Indiana Tribüne, Volume 6, Number 359, Indianapolis, Marion County, 15 September 1883 — Page 2

Zndiana Hriöüne. FSgliche- und Sonntags ans gaöe. Office: 120 O. Mary landstr.

Indianapolis, Ind., 15. September '83. 7s üv Stumpredner. Ein berühmter deutscher UniversUZis lkhrer. der seine Kathedervorträge nahezu 50 Jahre lang aus demselben Hefte abgelesen, hatte am Rande desselben an vielen Stellen bemerkt : .hier pflege ich einen Urnt) zu machen , und eZ ist vorge kommen, jfcas der Enkel noch den Großvater durch die Erzählung dieser Witze lebhast in sejne Studentenjahre zurückversetzte. An diese Thatsache wur den roir durch die Mittheilung erinnert. daß dieser Tage in New York ein Pott tiker bei der Versteigerung von Gegen ständen, die in Eisenbahnwagen zurück gelassen wurden, ein Vaket Manuscripte für 5 Cents erstanden hat, welche letztere sich als Predigten herausstellten. Auch sie tragen Bemerkungen am Rande, die dasGegentheil deS GSthe'schen: Ein Komödiant kann einen Pfarrer lehren" bestätigen. Da heißt eS z. B. : Hier pauv.zt ,ch und zähle in : Gedanken oi5 26-, .hier schlage ich auf daS Pult, daß es kracht .hier drucke ich d:e 3del inbrünstig an'S Herz," .hier lasse ich die Stimme zitternd ersterden und führe mein Taschentuch an die Augen", .die ersten Worte Mit aller Macht der Stimme gesprochen, den Schluß des Satzes gelispelt" u. s. w. Eine Bemer kung lautete: .Hier verdrehe ich die Augen", dieselbe war durchgestrichen und darunter stand : Ist gänzlich zu unterlassen, die Augen wären mir neulich bei nahe Neben geblieben. Der Politiker begriff sofort den Werth dieser Randbe merkungen ; "lag in ihnen nicht dieBürg schaft des Etfolgeö? Würden diese Re den, einfach und mit wenig Kunst vorgetragen, jemals den geringsten Eindruck gentachthaben? Ee glaubte zunächst, in Herrn Talmage den Verfasser der Pre digten erkennen zu müssen, kam aber hiervon zurück, da er Bemerkungen, wie: .hier schlage ich das rechte Bein über die Kanzelbrüstung," .hier verschwinde ich", hier werde ich complet verrückt" nicht , mehr vorfand. ' Um so höher schlug sein Herz, als er weiterhin entdeckte, daß der Verfasser der Predigten föt V.. H aVaMtiM Sv QTmVaj&I ittsiiiuiii in uit uii uiuuuji hatte, die nach einem vorher einstudirten Plane mitwirkten und itt der Form von Resxonsorien die innige Theilnahme der Zuhörer bekundeten. So stand am Rande: .Hier schreit Bruder John: glory," hier verfällt Schwester Daisy in ihre hysterischen Krampse," .hier ruft McArthur: Du hast a so recht, Bruder!" .hier schluchzt die ganze Gemeinde in abgerissenen Lauten : A m e n." tPin (Vtt'Ur fi rtrirf (rtfrtrl fnv hen Wertb dieses Verfahrens für Camvaanereden. Er ist damit bescböstiat. die erforderliche Anzahl Wardbummler emzuuben und em Hauptefiekt wird darin bestehen, daß, so oft er von derEhr' liükeit seiner Vaitei" fvriöt. donnern der Beifall losbricht. Wie so viele wichtige Entdeckungen, verdankt auch dieses einfache und scheinbar nahe lieaende Mittel dem Zufalle seine Einfuhrung in daS practische Leben. Aus w .? e . zayre yrnaus oho es oaiur sorgen, oav Niemand volitiscke Versammlunaen als langweilig bezeichnen kann. Redner, die nicht im Stande sind, durch die aus dem Öerun strömende Macht der Ueberzeugung die Herzen der Hörer zu fesseln und zu gewinnen, können den Schein bervoaubern. als ob sie mit der Ver sammlung, zu welcher sie sprechen, im v bettlickilen Ravvorte stünden. Das Mittel empfiehlt sich für Siumpredner aller Parteien und ein Temperenzler .. -! rr . m v . p.r lralnirr oereus ein uZeno vergossene Kerle, dan sie schon bei der bloßen ErMahnung des Wortes .Wein" seekrank werden. Sie ZwillingSstädte deö Nord Westens. Erst wenn der Reisende die Städte St. Paul und MinneapoliS verlassen hat. schreibt ein Theilnehmer an der Villard'schen Excursion an die Phil. r r minies , wenn er neu weniicy von dem Misnsndvi befindet, wird ihm vol. lig klar und bewußt, daß er sich in dem großen .orvweuen depnoet. Beioe ge nannte Städte strotzen von der sich drän enden und schiebenden EntwickeluNoS fräst, welche den Nordwesten belebt. Daneben macht sich jedoch eine Solidität im Geschält und in der aanttn Lebensweise