Indiana Tribüne, Volume 6, Number 297, Indianapolis, Marion County, 15 July 1883 — Page 7
das Haus zitterte: .FamoS, bist noch ' tßi2firon nnn nnr t;.5mif.;st 1
imThran von gestern; seineMutterist bei ihm, hätt'st doch besser sagen sollen weine Braut", na, aber komm' alter Junge, stell' uns Deiner Frau Mutter vor, sonst treten wir Deine alte Thüre ein und thun es selbst!" .Auf Grand Cerevis ! meine Mutter ist da, wer daran zweifelt, betrachte sich als von mir gefordert!" rief mit verzweifelter zornbebender Stimme mein Sohn. Das schien doch zu wirken, denn langsam stiegen .sie wieder die Treppe hinab. Äls der Schlüssel sich wieder im Schloß drehte, athmete ich auf. An Schlafen war natürlich nicht mehr zu denken. Rasch zog ich mich an und ermunterte Max, der zitternd in der Stube umher lies, mir beim Packen seiner Sachen be. hülflich zu sein. Weiter sprach fein's in Wort. Dann legte ich mich angekleidet noch ein wenig schlafen. Gegen 10 Uhr ließen drei Herren ihre Karten abgeben. Max wollte sie abweisen las sen, aber ich sagte ihm, er solle sie nur hereinkommen lassen, sich aber passiv verhalten, ich wollte schon selbst mit ib nen sprechen ! Zögernden Schrittes traten sie ein. Keiner wollte zu reden anfangen, endlich begann der, der gestern das große Wort geführt hatte: .Wir sind gekommen, gnadige Frau, uns zu entschuldigen, weil, weil Ich will's ihnen leichter machen, dacht' ich und unterbrach sie : Bitte sehr, meineHerren, ich weiß schon, was Sie meinen, so unangenehm dieSituation für mich war, so verzeihe ich Ihnen gerne, aber andererseits müssen Sie mir verzeihen, daß ich es für besser halte, wenn mein Sohn die hier mit so vielem Fleiße begonnenen Studien an derswo fortsetzt. Sehen Sie, eine Mutter ist immer etwas ängstlich, ich fürchte, daß er das hiesige Klima, namentlich die etwas scharfe Nachtluft schlecht verträgt ! Er wird jedenfalls lebhast bedauern, aus Ihre Gesellschaft von nun an verzichten zu müssen, aber er erklärte mir gestern sofort, daß der Wunsch seiner Mutter ihm heilig sei, nicht wahr mein Max? Es hat mich sebr gefreut, meine Herren, Ihre werthe Bekanntschaft gemacht zu haben, doch muß ich zu meinem größten Bedauern gestehen, daß die knappe Zeit mir nicht gestattet, die Ehre Ihres Besuches länger zu genießen." Und damit macht' ich eine förmliche Verbeugung, die drei Delegirten thaten desgleichen und iwoben hm " uisiiiiuyiit I froh,, daß Alles so r ... 1 glimpflich abgelausen, rückwärts zur Thüre hinaus. yssz mW rt (Si.ttfc. rr,., v nf Vllivi Ul UUUl; natürlich dritte Classe, saßen, bemerkte ich zu meinem Schrecken, daß auf dem Perron das ganze Corps mit Hund und 5inr firh innof nnS. f.tt Xv vuijwuiiui4l Uttt UUV UUUIl mit Schaudern an die gestrige Katzen. musii. Aber diesmal kam es besser, yls htr in 5...,. cm. Sa -Vj"rt vuuiywuy VU schwenkten sie ihre Mützen und riefen : j V VI - t . jr c r . r. I yuaj, om 'Mai yocy, oie resolute iirau Kirckenrätkikn !" &n finf I,in,n Jungen aus Tübingen geholt." J O 7 I , , . I Zur Cullurgeschichte unserer Zeit TOfl,.n. e.4i i ir nT "Ö . Vor der Krelsreglerung m Reutlmgen fand dttier Taae eine Gericktöverband 1 Äi V rrt ,, ' . . " , lung statt, deren G'genstand die K ?ge n5S 4 VI . 