Indiana Tribüne, Volume 7, Number 37, Indianapolis, Marion County, 26 October 1883 — Page 2
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Zndiana Hriöüne. FSglilgs vd öonutaasansfföbe. jDfflfft 10 Ö Mrykandstr.
JndlanapoliS. Ind.. 2G Oktober 1633. Tausende Dam:n. In New tyoxl wird daS Rauchen von Cigaretten o schnell Mode unter den Damen, daß eS von den letzteren möglicher Weise bald ebenso allgemein ge übt werden wird, wie in Spanien und Italien. So theilte kürzlich der Besitzer eines fashionabeln TabakgeschästeS in der Nähe des Union Square einem 3c uchlerstatter der N. Y. Time mit: .Die volle Hälfte der Zigaretten, des Tabaks und des Cigarettenpapieres, die in meinem Geschäfte verkaust erden, geht in die Hände junger Damen über. Ich würde es nicht für möglich halten, daß das Rauchen so allgemeinen Ein gang in Damenkreisen gefunden hat, wenn ich eS nicht täglich mit meinen eigenen Augen sähe. Manche lassen sich die gekauften Waaren ganz offen in'S Haus schicken, andere wünschen, daß solche in Pakete verwandelt werden, welche Schnittvaaren zu enthalten scheinen. ES giebt sogar ein Tabakgeschäst in der Stadtund zwar an 14. Straße, und 6. Ave., in welchem die erwähnten Artikel ausschließlich an Damen verkaust wer' den; dieselben laufen bei dieser Einrich tung keine Gefahr, zufällig mit Herren ihrer Bekanntschaft zusammenzutreffen und der Plan des unternehmenden Ge schästömannes hat sich als ein finanzieller Erfolg bewährt. Auch die Mädchen in den höheren Töchterschulen, Instituten und Pensionen betreiben daS heimliche Rauchen mit derselben Begierde, uie die Knaben in den ErziehungS und Bil dungZanstalten, denen sie angehören. In allen derartigen Anstalten für das veib liche Geschlecht ist zwar daS Rauchen streng untersagt, in manchen sogar mit Ausweisung aus der Anstalt bedroht, doch vermag dies nicht die Schülerinnen von der Befriedigung ihres Appetits abzuhalten. Eine junge Dame, welche das Was sar College besucht, erhielt kürzlich von ihren Eltern ein Melodion zum e schenk, um dasselbe in ihrem Zimmer aufzustellen und für Uebungen, resp, zu ihrem Vergnügen zu benutzen. Eine ältere Schwester wußte, daß die Be schenkte eine leidenschaftliche Raucherin ist, schraubte das Rückenbrett von dem Instrumente ab, verbarg hinter letzterem fünf Kisten Cigaretten und befestigte alsdann das Hintertheil so sorgfältig an dem Instrumente, daß Niemand die verbotene Waare in solchem vermuthen konnte. In ähnlicher Weise wurden einer jungen Dame im Fort PlainSeminar Cigaretten in dem Sitze und der Rücklehne eines Schaukelstuhls eingeschmuggelt. In einer dritten Anstalt laffen die Damen Fäden aus ihren Fen sternsherab, ihre Bekannten befestigen die Cigaretten an solchen, und die Mädchen ziehen alsdann die geliebtenGlimmstengel in ihre Zimmer. Die Mütter der Mädchen rauchen zum großen Theile selbst und würden eS für eine Grausam keit halten, den Töchtern nicht zur Er langung des ersehnten GenüffeS behilf sich zu sein. .MeinhMann gestattet den Knaben daS Rauchen so philosophirt ihre Zärtlichkeit warum soll meine Tochter nicht dasselbe Recht haben? WaS ' den Knaben nicht schadet, kann auch sür die Mädchen nicht nachtheilig sein, und übertreiben wird eS meine Tochter nicht, dazu ist sie viel zu anstän big." : Daß Damen rauchen, ist in vielen Ländern Europas schon längst bekannt, in die Ver. Staaten und vorerst noch besonders nach New Jork hat sich die Gewohnheit von dort erst in .neuerer Zeit verbreitet, gewinnt aber'überra schend : schnell an Ausdehnung. Die Schauspielerinnen Sarah Bernhardt, Theo, Colonibier und Modjeöka rauchen leidenschattlich, die. Sängerinnen sind soklug, ?ch des Tabaks gänzlich zu enthalten, denn er würde deä'Stimmen der selben durchaus nicht, förderlich sein Man muß im Allgemeinen, zugestehen daß die Damen das Rauchen nicht über treiben. ' Die bekannte Gräfin Hatzseld ist eine beredte Vertheidigerin der Neue rung, daß' auch die Damen d'en Tabak als Genußmittel brauchen und die deut sche Schriftstellerin Wanda von Duna jou hat sogar ein Buch über dieses Recht der Frauen geschrieben, in dem sie eS als nahe bevorstehend bezeichnet, daß die Frauen gerade so allgemein rauchen, wie die Männer niemals