Indiana Tribüne, Volume 6, Number 304, Indianapolis, Marion County, 22 July 1883 — Page 6

lltuv die Wirkungen des KasstS

Von Otto Lehman. NoS ehe der Ksffee ein allgemein in Deuischland und Frankreich eingesübrteS Getränk war und nian statt dieses flüisi gen Aroms noch deZ Morgens die Le denZgtister mit einer kräftigen, wagen stärkenden Suppe anregte, drängte schon eine wissenschaftliche Abhandlung- über, den Einfluß dieses Getränkes auf den menschlichen Körper die 'andere.' Ehe mir zur näheren Erörterung dieses durch mehr als hundertjährige Erfahrung be reit? genau nachgewiesenen - Einflusses eingehen, sei es uns vergönnt, noch ritlSinteressante Nottzen'aus der Ein führungsgeschichte deS Kaffees voran gehen zu lassen. . Bis zum Jahre 16C9 war der Kaffee nur ein Privatgetränk. Der bekannte Reisende Thevenot brachte ihn im Jahre 1557, als er von seinen Reisen zurückkehlte, nach Paris und bewirthete damit seine Freunde, als mit einer auSländi fchkn Kuriosität. Erst im Jahre 1660 wurde der Kaffee durch Soliman Ag; welchen Sultan Mohammed IV. al5 .Botschafter nach Paris geschickt hatte, daselbst allgemeiner bekannt. Der glänzende Hof Ludwig'S XIV. hatte durch seinen Einfluß auf das Volk die Sitten Persewert, aber auch den Sinn für äu txt Pracht und Luxus geweckt; der Ton, den der Hof angab, fand bei dem .Adel und. dem wohlhabenden Bürger unbedingt? Nachahmung, und. das Neue reizte nur, weil es neu war. Eine tür kische Gesandtschaft war ein außerordenkliches, nie erlebtes Ereigniß, und . Soli man wurde der Gegenstand des . Tage,gesprächs. In den gesellschaftlichen Cir sein am Hofe liefe er den Damen den schwarzen Kaffee ohne Milch und Sucker, wie er im Morgenlande aetrunken'wird durch türkisch gekleidete Sklaven, nebst Servietten mit goldenen Franzen, Prä sentiren. Anfangs war in Paris viel weniger der Wohlgeschmack an dem aus ländischen Tränke, als vielmehr die An nähme des" Hoftons und die'Befriedi maln Eitelkeit du mlu Beweg gründ zum Genuß des tfasfee8 Denn alZ Paschal,.'ein Armenier, sich. durch seine Kaneebude daselbst em ansehnttcheS Vermögen erworben hatte, wollte es seinr r c . nen acysoiqern gor nlcyr gmaen, oen Ruhm der Kaffeebuden ausrecht zu erhalten, bis ihn endlich ein Sicilicr, Namens Procope, erst um das Jahr 17V0 wieder herstellte. , Desto mehr Geschmacksanv man in Englend an dem neu eingesähr ten Getränk; denn als König Karl 1663 die Kaffeehause? gesetzlich aufhob und wecn heimlicher UeberlretungLsälle das späterhin zurückgenommene Verbot 1673 erneuerte, drohten die Kaffeetrinker mit einen Ausstande. In Deutschland wurde der Kaffee erst zu Ende des 17. Jahr Hunderts und namentlich, wie man U Häupter,' von Frankreich auS bekannt. AnsangS bezogen die Krämer von den Kaufleuten nur geröstete Bohnen. Das erste Kaffeehaus in Deutschland wurde in Nürnberg, wie die Chronik dieser Stadt berichtet, hinter dem Rathhause von dem Bürger Stör etablirt. Erst 1720 wurde dieGetränk in Sachsen U kannt. " t: Schon' 1671 hob derJtaliener Dominica Magri in.einem Büchelchen,betitelt: Virtn üel case", d. h. dir Tugenden es - Kaffees, alle guten Eiaenscbasten de m dieses morgenländiZchen Getränkes her aus, und in demselben Jahre crscbien eine Ndhandlung : mDe potione salu berrirnajcalive" (Name des Kaffees schon in damaliger Z:it oen Wirkungen oes azsees aus tue menschliche Gesund he'l! Ausmerksamkeit toftrnete. Seitdem sind nun bereits über 200 Jahre verflos ftn.unbinQn sann soi7.it die Resultate h'.nskchtlich der Wirkungen auf den gesunden und kranken Zustand des mensch lichsnsiorpers als abgeschlossen ansehen.' Es, mag uns daher vergönnt sein, das Wesentlichste hierüber zusammenLugellen. Der gebrannte und zervulverte Aus guklaffee erzeugt in dem Magen eine angenehme Empfindung von Wärme, er höht deffen Thätigkeit als selbstarbeiten. des körperliches Werkzeug und erleichtert und befördert, kurz vor, oder ein bis zwei Stunden nach der Mahlzeit genossen, die Verdauung ; zugleich wirkt er erregend aus die übrigen Organe ; das Herz schlägt lebhaster, das Blut bewegt sich er - ... " . ' inneuereA ikrelslause und der.VluZ dünstüngsprocek durck die Sauvtvoren wird beschleunigt. Bei Personen, welche . - - . ' . J l mazt daran gewöhnt sind, oder welche r?n rn ungewohn:er Starke oder. Menge zu sich nehmen, kann er Jiedcrhikeit. tern und yerztlovsen zur Folae baden. und da überhaupt jede körperliche Aus regur.a auf die Thätigkeit deö Geistes einen Einfluk ausübt, so belebt auch der ttasjee die Einbildungskraft; ihre Bilder nno lebendiger, aber auch worrener, denn ste sind lein emes mit Willensfreiheit und sein schassenden Verstandes und Schön W-nm!5, sonvern sie tauc äußer: Reize aus der Seele au Wegen seines Nerven- und Gehirn reizes ist er bei den Eelebltm und Dii?' tern sehr belieb!; denn es scheiot, als'oh vermittels der körperlichen Wärme erregung durch eme natürliche Sympa thle des Körpers mit der Seele bei dem Gelehrten auch das Interesse an den Stoffe, den er bearbeitet, lebendig erhält, und der dem Dichter den Dhantasiebil j m m . 1 . dern eine arökere Lebend a e t tbk . Voltaire und Fontenelle konnten ohne Kaffee nicht arbeiten: er war ibrer Muse Vedürknin aeworden. Äiemlick bekannt ist der Scherz, welchen einst Herr v. Fon tknelle über den Kaffee machte. In sei. nem hohen Alter besiel'ihn einelkrankheit imd er lien den Ar,t rusen. Dieser, wel. cher feine gewohnte Lebensweise, fast den der Kaffee ; der Kosfee ist ein schleich deS Gis!. .Getrosten, entgegnete der französische Philosoph; .eS mu schleichend sem; denn ich bm b Jahre alt geworden, ohne oa seS Gilt seine verderbliche 23 i vsinden liefe. Wir find jedoch weit ent sernt. aus dieses einzige Beispiel ein all eemeineö Resultat hinsichtlich der Wirk

