Indiana Tribüne, Volume 6, Number 301, Indianapolis, Marion County, 19 July 1883 — Page 2
Zndimm Hriölme. FSglilZe- uud Sonntagsansgaöe. ßfffc ILV O.Msrhsandstr.
Indianapolis, Ind., 19. Juli 1633. VuS Deutschland. Der Redakteur des .Clevelond Anzer. ger" bereist flegenwärtig Deutschland nnd schreibt Folgendes : M)tnnaen, Ende Juni '83. 'Seit drei Wochen habe ich wieder deutschen Boden unter denFüßen. Zwar 'ist wohl die zu Beobachtungen bleibende Zeit zu kurz, um mich zu einem gereiften Urtheile zu berechtigen, doch habe ich - genug gesehen und erlebt, um mich zu überzeugen, daß ich mir in vielenDingen . falsche Vorstellungen von Land undLeu ten in Deutschland gebildet hatte." Ein längereZVerweilen in dem geräuschvollen, überhasteten und' von ganz anderen Interessen bewegten Amerika verwischt die Bilder, welche wir von Deutschland ha den, und nur wenige Deutschamerikaner finden wohl dle Zett,lene Bilder emiger maßen aufzufrischen durch genügenden brieflichen Verkehr oder durch daö sorg fällige Verfolgen deutscher Zeitungen. .Dazu kommt, daß wir in Amerika mei ÜenS nur von den Schattenseiten de5 deutschen Lebens unterrichtet werden.wie ja auch von drüben her hauptsächlich oa Häßliche und Schreckliche über denOcean nach Deutschland dringt. Wir bören in Amerika so viel von. deutscher GewaltHerrschaft, von MilitärdeSpotiSmus,' von dem Reaiment des GenZdarmen. von der immer stärker angewendeten Steuer schraube, und es ist eigentlich kein Wun der, wenn manche Deutschamerikaner sich Deutschland, als ein' völlig geknechtetes Land, bewohnt von Hungerleidern, vor stellen, in welchem sie nicht wieder leben zu können behaupten,, wie es ist noch )o viele Deutsche gibt, welche in Amerika nur das Land des organlstrtenyumvugS erblicken, weil eben hauptsächlich Mord geschichten .und Beamtenspitzbübereien aus Amerika in Deutschland bekannt ; rrn 5 c n v weroen. .as auizeroem in oeioenan dern vor sich 'geht, das gewaltige geistige. Leben hüben'undidrüben, der Fortschritt auf allen 3eoUteh; bleibt den noch dazu sehr unachtsamen Beobachtern auf. der . ' . ..r . -v er.ik. V . s elnen.wle-aus oer anorrn vomz vs MeereS verborgen. DaS Urtheil wird gebildet nach einzelnen besonders hervor tretenden Extravaganzen, und cS lautet in Deutschland s bezüglich Amerikas ziemlich eZnstimuiia7 Schwindel", wäh rend der Deutschamerikaner seinem Ur theil über Deutschland meistens in einem bemitleidenden Lächeln Ausdrück gibt. ES ist mir auch aufgefallen, daß in Deutschland reisende Deutschamerikaner m lhren Reljebtttchten mit großer Bor liebe sehr nebensächliche Dinge behan deln, die drüben bei dem Leser das Ge fühl erwecken,daß man Deutschland ganz unverhältnißmäßlg überlegen ist. Es ist ja wahr, die deutschen Betten sind schmal und kurz, man kann auf den Eisenbahnen nur ein Billet zu einer be stimmten Zeit und für einen bestimmten Zug erhalten, der Polizist trägt, hier eine Pickelhaube und einen Säbel. Das Trinkgeldsystem .ist lästig und unbe quem u. s. w. Ja, wir sind in allen die sen Dingen den guten Deutschen weit voraus aber wie unbedeutend sind am Ende jene Dinge. Wie Vieles tritt hier in den Vordergrund, über welches man sich herzlich freuen kann und welches wir in Amerika sehr schmerzlich entbehren müssen. Das Gefühl der Ueberl.egenheit, gemischt mit etwas Protzenthum, mit welchem wohl ohne jede Ausnahme der Deutschamerikaner die heimathliche l Erde wieder betritt, macht gar bald dem ' Bewußtsein Platz, daß eZ sich hier gut sein läßt, und daß es die vielen stolzen Leute in Amerika durchaus nicht um so viel besser haben, als auch nur der deut sche Mittelstand. Als ich noch am Abend meines LandungstageS in der viel ge schmähten Lüneburger Heide durch den prächtigen deutschen Wald fuhr, aus ei nem schön gehaltenen, von Baumkronen überwölbtem Wege, als dann in der herrlichen deutschen Dämmerstunde Herr Fink und Frau Nachtigall ihr von mir so lange vermißtes Concert begannen, welche ich nicht gegen ein ThomaS'scheS vertauscht hätte, da konnte ich mich der Schönheiten in meiner deutschenheimath selbst in diesem ödesten Winkel derselben von Herzen erfreuen. Und 15 ich dann später die von Kraft und Gesundheit strotzenden deutschen Bauern sah, die mit der Lerche ausstanden, um ihr mühevolleS Tagewerk zu beginnen, da mußte ich mir sagen, daß diese Leute zufriedener