aber auch mit derselben Uebertreibung. Sie nennt ferner das Rauchen einen fehr wirksamen Schutz gegen den Oplumgenuß und meint, die Frau, deren Leben an An und Ausregungen minder reich sei, wie dasjenige des Mannes, bedürfe in noch höherem Grade des angenehm erregen-. den und ' gleichzeitig beruhigenden Ein flusses einer harmlosen Cigarette, als der Mann der Cigarre. . SZiHtSalS Oesahrm. In der schottischen Stadt Glasgow fand kürzlich eine Versammlung des so genannten nationalen Gesundheit institutS statt, auf der die verschiedensten Gegenstände behandelt wurden. Alle Vorträge liefen indeffen auf Kritiken irgend welcher menschlichen oder natürlichen Einrichtung hinaus. ES wurde bewiesen, daß die Bauart der Häuser in Stadt und Land der Gesundheit äußerst - nachtheilig ist. Die üblichen Behei zunaS- und Ventilationsmethoden uur den stark getadelt. An . der modernen BekleidungZ und "Ernährungsweise vermochten die gelehrten. Redner nichts als Fehler zu entdecken. Mit Entschie denheit wurde die gebräuchliche Art der Krankenpflege, der Kindererziehung,' der Beförderung von Nahrungsmitteln und des Reifens verdammt. In seiner Er öffnungSrede sprach der Präsident von .den verdammten mjd IardZ Kattun,
mit denen so viele Kinder beim Eintritt! in'S Leben umwickelt werden, gleichsam als Taufe für die mannichfachen Uebel, der Kleidermode, zu denen sie zugelassen ' c... erri.i v i m...w.
weroen, viaem, oie oer Ausoehnung des wichtigsten KSrperiheilS geradezu entgegenarbeiten." Andere Aerzte ver urtheilten im Einzelnen jedes Beklei dungöstück, daS von Männern, Frauen oder Kindern aetraaen wird. Selbst die Wiegen, Kinderwagen undSch?ukell c ... v -:jl.4 v .n.. jisklve eingingen iiiui ueu: allgemeinen Tadel. Ueber die Verbreitung der ver schiedenen Krankheiten durch unsichtbare, in der Lust schwebende oder vom Wasser beorderte Keime wurde besonders viel gesprochen. Diese KeankheitSkeime. de wies ein Redner, machen das Anrühren alier Bücher, Zeitungen, Briefe, Klei? dungSstücke und Möbel gefährlich. S!e setzen sich in die' Poren unserer irdenen Geschirre und machen letztere zu Brüt stätten sür daS mönnermordende Bac teriengift. Im Gefieder unserer Sing vögel, im Felle unserer Hauöthiere las sen sie sich nieder, und Canariensänger sind daher gerade so aus unseren Zim mern zu verbannen, wie Katzen und Hunde. Die Millionen von menschlichen und thierischen Leichen, die im Boden Großbritanniens modern, theilen ihr Gift dem Gkundsasser mit, dieses strömt in die Quellen und gelangt auS diesen in den Körper der unglücklichen Menschen. In, unter und über unS nichts als Ge fahren, überall lauert der Tod, und eö ist ein wahres Wunder, daß überhaupt noch Menschen leben. Diese Art vn Uebertreibung wirklich vorhandener Ge fahren stört entschieden daS gute Werk. Wenn das Publikum hört, daß es allent halben vom Tode umlauert ist, giebt eS sich schließlich gleichgiltiger Sorglosigkeit hin und vernachlässigt auch die wirklich nothwendigen Schutzmaßregeln.' Das neue San Frane?seo Kei.,e Stadt in den Aer.Staaten,selbfl Chicago nicht ausgenommen, hat in den letzten 10 Jahren so durchgreifende Veränderungen erfahren, als San Iran ciLco. Dem Besucher dieser Stadt, der nach einer Abwesenheit von der erwähn ten Dauer in dieselbe zurückkehrt, fällt es schwer, daran zu glauben, daß er sich wirklich in San Francisco befindet. ES ist besser geworden in jeder Beziehung, aber so viele charakteristische Eigenthüm lichkeiten sind verschwunden, daß immer hin ein gewisses Bedauern die Seele dessen beschleicht, der das alte . .FriLco gekannthat. Die Montgomery und dieKearnystraße waren früher die Haupt Verkehrsadern der Stadt, welche auf die soliden Geschäftshäuser in denselben stolz war; die Geschäftshäuser haben Handelspalästen Platz gemacht, wie sie glänzender' und großartiger auf dem ganzen Continente nicht gefunden wer den. Die Ausdehnung der Stadt hat gleichzeitig nach allen Richtungen hin stattgefunden. Ueberblickt man dieselbe von einer der Anhöhen auS, welche die Vorstädte umgeben, so gemahnt sie an einen Riesen, der seine massigen Glieder über die sieben oder acht Hügel auSge streckt hat, auf denen sich die Königin des Pacific erhebt Die