Indiana Tribüne, Volume 6, Number 304, Indianapolis, Marion County, 22 July 1883 — Page 4

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MMM fOTW gegeil alle - Bluttrankheiten 6wii . " ' 7 - " LeberleideN. foi'Xin Zagcnleiden. Die Flasche murgcr Trvpfk festet 5 Gtnt$f. bet fünf vUfd'cn ?L.v : in allen Apotheken ;u babe oder locvbcn bei ?cfteUjsgn tm $ö.00 fcftenfcct terfnnbt durch The Charles A. Vogeler Co., (Nachfolger von 3. Tozeler & Qo.) - , Baltimore, Md. gegen alle Krankheiten der Dr. ? König'? ßamirffrr Vrnftthee fcird nur m Origlnal-PaZkten. Preis 25 Cents, oder fünf Packet $1.00, verlaust : in allen Apotheke pt haben, oder wird nach Empfang des Betrage frei nach allen Thkllen der Verewigte Staate der. sandt. Na adressire : The Charles A.Vogeler Co.', l5achso?üer von . Vogel ck Co.) Baltimore, Md. reute itbtn Nch fit5 .t 14 rtflfc t!"r ÖiJftitnt i.u t!r I 9 8 i nlOinnun ;u tJ ir-?r.. ilSL, 23 tin:t tiht ' fcciJi c'm' Wir Lde" ciffzi. i'ttt e?ld u tcitii u. S3ir 6rcu5en näi;r. rivuen, .ct-tn und V ä?. en, um für uns, zu üibklten. Jeder tt die 2CrSi: in seinem Wcbnort thun u- v,el Gel txtirtn. Ausstattung unett'aeltlich. Man sann He ?r,zeZeit der nur d,e " ußes:unden daraus vtzvacvttr. Ae ie äherer Angaben wende rn (ich on 2 tin I r , Psttland. Viain. t 2a3arcfce fcr.luitUi ! für Bhournatismun ,oi?-e c für aüe die schmerzliZen Rxc:Zti CS . tryi fc-- M? fcr tfi hrf 2?ictttn3. ; reinig den Zrv'.r von den lullere:: Sitte, welches die schrecklichen Schmerzen ver-i ::zastd:enu?von Tiycumattsr.ue redender zeL?llrdizt erde können. 3 Jp taufende vou gsLen der lSUmmsZen Art dieser furchtbaren rcnrv 9Cii zavr oie fjvjti incuc vncii'itraiTf und bald gründliche Heilung gesunde::. - - i- - . k. : - r C- rr I ' I . ckcrn rcrlJTift. In trockenem Zusiadö vr poft versend bar. () ,i. V. i. T.rc-.AT.vwyx Cn lirrfr;5toTuVt j siieis kl. Aiui id cr:r xroaen. xior. nr? TII33 Buclianan IVind tlill UN EXCELLEO FOR . . BEÄÜTT, DUBABniTT LIGHT RUNNING. ? k 5 ALL" KINDS OF cwkCkaa-wr

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Von Ncn? Orleans bis Cl Paso und

San Francisco. (Corrtrpn:n der N. I. Ttatlzettüng.) San Francisco, Juni 1883. .TaZ heutige San Antonio ist dem Leser aus verschiedenen Schilderungen zu gut bekannt, e!s daß ich auf seine zahlreichen Attraktionen eingehend hier wrückzukomlnen brauchte. Der auf der Reise nach Californien begriffene Tourist hat iQtthin zwei Tage hier vollauf zu thun, um all die Sehenswürdigkeiten, Zlltttthümer, Nzturschönheitcn, in erster Linie natürlich das itten in der Stadt an der Plaza gelegene alte Missiynssort Alaräo, die anderen beiden Missionsruinen unweit der Stadt, die von zwei Thürrnen flankirte, kuppelüberragte La Conception, sowie die noch schönere San Jose mit dem berühmten Thore und fei nern reichen Skulpturwerk an Faade und .Fensterbrüstung, die ; Kathedrale, San Pedro Springs mit ihrem prächti gen Park (in dessen Boden man aller dings bei Negenwetter stecken bleibt), die Quellen des San Antonio Flusses, die üppige Vegetation in der Stadt und Umgegend, mit rebenumkränzten, mooS drapirten Pecan und Eichenhainen, Government Hill mit dem Hauptquar tier des MilitärdepartementS vonTexaS, die nahen Canal Springs und die frühe deutsche Anstedlung NeuBraunfelS und vieles Andere, vor Allem auch daS malerischt.'koSmopolitische Volksleben in Augenschein zu nehmen. Unsere Reise weiter westwärts fort setzend durchkreuzten wir MedinaCounty mit dem gleichnamigen Fluß, lieblicher Scenerie (Medina Part) wie - gutem Äckerland und erreichen Uvalde County, eines der schönsten Countieö des vefllichen TexaS, in. dem u. A. die NueceS Berge eine Fülle großartiger Naturro mantik bieten. Der Sabinalfluß ist der bauptsachlichste Wasserlauf, und die 71 Meilen westlich von San Antonio gelegene Stadt Sabinal nimmt als Mittel Punkt und Absatzmarkt für die umlie gende Farmgegend eine wichtige Stelle ein. In dieser Gegend wird bereits künstliche Bewässerung vxtlt oder minder nothwendig, und deösallstge Anlagen stnd prajectirt und im Werke. Uvalde, 22 Meilen weiter, der Gerichtösttz deS County, ist am Leonaflub, der unweit der Stadt einen schönen kleinen See bil det, reizend gelegen. Von hier erstreckt sich auch eine Handelsstraße in'S nord westliche Mexico, die oft mit langen Wagenzügen oder Reihen Zchwerbepackter Maulthiere bedeckt ist. Hier befinden wir uns bereits gegen 1000 Fuß über dem Golf, und das trockene Klima gilt für äußerst zuträglich, besonders in den nahen, mmeralhaltigen Nuecesbergen. Die westwärts anstoßendenCountieS und Districte sind vorzugsweise