Indiana Tribüne, Volume 6, Number 352, Indianapolis, Marion County, 8 September 1883 — Page 2

ndiana Hribüne.

FSglilZk und SsnulagsausgaSe fflce: ISvL.Marylandstr Indianapolis, Ind., 8 September '83. Der Freund der Liebenden. . Squitt Epb Keigv'm von Jndiana ist ' wegen seiner Bereitwilligkeit, verliebten .Paaren , in den. Ehehimmel hinein zu helfen, weit und breit im Lande bekannt. Er scheint vie geschaffen zu diesem Ge schäste. sein freundlich-ehrwürdigeS Aeußere flößt Vertrauen ein, er macht es t den Paaren, die vor ihn treten und ost , außerordentlich schüchtern . sind, leicht, handelt nach dem Grundsatze, daß bei der Eheschließung Kürze eine Tugend sei und traut aus Liebhaberei, also, wenn S sein muß, auch unentgeltlich. Die Trauung durchgebrannter Paare ist geOiZsermaßen seine Specialität und er hat vielleicht in diesem Fache mehr Ersah rung, als irgend ein anderer Sqüire im ganzen Lande. Kürzlich hat er während eines kurzen Aufenthaltes in Louisville, Ky. einiges aus seinem reichen Schatze zum Bksten gegeben. .In den letzten fünf Jahren allein habe ich 463 sogenannte durchgebrannte Brautpaare getraut. Arme und Reiche, Alte und Junge, Schwarze und Weiöe, Häßliche, und Schöne, Gute und Böse babe ich verbunden und so zahlreiche. Ehen, die ich geschlossen, bis zu ihrem Ende verfolgt, daß ich mich oft unwill kürlich darüber ertappe, wie ich mir den Lebensgang des einen oder anderen Paares zurechtlege und ausmale. Das ' Gesetz weist mich nur an. Niemand zu ' .trauen, der nicht im Bes.tze des vorge schrieb'nen HeirathSerlaubnißscheineS ist. Freilich geht es bei Erlangung eines solchkn oft merkwürdig ZU. Im vorigen Winter kamen ein paar blutjunge Leute auS Kentucky in das Bureau des ClerkS, der die Licenzen auszustellen hat. ES war bitter kalt und der Kutscher, der daS ! Paar gefahren hatte, trat mit ihnen in -das Bureau, um sich zu erwärmen; ich - war dort in anderen Geschäften. Die Fraqe nach dem Alter beantvortete'der Bräutigam mit 22, die Braut mit 17 Jahre alt und dabei wurde sie och roth bis unter die Haare. Da können Sie keinen Schein erhalten, entschied der Clerk, wenn Sie nicht 18 Jahre alt sind, absolut nicht, da beißt ' die MauZ keinen Faden .Wenn ich nicht getraut werden kann, bin ich entkhrt; stammelte das Mädchen, ich Im schon eine ganze Nacht vom elterli t)tn Haufe entfernt, wenn ich als Frau jtiQkehre, hat eS nichts zu sagen, aber so die Schande überlebe Ich nicht..Aber, Fräulein, ich kenne Sie doch seit' Ihre dritten Jahre, rief da derKut scher am Ofen, haben Sie denn vergessen, daß vor 14 Tagen Ihr GeburtS t tag war und daß Sie da 13 Jah:e ge s worden sind V .Können Sie da? beschwören?" rief der Clerk. .Zehnmal, venn es sein muß antwortete der Kut , scher, schmor und die Licenz wurde auS gefertigt. Ich nahm das Paar mit nach meinem Bureau und traute dasselbe; 'das dauert bei mir nicht viel länger, als ' wenn ein geschickter Zahnarzt einen Zahn auszieht. Ttese Leute babe ich erst ge stern wiedergesedm, sie leben sehr glücklich und der Mann hat dem Kutscher 10 BushelS Haser geschickt. Eine Paar Monate später traute ich einPaar.die Braut hatte eS so eilig, daß sie sich weigerte, den Mantel abzu legen. Nach der Ceremonie wurde die junge frau unwohl und ich rief meine Frau, sie solle ihr. Beistand leisten; die schickte mrch auS meinem eigenen Bureau hinaus und 'ließ unser Fremdenstübchen herrichten. Ich hatte viel getraut an