Bezeichnungen, die an den früheren Dorf oder weilerarti gen Bau der Stadt erinnern.uie Happy Valley, WillowS, Mission und andere, existiren noch im Munde der Leute, die Localitäten aber, welche diese Namen führen, haben ausschließlich städtischen Character angenommen und die Stadt theile, die früher gesonderte Apstedelun gen zu bilden schienen, sind in eine innig zusammenhängende Stadt ineinander gewachsen. In allen älteren Bauten der Stadt macht sich noch die Furcht vor etwaigen Erdbeben bemerklich, diese Furcht ist aber längst aufgegebenund das Eebäu de der NevadaBank, sowie die neue Praductenbörse und viele ähnliche Gebäude sind in so großartigen Verhält nisten und so solid aufgeführt, daß an unwillkürlich sagt, eine solche Stadt kann selbst ein Erdbeben nicht in Trüm mer legen. Am meisten trägt das Nordende der Stadt noch Spuren des ursprünglichen Charakters, doch befindet sich dasselbe zum größten Theile in den Händen der Chinesen. Aus den Anhöhen der Stadt, die früher kaum für ersteigbar gehalten wurden und an welche sich die Wildniß unmittelbar anschloß, erheben sich jetzt ebenfalls stolze Paläste,' nach welchen breite und bequeme Straßen und Kabel bahnen mit nem ungeheueren Kosten aufwande angelegt worden sind. In Betreff der Architectur begegnen wir verschiedenen Style, am häufigsten der bizarren Baukunst aus der Zeit der KS nigin Anna, die jedoch unser Zeitalter insofern abgeändert hat, als sie den Pa lösten bei allen Sonderbarkeiten der al ten Schule einen wohnlichen Anstrich zu geben verstanden hat. Vor und zwischen diesen Wundern der Baukunst breitet sich die Flora Calisor niens, die j:deS andere Land an Man nichsalrigkeit und Schönheit ebenfalls übertrifft. All' dieser Glanz jedoch wird durch die neuen Paläste und Gärten der Eisenbahn Magnaten aus Nob Hill in geradezu märchenhafter Weise überlrof fen. In ihnen tritt nicht nur der Reichi lhum, sondern auch die frivole Anma ßung des ShoddythumL hervor, bej allem Glänze haben diese Paläste nichts Wohnliches oder Einladendes, sondern, hüllen sich in vornehme Abgeschlossenheit und erfüllen denjenigen mit dem unwi derstehlichen Gefühle der Verbitterung.' der der Art und Weise gedenkt, auf welche ihre Besitzer das Volk um unge zählte Millionen betrogen haben. Viele dieser Raubburgen der Geldaristokratie sind unbewohnt, eine derselben, da! HopkinShouse, beherbergt eine alte un gebildete weibliche Menschenruine, einen uerthlosen Stein in kostbarer Fassung. f Der Krieg in Oayville. - Bayville aus Lang Island ist ein fiil ler und malerisch gelegene? Flecken, der fast ausschließlich von auSgedientenSee capitänen und deren Familien bewohnt wird. Diese leben von dem, vaö sie in
ihrem wechselvollen und rauhen Leben . n i - -c x. l . C ... ....v . ;t
vor iiuj gcoiauii iuvci! unu uciaictyicn lyr Einkommen durch Austern und Fisch fang, sowie im Sommer durch die Ver abreichung von Kost und Logis an die Badegäste. DaS bedeutendste Gebäude daselbst, ist ein ehrwürdiges Versamm lungShauS der Methodisten; dasselbe bedarf dringend von außen und von in nen eineS neuen Anstrichs, und un einen Theil der hierzu erforderlichen Geldmit tel aufmbrinaen. war küttlick eine soge nannte Austernfefllichkeit veranstaltet! worden. Die jungen Damen bereitsten unter Oberleitung der Frau Pastorin die Austern aus die bekannte verschieden artige Weise zu und verkauften die Por tionen zu Preisen, welche der Kirchen kasse einen sehr erklecklichen Gewinn abwerfen mußten. DaS ganze Fest war im schönsten Gage, als plötzlich der Capitän Smith bemerkte, daß sich in seiner Austernsuppe nur ein einziges, in derjenigen des Capitän Sacket! aber ein volles Vierteldutzend speckfetter Aeuster lein befand. Ausgediente Seecapitäne sind gutmüthig, aber auch leicht aussahrend und hitzig und legen alsdann ihre Ausdrücke nicht auf die Goldwage. Als daher Capt. Sackett über die dünne Suppe Smith's auch noch schlechte Witze machte, brach bei diesem der schon durch die ihm widerfahrene stiefmütter liche Behandlung entbrannte Groll wie ein Orkan loS, und eine Jluth von Schlmpfworlen ergob sich über den m seinen Austern schwelgenden Sackett. wie sine Sturzwelle über ein Schiff. Ein uohlgezielter Faustschlag war die