Indiana Tribüne, Volume 6, Number 302, Indianapolis, Marion County, 20 July 1883 — Page 2

Sndiana Hriöüne.

FägliHe- und Sonntagsausgaöe. Ofile 120 O.Marhlandstr. 9lndianaboIrZ. ?lnd.. 20. Kuli 1683. T , ' - , Mischehen Dr. QirlS. ein Rabbiner in Vhuadelphia, vollzog kürzlich eine Trauung ?rrf . f-rt n v " O V. : I WiG)zn einem UQiiicn uno einet ou. Da der Christ nicht zum Judenthum uoergelreren roar, o muroe czm maooi auS seiner Handlungsweise ein Vorwurf gemacht, woauf er sich in einer Zuschrift f V. . O1 - . f. an eine Zeitung mit folgenden Gründen , t . rt i r , . . . SS ÄS ! j uj ou uuuu a.w, Als iühififier lAeistlickec laube er aller ' ding?, daß Ehen zwischen Leuten ver schiedenen Bekenntnisses nicht gut aus schlagen, wenn beide Theile an ihrer be r c m r r n r v , i l G WiliAMn fitinnMiN n n I 'w"v"j";" C x.7 ru.,4t- i aber nicht die Macht habe, em Bundmb zu verhindern, der es ferner mcht seme Aufgabe se,, darnach zu forschen, ob bit zu Trauenden zu emander passen, jo könne er emem .gemischten- Paare den lel'giösen Segen mcht vorenthalten. UeberdleS. behauptet Dr. Hirsch, ver. bietet das Judenthum gar mcht die Ehe zwischen Juden und Christen. Diese Frage wurde vor 75 Jahren durch die orthodoxen Rabbiner Frankreichs, Deutschlands und Italiens im Ein klänge mit dem Talmud entschieden, als Napoleon sie einem von ihm zusammenberufenen VrobenISanhedrm unterbre izu. uciuingö umzii iu uzn Juden, sich mit gewissen Völkerschaften ii vermischen und. Esra, wiederholt die. ses Verbot, indessen werden jene-Natlo-r-. r px.i . y Cf . ti C 1 1k - S? rÖifSllÄ?uf -fiW ältc Moses die Absicht gehabt, ganz allge.Verbindungen zwischen Juden und Nlchtluden zu verbleten so wäre eö ihm sicherlich nicht eingefallen, bestimmte Völ. kerfchaften als solche zu bezeichnen, ml denen sich. dasauserwahlte Bolk mcht , m y ,L r cm ' (Vi I .c monotheistischen Religion zvollendS!dur Un die Juden ohne alle Frage Ehen ein. i. ' ä.. r r ? r . I gehen. ZDle Synagoge jchlt siebte; IC niaji aus, voll) Mi, iicaucg mcht em, wenn hmterher eme Trennung stattslndet. Eme Konferenz deutscher ? Ä vom iudischen Standpunkte gegen Misch.

solche Ehen können und werden daher stellung in Caracas, wo Polivar geboren ftattnnden, glelchviel ob dle Klrche sie sner durch Beginn des ersten Ei anerkennt oder sie zu wtthen sich wetgert. r,X'W2 ringen der

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eyen mchts einzuwenden fe es sei denn, -m Hilfe gerufen Wie, und Oberdav das Landesgesetz die Erziehung der Pru nahm ihm zu Ehren den Namen ?us solchen i Chen en springenden Kinder olivia an. Jetzt versuchte er. aber

im mo,aiicyen Vlauven vervikler. a geschieht aber hierzulande nirgends. . . Dr. Hirsch besürchtet auS den Mischehen keine Gefahr sSr das Judenthum, obmohl dasselbe sich in der Minderheit besindet. Er verlangt nur, daß der Mann, wenn derselbe Christ ist. jüdischen Braut versprechen muß, siÄ der ffliÄ ? . , widersetzen -Nach dem letze sind die Kinder einer ludlschen Mutter als Juden anzuerkennen. wäre es auch vom rein kirchlichen Standpunkte aus unklug, die Anerkennung der Misch ehen zu verweigern. Von der christli chen sowohl) als von7)er jüdischen Geist lichkeit ausgestoßen, würde die jüdische Mutter ihre Kinder em Ende ohne irgendwelche religiöse Erziehung aus wachsen lassen. Selbstverständlich beziehen sich diese Bemerkungen nur auf solche Fälle, wo die Braut trotz ihres Bündnisses mit einem Christen Jüdin bleiben will, hegt sie diesen Wunsch nicht, bezüglich ist ihr die Religionssrage'gleichgiltig, so wird sie die Dienste eines jüdischen Geistlichen bei der Trauikng gar nicht in Anspruch 55 nehmen. Sollen