diesem Tage, machte einen Spaziergang, besuchte einen Freund und stärkte mich ab und zu durch etwa? Wärmendes. In der Nacht hörte ich wicderholtesHin nd Hergehen in dem Fremdenzimmer. Na, dachte ich, eS geht besser und die ha ben sich zur Feier der Hochzeit eine kleine Gesellschaft eingeladen. Ich hatte kei - uen Durst mehr, sonst hätte ich einmal nachgesehen, meine Frau aber war da- ' bei, denn die war nicht im Bette. Am nächsten Vormittag traute ich gerade wieder und sah bei einem zufälligen Blicke durch daS Fenster, wie mein Freund,' der Doctor' in einem bereitste henden verschlossenen Wagen eine Frau gut einpackte und'ihr ein Bündel in den Wagkn reichte. Der. Mann, den ich am Tage zuvor getraut hatte, sehte sich aus .- den Bock neben den Kutscher. Ganz langsam fuhr der Wagen davon. .Du, sagte ich zu meiner Frau, die haben uns am Ende Betten gestohlen? DaZ Bündel, daZ der Doctoc in den Wagen langte " .Brauchst. Dich wahrlich nicht . noch dümmer zu stellen, Eph, als Du schon bist, sagte meine Frau. die sind fa' blos in-aS Hotel gefahren." Da wußte ich nun . wieder so viel,, wie vorher. DaS jungx Ehepaar hatte übngen5 meiner Frau ein höchst anständiges Geschenk gemacht und diese hätte am .liebsten gleich ein halbes Dutzend Fremdenzimmer für ähnliche Falle einge 'richtet. Mit dem Bezahlen sind die Leute übrigens nicht immer so schnell bei der Hand. Neulich traute ich ein Paar auS ' Kentucky. die kamen in einem Aufzüge, " als hätten sie eben erst die Feldarbeit verlassen, hatten aber volle 13 Meilen zu . Fuß. zurückgelegt ; diese Prachtmenschen hatte daS so wenig angegriffen, als wenn, unsereins über die Straße geht. Nach der Trauung konnte der junge Mann meine Gebühren in Höhe von - $2.50 nicht bezahlen, es sei aUeS so six vor sich geganzen. Da muh um Ihre Frau einen ttuö geben, so schreibt eS daS . Gesetz tot." .Alice, gieb dem Squire inen Kuß Die junge blühende Frau wurde roth, spihte aber die schönen frischen Lippen und ich alter Esel küßte eine $2 50 in einem ganz kurzen Kusse ab. Es war immer besser, wie nichts, nd meine Alte hat nichts davon ersah nii,' .. ,

Vor Kurzem habe ich einen Mann von I 76 I ihren mit einem Mdchen von 19 ;

lenzen v?rhelrathkt; da5 letztzre schien eh? glücklich und der Alke gederdete sich, vie ein Äff.'. Alte Männer zeigen ihr Sluck und ihre Zärtlichkeit , überhaupt viel demonstrativer als junge. Sehr komisch ist in der Rezel, w:nn junge Qübsch: Barschen mit alten reichen Frauen getraut werden ; in solchen Fäl .en concenirirt sich alle Zärilichkeil in Der weiblichen Ehkhzjfte, die den jugend lichen Herrn und Gebieter körperlich an lhre Seite fksselt, als hätte sie zu seinem ire willigen Verbleiben wenig Vertrauen. Zn solchen Fällen bezahlt natürlich die Srau alle Ausgaben, auch meine Ge bür;i. Te.- Widerstand gegen irgend welche Berheirathungen geht meist, durchaus nicht immer xtan den Eltern der Braut aus. In dieser ökziel'.ng ist es eine interessante Erfahrung, daß gerade ganz junge Männer mitunter Mädchen heira then, hh vIkher in Häusern der Schande gelebt h ben. Solche Ehen werden mit unter glücklich und ich kenne einen Fall, in dem das Leben der gebildeten und braven Frau keinen anderenZweck kennt, als ihrem Gatten durch aufopserr.de Pflichterfüllung den Dank dasür abzu statten, daß er sie dem Leben derSchande entrissen hat. So manch? Verlorene", nie der Verführung ode? der Noth zum Opfer siel, ist flicht