der Viehzucht gewidmet und führen uns von Uvalde County in schnellem Auffliege demPecos und Rio Grande Flusse entgegen, in das texanische Hochland (cretacäischer Bil. dung) über. Cline le85Meilen von New Orleans), so benannt nach der Besitzung des in der ganzen Gegend wohlbekannten deutschen Viehzüchters Klein, ist wegen des komsortüblen geräumigen Hotels, das der selbe hier für Wintergäste unweit des von prächtigem Pecanhaine überschatte ten Türken Creek errichtet hat, eine nam hafte Station der Sunfet Route. Nicht weit von hier ist Fort Clark, ein wichtigeS Grenz.Fort, dessen Garnison oft zur Abwehr der Einsalle der Apachen auS dem dicht angrenzenden Mexiko requirirt wird. Die Landschast 'der Umgegend, die zumeist von Mexikanern be wohnt lyird, ist von seltenem Reiz. Im Westen und Süden lachende Thäler in unmittelbarer Folge, in blauer Ferne das schon prefilirte San Rosagebirge von Mexiko, vor uns ein scharfer Umriß des vieljach gewundenen Lauses des Rio Grande, zur Rechten die Kette des De vil's River-GebirgeS und der Coahoui lazug in herrlichen Maßen und malcrischer Gruppirung. Die bereits wüsten artigere Vegetation charakterisirt hier der zur Alonfamilie gehörige Spanish Dagger (spanische? Dolch gleich der Centurypftanze als nackter hoher Stengel aus palmenartigem Untergewächs senkrecht ausragend), Cactus und Ducca während große Schafheerden in dem trockenen Mesqultgras willkommenes, nahrhaftes Futter sinden. Bei Spof ford Junction, 710 Meilen von New Orleans, zweigt sich die mexikanische Linie der Sunsetroute nach Eagle Paß am Rio Grande und der mexikanischen Grenze ab, wo stellenweise eine reiche so wie tropische Vegetation mit der Staf sage spanischer .Casas" und Anlagen fremdartige Bilder hervorzaubert. Die großartigste Scenerie auf der neuen eisernen Heerstraße nach San Francisco bietet sich aber westlich von Sposford Junction, zuerst an dem, sich mit dem Rio Grande vereinigenden De vil's River mit seinen gewaltigen Ca nyonmauern, die sich über dem auf engem Pfade über dem Absturz dahinjausenden Bahnzuge, dachartig oder in kühnem Rundbogen hervorragend, in schwin dtlnder Höhe wölben, während zu unse ren Füßen die krystallklaren Wasser des Teufelsflusses dem . saffrangelben Rio Grande zueilen. Die Bahnbauten an diesen beiden Flüssen haben sich hier nur mit großer Schwierigkeit durchführen lassen. Ost mußten die Schienenpfade über dem Ab gründ des Flusses aus dem Felsen her ausgesprengt und manche riesige FelS spalte durch Trestle WorkS oder lange Brücken überspannt werden. Von den hohen Bluffs bieten sich aber auch wun 'derbare Aussichten auf die Flüsse und Berge.. Besonders anziehend sind die farbenreichen Partien, die ' der Rio Grande durch feine vielen Windungen im engen Felsenbette bildet. Seine gelben Wasser funkeln und sprühen in .den Strahlen der ausgehenden Sonne wie geschmolzenes Gold, das zu dem .Smaragdgrün der zahllosenPecanhaine, die die Ufer besäumen, scharfe Contraste ergiebt. Dann die grauen Felsen, die feilen Hänge,, über unS' der blaue füdliche , Himmel, in der Ferne mächtige Aergzüge, liebliche Thäler Mit grünem FrüblingSteppich überkleidet oder grs tesken Cactus und .Palmettogebilden überwuckert. und daS ' Einzelne bei jeder Windung- des .ft?fi3 sich zu

neuen Gestaltungen verschiebend kurz

ein Gesammttffett, ebenso elgenartlg und neu, wie romantisch und sesielnd. Der bedeutendste Platz in dieser Gegend ist Del Rio, dessen Glanzzeit als Handels station der voreisenbahnlichen Aera an gehört. Denn hier kreuzt sich wieder der alte berühmte, von blutiger Roman tik umwobene Santa Je Trail, die über tausend Meilen lange Heerstraße vom Missouri zu . den lerrae incognitae des seinen Süduestens. Freeman'S Hotel bietet Touristen und Kranken das Klima dieses Hochplateaus empfiehlt sich nämlich des Winters durch jene Trockenheit und Milde Gelegenheit zu längerem Ausenthalt und Ausflügen in die interessante Umgegend, besonders in Mexico hinein, daS .nur durch den Fluß von der Stadt geschieden ist. Ge genüber liegt noch die alte mexikanische Stadt, gleichen Namens, zu der man mittels einer, aus Baumstämmen im provisirten Brücke gelangt. Unmittelbar bei Del Rio ist der Zuckerhutberg, von desien Kegelspitze sich wieder eine schöne Aussicht bietet auf die von Be wässerungScanälen durchzogene Stadt zu Füßen, schmucke Farmen auf Meilen die Flußuser besäumend, in kurzer Entser nung den Rio Grande in seinen unaus hörlichen tzchlangenwindungen, weiter hinaus die blauen Rucken des Santa Rosa und Coahouila Gebirges in Mexico, ostwärts die amerikanischen Fortö