und glücklicher aussehen, als die meisten amerikanischen Gesichter, deren ich mich erinnere. Seit der Zeit bin ich ziemlich weil im Lande umhergek?mmen und ich kani.' wohl .sagen, daß meine Eindrücke nui angenehmer und erfreuender Art gewe' sen sind. In jedem Eisenbahncoupe, das ich bestieg, ' entspann -sich alsbald eine anregende Unterhaltung zmischer den Passagieren, nnd da es gerade zul Zeit eines für. Deutschland bedeutenden politischen Ereignisses war (der Rücktritt v. Bennlgsen's aus der Politik), so fand ich Gelegenheit, zu beobachten, wie die Leute bezüglich i)kr politischen Tages tragen Veutlchlanos unterrichtet waren. Ich wär durchaus überrascht über die Bekanntschaft dieser' bunt zusammengewürselten Gesellschasten mit allen aus daS östentliche Leben in Deutschland Bezug habenden Angelegenheiten. Die Leute hatten ganz allgemein die Zeltun gen der verschiedensten Parteirichtungen gelesen, wußten genau Bescheid, wie Bennigsen'S Rücktritt in diesem, wie in jenem politischen Lager aufgenommen wurde und verriethen bei Besprechung dieser Angelegenheit eme so genaue Be kanntschaft mit den sich durch ein Jahr zehnt hinziehenden sog. Maigesetzen und speciell mit der so sehr verwickelten Ge schichte der eloen. oan ich oaruver in Erstaunen gesetzt wurde. Ich reiste vie zur Zeit djx lebhaftesten Agitation der
Bennigsen'schen Lrsge und konnte uver-jFleischth?ile im Innern des Schädels Allem Bitten und BeZchwSren. allem zündete ungenirt das GaS an und er, all dieselbe Beobachtung machen. Ich 'weggefressen waren und daß sogar alles lehen, allem Drohen der Seimgett. dle deutete sür etna M00 Werthsachen, it dachte mir im Stillen, wie wohl sechs Fleisch in der Umgebung der Halswirbel sich durch ln m verderben gebracht se welchen sie sich eiligst entfernte, als in oder acht beliebig zusammengetrommelte vollständig verschwunden war. den, sktzt er mit nserner Stlrne das dem Nachbarhause ein verdächtiges Ge Deutschamerikaner die .Probe auf eine Fast gleichzeitig, und zwar am 23. Wort entgegen : Ihr sld Luer, Mör- xgusch laut wurde. Das Hüstel'fche aenauere Bekanntschaft mit einer der Auaust. war in Jalira.Kns., eine Frau der ! Ob er pch in zahlreiche Wldersvru. Ehepaar hat sich' von dem Einathmen
drüben agitirten Hauptfragen bestehen würden !? ' Ebenso sehr wie die Bekanntzchast mit öffentlichen Angelegenheiten über- . cn.'.T st v raicyie micy vei meinen iinjcgenDnui . 4 tf reie Ton, in welchem ditieioen iyre nnIchten vortrugen. So - wurde .-B.üöer Bismarck mit einer ähnlichen Un versrorenheit geredet, als ffi&e man aus irgend emer tut$.ammioit:scntn mtv dank und nicht etwa im Polizeistaate Preußen. Die einander völlig fremden Herren nahmen durchaus kein Blatt vor tf . . m l r , den Mund und der laul auege,proqe nen Anficht, daß Bismarck' sich überlebt habe und daß es ein Glück wäre, wenncr - . i. bald abtreten wuroe, wuroe nicji im Geringsten widersprochen. Derartige Beobachturgzn-beziehen sich nicht auf vereinzelte Fälle; sondern ich konnte sie überall machen vohin ich kam. . Däne ben trat allerdings allerwegen eine große Verehrung sür den Kaiser in den Vordergrund; die Leute wurden mei stens enthusiastisch, wenn sie auf da? neue .deutjche intiQ zu .spreazen kamen und die fürchtbare.Militärlast betrachten sie als ein zu .ihrer Existenz nothwendi aeS Ding, wie Luft und Wasser. Jedenfalls schenkt letzt die große Majze der Gebildeten und Halbgebildeten in Deutschland den öffentlichen Angelegenbeiten eine große Theilnahme. Dir Kammerverhandlungen in den Zeitm. gen werden thatsächlich von A bis Z gelesen und man ist sehr wohl unterrich tet über das, was m Lande, sowie un volitischen Ltben des übrigen Europas vorgeht. Die Stammtische in den Bier wirthschaften werden sehr hausig zu wirklichen politischen-Bühnen..: Zu Göttin gen sah &. daß ein Gesp.ch über Ben nigsen, welches 'an einem Stammtisch älterer Bürger, meistens .Kaufleute und reicher Handwerker, begann, sich alsbald über die benachbarten Tifche, an welchen Studenten, Beamten, Ofsiuere, Ge lehrte in größeren undkleineren Cliquen faßen, ausdehnte, daß man schließlich die Tische aneinanderrückte und emen wir! lich hochinteressanten parlamentarischen Abend im'provisirte, wobei die genaue Bekanntschaft jedes Einzelnen dieser kunterbunt gemischten Gesellschaft , mit den politischen Tageösragen Deutsch landö sehr' erfreulich hervortrat. ' Wie kleinlich und unverständlich auch uns die Unterschiede vieler der politischen Par teien 'Deutschlands ' erscheinen, mögen. aus dem deutschen. Volke weht - n sn scher politischer Wind, das Volk nimmt den lebhaftesten vlntheil an den Ereig nisten und hat sich noch nicht in zwei große träge Heere gespalten, in welchen der Enthusiasmus nur erregt werden kann durch L)inweiS'aus"die Beute oder durch Berufung auf die Thaten der Ver gangenheit. 