Indiana Tribüne, Volume 6, Number 304, Indianapolis, Marion County, 22 July 1883 — Page 3
A!e LkatsHswwester. PsqholegiZZe Ctudten on Dorothea Vsettchtk.
Die VkreinZtante, die Modenärrin, sie alle sind harmlose komische Geschöpfe im Vergleich mit dem Uebel aller focia len Uebel im Kleinen vielleicht auch im Großen dem Krebsschaden der Ge sellschast und des Verkehrs von Frauen im Besonderen der Klatschschwester. Ich habe sie ordentlich lieb, diese VereinStsnte obgleich ich wohl weiß, wie unervidert diese Liebe ist denn erstens ist sie fast immer eine Art Original, ist selten bösartig, führt sogar ost Gutes im Schilde, das sie bei genügender Ve harrlichkeit sogar zur Ausführung zu bringen tteiß und besiht eine freiwillige der unsreimillige Komik. Und die Modenärrin ? Hat nicht auch diese vol len Anspruch auf das Interesse und die Dankbarkeit aller derjenigen, denen sie durch ihre Affenthorbeit Spafc macht vorausgesetzt, daß sie nicht unter den Folgen des Modenarrentbums zu leiden oder für deren Ausschreitungen aufzu kommen haben dann hört natürlich die Sympathi? auf. . ; . Aber die ttlatschschestcr-die Götter mögen mir verzeihen, wenn ich ihr Werk nicht zu würdigen weiß sie ist mir von jeher in tiefster Seele verhaßt gewesen, so daß auch nicht derSchatten einesMitgesühls für sie bei mir Wurzel zu fassen vermag, uno wo icy ue auq in oer oe . kannten, selbstgegrabe7.en Grube zappeln sehe in die sie zur Freude aller . Anti'Klatschschwestern, immer und immer wieder fällt, freilich ohne dadurch gebes sert zu werden, auch nicht die Spitze meineZ kleinen Fingers würde ich rühren, um ihr herauszuhelfen. . Ja. ich hasse die Klatschschwester die . weibliche und die männliche au? zwei Gründen : erstens auZ Prinzip im All . gemeinen, und zweitens, weil alle gifti gen Reptilien, welcher Art sie auch sein . mögen, mir einen natürlichen Widerwil len einflößen ein Drittes giebt's nicht ! und dadurch unterscheide ich mich 'von den meisten Anti-Klatschsüchtlern, welche .erst durch selbsterduldetes Klatsch. Mar. tyriun die Zunft der Klaschschwestern . wohlbemerlt männlicher und weldllcher hassen gelernt. Männlicher? Nun, ja, oder können Sie mir einen wesentlichen Unterschied ' nennen Zwischen Klatscherei beim Kaffee oder beim Vier ? zwischen .vertraulichen Mittbeilunaen" deim'Tbe: oder beim .Wein und Schnaps? Ist nicht das Motiv, die Freude, die niedere.schmutzige Schadenfreude an der .Cronique Scan daleuse" dasselbe? Ist nicht das Un .heil, das dadurch angerichtet wird, Aer ger, Verdruß, Zerwülfnisse zwischen .Freunden und selbst in Familien ausge wühlte Leidenschaften, die zu.Unüber legenheiten,' ia zum Verbrechen führen, dasselbe?, Oder wird die Klatschsucht etwa dadurch entschuldigt und verschönt. dab sie von bärtigen Männerlivven, an statt aus Frauenmund fließt? Oder dadurch, daß sie sich in noch weniger par lamentarischen Ausdrücken Luft macht, daß sie noch wenigerErbarmen mit ihrem Opfer kennt und noch größeres Gefallen an aller Unsauberkeit und moralischen . Unrath findet? Und doch besteht ein Unterschied zwi schen männlicher und weiblicher Klatsch sucht. Di? männliche, die Kneipstuben- ' Klatscherei, bei der die Bier- und WeinBrüder.wie sie gerade der Zufall zusammen wülselt, ihre interessanten Geheim niste austauschen, dürste man mit Fug und Recht die öffentliche Klatscherei, die weibliche, welche ihre Agenten in Pri valkreisen sammelt.wo sie die Köpfe über ihre Kaffeetassen zusammenstecken, die . Prirat-5!latscherei nennen. Die erstere dringt gleichsam aus der Oeffentlichkeit in's Privatleben, die letztere aus dem Privatleben in die Oeffentlichkeit, und . es ist schwer zu entscheiden, welche Ge fahr die größere, die durch das drachen artige Ungethüm des öffentlichen Scan--dals, welcher sein Opfer zähnefletschend . von vorn packt, oder von der zischenden Giftschlange hinterrücks angefallen zu werden. Beider Bisse sind gefährlich, . beide im Stande, Lebensglück und Seelenfrieden zu tödten, Familienglück zu . vernichten, freundschaftliche Beziehungen . zu zerstören und so schlimmer als Krieg und Pest zu Hausen.Ist der Klatschbruder unter allen Umständen der verächtlicheie, so ist doch dem Himmel sei's geklagt ! die Klatsch schwester die am meisten verbreitetste, und nur mit ihr haben wir es hier zu thun. Doch zunächst ein paar Worte über-den Begriff .Klatschen". Unter Klatschen ist nicht das Urtheil zu verstehen, das über Menschen und Zustände auszusprechen, wir unter Umständen icht nur das Necbt, sondern so- . gar die Pflicht haben, vorausgesetzt, daß