fcci den Tiirttn), d. h. .Ueber das äußerst' heilsame Kasseegetränk." zu Rom, von F. cirtntY 'Wir sehen hieraus, oq& man

ganzen Tag Kastee zu trmken,recht wohl verschiedensten Alteröflusen und oflü. nug ; aver ne lyun es vier-, suns.. sechs, kannte, sagte zu ihm : .die alleinige Ur men vom anständig bürgerlichen bis zum mal und oster, fast ohne Pausen, da sich fache Ihres Uebels, gnädiger Herr, ist zerlumpten des Bettlers wandeln ein. gewöhnlich eine hilfreiche Hand findet.

samleit des Kaffees qründen zu wollen. I

Der Kaffee kann den inneren Organis mus der menschlichen Leibesbeschaffenheit, er kann daS naturgemäße System der. Muskeln, der Nerven, der Gefäße verändern, ohne daß sich ein solcher na turwidriaer Zustand durch ein fortwsh rendeS Gefühl von! Unwohlsein oder Unbehaglichkeit als ein krankhasierbeur kündet. Auf welche Weise man aber ermessen könne, wie tief die dadurch ver ursachte körperliche Beschaffenheit unter dem. idealen -Gesundheitszustand stehe, daS ist eine ganz andere Frage.-.Ein vollkommener Gesundheitszustand . ist überhaupt nur eine Idee, welcher sich die . n.it..L.rz.tt:i.!ii' it. DtriuJlCOCntn ciocsoeujLJuivcucii meue oder minder nähern. Träte der Nach theil des Kaffees augenblicklich ein, fo würde man seinem Wohlgeschmack und seiner angenehmen Wirkung schwerlich die Gesundheit ovtern. und man würde ihn als tägliches Getränk ausschließen, Da er aber den uneiaentlich krankhasten Zustand ganz allmälig entwickelt, so -gewöhnt er auch den Menschen daran und stumpft dos Gefühl für die Empfindung der Krankheit ab. Allein das Gefühl der Unbehaglichkeit stellt , sich in einem anderen Sinne ein, wenn der Mensch plötzlich seine gewohnte Lebensweise un terbrlcht und sich des ttarsees mit emem Male gewaltsam zu enthalten sucht;

oieie rzazklnungen ais cirnnoaic aiuuj bcm Bock mit ähnlichen Gedanken bcWirkung des Genusses jenes Getränkes, cxc,:si denn er treibt sein oeduldiae

geben, den besten Maßstab an die Hand. 1 C . C & ..Uk I S. MMlWAl mt m ver gcroognu unu Gesundheitszustand unter dem naturll. chen stehe. Manche Leute empfinden dann eine gewisse Frostigkeit, Unbehagllchttll, verorieöliqe aune. was ,ie aus die Entbehrung des Kfftts, als eme? vermelNluq ge,unocn run.s, den, während es oocy elgenlitq nur oz .Rückwirkung der durch eben diesen Ge t. - fl C (! . ... ? V .4.. nuß aumllllg vttulivel.ctt vHir senbeit selbst ist.welche sich fühlbar macht. ' , ' . r V - rf- , I Es ist dies eine Elfahrung, welche mcht V n.IC.u!ilaa i amXimm naw I nurver ui,uu, i" a, Wein-, Bier-, Thee- und BranntweinZ7' ,ns XS ? Thee-und BranntwemTmS'Jtä trlnker an sich se! aber einige den Uil.. uii ml . ui i ein dab starker Kaffee denKmd.r durch. ans nicht gereicht werden solle und daß ttAiltnntMH lnhrlintn n ' . rt v X. I er erstatt, der vollendeten körperlichen iil r üw xl V. WA stI?tII AusArzneimUtelistderKaftee angewendet, UK$l??tntalm- u?.fin' um. die Wirkungen emes übermalen Opiumgenusses zu neutraleren. Der bttuhmte englnchl i Arzt MuSgrave verschrieb ,hn gegen btc Ansalle von Eng. bruiltsfcit den: mcht Lttöste en Kassee rnt man Hellkräste bei Um ihn als solchen zuzubereiten, gießt man zu den grünen Bohnen so viel Wasser daß die Bohnen Serade damit bedeckt sind, stellt sie an em gelmdesFeuer und nimmt s?n ser so weit verdampft ist, daß dieBobnen nur noch feucht anzusuklen sind. Hierauf stellt man sie rn emen warmen Ofen, um sie völlig auszutrocknen, wobei man nur darauf zu sehen bat. dak sie nickt rösten. Endlich malt man sie auf die gewöhnliche Weise zu Pulveb, nimmt zu 18 Loth Wasser 1 Loth Kaffee und kocht ihn in einem irdenen Gefäße. In dieser Gestalt soll man ibn. nack dem?.euanisse

eines erfahrenen 7lrztes, des Dr. Grin eine Badeanstalt besiht. Auch die Kodel. welcher damit in der 5)eilanstalt der stkN sind Nlcht groß, dkNN WöNN Ulk auch Universität Dorvat eine Reibe von er von den Dreikopekenbädern für den nie