die Kinder conse stonZ. los erzogen werden, so kommt es erst ckt nickt Zn'Netrat. nn Nnt?r n Mutter gleichen oder verschiedenen B'e kenntnizzes sins. Jtt vkele Hochschulen. ?rnk?kn ftiSfnnfin K,r,!tS n At .Col--leges hat. die daS Recht besitzen. Titel und Würden zu verleihen, fall jetzt in Milwaukee eine neue Anstalt gegründet und mit dem stolzen 'Namen Universität belegt werden. In Wahrheit wird selbstverständlich das, was man sich in TlMitsfirrtn rnnf'MA nhr ßnMnnh unter einer Universität vorstellt, nicht annähernd herauskommen, wie eS über, bi,vt ,in. ntnmmtnf lln5hm,tnt hierzulande garnicht giebt. Harvard . ist noch die bestausgerüfttte Anstalt, n,nnt Pff fiUr mrr' (Tnn? sah hn In d,? hni unp knsls.,s,kt?n .'stZi,n In New York soll der Versuch gemacht werden, den Wirkungskreis einer bereits .n..fc t-x..- r ... uiifjii,ui" ojuuiiuiuii iu z uwuuiii den man sie Universität nennen kann, -ES sollen da wirklich alle Fachwissenschasten von Fachgelehrten in Vortrügen behandelt werden, die zu besuchen oder zu .schwänzen" den Studenten freisteht, Ob der Plan zur Ausführung gelangen wird, ist.nicht mit Bestimmtheit zu sagenjedenfalls aber' ist kein Bedürfniß für neue Hochschulen vorhanden, die nicht mehr bieten, als die. allen. Im Jahre 1880 aab es nach dem amtlicken Bericht deö Schule ommistärS 364 .Col Irge& im Lande, und seitdem sind wie der einige hinzugekommen. Die meisten sind über den engsten Kreis hinaus nicht bekannt, weil sie oar keine brauckbaren Lehrkräfte und höchstens ein Bäckerdut. Send .Studenten haben. Sie sind ge ründet worden, weil die betreifende Stadt mit einem sckönen KebZude vrau. len wollte, weil einige Leute als Förde, ?e?der Wissenschaft in den Zeitungen enannt werden wünlebten. Diele Anstalten sind die arSten Xt'mY.t Wissenschaft,' und es wäre ein Segen, ' ' ' . . . . ' enn mindestens die dä te sofort ein. inae. ES ist geradezu lächerlich. ,u vernehmen, daß beispielsweise der spärlich besiedelte Staat Oregon acht Uni

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I . ... -r, . i t...c: :t cein iDinjigcn iiuicic wuiuutiiu im weniger als sieben flitbt' Wären das nur Gvmnasien, so-Üene'sich nicht viel einwenden, aber sie fabriciren auch Aerzte. Advokaten, Prediger u. s. w., treiben zuweilen auch Handel mit Doetortiteln. Wie Ver. Älaaien, oie o ungeyeuer ui (Reib für das Ernebunaswesen auSae den. oaven leme Vvmnanen, rein? yicm , - . - . , schulen und leine Umversttctten, lonoern nur Angalten, aus denen in vier Jahren ' ... - . ... . i nneblick ein oamer Gvmnanal- und Universitüts'Cursus durchgemacht wird. oliv? Am 24. d. M. feiert die Republik ,..,..7, den 100. GeburlNaa lhie? vvniAUkiu iui j.js. v:m-4mi.iii B,sr.i. n b . ftntWült S man Bolivar. du:(ö itne 2i5t tauS Hauptstadt ' Caracas und dem Hasen Laguayra) und durch fötitötung einer Bildsäule Washington'S in Caraca. Bolwar stammle aus einer spanischen vrnvn - u ""'i . .. ..., . . . Familie vom höchsten Adel, tuvirte in Madrid die Rechte und, bereiste dann Frankreich. Italien. -die Schweiz und Deutschland. - Er war ein sehr reicher Mann, beschloß" aber, .sein Vaterland Venezuela 1 und wo möalich ganz Südamita t0n be. otannti der svaniscden Colonialherrschaft za befreien, also das, m Washington für Nordamerika ge. worden war, für Südamkrika zu werden. azu fand sich einpassende Gelegen, heit lL Napoleon I. im Jahre 1803 die fDfln;fA, rnb vortnaislscke KüniaSsnmr ,nt,s.rnnt, und h nnr,nttck? Halbinsel eroberte. Jetzt konnten die spanisch-amerikanischen Colonien unter dem Vorwande, gegen diesen Gewaltakt M Morsen, zu prolestiren,. die Waffen ergreifen, wie es die.Spnier selbst thaN,ne,uela stand 