wir uns nur von der Wahrheit, der (se . rechtigkeit und guter Absicht leiten lassen und in jedem Moment bereit sind, für . unser? Worte und Ansichten offen einzu- . stehen. Vorausgesetzt ferner, daß unsere AuZsprüche niemals Zweideutigkeiten zu-' lassen, melche stets unheilvoller wirken 13 die schärfste directe Anschuldigung.' Wir Alle, die wir uns in der menschlichen Gesellschaft bewegen, welche Stellung Vlr auch einnehmen mögen, sind derKrl- . til unserer Mitmenschen ausgesetzt, und' ohl dem, der, diese Kritik nicht zu sürch--ten 'hat. Niemand jedoch, auch der Reinste, Gerechteste, Unschuldigste, darf glarben, vor den Angriffen der bösen Zungen unbedingt sicher zu sein. Gerade jene sind der Lästerzunge am verhaßteflen, und zwar aus keinem anderen Wrunde, als dem, dZß ihnen nicht .leicht tvaS anzuhaben ist. ES giebt Frauen, deren Ruf als Zlatschsckwestern über allen Zweifel er haben festgestellt ist. Andere, die eS in Wirklichkeit sind, wissen diese Seite ihres Charakters durch ein scheinbares Wohl vollen, und oft täuschend nachgeahmte, allgemeine Menschenliebe zu bemänteln. Diese Sorte ist die schlimmste, weil sie nicht jeder gleich erkennt. Hüte Dich vor ihr. Auch die Beweggründe zur Klatsch, sucht sind verschieden. Die Klatschschve ster von Profession klatscht weil sie nicht anders kann. Ihre ganze Natur weist w- fi. nr.irx.. . n t. .1 v. m . MC Qu 9 diiuiUjcii vwi, ic 14m uu c dülfniß über Menschen und Verhältnisse iu reden, welche sie nicht beurtheilen ver
mag und um welche sie sich überhaupt 1 - . , . I
gar rncgi zu oriummern yar. öie rnag I hrtn Wslhfr trft nlnS nrttn s?m. sondern sogar eine gewisse Art Gutmüthiakeit besitzen, natürlich jene Gutmüthigkeit, ci..a cv.i .ro rocityc vuujiuu xjiEiiug aitt ein ucuucuici Titel für alle? mögliche Ungesunde- be itiAntl afitr le Il"ft, !Iat?4t Kfltt. Ueber gleichgültige Personen, über Freund und Feind. Ihre ganze Unterfwtsttfn in niftn tntitt t !n Titrrf. k4 1 44 I XV 1 4 V VA & 9 Vlil 44 f hecheln fremder VerhSttniffe. Sie kennt m Nchb.sös.-iir.. Meinung nach au? dem Grunde. Sie weis nac drei Tagen.daß ihre Nachbarin zur R'ch 4 irt tnn1iti91ifm sC& tmftt unS V! II 44IIUIUUIUJ(fc U HUI. U1IV Wll fl Linken sich nicht mi, ihrerSchmi'germnt. t .r,rg.n kann, da V vis-a-vis aesckieden ist. Aber nickt nur in so en. gem Kreise findet daö- roarme Interesse dieser Menschensreundin Be riediauna, bis aus oan,e Strafen. aan,e Stadt theile dehnt sich dasselbe aus, ja es reicht soaar in die erne.. ttür die Klatsch, schwester aus Naturtrieb ist nichts gleich, gültig, nichts so geringe und unbedeutend, daß sie ihm nicht gewisieVedeutung uun ein. ß.ifcst.rf Ml Mfli ihr Urtheil stets absprechend aus, und vkiitvii vuiv wviviluiiviiu t i nur wer ibk i'ckmeicktlt. findet Ztkltwel e Gnade vor ihren Augen. Doch einer ich' lange auf sich arten läfet. Weh. lll. mS UU k I II I der Unglücklichen, deren Lob noch heule in allen Tonarten von der latschlchwe. ster gesungen wird,, norgen schon ist sie on ihrem Piedtstal herab gesunken, und Laster verwandelt. schwester ist selbstverständlich beschränkten i.:n evt' ' ..hX C.sJU. Ms.. viciiic. H1!' uuu uiuiwfc viuy- 1 runa benebt sie auö der Cbroniaue. Scandaleu e, welche von Mund zuMund oder durch die Tageblätter die Runde f J I n v ? . ' I wu ber sie ist doch nur r ne .I.nd.S.üm. si-.,n in ,Ntrr it hftt ttl I nen Eisindungsgeifl; ihre Klatscherei v m v . . k,in,n l?mnk,. Tti tiTnhhfrt nur . di i hliirnh Xi.rnrn tt rf-l ' " r-rr" I iiuwm. wifc i x,uuV t 1 1 I uy tv i , - 1 sällig. und oa sie in Folge desien. nicht I erkennt sie bald, nimmt sich vor ihr in ' . . . I Acht, und mißt vor allen Dingen ibren Worten nur wenig Glauben bei. Ihre Bekannte sind gewohnt, dieSumme aller von ihr wiederholten Thatsachen durch tausend zu dividiren. woraus sich dann gewöhnlich ein ganz kleiner Bruch er. giebt. Selbstverständlich kann dieKlatsch. iyn,r tni T?;mnnh mif Innntr IUJIVV V rfMVW J in Frieden leben. So schnell wie sie mit allen Nachbarn und deren Verhältnisien bekannt wird, gerade so schnell ist sie mit allen entzweit, verfeindet. Die Nachbarn fürchten ihre böse Zunge und meiden sie. ... . - . . . Alles zieht sich von ihr zurück, blö lhr selber der Aufenthalt unter ihrer Umqe l . . x. . c A. rmn .nMmlti iin$rirfinVitf nirS fc'i vuti utiifciuiitiu, itii.tt vtvtiu ivuvi wid wechselt die Wohnung, tritt in einen nn toi. ei und die alte Komödie wleoerooil si, nur uni lyeiiwei er neuen Rollenbesetzung. r v:. s.ks. ster im Grunde nicht viel mehr als ein Oji uit uiii Wfcujinwnit diiuiiiy ityiv't r . Lt.ti.a m rix. v . a r.' . o lccnjaRuanc Hjcriunujcn.