probten Versuchen anstellte, vortheilhast gegen die Wechselfieber anwenden. Un. ter 24 KrankheitZMn dieser Zlrt widerstände derWirkung dieses Decocts oder gekochten Ausgugetränkes nur einige Wenige. Auch soll man ihn mit dem . - w 7 . . namnazen rsolge ais Pulver gegen die erwäinte Kcankbeit anwenden können, wie die Chinarinde. L. F. Schwidtmann sieht den Kaffee , y - . 7. I Qi5 eine lsooitoar an und entart tit . tS'YS m . m 1 m. emem Werke über seine dreikialährigen Ersahrungen in der Heilkunde die Ab. nähme der Wechselsteber nach der Con unentaljperre. als eme Folge dlele w gen. semer Wohisellhett jetzt allzemein gewordenen Getränkes. NABAXl". Eiae Skijje auS Rußland. Lon t?.LttdUig. Wie leidend kalt es ist! wie der Scknee unter den Nüken knirsckt ' 3a8 l ist doch ein anderer Winter als unser 1 . 1 . zahmer rn Deutschland so Meinst Du, wahrend Du,' von emgem Winde durch kältet. schaudernd die noch, unbekannten Strafn der russtsöen Stadt durcheilst. Plötzlich tritt Dir ein Bettler entgegen, eine alte, verwitterte, ttrlumvte Ge statt, streckt die Hand aus und sagt, nicht gerade in flehendem Ton, sondern mehr ertravaaanter Einsall!" Aber stehe, schon hat der Alte einem andern Passan ten seine Bitte vorgetragen und die ser ihm ohne Weigern und . ohne Wort der Entgegnung das Verlangte gegeben.' .Meinetweaen. denkst Du. maa der seltsame Kauz sich erfrischen, wenn es ihn dei diesem Wetter so danach gelüstet; tin warmes Ztmmer und tn gutes Glas . m Tdee Und Mlr auatNdllallQ ttever. ! Während Du in sehnsüchtigen Gedan ken an diese Dich erwartenden Herrlich' keiten Deinen Laus beflüaelst. fällt eö Dir doch aus, daß alle zehn Schritte Dir Leute vegegnen,die Bündel am Arm und große Sträuße von Birkenzweigen in der k)and traaen. . Manner, Frauen und Kinder in den der dasselbe Ziel zu verfolgen scheint, c w.. V v. ! . r . O . i . .Hm. 9m ' -QODin SJIX UNv OlllC ÜCUIC UUC I -EL wo wird man hingehen, Herr, am

östers ver. wie emer. der ein auteZ Reckt in Ansvruck maö, die ! Badstube. ' bearnnt ' das

Erzeuanib nimmt : mEiat copek, crospoclih Geschäft des eigentlichen Reiniaunasba.

Öewuni. na bani l" JEAitl nabani,' " Ziur des. dem anaenedm erwärmten

. Badstuben? ist der Mensch von Sinnen? Saal steht gewöhnlich nur eine Wanne,

yen durch Bei solchem Wetter an'S Baden zu den dasur enthalt er viele Bänke ohne Lehne, f. ' . r ? ken. mit dieser Jammergestalt? Welch' sowie einen hölzernen und zinnernen Ei

en zeln, paarweise oder in Gruppen in mä die daS Gesüß immer rasch nachsüllt, und I Q . . i- m . . . c . ?r?jf.i?rfÄ. 0 mvi

ihm feiger Eile dahin, alle mit der gleichen ne ryun es mn nwiiiazemyochgenuv. Zivr i . . . . ftnf I ? . m O 4 w w

sehr AuLrüstuna. alle mtt der aleiaen 'ciene ein u, Aunigno oranwenoen w,u.

einahe 100 1 der Selbstzufriedenheit und des inneren rann ncy ore yilfsiemung eines dienstda . - I iv evr i ft. - cm mä I . I . tl .in. k tt.. V. RX. k. . r

" I . . . I . ,. m. m

B mich die I Behagens. .Zwoym oes Zweges- guier nu nq rnu groß lrkuna t; ftminb' rede Du einen Arbeiter an. ter Gewistenhastigkeit der Reiniaur.n deS