1810 auf. und Bolivar brachte aus England, theils mit hffi,ri Wifi?Tf -iKplXS. t'nfnm sitflh wvj. .jj.... w Mitteln Massen nach Hause und befeh' ligte ÄOn ba fln bie eet? der Patrioten. Cr wurde drei Mal'von den spanischen Generalen besiegt und ausur Landes ver. ltltUri . lehrte aber immer wieder mit -m Auslande gesammelten Patrioten, r'., ,.n.i,. er hic uj" jm V wm.v v Spanier aus ganz Venezuela verjagt, ,.k., :,sftA i91si nw'niJ, tnnyfi,n tnmtn FsnAtpn rst vmn ihi fv. .i 1819 raaren ch bilfc besiegt,' und es ,urde Diktator von Venezuela, worauf txUn auch ganz Nev-Granada von .Un Spaniern befreite Jn den Jahren 1823 und 1824 gelang iZm daSselbe auch mit Ober- und Nieder.Veru. wobin man ...g.., .ine RundesNaat der von ihm und Andern besreittn spanisch-ame rikanischen Republiken n ach Art unserer Union zu gründen.. Immer wieder neu zum Präsidenten oder vielmehr Diktator von Columbia und Verezuela ernannt, obwohl e? mehrfach die Wahl abschlug. ttnb mil olle National-Belohnüngen fand er doch nun h?N!gf Gegner, welche niederzuschlagen hatt,: und' nunmehr schießen ließ. Schließlich hatte er den ' aßraperfr;c, fsltt bflnkte ab und starb 1830 im fceieoilligen Exil, indem er noch auf seinem Stek bebette zur Ei nigkeit ermähnte. Die Stervüüikcit .tntlr dei KiNdtt Nicht nur in New Nork, sondern in allen größeren Städ!:n machen wir die Erfahrung, daß an helfen Tagen die Sterblichkeit unter den Kindern außer ordentlich zunimmt. DaS Quecksilber Thermometer folgt mcht mit größerer Regelmäßigkeit der größeren oder gerinÖtren Hitze als der Umfang der ' Listen, welche die Todesfälle .berichten. ' Ein Theil der letzteren ist unvermeidlich, da r jt 9 t i je i ? t i. a v twaazliqe. mee niqr rm lanoe ,lno, dem schädlichen Einflüsse der Hitze zu wider ttben. 'immerhin 5ann aber die Zahl derselben durch vernünftige BeHandlung der Kinde? beschränkt werden. In diesem Jahre hat die Hitze in mehre ren Städten unverhältnismäßig zahlrei che Opfer gefordert. In New Z)ork stieg die Zahl der Todeställe unter den Indern von 716 ln der letzten Woche des Jum auf 1,vo1 m d strn Woohe des Jull. In Phlladelphia starben m d"selben Zeit 504 Kinder. 74 mehr als in. j0 W Vr1?0" oasieioc ungungr eryan niß. Die Beobachtung m allen Städ W nachgetTJusen, bsi& in umfüllten "u'n un Wun,n Haupt achlichste Grund für die Zunahme der Sterblichkeit zu suchen ist. Die d? vauptbedingungen der Gesundheit : Licht, reine und unverdorbene Lust und Reinlichkeit sind in Tenementhäusern und Miethskasernen ?ast nie vorhanden, und es ,st außerordentlich . schwer, die Bewobner davon zu ubeneuaen.wie un i - ' . . . . " . . , , endlch viel von dem Vorhandensein die. winsungcn lavhangt. ES iß bähet die wichtigste Au gäbe der Gesundheitsbehörden, solche Anordnungen zu treffen, durch welche die Besitzer und Bewohner von Mlethskasernen angehalten werden, die Wohnungen gerade. der heißesten St des Jahres so viel als möglich zu lüften und rem zu halten. Eltern, denen ;ügaiiniiie genauen, ancn.i n klemen Kindern keine größere Wohl that erweisen, als' wenn sie. dieselben emen. möglichst großen Theil- der heißen Zeit auf dem platten Lande zubringen lassen. - Der bei Weitem arökten An ahl von Leuten ist dieS rächt möglich und diese sollten wenigstens von dem uienlyklie rn oen Paris, vie a in iei er größeren Stadt fehlen, einen mög lichst auSnieblgen Gebrauch machen. ES ist nicht blos die Armuth, welche die leroiicjiui unicr oen inoern vziqxo ßt, andern Gleichgiltigkett und Un wissenheit fordern, zahlreiche Leben, vel ch die Beobachtung ,ost verkündeter und I f t (Ni l f P . . ' P .a P ' lureoen ausiuyroarer'orliqismav regeln gerettet haben wurve.