für immer verloren, soch so fei)r e? Pflicht ist, ihr die ret tende Hand zu bieten, so bleibt eS immer riskant, diese Hand gleichzeitig die Hand airn Bunde für daS Leben sein zu lassen. Viele Paare wählen übrigens den Weg, Ich als scheinbar DurchFebrannte trauen zulassen, um die. Kosten zu vermeiden, sie auch mit der einfächsten regelmäßigen fc)5i;dt verbunden sind. Abnahme d össentttchen Ländereien. Aus der kürzlich veröffentlichten am! lichen Statistik übe? öffentliche Landver käuse geht deutlich hervor, wie ungeheuer schnell daS wichtigste Nationalgut zum Privateigenthum gemacht wird. In den letzten 10 Jahren sind etwa 90 Millionen Acres oder 140,000 Quadratmeilen verkaust worden, ein Areal also, das fast ebenso groß ist als das von Dakota und gröler alS daS vonJllinoiS und Mif souri zusammengenommen. Hierin sind nicht etwa die Ländereien eingeschlossen, welche an Bahngescll'chasten abgetreten wurden. Allein während der letzten 12 'Monate ist ein Gebiet von der Gröe des Staates Maine in Plivatbesch übergegangen. 97och immer bleibt eine un geheuere Menge öffentlichen Land' übrig, mehr sogar, als der Bund vor dem Ankaufe des damaligen TerritoriumS Louissana überhaupt besaß, aber eS liegt größtentheilS in der. trockenen Zone jenseits deS hundertsten Meridians und nur ein geringer Theil, von dem Gebiete in Oregon und am PugetSunde abgefehen, ist ohne künstliche Be Wässerung urbar zu machen. 120.000.000 Acres oder mehr als 187.000 Quadrat meilen haben die Eisenbahnen verschluckt. - Die Geschichte der Erwerbung und Verschleuderung - unserer öffentlichen Ländereien, ist in mancher Beziehung äußerst lehrreich. Noch heute leben Leu te. die sich der Zeit erinnern, als die ostliche Grenze Ohio's für die West, grenze der Civilisation und Kentucky für den .dunklen und blutigen Grund"galt. Kurzsichtige Staatsmänner erklärten damals, dak Über den Mississippi hin. aus die weiße Nasse niemals vordringen, und daS jenseits liegende wüste und un durchdringliche Gebiet deshalb auf olle Zeiten den wilden Indianern einqe räumt werden könne. Als General Na poleon Bonaparte, damals erster Con ful von Frankccich. den Ver. Staaten das Territorium Louisiana anbot, ein Gebiet, doppelt so groß als das, welches Georg III. von England im Kampfe mit den Colonien verloren hatte, wollte die Jefferson'scheRegierung nicht darauf eingehen. Ihre Absicht war es, , New Orleanö und die beiden Floridas zu ermer ben, um den Mississippi zur ununterbrochenen westlichen Grenze der Republik zu machen.. Napoleon konnte über die Flo ridaS nicht verfügen, da sie zu Spanien gehörten, aber die amerikanische Regie rung schlug ihm vor, sie gegen französt sches Gebiet zu vertauschen und dann an die Ver. Staaten abzutreten. Als der Consul hieraus nicht emama und für das ganze französische Territorium 100 Millionen Francs oder 20 Millionen Dollars verlangtes wurde er abgewiesen. Selbst sem Angebot, sich mit 60 Millionen Francs zu begnügen und von dieser Kaussumme auch noch einen amerikani schen Anspruch von 20 Millionen abzu ziehen, wurde, erst dann angenommen, als er sich verpflichtete, Spanien zur Abtretung der JlondaS zu veranlassen. Für 40 Millionen-Francs erwarben also die Ver. Staaten das ganze Riesenreich .nrz jt. . crn-r rc . . racuiiuj vom xaiinipppi. Seitdem sind erst 80 Jahre verflossen, und obwohl inzwischen noch ein'sür un ermeßlich gehaltener Länderbesitz den Mex'canern abgenommen