23. Kaufmann. Neue Krankheit Im südlichen' Theile von- TexaS ist schon fett Jahren ein Jnsect, die Bohrwurm'Uege, bekannt, daS ad und zu unter den Ninderheerden, welche die un absehbaren Ebenen bedecken, entsetzliche Verheerungen anrichtet. Die'gehörnten Wiederkäuer sind bändeliüchtig. Die Bullen.bekSmpfen' sich oft bis in den Tod. Auch die Kühe sind nichts weniger als fanftmüthig. Die Kämpfe unter den heißblütigen Thieren enden nie, ohne blutige Wunden zurückzulassen. Den Geruch des Blutes tragen die Winde über die Prairie, er lockt die fliegen an und diese überfallen in ganzen Schwär men die verwundeten Thiere. Dicht an dieselben hinanfliegend, legen sie die Eier n 5 rf sä n SiiTfi V CTDmS " (am iiiuyi niiuiiiiivui iu uit ojuuuiU uu dern sie lassen eine' gallertartige Sub stanz fallen, welche die Eier, und zwar bei Hunderten enthalt. In 24 Stunden bilden sich aus den Eiern Wurmer aus. welche nch in das Fleisch der Thiere ein bohren. Neue Schwärme' folgen, neue Würmer entstehen, und mdemGeneration aus Generation in den Rindern lebendig wird, werden diese lebendig den Wur mern zu? Speise. Die Thiere werden rasend vor Schmerz, verbreiten Tod und Verderben unter der Heerde, bis der Tod, als ffolge des Vordringens der Würmer oder einer Kugel des Hirten, ihren Qualen ein Ende macht. Der Bohrwurmwird etwas über einen halben Zoll lang, feine Haut ist runze lich und hornartig, der Kopf ist schwarz und laust in eme scharfe Spitze aus. Seit Jahren werden im Sommer die Heerden nach Kansas und in daS JndianerTerritorium auf die dortigenWeidegründe getrieben und man hat.dort.we. der den Bohrwurm noch die Fliege des selben beobachtet. Im vorigen Sommer zeigten sich zum ersten. Male Spuren desselben an den Thie'en und gleichzei-. t'tg wurden eigenthümllchk KrankheitS Erscheinungen an den Menscher! bob achtet. Wahrscheinlich hat der ,anhal tende Südwind des vorigen Sommers die Fliegenschwärme weiter nördlich ge trieben, als früher. . Am. Abend des 22: August fühlte ein Hirt in der Nähe'vonDodge City,Kanf., heftigen Schmerz in der Nase.' als ob ein fremder Körper tief in dieselbe einge drungen ' wäre. ' Hicraus folgte heftiges Niesen und in der Nacht verbreitete 3 w- tr- jn ' e , , r c. w . J v ' oas qmerzgeiuyi naq yen AULen,-. Backen zu. ' Der herbeigerufene Ärzser klärte, der Kranke leide an einem unter dVmNamen ozaeiia malina bekannten Nasengeschwür. Starke und stinkende Absonderungen aüö der Nase, stellten -sich ein,' der Kranke athmete mit immer gres ßerer Beschwerde, ein heftiger Erguß von Eitdr.'und Blut auS Nase und Mund fand fair, die Weichtheile deS Gaumens wurden assicirt und die Zunge yurde.so starr, daß der KrLnke kein Wort mehr sprechen konnte. Ein 'Bohrwurm sie! aus der Nase, eine größere Anzahl aus dem' PZunde und während der Kranke mit dem Tode kämpste, verließen ihn 260 derartige Würmer. Der Tod trat ein. Der SectionSbefund ergab. dajjall:
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VM m f w m t 9f wv mj ' .. - . - I unter ähnlichen zlmjtanoen erlranlt. Auch hier konnte sich der Arzt die Krank heit nicht erklären, cntvccite jeooch gegen Ende des zweiten Tages in .inn linken 9?rtf,nff,w einen Stimmn .C?nrr NNN v d, .1 O Cl! einer Pincette. nach und nach bo WsifrhinrTnpr nf8 der Nns? :'i tnhrntn Die Würmer waren durch das Ehloro-. ""f''Z1 " o" orm ebenfalls betäubt, denn sonst würde die Zeit, welche ihre Entfernung in An n An. spruch nahm, ausreichend gewesen sein pruh nhm,,usr.,ched gewesen sein, gefährlich? Verletzungen der Schleim hnt h,r ,u tfrnrinAtn ' Nch eh.e. llichteee Kcankheitisälle ar-ä. J.. oeneiocn uti tarnen uur, uno Zwar aus chließlich bei Personen welche zur Zeit der Erkrankung mit Zkatarr beba te: urtnpn finh nnl unaen uno aui San ccfr.,-,Tm-üA hnutu Vlll cls3ö vfcfct. uuiiu, Ansicht der Aerzte geht dahin, daß die durch den konstanten Südwind nördlich Arif,tin 55li,n,n d? yss,,-,nN,.n,n l m aih hasteten ebenso nachgehen, wie denen de, x... x.. x:.k.!k. ?ltZ?..Z i::::. : ir l; in uiwiuikiiiuujci.uii .vtumuc;i uuu . v:.rn-f.