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ine Etttsüttruna

In der Familie des .ffausmannc? An loil Williams in Sy.'ocuse. N. Y.. Übte seit Jahren dessen Enkelin, die 19jährige Lillian Perry Da jange Mädchen war als Verkäuferin in einem Schnitt' waa?cngesö)äst: der Stadt aogestcÜl und erfreute sich allgemeinster Ackiung und Beliebtbett. Am SonnUiu gegen Erbend erschien wahrend cr Adwesknhcit M Antoil WiUiamZ in dessen Wohnung ein Mann, der ch iur einen Po!izelb?am!kn von La Crojse, Wis., ausgab, erkundigte sich nach Frl. Perry und legte ein Papier mit dem Bemerken vor, dasselbe sei ein Hastbefehl und er sei gezmungen, die. zunge Dame nach a ßrcjjc zu bringen. Die letztere, sowie ihre CiJmiiUtt bra chen in Thränen aus und baten den Beamten. Lll.ian im Hase ihrer Großel tern zu delaszen. Der angeiilichcPolizlst drohte mit Ge walt und fo solgte ihm Lilln in einer, in der Nähe des Hauses bereit suhende.i Wagen, fuhr nach dem Bt hnhofe und bestieg dort einen nach dem Westen bestimmten Zug. Als AntuZl Williams nach Hause zurückkehrte und den Vorgang vernahm, eilte er nach dem Bahn hose, der Zug war jedoch bereits' abge fahren. Et erstattete hierauf Anzeige bei der Polizei und wird n:ch:s ur.ver sucht lasten, seine Enkelin wieder in seine Gewalt zu bekommen ; er ist der Ansicht, der Mann, welcher Lillian entführt hat, sei weder ein Polizist, noch sei das Papier, welches er dem Mädchen vorlegte, ein wirkliche? Hastbesehl gewe scn, der ouöttdem im Staate New Vork gar keine G ltigkeit haben würde Die ganze Intrigue geht wahrscheinlich von der Mutter des Mädchens aus. die an einen gewissen Williams in Minneapo lis in dritter Ehe verheiratet ist. Lillian ist mit Thomaö Chamberlin in Minneapolis verlobt und dle Mutter derselben bietet alles Mögliche auf, die Verheirathung ihrer Tochter mit dem selben in hintertreiben. Nrweltttye Thiere In Hartsord, Conn., ist soeben eine Partie Sandsteinplatten angekommen, welche in den Steinbrüchen bei Portland aufgefunden worden sind und die deut lichsten Spuren von Thieren tragen. welche dereinst im Thale des Connecti cut gelebt haben müssen. Die Platten sind 6 bis 7 Zoll dick und befanden sich in einer Tiefe von' 80 Fuß. Dieselben sind fo glücklich gespalten, daß die Spu ren an einigen Platten n Form von Haut-Neliefs und an anderen in Form von BaS-Reliess .hervortreten, welche deutlich die Geschichte ihres Entstehens erzählen. Vor langen Jahren ob vor 100,000 ' oder 1,000,000 kann die Geologie auch nicht annähernd bestim men müssen die Sandsteine zur Zeit der Fluth' von den Wellen desselben Meeres bedeckt gewesen sein, welches jetzt von den Steinbrüchen über dreißig Mei len entfernt ist. Sie müssen damals eine weiche Masse gebildet haben, ur welche sich die Eindrücke der Füße der riesigen Geschöpfe einprägten, welche damals die Küste des atlantischen Oceans und daS angrenzende, von einer tropischen Vegetation bedeckte Land' bewohnten. Ver stemerte Knochen dieser Thiere sind schon oft gesunden worden, doch sprcch:n die in den Sandstein geprägten Fußspuren ebenso deullich wie ganze Gerippe. Der Aiiderschlag aus dem Wasser, welcher zur Zeit der Jkuth diese Küste bedeckte, füllte diese Spuren -allmälig auf, neue Lcrger bildeten sich über ihnen und wur den zu Stein und wenn jetzt bei dem Ausbeuten der Sandstelnbruche emzel ne Platten glücklich springen, so zeigen sie den jetzigen Bewohnern der Erde außerordentlich deutliche Bilder der Fuß eindrucke der urweltlichen Geschöpfe. Wie die Sandsteinlager sich allmälig zu so beträchtlicher Höhe über das Ufer aufbauen konnten, ist eine Frage, welche die Wistenschast ebenfalls noch nicht be antwortet hat, so viel steht aber fest: als jene Thiere lebten, erstreckte sich das Meer nicht nur dreißig Meilen weiter rn'Z Land hinein als jetzt, sondern war das Land, auf dem sich jetzt die Steinbrüche befinden, auch bedeutend niedriger, als jetzt.' Ein allmäliges Zurücktreten -der See wird bekanntlich an verschiedene Punkten der Erde beobachtet, dasselbe geht aber so langsam vor sich, daß die Entfernung eines Ortes, der dereinst einen Theil der. Seeküste bildete, um mehr als 30 Meilen von dem Meere als einer derjenigen Beweise angenommen werden kann, die für das hohe Alterun seres Planeten sprechen. Die Theile ungeheuerer Skelette, die in den sumpfigen Niederungen der Staa ten New Z)ork, New Jersey, Pennsylva nien und anderer gefunden wurden und