auf steiler Höhe über dem Flusse, die Foot Hills der Las Moras-und NueceSketten ; in anderer'Richtung und nahebei das ZollamtSgebäude, auch die Fähre und Jurth zwischen Mexico und den Ver. Staaten. Doch noch weit überwältigender und bezaubernder als die Teufelsfluß-Region ist die Fahrt durch den über 20 Meilen langen.Srand Canyon" desRioGrande, die in Wirklichkeit die piec6 de re sistance der östlichen Hälfte der neuen Südpaciftcbqhn ist eine Partie, die durch die Gruppirung der Felfen, die Breite des Flusses, die Länge der Fahrt, die Lage des in Mitte der majestätischen Felsenhöhe, zwischen Fluß und Gipfel aus schmalem Psade schwebenden BahnbetteS, die großartigen Fernsichten auf den . schönen Rio Grande nach beiden Seiten, alle anderen CanyonPartien in der Union, die bisher das Dampfroß dem Touristen erschlossen, vom Weber und Echo'Canyon der Union Pacific in Utah bis zu den Grand Canysns deS ArkansaS und Gunnison der Denver & Rio Grande Bahn in Colorado, weit in den Schatten stellt. Jene Canyon Fahrten durch überaus enge, von senkrechten, bis 2000 Fuß hohenFelömauern umschlossene Pässe, in kurzer Schlangen Windung dem schmalenGießbach folgend, machen zumeist einen beklemmenden Eindruck und entbehrende! vollständiger Kahlheit dieser kalten, vegetationslosen Granitkolosse und ohne jegliche Perspec tive, großer malerischer Ensembles. An dc?S der Grand Canyon desRioGrande, der breiter angelegt, vom gleichfalls breiten und stattlichenFlusse durchsprengt. seine Windungen in allmäligeren, stets einen weiten Ausblick nach beidenSeiten vom Zuge aus ermöglichenden Kurven macht und an den Hängen hüben und drüben, wie unmittelbar an und mitten im Flusse genügende Vegetation zu? manniafacheren Färbunq der wunde? baren Gebilde ebenso erhabener wie prächtiger Scenerie besitzt. Die Perspektive in MorgensonneBeleuchtung ode? im sahlenMondltcht erinnern sofort an den oberen Hudson mit seinen pitto resken Uservistas, während die steile Abstürze und bis tausend Fuß den Zug überschattenden , senkrechten Felsmauern zur Rechten die ganze wilde Großartig kett Coloradoer Rocky MountarnPar tien damit verbinden. Wenn der Zug auf emem dtefer hohen EckBIuffs, die weit nach beiden Seiten ausschauen, langsamer fährt oder anhält, glaubt man, fast jeden Augenblick auf diesem mexikanischen Hudson drunten um die graciöseBiegung des majestätischen Vor gebirgö die wohlbekannten Etagen dampfer Rew Bork'e herangleiten zu sehen, während ein Blick aus die CactuS Vegetation der rechts wild zerrissen sich austhürmenden Sand oder Kalkstein bastionen uns sosort wieder belehrt, daß wlr uns m ganz anderer Zone befinden. Trotzdem dies die längste. Stunden währende Canvonfahrt ist, eilt doch der Zug viel zu schnell dahin, für den vol len Genuß dieses fortwährend wechseln den Panoramas, dessen beide Seiten so total verschiedenen Eindruck machen, und stundenlang könnte man hier an eine? Stelle verharren, ohne daß der Blick der großartigen Naturschönheit ermüdete. Ueber 2000 Fuß lange Tunnel werden durchmessen, schwindelnde Abgründe auf hohem Trestleverk langsam überschrit ten, enge Pässe in luftiger Schwebe überklettert, und immer bleiben uns der Fluß und die Plateaus deS gegenüber liegenden mexikanischen UferS, auf dem wir hin und wieder auf und abwandeln de Schildwachen bemerken, in Sicht. Von außerordentlich wilder Schönheit ist die Stelle, wo sich plötzlich zu unserer Rechten die Felswände zu einer breiten Seitenschlucht spalten, durch die de? Pe coöfluß schäumend und brausend sich hier in den Sio Grande stürzt. Ein - inte ressanter Punkt ist die .Bemalte Höhle" (Painted Cave), deren Oessnung auf steiler Höhe wir unten vom Zuge bemerkten. Dies war ein berühmter Schlupfwinkel der Apachen und Coman chen,die die Innenwände des Höhlen saalö, der am Ende eine natürliche Plat form und labyrinthische Seitenkammern besitzen soll, mit buntfarbigen Hierogly phen und Figuren bedeckt haben. Wei terhin giebt es noch .Painted .Rocks", denen aber die Natur selbst die merk würdige bunte Färbung gegeben, wie dem ähnlichen Naturwunder am Lake

Supenor. Der Rio Grand und PecoS, die bei aller Geschwindigkeit der Strömung im Ganzen doch eine friedliche Physiogno mie zur Schau tragen, , sind zeitweise, wenn Wolkenbrüche und Hochfluthendas Land heimsuchen, zu wildtobenden Strömen angeschwellt, die in rasendem . Laufe mächtige ' Baumstämme wie winzige Zweige dähinführen. Diese Jluthpe rioden treten in diesen Regionen be kanntlilch ohne Warnung und . Ankündigung ein. Heute bieten die Thäler den Anblick trostloser Dürre und . morgen . fc . , .