am Sonnabend Nachmittag, als na

bani?" Da haben wir'S, sie gehen sämmtlich nach der Badstube die Greise, die brauen, die zarten Kinder, bei die scni Wetter, wo man, wie eö heißt, sei en öund hinauSiagen möchte. In verwundertem. Nachdenken erreichst Du Dein Haus, aber Nicht der Schweizer öffnet Dir, sondern ein Stellvertreter, .Wo ist Wassili? -Na bani, Hm" ,Ah so ; nun so geh und sage der VraScovia, da sie den vamovar ye einbringt.". Prascovja, gospodin, ist ebenfalls na bani. Wirklich ? auch sie ?, Aber Kerl, wie siehst Du auS ? ? . r.r zarum 0i 0 rr:osroly im euegr so vergnügt?" 6t Herr," schmun zelt der ehrliche Pioti: weil ich Wassili dock vertreten sollte, habe ich mich da rangehalten und ging schon vorher na kam n ver'ttücve hat ebenem kleiner Lausbursche DeineEinkäufe abge aeben, die er im Spankorbe auf dem Kopse hergebracht hat. Er empfängt Dein Trinkgeld mit höflichem Dank, ruft aber doch beim eiligen Abgang schel. misch; D8 kommt mir gerade recht, eto na bani!" Na bani, na bani! Das scheint daS allgemeine Losungswort an solchen Nach. mUa Selbst der Droschenkenkutscher ntnm schmierigen Pelz scheint auf RSblein ganz ungewöhnlich an und der . m a . - Fahrgafl glaubt aus den sortwährenden Anreden, die er an dasselbe richtet, deut, lich das vielgenannteWort zu unterscheibcn Offenbar hat er es sehr eilig an das Ziel zu gelangen, und es ist mehr ali wahrscheinlich, daß na kam dabei m Spiele ist. . Nach allen diesen Ersah. runßCn bist Du natürlich neugierig, die. fc 5er allgemeinen Sehnsucht ken. . . ' nen zu lernen, und Du natürlich neugie. v:,r,s s.r n.,.;. .x,. mß v v. MMKVUtk ltV WIU'I cht kennen zu lernen, und Du thust . . . 1 ohl daran, Gelegenhe t h erzu zu fu denn es bandllt sick nickt di oyi oaran, Veiegenyeit hierzu zu u n, denn es handelt sich nicht um die Bekanntschaft mit irgendeiner Einrich. tung, wie man sie auch bei uns zu Lande auch der Aermste und Niedrigste, unterhtt)L Der regelmäßige Gebrauch der Badflube ist in diesem Lande Gesetz und . 1 . ' ' V. v.'!.'' . ivm uiivk XZJ w i v o uitv ReligionLübung, ein Attribut der allgemeinen Menschenwürde; daher die Be. reitwilligkeit, init dem man dem Bettr die zu solchem Zwck erbetene Gabe. dem Dienstboten Dispens zum Ausge. ben gewährt, auf daS bloe Zauberwort : bani! Ja noch mehr : der Grad hn Civilisation eines Menschen wird Iänßcrcn obcr rzeren Pausen, die er zwischen zwei Badetagen macht, messen : Wer, wenn nicht täglich, doch mehrmal in jeder Woche na bani geht, 6öct aur eAIUc . wer e3 allwöchentlich thut, unter die Durchschnittsmenschen; Plariat begnügt sich mit vierzehntägigen Terminen, wer, aber noch längere Pausen macht,der bekundet einen unbeschreiblichen Zustand moralischer Verkommenheit und sozialen Elends. Du willst also die Mysterien eineS sol chen Instituts ergründen und begiebst Dich auf dem Weg dahin. Du hast nicht weit zu gehen, denn be! der großen Povularität der Einrichtung ist dafür gesorgt, daß jeder Stadttheil menigstens drigsten Pöbel Abstand nehmen, so werden wir doch ebensowenig die rassinirt eleganten MarmorbSder zur Bildung eines Urtheils wählen, sondern dit ktch' "ge Vaouuve, wie it das ros oer ru,. stlSen Bevölkerung aussucht, und deren gr . . , . r . . lniriilspre: sunxzen vis zwanzig sco vckn nicht übersteigt. Dies: mittlere Art verbindet mit reckt hübschem Kom fort erne ungeheure Frequenz, Einfach. , ... ( 'II ... i r..t . neu oer lnrrcylung rnu weullluh.greit. Zwei gewöhnlich im Hofraum belegene Eingänge führen in die gesonderten Ab. the'ilunaen des Männer und Frauenbädes. Durch eine Art Entreestübche.n, in dem sich die Mit dem Kasstrer und Wächteramt betraute Person benndet. gelangt man m das An- und AuZlleidungszimmer. Dastelbe ist mäßig er varmt, damlt der Uedttgang von der warmen Lust in die kalte draunen vor dem Austritt weniger schroff, und . em pstnöltch wird, teppichbeleat und Mit ge polsterten Divans und Spiegeln ausgcin. n.i csi i.. i . ? . i.?. ? . i stattet. Von da geht eö in die eigent liaze oaoixuoe, ninier weicyer nocy zwei ? r. . m .vn... v .v Stationen mit zunehmenderTemverätur, das Warm und Sckwikbäd: lieaen. - Die mitgebrachten Virke'nruihen die nen daz. durch Peitschen der Haut de ren hallgkelt anzuregen. Erst mit dem Eintritt in' das mittlere- Ge mer undKqnnen zu beliebigem Gebrauch. An den Wänden sind Kcähne zu heißem und kaltem Wafferund der Fußboden ist so eingerichtet, dafc alle Nässe zwischen den Fugen adlaust. Em - reges Leben und Treiben herrscht in solcher Badstukk' Auf den Bänken ringsumher Gestalten, die mit ihrer eigenen Reinigung vermit. telst großer Strome Wasser, vieler Seise I rvk uno emer Vunoet von rrauser Bast I matte beschäftigt sind, oder Anderen die sen Liebesdienst erweisen; an den Krähne eme Menge aeschäftiaer Men schen, die ibre Eimer und Kanne hastig füllen, um sich aus der nächsten Bank den ganzenJnhalt über den Kopf zu schütten. Wenn sie das emmal thäten, es wäre nach deutschen Geschmack mehr als ge äußern Menschen unterzieht. Qne hier I T,t(fs !niiini(i V t C . ! X l UU un vmjuuigwi, VUIIUI KJU UÜUJ t die eigenthümliche Art. wie die.Kov!baut

behandelt wiro, nicht unerwähnt lassen, denn wohl nur der Rüste kennt sie. Keine Bürste, kein Schwamm, kommt

dabei zur Anwendung, sondern nur die Nägel der gekrümmten zehn Finger, fi donc! rust manche Leserin ent rüstet; za, aber es ist doch nun em mal so, und der semfle. ttammerdiener, die sorgsamste Kinderwärterm, leibst die gräfl ch: und kaiserliche Bedienung trak tirt daö ihr . anvertraute höbe oder er rauchte Haupt Nicht rn solcher Weise. Die Methode ist eiaenthumlich, . aber .sehr zweckmäßig und angenehm. . Mit un glaublicher Geschwmdlalelt. unter häu sigem Begießen des Haares krabbelt die Iebe,ndlgeBurste solange auf dememKopf herum, btS derselbe mWahrheit tadellos sauber , st. . Ländlich, sittlich. Wie ae sagt es ist einmal so und man kennt eö nicht anders. Was wird die Leserin erst von den Runen denken, wenn sie er fährt, daß bei jeder,. Badeanstalt noch Abtheilungen für Solche stnd, die ein zeln ooer eri lannlie bleiben wollen.und daß dieses en famille sich häusig auf die ganze Familie, Bater, Mutter und Kinder verschiedenen Alters erstreckt? Die kleinbürgerliche Gesellschaft, die die. sem Gebrauch huldigt, findet eben nichts darin, und so sagen auch wir: Honny L ?1 " I soic, qui mai y pense. Wu hast nun cm Bild der aewSdnlichen russischen Badstube sür das mittlere Publikum. . Daß es auch sehr vrimitiv eingerichtete giebt, ward schon oben er wähnt; haben sie den Vorzua der ver hältniwangen Billigkeit und reich, cher Bertheilung über alle Stadtaegenden, wodurch ihre Benutzung allen Klas ten ermöglicht wird. Die Bedienung ist t. : V. - i -t . r f r r m . . . I Uly il! oer gcwoyniiazen, Yier oelqueoenen Art von Badstuben überaus zuvor komlnend. besonders wenn ein Trinkaeld zu erwarten ist, das Kostüm durchgän ? . ? . . . .? ... . I am uüi einiam, oa es nur aus emem Kreuze besteht, das mit schmarur Scknur um den Hals befestigt ist. Nach den Strapazen des BadeS reat sich gewöhnlich der Appetit, und es bil. det emen ganz hübschen Abschluß des anzen, aus den Poiitern des Ankleide ziMMerS ruhend, einen kleinen Imbiß oder ein Gläschen Meth, Kihsli QuaS oder Wern zu sich zu nehmen. Deine Garderobe und WerthsaSen, die eine besonders dazu bestimmte Person in Ver Wahrung genommen, erhältst Du unver sehrt wieder, selbst wenn daS Portemon naie mit unaembltem Inhalt dabei ist : iese Leute veruntreuen nichts ; sie bilden . v , 'I eine i)eno en chatt, emen rtel, und .. . . .. ' . I

jeder von ihnen nennt sich mit Stolz Ar- ner cann woure micy am rm uattolseitilc, KorporationS-Mitglied. ten, aber ich lief davon und'vinkte ihm