-rjA.-v.. t.ff. UUi uumuuuiuiu wuuuuiij rtfttt Ak?,te in KiinioS Nnd anen. ie Äerzie IN anasttno let. e ma in d esemam. hi M2 tnr rtnrt tf r mprnn rnnntfn i , i tfff.ffa ft rt . M t uÄeUt Teilung ver,cqassl, ca 11 oics oa cro-ene-Oel. Die Anwendung von Säuren verbietet die Reizbarkeit derSchleimbaute: Earbolsäure in der entsprechenden guuu i uim" 1,1 v" w f uuiwui Berdunr.ung , t den uicemoranen zwar nicht scbädZich. äußert aus die Würmer aber nicht d:c mindeste Wirkung. ?Niircgylzaza. Unter dieser Ueberschrist bespricht die Franlsurter Zeitung" vom 30. Jur.'i den scheuklichen Prozeß gegen eine ganze Menge Juden aus TiSza-Eszlar, die bischuldigt sind, ein Christenmädchen im Tempel geschlachtet zu haben, um da? der Civilisation des neunbnten ?labrHunderts zu prahlen. . ' ' ' I Dow. sädrt es fort, wir wollen niat i v. irr- . ... c ... t . i? r i ... i oarum du g den Bildung vor emer nuna nicht vergessen, daß der Schauplatz des cr i ir f jt .V . irr. ' n Viuiokcyuivigunvsprozenes ungarn iii. Und Unaarn m t seiner .witterkultur. wo euroväischeS Wesen aus unversülsch teS Asiatenthum gepfropft ist, war wohl auch daS einzige Land, in dem solch' Gewächs, gedeihen konnte. Mit den Fehlern der ungarischen Juden, über welche magyarischerseits laute Klage ge fahrt wird, hat diese Frage keinen Zu sammenhang; daß es die wirtschaftliche Untüchtigkeit der Magyaren ist, welche diese zurückdrängt, wissen wir, und wir wissen auch, daß die ungarischen Juden . . . T i ... rr t i zurückbleiben mußten in Cultur und Gesittung, weil sie eben Ungarn ange hörten. ' Greisen wir nun einmal hinein, ins volle Leben des Magyarenthums, fassen wir einen Zweig desselben, der hier besonders in Betracht kommt, die Rechts pflege heraus. 'Wir lesen heutzutage mit Entsetzen die grauenvollen Beschreibungen jener Marter, welche im Mittel alter die Hexen" zu erdulden hatten.ehe sie so weit gebracht waren, das zu geste hen, was eine wahnsinnige Justiz, ein irregeleiteter Volköaöerglaube zu hören verlangte. Das heutige Geschlecht ist so schwachnervig, daß die bloße'Aufzäh lung jener Instrumente, die vor Zeiten benutzt wurden, um aus dem .Ebenbild Gottes- die Wahrheit zu erforschen, ihm Schauder erweckt. In Ungarn sinden wir noch emen. Abglanz dieser mit-' telalterlichen Herrlichkeit. Daß ein Un tersuchungsgesangener im Verhöre zu Tode gebracht wird, ist nicht allzu selten. daß er mißhandelt wird, ist häusiger, daß er bedroht wird, ist gewöhnlich. Sollen wir uns da wundern,' wenn die Doch lehren wir zurück, zu. dem Ge richtsfaal von Nyiregyhaza, um uns such die Zeugen für die. Wahrheit der Anklage anzusehen. Da ist zuerst die Mutter des verschwundenen Mädchens, eine arme, gramgebeugte Frau. WaS sie angegeben hat, ist so widerspruchsvoll, daß es der richterlichen Kenntnißnahme nicht werth ist; der Schmerz, der sie verzehrt, ist die beste Entschuldigung sür sie, daß sie Einflüsterungen ir Ohr geliehen hat. Anders der Untersuchungsrichter Herr Vary, dir die Untersuchung offenbar parteiisch geführt hat und dessen Protokolle , nach der Beweisaufnahme sich theilweise als unhaltbar erweisen ; an derö auch Herr Recsky, der Sicherheitkömmissar, dessen Dienstboten übereinstimmend aussagen, daß er den Moriz Scharf mißhandelt habe, um die. Wahrheit über Esther Solymoksy zu erfahren. Und Peczely? Dieferi Ehrenmann, der der-unschuldsvollen Seele 'des hoffnungsvollen Knaben .Moriz Scharf daS gekannte Geständniß zu entlocken v'er mochte, er ist ein Mörder. Ein Scheufal, das den Gatten seiner Geliebtengetödtet und in Stücke geschnitten hat und daS darum 12 Jahre Zuchthaus verbüßte, ist, eine HauptsSule der Blutbeschuldigung. . .; ; Wir dürfen nicht an dem letzten, an dem gewichtigsten Hauptbelastungszeu' gen, an Moriz Scharf vorübergehen. Freilich widerstrebt es unö, bei einer Erick ein un a zu verweilen, wie sie kaumwiöriger gedacht werden kann. Wohl alle Beweise wr den Mord sind hinfällig ge worden, nur Moriz Schars zeugt noch gegen seinen Vater. Der Knabe, d'er nach seiner Mutter daS Messer warf, be schuldigt den Vater, bei der Ermordung der Verschwundenen geholfen zu haben.