der Bewohner geltend, die wir in oen Ansiedelungen anderer .neuer Länder" nickt finden. Interessant, ia für den Unbetheiligten geradezu belustigend ' ist die Rivalität beider Städte gegen einander: sie aremt mitunter aeradttu an wirkliche Feindseligkeit. Als wir die Grenze von Mmnesota paxt hatten, wandten wir unS Zlunächst nach dem toun " dervollen See Minnetonka, 25 Meilen von St. Paul. Hier erlebten wir im .5atelLZasadette Stunden wirklicher Er- ' holung und Ersrischung. deren ein Jeder trotz der großartigen Bequemlichkeiten, nn denen wir umaeben sind, bedürfte. Die Eifersüchtelei zwischen St. Paul und MinneapoliS zeigte sich auch in dem großartlgen empfange, den zeoe oer beiden Städte uns veranstaltete. In St. Paul waren die Borbereitungen so ge trotten, dafc der aanze Empfang in stiftn zender und wohlthuend geordneter Weise verlief. MinneapoliS wollte die Schwesterttadt' noch überbieten, zeigte sich in seinem vollsten Glänze, aber es war leine , . ' . (W . tt niictt.tn oem aanzen Arranaemenr. Auch zu einem gemeinschaftlichen Banket lieb eö die Eifersucht beider Städte nicht kommen, es mußte doppelt gegessen und geredtt erden. New York spielt für jetzt im Nordttjtw noch so gut wie keine Rolle, die

Zeitungen, mit denen wir, wie mit Al lem und Jedem aus's reichlichste versehen

werden, schenken keinem Punkte östlich. von Chicago eingehende Beachtung. Unter den Amerikanern, die an der E:vedidition Theil nehmen, sind die Bostoner die anspruchsvollsten Gäste, sie sind beinahe so schlimm wie die Europäer, namentlich' die Engländer. Bei einem Zuge, der so lang ist, daß er mitunter m verschiedenen Abtheilungen befördert werden muß, ist eö gar nicht zu verwundern, daß mitunter ÄZagenwech sei und sonstige Veränderungen in der Eintheilung der Gesellschaft vorkommen. Der Bostoner besteht, so viel er kann darauf, sein bestimmtes Bett, seinen be- . ' i T. sraFnvprri stimmten euncr uno oie vjKjeuiajaji, der er sich ursprünglich angeschlosien bat, yd behalten. Der unverschämteste PaÖ w tr n - . 4. . t tron unter auen &aztn in oer zan o QASlow, ein echt englischer Flegel, der sich selbst eingeladen hat und für sich und Ch'tinin Yft?nfirtf nfT?n in an HiliyV iVVW UUUII VilVl Waaen beansprucht. Doch über diesen Narren haben sich sämmtliche Berichterstatter die Federn schon stumpf geschneben und den übrigen Gästen macht der Kerl Spaß. " Unvergleichlich ist der Eindruck, den das fruchtbare Thal des Red River des Nordens macht. Der Blick schweift über ungeheure, baumlose Flachen, endlose Weizenfelder, an die. sich die grüne Prairie anschließt, die in weiter Ferne in mattblauer Färbung sich mit dem Hori zonte vermischt. Nächst St. Paul und MinneapoliS bat jedenfalls Fargo die bedeutendste Zukunft; es hat zur Zeit 11,000 Ein wohner, verdoppelt feine Bevölkerung aber zedes Jahr und verzehnfacht den Preis der Bauplätze in der Stadt alle 6 Monate. ES ver pricht das Ee chS tscentru'.a des NordwestenS zu werden. Naflenreinheie. 'l,r dcm Nationalvcrein für Kelell fchaftZwissenschaft, der kürzlich in Saratoga tagte, kam auch die Frage der Rasscnvermischung in den Ver. Staaten zur Sprache. Vrosesior Gardiner vom öamiltonEollea'e kielt eine Rede au Gunsten der Erhaltung der Rassenreinheit und scheint auch keinen Widerspruch gesunden zu hoben. Leider hat er in dessen nicht angegeben, mit welchen Mitt rvfc m m am lem er oie naZMvermiscyung-zu verdaten gedenkt. Daß sie nicht aus dem Wege oer Veseßgevung verhindert werden kann, ist jedenfalls sicher. Es bat ZU allen leiten Länder atnt ben, in denen Völker verschiedener Rasie nebeneinander lebten, ohne sich zu vermischen. In solchen Fällen waren und nnd aber stets unterschiede m der polltischen oder religiösen Stellung der ver schiedenen Stämme an deren Absonde rung von einander schuld. Der eine Stamm beherrscht entweder den anderen, behandelt die Angehörigen desselben als Sklaven und verachtet sii. oder aber die reiigiösen Berichiedenheiten sind so groß, daß eine Annäherung nicht angängig ist. Beide Factoren zusammen wirkm z. B. in Midien. Gewisse VolkLstämtne gelten dort zugleich als nieorig und als unrein, und eine Vermilchung der ehemals