wurde, ist der Umfang der brauchbaren öffentlichen Ländereien verhSltnißmäßig kaum noch nennenswerth. Die Kurzsichtigkeit der jAäter ging auf ihre Nachfolger in der Regierung über und führte sie zur Ver schenkung der erwähnten 120 Millionen AcreS an Bahngesellschaften, die nicht einmal ihre Bedingungen einhielten und jetzt daS Publikum in unerhörter Weise ausbeuten. In den Händen dieser Pri vate'genthümer aber bleibt daS Land so lange, -bis es, ohne Zuthun der Besitzer, durch den Fleiß und die Energie der be. nachbarten Ansiedler hoch im Preise ge stiegen ist Die VerschleuderungSpolitik trägt ihre Fruchte. ' mm . 5!fger als LandkZ5:ntyütter. Angesichts der großen Bedeutung, el che die Entwickelung der sechs Millionen Neger im Süden für die Zukunft der ganzen Ver. Slaaten haben muß, hat ein Bl'ck auf die Verhältnisse der schwar zen Rassef.Jamaica bejondereS In

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terene. Als hierzulande die Neger e freit wurden, besaßen sie kein Land. Naturgemäß längsam eignen sie sich kleine Besitzthümer an, auf denen sie entschiedene Fortschritte machen.. Auf der Insel Jamaica, die abgesehen von den Kaufleuten in den Städten, den britischen Soldaten und Beamten fast ausschließlich von Schwarzen bewohnt wird, eignen letztere zum größten Theile Grundstücke von drei bis vier Acres. Solcher Freigütchen giebt eS 52,000 auf der Insel, bei einer Negerbevölkerung von etwa 450.000 Seelen. Als noch der Großgrundbesitz und die Sklaven arbeit bestand, wurde auf Jamaica nur Zuckerrohr gezogen. Man behauptete nun, daß diefe Industrie mit der Skla verei aufhören würde, weil die Neger nimmermehr dazu gebracht werden könnten, sich freiwillig großen Strapazen zu unterziehen. Die schwarzen Kleinbau ern haben indessen das Gegentheil be miesen. Nicht nur war die Aussuhr von Zucker und Rum auS Zamuica im vor! gen Jahre größer als irgendwann seit 1839, sondern die Landwirthschast wird von den schwarzen Einzelbesitzern in viel größerer Mannichfaltigkeit und folglich vortheilhaster betrieben, als von den Sklavknbaronen. Der Kaffee Export des Jahres 1879 betrug tzl.215,000. die Ausfuhr von sogenannten Sudsruch ten nach den Ver. Staaten $620,00). Gleichzeitig fällt hie Einfuhr von Brod flössen ganz dedeutend,weildieNeger felbst ziehen, was sie brauchen. Hieraus läßt sich auf eine gewisse Capualansammlung schließen, ohne welche der gesellschaftliche Fortschritt bekanntlich nicht möglich ist. Die Neger, die ihre Gütchen von Weißen gekaust und durch schwere Arbeit bezahlt haben, sühlen bereits sicheren Boden unter sich und treten fester auf. Wenn sie bei der natürlichen Fruchtbarkeit Ja malca'S, die zum Nichtsthun geradezu einladet, so weit gekommen sind, so darf man sohl hoffen, daß unsere Schwarzen nch unter günstigeren Verhältnissen noch esse? entwickeln werden. Opfer ver Hettö Armee. Eine grauenvolle .That hat die B wohner von Erie, Pa., und der weiten Umgebung in begreifliche Ausregung verfetzt. Am Ufer deS Sees gleichen Namens wohnt dort der wohlhabende Landwirth Sy'vester Knott mit seiner Familie auf seiner ziemlichabgelegenen Farm. Vor mehreren Monaten wohnte derselbe einem sogenannten Gottesdienst jener abscheulichen Bande bei, die sich die HeilS'Annee nennt. Wie dies schon manchem harmlosen Schmachkopf ergan gen, verwirrten die von jenen Heuchlern und Fanatikern getriebenen Narren? Possen dem Farmer die Sinne, er lief nach