noch fort und fort gefunden werden, ge hörten wahrscheinlich Thi?ren an, welche auch :m Thale des Connecticut gelebt und dessen Voden dec sich nach und nach in Sandstein verwandelte, ihre Spuren eingedrückt haben. Eine Art dieser Haut.Reliess ,st 15 Zoll lang und 11 Zoll breit, mithin größer als die Fuß spur irgend eines lebenden Thieres, die größten Elephanten eingeschlossen. Diese Spuren zeigen die Eindrücke der fünf Zehen, welche den Fuß bildeten, ganz deutlich und unverkennbar, und einzelne, derselben lassen sogar die einzel nen Unebenheiten der Fußfläche sehen. Eine andere Art zeigt die Eindrücke eines Vogelsußes, der mit drei Zehen versehen war; dieselben haben Ähnlichkeit mit den Fußspuren eines Straußes, sind aber viel größer. Drei dieser Spuren, die sich auf einer Platte befinden, stehen so geradlinig hintereinander, daß man glauben könnte, der Vogel habe blos ein Bein besessen und sich hüpfend vorwärts bewegt. Die Indianer setzen bekannt lich beim Gehen die Füße ebenfalls vor einander, so dak man an der Enge der Spuren erkennen kann, daß dieselben von Indianern und nicht von Weißen herrühren,' aber so absolut und auS schließlich voreinander, wie jene Vögel dle Fuße gesetzt haben müssen, bringen ne es doch nicht fertig. 5ieS?ands!e!nvlatten sollen dem Col

liege in Hartford zum Geschenke gemacht

werden. Transatlantische Nabel. AlS im Juli 1863 der dritte Versuch zur Legung eines transatlantischen Ka bels gemocht wurde, riß dasselbe, nachdem 1213 englische Meilen versenkt wa ren, uno cs geiang ei,i im ayre iöüü, daS Kabel aus einer Tiefe vrrn 7700 Faden wieder aufzufischen nrcd z.l er ganzen. Jene Kabel ist bekanntlich heute noch in Gebrauch. DasVersahren, dessen man sich damals zur Auffindung des zerrissenen Kabels bediente, ist nach und nach so vervollkommnet worden,dag . W Pf fc M man i?t zur nussinoung räum nocy so vieler Stunden bedarf, als im Jahre 1863 und 1866 Monate nothwendig waren. Der Telegraphenapparat be zeichnet die Stelle o?nau, an welcher ein Kabel zerrstjen ist. Von dem Schiffe, das sich dahin begiebt, wird einTau von Ij Zoll Durchmesser,' das aus bestem Man'laHanf hergestellt und mitStahl drähten durchflochttn ist, in die Tiefe gelassen. Am Ende desselben befindet sich ein 2Fuß langer eiserner Schaft von ungefähr 100 Pfund Gewicht, der in sechs Griffe . oder stumpfe Angelhaken ausläust, die wie die halbgeschlossenen Finger .der menschlichen Hand geformt nd zu einander gestellt sind. , Hat dieser Apparat etwas oberhalb der Bruchstelle des Kabels den Meeresdoden erreicht, so steuert das Schiff ;n derWeise vorwärts, daß essich rechtwinkelig von dem Kabel entfernt. Das Tau steht mit einem Dynamometer oder Krastmesser in Verbindung, dessen Feder anzeigt, ob der Apparat am Ende' des Taues das Kabel gesaßt hat und nach der Oberfläch: befördert. Sollte der Apparat nicht das Kabel, sondern z. B. den Ausläufer einer Klippe ergriffen ha ben, so wird das durch den Dynamome ter genau markirt, sodaß sowohl nutzloses Auswinden, wie ein etwaiges Zerreiben deö Taues vermieden wird. Ans diese Weise hat kürzlich der Dampfer Mim" beide Enden eines gerissenen Kabels der Anglo-American Eo. mitten auf oem attantiscyen Oceane aus einer Tiefe von 2 Meilen heraufgeholt. Die Verbindung der Bruchstellen geschieht in der Weise, daß die Kabelenden ausgewik kelt und dann wieder zusammengefloch ten werden ; es geschieht dies jetzt in einer so vollendeten Art und Weise, daß man den gebrochenen und wieder verei nigten Theil des Kabels nicht von dessen übrigen Theilen unterscheiden kann. Bom Jnlanve. Vor zweiMonaten war das vier Jahre alte Töchtcrchen des Farmers JameS Wilson in Westmoreland Co., Pa., plötzlich verschwunden. Die El tern und Nachbarn durchsuchten Wochen lang die Umgebung, ohne auch nur die zntsernteste Spur von dem Kinde ent decken zu können. Dieser Tage sah ein Jäger im Walde ein nacktes Kind, das bei seinemAnblicke sich zur Flucht wandte. Mit merkwürdiger Schnelligkeit lief daö kleine Wesen vor ihm her und es gelang ibm nur mit Mübe, dasselbe einzuholen. Als er eS ergriff, biß und kratzte das Kind nach dem Manne, wie eine böse Katze. DaS Kind war in der That das jenige des Wilson, hat während seines Aufenthaltes im Walde das Sprechen vollständig verlernt und war über und über mit dem Saste von vkidel und Brombeeren beschmiert. Der Jäger brachte das Kind zu seinen Eltern, die es jedoch nicht erkannte; die