üas irinrJunge nicht i.Meln'vermdns der shZ. UVit IIIUI UU jt lVUtl Wt, UIW VW Ull tergeordneter Bedeutung ist, die zweite P?nW Vr ?lsskf,mt'N,r.nsl- irf möchte sie den Comparativ der Ersteren n,nn?n m TArtn ,neit nesinrlZck,?? KZ. auch den Vorsichtigsten zu täuschen vermag, und wenn sie richtig operirt, gehS ;n;f r, ; ir. w vivuviu! uitv wujm, ... iikVUI innersten Wesen zu erkennen. Sie steuert . . v . - Niemaiö, wie jene, oircci aus iyr Jiki zu, aber sie erreicht es auf Umwegen um so sicherer. Sie ist, was man bet oberfläch licher Beobachtung, liebenswürdig zu nennen geneigt ist, aber diese Art Lte benSwürdigkeit ist nur eine schwacheVerr cm i. . Nloerung uneoier 'JACiaue, rocicat, wie ? , r v- r x. SS S!"?-?.au " "ft. 2 wvm i ""'"51". S !"! H .. ; '? f. J ' k echt mit durch, waZ kernen Anspruch aus oie,e ezelmnung oar. - , . Klatschschwester No. 2 ist. wie aesaat. zazwerer zu eriennen, is iaiiazzqetter No. 1. deren aarnes Wesen als War r i . . tr, Ai.if f f Pi nunaSsckild diente Sie ist entaeaenkommend.' sie nimmt sckeinbar den berr licksten Antbei! an unserem Wobl und Wehe, sie schleicht sich in unser Ver lrauen,.sie gicvk uns .guten aly nacy ihrer Weise. Sie widerspricht uns'nie, . . I. - i . . . . sondern gicdi uns tn Auem reqr. Wenn wir gek sinn blinde ni PoloniuS, wem gefiele das nicht! nicht! freun Wlr machen sie zu unserer Herzens . . . . i . . . .1 Mit, toai t Mit UNS so Übereinstimmt, Fragen wir sie um Rath, so weiß sie uu. j uuwu, ui u jiuiij jcin ib um itnWn lymirtn iit finnn nnK mub, um unseren Einfall zu finden, und darnach richtet sie ihn ein. Sie schimpft und raisonnirt mündlich über folchePer fönen, für welche wir keine Sympathieen haben. Sie schmeichelt unseren Fehlern und Leidenschaften und stellt ste als Tu genden hin. Sie lobt, was wir loben und tadelt, was wir tadeln. Wohlver standen ! Das Alles nur in unserer Gegenwart! Sobald sie uns aber den Rücken wendet, wirft sie die Maske ab. Ihr eben noch so freundliches Lächeln verwandelt sich in ein höhnisches Grin sen, ihr ganzes Wesen ist verwandelt. Wenn Jean Paul sagt, daß wir Freunde haben, die uns lieben. Freunde, die unS nicht lieben und Freunde, die uns hassen, sie gehört zu den letzteren. Sie haßt uns im Grunde ihrer Seele, ihre vorgebliche Liebe sie liebt über Haupt Niemand als sich selbst ist nichts als niedere Heuchelei, die keinen anderen
Klatschschwester schmeicheln und sich mit nen Redensarten, das unaewisie, wesenihr befreunden, ist ein Vergehen gegen lose .man- ist die einzige Quell?, welche rome ermacher, de Tyroler alS Suddie Wahrheit und Ausrichtigkeit wie ge- sie stets für solche Gerüchte angibt, die chte. oder Hand dje rt.r s.rr.n cuiu nm mWUnmü irtVn nn in e n wette Welt hlnausztthen, beschastlgt sich
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gesunden Sinnen zu tauschen, so richtet und No. 2. Sie vereinigt in sich die ZkradlasskN Mußten, bis der NuK von sie troK ihres endlosen GeschwäKeS doch Eigenschaften Beider und bringt es in dem Stroh heruntergefegt war. Da es Lu(tn;',m,; .m itnf.i( bossle Kkssen iur bscksten Nollkommen. uun aber meyreremal geschah, daß die
i!'i viiiiiiiir 111. r im ii jj LtiiiLiiLii liiiL i i ftw fei wiitw luiumuiviiiiimuvt w I .
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ist schlau, durchtrieben, hinterlistig, boZ. zu saugen oder unter sie zu vertheilen, '"UT'i - . Vl hast. Sie ist weniger schwatzhaft, als oder , die Gelegenheits-Klatschschwester, Aus Jahrmarkten und VolkMen ver ihr WmTfthr 9nnsfnpnst.nn bnhtr v welcke nickt aerade daraus auZliesit k ursachte, er stets große Belustigung
Zweck hat, als uns in's Garn zu locken, w ; . r , r n r.v
oarau t uns unzere geyelmuen vroan- I seit und iAkfüble entkeiken kann, um sie iväter als Waffe gegen unS zu benutzen. Nicht umsonst legt sie sich den Zwang kc , kz.s.n r, w n uu, uut uns iuuiuju ju itutwi( ik wu sich entschädig für ihre Muhe und das u! sie in iw Weise dadurch, daß sie allerbesten, oder richtiger, den aller, schlimmsten Gebrauch von dem macht, il ii mi im N,rtr,n fc - W fc V W aus ihre Freund,chs, und Berlchoiegen. bei. ml.ge.beilt. Harmlose Bemerkun. mwv vm h vvuuvv w . p, - - - troffenen und mir selb am empfindlichYen sind. Und doch sind alle ihre Worte " . . die Ueberbrinaerin nicht darauf hin ab fassen, als Heuchlerin, als Lügnerin und Klat ch chwe ter blos tellen lonnen, son dern sie noch böMch behandeln und Mit Complimenten tractiren müssen,vührend wir dessen oder instinktiv