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bewegen schien.' Die Frau wurde chlo- ; (ch""' fgrderliche Sorge tragen. Dieser Tage roformirt und bemArite gelang es. mit- m lcintn ältern Verbrecher verabscheuen ' h K? . .
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Blut sür religiöse Zwecke zu verwenden. Tagen mcht wett von Atlantlc''lty. vt. motyooe et, onoern sicherte
Annchts eineS' solchen Vorfalls, meint I. William F. Hamilton, ein angese. Schülern nach Beendigung
das Blatt, bat man wenig Grund, mit hener Bürger von Philadelphia, welcher Beschäftigung in der
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Zl- S-u - r- rV "'"""'k.; 'SS " ? ' "r S:m " : T".ri "f 7-?r - ' x . I " 4 V1 . " llchkn Gefühles Milderte das Auftreten Die nunn.br gischlosjenk B,eikus. bm. int im Wesentlich. zur EnIIa - t y m"b 'n? ."8 B ,u, vw r niru, uu u unu unucKianu .7" t iw r v. v v . r r Manches zu Schulden kommen lassen N Oft 0qi, ,,q jll ,quei XOHS 1UX ei r jf . r r. f i " i . . r - st eedäch.ig urde so hätte es ,dn hinrnf frt n um ibre Sacke no htftrr I " y " " "V iZTJJ iT.Ti. V'. lt; ,"'''?' Jkugeu ürouafiige ci uniiamiicn uno, y . o .7 , i-. . ' . ' I oan zum oeli aus ie emgewirtt wuroe. . - " . m e , , v , . z.., . , , daß die Beschuldigten ihr Alibi nachwersen können, und dafc Die Verschwundene zu der Zelt noch ge eyen worden, wo sie längst bätte ermordet sein müssen Dat fällrdie Anklage, die urchtbarste Ank aae. die erbeben werden kann.m em wesenloses mm Zusammen. - . .. . r . ... r I Ä)as Utllieil MlIO irei vremena OU3 :n ' .. " .:e' r lauen, varun i i iuuui ju jwsi ein. w ' 'vL .o:. u "l""m ' UÜU" ' tlu1 U4U nw i S'demi?S'denA: v . w. .v . x . 'U CapUel Nytregyhaza seine Bedeutung behalten in der Geschichte eines Volkes,' . r.:.. rr..Tt..- k...:.. ftt.
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das sich mlt emer Kultur prem. fcöMocleten rn Montreal, Uanada. wir
die Herren Magyaren die Erfüllung einer cisilisatorischen Aufgabe, die geistige Vermittelung zwischen Ost und West übernehmen und nach Außen die Segnungen ihrer Cultur tragen, mögen sie Licht bringen in' eigene Haus. Licht in die Gefängnisse und Gcrichtssale.lAt r die Herzen ur Lpfe. Bom Inlanve.
Ein höchsteigenthümlicherrei einlud. Sie behauptete nicht nur.
Unglucksfall ereignete sich vor emtgen l sich zur Sommerfrische mit seiner Familie in dem New Jerseyer Badeort aus- . . m , . ' diett. wurde m dalb itzender Po ltion im vnA... v. o :c. i.;o v: 7,it I schreckliches Grab bereitet. . Hamilton I i f l . V . ...C.. . X L I i wut muii un viuuuc, juuuimuiyu geno zu erzählen, wie der un au ereignet hatte. Er saß so fest 'in den Modergrund des Wassers eingeklemmt, daß er sich, nicht rühren konnte. Und ganze zeyn stunden mute der Aermste in dieser entsetzlichen Lage zubringen, blS ihm endlich Hilfe gewährt wurde! -Die er : i . . i : . r js.it. vuuuiiun rouc eine juiiyiuuic,- iuiu i und breit keine, menschliche Seele, über sich den nächtlichen Himmel, der allem die Scene des Schreckens schaute, unter Z sich das unheimlich plätschernde Masses, . f X . 9 fHf A .C. ri . i ! . .ulknR!. welches langsam aber stetig emporstieg, um . ihn iu verderben, mukte der
. v m . f ip.' . welchem er auf keine Weise zu entrinnen vermochte. Das Schlimmste ist abgewendet worden, Hamilton wurde noch im letzten Augenblicke vor dem -Untergänge bewahrt. Leider aber ist zu befürchten, daß der Unsall.dennoch eine Catastrophe im (Refalae baden tnirh henn der Nkk' stand des bellagenswerthen Mannes ha, vurch jene Stunden voll sülchterlicher Todeöanasi schwer aelitlen. 