gleichen sie vielleicht schon einem unab

sehbaren Ocean. Doch die Eisenbahn hier oben ist gegen solche Zufälle sicher gestellt, zu ihre? Höhe lecken die gierigen Fluthen nie herauf. Nach Überschreitung deS Pccos befinden wir uns im gleichnamigen Coun in, daS auch von schroffen Granitformationen durchbrochen, und mit CactuS, Spanish Dagger, Mesquit übersäet, zum Theil den Charakter trauriger Wüstensteppen zur Schau trägt. Doch der Frühling zeitigt auch hier wilden Blumenflor, zuweilen von glühendem Colorit. Die Höhe über dem Meeresspiegel beträgt hier 6000 Fuß. Pecos, Presidio und El PasoCountieS, die 3 südwestlichsten Coünties des Riesenstaa teS Texas umfassen ein Areal von 54,000 Quadratmeilen, daS an Größe den Gesammtumfang von fünf Neu englandstaaten übertrifft. E! Paso County ist bereits im Jahre 1620 von den Jesuitenpatres besiedelt worden. Der Rio Grande, der daS County süd lich und westlich auf über 100 Meilen begrenzt, hat hier schmale, fruchtbare Niederungen geschaffen, die zumeist von den Mexikanern in Wein- und Obstan lagen verwandelt worden. Die Eisenbahn sührt unweit Fort Quitman (619 Meilen von San Antonio), und 3Mei len von El Paso, bei Fort Bliß, nach einem militärischen Grenzposten von Wichtigkeit (3600 Fuß über dem Gols) vorüber. Das umliegende Land ist mit Ausnahme der Culturoasen in den Nie derungen des Rio Grande eine unsrucht bare Sandsteppe, hie und da nur mit CactuS und Mesquit bedeckt.,' Nur eine kurze Strecke von hier und die Rocky Mountains steigen jäh und kahl zu be trächtlicher Höhe empor. Die Bevölke rung von El Paso County beträgt gegen 5000 Seelen, und- ist vorwiegend mexikanisch, fast ausschließlich in Guadalupe, San Jgnatio, San Elizario. Der jungen amerikanischen Eisenbahnstadt El Paso (1209 Meilen von New Orleans, die wir in der Nacht des dritten Tages erreichen) gegenüber liegt die alte mexikanische Stadt El Paso Del Norte, im Staate Chihuahua. ' El Paso ist zum Theil noch immer eine Grenzler stadt, aber allem Anscheine nach, im regen Wachsen begriffen. P. 0. Der menschliHe Wille, In Fortsetzung eines vor zwei Jahren erschienenen Buches: .Der thierische Wille", hat G. H. Schneider in Berlin das versprochene Werk über den mensch lichtn Willen herausgegeben. Hiemit ist ein kühn unternommener Versuch.daS menschliche Geistesleben in seiner Ent Wicklung au? dem geistigen Leben der Thierwelt herzuleiten, bis zu einem vor läufigen Abschlüsse gebracht und eine groß geplante Arbeit ausgesührt crden. Erwägen wir. wie außerordentlich daS Unternehmen ist, eine Geschichte des menschlichen Geistes zu schreiben. Da der Geist deS Menschen sich als Entwick lungsphase deS Einen, nur in Organis menur Erscheinung kommenden Geistes darstellt, so ist daS eine Geschichte deS Geistes ohne weitere Beschränkung. Das Revolutionäre, daS Moderne, das Freie dieser Absicht drängt sich auf. Man hätte noch vor fünfzig Jahren diesen Gedanken nicht fassen können; aber .er ist heute so faßlich geworden, daß man daran geht, ihn aufzunehmen und aus dem Bereiche derJdee in den derWissen schaft zu führen. Dies zu thun, ist Schneider's Vornähme. Man wird zwar erstaunt sein, vom menschlichen Geiste reden zu hören, während der menschliche Wille als Titel erscheint. .Aber dies? Befremden läßt sich beseitigen. Der Ausdruck Wille ist nur ein Hilfsmittel ; er führt dasjenige, was das thierische Leber vom pflanz lichen unterscheidet, das Vermögen der willkürlichen organischen Bewegung, der Handlungen im ganzen Umfange auf einen gemeinschaftlichen Boden ; Btwe. gung des Körpers und der Glieder, em pfindende, wahrnehmende, 'vorstellende, denkende Thätigkeit bis zu? abstraktesten Denkhandtung des Philosophen Alles führt dieser Hilfsausdruck ans dcs Ver mögen de? willkürlichen Regung zurück. Nicht jede Erscheinung, die auf dem Ge biete des Willens vor sich geht, ist geistig gleichwerthig ; aber jede Handlung ist insofern mit jeder andern vergleichbar, als sie in den Umfang der WillenSre gungen gehört. Ob diese Willkür eine freie oder determinirte sei. ist vorderhand ohne Belang; desgleichen auch die ei gentlich erkenntnißtheoretische und metaphysische Betrachtung, was dieser Wille an sich sei. Den Willen so weit ergründet zu ha ben, ist noch nicht vonnöthen, wenn eS sich erst darum handelt, die WillenSSußerungen der Organismen zu ordnen, zu gruppiren, zu vergleichen. Daß der Or ganismuS erregt ist und Regungen fort führt, wenn mißhandeln, ist zuzugestehen. Die besondere Art de? Handlung des Organismus, die Denken genannt wird, ist hier mit inbegrissen. Es ist noch nicht erklärt worden, wie eS kommt, daß aus Bewegung von Nervenfasern Vorftellun gen entstehen ; zugegeben, aber