ühlen, wie sie schadensro lim Innern .triumpbirt über den Hieb, den sie uns in aller Liebe und Freundschaft versetzt, über den Unsrieden. hin st mMm uns und D e cn , A j gen geaet, welche unserem herzen am nach ten stehen. sie bewegt ich uetS nur in augemei .iva. - - " 1 1 . . rntflnUM Dunk,.hllll.flnd. T.. . lk uns aver im l,en erirauen m, daß Frau X und Fräulein X. so und so über u, gesprochen baden, so nimmt sie uns vorder oas veiilge iZ)kiooniö uo, erbitten, denn die Klatschschwester weik Uhr tnnM bnt kann tftr ,m,Nttksn!nnst uwft wm0 vuiii. v iwo"o-ir I zerreißen mub und sie selber als daS er. z. . . . . r I kannt und gebrandmarlt wuroe, roas t in Wirklichkeit ist. ein falsches, gisligcS - . ffifrniirm dslfi firf n amlllkN n y.9r-.' " " " . . schle.ch.. u zu z.. stören, ,u zersepn uno 211 CrTalTItn. all? Dfül tiniiaen IDlUnüC. 1 u - - 0 1 w " üi ..r -r 9 . l mm sie ihr Privat vergnügen oaran bot. . 7 . I lltlft V1,N JltMsl i llttt Willis riöTIN . " g w. 0 , 1 zur Matschschwester commQ il sliut. G G M I beit. . Wehe, dreimal Wehe über zedes . m mm-- . I Opser, va3 ste sich auscrjieyt: et ihr ist die Klatscherei Lebenkaufgabe und Lebenszweck. DaS Unheil, daS sie durch ihre Klatschsucht anrichtet, kann sie in aller Ewigkeit nicht abbüizen, und würde sie dazu verdammt, mit Prometheus an den Felsen geschmiedet zu werden, oder ßisiöhnS beim Nüllen seine? Steines ,u I ' " " " " U den Danaiden bei ihrer endlosen Arbeit, das leere Faß füllen zu helfen, müßte noch eine Extrastrase für sie erfunden werden, und glaube ich, giebt es . keine härtere als die, sie zu zwingen, allen nur t. tr iT trftiri r; rr r oenioaren sclalscy-Milsloss m q auszufangen, ohne ihr Gelegenheit zu geben, s..ur.L. :.s. . r.x, ... d?nsklKkN wikde? N0N slck I ebkN " ' - "7 u I) ' Auw diesen drei Hiuptarten on Kl.schsch,eslern gieb. .S eine Unzahl ganz communer eden und Abarten. Z. B. die Straßen . Klatschschwester, al- rni innnsin f?ü?:,fp iif,r S? i iwöM""1" jmuuuu juiumuuu treffen, um-n neueslen S.adtkla.sch I NN nfrnnitHrt.. II ' -w V ' ...iiiiwi!!.. nicht zu verwechseln mit der Vereins kranken welcke nur darum einer ohtt mehreren Vereinen beitritt, um Klatsch. stoff aus ibren lieben Bere nZsckmestern klatschen, welche sogar die Idee, daß sie überhaupt klatschen könne, mit Entrü. stnnn van sick nt'ütn Murh trnfeh I "3- i- i w w v, ..vywvM. aber keine Gelegenheit zu einem aller. I ü.tti.. s.: raiirx -i t.ltt.tt tui'll,unaugenuS! vor übergehen läßt. Wende nur Niemand em, oak es auch ganz harmlose Klatsche reien gäbe. Klatscherei ist niemals Harm tos. - s i,i Vosyelr oes yerzens, weiche sich mit Gewalt auf die Zunge drängt, . !(l V! fl..!l V!.Oti! w r . i ülc "l4 u virnirigue,ole reuoe I..C03.m tT l rtf.ifxf..jti n i n 6 7n . .Ä S1 il 3 ä .y": uoung u"ü 1 iwtt - .Man mus; testen, was man in der Welt wlu uno im Uebrlgen außerordentlich viel schweigen sagt Gutzkow in sei I m .m VT)ttn ItJÜ iilt!il0l..'!V m'u f."!jL juuu upiuiisvruoer -eyr uta tig. Die Matschschwester wein, wo.m sie in der Welt ist, noch hat sie Ze den Be griff .Schweigen" verstanden. Sie wird, abgesehen -von ihrer natürlichen Beschränktheit und Bosheit, nie im Stande ,n, i ßeno einer eoenslsge .uazll es zu it icn. Jdre ttlatschsucht hmI v A. CT. it. mrc. . - 1 7 V.. . iz an iyrrr Psiiaziersullung. le man nicht gewohnt wäre, eine ganz un . aerecktkert':tNni1t V,ßfatffi fchwestern ZU Üben. Die Furcht vor der selben scheint so groß zu lein, daß auch O 7 - I O " ...,ii( l-T . soicye, welche nc durch chauen uno verao tx... - -.x.. cx.u t. iiymui, es mcgi loagrn,iynen iiuu gegenzutreten, wie dies gewistermaßen ihre Pflicht gegen die menschliche Gesell C&a(4 !! 1 71 C. ai.aVi f.tt. uiu iwuit. u i uuti Tugend, besonders. wenn dadurch einem tT r r c v t . ? emelnsqaoen or,chuv gcieiuex roo. Wenn jederVerständige den Muth hätte, jedem ihm zugetragenen Klatsch sofort nachzuforschen, daö Wle? und Woher k sofort zu erkunden und die Klatsch schwester sofort auf frischer That zu er tappen und nach Verdienst heimzuleuch ten, so würd manches Uebel unterdrückt . c . - .M ktf. Cf et. .x wztuiu, koc is ju utten uuaomuj lOOTUlI. t v? ßsrtKA . lAt mj v.. ... - f rw . m ,,, welcher Art auch der Klatsch sein mag. den sie Euch in die Ohren zu tuscheln sucbt. wenn sie keine Äubörer findet, soll e ibr dock einiaermaöen schwer werden ibre Verleumdunaen und Zvischenträae
I rcicn unicr on xiuiz u ounHcn,uno hiwhuui v kuuuuunui,
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I Unheil könnte auf diese Weise verhindert I. V .