Ob unsre Badeanstalten, namentlich oir uc Zllsiniergeoraul? oenlmrnlen, rooqi i ie so vovulär lein werden, wie die russi. . ? . t - crn t . e . . r I schen ? Wohl kaum ; sie müßten denn viel billiaer. viel reiflicher vertreten sein, als jetzt, wo der Arme und BielbesckSf tigte sich kaum diesen LuxuS an Geld und Zeit gewähren kann. Und doch meine ich, unsre Bevölkerung könnte viel dadurch gewinnen. Wer Gelegenheit hat, zu beobachten, wie der Rüste, sobald er nicht durch niedre Leidenschaften feine Kraft zerrüttet, in unverwüstlicher Ge sundheit und LebenZfrische alle Mühsal undEntbehrungen des Daseins, alleVer änderungen und Anfechtungen des rau Yen ttlimas ertragt, oer mufc an emen fegensrelchen Ctinflufe der Volksbäder alauden. vlM, ötellcimt erleoen wir auch noch, dan unsre Volksküchen und Verems'Ehrendamen neben den Sup penmarken auch einen Vorrath von Ba deblllets sür dle darbende Menschheit be' reit halten, vielleicht schicken unsre 5iauösrauen mit sanfter Ueberreduna all wöchentlich ihre Minna oder Auguste vom beüen KüÄensckeuern wea na bani, - vielleicht wandelt die Famllle 5. . . . . yj. ' . . . ... chultz? oder eymann ernträchtig am Sonnabend Nachmittag denselben Weg. wer weiß, wie bald es so komt. Als dabin aber muncn wir es uns aefallen lasten, das die Rüsten uns weniaflens !n dieser einen Be,iebuna als Barbaren uUr hi? llnskl nnsks'en und mit stoltem Triumpb sogen : Seht, wir Wilden sind doch bcsj're Menschen !" (D. Lesehalle.) Prakilsche Vorrichttmg. Herr I. V. Salzbuber hat eines de größten- En-LTOS Geschäfte der Stad und wird in Folge dessen mastenhast von Reizenden aller möglichen Artikel be licht. Salzhuber ist selbstredend stets überbeschastigt, trohdem findet er aus kollegialer Rücksicht sür jeden Reisenden ein paar freundliche Worte, um ihm zu sagen, ob er etwas oder nichts lausen werde. Da nun aber in den letzten Jahren der Besuch von Reisenden so grok geworden und einzelne dieser Herren ost

ziemlich zudringlich wurden,- Sälzhuber schrecklichen Laufes kann ich mich 'nicht aber, in Folge seines guten Gemüthes, genau erinnern ich befand mich in einie arob sein 'konnte' um sich solcherHer- nein wilden Taumel, dem. Wahnsinn

ren zu entledigen, so ersann er einen ebenso sinnreiche.1 als einfachen Apparat, durch welchen er sich sofort Ruhe-ver schaffen konnte. . . . ' Kommt z.B. em Reisender m sem Comptoir, welches stch unmittelbar über der Portierloge in der ersten Etage befindet, so bittet er denselben, auf einem bereits zu diesem Zwecke vor seinem Schrelbpult flehenden .tuhl Plau.zu nehmen und die Cönversation beginnt. yar nun Vaizyuver-oem .velreisenoen cr . ? c.r. . r..i.jcl zoyageur geagr, oas er o,oiur nikyis lauie, uno verzetoe rviu neueromgs ve ginnen, seine Waaren anzupreisen, so sagt er einfach : 'Leben. Sie wohl" drückt mit dem rechten Fuß auf eine am m, ,.tt?:. . v . -tjuucü uijmwuut iiuvvc uno bcü ucr blüffte Bonageur befindet sich in wenigen Secunden in der Portierloge und gleich hnrrtiif Im I rt ElnKaufmannbegeanet einem ehemals bei ihm bedienztet gewe senen Kommis, der sich in verbindlicher Weise nach dem Gang der GeschSste bei. seinem ehemaligen Prinzipal erkundig ff fibr ttkitrht ,it,n 1, meint.an müsse vohl allerorten cinftfr nhmen der geschäftlichen Erfolge, em psinden. .Bei unS nicht !" en'.gegnet r . . . . skivnoerouk! oer noere ; u mü nen r m nv nrv m w . soll von nconat zu atonal un'er Perso nat vergrößern." Nicht möglich ! Wo sind Sie denn gegenwärtig, beschästigt? ev r m miim xugqauic i ,

Ein MuSkttol?ampf. Es können etwa zehn Jahre her sein.