9IH- lekr di. i st A . r l A t n ProhibitionSgeseke ihrenweck erreichen, nna ienn n?r;n ntirs nrnti-nioirnnnn , r r - . ... .1 kändlerS in Wennsnlnanien. der nach dem gänzlichen Schnovsvttbrt in Shs. rtn hslsMfn nZ.lZ.s, nV yNb!s?eu iii e nem Dollar da? Nint verkaufte, de, " - ' i- " ihm .Nö die Gallone kostete. Er 'trieb ts vnti afir. unh nn, innTi ktma 5100 ein. Endlich angeklagt, setzte er m.rtnnnnn x. m..?s- rn ,kn halbes Jahr durch und verkaufte weiter, Dann konnte die ?!urv nickt einia werden, und er hatte wieder, sechs . Monate Zeit. Am Ende betrug .seine Straft 530.' Dre Mormonen haben in diesem Jahre nickt weniger als 360 Missionäre hier und in Europa in Thä tigkeit. rn.e dramatische wcene ereignete sich Ende voriger Woche in der neunten Avenue zu New Bork. Die Passanten vernahmen plötzlich zwei Pistolenschüsse und den gellenden Schrei einer Frau. Ein Polizist eilte nach der Stätte und fand-eine junge Frau aus dem Trottoir liegend, welche ihre Hände gegen den Hals gepreßt, hielt. In der Nähe saß ein junger Mann, dessen Kops in seinen von' Blut überrieselten Händen ruhte. Beide wurden nach demHospital geschafft. ES war der 19jährige Joseph Steinhardt und seine löjährige Frau. Die Eifersucht, welche nicht unbegründet gewesen zu sein scheinthatte dem jungen Gatten die Pistole in die Hand gedrückt. Die Verletzungen des Paare sind nicht unbedenklich. . In der .Metropole NewDork hausen die Herren Spitzbuben neuerdingS mit einer Unverfrorenheit, die einer besseren Sache würdig wäre. Die New Yorker Polizei, bekanntlich die .beste? in der ganzen Welt, ist ganz rathlos. Namentlich einer der oberen Theile der Stadt, Fort Washington, wurde in letzter Zeit duH.derschiedene beispiellos freche Einbrüche heimgesucht, ohne daß es gelang, eine Spur der Thater zu entdecken. In einer, der letzten Nächte drang die Bande in das Haus des Herrn Hüstel ein, chlorosormirte den Besitzer und feine Frau und machte sich d'ran. daS HauS zu plündern. Sie
ungiuaiicye du vollem Vewuvllem oelrogen, oa vieler ieine amensunierdem schrecklichen Tod in's Auge sehen, schrift hv ei-cn Wechsel setzte, welcher
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ylorosorms noch yeule-Nlqr ganz erholt. 288 d t S S ztis o e 6 -neuen Ukraine sk C rt A C a a m setzduches für den Staat New Z)ork be L,?' . VI SS f - F.M?L'VuikSftfur tm&o (TTAMm X!.CZU.U:C - it.'n die Kinder besser, einen Vater ,u kab n. r im Gefängnisse nicht für sie oraen kann, oder einen, der außerhalb des Ge fnnn ftw in-n hr .STf. k.a i.. sSnanilseS nicht kür sie sorgen sill Z Die Stadt Boston bat te bei v dem kürzlichen Besuche der' Continental -'von New Qr ens eine Damdk Vj)UsltOo DON JitXD sJtUslNS tlNC -öflNlpi Tnnt,f5rp,itrmn h.rnnftnTUt Oftft. aMtn r L' l ' ' li.: .c .. mzr x Ki (nK.i.u. n.n.. r.Hk WU'""' U""Ü.' Ü i" U W Motortifiem. TOoWrte worden sem. n Gold yill, Nev., bat es , cyi; w,u.,Hv .:,t.. O" wuuuuu tüte vytiyiucti MiNinn?., kl.Zn Xrfub, rrn.t . v. ! ' Uihtn f atftn d ßirstfc kl, ner onfr. ' ;v ' V 'V - . vl. i Ädd?m Winde aus ziemlich weiter Ent. ffmunn TjfrBtiotfßfirt tnorhm s?in . ' ' 7 '7' . . ' ' ' Dre Betrügerin Paullne Earlisle, deren großartiger Schw!ni..,.:. m,t..? r-..-v .rbereits gedachten, hat sich von Canada direct nach Springsield, Mass.. begeben und dort ihr Treiben ganz in derselben Weise unter dem Namen Paulme Dud Iey .fortgesetzt. Auch hier gab sie sich für die Oberlebrerin der Kunstacademie m Brooklyn, VI. y., quS und versandte Circulare in Staöt und Umgegend, in denen sie zur Theunaome an dem von ihr zu eröffnenden Curfus in der Male daß sie im Besitz emer neuen Unterrichts auch allen des CurfuS Anfertigung von Gemälden zu, welche ihnen it noch lbrer Begabung gleich von Ansang an $15 .V mm . W m m ' viö woazenlncy elnrragen wuroe. MI ;u,ki, ( xm ((h beutet hat, beläuft sich auf mindestens lK Art Sv !mm X&mT Jk.' l4 ß. -juw uuu (nun uuudi -üiiiujj vm it ncy :n Venall von paaren, oie ne cu Edit entnahm und zum Theil sofort wieder versetzte, verlchafst. An dem Tage,, sür den die Eröffnung deS umerrlazis . angciunoigt war, war das . Frauenzimmer verschwuuden. Der Gesammtbetrag de? in Montreal I ..