vjixoin. Die SaVolZarvenkttabM. hftH9M . ArJ,P,nf,:To ? v, Savoven ist gröktenthell em wildes , . ' et ,k u.x.V, Gebirgsland, valK steiler eljenwanve u."? einigen Provinzen, wie rn der säst vurch S" 00x011111 mm XQrQntQt t der ooen - . - . ylfmS?, <nXur m. v t V fr o- T Z WShr.nd in d Engd,n.r. T ,,ner dkl T,kltt trstlM reiskttN JuNglMg' Altiv v KaVTwamHa v & 1IA Yarde schon als Knabe sein wildes Thal und kehrt nur selten mit reichlich erspar tem Gute zurück. Das Geschäft, das er im Auslande treibt, ist nicht der Art, dak es ibn in den Stand setzen könnte, sich " n : m w v klN NamMes ZU ersparen. Auch Wtt ?1"äs? 'Len eienlungen Uno 0le uamm qen "astend Unternehmern hausenVelse angeworben und müsien ihren Gewinnst denselben überlassen. Während der Engadiner meistens als Zuckerbäcker, der Tessiner als Chocoladefabrikant. Ofen oderBa . , , , .a .MAA C- AftAfcAa.lkA Maa L Jfc.M fc M ! 3-- ' '-- ."' wichier, Schornstemleger. oder endlich ' Toilette emen e,u M itwßC die Schuh r w x k n einen Sou g anzend machen. In Lon Art rvnhAH nt (c r. n Vi r'Aan f n 11 Vil . n iri h?vw lich das Geschast des SchornstemfegenS MnAAdMAM fc A4hL1 U äk A A wu5 uiuci uui wcuui c,: tL.u ..x m.r:,:,.:t uu 'iv a r n 9 r vtr I ne P ir tmy avmiI itiiHP aa ttA ih ...,v.. v,. jrniu:i öituy üüu uucu uciuy vu WMWII Uitl UIU tUll UUßHI W CXArtvttN. WU Zf. KZ. V , 1 " . r x v r , s . durchdruckten, sich demnach selbst durch M 1 9 j G G V A V t A V A V 4 M VIII OVUUilli Ulli UilUIUlUlUlilll JUliUCII nn Ul w'"iui juue KllAk4M -M A I A VAAa IJ M A. A "f stenö eng find, und dav dabei emige btt lebendigem Leibe gebraten wurden, so wurde eme Parlamentsakte lasten, traft welcher die Nelnigungsmaschme mcht mehr von den Savoyardenknaben selbst durch daJnnere des Schorn. stelns Mit tfufcm ylnavgetreten, sondern , , t j . p durch eme lange Stange von außen hmabgestoßen werden solle. Aber auch och eme andere Sarntatsmaßregel wurde von Selten des Parlaments erlassen. Es war ltte. baß die schorn. nttntiinn.n tn nlllv iCrii H n i C.i t---' fee gemacht wurde, auf der Straße thr Svrppn Swppn Innt sliiSrttrtn. sT)nmtt f . T . ? , . K. 'L.X riÄr Sl 7." r'ilZ 7nwV wr.nw,n du, . . sondern d " V' BV D". - s. ..?7k. w.a.m u i-"---" " t--v. rti wuroen. Was endlich denMarmottenleyrer be rriNl, o war er iruyer uuq durch seinen Bocksprungtanz, durch seine abgerichtete, höchst intelligente Marmotte und dura seine vurdy'Gurdv oder . . . Drehklunper, zu deren fchwlrrendenSei I tintHn r rn& SJtn Intirt . - Ich komme schon durch manche Land .vocqu Ia inarmotts, Und immer ich w:s zu essen fand. voocsus ia marmorn, Avecaue si, avecque la . l -Lvecquo ia raarrnoite I Alle diese Niedern Beschästigungen ha den dem Namen Savoyard in der ran .zstsch Sprache eine verächtliche Be deutung gegeben, weswegen die zu5)ause bleibenden Einwohner Savoyens sich seit länaerer Äeit nickt mehr 63 LavvarlZs. sondern des Savoisins nen I' -t . r , nen. AUll) Psiegien vle sranzo,i,cn . r i k ? rz z s. Grenzbewohner ihre savoylschen Nach narn etS a s eine Art z,oioez vl or imtiitn. eine Ansckaunna. diVsick. nach dem die Savonarden französische Bür ger geworden sind, wohl geändert haben wird. D e r A v v e t i t eines V mm Mittaabrod essen. Aucb kehlchen ist höchst gefräßig. Man hat I -,..-.-f fl)nifc'fTin I UUIUlllUllkii vun, UU l kll WlU.WVVU.v v bei normalem Gewicht zu erhalten,' ein Quantum thierischer Kost täglich erfor derlich ist, das einem 14 Fuß langen Re I 7 ' -. . . genwurm gieicniomcit. yammi man ei nen Menfchen von geaShnlichemGewicht vergleicht man seine Masse mit der c m.i:,.cjc...a r. r i r . X i oes yieiQiegiigcn, o iazi sicy oitcwucn, wieviel Nahrung er in 24 Stunden ver I . . . . brauchen würde, wenn er in demselben Verhältriß wie der Vogel üße. Gesetzt tnt Wurst, neun Zoll im Umfang. stellte den Regenwurm dar, so würde-der Mensch 27 Fuß von solcher Wurst alle Stunden verzebren. Dies ist belon ber8 wähnenswerth, um die Thätigkeit , beweisen, welche von insektensrefsen. 9 1 . . . . . i ii den Bögein entwickelt wird. I Der Horizont ist sehr bewölkt ! , . m ry, , a ilC cuuu vus laue vom Himmel herunter. Nur keine europäische Blamaae ! sagte Frankreich da kämpfte eö mit I ..!:(. nnV lMXkk.
rry a r j. . v . : u . i. . .. li . . sL-k .....
Sine Stunde mit einer Todten.