herrschenden und reinen Stämme mit ihyen gehört zu den Unmöglichkeiten. Selbst wenn die Nebeneinanderwobnenden derselbenRaffe sind, Vie z. B. die Araber und Eastllianer veice lauiajljchkr Nasse waren, ge nügt der bloße religiöse Unterschied, sie von einander zu trennen. &o daben sich auch die Juden unter kaukasischen Völkern ebenso rein erhalten, wie unter äthiopischen. In den .Ver. Staaten aiebt es weder eine gesetzlich, noch eine religiös untergeordnete Rasse. Die Indianer sind allerdings noch Mündel der Nation, weil sie biZber im Communismus und in Stämmen lebten, sobald sie indessen als Individuen aufzutreten aeneiat und ihren Unterhalt durch Arbeit zu verdienen gewillt sind, werden sie zu Bürgern gemacht werden. Wie viele reinblütiaIndianer es noch giebt,' läßt sich schwer ermitteln, sicher ist indessen, daß ihre Zahl sich schnell vermindert. Die Hab C.Al 4! n.i B ..'s. cm - l r iuuj; uicu uicic Weiße oazu, sily mit SauawS ZiU verbeiratben. weil Ne durch eine solche Ehe StammeSmitglie der wurden, umsonst beliebige Strecken Landes und außerdem noch RegierungS ranonen eryielten. In diesem Falle hatte die Abschließung der Indianer nicht nur nicht die Reinerhaltung der selben zur Folge, sondern geradezu daS Vegenlyeu. Waren die Nothhäute inzeln angesiedelt, so würde eö weißen Männern schwerlich einfallen, mit Vorov: ' . , . . iuvz nvianerinnen zu wayien. wit Schönbeit der lekteren wird allerdinas von einigen Romantikern gepriesen, ist W WM VT mi . aver in irüiqreit außerordentlich selten zu finden, und waS die Reinlichkeit der indianischen Damen und ihre unbe zwlngllche Neigung zum SchnappSsuffe betrifft, so-braucht man darüber nicht viele Worte zu verlieren. Jedenfalls wird die kenchyeit nicht veredelt, wenn kaukasische Männer kupferfarbigeFrauen ehelichen. Die Neger sind bereits so vermischt, daß man sie gar nicht mehr Neger, sondern nur.noch Farbige nennt. Sie spielen in der That sowiaaen in allenSckat, tirungen, und selbst die schwärzesten unier lynen weisen yaustg einen Typus auf, der auf eine starke Verdünnung des äthiopischen Blutes schließen läßt. Trotz, dem-sind eigentliche Ehen zwischen Kau lasiern und Aetbioviern noch irfat vtr hältnißmüßig selten, während sie früher Ml gar Ntcyl vorkamen. ES läßt sich daher wohl behaupten, dak die Verdün nung der äthiopischen Rasse auf die liaverel zurückzuführen ist. Die Negerfrau war nicht verrin ibrer Werian und kannte die Keuschheit allerhöchstenS nur oem Marsen nach. Natürlich lassen li oie Nachwirkungen dieser Zustand r.ich: im Handumdrehen verwisS e.' Es vird nun behauptet, daß die schwarze Rasse nach Aushebung der Sklaverei vollends in der weiken auf gehen werde, weil weder politische noch religiöse Unterschiede mischen beiden vorhanden sind. Nun sind die Nege?

oder Farbigen allerdings Bürger und 4 4aaaaa.aAa irf. .&rAU c . ir w .

uuuy uyciiuiuuc uyuuen, avlr oeioe Eigenschasten zusammengenommen ver leihen ihnen kein höheres gesellschastlicheö Ansehen. Statt nachzulassen, ist das gesellschaftliche Vorurtheil gegen sie eher im Wachsen begriffen. Selbst wenn sie noch so hell sind, werden sie von den Weißen" nicht als gleichstehend angesehen, sondern den Niggern" eingereiht. Gesetzliche Verbindungen zwischen Weißen und Farbigen stoßen auf gerade so großen Wider stand, wie etwa Ehen zwischen Aramahnen und Heiden. ES ist sogar schon vorgekommen, daß Neger gelyncht wur den, die weiße Mädchen mit dcren Zupimmung geheirathet hatten. Unter diesen Umständen ist nicht entfernt daran zu denken, daß Mischehen zwischen den beiden Nassen in der absehbaren Zukunst die Regel werden könnten. WaS nun aber die ungesetzlichen Verbindungen anbetrifft.so werden dieselben natürlich in demselben Grade seltener werden, in dem die Negerfrauen höhere sittliche Anschauungen gewinnen. Schon jetzt beginnen sie, ein gesetzlich unstattHaftes Verhältniß, das voraussichtlich nie zur Ehe führen kann, auch moralisch zu verabscheuen, und je mehr der Bil dungSgrad der Farbigen steigt, je mehr ihre Äermögensverhältnilje sich verbeslern und damit wiederum ihr Stolz wächst, um so höher werden farbige Frauen und Mädchen ihre Tugend veranschlagen. ES