als ich in Vermont eine ??uktour nack dem Städtcken Canaan, in der nord westlichen Ecke jenes Staates , belegen. machen wollte. Nach emem guten Tage marlch erreichte ich, gerade als rneSonne unterging, emen Hügel, von welchem aus ich die weißen Häuser von Canaan in der Ferne sehen konnte. Ich fragte emen mir begegnenden Farmer, ob der vor mir liegende Weg der richtige sei. .Der richtige und der kürzeste, Frem der antwortete der gute Mann, sich auf feine Axt stützend. .Aber Ihr könnt iyn mcht passtren. , Er führt durch den MoSkito-Sumpf, und es wird btzld dämmern." So ? Ist der Weg nicht breit und gut ? WaS ist er. Die ganze Lange: auch könnt Ihr ihn gar nicht verfehlen. Aber Ihr erdet nicht lebend durch denSuwpf kommen !' Mem Himmel, was memt Ihr? Smd dort Mörder r .Ja, zu Millionen. Beim Abenddun kel schwärmen die Moökitoö, da wird der Weg unpasnrbar." Ich lachte herzlich. Ein Moskito ist . jr ...if . ' , , i. mmi groner, ais eine recnr ville uno fette deut che Mucke. Danke Euch sagte ich und wollte fürbaß schreiten. Halt!" schrie der Landmann. .Seid Ihr besessen k ch sage Euch, Ihr kommt nicht lebend hindurch. Horcht einmal aus! Ich lauschte, konnte aber nichts der nehmen, als fernes Gebell der Farm m tft , w cunde. towie oas Älrpen oer (Lrillen lN m:t. . V .XX. v:.a iur, Ullv rlzzulte vies. .So horcht noch genauer, jeht Wird es schon hörbarer." In der Ferne erhob sich nach und nach ,.:r. rr x.. sctuc v m . ritt tklir Mtvilirtt, uunttm viui zrn nengesumme, ein eigenthümliches Ge räusch jetzt habe ich Ursache erhalten. es nie m memem eben zu vergessen. Aber damals war ich em frisches, junges Blut, welches sich aus ein paar Mucken Nlcaen nrqrs mamen woure. Giebt es einen andern Weq?' Fr fuhrt m (englische) Meilen seit' ivuiia. X9 U So werde ich geradeaus gehen." Ich warne Euch dringend, aeht nicht Kehrt um, oder kommt mit mir in mein HauS; Ihr könnt die Wälder nicht Pas siren." m w . ' . m lN emer yalven stunde vm ich in Kanaan, wann uoer.d . mr ' oetter Mit oer yanv. lvleu sur im . . i (4tiA . mi. Mii " iyiic mit imuf. Ich glaubte, er habe mich in's Bocks Horn jagen wollen, um einen Gast für den Abend zu haben, , der ihm Neuigkel ten erzählen sollte. Flott zog ich den Weg entlang. Die breite, eingehegte Straße war gar nicht zu. verfehlen, Ungefähr ein Drittel der Strecke hatte ich zurückgelegt, als mir einzelne Mücken lästig zu werden anfingen. Um so lcyneuer lcyrttl un weiter. In der iL'crne des Sumpfes aber ward es arg. Ich ward tüchtig zerstochen und der Mann hatte Recht, es mußten unzählige Mil lionen Moskitos hier ihren Wohnst haben. Bald war es so schlimm, daß ich mit jeder Handbewequng, welche die Blut sauger vom Gesicht entfernen sollte, Dutzende der Thierchen tödtete. Aber Hunderte stürzten sich auf mich, und den Hunderten folgten ungezählte Tausende. Ich ging nicht mehr rasch, ich hatte den Lausschritt angenommen, und bald stürmte ich vorwärts, wie ein Rasendere I i ti.ji!. ' r. f mio mi Mealill, ilar, icg rnupic I ,. r verzwelxelk rennen, uenn tea mein iieoen retten wollte. Mit einem Baumzweige, den ich rasch avgerlssen yaiie, schlug lly wulyeno um m,cy, aver es hals saft nichts, dtt Luft dar schwarz von den verteufelten Quälgelstern, die stch mtt Blutgier aus mich.stürzten. Sie ve?. dunkelten den Himmel. Der sHrille .Ton ihres SummenS übertönte selbst den Schall meiner Tritte. Ich warf den Baumzweia fort und rannte, mit Ausbietunz aller Kraft vorwärts, immer vorwärts zum Umkehren war eö zu Ipät.' Die Moskitos kamen mir in die Augen, in die Nasenhöhlen, in die Oh ren, den Mund; 'kaum konnte ich mit den gleichfalls arg zerstochenen Händen es möglich machen, daß ich noch Athem Ziu holen vermochte. Meine Finger trief ten von Blut.' Ich fühlte, daß ich in diesem furchtbaren Kampfe zu erlahmen begann. ein unbeschreiblicher Schauer überlief mich, ich schrie vor Angst und Entsetzen, mir grauste vor dem elenden Tode m dieser Gestalt. 'Der - lekten sünr ' Minuten dieses nahe. Endlich erschlafften meine Beine, Zch stolperte, fiel .. .V. ;". , ! Ich fiel gegen die Fenz (Umzaünung) eines der ersten Häuser in Canaar..' Der ffall brachte, mich wiederetwaS zur Be sinnung7 aber ich war. fast blind, hatte nur einen schwachen Schimmer vor'den Augen, der mir ermöglichtes mich bis zur Thüre zu schleppen und schwach umHilfe zurufen. ' - . . Die Tbür ama' auf. mehrere StM men schrieen vor Entsetzen. Ich, hörte . m . r. , , V. ri . n . t. i gch den us : .GUllger Voll,. .er yar den. ZlkoSrito'umps pasjirt j,Wann vergingen mit die Sinne. ' . ; ; ' . rst nack drei Taaen. ernaSte ZS au? fflkderphantasten, nur. meine sehr kräs. I V . . . . . . c . kvn.e i ylotiir ceueie Nliaz ooci ouc. ivtzq rtrt Wocken mukte ich auf dem Kran kenlaaer -zubringen.' D Narben aus I t.C ! C.t .4 t.f J .(44 OlCICixi fam, U4.tvii.4iuj Gesicht trug ich noo) zwlt Monate W. S. Die neuen Dantenhütr. ,DaS folgende sinnreiche Rezept zur Her stellung der modernen Damenhüte macht gegenwärtigNunde durch die europäischen eitnaen:Man nebme ein arokesDrabi oder Gazegestell und beklebe eö mit Sei den u.Sammtlappen , den verschieden tenVröven.oa etNBlerleip,uno mmen, I cv.v cm.(t.i.x.r v -! em uo ucon, aö' u wm I a . . t .Cf V m wÄ t m V amiI C L vriö u. a. viz vu,....,ivliiiuu,j em Bund yeu rann aua, n,azr syasen. Man stößt daS Kunstwerk mit der Jaust I . v v . ... CTN nrnitihnl 1 71 C.x! - i ein uno iui riia.

I den Dorhöfen der Civilisation. Vor etwa zwanzig Jahren waren die mehr als 150 Inseln des Fidschi-Archi. ; pelS mit ihren hohen Basaltkegeln.ihren üppigen Wäldern, ihrem Reichthum an j Brodsruchtbäumen, CocoSpalmen, Ba ' nanen und Vlnswurz?ln von einem Volk von Kannibalen bewohnt. Aller Wahrscheinlichkeit naäv liebten die Fid schianer daS Menschenfleisch um des Wohlgeschmacks willen, allein sie bemän telten die schauerliche Gourmandise durch religiöse Gründe. Der Appetit nach