seiner Heimkehr acht Tage und Nächte lang am Ufer des SeeF aus und ab. zerschlug sich die Brust und brüllte bis ihm der Schaum vor dem Munde stand: DaS iüngste Gerich! bricht ber ein, die Hölle brennt, thut Buße." Sei ein paar Tagen war Knott am See nicht zu sehen; mitten im Walde zim merte er ein riesiges Kreuz zusammen. Als letzteres fertig war, nahm er seinen achtjährigen Knaben mit in den Wald und heftete den linken Arm des Kinde? trotz dessen flehentlicher Bitten, trotz seiner erschütternden Schmerzensschrei mittels eines langen und starken Nagel an den Querbalken des Kreuzes. Schor ging der Vater daran, auch den anderer Arm festzunageln, ' als endlich daL Schreien des Kmdeö zwei Holzfäller herbeirief. Den ersten schlug. Knott mi dem Hammer auf den Kopf und entfloh durch den Wald nach dem See. Di' Holzfäller befreiten den Knaben und brachten ihn nach der Stadt in ärztlich Behandlung. . Später wurde der Se nach Knott, den man ertrunken wähnt: durchsucht. Der letztere war, nachdem sich die Männer mit dem Knaben entfern hatten, en den . Wald zurückgekehrt und hielt sich dort verborgen. - Gegen Mit ternacht kehrte er nach seinem Hause zu rück, sprengte die HauZthür, schlug seine Frau, die ihm mit einem Lichte entge gentrat, mit den Hammer, daß sie bestnnunggloS zu Bösen stürzte und betrat daS Schlafzimmer. Hier schlummerte seine siebenzehnjäh rige Tochter. Der Vater band dem Mädche-.t die Beine mit einer Waschleine zusammen, stürzte sich, nachdem dasselbe natürlich erwacht war, auf sein Kind riß ihm. die Nachtkleider von Leibe schnürte ihm die Arme zusammen, nahm es auf den Rücken und trug es an eine Stelle im Walde, auf welcher Hunderte von Klaftern Holzscheite aufgerichtet stehen. Er legte das weinende Kind in das GraS, errichtete einen , Altar", riß seinem Kinde die letzten Fetzen vom Leibe, legte daS in wahnsinniger Verzweiflung kreischende Opfer auf den Holzstoß und zündete diesen an. Die Flammen schlu gen schnell, zunächst n den Seiten ern por, die Tochter wand sich unter entsetz' lichen Schmerzen, der Vater jauchzte in freudiaer Verzückung unh rief: .Nimm mein Opfer an, o Herr, zur Vergebung meiner2ünden" L 0. so todte mich wenigstenö schnell" rief die Tochter mit einer Stimme, die nicht Menschliches mehr an sich hatte. Diesen Weheruf hörten zwei junge Manner. die sich aus dem Hemwege von einem Dicnic befanden : sie stürzten dem Feuerscheine entgegen und rissen das Madchen aus den Flammen. Den AI ten, der sie zu hindern suchte, , schlugen sie nieder. DaS Mädchen war ent etz lich verbrannt ; bis an die Kniee ist die Haut verkohlt, den Nacken, die Schul lern und die Arme bedecken faustgroße Brandblasen. Leider wird nicht nur der Alte, sondern auch die Tochter dem Jr renhause übergeben werden müssen ; die furchtbare Aufregung und d:e Schmer zen haben ihren Geist umnachtet, wie die Aerzte glauben, für. immer. DaS sind die jüngsten Opser.emeS vesindelS, das sich die .Hells'Urmee" nennt. anstetn Wenn das Wort: .Ende gut. Alles gut-einige Bedeutung Lat, soijsürdie

Ver.Staaten wenigstens die vorlge Wo