Kleider, die man ihm anzog, riß es sich beharrlich vom Leibe. DaS Kind ißt mit Vorliebe lebendige Frösche und Krebse und wollte im Ansanze nichts von Brod und gekochten Speisen wissen. Es wird Zeii und Geduld dazu flehten, bis das Kinc wieder sprechen lernt und die Gewöhn heiten ablegt, die eö während de langer. Ausenthaltes im Waloe angenommen hat.' Hunderte von Californi ern, die sich vor Kurzem erst nachOregor und dem Territorium Washington bege ben hatten, kehren jetzt nach ihren alten Wohnsitzen zurück. Sie .sagen, dak Land, daö man dort haben könn, fei sehr gut und wer es durchsetze, könne sich dort mit Sicherheit eine gute Heimath erwerben und zu Wohlstand gelangen, aber daS Leben sei im Anfange so rauh und strapaziös, daß es nur Wenige aus hielten. I m HaufedeS Hermann Schröder in San Francisco hat es am 3. Juli einmal und an den beiden fol genden Tagen -je viermal gebrannt. Anfangs glaubte man, das Adbrennkn von Feuerwerk fei die Veranlzssunq, jetzt hat aber die 12jährige Anna Hoff, mann-, welche in der Familie des Schrö der leichte Hausarbeit verrichtete, . ge standen, daß sie die sämmtlichen Feuer angelegt habe, und zwar, um sich an Frau Schröder, die , sie mitunter un freundlich behandelt habe, zu rächen. JnNewYorkistzurZeit ein erbitterter Krieg gegen die Sper linge entbrannt, welche vor einer Reihe von Jahren speziell zu dem Zwecke im portirt wurden, die öffentlichen Parks der Metropole von Ungeziefer zu reini gen. Vor mehreren Tagen wurden viele der Nistkästen, welche in den Bäumen angebracht waren, heruntergerissen doch focht daö die Spatzen nicht sonder lich an. Sie hielten eine große Jndig nationS-Versammlung ab, in der jeden falls einstimmig beschlossen wurde', zu bleiben, denn unmittelbar nach Verta gung der Sitzung machten sich die Sper linge daran, Nester auf eigene Faust zu bauen. .Noch vor Dunkelwerden hatten alle die gefiederten .Emigranten" ihr eigenes Heim und zwar so hoch oben in den Baumgipfeln.daß eö den Blauröcken schwer werden wird, ihnen eine Visite zu machen. D er offizielle AusweiSüber, die Einwanderung in den Ver. Staaten im letzten Rechnungsjahr zeigt eine be deutende Abnahme der Gesamtzahlen. ES kamen hier 599,114 Einwanderer an, gegen 788,092 im Jahre 1882 und 669.431 im. täbre 11 -

beinahe 190,000 weniger als im Vor ,

jähre und über 70.000 weniger als im Jahre 1881: Erst daS Jahr 1880 zeigt eine geringere Zahl von Einwanderern als daS letzte Rechnungsjahr. Es stand zu erwarten, daß nach einer solchen Hoch fluth, wie wir sie im vorigen Jahr er reichten, ein Rückschlag eintreten mußte, einfack. weil der Vorratb an Auöman derungSsähigen sich erschöpfte und wir brauchen deshalb nicht spitzfindige Un tersuchungen anzustellen, warum dieEin Wanderung abnahm. Wohl aber mögen die wirthschaftlichen Verhältnisse hier u. in Europa viel damit zu thun haben. Von allen Völkern liefern die Deutschen noch immer den' größten Procentsatz. Obgleich ihre Zahl von rund 249,000 auf 191,000, alfo um über 57.000 ab genommen, sind immer noch dreimal mehr Deutsche als Jrländer eingewan dert. England fährt fort, nächst Deutsch land den größten Procentsatz zu lie fern, obgleich eS wie alle anderen Staaten bedeutend weniger Jmmigran ten gesendet hat. Nu? Schottland zeigt eine Zunahme, die aber. so klein ist,, daß man ihr keine Äedeutung beilegen kann. Ebenso ist die Einwanderung von .Jtalien mit 31,000 nahezu konstant geblieben. Und wenn also auch eine bedeutende Abnahme der Einwanderung statt gesunden hat, bleibt doch immer bewiesen, daß die Ver. Staaten den Haupt anziehungspunkt . für die AuswaNde rungSlustigen Europas bilden. In New Haven, Conn., ruft es erhebliche Ausregung hervor, daß der Pfarrer der St. Marien-Kirche, Hochw. McGivney, den Mitgliedern der deut schen HermannsLoge- des alten Or der. der Foresters" bei Gelegenheit des Leichenbegängnisses des Bruders Joh. C. Bernard-' den Eintritt in die Kirche versagte, solange sie die Ordensabzeichen trügen : Meine Herren, Sie können die Kirche nicht mit JhrenAbzeichen betreten." Die Leute.weigerten sich, sie abzulegen, aber dreiMitglieder legten schließlich doch die Regalien ab, und so konnte denn die Leichenfeier stattfinden; die übrigen ver ließen das Gotteshaus. Am Schlüsse des Trauergottesdienstes bemerkte der Priester : .Die Ursache, es daß der Ge sellschast, zu welcher der Todte gehörte, untersagt wurde, mit ihren Regalien die Kirche zu