Menschenflelsch ließ sie den Krieg lieben, und der Fidschianer verzieh derzeit sei nem Femde Nicht eber, als bis er gebra en vor lym lag. Wa aber auch aus ienen schönen Inseln kleine Geschenke die Freundschaft befestigen, so wurde mcht selten eine Lende oder ein Arm der .süßen Speise" zuA. Kitt gegenseitigen Wohlwollens ersehen und Mit Dank ge gen den Geber angenommen und ver zehrt.. Seither nun hat der Einfluß der civl isirten Raffe, besonders aber die Arbeit der Mistionäre,, auf diesen Menschen frester-Jnseln Wunder gewirkt. Die Fidschianer stehen zwar noch auf der untersten Stufe der Civilisation, allein der Reisende, welcher mit ihnen in Beruh rung tritt, findet statt des. feigen, verrätherifchen, grausamen Volkes von ehedem em freilich launische?, faules, aber gutmüthiges 'und höfliches Geschlecht, besten Verwandtschaft von Adam her er sich nicht so arg, wie sonst, mehr zu schä' men hat. Allerlei seltsame Sitten und Gebräuche haben sich die Fidschi Insulaner sremder Anstrengung und fremdem Ein nun zum Trotz, lndek noch erhalten. Die Fidschianer sind Gestalten von Mittelgroßer Statur, von muskulösem Korperbau, dunkler, eigentlümlich rauher Haut und schwarzen, buschigen Haaren. Ihr lebhaftes Mienenspiel, der schnelle Wechsel ihrer Stimmungen verräth die südliche Raste. Freude und Dank geben sie durch Händeklatschen, Aerger und Zorn mehr durch mürrisches Wesen als durch Worte kund. Derdeleidlate Säi'bllma steöt emen Stad in die Erde, damit derselbe ihn an die midttsahrene Unbill erinnere. Zieht er ihn heraus, so hat er seine Rachege danken aufgegeben, nimmt aber noch gern die Opfer ambati an, die ihm bei solcher Gelegenheit vom Belei diger dargebracht werden. Die Häuptlinge oder Köniae stehen. obgleich untereinander an Rang und Macht sehr verschieden, doch alle auf einer ungleich höheren Culturflufe als das gemeine Volk. Sie unterscheiden sich indeß auchdurch äußere Abzeichen von ihren Unterthanen, vornehmlich durch den Turban oder Sala, desten unberech tigtes Tragen früher mit dem Tode bestraft wurde. Große Häuptlinge tiii schmücken stch mit einer besonderen Muschel oder einem Kragen von Wal sischzähnen; die Art, wie sie einen höl zernen Kamm in ihrem Haar befestigen, ist ebenfalls bezeichnend für ihrenStand. Beim ' Könige thront derselbe auf der Mitte des Kopses, die Tuferstehenden tragen ihn an der Seite, die niedrigste Elaste hinter dem Ohr. Begegnen rm Range Gleiüstehende einander auf der Straße, so begrüßen ste stch mit dem Freundschastsgruß der Weißen, dem Händeschütteln, alle Ande ren lrlecuen dem vaupliina aus oem Wege und legen ihre Keulen nieder.' Außer dem eigentlichen Mbure oder Tempel, in dem früher schreckliche Menschenopser dargebracht wurden und auch jetzt noch öffentliche Feste gefeiert werden. giebt es noch rnbiira ni ta, daS bedeutet SchlafhSuser. Dorthin begeben sich allabendlich die Männer und kehren erst mitTagcögrauen zu ihren Familien zurück. Die Nacht mit ihren Frauen unter' einem Dache zuzu bringen, verstört nämlich bei den fidschiänlichen Gentlemen gegen den Anstand und selbst die Knaben haben bis zu ihrer Volljährigkeit ein besonderes Mbure. Att den Festen im Tempel herrscht strenge Etikette und Keiner darf einen anderen, als den ihm gebührenden Platz einnehmen. Das Amt eines CeremonienmeisterS versteht gewöhnlich einVrie ster, was lhm aber seine andere Pflicht auserlegt, als seinem Magen daS Erste und Beste zukommen zu lasten. Was nun die Festtoilette der Fldschia ner anvetrmt, o veneyt uq die eide ganz besonders auf die Frisur. Auf diese wird viel Zeit und Geschicklichkei! verwendet. Der Friseur ist daher ein Person von hohem Ansehen. Je schöner der Serr srinrt ist. desto aröner der Werth , des betreffenden Künstlers und ! der Stolz feines Herrn. Im Haufe des ! Vornehmen befinden sich in der Regel mehrereHaarkünstler und kein Insulaner kann dort den Friseur entbehren. In den Häusern der Könige gestattet man dem Friseur keine andere Arbeit zu ver richten, a!S zu fristren,:ja man gestattet nicht einmal, dasz er die Mahlzeiten ohne Bedienung zu sich nehme. , Die Fidschi Insel bilden somit daö Paradies der Friseure. Und welch ein . geduldiges Opfer der Friseurlaune ist z. B. ein Häuptling auf Fidschi. Zwei Stunden läßt er mindesten? sich das Haar mode gerecht zerrupfen und zerzupfen und rührt sich nicht eher, ate bis im eigens lichftea Sinne desWorteS dasselbe sammt seinem schönen Schnurr- und Wollbart zu Berge steht. Daö Werk drs Haarkünstlers beginnt mit dem EinZlen durch ein geschwärztes Fktt, sodann wird s,st jedes Haar ein zeln um eien dünxen Schildpattstocr gewickelt, gebrannt und hochgekämmt, das mehrere Zoll hohe Toupet verschwindet dann unter dem Sala. Neuer dingö haben die Msstonäre diese Frisur sammt dem Turban aus ReinlichkeitZ gründen, damit aber auch eine kühlende und gesunde KopsbedeSung, verboten. Kindern schneidet man daS Haar kurz und ZSrbt es roth. Viele schneiden es in allerlei seltsamen Mustern aus, nur hm te? einemOhr bleibt ein längeres Büschel stehen. Gesallsüchti und eitel sind die Fidschi'Jnsulanerinnen nur im ledigen Stande, dann bauen sie ihr Haar aus und schmücken eö phantastisch mit frischen Blumen. Nach der yelraty aber der meiden sie solche Künste als unnütz, viel leicht als unklug; die jungfräulichen Locken veiüen der Scheere, und das