Im Figaro berichtet Jgnotus (Baron Pate!) unter dem spannenden Titel : Eine Stunde mit einer Todten" über einen nur wenig bekannten Frauenorden, die .barfüßigen Clarisstnnen haben im ?nvalidenviertel ein Kloster, das nur 13 Nonnen und einige Laienschwestern sür ihreBedienung zählt. Die Regel ist so streng.dak die meistenBemohnerinnen des Hauses jung sterben. Sie tragen ein rau hes Wollkleid, mit einem Strick als Gür tel, gehen daS ganze Jahr barfuß auf kalten Steinböden, wärmen sich niemals an einem Feuer, da sogar der Küchen Herd außerhalb des ihnen zugänglichen Bereichs lieai; essen nur einmal k e; Iah reS.am WeihnachtStage.Fleisch und sonst nur eine geringe Gemüsesuppe, schlafen auf einem Brett, das einen Meter im Geviert hat und Ausstrecken der Glieder nicht gestattet, unterbrechen ihre sechs stündige Nachtruhe durch zweistündiges Gebet, knieen zehn Stunden des Tags in der Kapelle, leben von Almosen und dem Ertrag des Bischens Arbeit, das sie neben den religiösenUebungen verrichten, dürfen unter sich nur die unerläßlichsten Worte sprechen und gewöhnen sich auch diese ost dermaßen ab, daß die Aeb t ist in dem sie durch einen eisernen un durchsichtigen Schieber in der Wand in tervievenden JgnotuS versicherte, mehr als eine ihrer Nonnen wäre heute nicht mehr im Stande, einen Satz zu bilden. Die Jnsasten des Clarissenklosters ge hören größtentheils vornehmen Geschlechter an. Sie dürfen mit der Au ßenwelt gar nicht mehr verkehren und sich ihren Eltern nur einmal deS Jahres durch oaS Gitter der Kapelle aus der Ferne zeigen. Wenneine der Nonnen stirbt, so wird sie von ihren Genossinen in den Sarg gebettet und dieser aus die Grenze der Klause gestellt, wo die Be hörden die Todtenschau im öden Raume vornehmen können. Jgnotus bedauert, daß nicht ein Azt die Autopsie einer solchen .barfüßigen Clarisstn" vornehmen kann und versteigt sich zu der kühnen Vermuthung, der Mann der Wistenschaft müßte ein außerordentlich ent mickeltes Herz und Gehirn finden. Eine Wette. Es var im Hochsommer, zur Touri stenzeit, als nach einem Städtchen am Oberrhein, das durch seine Zecher be rühmt ist, zwei Engländer kamen, im Gasthose zur Sonne abstiegen und alsbald den Besitzer rufen ließen. Herr Wirth", redeten sie den sich ihnen mit tiefem Bückling Nahenden an, ui? haben gehört, daß hier sein gute Trinker und fein daher gekommen, zu machen eine Uette, daß uir nehmen es auf mit Jedem von Ihnen." Der Hotelier betrachtete sich die hageren Fremden eine Weile und meinte dann : Die Wette möchte ich schon eingehen und Ihnen einen Mann, einen schlichten Rheinar beiter stellen, der, so viel Sie auch leisten können, sicherlich nicht von Ihnen be m . c . l ij H 11 m sieg! weroen wiro. wen, so mag er kommen. Uas gilt die Uette?Bestimmen Sie selbst gefälligst." Dreihundert Mark V Aaeptut." Man holte darauf den Jusep (Joseph) von der Arbeit und machte ihn mit dem Anliegen der Fremden bekannt, vorauf der Biedere schmunzelnd und sich den Schweiß von dem dicken rothen Gesichte wischend erklärte, gerade jetzt emen präch tigen Durst. zu haben und daher so vor bereitet wie nur möglich zu dem Ver langten zu sein. Da auch die Fremden veiter nichts gegen sein Werktagshabit einzuwenden hatten, so setzte man sich alsbald zusam men und ließ das Turnier mit zwei Fka schen Rüdesheimer beginnen. Dieselben waren natürlich schon nach kurzer Zeit geleert. Herr Ulrth, noch zwei Fla schen Rüdeödeimer!" geboten die Gäste. Auch diese hatten bald den Weg durch die drei Kehlen genommen. Herr Ulrth, noch zwei Flaschen Rudeshelmer, hieß es aus's Neue, und so wiederholte sich von zehn zu zehn Minuten die Be stellung: Herr Uirth, noch zwei Fla schen Rüdesheimer " Die Söhne Al bions saßen noch immer aufrecht da, Jusev aber nicht minder. Ein enormes Quantum wurde auf diese Weise ver tilgt, bis endlich bei einem neuen Auf trage der eine Britte nach einem vergeb lichen Versuche, sein Glas z-u heben und Ziu leeren, mit einem lauten ffluche vom Stuhle und unter den Tisch purzelte Der Andere lachte mit stierem Blick und hielt noch kurze Zeit Stand, mußte aber dann auch unter den Tisch folgen, so daß der siegreiche Jusep den Rest der gerade angebrochenen Flasche allem auszutrm ken genöthigt war. Als er bannt fertig war, setzte er sich äußerst behaglich zu recht und meinte freundlich: Herr Wirth, noch zwee Flasche Rüdesheimer un zwee Engländer. Die Braut auf der oldwage. (Ein prosaischer Rom.) Melitta und Erwin liebten sich. Er wm trat vor Melitta'S Bater bin und bat um die Hand semer Melitta. Aber der gestrenge Vater sagte : Nichts da! Meme Tochter ist nur mit Gold auszu wiegen Erwin war niedergefchmet' tert, denn er besaß weder Gold noch Stellung, nur Zuneigung. Schon wollte er dem stolzen Vater den Rücken kehren. da zuckte thm em Gedanke ourch's Ge Hirn : Schriftlich !' sagte er Der Vater lächelte, setzte sich hin und schrieb : Herr Erwin Habenichts erhält meine Tochter zur Frau, wenn er sie mit Gold auswiegen kann. Erwin löste ein Eisen bahnbillet nach Californien, dort wo die Goldminen am dicksten sind. Er grub und grub ; der Lefer vermuthet, er werde Gold finden, ja Kuchen, und nicht einmal diesen. Aber der Muth und die Leidenschaft für Melitta erloschen nicht in seiner Brust. Die Beiden schrieben sich täglich Briefe. Erwin wollte nicht eher ruhen, bis er sie mit Gold aufwie gen könne. Melitta ließ sich heimlich wiegen und sandte ihm da? Gewicht; im Golde hätte daS gerade 35,000 Dollars betragen. Erwin hatte nun nur mehr einen Gedanken : 35.000 Dollars zuverdienen. Siehe da! Das Glück , war ihn günstig ; er entdeckte ein Gold