Erwi derung, ein Kampf entspann sich und der ganze männllche Theil der Festversamm lung theilte sich sofort in Smithiten und Sackettiten. Der Pastor suchte die Streitenden zu trennen und erhielt con sequenter Weise von beiden Seiten seine Prügek.' Zum Unglück verlöschten auch noch die Lichter und eS nahm mehrere Minuten in Anspruch, bis solche wieder angezündet waren. Beide Parteien be sichtigten ihre Verwundungen; am schlechtesten war der Pastor weggekom men, dem man daS Gesicht mit rohen Austern belegen und dann verbinden mußte. Mit kaum verständlicher Stim me mahnte das Opser seiner Friedens liebe zur Einigkeit und Versöhnung, und gerührt schüttelten sich die Seebären die Hände, mit denen sie sich soeben erst nach allen Regeln der Kunst gegenseitig ver hauen hatten. Capt. Smith erhielt von den gebratenen Austern eine bevorzugte Portion und eine? unheilbaren Spal tung im Innern der Gemeinde war glücklich vorgebeugt. Nicht v e n i g e r a l ö vier Men schenleben hat die deutschamerikanische Jubelfeier in Wheeling, W.'Va , als Opser gefordert. Wie bereits telegra phijch gemeldet, kam der 74jährigeHein rich Kraft durch einen Sturz vom Wagen um'S Leben. Jetzt ist noch nachzutragen, daß der 30jährige JonaS Buttersield und ein Mann Namens Hamm auf die selbe Weise ihr Leben eingebüßt haben, und Joseph Degate in Folge der Explo sion eines BaS-Furnace-, der auf einem Wagen mitgeführt wurde, tödtliche Verwundungen erlitt. DaS war eine trau rige Jubelfeier. Ttutsöze NechtSpflfge. Wenn eS ein Trost ist, Genossen im Unglück zu haben, so mögen sich die Amerikaner damit trösten, daß ihre ver altete Rechtspflege nicht viel kostspieliger ist, als die funkelnagelneue deutsche. Man hat jetzt in Deutschland eine ganz neue Gerichtsordnung mit mündlichem Versahren, Laienbeisitzern und Ad vokatenzwang. Letzteres bedeutet, daß die beiden Parteien jetzt auch in solchen Fällen durchAnwälte vertreten sein müssen, in denen sie srüher dcS sogenannten RechtSbePandeS entrathen durften. Da zu kommt dann, daß der verlierende Theil auch in Bagatellprozessen dem gewinnenden dessen Anwaltskosten er stalten muß. Deutsche Zeitungen be Häupten nun, daß das neue Verfahren, namentlich soweit die kleinen Processe in Betracht kommen, die Gerechtigkeit ge radezu ausschließt. Wir sinden in einem Berliner Blatt einen Fall, der diese Behauptung als vollkommen begründet erscheinen läßt. N. läßt bei einem Handwerker, dem er daS Rohmaterial liefert.eine Arbeit aus führen, die nichts taugt, weil das Ma terial schlecht war. Er zieht dem Meister 21 Mark ab, dieser aber behauptet, daß er nicht verantwortlich war, weil ihm schlechtes Material geliesert wurde, und klagt auf die 21 Mark. N. erwidert, daß demHandwerker, der doch schon viele Arbeiten derselben Art gemacht hatte,die Unbrauchbarst deS Materials hätte be kannt sein müssen, worauf diefer entgeg net, daß er sich nicht bei jeder einzelnen Arbeit der Anforderungen des betreffen den Kunden entsinnen könne und ves halb den Austrag ausführe, so gut er eben könne. Ihm tritt daS Gericht bei, welches den R. zur Zahlung der 21 Mk. nebst Kosten verurtheilt. N. appellirt. Gleich nach dem letzten Termin erster Instanz bringt der Gerichtsvollzieher dem Verurtheilten das Erkenntniß und fordert neben den 21 Mark nebst 80 Pfennigen Zinfen noch 4 Mark öö Pf. für KoftenauSlagen des Klägers und Beitreibung derselben durch das Gericht, also in Ganzen 26 Mk. 35 Pf. Wenige Tage später kommt der Gerichtsvollzieher wieder und bringt die Rechnung des klägerischen Anwalts. Dieser verlangt sür Proceßgebühren, VerhandlungSge bühren, Beweisgebühren, Zustellung? gebühr für die Klage, Schreibegebühr und Auslagen für die Kostenfestftellung zusammen 14' Mk. 70 Pf. Zugleich forderte der Gerichtsvollzieher für sich selbst 4 Mk. 05 Pf., sodaß Herr N. im Ganzen. 18 Mk. 76 Pf. zahlen mußte. Das Gericht selbst liquidirte für Ver Handlung?, Beweis, Entscheidung, Zeugen und Schreibegebühren 18 Mk. 50 Pf. abzüglich von Kläger vo:geschos sener 2 Mk. 40 Pf., also 16 Mk. 10 Pf. Den Beschluß machte der Anwalt des Verklagten mit einer Forderung von 14 Mk. 60 Pf. um also 21. sarr zu erstreiten, hatte der Kläaer schon bei der - .. .- . J i i .