hier gilt zunächst die Bewegung, und diese reiht sich dem Willensgebiete ein ; ihr Er kenntnißinhalt wird nicht. unbeachtet ge lassen, allein immerfort als eine geson derte Erscheinung mit in die Betrachtung der Handlungen aufgenommen, die dann eben Handlungen mit Erkenntnißinhalt sind. Die physiologischen Regungen derOrganismen sind von diesemWillenSgebiete ausgeschlossen; zwar trennt dieselben von den übrigen keine unüberbrückbare Klust; aber eS handelt sich hier nicht um sie. Nur an einer Stelle ist es nöthig, sie mit in die Betrachtung zu ziehen, wo eS sich um die Abscheidung der phystolo gischen von der Willensregung handelt. Die physiologische Bewegung bleibt im mer dieselbe, auch unter Veränderung einwirkender Ursachen ; die Richtung der Willknöbewestung hängt jedoch von dieser Ursache ab; sie wird, je' nach Art dersel ben, attractiv unk . repulstv erscheinen; und dikse veränderte Wirkung auf andere Ursachen hin charakterisirt sie als psychische Reaction : es tritt nämlich ein veränderteZ Bewußtseinsbild mit in die Causalket'e, welches die Reäctionswir kung bestimmt, ohne an dem. Bestände

des CausalverhältniffeS zu rütteln. Handlung und Bewußtsein gehen Hand in Hand. Die Reflexbewegungen sinden

hierbei ihre bestimmte Stellung. Es sind überhaupt dreierlei Reflexbewegun gen zu unterscheiden : mechanische, physiologische und psychische. Hierüber äu ßert sichSchneider folgendermaßen: Die physiologischen unterscheiden sich von den rein mechanischen, bezüglich physikalischen Vorgängen, die wir auch Reflexe nennen, hauptsächlich dadurch, daß sie nur in lebenden Organismen zu Stande lom men und ihre Ursache im vegetativen LebenSprocesse haben. Psychische Reflex bewegungen dagegen sind solche, . welche durch Erregungen von Bewußtseins'Er scheinungen verursacht werden. Ein physiologischer Reflex kann nur einmal durch eine äußere mechanische oder chemische Ursache hervorgerufen werden, und dann kann die Reizung auch im Innern durch den Lebenkproceß desOrganiZmus selbst bedingt sein. Psychische Reflexe können aber dreifache? Art sein. Erstens werden psychische Erregungen durch von außen kommende mechanische Einwirkun gen verursacht; dann ist der Verlaus folgender : die Wirkung de? mechani schen Ursache ist eine physiologische Erre gung (Erregung sensibler Nerven); diese wird wieder zur Ursache und bewirkt eine psychische Erregung (Empfindung oder Wahrnehmung); erst diese letztere bewirkt den psychischen Reflex (Trieb, Wille); diese Wirkung wird wieder zur Ursache, deren Wirkung eine andere physiologische Erregung (Erregung motorischer Nerven) ist, und diese endlich bewirkt wieder einen mechanischen Effect (etwa Bewegung eines Körpertheils gegen den andern). Ferne? kann der psychische Reflex durch eine physiologische Veränderung imKörper verursacht und endlich kann die psychische Erregung auch direkt durch andere psychische Vorgänge hervorgerufen wer den. Die psychologischen Glieder sind die Hauptsache beim psychischen Reflex. Wie man nun einerseits alle mechani schen und chemischen Vorgänge in ein zelne mechanische, bezüglich chemische Reflexe und alle physiologischen Erscheinungen in einzelne physiologische Reflexe zerlegen kann, so ergiebt auch die Ana lyse der psychischen Phänomene, daß die selben aus einzelnen psychischen ReflexVorgängen zusammengesetzt stnd. Nicht nur einzelne einfache unwillkücliche" Bewegungen, wie etwa das Husten, Nießen, Erbrechen, Kratzen, Schließen der Augenlider :c.,sind psychische Reflex Erscheinungen, sondern die complicirtesten Handlungen des entwickeltenMenschen sind nur aus verschiedenen Reflex Wirkungen zusammengesetzt." Hiemit ist derBoden der Untersuchung geebnet; es wird also eine durchgreifende Analyse der Handlungen vorzunehmen sein. Zunächst ist eine weitere Sche!dung zwischen Trieben, d. i. Handlun gen im engeren Sinne (Regungen die zur Bewegung leiten) und psychischen Anregungen im engeren Sinne, daö ist Empfindungen, Wahrnehmungen und Vorstellungen, vorzunehmen. Die Triebe associiren sich mit den psychischen Erregungen zweckmäßig. (Zweckmäßig sind unter allen Erscheinungen, die sich eingestellt haben, diejenigen, welche der ArtErhaltung dienten, wonach sich also eben die zweckmäßigen erhalten mußten.) Die Gesammtheit der zwcamaö?aen causalen Beziehungen macht dns Leben aus; außerhalb desselben existirt keine Zweck Mäßigkeit. Die Association von Trieb und psychischer Regung ist von grundlegender Zweckmäßigkeit. Die Analyse der mit Bewegungen associirten psychischen Regungen stellt NUN folgende weitere Gruppen auf: 1. Solche Reflexbeweaunaen, welche durch subjektive Empfindungen und durch unmittelbare Berührung