-r.x.i in .:.r y. ynuuiin vuui.cicitii iji uui yuti, ui früher berichtet wurde. $2000 hat die Schwindlerin an vorauSbzahlten Stun dengeldern, vereinnahmt, für mehr alö tz4.000 Möbels. Teppiche und sonstige IPft)MvM .C a V i (.fia. .mV .m paaren aus reott erhalten uno um S2.0O0 einen alten Junggesellen dadurch I l.i 4.f w.f. r ' cts daraushln von einer Bank discontirt morden ist. Ein eigenthümlich m.yste riöser Todesfall beschäftigt gegenwärtig die Behörden von Norwich, Conn. Der ?7fLhrlge MoseK Sdnck wurde in der . she von Oak.?: v.it durchschnittene, Keh'.e ' gefunden. Ob d:r Unglückliche Selbstmord begangen oder das Opfer neS Verbrechens geworden -darüber gehen die Meinungen sehr ve:: ouSein i w-ww imj w. i.um wt All1 . lon nrtff null itrn Yrr. v . a Wochen mit der 15jährigen Marie -ffie ZrekowSka verheirathet. Das Ehepaar lebte sehr glücklich zusammen, blSemeö I c. . . V JT. v .. m ug iurw wun unicr ccn PS pleren Sadock'S ' ttne Anzahl von Lom kon Dsltiti Briefe fand, deren Virfaf serin mit den , zärtlichsten Ausdrücken zu Sadock als ihrem Gatten sprach und über eine schöne zusammen zu verlebende Aukunst plauderte. . Obgleich -Sadock seiner Gattin unter Thränen betheuerte. daß . sievseme erste und klnnge Gattin sei, war der HauSsriede doch gebkochen. D:e Streitigkeiten zwischen den Gatter wurden so häusig, daß Sadock schließlick in eine Ehescheidung willioic. Am nach pen Tage wurde, der Aern-ste, wie er.. wähnt, todt gefunden. 'Vom Ausrande. . ! : i ..... . i, Man erinnert ich n o ch der Fälschung von Chinin, die in den pariser HoZpitälern entdeckt nmrde. Der Lieferant desselben, der. Apotheker und Droguist Henri Conpant Lacombe.suchte zuerst Deutschland und' dann namentlich die lombardlsche Fabrik in Mailand da für verantwortlich zu machen, mußte aber schließlich zügeben, daß die Fälschung in seinem Geschäft begangen , wurde. Der eingeleitete. Proceß fand nun jetzt " damit semen Abschluß, doß. Lacomde von der pariser Strafkammer verurlheilt wurde : 1. zu einem .Jahr Gefängniß; 2. zu 50 Frcs. Geldstrafe ; 3. zur Einrückung drs, Urtheils in .zehn große Zeitungen und meolciNifche .Fachschriften; 4. zum zweitägigen Aufhängen des; Urtheils in seiner Apotheke. In seiner Anklage hob der StaatSanwalt besonders die Unge rechtigkeit. hervor, mit der die Mailänder Fabrik fälschlich beschuldigt worden war. Der nächste eng lischt so ciql-wissenschastliche Congreß wird, vom S. 10. October in Hudderösield abge halten werden. .' Unter den ur Berathünq gelangenden. Fragen .stehen u. a die folgenden auf dem Programm : 'Soll .,' .'. .' n.r.i. v . r . l vas gegenwarilge VBtjcp uorr vie do teSlästerung geändert werden, und wenn so, nach welcher Dichtung Ist bei de, ortschaffung unverbesserlicher Kinder
I f?stan vtU u.WX. C .". -
außer Landes die Einwilligung der Ellern zu dieser erzwungenen AuSwanderung erforderlich Welche ' Maßregeln wären zu treffen. ,.m den Verkauf von Giften so zu beschranken, daß sie nicht leicht zu verbrecherischen Zwecken verwendet werden können? Hat die gegenwärlige Erziehungsmethode einen schädlichen Einfluß auf den Gesundheitszustand deS Landest Sollten die Museen und Künstgallerien an Ssnntagen geöffnet werden, und wenn, unter welchen Bedingungen? Da5 Resultat der Landtagswühlen in den böhmisch: Landge-meinden,-schrieben deutsche Zeitungen am 1. Juli., ist für die Deutschen ein günstigeres, als sie es selbst erwartet haben. Die Deutschen waren daraus gefaßt, eine ganze Reihe von Mandaten zu verlieren, in Wirklichkeit haben sie keinen einzigenSitz verloren. Selbst in dem Wahlkreise Bergreichenstein gelang es dem ..czechisch'feudalen Fürsten Schwarzenburg nicht, den deutsch-libe ralen Candidaten. August Ziegler auS edm Felde zu schlagen. Es wurden in Summa gewählt: 48 Czechen und 31 Deutsche; unter den ersteren die drei Jungczechen Herold, Tilscher u. Gregor. Dor Gepräge, welches der PragerLandtag haben wird, hängt indessen nicht von
