante Karoline

allein war Helenens Trost und Hoffnung,

und das alte Fiaulelii vatte Sorae ae

tragen, daß ihr Geist ausreichende Nah rung fand, und ihr dankte sie eS, daß sie

Helene.

Roman von N. LtttetSbnrg.

(Fortsetzung.)

Loiiu qa:ie inzwijmcn nichts Eiligeres an Keuntnissen Margot bei Weitem über

zu thun, als Helene davon in Kenntnip ragte. Jkr Verkehr mit der alten Da zu setzen, daß die gnädige Frau ihr Er- nie war im Laufe der Jahre nur aeleaent

laubnif; gegeben habe, daß sie, wenigstens lich unterbrochen, und erst in letzter Zeit, vorläufig, wieder im Park und Wald und wo man Helenens Dienste im Haushalte Flur umherstreifen könne, und Helene verlangte," wurde es ihr schwerer, die freien fühlte bei dieser Mittheilung am ersten. Stunden zu suchen, die sie zum Unterricht daß sie nicht so krank sei,wieLotta geglaubt gebrauchte. Aber der regelmäßige Rter hatte. richt war, wie Tante Karoline sagte, auch Eine Stunde später saß sie neben dem nicht mehr so nothwendig. Sie hatte ge alten Fräulein und erzählte ihr, waS sie lernt zu arbeiten, zi: denken und ihk rege?

abgehalten, ihren Zorsah zur Ausführung (Äc'.jt wurde sie weiter ihrem Ziele zufüh

zu ormgen. ie erzählte es mit einem ren.

aluckiellgcn Lächeln, denn der Schmerz war .Nur Muth, Hclenchen hatte Tante über die Gegenwart veraessen, und nur ei- Karoline nock vor wenigen Toaen ae.

nen Moment huschte es wie im Schatten sagt, .Du darfst Dich nicht beklagen, der

uoer iyre ilrn, ais ne iagie,. oay dke Himmel izt Dir gnädig gesinnt gewesen Freiherrin ihr den Vorwurf gemacht, dan und die barte Sckule nur Dir nickt jiim

das fluchwürdige Komödiantenblut in ih- Schaden. Hast Du so lanae auZaehalten.

ren Adern stecke. wird's auch noch ein paar Jahre weiter Das alte Fräulein hatte aufmerksam qehen, und wenn der liebe Gott mit ferner zugehört und ihre Lippen preßten sich fest Gesundheit schenkt, kann ich Dir nach wie 1 A M Kk A 03 W AMAM & I ..1 t ' jfl . . 1 Pl mm

ucuiuuuki, iyic ;iuuiu iuuic gvriug vor geireuila) zur eile licyen. ZU hast zusammengezogen, während es in ihren etwas Rechtschaffenes gelernt und brauchst lebhaften Augen aufblitzte. DaS Alles Dich nicht vor Deinen Altersgenofsinnen war aber verschwunden, als das Kind ihr ;u scheuen. Gott hat oft wunderbare Weden Vorwurf wiederholte.welchen die Frei ge, die unS zum Ziele führen, und ich bin

yerrm lym gemacht, a horchte ante sest überzeugt, daß er Dich nicht verlassen Karsline plötzlich auf. vird.

.Zcomodlantenblut r fragte sie. So kehrte sie getröstet heim, wie schon Helene wurde verlegen und senkte di: oft, wenn sie mit schwerem, bedrücktem

.'lugen lqeu zu ooen. öenen nach der .Klau e hinausaewan

.Meine Eltern sind wohl.chau'plcler dert war, und mit frischem, fröhlichem

geucn, uamincuMic. . lsmn omg sie wieder an die Arbeit. Da

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lne vstMK cnijiaiio. gab s zu naben, zu waschen, zu plätDas alle Fraulein war von ihrem Sit) ten, die Dienstboten zu beaufsichtigen, aufgerungen.und durchmaü mit schnellen der Haushälterin an die Hand zu gehen. Schritten das Gemach. Es war ihr nn. und endlich svat Abends iah Tu ?tnrfi

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mogiiai, oic näheren ncryaiiniue ganz zu durchschauen, aber sie fühlte instinctiv, was dieses kleine Ding gelitten haben

mochte. .Also Komödianten waren Deine GI tern ? fragte sie dann freundlich mit ihrer klangvollen, weichen Stimme, indem sie ihre Hand aus des Kindes Köpfchen legte und ihm zärtlich in die Augen sah. .Das sollte mich freuen, wenn etwas von dem leichtlebigen, warmherzigen Komödianten blut in Deinen Adern wäre. Sie hatte absichtlich dasWort Komö diant aebraucbt. . ,

einige Stunden, um ihren. Geist zu er r 9 t e m w

lochen iino inii neuer Nahrung zu versehen. Müde und erschöpft suchte sie dann ihr Lager auf und ein tiefer träumloser Schlaf erquickte sie für den folgenden Tag. Wie Helene allzeit unter der Diener schast gelebt hatte, so hielt auch die Frei. Herrin daraus, daß sie sich durch ihre Klei dung nicht sonderlich von derselben un terschied. Man sah sie' nicht anders als in einem gedruckten Kleide mit blauer Leinwandschürze oder in einem solchen von grauem Lüstre Nichtödestsenige,

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ging das junge Mädchen immer zierlicy gekleidet, und das Gesicht mit den durch geistelen Zügen, daS sie zu einer unge wöhnlichen Erscheinung machte, konnte ihr aller Neid der Freiherrin nicht neh men. Inmitten der Dienerschaft war sie doch immer die Herrin und dieselbe ord nete sich der geistigen Ueberlegenheit frei eilig unter, ohne daß Helene es bcan spruchte. Den letzten Winter hatt? die Freiherrin mit Margot in der Stadt verlebt und da war eine Zeit der Erholung für He lene gewesen. Anfang? fürchtete sie, daß man sie mitnehmen werde, aber eS war nicht die Rede davon. Die Freiherrin en gagirte eine neue Kammerjungfer und gab der Haushälterin den Befehl, Helene slei big bei sich in der Küche zu verwenden. Nebenbei hatte es nicht an Arbeit gefehlt, die aus der Stadt nach Birkenweiler für Helene kam, aber ihre fleißige Hand lei stete viel, und so war ihr noch freie Zeit genug geblieben, die sie in der Gesellschaft des alten Frauleins hatte verbringen kön nen. (Fortsetzung folgt.)

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1. Wie ein böser Geist. In altett Zeiten glaubten die Mmschm, daß böse Geister durch die Schluß seUöcher zu ihnm kämen und verstopften sie daher; das half aber nichts, die Geister kämm doch. So kommt hmtzutage das Sumpfsieber (Malaria). Zuweilen durch einen Leck in der Wassenöhre, oder durch einen Bruch in der Abzugsröhre oder aus sonst einer unverdächtigen Ursache. w Man kann nicht immer verhindern von Malaria befallen zu tverden, ,aber an kann es, wenn eS da ist, bekämpfen. Wenn wan zu rechter Zeit Brown'S Cisen-BitterS gebraucht, so hat man vom Sumpfsieber Nichts zu be fürchten. Brown'S Cisen-BitterS ist die beste Familim-Medizin und lrd von jedem Apotheker verkauft. -