ersten Instanz 53 Mk. 95 Ps. Skozlen zu zahlen. Jetzt kam die zweite Instanz an die Reihe. Hiersür berechnete da? Gericht 7 Mark, der klögerische Anwalt 10 M. 60 P.. der Gerichtsvollzieher 2 M. 25 P. und der Anwalt des Verklagten 0 M. 75 P. DaS ganze Preceßverfabren hatte also in zwei Instanzen 83 Mk 55 Pf. gekostet, und rechnet man noch den Vorschuß deS Klägers von 2 Mk. 40 Pf. hinzu, so kostete der Proceß um
21 Mark mehr alö das Aier fache deS SteitgegenstandeS. Die ffolae davon ist. daö kleine 5?orderungen nur noch selten eingeklagt wer 4. w . or .r?;r i. . . Ä oen, oenn oas jiiio i coc) ermas gr zu grcß. Einerseits mag dies die wohl tbälige Folge habrk'. deß der Borg im Kleinhandel sehr bischrönkt wird, ob wohl auch daS angesichts der amerikanischen Erfahrungen noch seh? zweiselhast ist, anderntheilS hört jedenfalls das Su chen nach Recht vollständig auf. Man Iafc sicheoer die größte Ungerechtigkeit gefallen, als daß man das Recht mit der Aussicht anruft, viermal so viel b?blen zu muffen, els man gefordert H.U. Man sollte denken, daß ein in der Ge genwart entstandenes Rechtssystem solche Möngel nicht haben dürfte, xumal im Lande der gründlichen Studien und Ge lehrthcit. Golö in Dakota. In Liöbon, 60 Meilen südwestlich von Fargo, ist Gold entdeckt worden. Vor 5 Monaten erschien in der daselbst er scheinenden Zeitung .Clipper" eine An zeige, in welcher eine in der Nähe gele gene arm zum Aerlause unter günsti gen Bedingungen auLgeboten wurde. H. W. Griswold von Hyde Park, Chicago, erwarb 340 Acker des zu der Farm gehörigen Areals. Bald entwickelte stch aus diesem Grunde eine Thätigkeit, über deren Zweck GtlSwold sowohl als des sen Arbeiter daS tiefste Stillschweigen beobachteten. Am 19. dies. Mon. ist GriLwold mit der Nachricht, daß er in der Zwischenzeit mit Erfolg Gold ge sucht habe, an die Oeffentlichkeit getreten. Laut der Untersuchungen von 130 ErzProben sind namentlich folgende Funde temerkenSaerth : Goldsand zu 640 Unzen Gold in der Tnne, Etz zu 1.034 U., Sand zu 825 und 1,477 U., Erz zu 4.340 U., Sand 21.034 U. Gold und 3.664 U. Silber. GriLwold hat sich mit den Herren E. P. Baker. George C. Fry und W. S. Sargent, sämmtlich in Chicago, zu einer Compagnie verei nigt, welche die Ausbeutung der Goldund Silberfchötze in großem Maßstabe betreiben wird. Dieselbe hat für 140 Ack.r össentlicheLänderettn em sogenanntes RegierungLpatent erworben und großartige Bestellungen au? Maschine. rie werden in Chicago ausgeführt. Den ersten goldhaltkgen Sand ans seinem Lande hat GeiSwold bei dun Ausroden eines Baumstumpfes gefunden. Dies führte zur Anstellung von AffayerS oder Sachverständigen, die das Erz oder den Sand auf dessen Gehalt an Edelmetal len zu prüfen verstehen und von Berg leuten, welche die Forschungen mit den angegebenen Resultaten fortsetzten. Alle Anzeichen sprechen dasür, daß die Com pagnie eine angehende .Bonanza" besitzt und die Völkerwanderung nach jenem Theile des Territoriums wird nicht aus sich warten lassen Dom Inlanöe. Zehn der bedeutendste.. Geschäftshäuser in DallaS, TexaS, ha ben sich mit der Vorstellung an den Countyanwalt gewendet, er möge seine Absicht, die Spielhöllen in DallaS zu unterdrücken, nicht ausführen. Durch eine derartige Maßregel würde daS ganze Geschäft geschädigt und dkS geheime Spiel in'S Leben gerufen werden, au ßerdem habe FortWortb denBesitzern der Spielhaufer 52.500 offerirr, wenn diese sich sür den Fall der Unterdrückung des Spiels in DallaS in Fort Worth niederlassen wollten. Countyanwalt Clint hat die Bittsteller sofort abschlägig be schieden und hebt dabei hervor, daß ihm nicht die Wahl gestellt sei, die Gesetze durchzuführen oder nicht, sondern daß er solche durchführen müsse. Die Dürre in Alabama ist überaus groß, größer als seit Men. schengedenken. Seitdem 1. Juli htf es in der südlichen Hölste gar keinen gu ten Regen, schon vorher aber wenig aegeben. Dle Schiftdanw oer melden Flüsse hat aufgehört, GraS gibt es nicht mehr, die Belaubung der Wälder ist verstaubt und verfchrumvft, Wasser tß äußerst selten und vieles Vieh ver schmachtet. Nemaha Co unty in N e braska enthält eine sehe starke