mit den Außendingen hervorgerufen werden ; 2. solche, die durch Wahrnehmungen der Dinge aus der Entfernung verursacht werden ; und 3. solche, welche ihre U?sache in Vorstellungen (Reproductionen von Empfindungen und Wahrnehmungen) haben; Empfindungs, Wahrneh mungs und Vorstellungö-Reflexe. Die ersteren zwei, die Schneider auch sinnliche Reflexe nennt, bilden die instinctiden Handlungen und sind der Hauptfache nach der Bestand der thieriichen Willenserscheinungen; die zweckbevuß ten Handlungen oder die Willkürbewegungen lm engeren Sinne sind aus Em psindungS-, WahrnehmungS und Vorstellung? Reflexen zusammengesetzt, sie find der Hauptbefland menschlicher Handlungen. Zweck ist nun, kurz ge sagt, immer daS vorgestellte Endglied einer causalen Erscheinunasreihe; Zwecke sind nur in der organischen Welt vorhanden, und zwar ist der beste Zweck im Bereiche des Lebenden, als dem Zweckbereiche, die Erhaltung der Art. Jweckhandlungen stnd nur möglich. wo Vorstellungen möglich sind, also bei den Menschen hauptsächlich; hier schei den sich Thier und Menschenwille. Der thierische Wille geht blS zur Wahrneh mungöhandlung, der menschliche geht in die Zweckhandluna ein. DaS Schönste an dieser Classtfication der Handhingen ist, daß sie keine ftrenz trennende ist; der Uebergang vom Thierreich zum crnri n . . , . xacnicycnrcicg ntCDi versperr:. ZU mal darin liegt ein fernerer Zusammen hang beider Reiche, daß das Menschenthu daö Ganze des thierischen Besitzthumö in sich trägt. Und mehr als das: die geistige Entwicklung deS einzelnen Menschen durchläuft alle Stadien der geistigen Entwicklung, die das Thier reich im Lause unendlicher Zeitkäufe durchgemacht hat. Daö morphologisch constatirbare'Geseh, daß die Autogenese das Schema der Phylogenese in sich dar stellt, dieses biogenetische Grundgesetz wird von der psychischen Entwicklung der Jndividuenbestätigt. Hiemit ist die Aufgabe der AuSsüh rungen Schneider's genau vorgczeichnet. Sein Buch zerfällt nun in drei große Abschnitte. Der erste verfolgt in der Ontogene d.h.in der vsychischenEntwicke lung des einzelnen Menschen, alle diejenigen Stadien, welche der geistige Zustand des Unerwachsenen und Erwachjenen mit dem Thiere' gemein hat ; es sind die Instinkte. Zunächst die Em PfindungS-Jnstincte: die Bewegungen vor der Geburt und die des Neugebore nen; .Athmen, Schreien, tastendes Su chen. Saugen, Aüöspeien, und 'die AuS

drucköbewegungen des Ekels, daS Zn-

wenden nach dem Lichte, das Einführen des Fingers in den Mund, daS Kauen. Ferner die WahrnehmungS-Instincte des Hinlangens und Greifens, die Nach ahmungS-Bewegungen des Kindes, so wie diejenigen des Hypnotisirten unt Erwachsenen im normalen Zustande. Dann, die Geschlechtsliebe als Wahr Nkhmungsgtfühl, AuSdrucksbkwegungen, Gewohnheiten u. s. w., In weiterer Folge, als zweiter Theil, kommen die specifisch menschlichen Handlungen; die Ontogenese erreicht daS Niveau der Gattung. Hier behandelt Schneider zunächst daö Verhältniß der Gefühle zu den Vorstellungen und zum Willen, serner den Willen im engeren Sinne, das, was wir gemeinhin Willen nennen; er widmet ein Capitel den einseitigen, un zweckmäßigen und krankhasten Handlungen im Gegensatze zum vernünftigen Handeln, und sindez hier leicht den Uedergang zu.der Unterscheidung der gu ten und ' dösen oder moralischen und unmoralischen Handlungen, und cr kommt zu dem kaum mehr befremdlichen Resultate, das der Darwinismus stützt, daß das Streben 1.26 vollkommener Art'Eraltnng ideniiSu) ist mit dem Sittengesetze. Hier wird Kant von Darwin abgelöst. Der letzte Theil des Buches behandelt die Entwickelung deS Willenseinflusses aus den Korper ; em seh? wichtiger und vortrefflich behandelterGegenstand. Ausgehend von der ersten Association von Empfindung und Bewegung, welche sich beim niedersten Thiere als Expansion und Contraction bei Berührung zeigt, wird die weitere Differenzirung dieser Bewegungen zu all unseren so verschiedenartigen Bewegungen und Handlungen, durch allmälige Abstufung, Locali sation und Specialisirung der Bevegungen, dargelegt. Zu dieser Differen zirung kommt eine allmälige Anhäufung und Combination der Handlungen, der Analyse solgt die Synthese. Und wie der tritt, scheinbar rückschreitind, ein Fortschritt ein, der die Handlungen er leichtert und sichert : die zweckbewußten Handlungen verwandeln sich, durch Uebung und Gewohnheiten instinctive und automatische. Zum Abschlüsse dcs Werkes gibt Schneider eine Erörterung über den Ausdruck der Gemüthsbewegungen und den Ursprung der Sprache. Diese beste Auseinandersetzung ist freilich nur skizzenhast, aber immerhin beachtenswerth. Eine andeutungsweise vorgetragene pä dagogische