Indiana Tribüne, Volume 7, Number 49, Indianapolis, Marion County, 7 November 1883 — Page 2
Indiana Hriöüne. FSANtSe- und Sonntagsansgae. &fttct 190 JO Msrylandstr. Indianapolis. Ind.. 7. November 1633.
Eine NüavärtS-THöpfUNg. ES klingt ein wenig unvahrscheinlich, vaS wir beute mitzutheilen haben. Aber es gehört in's Gebiet der Wissenschaft und aS ist heutzutage der WisZenschajt unmöglich. welckeZ Vollbringen' für sie unwahrscheinlich? Höchsten könnte man sagen : WaS den erkannten Naturg,setzm widerspricht. Die neueste Entdeckung, von der wir sprechen, thut dies nicht, sie Iöfet die Gesetze, welche daS Werden, Wachsen und Vergehen der Geschöpfe bedingen, nur von hinten wirken und sührt auf diese Weise Bildungen, die uns in todter, erstarrter, versteinerter Form überliefert wurden, in denZustand, den sie kurz nach ihrem Tode hatten und von da weiter in'S Leben zurück. In Nevada wurden vor mehrerenMo naten reiche ZinnMinen entdeckt und der Geolog Bradshaw wurde von New Dorker ' Capitalisten beauftragt, jene Erzlager auf ihre Ergiebigkeit zu unter suchen. Er fand die kühnsten Erwar tungen übertrofsen, und in der Nähe der Erzlager ist eine Stadt in der Ansied lung begriffen, die sich schnell vergrößert und einer jedenfalls glänzenden Zukunft entgegengeht. Die Formalion der e gend veranlaßte Bradshaw, geologische Forschungen anzustellen. Er entdeckte dabei inen schmalen Bach, der sich im Lause der Jahrtausende vierzig Fuß tief in den auS zusammengeballtem Sande, Kalk und Kieseln bestehenden Boden eingebettet - hat. Die Flächen der Schlucht, die das so kleine Gewässer nach und nach gebildet, sind glatt rolt Tafeln und zeigen Gemälde, die auS den versteinerten Körpern aus UrwcltSzeiten bis in die neuere Tertiärformation herauf gebildet sind. Da schreitet da vlumpe Mastodon, In Clkpiant der Vorwelt mit den krgelförmigen Spitzen der Backenzähne, da sonnt sich da? DeZnotherium, jenes ungeheure urwelt liche SSugethier, da pflegt das Riesen faulthier längst vergangener Zeiten, daS Megatherium, der süßen Ruhe, da kratzt sich daS tapirahnliche Paleotherium die mehrere Fuß dicke .Haut und andere Wunderwesen, die vor unS die schöne Welt bewohnten, bieten sich in den ver schiedensten Gruppen- und Stellungen den erstaunten Blicken dar. Unter sie gemischt sehen wir die Vertreter späterer Zeiten, die H hlenbären und Riesen h.rschc und fast bis in unsere Zeiten her uus befinden sich Schweine und Austern, Muscheln und Schase, Amphibien und Jnsecten unter den alten ausgestor denen Verwandten, umgeben von eben falls versteinerten Pflanzen und Früch ten. Bradshaw schloß, eS könnte nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn sich diese Ueberbleibsel gerade nur an der Stelle befunden haben sollten, durch welche das Flüßchen seinen Weg zu bahnen beliebt hatte, und ließ in die Wände hinein Gänge treiben. Da kamen alle diese verschiedenen Versteinerungen zu vielen Tausenden zum Vorscheine und mit ge ringer Mühe konnten sie auS denSchich ten herausgelöst werden, die sie umga ben. So sind dort ietzt Vorräthe der interessantesten Petresacten angehäuft, auS welchen alle Museen der Welt mit den seltensten Exemplaren versehen werden könnten. Der Entdecker zeigte seine Schätze auch einem der berühmtesten Chemiker unserer Tage. Alle ehemali gen Thiere und Pflanzen sind so wohl erhalten, daß sich diesem Manne der Wissenschaft der Gedanke aufdrängte, die Versteinerungen dadurch, daß man sie alle die Processe in rückläufiger Aufeinanderfolge durchmachen ließe,die zu ihrem gegenwärtigen Zustande führten, wiede'um in lebensfähige und lebendeThiere und Pflanzen zu verwandeln. Dem Chemiker war das Verfahren, welches die Natur bei dem Processe der Verstei nerung einschlägt, genau bekannt und bald genug gelang eS ihm, aus den der steinerten Körpern gewissermaßen durch allmälige Auflösung deS versteinerten Zustandes die irischen, aber immerbin todten Körper