betreten, besteht darin, daß besagte Organisation nicht zur Kirche gehört, und auch von ihr nicht anerkannt worden ist." Des Weiteren äußerte sich der Geistliche dahin, daß er nur einer kirchlichen Vorschrift folge, indem er ge Heimen Gesellschaften den Eintritt in die Kirche versage. Mit bern Dampfer S a ntiago" trafdieserToge von Havanna ein Passagier in New Bork ein, welcher mit der - sorglosesten Miene von der Welt, während der Zollinspector die Koffer vi sitirte, drei Ueberzieher und einen Reise shswl auf den Pier warf. In den Kos fern befanden sich keine zollpflichtigen Gegenstände und der Passagier wollte sich eben mit seinen drei Ueberziehern stolz wie ein Spanier in eine Kutsche setzen,- als der Inspektor mit ebenso nonchalanter Miene, vie der Reisende vorhin, den bescheidenen Wunsch aussprach, die overxoate" einer Durchsicht unterziehen zu dürsen. Und siehe da, der Zollbeamte holte aus den umfang reichen Taschen der Kleidungsstücke 138 goldene Ringe, 40 goldene Armbänder, 102 Paar goldene Ohrringe, 7 goldene Uhrketten und eine Quantität Cigarren hervor, zusammen einen Werth von über 55000 rcpräsentirend, und erklärte alle diese Herrlichkeiten als gute Prise für .Onkel Sam." Der .schlaue- Passagier kutschirte äußerst mißvergnügt von dannen. In Fauquier, Va., tritt ein bisher unbekanntes Jnsect auf, welches auf Pfirsich und BirnenBäumen lebt, in die Rinde derselben zahlreiche Ein st ich e macht und hierdurch das Eingehen der Bäume herbeiführt. . Die Doc torin Mary Wal ker in Washington, die wegen ihrer ex centrischen Manieren aus dem Bundes dienste entlassen worden ist, ist jetzt für ihren Lebensunterhalt lediglich auf' die Pension angewiesen, welche ihr für Ver dienste während des RebellionskriegeS bewilligt worden ist. Dieselbe trägt ei nen Männerrock, weite, sehr schlecht pas sende Beinkleider und erscheint nie ohne ein elegantes Spaziersiöckchen auf der Slraße. Wenn das Wetter einiger maßen kühl ist oder wenn Regen droht, trägt sie einen Plaid, den sie jedoch ebenso, wie den Hut, stet ablegt, wenn sie ein Haus öder ein GeschästSlokal be tritt. In letzterem ist sie kein.gernge, sehener Gast, da sie sich von denCommiö alle möglichen Waaren , vorlegen läßt and nur selten etwas kaust.. Vsm Nuölande. Inder Wiener .Presse lesen wir : .In mehreren Bezirken Mäh rens tauchte eine Frauensperson auf, die kleine Medicinfläfchchen mit einer röth lichen Flüssigkeit als geweihte Tropfen des Fürst'Erzbischofs von Olmütz- an pries. Sie behauptete, daö diese Tropfen jede Wunde heilten, Lahme gehend und Blinde sehend- machen. Die Leute kaustendas Fläschchen mitüO kr. bis 3 fl. und erhielten hierzu eine Gedrauchsan Weisung, dje eine lange Reihe von Krank heiten aufzählt, die alle durch dieseTro? fen behoben würden. Interessant ist der Schlußsatz derselben . .UebiigenS können diese Tropfen auch ganz gut für Pferde und Rindvieh angewendet werden.- Die Frau theilte zugleich mit, daß der Ol mützer Erzbischof diese geweihtenTropsen nur Grasen und Fürsten gebe allein durch besondere Protection des fürst erzbischöflichen Kutschers habe auch sie davon erhalten. Die Strasuntersuchnng wurde gegen die Verkäuferin Marie Vidal eingeleitet. D r. Sch weins nrt h hat von Cairo auS an den Sekretär der Anti-SklavereiGesel!schast in London ein ausführliches Schreiben gerichtet, in welchem er die Gegenden am oberen Nil der besonderen Beachtung , aller jener empfiehlt, welche sich für die Erschließung

und Civilisation Centralafrikas interes siren. Er bezeichnet den Weg durch diese Gegenden als den nächsten, sichersten und beftcn zum mittleren Congo, .dessen Mündung einmal das große AusgangSthor bilden, aber noch für lange hinaus keinen Einlaß bieten wird. Der Weg durch die oberen Nilgegenden dagegen bildet heute schon, dank denBe mühungen des Gouverneurs von Lado, Enni Bey (Dr. Schnitzler, ein geborener Oesterreicher), die offene Heerstraße zum Innern des dunklen Continenls. Lado ist in 45 Tagen von Cairo zumeist per Dampfer zu erreichen; es Unterhält eine regelmäßige PostVerbindung und bietet Kaufleuten und Ansiedlern außerordentliche Vortheile. Von dieser Seite steht Afrika der Welt offen. Europa aber bleibt den Bemühungen Enni Bey gegenüber theilnahmlos ; eö sucht den Weg nach Centralasrika, - der ihm hier offen liegt, und verschwendet aus anderer Seite Kräfte, -welche, bier angewandt, ganz unerwartet reiche Früchte tragen würden. , .'