che eme der besten oes ganzen JabreS gewesen. Hat uns doch ihr letzter Taa das ebenso wohlschmeckende als leicht verdauliche Schalthier, so wir Auster nennen, wieder zugänglich gemacht. Die se angenehmen Mollusken gehören zwar nicht zu den Wandervögeln, . Jahraus Jahrein führen sie an unferenKüsten ihr beschauliches Dasein, aber sür den wirk lich cwlllsirten Menschen, für denjenigen der alles, was er genießt, mit Verstand gemeßt, lst die Auster ,n den Monaten, die kein haben, ohne alle Bedeutung. Betrübten Sinnes hat er am 30. Tage des April mit dem letzten Glockenschlage, der das Ende dsö. MtS. verkündigt sein Gericht Austern in irgend welcher. am besten aber in gar keiner Zuberei tung. also seme Austern zn der Schale, zurückgeschoben und mit Ungeduld hat er dem Ablause des 31. Aug. entgegen gesehen, um seine durch die Trennung tut erhöhte Leidenschaft sür die Ake phalen besrttdlgen zu können. Zu den ausgeprägtesten Vorzügen der englischen und der deutschen Sprache gehört es, daß sie die von den Lands leuten des Fressers LuculluS entlehnten Monatsnamen so .spellen", daß in den sür die Austernvertilgung geeigneten ein nx", in den austernfeindlichen aber kein solcher Schnurr oder KnarrLaut vor kommt. Kleine Kinder lernen denselben svät, die Kinde? aus dem Reiche der Mitte nie aussprechen und darum sollen die ersteren nur wenige, die Chinesen gar keine Austern essen. Das große la teinische .N" aus den Recepten der Aerzte hängt bekanntlich ebenfalls mit den Austern zusammen,e8 bedeutet : Recipe oder Nimm, d. h. nimm in den Mona ten, in denen ein .r" vorkommt, Austern zu dir. Andere Sprachen sühren die hochwichtige Angelegenheit nicht so fol gerrchtig streng durch, der Italiener nennt z. B. den Januar .(F6QQäi0"und setzt natürlich in diesem Monat den AuS terngenuß auS, bis er im Febbrato" daS Versäumte nachzuholen in der Lage iß. Der Araber der Wüste dagegen würde in manchen Monaten Austern essen können, wenn er welche hätte, in denen die Speisevorschristen den Genuß derselben dem Abendländer verbieten. Im griechischen heißt der Buchstabe x" : Rho, und hierin liegt klar und deutlich der Hinweis ausgesprochen, daß die Austern roh am besten sind. Die Rücksicht auf die Beschaffenheit der Austern war eS auch in erster Linie, die Julius Cäsar veranlaßte, seinen ver besserten Kalender einzuführen. Früher war der März der erste Monat des Iah res und hierdurch sielen der September und October in eine Jahreszeit, in der die Austern, obgleich beide Monate ein .r" haben, noch nicht zu empsehlen sind Schon über 200 Jahre vor ihm hatten die Decemvirn den Januar und Februar an die Spitze des bis dahin au? 'zehn Monaten bestehenden Jahres gestellt und Cäsar bestätigte eine Einrichtung, welche die Manats'Ramen mit der Beschaffen ' rw n . k.. mwt jr. i oc.i ver Auuern in uinuang georaryi hat. AIS der römische Senat -die Mo nate QuintiliS und . SextiliS zu Ehren Cäsars und seines kaiserlichen Vetters in Julius und AugustuS umtaufte, bewies er ebenfalls außerordentlichen Tact; hätte er diesen Monaten Ramen gegeben, in denen ein . .r" vorkommt, so würde er daS ganze schöne Verhältniß der Monde zu den Austern zerstört haben. Vom Jnlanve. Cinhöchtt feiger und nie derträchtige? Versuch, die .Spring Gar den Wasserwerke" in Philadelphia zu demollren, wurde vorige Woche gemacht, aber rechtzeitig entdeckt. Es ' wurde nämlich in der erwähnten Woche der Versuch, gemacht, die Mafchme durch Abschneiden des WasserbedaiseZ zu zer stören. Irgend eine unbekannte Person verschloß das Ventil der Röhre, und wenn die teuflisüe VZHeit nicht recht zeitig von dem Wächter entdeckt worden wäre, wäre der Kassel ohne Zeifel ex plodirt. Es ig eine der Vorschriften des Ches . Ingenieurs, daß alle zwei Stunden die Kessel visitirt