wiederherzustellen. Er hält sein Berfayren für jetzt noch geheim, doch ist so viel bekannt, daß er die Ver fteinerunaen einem schwach angesäuerten Bade aussetzt. Im weiteren Verlaufe werden sie mit luorjaure uno anderen chemischen Reagentien bearbeitet. Die .Tbiere und Pflanzen gingen -so fr,sch aus diesem Verfahren hervor, daß sie gerade so gute ayrungsmulel lieferten, als ob sie unmittelbar vor der Juverel tung erst getödtet resp, gepflückt worden wären. So bat man bis i fet schon aus versteinerten Schi dkröten eine vortreff m m m . & . j-w n liche vuppe yergtjlellk, uno Die ircauo dansteaks werden mat nickt weaen be sonderer Zartheit, wohl aber ob ihres kräktiaen Geschmacks außerordentlich ge rühmt. Für die erwähnte Stadt in der Nähe der Zmnmmen bietet sich hierdurch ein unerschövfllcher Vorrats von Nah rungSmitteln. Von den frischen, aber leblosen Thieren bis zu belebten Wesen war nun bloß noch ein kleiner Schritt und mit Silke der Elektrttltät und aal dänischer Ströme wurde auch dieses Problem gelöst.zunächst an den kleineren Tbieren. weil diese von den chemischen Stoffen leichter durchdrungen und daher schneller in den ursprünglichen Zustand urückaesührt werden. Ein Saurier lebte Q . Dl . . ! v.x . eoenitlls oereils, xeooaj nm jujci ,uyc , die Sektion ergab, daß sein Magen noch versteinert war; das Tyter war vem an gesäuerten Bade nicht lange genug auS gesetzt gewesen. Die beste Polizei der Weit". ! mmmm Ein scheinbar unbedeutender Vorgang ist immerhin für die Willkür der New Norker Polizei charakteristisch. Thomas äs Jüiai222rr Kün
veaen GestkeSübertretura bestraft vor I
den ist und bei der Polizei im Allgemei nen als ein gefährlicher Bursche gilt. rr . m . t. i . Einem Pol'zeiiniptctor kam eS in den l?opf, r 8 würve gut sein, wenn daS Por ät des DavlS der Verbrechergallerie einverleibt würde, und er wies in ftolge dessen zwei Polizisten an. sich des DaviS ,a bemächtigen, ihn in ein Photograph! cheS Atelier zu bringen, dort pholograohiren und ihn alsdann wieder lausen tu lassen. Die beiden Beamten brachten den DavlS trotz dessen lebhafter Proteste aegen ein dera.tiges Verfahren zu dem Photographen La Coe. Dort hielten sie ihn vor der Camera fest und daS Bild ollte genommen werden, als sich DavlS oSrß. einen Stuhl ergriff und mit olckem die Camera zerschmetterte. Dar luihin wurde DaviS wegen grdnungS widrigen Benehmens verhaf:et. Man muß bedenken, daßDaviS, als er gewalt am zu dem Photographen gebracht wurde, weder verhastet war, nsch un er emer speciellen Anklage, oder einem peciellen Verdachte stand. DaS Ver ahren der Polizei charakterisirt sich daher als ein Act frecher und Uw aler Nöthlgung und als Beraubung der persönlichen Freiheit, wie sie m Rußland nicht schlimmer vorkommen kann. Und daß sich DaviS dem unbe .echtigten Verlangen der Polizei nicht be und wehmüthig fugte, das wird ihm efer als ordnungswidriges Benehmen angerechnet und er wird vorauSstchtllch gerade so willkürlich - gestraft, wie daS ganze Verfahren der Polizei gegen ihn bisher willkürlich war. Qebrandmarkt. So lange das Wegelagern für eine ritterliche Beschäftigung galt, für ein keineswegs schmachvolles, sondern im Gegentheil echt adlige? Vergnügen. kann te von einer Unterdrückung diefeSSports durch den Staat nicht die Rede sein. ES lag nicht so sehr an der Schwächlich keit der Negierung, als an der Stärke der Ueberzeugung von der moralischen Z u l ä s i g k e i t des RaubrittertbumS, daß letzteres sich gegen König und Reich i behaupten vermochte. Denn lein Laster läfct sich mit Erfolg bekämpfen, gegen das sich nicht das allgemeine Volks-, oder wo ein Volk noch keine stimme bat, daS in 5?rage kommende Ftands Vewuktsem auflehnt. Man kann den Mx'canern das Hazardspiel verbie ten und den Kanibalen die Menschenfress?rei, aber da sich daS sittliche Be wußtsein des Kanibalen eben so wenig gegen den Genuß von Menschensteisch auflehnt, als das .Gewiffen- des