4 XX m.H nl.nx . J -i an v"i . UAltiÖ Friedrich Morlock von Gondelsheim war. Der Mann hatte sich an das Kreisgericht geroenoei, wen iyn oer Neutilnger Ge. meinderath wegen Mittellosigkeit aus der Stadt ausgewiesen und das Oberamt die e Versuauna bestatiat datte. c r r s. " J Tiflch seiner Darlegung lst Mor ock nH" Hnviint. V! :X(.:.:i I sie ,ur ua tttzW, .Kranke, Kelche seine Hllse m ! tithuirn fu.f.. ... C . 1 ; 'Z rk . ' 5, 5l "'"c-.. len." Daher die Bemchnuna Betkne. derle. Er verkauft nun aan, communes , . , , . w. welchem er eme auergewöhn. Wirkung auf Kranke zuschreibt, da nnlitln itnnw n.A V . rv 1 1 (m.0 .ri1. 9 2 , :vuJl Veoe gkwelyi . .ÄUszer vieler Tya Ngrnt hat Morlock, der nunmehr 46 ayre alt lZt, Nch keinem Gewerbe zuge. wendet, er lebt ausschließlich von söge AMMi AM Cm . u it O A - V CY " . uumiua .ilvmmrn euren , oer urrsawiitm (imaD . I .lt.o l.a rs I mn4 iciii cmimysuiiE& uuer ,:4. r.: tj .. . je i . I laciinc i icwicm Ukalljikn, er zeve von oen iaben, die er von leicht. gläubigen Leuten erhalten, und an sol. &n fM viivhiIauV x.i rr ,2" v8"m iuuji. - : Unglaubliche, dafc der Betsnederle im Jabre 1831 auS euiilngkn ausgewiesen. 1882 sich da. 6 1 n It ryy tinA m(au c . i . 1 vu lym er. neuie ÄUsvkliuna drodte. von einem dortigen BSraer deklS, t ..ibn . V.I X" k r " r .. M- ----0- j , M niniwS . v-aü fAröC ira gen werd:. A s nun die Behörden diese Äersicherung sur unzureichend hielten. S SnnW TrxW tT mit Hnnnrtnirtr 11 n w.c I 8. , JS T.-tt mri ,t"iu'i'1 ne, wenn man den Morlock rudia in t.f r:. v- 7 utlmgen belade, der Armenpflege em n Kostenaufwand auf dem Belfc. derle bis zum Betrag von 4000 M. zu eriexen icy vepsucyten wurden, da der
ememoera ü von Reuttinaen aber an.
dauernd un.rbi,.,ich blieb und di. Äüz. we17z"m7nWch "Bestimmung1st Jch r.' .,..Ä?P 1"?uk den 1. ,asj dies ,.?,.
iuuu ju vuuiuu iüui, ucuitn siciei wenti'5 e,s,,n a. 5... r X..
ben Bürger dem Wundermanne eine ledig bist, hast auch keine Rast und Ruh, Urkunde aus, worin sie ihm zur Bestrei heißi's : Hätt' ich ein Weiberl wie schön tung semes Unterbaltes in der Stadt lnnnt's fm ! e?. .'
Reutlingen während der Dauer von 3 heit aus der Welt, ist halt die männl che Nis.l: inn r ..A.r.:cJ(Xf.xi s. ' i v ifc urnuuiiiyc
""i"v-u w -uv. 0!" vuiurnr, garanllrien. ii vieler urubriaens lUNarnÜ nack nif hm vtviw M pau entschiedn hat. Das ereignete sich in nächster Nähe der Universitätsstadt Tübingen, in einer der industriellsten -ASVi- V-O rt" r ' ' vs?iuüic ui onigieimä : ; - Vorschlag zur Gü t e. Pellte f r,A i.?Af',hi,iius Dichtern schon bei Leb eittn 1 ;fn .Oh.r., o.:L c;ss.f 1 tn.H w,.f. .... fcl? ! Ä- S itlf 9 8 1 6 " 8t" ich. erbebend. Streit die VVHHHttV it .lllUJlli UUl ; Echtheit des Schillerschädels weist doch 1.? s,; Z IrcrV: daraus hin, wie chwer e n Dtchterkops nl8 uner htiiirrsmien Nprknn nnnnfÄrrn uOSS.?aS Gehirn sich
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Schneider. eine Erinnerung aus dem HandmcrkerleSen B. . Nosegg.r. von Mein Lehrmeister hatte fast immer unglückliche Schneidergesellen. Sie waren sonst zumeist gesund, wohl gewachsen und nicht ohne Fähigkeiten, aber jeder wollte heirathen. So ost der reisende Handwerksbursche bei uns Arbett nahm, stand sem Entschluß fest : In dieser Gegend setze ich mich an, werde Meister es ging damals gerade die neue Geverbefreiheit an und beiratbe eine Dasiae. Als ob Einer ohne Ebeweib nicht Meister werden könnte! .Ja freilich nicht belehrte der Schuster