Haar wird ähnlich w'ie bei den Männern geordnet. Unter den sidschianisHn Vergnugungen steht der Tanz obenan? dieser ist bei. beiden Geschlechtern gleich beliebt. Besondere Meister unterrichten in derKunst, -wenn auch ihre Tanzstunde etwas von der unseren abweicht. Um ihr Gedächtniß 'zu .unterstützen geben die Eingeborenen ihren Botschaf tern bei wichtigen Kriegs- und Staats fendungen so viele Stöcke mit, als sie verschiedene Misstonen haben. Ihre Gröhe und Dicke variirt nach der Wich tigkeit einer jeden Sache. Ist ein Vertrag geschloffen, so wird eine Wurzel, aus der ein berauschendes' Getränk, der sogenannte Fidschi Grog,.bereitet wird, ausgetauscht, und die An . gelegenheit ist wie durch den Eid des Europäers besiegelt. Beim . Fidschi ' Grog fällt mir ein, daß die rothe Nase dem Fidschianer durchaus kein ominöses. Anzeichen ist. im Gegentheil, er bemalt, sein ganzes Gesicht schwarz und taucht nur die Nase . mit Vorliebe in grelles. Roth. Mann und Weib durchlöchern sich Na. sen und' Ohren, aber während das' letz tere sich an se einem Loch genügen lät, ruht der Mann nicht eher, als bis er sei nen Ohrlappen solche Oeffnungen beigebracht hat, daß größere Gegenstände daran befestigt werden können. DaS Ohr vertritt dort häufig die Stelle der-Westen-oder Rocktzsche, besonders gern werden Streichholzbüchsen darin gebor gen, damit man ste schnell erreichen kann. Die Frauen unterwerfen sich einer sehr üblen Procedur, welche sie ost mehrere Tage unwohl macht, nämlich dem Täto

wiren. Wie Fidschianerin glaubt die Gnade der himmlischen zu gewinnen und freundlicher von ihnen im Jenseit empfangen zu werden, wenn sie sich die ser Qual unterzieht. Der Akt des Tä towirens wird immer von einer Frau vollzogen, die mit spitzem Instrument aus Knochen die Haut an beiden Mund winkeln und an jenen Körpertheilen riht, die gewöhnlich von der Kleidung bedeckt sind, svdann werden die äußerst schmerz hasten Wunden mit einer blauen Farbe eingerieden. Von grausig verwirrten relZci'ösenVe griffen geben vornehmlich die Opserun gen dieses eigenihürnlichenVolkes Kunde, das da glaubt, genau so die Gefilde der Seligen zu durchwandern, wie es diese Erde verläßt, d. h. in voller Krost des Lebens. Das Verhältniß des FidschiInsulaners zu Vater und . Mutter ist immer gut, ost zärtlich, nur den zum Krüppel Gewordenen .vergiftet und tödtet man. Eines Tages abr verkündigtder Sobn seinen Eltern feierlich, daß die Hütte für Einen'von ihnen zu klein ge worden und die Opferung vor sich gehen müsse. 'In diesem Fall wird ein Fami lienrath berufen und der Opfertag be stimmt. Gewöhnlich fällt dieser in die Zeit der tnroZ'Reise; tarvZ ist ein Hauptnahrungsmittel der Insulaner welcher Frucht ste bedürfen, um das Fest, .mdurva. würdig auszurichten. Alsdann .hat die betnffende Person' selbst zu entscheiden, ob-Erdrosteln oder' Lebendigbegrabensein ir Loos sein' soll.Kommt endlich der Schreckenstag, so bringen die Anverwandten Geschenke vontapa' (Matten) und irnbi (Oel) und klagen und trauern, bis die Opscr Handlung vor sich echt. Während da bei die Traurrversammlung sich mit Muscheln schmückt und den Turban aussetzt, bezeichnet der Todgeweihte selbst ;. die. Stelle. . wo " er lebendig begraben uerden : soll. Ist das Grab fertig, so steigt cr hinab, und Freunde und Angehörige weinen und' jammern und zerfleischen sich den Körper mit scharfen Messern, dann nehmen Alle Ab schied, hüllen daS Opfer in tapa (fidschianisches Gewebe) und achten beson ders daraus, daß das Haupt gut um wickelt ist, sind endlich noch eine Menge Stöcke aus dcn Mpcr gelegt,, so mird Erde darauf gethürmt, und die Leidtra genden ziehen sich zurück. In der fol senden Nacht legt der Sohn des OpferS daS el tala Lebe wohl ' , (eine Wurzel), auf das Erab, und die Ceremonie ist vollendet. ES muß aber noch hinzugefügt werden, daßKinder und Angehöriae nicht immer den ersten Anst.tz zur Opferung geben, ost genug ergreift der Lebensmüde selbst die Initiative da zu. Von eigenthümlichem Interesse wird für den Fremden auch das Leichenbe gangniö eineS groben Häuptlings fein, der eines natürlichen Todes verstarb. Schon um sein Krankenlager versamI melten sich seine l 4t t ? SYf Mha. wandten, harrlen des letzten Augenblicks Vt4llU(.l4 viitVll" und gaben dem Abscherenden zwei Wallsischzähne in die Hand, das er da mit nach dem Baum des Lebens- erse. der am Wege zum Jenseits steht. Jetzt ' ist der Tod eingetreten, und dazu Ver Afitt hrtrrtti h? P J!t Ynn V i Wtl Vb Vif II " "W " gwm w schen, sie mit Oel zu balsamiren undHalö,. Brust und Arme mit schwarzer Flüssigkeiti zu oestrelyen. wenn er ieoie, mtl.m, r rm ' . ... T. KriegSschmuck und cu!e ausgestattet nimmt der todte König sodann den Ab schiedskuß der untergebenen Häuptlingeentgegen, die mit ihren Leuten zur Be-. gräbnißfeler erschienen stnd. und der Augenblick naht, wo die treuen Weiber,, die dem Gatten durch daS Thal des To t. - r . . . . cm fi i..r. oes folgen ouen, olezen Äun,q äußern dürfen, woraus sie dann sogleich erdros fett ueroen. Zehn dts fünfzehn grauen. folgen citf diese Weise oft ihrem Herrn. und Gebieter in jenes unbekannte Land wo sie mit ihm leben sollen von großen Bergen yani und taro. Meist folgen diese Flauen dabei auch ihrem eigenen ycrzensdrange, doaz kommen Fille vor. wo Verwandte, welche HauS und Land erberr wollen, die unglücklichen Geschöpfe zu iier serung gaimgen. m er hältniß sind solche Gewaltakte inbe& sebr selten, da die Frauen eS für eine große Ejre, ein besonderes Glück halten, mit ihren Männern in den Tod gehen zu dürfen. Von dem Verlangen getragen, dem Häuptling so schnell als möglich zu folgen und in der anderen 2?lt seine LieblingSgaitin zu werden, eittet jede Frau, ihrem Dasein schleunigst ein Ende ,u machen. Mit all? Geschmeide. daS ste besitzt, angethan, nimmt sie auf eine, Matte Platz und rust laut: .Macht schnell und tödtet mich, damit ich meinen Mann noch überhole-, vozu die Anve senden ebenso laut Beifallklatschen.