MexicanerS gegen daS Spiel, so läßt sich in beiden Fällen durch Verbote gar nichts ausrichten. Gesetze muffen allgemein a n e r ka n n t werden, wenn sie Wir kung haben sollen. Fehlt ihnen diese Anerkennung, so bleiben sie todte Buch staben. Diese uralten Wahrheiten mufj man nch vergegenwärtigen, wenn man den ftjm&f gegen die Modernen Raubritter, die Eisenbahn- und Börsenschwindler, führen will. Durch bloße Erlasse stitenS der gesetzgebenden Körperschaften ist ih nen nicht beimkommen. Man hat ver sucht, dem Schwindel von StaatSwegen Schranken zu ziehen, aber die Grenze zwischen ehrlichen Geschäften auf Spe culation und dem bloßen Spielen mit Schklnwerthen ist so schwer zu ziehen,daß die Gerichte nicht eingreifen konnten. Man kann moralisch davon überzeugt sein, dav A. etwas verkaufte, was er weder besaß, noch zu besitzen erwartete, und daß B. nicht im Traume daran dachte, die gekaufte Waare je zu neh men ; man kann innerlich keinen Zweifel darüber fühlen, daß die Beiden nur um das Steigen und Fallen von Preisen wetteten, aber ihnen das zu b ewei s e n, ist so lange unmöglich als man den Leuten nicht in'5 Herz zu schauen ver mag. Darum bleiben alle Gesetze ge gen die BSrsengaunccei wirkungslos. Trotzdem giebt eS ein Mittel gegen dieselben, welches mit der Zeit sich als wirksam erweisen dürfte. DaS ist die Erttgung deS sittlichen Abscheus vor den Gaunern und ihren Methoden. Wenn die erfolgreich Schwindler nicht mehr um ihrer Millionen willen ange betet, sondern von allen anständigen Leuten gemieden werden, so dient ihre Lausbahn nicht mehr als glänzendeVer lockung und sie selber fühlen sich elend. Denn der Reichthum ist nicht erstrebenö werth, wenn er nur die Verachtung der Mitmenschen einträgt. Daher ist eS erfreulich, daß die New Jorker Handelskammer die Mllionäre,die ihrVermögen durch.Verwäfferung und Consolidation zusammengescharrt haben, öffentlich g t brandmarkt hat. Diese konservative Körperschast, aus den angesehensten Geschäftsleuten derMetropole bestehend, hat rund heraus erklärt, daß derartige Metboden des Erwerbes ein f ch w e reg Verbrechen gegen dieGe l e l l i ch'a f t sind und als solches ge ahndet werden sollten. In den Augen der Geschäftsleute gelten somit Gould und Banderbilt,und wie die Raubritter alle heißen mögen, als ganz gemeine Schurken. Sie werden auf dieselbe Stufe gestellt mit allen übrigen Feinden der Gesellschaft, mitTaschendieben, Räu. dern und Strolchen. Je mehr diese Anschauung um sich greift, um so besser werden dieAuösichten auf Unterdrückung ccr großen Diebe: ' AukerordklUli vornthm Ueblk die Ursachen, zu dem vom Kabel gemeldeten Duell zwischen dem ungari ichen Grafen Battyany und Dr. Rofen berg auS Pest, in welchem Ersterer gk tödtet wurde, sind ganz falsche Nachrich ten hierher gelangt. ES hieß, daß .die Frau in dem Falle an beide Münner verhtirathet, und daß der getödtete Gras der Gatte einer Schwester von Rosenberg'S Geliebten gewesen sei. Bei deS ist unrichtig. Die Sache ist nur des halb der Erwähnung werth, weil sie ein grelles Licht auf die sogenannten vor nehmen Kreise wirst, und liegt folgen dermalen : .&rr. Mowg,ein geadelter
südlicher Bai q uer auS' Pest, hat imei I
I Töchter, von denen eine an einen Baron verheiratet ist. Die jüngere Tochter, IAi.m. u!i Os).. ki.l!.(.t. !. V. Ilona mit Namen) verlubte sich in den Dr.Nosenberg, einen durchaus achtungS werthen jungen Advokaten. Doch der Herr Baron, der selbst eine Jüdin ge beirathet hatte, ollte die Mesalliancesemer Schwägerin nicht dulden und hetzt: deren Eltern gegen die Velbin dung auf. Ilona blieb indessen so fest, daß dem Ba, qaier Schoßberg nichts anderes übrig blieb, als in ihre Verlv' bung mit Dr. Rosenberg zu willigen, welche in Maiiendad stattfand. Man nahm die Gratulationen' entgegen und kehrte nach Pest zurück. Werige Tage später wurde Ilona unter dem Vorwände, den hochgeborenen Schwager zu orrZödnen, auf d ssen Landgut zu Besuch geschickt. Man brachte sie aber auf eine abgelegene Pußta ihres Vaters und suchte sie nun durch Zwang zu .