deutsche Bevölkerung Daß diese Bevölkerung nicht nur wohlhabend ist, sondern auch eS sich angelegen sein läßt, sür die Erhaltung deutschen Wesens zu sorgen, be weisen dle zahlreicken deutschen Kirchen und Schulen. MitteOctober wurde wieder eine deutsche Krrche eingeweiht, und zwar eine evangelisch-lutherische in Johnson, die, auf einem Hügel stehend und von einem hübschen Thurme überragt, eine Zierde für die ganzeUmgegend bildet. Ueber 400 Deutsche waren in 85 Wagen zur Feier erschienen. Nur weqig südöstlich von Johnson befinden sich eine weitere deutsche evangelisch lutherische und eine deutscheMethodisten kirche und neun Meilen nordöstlich wie der eine deutsche lutherische Kirche. Bei San Jose. Col., ha! kürzlich der Farmer E. L. Joung eine Kiste mit falschen Silbermünzen, die in halben und Vierttl.Dollarstäcken, sowie rn lOCentstücken bestehen und einen No ninalwerth von über tz1,000 haben, entdeckt. Die Münzen haben gutes Ge präge und scharfe Ränder, sind aber durch ihre große Leichtigkeit unschwer als Fälschungen zu erkennen. Sie tragen die Jahreszahlen 1861 und 1873. r Blumen mit Farben, d i e sie in der Natur nicht haben, werden voraussichtlich in den BallbouqetS eine große Rolle in diesem Winter spielen.
Wenn man die Stiele der adgazaittt ncn Blumen in eine Farbenlösung steckt, so nehmen die letz'eren die betr. Farbe an, ohne daß sie ihre Form oder ihren Geruch im Geringsten verändern. So soll man z.B. weiße Rosen in sehr schöne grüne oder blaue Rosen verwandeln können ; auch dse weißen Camelien sollen der Phantasie großen Spielraum bieten. Der Stadtratb in Salr Lake hat die Cinesen daselbst angewiesen, .hre bisherigen Quartiere, insofern sich solche mitten unter den Wohnungen der Weißen befinden, aufzugeben und sich in einer sür die Chinesen speciell bestimmten Vorstadt niederzulkssen. Die Chinesen wohnen zum größten Theile in ua? tieren, die sie für eine Reibe von Iah ren gemiethet haben, und würden außer dem durch den Umzug in ihrem Geschäfte beträchtliche Einbußen erleiden. Sie haben daher beschlossen, der Weisung des Stadtraths nicht nachzukommen und es aus die Entscheidung der Gerichte an kommen zu lassen. In NewJork haben neuer dingS mehrere industrielle Etablissements und Hotels, z. B. das New Jork und da Grand Central-Hotel durch das Bohren artesischer Brunnen auZgezeichnetcS Trinkwasser in mehr als ausreichenden Quantitäten erlangt, andere dagen haben Tiefen von über 2600 Fuß erreicht, ohne Waffer zu finden. ,So hat z. B. das Fifth Avenue-Hotel die Bohrungen in einer Tiefe von 2,200 Fuk einstellen laffen.und ein Brauerei bescher hat $20.C00 ausgegeben, ohne auf Wasser zu treffen. Vor mehreren Wochen bat ten berüchtigte Viehdiebe auf der Pow 'erö Ranch bei Socorro. New Mexico, ine Partie Kühe gestohlen. Die Nach .varn machten sich unter Führung des Sheriff Bert Hanson von San 'Marcial zur Verfolgung auf und fingen zwei der Diebe, wahrend Harry Heard, der Anführer dersel iben, entkam. Auf die Verhzftung deS
selben wurde eine Belohnung ausgesetzt. ÄQ lZ.dS.MtS. ritt H?ard nach San .Marcial vor das HauS deS Sheriffs hanson und lud diesen in eine benach'harte Wirthschaft ein. Hnssn nahm die Einladung an und nach und nach fand sich ein Dutzend Bewohner vonSan Marcial in derselben Wirthschaft ein, die Heard sämmtlich tractirte. Nicht der 'gerinffste Versuch wurde gemacht, sich deS Banditen zu bemächtigen, und dieser verließ unbelästigt daS Städtchen. Die Maisernte in Iowa. Ein Farmer in Red Qak, Ja., schreibt : Die Landwirthe in diesem Theile des Staates muffen Heuer eine absolut neue Erfahrung machen, welche biZh?r Nie mand zu erklären im Stande war. Am 18. Oktober war der Mais noch gerade so grün, wie am 10. September. ; Aus allen Feldern sind dieKörner der meisten Kolben noch ganz milchig. Seit dem X. September hat eS an drei Tagen hef tig gefroren, aber an mindestens dreißig Tagen war das Wetter gut . und doch zeigt sich nicht der mindeste Fortschritt in der Reise der Frucht. Auf einigen, Fel dern ist die Reife sogar so weit zurück, daß der MaiS arün wird verfüttert wer den müffen. Niemand von uns vermag stch diese auffallende