Schlußbetra'chtung krönt die Arbeit in würdiger Weise. Zum Abenieurerprozed in Paris. Obwohl der Prozeß des Marquis de RayS, in welchem es sich um Beschwindelung von Colonistep handelt, um einige Monate hinausgeschoben sein dürfte, hört die pariser Presse nicht ans. Beiträge zu den Acten desselben zu liefern. So veröffentlicht der .National" die Auszeichnungen eines Dr. A. Baudouin, der als Arzt mit der vierten Expedition san Bord der .Nouvelle Bretaane"', nack Port Breton fuhr. .Ich habe," schreibt Bauöomn, .den Stabenden versprochen, die Geschickte ibrcs lanaen Märtnrer thums niederzuschteiben. Gestern bin ich auS Australieze. wieder zurückgekehrt. Heule halte ich Wort. Mein Bericht ist ein Werk der Gerechtigkeit. Um sein Gluck auszubauen, v)ar der MarquiS de Ravs obne Erbarmen. Dreibundert Todte schreien wider ihn, und alle diejemgen, Die ich sterben sah, haben zu mir gesagt : Nicht wahr, Doctor, Sie wer den erzählen, was Sie gesehen haben, und unsere Brüder in Europa werden erfahren, wie.es uns ergangen ist?" Ach. die armen Leute, wie man fit beuch. lerifch, süßlich, grausam betrogen hat.. . Die Särge sind dicht an einander ge drängt in jenem Verlornen Winkel von Neuirland, den Herr de Rays uns in der Absicht, emen rtedhos daraus zu machen, als eine Stadt geschildert bat. Aber der Boden von Port Breton hat nicht alle diejenigen zurückbehalten, die man für ibn bestimmte. Der Fallstrick bat nicht vollständig verfangen." Nach solch allgemeinen Betrachtungen geht Dr. Baudouin kü einer AnzaKl traaiscber Fälle über, die ibm aus der Leidensae schichte von Port Breton vor schweben. ..Da war unter den Auswanderern der .Nouvelle Bretagne" ein vermögender Mann aus Nancy, ein gewiffer Pltoy, der Nicht veniger als 1700 Aktien deS UnternebmenS aekauft hatte. ' Er war Besitzer von 14 Schiffen auf ver ceufe gewesen und hatte Alles verkauft, um mit seiner ffrau. drei Kindern und einer Nichte sein Glück in Port Breton zu versuchen. Die Ueberfahrt kostete ibm an dreitausend kranken für jede Person. Er war voller Zuversicht, macyre Die großartigsten Pläne, wie er seine 1700 Hektaren anbauen wollte, und lauste in Singapore Sämereien aller Art. Ackerg'rSthschasten, vierbeinige und befiederte HauSthiere u. s. v. Seine in Liki'Liki gelegene Meierei sollte Nancy, der sie nach der Karte, welche der Mar quis de Rays H.Ute austheilen lassen, durchfließende Bach Meuse, ein sie be grenzenderHügel Montaigne Thiers hei ßen, und die schlechten Auskünfte, die man unterwegs erhielt, vermochten ihn in seinem Glauben an den frommen Marquis und dessen Kolonie nicht irre zumachen. In Licki'Licki fand er nicht eine Handbreit des anbaufähigen Acker lande?. Seine Thiere mußten getödtet werden und bald trat der Hunger an die Familie wie an ihre Unglücksgefährten heran. Ein heftiges Fieber verzehrte seine Kräfte, und im Delirium erhob er sich von seinem elenden Lager, um den MarquiS de RayS zu verfluchen und das L00S der Seinigen zu bejammern. Seine Frau folgte ihm bald in'S Grab. Die drei Kinder wurden krank nach Sk'ney gebracht, wo sie der öffentlichen Wohltbätigkeit anheimfielen; die Nichte, ein hübsches erwachsenes Mädchen, rettete sich auS der Armuth in die Schande." Aehn liches berichtet der Arzt von einer belgi schen Familie mit 6 Kindern, die ihr ganzes Vermögen, 25.000 FrcS., an die Auswanderung gewagt hatte und im schrecklichsten Elend verkam. Wunder in Galizien. Geschehen heutzutage . noch Wunder? Diejenigen,. welche unser Zeitalter daS

.philosophische Jahrhundert zu nennen belieben, werden über Obskurantismus, den dieseFrage bringt, sicherlich Soll Verachtung an der Nase rüpsen. Anders wird jedoch die Antwort lauten, wenn man sich an die Insassen von BoleftraSzyce um Auskunst wenden sollte. In dieser bei Przemysl gelegenen Ortschaft ist nämlich so wird behauptet die Muttcrgotteö leibhaftig erschienen ; zuerst soll sie sich einem dreizehnjährigen Jünglinge, der die heilige Erscheinung auS den Tiesen eines kleinen Brunnens aussteigen sah, geoffenbart haben. Der Brunnen kam bald weit und breit in Ruf, so daß dieLandleute sogar auS ent sernteren Gegenden nach dem Wunderorte zu pilgern begannen. Unter den WUsahrern fand sich zwar nur seltenIemand, der von der Wunder. Erscheinung etwas zu sehen bekam, allein daS Mißtrauen einzelner Skeptiker wurde mit dem Hinweise aus den altbewährten ErsahrungSsatz beschwichtigt, daß derartige Vistonen nur den AuServählten,den Frommen und Gerechten zu Theil wer den. In Folge des in Boleftazyce entstandenen RummelS sah sich der Orts psarrer Pater Rejnaro gezwungen, von der wunderbaren Offenbarung Maria'S, seinen Oheim, den Przemysler DomHerrn nnd Dechanten