überreden", ihre Beziehungen zu Rosenberg zu lösen. Der Vater drohte endlich so gar mit Verfloßung. aber Ilona blieb! ihrem Geliebten treu und fand sogar. Mittel, demselben hin und wieder einige! Zeilen zukommen zu lassen. Mitte Au gust blieben diese Briefe plötzlich auS,' ohne daß Dr. Rosenberg den Grund er fahren konnte. Am 9 September erhielt' er einen mit Bleistift geschriebenen Zet tel, ouf dem seine Braut ihm mittheilte, daß man sie gewaltsam nach Paris ge schleppt und ihr den Verlrbungsring vom Finger gerissen habe. Neun Tage später meldete ihm Ilona, daß man sie in Wiesbaden gegen ihren Willen mit dem geldbedürftigen Grafen Battyany verlobt habe. Das Ende ist, wie ge sagt, daß Rosenberg den Grafen im Duell tödtete. So ist die Sittlichkeit und daö .Glück" der sogenannten vor nehmen Kreise beschaffen. Vom Anlange. VonderTrinity. Kirche in Waterbury, Conn., die im Bau begrif sen ist, ist gut heruntersallkn. Bonge Woche fiel ein Maurer 75 Fuß hoch vom Gerüste, ging, da es gerade Mit tagözeit war, nach Hause und ließ sich sein Essen vortr?sslich schmecken. Am sol genoen Tage sielen zwei Arbeiter 45 Juk herab und verletzten sich ebenfalls nicht im Mindesten. Als S. Trcator in Tivoli, N. Y.. kürzlich beschästigt tosr. einen Baumstamm zu zersägen.fand er in einer von Rinde überwachsenen Verti'.sung desselben 5 Goldstücke zu $10. 2 derglei chen zu $20 und mehrere Münzen von geringerem Werthe. . Wie ein Kind vom Wind in's Wasser geweht wird und ertrinkt, Darüber wird von Trenton, N.-J., mit getheilt: Ein 12iShrigeS farbiges Mädchen. Namens Lydia Mathilda Williams, die einen Auftrag zu besorgen hatte und, um den Weg abzuschneiden, die über den Assanpink'Creek führende Eisenbahn Brücke benutzte, ward dort von dem zur Zeit stark wehenden Winde erfaßt und in den Bach geworfen. Die Kleine ertrank, ehe man ihr zu Hilfe kommen konnte. Ein ZeitungSherauSgeber von St. Jgnace, Mich., hat sich von ei nem seiner Abonnenten einen Bären aufbinden lassen, d. h. von ihm einen niedlichen kleinen Petz an ZahlungSstatt angenommen. Vor 35 Jahren wurden der Farmer Bautwell und Jane Campbell, beide in Elamville, Ga., ein Paar. Nach 2 Jahren trennten sie sich. Baut well zog nach Dale County, während die Frau in Elamville verblieb. Der Erstere verheirathete sich alsbald anderweit und später wurde auch aus Frau Bautwell eine Frau Johnson. Bor Kurzem sind Frau Bautwell No. 2 und der zweite Mann der Frau Bautwell No. 1 gestor ben und dasEhepaar, das nie geschieden, aber 33 Jahre von einander getrennt war, lebt jetzt wieder sriedlich beisammen. Georgia zahlt den Jnva lid'en der ehemaligen consöderirten Ar mee jährlich $25,000 an Pensionen. Wer ein Bein über dem Knie verloren hat, erhält $100, unter dem Knie 575, sür den Verlust eines Armes über dem Elbogen werden $60, unter dem Elbogen Z40 bezahlt. . Alle Gefangenen, die in Arizona von Bundesgerichten verurtheilt werden, haben ihre Strafen, falls solche ein Jahr nicht übersteigen, im Gesäng nisse zu ZZuma. fall dieselben auf nicht länger alö zwei Jahre lauten, in Lara mie und längere Strafen in Detroit zu verbüßen. Bei Mlnerta befindet sich die längste Brücke, nicht Eisenbahn brücke, in TexaS. Sie überspannt den Fluö Sabine und die sich 'anschlie ßenden Sümpfe und ist iz Meilen lang. DieLevee vonNewO rleanö entlang wird eine Hochbahn gebaut. Die Verwaltung der Nor thern Pacisic Eisenbahn hat beschlossen, in allen Ausgaben sortan die größte Sparsamkeit obwalten zu lassen. Die selten Gehälter des Präsidenten. Vice Präsidenten und anderer OberBeamten werden selbstverständlich nicht um einen Cent ßekürzt, soweit geht das Sparsam keitssystem nicht ; dagegen werden jetzt, beim Herannahen dkö Winters, längs der ganzen Linie soviel Arbeiter wie möglich entlassen. - Jllin oiS n !mm t unter den FadrikStaaten der Union den vierten Rang ein und wird hierin nur von New York, Pennfylvanjen und . Ohio überholt. Von den 14.800 und etlichen Manufaktur Etablissements in, diesem Staate ist an Werth der Gebäude, Ma schinerie und alljährliche Beschaffung deS Rohmaterials ein Kapital von gegen $430.000.000 angelegt, wovon die wich tigsten, die Mehl, und Schrotmühlen, mit einem BetrlebScapital von $13, 570.680 arbeiten. Illinois besitzt 761 Wasserräder mit 17,445 Pferdekraft, so wie 3.435 Dampfmaschinen in Fabriken und Mahlmühlen mit 126,343 Pferde, kraft. ? D.a S arö.ßt km Mjjtntgt