Jmliebendeutschc. Va terlande wird es immer gemüth'.icher schreibt die Berliner Volkszeitung. In dcr Leipzigerstraße trat dieser Tage ein anscheinend adliger Herr vom Lande i einen Laden und ersuchte den Inhaber, ihm ein Zwanzigmarkstück zu wechseln. Der Kaufmann bedauerte höflich, dem Verlangen nicht willfahren zu können, da in der Leipzigerstraße gerade unge mein viel gewechselt wird , und kleine? Geld beständig knapp ist. Der' Fremde entgegnete hierauf malitiöö: .Faule Ausreden kennen wir schon!" und rief, nachdem er bereits den Laden verlassen hatte, als Abschiedsgruß hinein : .Alter Jude!" Bei einem Kunsthändler in jener Gebend mißfiel einem bebrillten Herrn, anscheinend Lebrer oder Geist licher, ein Bild im Schaufenster. Er trat in den Laden, Sußcrte fein Mißver gnügen darüber und 'fügte beim Ver. lassen des Ladens hinzu : .So. etwa? kann auch nur ein Jude l" Das sind die Gebildeten, und da beklaat man cd nach solchen Beispielen über Rohheit in den unteren Volksschichten Die Italiener sorgen in dankenswerthester Wsise für die Ermöglichung einer unparteiischen GeschichtS fchreidurg. .Mit dem gtößten Eifer wird alles zerstreute Materi.il über die Er elgnisse der italienischen Freiheitsbewe gung zusammengetragen,und bedeutende Männer,die mitten in diesen Ereignissen gestanden haben, füllen die Muße ihres Alters damit aus, authentische Akten, stücke sorgfältig zu sichten und zu publizi ren. Merkwürdig wird für die Ge chichtssorschung die Publikation der ämmlichen Schriften Mazz'mi'S sich ae stalten. Mazzini hatte-Verbindungen in allen Ländern Europas ; unablässig reiste er unter tausend Verkleidungen und falschen Namen in . dem ganzen .Welttheil umher, überall bei den Re gierungen und bei geheimen Revolu tionscomiteS für die italienische Einheit nnd die italienische Republik wirkend. Ein undurchdringlicher Sagenkreis hat sich bis jetzt um diesen Mahner zur Freiheit gebildet. Es ist deshalb hocher kreulich, daß man in Italien eifrig dar angegangen ist, diese seltsame Gestalt des Sagenhasten zu entkleiden und aus dem mythischen Mazzini die wähle hi storische Figur heraus lschälen. , In siebzehn oder achtzehn Bänden, von de nen zwölf bereits erschienen sind, sam melt Aurelio Sasfi im Verein mit einer Commission van Herausgebern die poli tischliterarischen Schriften seinesFreun des, denen dann später die gesammelten Briefe folgen sollen. Sasfi, welcher mit Mazzini und Armellini das an d:r Spitze der römischen Republik von 1849 stehende Triumvirat bildete, ist durch seine genaue persönliche Kenntniß des italienischen Tribunen ganz besonders zu einer getreuen Darstellung geeignet. Eine Aeußerung deö Ver theidigers Dr. Heumann in dem. sich jetzt abspielenden Prozesse zn'TiSza-ESzlar ist bezeichnend für den Stand der Ver Handlung. 63 ist bereits erwiesen meinte der geistvolle Advokat 'in einer Gesellschaft, .daß Moriz Scharst sich in der Zeit, wann der Mord geschah, geirrt hat, er hat sich ferner geirrt in den Per sonen, die den Mord . begingen, er hat sich endlich geirrt in dem Objekt, an dem der Mord begangen worden ist, und wir werden ihm noch nachweisen, daß er sich in sich selbst auch. geirrt hat; cr ist näm lich der Meinung.daß er durch's Schlüs. selloch dreiviertetStunden geschaut habe, was offenbar ein Irrthum ist, d?nn e? ist auf dem rechten Auge' blind und mit einem Auge ist'S unmöglich, dreiviertel Stunden durch ein enges Schlüsselloch zu. schauen, .ohne, auch daö Licht dieses einen Auges zu verlieren' - ' ; .. D e r. ,T ag esb ote. a u & Mähren meldet: .In Der Kirche einer deutschen Stadt unseres Kronlandes fand dieser Tage eine Trauung statt, die der als Ultraczeche bekannte Pfarrer vornahm. Wiewohl das' Bcauipaar der deutschen Nationalität angehörte, sprach der Pfarrer der Braut dennoch die übliche Form in czechischer Sprache vor. Schüchtern antwortete die Braut, .sie sei eine Deutsche und des Hzechischen nicht mächtig.- Da rief der Pfarrer: Küyz neumite cesky, tak mluvte iVancousky !" ' (Wenn Sie nicht czechii'ch verstehen,' so sprechen Sie " französisch) Nachdem jedoch die Braut thatsächlich außer Stande war, die cze chisch: Formel nachzusprechen, mußte sich Se. Hochwürden 'btqaemen, dieselbe in der ihm so sehr verbauten deutschen Sprache vorzulesen. Und das geschieht in einer deutschen Gemeinde !" ' - i - f . Nao) längerer'Pause hat Bayern wiederum einen Schritt aus dem Wege zur gleichmäßigen Ausrüstung der ganzen deutschen Armee gemacht. Eine Eabinetsordre örd't an, daß die beiden bayerischen UlanenRegimenter die Ab zeichen nach preußischem Muster, Epau letts :c , anzulegen haben. Die Un gleichmaßigkeit besteht jetzt nur noch in der Färbe des Tuches der Bekleidung? stücke, die in Bayern blau ist.