ist nicht immer statthast, aus der Vergangenheit und Gegen wart Schlüsse aus die Zukunft zu ziehen. Daß gegenwärtig die meisten Farbigen Mischlinge sind, beweist noch lange nicht, daß fortan der Vermischungsprozeß in demselben Grade fortgesetzt oder arg noch beschleunigt werden wird. Zu wünschen wäre da? jedenfalls nicht, wt unangenehm auch oie Rasienverschledenheiten in einem auf allgemeiner Rechtsgleichheit beruhendenStaate sein mögen. Die kaukasi che Raste wird durch Aer mi chung mit der äthiopischen entschiede, verschlechtert. Die Vorgänge in Kroatien und Ungarn. Die Bewegung in Aaram und in ganz Kroatien hatte Ende vor. Mon. den Charakter einer wirklichen Revolution angenommen und offenbarte einen fslchen Abgrund von Haß gegen Ungarn, wie ihn Niemand vermuthet hatte. In Karlstadt wurden Ende vor. Mon. die Wappenschilder, deren ungarische Um schrift bei einem früheren Krawalle mit Farbe überstrichen worden war, herab gerissen. Dasselbe geschah in Bistritza und der Burgermilster und der Ge memdenotar wurden bei dieser Gelegen heit von dem Pöbel erschlagen. Die blutigen Ereignisse ,n Ungarn, welche unter dem Vorwande einer gegen die Juden gerichteten Bewegung in Zola-EgerSzeg, am Sitze des KomitateS lsranz Veal'S, vorgekommen sind, wer den ebenfalls aus die Aufwieaelunaen kroatischer Agitatoren zurückgeführt, welche zunächst gegen die Jsraeliten hetzren und sen Bauern vorspiegelten, die .Herren" und die Behörden seien mit der Unterdrückung und Vertreibung der Jsraeliten einverstanden, das Militär wurde nur zum Schein aufgeboten und werde lediglich blind schießen. Als die Soldaten dann schössen und sogarTodte unv Bervunoete erollllt wurden, ertön ten auf ernmal die Rufe: Jetzt nieder mit. den Herren, jetzt sollen die Herren auch nicht verschont werden ! Die sollen es bezahlen !" Man bekt die Bauern aeaen die 3u den und überläßt es ihnen, die Lehre vann weiter zn appliziren. Wenn dem nicht rasch Halt geboten wird, ist die Folge yar nicht mehr abzusehen. Der Hergang der Ereignisse wird von der Zeitung EgyeterteS" folgendermaßen erzählt: Am 26. August gab es eine vchlagere, zwi chen zwer Juden und einem Christen. Ein christlicher Knabe hatte ein Spottlied auf die Juden aejungen, ern Jude prügelte ihn dafür durch. Der Vater des Knaben suchte . . den Juden aus; eö entstand eine Raufe ? - . 7 &. , IV IM . rci, oer weiwer oer lion t mir emem Messer leicht verwundet wurde. Am Abend versammelten sich nun die Gesellen und schlugen Zahlreichen Juden die Fenster ein. Mehrere Gesellen wur den verhastet. Am folgenden Taae er k!.. V!. cm.:n Inletten uic meiner veim Vluyiriailer und forderten die ffreuassuna der Ge sellen. drohend.es würden sonst Abends schreckliche Dinge geschehen. Die Frei lassung wurde verweigert, dagegen von n...:. o . rr . r . . . umjau inc Compagnie oioaren rett . p - . grapyi,cy veneut. Die Soldaten wollten bei ihrer An kunft sofort die auf dem Stadtbaus ae fangen gehaltenen Gesellen nach dem Eymitatsgesängniß führen: diese erklärten aber, solche Schmack nickt ertra gen zu wollen und wollten nicht folgen. )3, not! naym inzwischen eme dro hende Haltung an und versuchte, die Soldaten mit einem Steinhagel zu ver treiben. Der Hauvtmann comman dirte : Gewehre laden!" ließ Sturm diaje und o Kamps begann zwischen oem Ä0lie uno den voldaten. Nun geht, Mann gegen Mann, der amps los ; auf beiden Seiten giebt es zahlreiche Verwundete, worauf der VSdel, nachdem er noch alle Fenster des Stadthauses eingeschlagen, sich ziurück zieht. Jetzt werden auf Intervention OQn.. k t . T . e r vnuguui outucc uic gefangenen srer gelassen und die Ruhe wieder im Stadt hause hergestellt.' Inzwischen verwüstete der Pöbel an anderenQrten alle Säuser und Läden der Juden. Es wurde geraubt, geplündert und der Rest zer schlagen. Soldaten und Polizisten zo gen sich zurück und der Hauvtmann er klärt dem Vicegespan, er sei unsähig, mit so kleiner Macht solchem Ausstande zu begegnen, woraus, aus Kanisza neue Truppen begehrt und sofort geschickt wurden. ' Während deö Tumultes uollte. der Pöbel die Gefängnisse sprengen und die vtrastmge ttellalsen, waS aber verbm dert wurde. Zwei Menschen kamen um'S Leben, . darunter ein armer, krummer " mm m mt mm? -m:ann, oerzicy zuiaulgaui oer kratze