gellchiff ist soe5en in Phssadelpbia ange
kommen; eS lst der oid Wo!sel,y", der in Belfast gebaut wurde, 308 Fuß lang, 4j F'ö 6 Zoll breit und im Raume 25 guk ticf ist.' -Das Fahrzeug H it einen Tiefgang von 21 Fuß, einen Gehalt von 4000 Tonnen, hat 4 Masten und süh'k. wenn unter vollen Segeln, 42,0('0 Quadralfuß Leinwand. A m 4 September d. I. ver. schwand der Juwelier Tbomas Hoag auS New tyoxl und fein Verschwinden gab damals Veranlassung zu verschiede, nen Kommentaren. Zur großen Ueber raschung der GesckäflLleute in Nachbarschaft kehrte Hoag Ende voriger Woche plötzlich zurück und öffnete fein Local, das während seiner Aomesenheit geschlossen war, wied.-r, als wäre gar nichts vorgkfallen. E,nem Bekannten erzählte er fslgende Geschichte betreffs feines Verschmindens: Jn der Frühe deS4. Sept. saß ich aus der Treppe vor meinem Lokale, als ein fremder Mann zu mir herantrat und mich zu einem Trunke einlud. Ich nahm die Einladung an und wir tranken in einer benachbarten Wirthschaft Bier miteinan. der. Als ich nach meinem Geschäftslo kal, wo sich auch meine Schlafstätte befand, zurückkehren wollte, lud mich der Mann zu einein Trunke in einer ande ren Wirthschaft ein, und ich lastete der Einladung abermals Folge. Dort wur de wiederum getrunken, was sich aber später ereignete, weiß ich nicht. Drei Wochen später erwachte ich zu meinem großen Erstaunen in London, England, und war in dem Privathause No. 18 Highgate Str. Der Eigenthümer des hauseS.Namens Sollender, erzählte mir, ich sei drei Tage vorher in einer ge schlossenen Kutsche in besinnunxslosem Zustande nach demHause gebracht worden und einer junge? Mann, der ich be. gleitete, habe angegeben, ich sei sein Onkel und schwer krank. Die Beschreibung, welche mir von dem jungen Man ne gegeben wurde, paßte auf den Mann, mit dem ich in New Jork getrunken hatte. In war schon früher in London und kenne die Stadt, es dauerte' aber trotzdem mehrere Stunden, bis ich mich sicher überzeugt hatte, daß ich mich nicht mehr in New Vork befand. Ich erkun digte mich nach dem Datum und stehe, es waren gerade drei Wochen, daö ich New York verlassen hatte. Der Poli zei machte ich sofort Mittheilung von dem Vorgefallenen, sie konnte sich aber doch die Sache ebensowenig erklären, als ich selbst. Als ich mich noch in New Bork befand, hatte ich $200 bei mir, und merkwürdigerweise fehlte mir von dem Gelde in London kein Cent. Auch mei ne Diamanten befanden sich noch in meinem Besitze, meine golde Uhr jedoch war verschwunden. Ich hätte lieber alles Andere verloren, als die Uhr. Ich war tete mehrere Tage auf die Rückkehr meimes Begleiters, aber umsonst, und schließlich kehrte ich nach hiesiger Stadt zurück. ES wurde mir nachgesagt, ich hätte mehrere Frauen, dies ist aber nicht wahr. Ich habe nur eine Frau, und diese befindet sich in PreScott, Ontario. wo auch meine Mutter wohnt. Ich werde mein Geschäft in der gewohnten Weise weiter führen. Vom Nuölande. I n F o k g e derNevolu. tion im Jahre 1863 wurden vor ca: 20 Jahren mehrere Tausend Polen, meist noch in dem jugendlichen Alter zwischen 17 und 25 Jahren, nach Sibirien geschickt. Die Krönung? Amnestie Alex anders 111. gestattet denselben jetzt die Rückkehr in ihre Heimath, aber kaum die Hülste der damals Verbannten lebt noch, um von diesem Vortheil Gebrauib machen zu können. DaS rauhe