lager und grub und crub, und nach kaum 8 Wochen hatte er 26M0 Dollars berauSgegraben. Es ging ibm zu lang s'am, er verlegte sich aus's Kartenspiel; Fortuna lächelte ihm auch hier; nach weiteren 3 Wochen hatte er die runde Summe von 33,000 Dollars beisam men. ' Also ganz nade am Ziel. Da wen dete sich sein Glück an einem einzigen. Abend verlor er 4000 Dollars er be saß nur mehr 29,000 Dollar?. Ver zveiflung bemächtigte sich seiner. ES war gerade sein Geburtstag. Da kam ein Brief von ihr. Was schrieb sie? Geliebter ! Durch conseauenteS Fa sten ist eS mir gelungen, mein Gewicht herabzusetzen; . ich wiege, in Gold aus gedrückt,. nur mehr 29.000 Dollar ; Du siehst, daß nicht nur Du allein fleißig an unserem Glück gearbeitet hast....- ' hurrah !" rief Ervin und eilte Stur
Bahn. In kaum 14 Tagen betrat er das HauS seiner Braut, des heldenmüthigen, edlen Mädchens, welches sich während der ganzen Zeit auf die nothwendiaste Nahrung beschränkt hatte. Sie hatte inzwischen vleder 1500 Dollars lm Gewicht verloren. Erwin erschrack aller dings, als er Melitta sah, die ihre srühere Formensülle bis auf die Erinnerung i. .". c. . (..ii. tiuycuubi yuue. In aller Eile wurde eme Waage her beigeholt, ;fcaS Gewicht stimmte. Melltta's Vater kam mit semem Segen yervergeent. Der verschwundene Gatte Auf der Kirchweih zu Flachhäusen herrscht reges Leben; besonders im gold'nen Stern", wo eö die delikaten gebratenen Enten gibt, ist Alles zum Er drücken voll. Privatier Dickkvurzer hat mit seiner Gattin sich auch dort einge sunden. Dem, Entenbraten zu Liebe hatten die trauten Ehegatten um . eine halbe Stunde später als sonst aegest.n dafür aber aus die Nachmittagsjause verzichtet, und waren sofort nach dem Mittagsschläfchen in einer Kutsche nach Flachhausen gefahren. Sie . hatten gleich nach ihrer Ankunft für den Abend zwel gebratene Enten bestellt, und - im Voraus sich auf dieseDelikateste freuend. und darüber sich unterbaltend. ' im WirthöhauSgarten ' Platz , genommen. Der Andrang der Leute wächst mit jeder Stunde. In Dlckwurzer'S Seele tau chen bange - Ahnungen , auf. Frau, sagt er, ich will einmal nach dem En tenbraten sehen, sonst kriegst Du an Ende kemen mehr!Herr Dlckwurzer verschwindet . und kommt nicht wieder. Es vergeht eine Viertelstunde nach der anderen Dick wurzer ist nicht zu sehen. Da fühlt, die Frau Sehnsucht nach ihrem Gatten und dem Entenbraten; sie geht m die Küche, um zu schauen, wo Beide bleiben aber wer beschreibt ihren Schreck Dick wurzer ist nicht da Niemand, weiß Auskunst zu geben, wohin er kam. Da fängt die treue Gattin an, laut zu jam mern und zu weinen., Ihr Wehklagen erregt Aufsehen, Neugierde. - Mitgefühl Alles schaart sich um die weinende Frau einige Reporter, die aus der Kirchweih anwesend sind, spihen'scbon die Bleistifte, um von einem Unglücksfalle zu berichten, man fängt an, nach dem verlorenen Gatten zu suchen .nir gendö eine Spur die Gendarmerie wird um Hilfe angerufen, die Aufregung und Bewegung wächst da, mit einem Male össn;t Einer das Scheuerthor 'und siehe, da sitzt HerrDickwurzer mit 'dem Beine einer gebratenen Ente beschäftigt auf einem Schubkarren. Als Dickwurzer in die Küche gekom men, war nur noch eine Ente vorhanden; diese hatte er sich braten lasten, war in der Küche stehen geblieben, bis ste fertig gebraten war, und hatte sichi in die Scheune zurückgezogen, um unbemerkt seine Ente zu verzehren. Aus dem Heimwege suchte er seine sehr erregte Gattin, welche nur Bratwürste zu essen bekommen hatte, damit zu be ruhigen, daß er sagte : Sieh', lieb's Weiderl, die eine Ente hätte für uns Beide doch nicht gelangt; sie aber in Deiner Gegenwart esten und Dich krän ken, das konnte ich nicht über's Herz bringen denn die Ente war delikat " . ' Der Galgen spielt im Sprichworte eine nicht unwichtige Rolle: Er bat ein Galgengesicht" und .Er ist ein Galgenstrick- sin!, zwei noch heutzü tage landläufige Redinsarten. Wer für den Galgen geboren ist. stirbt nicht rni Nervensteber oder ersönft nicht !" so be sagt ein altes, deutsches Sprichwort, das übrigens in anderen Sprachen Geschwi ster har. So lautet z. B. ein lateini scheö: Wen daS Geschick hängen' will, der geht nicht in den Wogen ünter;- ein ungarisches : Wem derGalgen bestimmt, der stirbt nicht in der Donau;- ein cze chischeS : Was hängen soll, ersäuft nicht, und wenn daS Waster bis über den Galgen liefe:- Der Galgen verliert fein Recht nicht," sagen die Franzosen ; Der Galgen nimmt d8 seine,- die Svanier. Hierher gehört auch noch das köstliche altdeutsche : WaZ an Galgen gehört, in einer Nußschal über denRhein fehrt!" Ebenso das polnische: Wen der Herrgott fürdie Vögel aufbewahrt, er wird nicht, zum Fischfutter.- Mit oer Bezeichnung Es ist ein Galgenvo gel", will man besagen, daß Jemand sür den Galgen, reif fei; einige Redensarten, die , dastelbe besagen, lauten: Er muß nach StrlSSburg reifen: Er muß mtt der Seilertochter Hochzeit machen! Er wird mit des Seilers Halstuch beschenkt werden! Er ist ein Galgencandidat.! Unter der Bezeichnung: Ein Galgen voll,- verstand man . früher sieben Per sonen; so viel sollten an einem Galgen gemächlich hängen können. Der Nor malgalgen, welcher sür viele Städte un entbehrlich war, faßte auch seine sieben Personen. Jeder der drei Querbalken der triangelsörmig stehenden drei Pfeiler trug nämlich zwei arme Sünder, wüh rend sich in der Mitte an einem höher angebrachten .'Gebälk der siebente oder Ehrenplatz -befand, für den Erzdied,welcher als solcher zum höchsten Oal gen-verurtheilt war. . Die Niederläge ist ixt diesen Falle nicht auf nemer Seite ! sagte Bennig sen da legte er- sein Mandat nieder.