den Resultaten der Wahlen m denLandund Stadtgemeinden, sondern von den Wahlen des Großgrundbesitzes ab, und da ist es nicht zweifelhast, daß der neugewählte Landtag eine czechisch. feudale Mehrheit haben wird. Der, Emfluk der jeweiligen Regierung auf den Groß grundbesitz ist. ein so außerordentlicher, daß unter den heutigen Behältnissen in Oesterreich nicht der geringste- Zweifel darüber-obwalten kann, daß die czechisch-, feudalen Candidaten aus den Wahlen deö Großgrundbesitzes als' Sieger hervorgehen erden, ss ist den Czechen sogar eine Zweidrittel-Majorität gewiß. keinesfalls aber eine Drelviertel-Maio-rität, wie sie für eine Abänderung .der Landesordnung erforderlich wäre. Darin liegt vielleicht noch ein kleiner Trost fu? die Deutschen m Böhmen. Zu der V erh aftuna deS uauptmanns. a. D. Hentsch und der damit zusammenhängenden Festnahme deS polnischen Schriftsteller? Kraszewski erfährt man, daß die Untersuchung eine ganz ungewöhnliche Ausdehnung ange nommen hat und eine beträchtliche Anzahl von Personen mitbelastet erveist. Abgesehen von .Berlin und Dresden, wo nahezu 20 Personen ergriffen sein sollen. tnirn tinn 2Jtrhnftitnn in hr Rrntin WVVV -WWWNJtt fcr V Sacysen (Halle) und der Provinz Hannover (HildeSheim) gesprochen ; auch hat sich die Untersuchung bis nach derRheinProvinz (Köln) und den Reichslanden erstreckt. - Ueberall scheinen jetzt dem bekannten Oberammergauer Passionsspielunternehmen Rivalen zu erwachsen. So ist dieser Tage von rheinischen Tagelöhnerweibern und Dorfjungen ein geistliches Musikfest aufoführt, worden. Die A. M. Z." entnimmt darüber aus Bonn folgende Mittheilung: Sehr merkwürdig 'war die Aufführung der' Heinrich Schütz'schm Passionsmusik .nach, dem Evangelium Matthäi in einem Dorse, Ober-Cassel, hier in der Nähe, durch den bäuerlichen Kirchenchor. Pfarrer Spitta, der daS den Leuten einstudirtehat den Knaben und Taglöhnerfrauen natürlich erst die Noten beibringen müssen. Diese Aufführung fand in der Form eines Abend gottesdienstes statt. Die Choräle sang die Gemeinde. Pfarrer Spitta dirigirte und sang zugleich den Evangelisten., Ferner hatte er Knaben, Männern und Frauen die Soli in den Recitativen eingeübt. Die merkwürdigste Leistung war tn i v . rr v. . ... . vzz iüonrag ozz ,yrl,luspariie ourcy ei nen kleinen Fabrikbesitzer, der sonst nur kleine Operettenstückchen gesungen hat': ein schöner Bariton, der nun mit Em pfindung, Wärme und Verständniß seine Aufgabe löste. Durchaus präzis gingen jr. w. . , v ..v l auq aic oemegien zoirsazore, uno vie Gefammtwirkung dieser Musik auf die. einfachen Leute der Gemeinde welche, beiläufig bemerkt,. die älteste Protestant! sche am Rhein. ist war eine tiefe. - ' Von der Amsterdamer Ausstellung wird , eine rührende Scene berichtet : Ein katholische:- MifsionKr. der früher lange in Surinam gewirkt, aber sich wegen seiner leidenden Gesundheit nach seiner Heimath zurückgezogen hatte, besuchte die Ausstellung, um doch einmal, zu sehen, wie man seine vorma ligen schwarzen Mitbürger, .ausgestellt habe: Als er sich .der Sammlung Ein .f ..4 ... t - fjt - Y i , " .... n. ijcwitn :iiuvic, jcyaui lonxcin reu dengeschrei entgegen ; mit ' dem Rufe : '.Da ist Vater, da ist unser Vater !" um ringten ihn seine' vormaligen Beichtkinder und knieten vor ihm nieder, indem sie um seinen Segen baten. -Das that er gern, fragte sie aber ancb,. ob sie denn noch gute Christen feien ? Sofort eil ten einige, derselben sort und brachten gleich daraus ihren Katechismus .herbei. um ihm mit. Stolz das hineingeklebte Osterbriefchen zii zeigen, als BeweiS.daß sie letzte .Ostern ihrer Verpflichtung als katholische Christen 'nachgekommen seienEr unterhielt sich nöch'tine Zeit lang mit ihnen, versprach ihnen, : bald wieder zu kommen, und verließ sie, dann, um ihr geistiges Wohl einem seiner Amsterdam merAmtsbrüder an'S Herz zu legen. H a m b u r g. 80. Juni. Auch hier hat sich nun einiVerein für Feuerbestattung constituict Die Anregung dazu hatte .der Bcknkier Schiff gegeben, der jüngst hier im Alter von 81 Jahren verflorbenist. Schiff's Leiche ist denn auch, hinlerassenev Bestirrrmung zufolge, in' Eölha verbrannt worden. Sein dia manftneS Jubiläum als Sckullehrer im St-MlchaeliS.Kirchspiel feierte der'Leh. rer r.'.Wilh. Michaelsen. Derselbe gehört dem Lehrerstande seit 1812 an. Der. Geldnegociant Eduard, richtiger Ellas Sanders, früher Inhaber deS Ra tenbrief-GefchäfteS Knad k Co.; der bekanntlich zu einer längeren Gefängniß strafe verurtheill worden, dann aber flüchtig geworden ist. soll nach Südamt rika entkommen sein.'
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