Klima. Strapazen und harte Arbeit haben ihre Einwirkung nicht verfehlt. Die nun Scheidenden aber lassen fäc Sibirien wichtige und dauernd wertbvolle Spuren zurück. Bald nach der Ankunft der Polen in Sibirien suchten sich dieselben, j nach ihrer Befähigung, mit aller Energie die Mittel zum Unterhalte zu erwerben und haben dadurch wesentlich zur Ent Wickelung des Handwerkes, des Landbaueö und der Industrie beigetragen. Frühere Studenten der Mathematik. Chemie und Physik wurden Uhrmacher, Schlosser. Tischler, Färber :c. und leiste ten bei ihren theoretischen Kenntnissen Vorzügliches. Grundbesitzer wurden Bäcker, Fleischer, Tonditoren oder be. gannen Handel mit Allem, was ihre Leidensgenossen anfertigten. Restaura tionen und Hotels, vorher gänzlich unbekannt in diesen Gegenden der Verba' nung, entstanden j?tzt unter Leitung der Polen ; wie diese hierdurch dieBewohner über mancherlei materielle Genüsse be lehrten, führten sie auch noch die den Polen eigenen symvatbischen Eigenschas ten der geselligen Höflichkeit, des feinen Tactes, der humanen Behandlung des Dienstpersonals ein. Auch Aerzte, Apotheker und Gelehrte haben in Sibirien manches Gute unter Ausübung ihrer Kunst geleistet, wie auch durch eingehende Forschungen die Welt mit werth, vollen Arbeiten bereichert. Die Polen baben auf diese Weise in Sibirien zur Erhöhung der Bildung des Volkes er heblich beigetragen, und das Land sieht deshalb die nunmehr Befreiten nur ungern scheiden. Doch gönnt eS ihnen ihr Glück von ganzem Herzen ud sendet ihnen in dankbarer Erinnerung für daS empfangene Gute die wa.mslen Segens wünsche für ihr Wohlergehen nach. Massen Giftmorden ist man in Liverpool auf die Spur ge kommm. Vor einigen Tagen starb dort ein Mann Namens Thomas Higgin?. Die zahlreichen Todesfälle in der Fami Ire des Higgins und deren Verwandt schaff erregten den Verdacht der Leders Versicherungsanstalten, bei welchen die Verstorbenen stets mit zierÄich hohen Summen versichert waren. Als die Leiche des Higgins auf den Trauerwa gen gehoben werden sollte,- erschien die Polizei und unterbrach die Feier. Die Leiche, wurde von den GerichtSärzten untersucht und eine Arsenikvergiftung eonstatirt. Die. Schwägerin des HigsinSine MrS. Flannaganwelche alle
rdre Verwandten ohne deren Wissen ver sichert hatte, ergriff gleich fcim Elfchei
nen der Polizei die Flucht, wurde aber endlich in Wovertree, einem Vor orte Liverpools, verhaftet. Man glaubt, daß sie sieben Personen, darunter die nächsten Blutsverwandten, aus dem Leben geschasst habe, und eS wurde die (kxbumirung der, wie man annimmt, Vergisteten angeordnet. Nach den auS Paris kam menden privaten Nachrichten ist daselbst die Lage der Deutschen, einschließlich der Elsi ß Lothringer, welche nicht optirt haben, in Folge der nichtswürdigen Deutschen Hetze eine höchst m ßliche, ja eine schlimmere, als unmitteloar nach dem Kriege. An den deutschen Hilfst verein treten jrtzt Anforderungen heran, die derselbe kaum befriedigen kann. Be reitS im Jahre 1882 hat derselbe 9409 Deutsche in irgend einer Weise unter stützt. Mit Rücksicht auf diese sich zei gende Erbitterung gegen die Deutschen hat die Regierung der Reichslande eine ganze Reihe von Zeitungen dort verboten, unter Andern: France", Jntran sigeant", Antiprussien" und andere Blätter ähnlicher Farbe. Auch zwei in deutscher Sprache erscheinende Zeitungen sind mit darunter: das .BaselerWochen blatt" und die Wiener Allgemeine Zei tung". Es sind serner zwölf sranzösi sche Zeitungen unter Controle gestellt, darunter die Republique Fransaise". Wenn auch das Verbot durch Zusendung mittels Briefumschlages vielfach umgangen werden wird, so dürfen diese Zeitungen doch nicht mehr in Gasthöfen und sonstigen öffentlichen Orten in den Reichslanden ausliegen. Ein köstliches Andenken, Luther's Trauring, befindet sich im Besitz .einer in Königsberg i. d. Neumark lebenden Familie. Die Gemahlin deS dortigen