Die,,verhängnlkVoe" Cigarre. Die aeniaen Ehemänner sind die
schlechtesten Welche Frau mird dieser Theorie nicht beistimmen ? Daß aber ein jungeZMädchen ihr Verlöbniß bricht, weil ihr Bräutigam ein ökonomischer Raucher ist, dieser Fall dürfte allerdings nicht recht glaublich erscheinen. Und doch hat er sich zugetragen. Zwei Frauen reisten vor einigen Wochen mit ihren Kindern, die Eine mit ihrem 26 jöhrigen Richard, die Andere mit ihrer 17lähr,gen Tochter Sofie von Wien Nach Karlsbad. Die beiden . Frauen kannten sich schon von früher, dle iunaen Leute haben sich jedoch erst auf der Fahrt lknne.i gelernt. Unterstutzt durch dle Fürsorge der Mütter, hatte sich zwischen den beiden jungen Leuten' bald ein LiebeLverhältnib herausgebildet .und es Zollte Dasselbe nach oeendlater Kur die volle,Weihe erhalten durch eine ossicielle Äeriovung. Warum auch wurde, die Rückkehr wieder in Gemeinschaft angeireien. 5üq ereignete nck) aus einer Sta tion, too ein etwas längerer Aufentbl: angesagt war, ein Vorfall, der sonst kaum beachtet mird, diesmal überfeine sehr ernste Wendung in dem traulichen Verhältniß herbeiführte. Da der junge Mann in der Gesellschaft der Frauen nicht rauchen wollte, verließ er, kaum als der Rus des Conducteurs ertönte: Zejn Minuten Aufenthalt !" daS Coupe und Mdete stch eine Cigarre an. Als bald hierauf wieder das Zeichen zum Einstei gen gegeben wurde, löschte er die nur bis zur Hälfte angerauchte Cigarre aus, wickelte sie sorgfältig in ein Papierstück und steckte sie zu sich. Die Braut in spe halle hierbei ihren Zukünftigen be odachtet, und von diesem Augenblicke an erkaltete wie die Cigarre, auch die Zuneigung zu ihrem Bräutigam. Sie hatte diese Wandlungen, die in ihrem Inneren vorgegangen, vor Niemanden merken lasten; sie bewahrte das Geheim niß in sich mit oller Sorgfalt. Erst zu Haufe angelangt, erklärte ste ihrer Mut ter, daß sie diesen Richard nie und'nim mer heirathen werde, weil er ein Geiz hals fei, denn nur ein solcher werde eine angebrannte Cigarre auslöschen und zu sich stecken. Wenn nur die schöne Sosie nicht allzu vorschnell geurthe'ilt hat? Kann er nicht auch nur ein passio nirter Raucher gewesen sein und die Ci garre ihm besonders gut geschmeckt ha den? Unbedingt aber kann sich Richard gratuliren. daß er seine Braut los ist, denn mit dieser Liebe muß es nicht weit her gewesen sein. Der entsprungene Asse err von Mollig, ein aut situirler älterer Garoon, besten besondere Lieb haberei sein kleiner, zoologischer Garten war, hatte eines schönen Tages . daS Pech, 'daß einer seiner Lieblingsaffen entwischt: und sich im dichten Laubwerk eines benachbarten Nußbaumes behaglich herumtrieb. Herr von Mollig gab sich alle: erdenkliche Mühe,, seinen Liebling Morilla zum Herabsteigen zu bewegen, umsonst alle guten Worte, alle Süßigkeiten, fcie er ihm anbot Alles war umsonst! Die Befürchtung, das Thier möchte auf einen anderen Vaum überspringen u. f. f., und schließlich in den nahe gelegenen Wald entkommen, veranlaßte Herr vonMollig, sein Opern glas zu holen, um jede Bewegung des. Thieres genau beobachten zu können. ' 'So stand er wohl an vier Stunden auf dem Posten, da riß feine Geduld; mit einem Fluch warf er das Opernglas zu Boden und entfernte sich hastig. Kaum war er 50 Schritte eutfernt, fo stieg Morilla herab, besah stch das schöne glänzende Opernglas nach allen Seiten und richtete dann dastelbe nach semem davonaehenden Herrn, tedoch felbstre dend durch die großen Gläser schauend. In diesem Moment dreht stch Herr von Mollig nochmals um, grrade als wolle cr seinem lieben Morilla für immtt Adieu sagen. . . da bleibt er wie festgebannt stehen, indem er seinen Lieb ling am Boden sitzen und das Glas nach ihm richten sieht. Kurz besonnen geht er langsam auf das Thier zu. Durch das Glas getautcht, mahnt Morilla felnen Herrn noch sehr weit entfernt, als dieser bereits vor ihm steht und sich na türlich richt lange besinnt, seinen Lieb ling zu fassen und in vie Arme'zu schlie ßen. Ueber einen schwer be drohten Götzen schreibt ein Correspon dent des Temps- aus Anam Folgen des: Ein französisches Strcifcorp dra.lg bei einer seiner letzten "Excu'rsionen bis zum Eingange eines Dorfes vor, welches vier bis fünf Kilometer von Hanoi ent fernt ist und den Namen GroßBuddha führt. Dastelbe besteht, wie alle dort! gen Ortschaften, aus Bambu5hütten,d!e mit Stroh gedeckt sind, und besitzt eine riesige Pagode, in welcher sich eine Bronzepalue von genau 14 Meter Höhe erbebt, den Gott. Buddha revräsenti rcnd, der majestätisch "aus einem Thro - - c !" cm . . . nc von oem,eiven iweiaur sitzt. In dieser Pagode fand lamTage unserer Ankunst eine seltsame Zeremonie statt. Alle Bonzen der unlkegeNden .Ortschaf ten hatten sich Dämlich. zusammengesun den, um den bronzenen Gott zu interpel liren, destrn Hut rnid.gchufr vor Christen die Citadelle Hanoi die sich jedoch trotz deS erlauchten Patronates in unseren Händen befindet anvertraut ist. Die Gottheit wurde nicht nur interpellirt, sondern ihr auch eine strenge Rüge er theilt ob ihrer Herablassung, und Nach sicht gegen die Barbaren, welche die Meerungeheuer bereits zum zweiten Male an die Küste AnamS gespieen. Nach einem langen Umzüge durch daS Dorf, der unter fürchterlichem Heulen und Gk.töse vollbracht wurde, beschloß der hohe Rath der Bonzen, diesem gegen seine Verehrer so undankbaren Buddha einige Monate hindurch die' ihm stetS dargebrachten Opser zu . entziehen und salls er fortfahren sollte, für die Bitten der Bevölkerung taub zu sein, ihn vol lendS zu stürzen. In der . Zwischenzeit ist es die Ausgabe der Bonzen, der ihnen eraebenen Seerde eme mächtigere uqix. I gefügigere Gottheit zu nominiren