Erscheinung zu er klären; liegt der Grund im Wetter, oder in der Beschaffenheit deS Samens ? Dieser Theil des Staates ist durch seine reichen Maisernten berühmt, im ganzen südlichen Iowa aber wird der dieöjäh rige Durchschnittsertrag 20 Bushels pro Acker nicht überschreiten, wahrend im vorigen Jahre der DurchschnittSertrag sich auf 50 Bushel belief. AehnlicheEr scheinungen sind den hiesigen Farmern in Ansehung deS Weizens und derGerste nicht unbekannt, sie laffen sich bei diesen Früchten meist auf den Samen zurück führen; m Betreff deöMaiseS hat keiner von uns von einem so merkwürdigen Zurückbleiben in der Reise jemals etwas gehört noch gelesen ; kann Jemand die Erscheinung erklären V EineZeitung inAtlanta, Ga., sagt : ES geziemt stch jetzt sür den Süden, der Welt zu zeigen, daß er dem Neger die vollste Gerechtigkeit widerfah ren laffen will, auch ohne ein Gesetz, das die? verordnete. Sein Platz im Theater sollte so gut sein, wie Vereines Wei ßen, wenn er dasür eben so viel bezahlen will. Er sollte eben so sicher vor roher Behandlung sein und ebkn so reinlich und nett behaust werden im Gasihose. Dem Süden ist jetzt eine großartige Ge legenheit dargeboten, seine Großmuth in ebenso Helles Licht zu stellen, a'.s früher seinen Muth. Er wird ohne Zweifel beweisen, daß er, obwohl er sich durch kein Gesetz zwingen lassen wollte, zu thun, was er für unrecht hielt, durch keine Aufhebung des Gesetze? bewogen werden kann, weniger als recht zu handeln." Nun, wir v?rdtn'S ja sehen. Oom LluSlande. Der letzte Fragekasten öeS berüchtigten französischen Hetzblattes AntlPrussten hat folgenden charakteri stischen Inhalt : .Ist eS wahr, daß die Magazine dn La Ville de St. DeniS in ihrenErkern ans Deutschland stammende Artikel ohne jede Scham auslegen? Die Thatsache ist unleugbar, wir haben eö gesehen, mit unsern eigenen Augen gesehen; wir bezeichnen hier als Beispiel besonders Artikel, welche dle Etiquette 'neS Nürnberger Hauses tragen. Ist es wahr, daß die VersicherungSgesell schast L Fonciere zum Subdirector einen gewissen Alban Noltz von preußischer Herkunft hat, der sich aber als na turalistrten Schweizer ausgibt? Ist es wahr, daß der Herr Hassenkamp ein Exlieutenant oder Unterlieutenant der Ulanen ist ? Ist eS wahr, daß der Herr DufreSne, Zuckerbäcker, einen geviffen Schilling?, welcher Preuße und aus Köln gebürtig ist, beschäftigt ? Ist es wahr,' daß der Herr Jacquet, Wein Händler zu Compiegne, einen geviffen Klein, Exsoldaten des Herrn , von BiSmarck, in seinen Diensten hat? Ist eS wahr, daß die Firma Grignon als Chef ihres Laboratoriums einen gewissen Ehester (Schäfser ?), von preußischer Abstammung, beschWgt?. Jst eS vahr
.atz die ElownS Orsani, im CircuS
VEte, preunischrr Herkunst und Ratio nalität sind? (Arme Clowns!) Ist eS wahr, daß der Herr Sthephsn Hirsch, Directeur deS HauseS Hevmann und Alexander de Saint Plerre.leS.Calais. Reserveossicler in der preußischen Armee ist und gegenwärtig den Manövern der deutschen Armee beiwohnt " In der PariserStudep. tenwelt lommt ein gymnastisches Spiel wieder in Ausnahme, da Ballspiel oder Ballschlagen. ,jeu de paurne. Schon Eaio trieb diese gymnastische Kurzweil aus dem MarSsrlde in Rom. Zur Zeit des AugustuS waren Virgil Horaz. Mäcen und andere künstlerische und literarisch: Giößen alZ Vallspieler berühmt. In Frankreich gab e ber?!tS im Jahre 1410 unter EharleZ V. einen solchen Baasaal. Zu allgemeinster Auf' nähme gelangte jedoch dieses Spiel unter Henri IV., welcher ein Meiste? in demselben war. Auch wurde zu seiner ?eit da? Ballnetz (rapuette) erfunden. Man spielte damals nicht blos zum Ver znügen, fondern auch um Geld, welches bei dem Valet de pauine," für den Gewinner hinterlege niu!e. Saqie doch einst lachend der he tr Aecrn?r als er sich den Gewinnst in semenHut schütten liek : Ventre-säirit-ris" (Älle Teufel .'). An diesem Gelde wenigflcnS werde ich Nichts verlieren, da es nicht durch die Hände meines Schatzmeisters geht." Im 18. Jahrhundert gab eS bereits eine. Menge solcher Ballsäle. Unter derWinzerbevöl kerung an dsr Mosel wird, von ver schiedenen landwirthschastlichen CasinoS ausgehend, eine Petition