JltaschineN'Fabrikanten Herrn Stoltenburg erbte diese Reliquie von ihrer Großmutter, welcher der Ring vor langen Jahren von einer Freundin. ver ehrt worden war, in deren Familie sich derselbe seit mehr als hundert Jahren von Geschlecht zuGeschlecht vererbt hatte. Der im Besitze von Frau Stoltenburg dksindllche Ring wird gebildet durch ein zusammengeschweißtes goldenes Crucifix mit der typischen Ueberschrist INRI,irn Kreuzbalken über bm Haupte deö 6r löset ist ein Edelstein, zu Füßen des Gekreuzigten ragt rechts ein Valmenzweig, links eine Büste mit Bischofsmütze, dar unter vindet fich ein Anker an einem Strick, und neben diesen Emblemen sieht man eine fein ausgearbeitete achtspros sige Leiter und ein altorientalisches Schwert. Die innere Seite des Ringes trägt in lateinischen Lettern die In schrift : D Martino Luthero, Catharina v. Boren 13 luni 1525. In einem 1860 geschlossn nen Vertrage zwischen der Schweiz und Frankreich war ausbedungen, daß letzteres in dem von Italien abgetretenen Savoyen keine Befestigungswerke errich ten dürfe, welche die Schweiz bedrohen. Soeben sind zwei schweizerische General stabs-Osfiziere von einer Jnspektion''zu rückgekommen und berichten, daß die von Frankreich errichteten Festungswerke die Stadt Genf vollständig beherrschen und das ganze Gebiet von Wallis von der Schweiz im militärischen Sinne ab trennt und den Franzosen preisgiebt. Dieser Vertrag wäre also gebrochen von der französischen Regierung und die Schweiz, welche das hat im Stillen ge schehen lassen, hat das Nachsehen. Z u der kürzlich getroffe nen Verfügung, wonach die schon vordem theilweise verbotene Einsuhr. von Schweinen aus Rußland nach Deutsch, land zur Verhütung der Einschleppung der Schweinepest untersagt ist, wird dem Berliner Tagebl. eine Lesart mitgetheilt, welche Geschäftskreisen über dies Ver bot verbreitet ist. Ihr zufolge soll durch die genannte Regierungsmaßregel die Schweinezucht im Jülande eine Förde rung erfahren. Ja diesem Falle trüge die Verordnung einen zoll- oder wirthschaftspolitischen Charakter und würde sich hier speciell als ein Akt der Retor stonSpolitik gegen die prohibitioen Zoll maßregeln Rußlands darstellen. Wenn nun auch die Möglichkeit i.ier irrthüm lichen Auffassung für diese Erklärung nicht ausgeschlossen erscheint, so hat die gedachte LeSart doch eine gewisse innere Wahrscheinlichkeit sür sich ; auch beweist sie zgleich. wie tief in die Geschäft kreise die Anschauung , eingedrungen ist, daß den staatlichen Verkehrsmaßnahmen vorwiegend wirthschaftspolilische ErwSgungen zu Grunde liegen. . Teutsche Loeal-Nachrichten. N e u r u p p i n (Brandenburg). 17. Okr. Der städtische Forstaufseher Müh lenberg ist von zwei Holzfrevlern im Walde durch Messerstiche so zugerichtet worden, daß er wenige Stunden, nach dem ihn seine Frau, welche ihm das Es sen bringen wollte, aufgefunden, gistor ben ist. . S o r a u (Brandenburg), 17. Okt. Dieser Tage sand hier die Einweihung des neuen Schützenhauses statt. Die Feierlichkeit erlitt dadurch eine Störunge daß bei Ankunft auf dem Festplatz eincm Schützen vom Gerichtsvollzieher daöGe wehr, Uhr, Portemonnaie mit Inhalt . abgepfändet wurde. Diefer Vorfall hat zur Erhöhung der Festlichkeit nich! besonders .beigetragen... Salzgitter (Hannover), 1'5. Ok . DerAnkauf der Eisenwerke in Olhfresen, welche bisher der Dortmunder 'Union gehörten, und ihre Verwendung zu einer Zuckerfabrik ist das neueste Ereignis welches das Jnnerstethal zu verzeichnen hat. Käufer sind die dortige und einig? benachbarten' Gemeinden. Die Her fiellungökosten derEifenwerke ne'sflBerg werk und Kalksteinbruch betrugen, f. Z. 1,800,000 M., während jetzt die Ver kauföfumme auf 200.000 M. vereinbart worden ist. Emersleben bei Halber ftadt, 18. Oktober. Leider sind in den letzten Tagen wiederum 4 Personen der hier auch immer mehr sich aukbrei tenden Trichinosen Ovfer cklollen,
nämlich: der Schneiderme.stkr 'Jrilke.