befand. Bei dem Streit um die Beule ,

geriethen die Meuterer häusig selbst mit einander in'sHandgemenge, und auch so amen Verwundungen vor. AmSamSag kamen Bauern aus der Umgegend, ffenbar emcr einheitlichen Fuhruna gehorchend, nach der Stadt, mit Aexten nd sonstigen Mordwerkzeugen versehen. Am Abend begann plötzlich, trotzdem auf allen gefährdeten Posten Solduten aufgestellt waren, das Rauben neuerdingS, wobei ein christlicher Fleischladen erbrochen und ganz ausgeplündert wurde. Mehrere Verwundungen kamen vor und der Pöbel nahm seine Verwundeten ganz egelrecht mit sich und ließ nur selten Jemand aus dem Platz. Bei dieser Ge egenhert ertönte plötzlich von allen Seien der Ruf : Jetzt gehen wir auf die Herren los ! Wir schonen Niemanden mehr!" Und diesen anarchischen Geist ann Ungarn, das konstitutionelle, auf der Basis der Freiheit ruhende" Ungarn nur mittels Panduren und Belage rungSzustand niederhalten. Ein'Hundeyotel. Pat Dugan in Philadelphia hält ein Kost- und LogirhauS für Hunde ; es ist ein Hotel ersten Ranges, in dem nur diejenigen Freunde der Menschen Aufnähme finden, für welche mindesten der Betrag von 52.00 wöchentlich an schnö dem Mammon entrichtet wird. DaS HauS wird namentlich von den Besitzern sicher oter protegirt, deren Wohnungen für die großen, aber meist dummen Hunde zu klein sind; die Damen setzen eS immer durch, daß ihre Lieblinge, die Schookhunde, ich der Annehmlichkeiten des Familienlebens erfreuen. Die Kost der Insassen des Hotels besteht meist auS den Abfällen der Schweme-Schläch ercicn und interessant ist die angebliche Erfahrung des AesikerS, daß seit 20 Jahren keiner seiner Kostgänger von der Tollwuth befallen worden ist. ' Früher hielt Pat ein Etablissement derselben Art m der Bundeshauptstadt; dort hat ihm em sibirischer Bluthund eines AttacheS der russischen Gesandtschaft viel Geld gekostet. Der Diplomat hat ihm während seines 6 monatlichen Urlaubs den Hund für ein Kostgeld von $5 00 wöchentlich unter der Bedingung ander traut, daß das Vieh täglich eine lebendige fette Katze als Mahlzeit erhielte. Im Anfang waren derartige Katzen für 5 und 10 Cents, später in Folge deö Einschreitens des Thierschuh Vereins, kaum für $1.00 zu haben. Außerdem iß der Cavalier für die beiden letzten Mz nate daS Kostgeld schuldig geblieben. Frau Redfield in Middletown, Jll., halte lm vorigen Herbste eine Calla oder Drachenwurz aus dem Lande auSgehoben und in einen Blumentopf gesetzt, um die Pflanze imZimmer zu überwintern. Mit der Erde war eine kleine Kröte in den Topf gekommen, die währenddes Winters außerordentlich zahm und zuthulich wurde. Dieser Tage hatte man den Blumenstock im Garten in die Sonne gesetzt. Die Kröte marschirte heraus und kam bald daraus mit KJt v ...r einer anoeren zuruu, mi ucs juuumui sie ihr altes Quartier in dem Blumen lovse bezog. Offenbar hat die Kröte lm Garten ein liebendes Herz gesunden. diesem von seiner schönen Wmterwoh. nung erzählt und beide haben sich nunmehr zusammen häuslich eingerichtet. Auch ein Fall, in dem sich sehen und lie ben Eins war. Vom Inland. Alle Leute über Sechzig, die in den kleinen Städten und Dörfern des Dearsield-Thales in Massachusetts wohnen, pflegen allzährlich im Septem ber ziusammemukommen. ein paarStun den von ihrer Jugend plaudern und sich sonst zu amüsiren. In voriger Woche fand diese Zusammenkunst in der AusstellungShalle in Charlemont statt. Ueber 500 hatten sich eingefunden. Die Achtziger faßen in der Mitte der Halle auf Schaukelstühlen, um sie reihten sich die Stebenztger und dann kamen die vech ziger. Alle in bunter Reihe. Die letzteren wurden gebührendermaßen als Gelbschnäbel behandelt. Dem Herkom men gemäß sangen dieAchtziger ein altes Lied, dann gab es Concertmusik und l ' r t f. - . trove unleroailuna uno iouicriiq) ein opulentes Abendessen, bei dem derer ge dacht wurde, die noch vor einem Jahre, beuer aber nicht mehr an der Feier Theil nahmen. Auch das Leben in den Neu England Staaten hat seine poetischen Zuge. Die drei,ebn Kamillen Pfälzer, welche am 6. Oktober 1683 in Philadelphia landeten, welches