werden müs sen, wie viel Wasser und Damps sie enthalten. In der sraglichen Nacht sah der Wachter, daß das Wasser im Kessel sehr tief stand, und eine weitere Untersuchung ergab, daß das Ventil geschlossen war. Dies konnte nicht durch ein Ve,sehen ge schehen sein, da daS Ventil seit Mona ten nicht gebraucht wurde, und eS durä den fortwährenden Wasserzufluß rostig und daher hart zu schließen war. Man glaubt, daß ein entlassener Angestellter den Schurkenstreich beging, und es sind Schritte gethan, um den Thäter zu er Mitteln. Das in Garden.City, N. Z)., gebaute Mausoleum fär den todtenMü lionär A. T. Stewart ist jetzt fertig, aber nach wie vor fehlt die Leiche. Nun wird aus New Jork geschrieben: Sdl der Vollendung veö Mausoleums sür A. T. Stewartän der Kathedrale zu Gar den City auf Long Island ist wieder viel darüber gesprochen worden, an wel chem Orte sich wohl der auS seiner Ru hestätte aus dem Friedhose der St.Mar kuS'Kirche an der 2. Avenue in New Jork dadier gestohlene Leichnam Stewart'S besinden mag. Vor einiger Zeit verlautete gerüchtsweise, die Leiche sei zurückerlangt und in dem Grabgewölbe der Kathedrale zu Garden City beige setzt worden. Man schenkt diesem Ge rüchte jedoch " im Allgemeinen keinen Glauben, und zwar um so weniger, als Sxrichter Hilton sich weigert, irgend welche Auskunst über die Sache zu ge ben. Die an der Kathedrale als Wach, ter angestellten Leute sind ebenfalls sehr zurückhaltend, und es ist deshalb bis j,jt immer noch unmöglich gewesen, die Wahrheit ode? Unwahrheit des erwähn ten Gerüchtes zu ergründen New York hat schon wieder einen pikanten Skandal. Der Piano forte Fabrikant F scher, der nebenbei noch als Doctor practicirte und gleich zeitig als Organist einer Kirche fungirte, ist nit der 19jährigen Kirchensängerin Edith GriSwold auf und davon gegan &!. D er D urchbrenner hat Frau mi

Kinder, die er wohiweisüH uus New

Jork zu entfernen gewußt hat. Man vermuthet, das Pärchen habe sich nach Europa gewendet. Eine englische Dampfer Compagnie läßt jetzt ihre Dampfer am Freitage von New York abfahren. Ueberhaupt ist der Boden eines Dampffchiffeö süc den Aberglauben der See leute nicht so geeignet, wie das Verdkck des Seglers. Es sehlt die Zeit, häusi ger ein langes Garn t spinnen". Die Haisische können nicht lange genug dem Dampfer folgen, um einen Todesfall an Bord desselben verursachen zu können. Auch der fliegende Holländer" kann nicht mit fort. Eine über Bord geworfene Katze verschwindet zu schnell, als daß sie nur den ihr midersahrenen Ver stoß gegenden Glauben verrathen könnte, daß eS v Unglück bring?, an Bord eines Schisses eie Kotz: zu tödten. .Die elektrischen Signale haben dem St. Elmsfeuer seine Furcht einflößende Kraft aenommen. Die Seeleute tödten keine Vögel, aber sie unterlassen dies nicht mehr aus Aberglauben, sondern weil die Seevögel die Eintönigkeit der See beleben und weil vernünftige Men schen auch am Lande Vögel, die ihnen nicht schädlich sind, nicht tödten. Edison stellt in Abrede, daß es seine Absicht sei, seine Thätigkeit als Elsindek'einzuftillen. Die im Pa tentbureau Angestellten können sich dem nach beruhigen ; sie werden unter diesen Umständen vorlänsiz nicht übe,flüssig werden. Die fl. Z). Tribune" b erech net, daß in den letzten acht Monaten aus unserem Erdball ungefähr 71.000 Mcn schen durch UnglückZfälle, Pestilenz und Feuersbrünste umgekommen sind. Die Gelehrten, welche berechnet