Simon, .mit einem Eheweib auszukommen, das ist eben das Meister stück !" Kaum so Einem aber etwas über die eber lies toavS nun em Nachdruck liches Wort vom Meister oder ein un ausgekochter Knödel von der Nerbäuerw oder auch nur ein .kcopsiger" Zwirn in der Arbeit alsogleich machte er sich fremd, packte seme sieben Sachen, wenn er deren soviel hatte, zusammen und ath mete auf: Gott sei Dank, daß ich dahier nicht verheirathet bin! Nichtsdestoweniger wollte Jeder, so lange er fest saß, sich auch einwurzeln. Und sie machten Ansprüche. .Jung und schön muß sie sein," sagte der Eine, denn alt und häßlich machen, das kann ich schon selber." Ein Anderer wollte oas yelratyen als Nebenerwerb betrachten und forderte daher Eine mit Geld. Ein Dritter machte auf Bildung Ansvruck. damit er aleick Gebildete Kinder kriege. Just Einer war dabei, der jüngste i . t. . r rr r. unier oen yanowetisgeieuen, oie aus dem ttlrchwege derlei einmal erörterten ; dieserJüngste sagte gar nichts; er wurde daher schief befragt, was denn er zu den Weibern meine i J&. sckwaken mir von waS Kescbei term ! war von dem die Antwort. Es ging nicht ein Jahr um, so war der Junge verheirathet und die Anderen alle noch ledia. Da hatte mein Meister einmal einen Gesellen, den hieben ote Leute den Melz reren. Er war eiaentlick weniaer. als manch Anderer, denn er war blos ein Gedilsk, war mednch und etwas war medltcn und etwas zart knochig, bewahrte aber stets eine feine altuna seines Körders und irun fiA in er --o i t o i-T der Kleidung, ,n der Frisur seines Haa ..l ...I (sl..i.t ...V ! Tl . , S und BarteS und im ganzen Gehaben to, daß, wenn er rncht in der Schneider bilde sak. ibn Steher fiir rnnS fflhfirer' i nr -" j - " . y . halten konnte, als sür einen Schneider, Uebrigenö nannten wir ihn den Mehreren - vorzüglich deshalb, weil er aus Mä6rtn oebürtia war. ä V tvv Dieser Mehrere nahm die Welt wis. senschastlich. Er betrachtete Alles von einem höheren Standvunkte ans. muhtt " . ' T " ' ' über Alles zu sprechen, daß es seme Art inH iimK m k. iXlttlXl V. Afau u"' vy" uu Schneiderzunft konnte er aeradem als Prosesior gelten. DaS Erste in der 1 a W Mt f Jt n C Y I. cuiiur oer ajtenjajcu i oer Vcyneioer, WW zu sagen, und das Letzte ist Wiederum der Schneider, wenn er strikt. r luyrle oen Schneider vom Feigen blatt. der ersten Eltern aus durch die s.i- ,... s.. mn... m... I v M UUii stk.EgYPt. Grieche und Römer. Da II . - . ... . .... zragte ihn der Meister einmal, ob in der alten Geschichte der Zunft ein Schneider bekannt sei, der einen unterenbosenrand Zn's Aermelloch der Joppe geworfen? vorauf der Mehrere frech entgegnete. in der alten Geschichte stehe in der That f.; rs.. iZu t;- : v , 4Hi vuy.., uvt uvii in Ulfc ilCUCil Denn der in der neuen stand, das war - . . ' er leiver, wen es lym mitunter wohl pa sirte, daß er vor lauter Nachdenken seine . , . m . 7 Cv . 1 yanoarvelt vergaß und mancherlei ver Xui rn . si- nnva ,.;...., v"' iviiiit n tlkltvIltUlIVViUVUlU. sagte der Meister. Der zweite mit den tiesen Gedanken und der unendlichen n. . . , . ' Ättjlremyett lmyanowerk ? .Und wir werden auch miteinander hkn sprach bittauf der Geselle zu mir. .Du bist im vorigen Monat frei geworden und ein Ehrenmann, reden . ' . kannst auch, schweigen ebenfalls. Dich ... . V. .. kann ich brauchen." . . . 