damals auL drei oder vier Hütten bestand, wa ren keineswegs die ersten Deutschen, die nach Amerika kamen, ihre Ankunft ver dient aber gefeiert zu werden, weil sie die erste rein deutsche Niederlassung Germantown gründeten. Schon seit 1609 hatten die Holländer in New York, welches damals bekanntlich Neu Amster dam hieß, Deutsche theils importirt, theils willkommen geheißen und während de! dreißigjährigen Krieges kamen die Deutschen nicht vereinzelt, fondern in Schaaren. In der vom König Gustav Adolf 1630 angelegten schwedischen Colonie in New Jersey und Delaware, die später von den Engländern zerstört wurde, lebten viele Deutsche. Der im Jahre 1683 gegründeten deutschen Niederlassung gereicht es zur höchsten Ehre, daö die Gründer sofort eine Erklärung erließen, in der sie die Negersklaverei mißbilligten und die Quäker in der Penn'schen Colonie ersuchten,ihre Sklaven freizugeben. Ein von denselben Männern in der Legislatur gestellter Antrag, die deutsche Sprache zur öffent lichen zu erklären, blieb mit einer Stimme einer deutschen in der Minori tät. Auf die Verdienste der eingewanderten Deutschen im Unabhängigkeits kriege können wir Deutschamerikaner für alle Zeiten stolz sein. Der Farmer Beter E.Vose in:Maine besitzt die Urkunde, laut deren die Indianer einem seiner Vorsahren eine große Strecke Landes in Charbora, Mass., abgetreten haben. Dieselbe ist 120 Jahre alt und von sieben Indianer-

Häuptlingen mit deren Handzeichen un-1 . 5 4 V ft...li! V .

lerzeimner ; nur oer yaupliing zoyn MagnuS konnte damals schon seinen Namen unterschreiben und hat dies auch auf der Urkunde gethan. Der 60jährige Samuel B. Hill in North Andover, Mass., träumte neulich, er sei gestorben. Aengstige Dich nicht, Träume sind Schäume sagte er am Morgen zu seiner Frau, der er lachend den Traum erzählte. Am nächsten Tage um 5 Uhr früh wurde die Frau durch die schweren Athemzüge ihres Mannes geweckt, sie fand denselben be wußtloS, schickte nach einem Arzte, aber, ehe dieser kam, war Hill verschieden. Wenn gar kein Traum eintreffen sollte, so wäre dies die. einzige Regel, die keine Ausnahme hat. Zwei der bekannten, von den Kindern als Spielzeug, benutzten. mit WasserstösfgaS gefüllten Ballons! verwickelten sich neulich mit ihren Fäden ! in die Bandet deS HuteS einer Dame in Chlco, Nev., und entführten die duftige Kopsbedeckung, bic $20 gekostet hat, aus nimmerw!?oerieyen. N o r e m a c, der Da Verläufe?, dessen Ehefrau vor ganz kurzer Zeit ermordet worden ist, nimmt in Baltimore an einem Preiswettlaufen Theil. Man sieht hieraus, daß der Mann sich selbst durch die schwersten SchicksalSschläge nicht abhalten läßt, seinen Geschäften nachzugehen. Die Stadt New OrleanS. aus welcher wir fast nur Schlimmes 'zu hören pflegen,, rühmt sich auch einmal eines wichtigen Fortschritts. Dre LeveeS oder Flußdämme und Werften derStadt haben der letzten großen Fluth erfolgreich widerstanden und sind seitdem noch weiter so verbessert worden, daß dem großen Handels-Jnteresse, welches sich daselbst concentrirt, volle Sicherheit geboten scheint. Im Staate Geogia herrscht große Nachkrage nach faulen Eiern ; an vielen Orten halten daselbst Mormonenprediger ihre niederträchtigen Vorträge. Texas besitzt 6139 Meilen Eisenbahn. DaS ist nicht viel im Vergleich zu seine? Größe ; denn es bildet den vierzehnten Theil der Bodenfläche de? Ve?. Staaten, welche 120,000 Meilen ausweisen. Abe? es ist erstaunlich viel im Bet?acht dessen, daß de? Eisenbahnbau in Texas später begonnen hat, als fast in jedem andern Staate, und daß er weit überwiegend nicht mit texz. nischem Capital bestritten worden ist. Die Cultur der Rose h a t sich in Georgia zu einer blühenden Industrie entwickelt. Zwei Farmer haben in diesem Jahre 22,000 Rosenbäumchen nach dem Norden verkaust und können weitere Bezteuungen aus öu,uix) nur zum kleinsten Theile aussühren. Die Stämmchen werden mit $10 bis 20 pro Hundert verkaust. In der Umgebung vSL Rockingham, N. C., tritt das Durchbrennen junger weißer Mädchen mit Negern epidemisch auf. In den letzten Wochen sind fechs derartige Fälle vor gekommen. Die Farmer drohen, jeden Farbigen, der sich' mit einem weißen