der Oekonom Dippe fr., der Bahnwär ter Hecht und die Schwester deö bereit verstorbenen Arbeiters Roloff. alle vor der sehr gesund und krastig und im be ft,n Alter stlhend. Außerdem sind in Grimmingen, wie man uns mittheilt.der Müller Hokzschuhmacher und der Ma schinenführer Lingner gestorben. Auch die Mutter deS Fleischer BehrenS. von welchem das triazinenhaltige Fleisch ent nommen ist, zu Deesdor wohnhaft, ist räch q lalvoUen Leiden der gefährlichen Krankheit erlegen. Prag. 17. Dc. Der akademische Senat lei'ete auf Auftrag d?ö Unter richtsmin stirsDiSciplinar Untersuchung gegen Prof Roh'inq wegen seiner antisemitischen Broschüren ein. Stuttqart, 15. Oct. Der erst am 1. d. Mis. bei dem hier ga?j'.isonirenden GrenadierRegiment .Königin Olga- Nr. 119 eingetretene Einjährig. Freiwillige, Pharmacent Robert übler von hier, stürzte in Folge eines Hkrz schlages während des ExercirenS im Ka ftrnenhofe todt zusammen. Nach den Aussagen der Kameraden deS Verstorbenen war das Exerciren ein ungevöhn lich strenges und von der Art, die man hierzulande Schlauchen- nennt. : Pas sau, 15. Oct. Der im Jahre 1798 geborene Hauptmann a. D. Schmeszl. der einzige noch lebende Be wobner Passaus, der die Beschießung der Beste Oberbaus durch die Oesterreicher im Jahre 18O9 geseben hat,ist gestorben. AlS er im Jzhre 1876 seinen 80. Ge. burtLtag feierte, sandten ihm die drei Minister, v. Maillinger, v. Pranckh und v. Lutz, ihre Glückwünsche. Aus Thüringen, 11. Okt. Die' Strafkammer zu Erfurt verurtheilte ei nen Schneidermeister wegen versuchter Bestechung des OberpostdirectorSNitfch. mann zu 500 Mark Geldstrafe event. 50 Tagen Gefängniß. Außerdem wurden die z'r Bestechung verwendeten 300 M. sür versallen erklärt. Der Verurtheilte. welcher die Lieferung der Uniformen für Postbeamte im Erfurter Oberpostdirec tionSbezirk unter sich hatte, beabsichtigte das Geschäft auch aus den Bezirk Halle a. d. S. auszudehnen. DasSchwur' gericht zu Meiningen verurtheilte .den Gastwirtb Chr. ASdlger sus Mechter. stedt wegen Erpressung zu 2 Monaten und 20TagenEkfSngniß und dieDienst magd Christiane Duft au? Solz wegen KindesmordkS zu 4 Jahren Zuchthaus Aus der Provinz Hannover, 15. October. Der Brandstifter in Stöckheim ist entdeckt. Der inhaftiere 18jShrige Sohn des Kantors Sch. hat die Thäterschaft im vollen Umfange ein gestanden. Er hat nicht allein die An ' zändung deS PsarrgehöfteS durch PnU ver und Zündschnur bewirkt, hat nicht nur den Brand im Hartmann'schen Ge bäude angelegt, sondern auch schließlich (zur Ablenkung des Verdachts) daS HauS seines Vaters angezündet. assek, 16. Okt. In Mönchehof erwarb kürzlich einWSgewärter für 1000 M. daSMuihungörecht auf dort zu Tage liegende Halden. Nach Untersuchung der Hörder Hütte sind diese Erze stark manganhalti. In einer bedeutenden Anzahl von Waggons wurden bereits Auftrage nach Esten und HSrde auSge führt. Neuerdings hat nun der glück liche Erwerier fein MuthungSrecht- für 600.000 M. an eine Aktiengesellschaft verkaust. Ruhrort (Rheinprovinz), 18. Okt. Mit dem für zwei Amtsrichter bei der Steuerlast erhobenen Vierteliahröge halt im Betrage von 1700 M. ist. der hiesige Gerichtsdiener Peters spurlos verschwunden. Andernach (Rheinprovinz), 18. Okt. In der Nähe der Stadt wurde der Exekutor Schmitz im Felde erschlagen gefunden. Derselbe . war nach Breistg gegangen, , um Gelder in Empfang zu nedmen. Rail ßoad Hat Store, HcrbstHütc ! Neuester Facon soeben ange .kommen. Billige Preise! Gute Bedienung ! Mn besichtige die große Auswahl don . Herren-u.Knabcn-Hütcn. 0. 76 Hl! Vafsinatou Sie. Schmus-Waaren für Dame nud Herre in größter ' . Auswahl. Neueste Muster von Stccknadeln, Armbändern, Lörringen, u. f. w., Elfenbein, Bernstein und NbeinsteinSchmuckwaaren. Qk&sM&YW&QQ. 2W und 31 Mst Washington Slraßr. Von Anmcrpcn nach In- : diänapolis 830.95. Von Bremen nach Jndia' napolis 32.2. SebvüösV Fvenzel,. EckÄalh!gtn Strabe und Airgki . Lrrk. MiLttJKZ.)
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