an den NeichS tag um gesetzliche Beschränkung der Weinfabrikation vorbereitet. Danach oll die Herstellung von Weinen, bei -reicher andere Bestandtheile alL Natur nein und Candiszucker zur Verwendung kommen, gänzlich verboten und ang? ordnet werden, daß überhaupt Weinver besserungen mittels ZiickerzufatzeS nur vom Tage der Weinlese ad bis zum ZahreZschlusse imWege der gewöhnlichen Jahrung des Mosteg vorgenommen werden dürfen I m ungarischen Abge ordnetenhause constituirte sich ein reichstäaiger antisemitischer Partei club". Mit der Leitung der Angelegen heilen der Partei und dcS Clubs wurde oorlSusig ein aus den Abgeordneten Jstoczy, Onody, Simonyi, Szell beste hendes Comite .betraut. Auch Nicht Abgeordnete können als außerordentliche Mitglieder in den Club eintreten. Die Antisemitenpartei und der Club sind auf dem Coalitionswege zustande gekommen; außerhalb derJudenfrage wird den Mit gliedern deS Clubs in allen politischen Fragen, namentlich in staatsrechtlichen Fragen, freie Hand gelassen. Vor zwei Jahren wäre die Bildung einer antisemitischen Partei an dem Gelächter deS Hauses gescheitert. Heute lacht Niemand mehr. In Fiume herrscht ge genwärtig eine lebhaste Agitation gegen den Gebrauch der ungarischen Sprache, welche als ein barbarisches Idiom hin gestellt wird, dessen Erlernung die größ ten Schwierigkeiten bereitet. Um dieses ad oculos zu demonstriren, werden rie sige Papierstreifen von einem halben Meter Länae und 17 Centimeter Breite vertheilt, auf welchen quer ungarische Wörter, dle, durch eine Reihe von Vor und Endsilben eingewickelt, sich ins Un endliche ausdehnen, abgedruckt sind. So stand auf einem diefer Placate daS Wort: ISSmoFSQLsdkellsiioddelcskllek.' Die bemerkt dazu: .Dieses fabel hafte Wort, welches soviel als .zu den unerlaubtesten Dingen gehörig" bedeu tet, ist durch eine Zusammenstellung ent standen, die in der ungarischen Sprache möglich wäre, gewiß aber noch nie gegraucht worden ist. ! Wie verlautet, wird die Verlängerung des steinen Belagerunge zustandes über das Hamburgische Staatsgebiet, Altona und einige andere umliegende preußische Bezirke nicht auss ein volles Jahr, sondern nur ' auf elf Monate oder genauer bis zum ZO.Sept.' 1881 ausgesprochen werden, an welchem Tage das Gesetz vom 31. Mai 1850, betreffend die authentische Erklärung und die GiltigkeitSdauer des Soziali stengesetzes von 1873, erlischt. Die gleiche Beschränkung würde dann die Verordnung wegen dS Berliner kleinen Belagerungszustandes treffen, der mit dem 29; November d. I. wieder verlän gert werden wird.' Damit tritt dieFra ge über die Fortdauer dieses GeseeS wieder in den Vordergrund und die Wahrscheinlichkeit spricht dasür, daß daS SozialisttN'Gesetz, beziehungsweise des sen Verlängerung aus mehrere Jahre, den politischen Kernpunkt der nächsten Session des ReiöZtagS bilden wird. Ein beträchtlich:? Theil der Fraktionen des Reichstags, und zwar nicht nur auf der linken Seite des Hauses, hat sich schon wiederholt prinzipiell gegen eine eitere Fortdauer des Sozta'.istengese heg ausgesprochen, und eö wäre von großer Bedeutung, wenn die Moforität der Volksvertretung die Fortdauer ab lehnen sollte. Manch: Anzeichen spre chen dasür, daß der Reichskanzler auS denselben Gründen, welche die Maßnahme veranlaßten, auch eine Verlönge rnng derselben über den ststgesetzten Zeitpunkt sür unbedingt - nothwendig hält. Ob er dzsür Zustimmung finden wird, ist eine andere Frage. Eine gesund eLektion erhielten jüngst zwei Schüler einer deut schen Stadt. Dikselben besuchten ein Gasthaus ineine? benachbartenOrtschast, rauchten dort mit überlegener Miene ih renGlimmstengel und foiderten mit lau ter Stimme fe einen großen Nordhöu ser. Der Wirth betrachtete sich einerr Augenblick die Bürschchen und ensernte sich, um anscheinend daS Gewünschte w holen. Nach einiger Zeit kam er zurück und setzte zwei Gläser Milchend vier 5iiebacke vor unsere Helden auf den isch. .So, das ist besser für Euch', i.für solche arüne Jungen wird kein Schnaps gebrannt !" Unter dem schal lenden Gelächter der Gäste räumten dieVejden das Feld.
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