Mädchen verheiratet, ode? ein solches zur Flucht verleitet, zu lynchen. . Der neueste Schwindelin den Hotels der Seebäder besteht darin, daß zwei elegant gekleidete Bummler d!t Bekanntschaft der männlichen Gäste fuchen und daö Gespräch aus das Körper gewicht bringen.. Einer von ihnen wet' tet, daß er schwerer sei, a.S ein Mann, der bedeutend größer und beleibter ist. Die Wage des Hotels entscheidet für den, der die Wette angeboten- hatte. Die Kerle tragen Unterkleider von starkem Blei,, die den Körperformen vollkommen angepaßt sind. Indem StädtckenHarfor, N. V., hat neulich die Organistin Anna Davis mehrere offene Briefschaften aus der Bank vor der Orgel liegen lassen, welchem Chissreschrist geschrieben sind. Ein Diacon fand dieselben und den dabei liegenden Schlüssel. Die Entzifferung der Briese ergab, daß dieselben von dem Baptistenprediger Watson herrüh ren und ein Verhältniß von solcher. Gemeinheit enthüllen, daß Briesschreiber und Adressatin sofort entlassen wurden. Mehrere farbige Delegaten des Staates Georgia zu der am 24. dss. Mt. in LouiSville, Ky , ststlsin. den National-Convention der Farbigen haben schon jetzt in den ersten Hotels der Stadt die besten vorhandenen Zimmer im Voraus bestellt. Die Hotelbesitzer erklären, daß sie aus Rücksicht auf ihre weißen Gäste den Farbigen keine Aus nähme in ihren Gasthäusern gewähren könn.- Eine Anzahl Processe ist in Ansucht. . Vom SluSlande. Ueber d i e Verbreitung des DeutichthumS im Kreise Kolma? und überhaupt in der Provinz Posen wird auS der Gegend von Samotschin geschrieben : Wo die polnischeBevölkerung noch in compacte? Masse vorhanden ist, dort ist' die Widerstandskrast derselben größer und der Einfluß des DeutschthumS geringer;' wo aber unsere Reihen gelichtet sind und wo die polnische Bevölkerung sich nicht an den'polnischen Eoelhof anlehnen kann, dort ist der Germanisirung Thür und Thor geöffnet. Die polnische Bevölkerung, die dort den Muth verloren hat. thut ihrerseitS Alles, um sich die Gunst der Be amten zu erwerben, und das führt sie um so leichjer zur Germanisirung, alS dort auch in Schule und Kirche die polnische Sprache wenig oder gar keine Berücksichtigung findet. In den nördlichen Kreisen des GroßherzogthumS vollzieht sich der GermanifirungSproze ununterbrochen mit unerbittlicher Confequenz und deshalb mit um so sichererem Erfolg. Beweis dafür sind viele Ortschaften. Niemand wird leugnen, daß Chodzesen (ffolmar) eine echt polnische Vergangenheit hat, und doch wird in Familien mit echt polnischen Namen nur noch deutsch gesprochen. Die jünaeren Generationen der Markiewicz'S, Plu-

cinSki'S. BuzalSki'S, Nawrscli'S, (Sruszcynski's, Kolanowski's, Jarocki's, BaginSki'S, Paprzycki'S, Rybacki'6 .sind germanisirt. Dieser GermanisirungSProceß hat sich unter den Augen der Geistlichen vollzogen. Wie in Kolmar, so ist auch in Samotschin der polnische Sprachunterricht aus der Schule vollständig verbannt." Ueber die Herbstaussich, ten im Rauenthal wird unterm 25. Aug. berichtet : Die jetzige sonnige und heiße Witterung ist in erster Linie ein Segen sür den Winzer. Der Wein hat durch die vorausgegangene nasse und kühle Temperatur merkwürdiger Weise nicht gelitten. Die heißen Wochen de Juni und Juli hatten denselben so weit ent wickelt, daß er trotz der langen Regenzeit stch nicht im Rückstände befindet. Man

hofft allgemein, insbesondere im Rhein-' gau, aus ein befriedigendes Ergebniß, und zwar hinsichtlich der Qualität wie der Quantität. In letzterer Beziehung rechnet man durchschnittlich auf einen halben Herbst. Da man unter einem ganzen Herbst das höchste Man des Ertrage degreist, so würde ein halber Herbst also immerhin ein verhältnißmä ßig sehr günstiges Resultat sein. ES ist allerdings auch hohe Zeit, dafc der Winzer endlich einmal einen G.winn aus seiner mühevollen Arbeit erzielt. Die voraufoegangenen vielen ungünstigen - M . ""Wrf" ... W Jayre yaven oen großen jliu oer kleineren Leute so sehr in Schulden gestürzt, daß der Werth der Grundstücke bedeutend gesunken ist, und daß man vielfach den völligen Untergang des kleineren Grunobesitzes besürchtet.venn man nicht durch eineReibe von besserenJahren den