Herrn LitinSli, in Kenntniß zu setzen ; derselbe erschien kurz hieraus an Ort und Stelle, um dem Volke trotz der von seinem geistlichen Adla tuö ausgesprochenen Zweisel zu erklären, daß die Kunde von der übernatürlichen MuttergotteS'Erscheinung sich vollkommen bestätige. Insgeheim beauftragte aber Herr LitynSki das Gemeinde-Ober Haupt von BostraSzyce, während der Nacht den Brunnen sorgfältig zu untersuchen und AlleS, was in tiesem Grunde desselben vorgefunden werden sollte, herhervorzuholen. Der biedere Gemeinde Vorsteher beeilte sich natürlich, diesenAus trag, und zwar mit Zuhilfenahme einer geweihten Kirchenstange, pünktlich auS zuführen ein übernatürlicher Fund km indeß nicht zum Vorschein. AlS sich am nächsten Morgen im Dorfe das Gerücht von der erfolgten Prosanation deS Wunderbrunnens verbreitete, enfland ein förmlicher Sturm der Entrüstung gegen den gottlosen Gemeinde-Aeltesten, der beschuldigt wurde, daß er die Mutter gottes erzürnt und zur Einstellung ihrer Offenbarungen genöthigt habe. Bei der außerordentlichen Erregung des LandVolkes wäre es ihm gewiß übel ergangen, wenn sich nicht zu feinem Glücke einige fromme Leute mU der Versicherung gemeldet hätten, daß dieMuttergotteS nach wie vor in manigfachen Gestalten erscheine. Die Wunderstätte wurde sodann mit Bewilligung des Przemysler Bi schosSStupnicki vonzwölfEkistlichen ord nungsmäßig eingeweiht, bei welcher Ge legenheit sich Pater Brzicki in einer Pre digt sehr eingehend über das Wesen der Wundererscheinung au-ließ. Seitdem hat BolestraSzpce, daß so glücklich ist, den in Rede henden Brunnen zu besitzen, eineS überaus großen Zuspruches von Seiten der galicischen Bauern zu erfreu en, welche, um die Wunder-Erscheinung zu erblicken. Feld und Arbeit im Stiche lassen und sich zu allerhandAusgaben bequemen. Turnawka (eine Ortschaft bei Krasiczyn), wo die Muttergottes gleich falls in der Nähe eines Brunnens rrschienen sein soll, erweist sich bisher nicht so zugkräftig vieBolestraszyce. Wir fügen hinzu, daßvir diesen Bericht der gut ka tholischenGazetta Narodowa entnehmen, welche eS entschieden rügt, daß dieBehörden diesem Wunderwesen nicht zu steuern suchen. ' er enttäuschte Gourmand.

Ein arg hineingefallen Ehemann war jener Wäschermeister DeschampS von Boulogne bei Paris, der feine Frau auf ihren im ganzeDorfe wohlakkreditir ten Ruf als vorzügliche Köchin heirathete und nachher zu der traurigen Ueberzeu gunz gelangte, daß die besagte Dame kaum im Stande war, einen Erdäpfelbrei ordentlich zu bereiten. AlS Gour mand fand DeSchamps die Enttäuschung um so herber, da daS Esten nicht nur ungenießbar, sondern auch meist verspä tet auf den Tisch kam, da die liebenSwürdige Gattin sich nach einigen Mo naten als eine gründliche GewohnheitS säuferin entpuppte. EineS Tage?, wo die Suppe noch mehr angebrannt wa?, wie sonst, rief Deschamps seiner Frau zu: Warte nur, heute henke ich Dich auf !" Madame lachte und stürzte ein GlaS Wein (es war nicht das erste und nicht daS zweite) hinunter. .Hau nur da rauf loö", rief ihr der Wäscher zu, .iß Dir den Wanst voll und trinke soviel Du kannst, eS ist so wie so daS letz?emal." Wieder lachte Madame, folgte aber den Weisungen ihres Gatten aus'S GewissenHasteste, sie war bald so voll, wie eine Boa Constrictor. Nun dachte DeSchamps mit allem Ernste daran, seine Drohung auszuführen. Da er Pom pier der Gemeinde 2?, holte er aus dem Kasten seinen sü? diesen Behuf nicht bestimmten Rettungsstrang, schleppte seine durch den Rausch bewußtlos gewordene Gattin bis ans Fenster und knüpfte sie an dem Schließer auf. Dann lief er in'S Dorf und erzählte, seine Frau habe sich aufgehangen. Nachbarn eilten herbei, schnitten den Strick und brachten durch Reibungen und allerhand Mittel die Erhenkte wieder zu sich. Nun kam auch die Wahrheit an den Tag. DeSchamps wurde daraus verbastet und kam unter der Anklage des versuchten Mordes vor oas Schwurgericht. WiefeS mutz ledoch aus Gourmands zusamnengesetzt gevesen sein, welche der Aakt sind, dafc 5 für eine Hausfrau kein ärgeres Vergehen !4 r crn. ...c v: r.: c i : x . jliv, uia iiui Miuim uu uic Klimme Kost arten zu lassen.denn sie haben den 5enkerWäscker sreiaesvrocben. Ob er jetzt aus pünktliche Bedienung rechnen oars ? Die Sünden eine? Menschen. Ein orthodoxer Prediger m Jriesland (Holland) sprach auf dnKan. zel über die Sünden der Menschen und äußerte sich dabei folgendermaßen: W:nn alles Waffer !m Meere Tinte, alle Blätter der Bäume Papier, jeder GrasHalm eine Feder wäre und alle Menschen. würden so altj wie Methusalem un könnten während hreS ganz:., Lebens Tag und Nacht, schreiben, so würden sie die Sünden eineL Menschen nicht be schreiben können !