haben, daß unser Weltkörper übervölkert ist, mögen, wenn sie können, aus Obigem einigen Trost schöpfen. . Der Schatzamtssecretär zeigt an, daß er unter dem Gesetze, wel ches die Check" Stempelsteuer abge schafft, keine Autorität zur Einlösung aller noch in den Händen oes Publikum? befindlichen Stempel habe. DieCollision auf derLong Jsland-Bahn bei Jamaica, L. I., die derTelezraph berichtete, erfolgte dadurch, daß der Conducteur des vorausfahren den, von RocklwLy kommenden Zuges, George S.Johnson, dicht hinterSpring sield Junction seinen Zug anhalten ließ, um einen Betrunkenen, welcher sich weigerte, sein Fahrgelv ,u bezahlen, au dem Zuge hcraubzubesördern. Johnson sazt. daß er den Bremser Peter McCann nach rückwärts schickte, um den in wenigen Minuten fälligen Zug auS Long Beach anzuhalten. Sei eS nun, daß McCann nicht weit genuz zurück ging, um das Signal mit der rotbenLatern: zu geben, oder dkrLocomo:ivführer des nachfarendenZ lges an jener Stelle, an der das Geleise eine seh? starke Curve beschreibt, daS Signal nicht rechtzeitig bemerkte, genug, der Zusammenstoß er folgte. Als Lokomoitvführec Charles ClaSken den auf dem Geleise stehenden Zug bemerkte, gab er sofort da? Pfei fenstgnal zum Anlegen der Bremsen. Locomotivsührer Jsaac Carleton sehte sosort, als er diefeö Signal hörte, seinen Zug in Bewegung und diesem Um stände allein scheint es zu verdanken sein, daß die Kollision nicht noch weit ver hängnißvollere Folgen hatte. Selbst in Betreff einer ganz' neuen Industrie tritt bereits der ferne Westen mit dem Osten in Mitbe werb. Auf den weiten Ebenen in der Umgebung van Laramie, Wy., wird der Frofchfang im Großen und mit den Schenkeln wird ein, wenn auch für jetzt noch nicht ausgedehnte? Handel betrie ben. Dieselben sollen an Wohlgeschmack noch die Frösche auS dem Lake Ponchar train übertreffen. Froschschenkel sind im Herbst am besten und an der ganzen Jago ist nur die Grausamkeit zu tadeln, mlt der sie betrieben wild; mit einer Scheere trennt man die Schenkel vom Leibe und wirft die langlebigen Körper weg, ohne durch einen wohlthätigen Tritt ihre Qualen abzukürzen. Prof. Lew iö Swift, derDi rector des Warner.ObfervatoriumZ in Rochester, N. I., hat schon wieder einen Kometen entdeckt. Der Astronom Brooks von der PhelpS Universität in New Bork hatte Swift, daraus ausmerksam gemacht, daß sich am H ;a:n l in einer äscension von 16 Stunden und 35 Mi. nuten und einer nordlichen Declination von 64 Grad 50 Min. ein neuer Stern befinde, der möglicher Weise ein Komet sei. Swift hat letzteres sestcestellt. der Wanderer bewegt sich in westlicher Aich tung vorwurtS und hat keinen, oder wenigstens einen bis jetzt nicht wahrnehm daren Sckweik. j. KLl'E. H. C0LEMAN. KLEE & COLEHAtf, Fabrikanten von Mineral - Wasser. Sparkling kharapaign Wer und Little Daisy. Ebenso alleinige Agpten von Belfaft Singer A'e und Seltzer Wasser. Foutalnen erden jederzeit auf Bestellung gefüllt. Jonttnn werden auch oermtethet. L2S, 229 V 230 Süd Delavarestr., Jndianapolt, Ind. M. R. tyoir, Manager. Mosbirit löaBIle ! ft. 37 1: 39 Ono 2tfc:re Ctragr. . Da grSßte,schSnf!e und Slt:fte Lokal in derStadt 7 Setränke alle fB.rU flc kalt Speisen vorzügliche Bedien. 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Wohnuug: 4S3 Miulinou Ave., Scheller' frühere Ofsi e. Spkkchftunden: S-9Lhrorm.: l-2Uhrachm: 7-8 Cir Kftenfel,

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