letzt en in denS?and setzt,seine eingegangenen Verpflichtungen zu lösen. Noch günstiger als der Wein steht das Obst. Apfel und Birnbäume sind fast überall im Rheingau und in der Provinz Nassau so sehr mit Früchten beladen, daß die schweren Zweige mit Stöcken gestützt werden müssen, um sie vor der Gefahr deö AbbrechenS zu schützen. Aus einer Wanderung von Rüdesheim übcrRauenthal, Schlangenbad bis Wiesbaden waren nicht selten 10 bis 12 solcher Stützen an einem einzigen Apselbaume zu sehen. Wenn also sür den Traubenwein mittle rer Herbst zu erwarten ist, so stehen die Aussichten für den Apfelwein noch bedeutend günstiger. I n R o o s b e ck, e i n e r Ortschast in Vörkshire, England, wo viel Bergbau getrieben wird, fand am 20. Augu?i in Folge von Bergbausrbeiten eine gewaltige Bodensenkung statt, durch welche im Ganzen 50 bis 60 Häuser zerstört wurden. Die Einwohner, von der Gefahr rechtzeitig unterrichtet, halten ihre Wohnungen verlassen, so daß keine Unfälle zu beklagen sind; doch haben viele Mobiliar und Effekten eingebüßt. In derSteinlach in Würt temberg hat sich in der letzten Zeit die Jugend auf einen eigenthümlichen Industriezweiq geworfen : das Schneckensuchen. Ganze Wagenladungen mit 500 700,000 häuSchentragenden Schnecken gehen in's Oberland, um größtentheils nach Wien. Pest und der unteren Donau verschifft zu werden. Für daS Hundert werden von den Händlern 10 Pfennig bezahlt. - Anläßlich des d eutf ch e n s Sängerbundfestes in Leitmeritz in Böhmen hatte das Comlte auch den Dlchtkr Victor v. Scheffel eingeladen, an dem selben theilzunehmen. Der Poet b:antwartete die Einladung mit folgendem Schreiben: herzlichen Dank! Bin leide-: nicht mehr so mobil, um eineSängerfahrt zu thun, lege als stellvertretend mein Lichtbild (Photographie) ein und hosse, daß dereinst Deutsche und Böhmen, wenn die nationalen Hrtzereien selig eingeschlafen sind, ebenso friedlich wettsingen, wie deutsche und sranzösische Schweizer im gemeinsamen Wetteifer der sangeskunst. Ergebenst Dr. v. Scheffel. M i t einer für militäri sche Zwecks interessanten Erfindung follen auf dem Artillerieschießplai) zu Te- ' ael demnächst größere vraktische Versuche vorgenommen werden. Ueber die Ersindung, die LusttreibtorpedoZ genannt wird, erfahrt man das Folgende : .Die Luittreibtorvedos sollen bei Belaoerunu von Land- und Seefestungen in der Art Verwendung finden, dak mittelst derselben seitens der Belagere: größere Svrcnaaeschosie in die Zestunaen aewor. fen und dadurch bedeutende Explosionen c.i:i v. rs : . - rr i' . . ocrouu luciucn. juw uugemeinenyauplbestandtheile der LusttreibtorpedoS sind: Ein Luftballon, besten Tragkraft dem zu.befördernden Quantum Dynamit entsprechen r utz, und dcfzen Tauverk statt der Gondel ein kleiner Kasten befeftigt ist. Dieser letztere enthält daS sogenannte Auslösungswerk, an dessen ot.:t v ii' y. . s v " uuicicui c.ycuc VUL clgri.lllHk, US oun nem Kupferblech hergestellte Torpedoaefaß angebracht ist,, welches 10 bis 20 Ztr. Dynamit enthält. Der diesen' Apparat tragende Ballon wird, nachdem die Füllung mit Wasserstossgas beendigt ist, in Kanonenschußweitc von der Festung ab Hochgelasien, nachdem der Auftrieb" derartig regulirt ist, daß der Ballon nur in die Höhe der beabsichtigten Lustströmung steigt, deren Richtung durch einen kleinen ProbeBallon vorder festgestellt worden ist. Wenn der Torpedo-Apparat in der Richtung der Strömung' dem Centrum der Festung gegenüber abgelassen wird, so muß er schließlich während seines JlugeS durch die Lust den FestungScomplex bestreichen. In dem Augenblick, wo der Ballon über der Festung schwebt, wird, vom Abgangsorte des Torpedo- auS die Ab lösung deS TorpedogesäßeS bewirkt uid zwar entweder durch ein eigenthümlich construirtes elektrisches Kabel, oder eine sogenannte . AuslösungSleine. Gleichzeitig mit dem Herabfallen deS Torpe doS öffnet sich durch einen sinnreichen Mechanismus daS Ventil deS Ballons ein wenig und behält diese Lage bei. Diese Maßregel ist nöthig, damit der um mehrere Zentner entlastete und in Folge dessen jäh steigende Ballon vor dem Zerplatzen gesichert ist und nach einem gewiffen Zeitraume langsam zu? Erde schwebt.