71 . . Wamtt hatte der Mehrere aber wag Besonderes im Sinne. Es muß erzählt werden, daß nicht gar weit von uns ein - . , . ' .. . . kaerlicyer iLmsverwaltev und OoerfSr ster HauS hielt, der fünf erwachsene Töchter hatte. Sie Töchter waren iede einmal auf längere Zeit bi einer Tante I. . ' - in Wien gewesen und so sürnehm gear. t xf; c. $m.CA r.... 'Ä. V ' .. . '""8 . ituun. i iiiui luut gut iWU(V( Uli. Stellung und Erscheinung auch schon die des Alters in Betracht. Da sagte nun aber der Mebrere ku lnir : .Junggeselle, mit dem kai erlichm m -, " . . . . verwarnt wag' lch's : ElNk nehm' ich hu nf. v . ju um uta iwiui V2iiuuiucii9 MXls Heirathen satt, und ob man wohl die Rechte erwischt, und wie's nachher sein wird, und das Eknd und wieder die Neunier hfiri - f O .w. m a fitrnwn I f . ! u r . k. . x. i'.fi'.jf. mi fx nii man man lanns wenden wie man will. Warum mack' iä& mi V , . Z. "7 V srtiA 91rmnIirStrAi. - Ueber eme solche gut kaiserliche Ge. sinnung war ich ersreut, und doch mußte ich Zweisel hegen, die der Mehrere aber m . . w . T " iolaenvermanen vevov : .Der verr Ber. valter, mein vielgetreuer Bruder, der Verwalter bat zwei Gattungen vonTöck. tern ; einmal solche, die ich gern nehme. und dann solche, die er gern gäbe. e ich von keine, mem ott, 10 werde ich eben von I V tt.t. (t.. r orr icgutcn eine ouiyeoen. -jaoer oqn Du iim'l nicht gleich sagst! i Denn Du Wirst mir morgen brnulm.riea ielsen.' .'g'mchlM ich.dzch -"-. mich getragen von meiner Ausgabe, zu ich ich voreilig genug v pflichtet . .. "" v, Mend um di. .Lich.f.i.r n,n w tr h hn 5Hrtfirsliih ,n! t 23 v v iv v f w t(
lang und führten fast schreiend ein Ge spräch, das man sonst, nur flüsternd zu halten pflegt denn es rauschte der Bach. Der Mehrere theilte mir mit, daß er fürderhin bei seinem Schwieger? vater im Schloß wohnen werde, daß er überhaupt nicht die Absicht habe, den kaiserlichen Verwalter, und Obersörster zum Vater eines Schneiders zu machen, daß er dem wackeren Mann jedoch einen Gelehrten oder gar Politiker,der sich spä ter um ein Mandat bewerben werde, um. Tochtermann aeben wolle. Vor
läufig besässe er sich, und das reime sich für einen jungen schwärmerischen eye mann ant cMten, ; tritt . lootantr . keu chen, Vergißmeinnicht, Himmelschlüssel, brennende Liebe. Herzenstreu und derlei Zeugs, wie es die Weiber ! gern hätten. Geblümel, meinte ich, das wäre ,qon das Rechte, und später, wenn EinS dem Andern, oder die Schwiegereltern ein Stein des Anstoßes wurden, könnte er zur Mineralogie greisen. D Witz ist gut, aber ich lache nicht sagte mein Genosse, .in meinem Haupte gehen ehrwürdige Dinge vor, mein'Lie der ! Du wirst mich morgen kennen lernen, du wirst staunen, wie ich mich ver halten werde. Er wird Manches fragen und mir auf die Zähne fühlen, ob da drinnen wer zu Hause ist?" er klopfte auf die Stirne. .Ich werde nicht, viel reden, aber ich werde viel sagen ! Verstehst mich?" I ' . . mn . W , Da ich yn veruano.o wollte er meine Meinung darüber wissen, welche Fragen derlei Leute bei solcher Gelegenheit zu stellen pflegten. .Ich hätte p veiiuukg gad tch var auf zur Antwort, .all' meiner Tage noch keinem Menschen um die Tochter ange gangen, also könne ich den Hergang nicht wissen, dächte aber mindestens, daß sol gende zwei Kardinalfragen gestellt wer den würden. Erstens: Was haben Sie sür einen Erwerb und sind Sie im Stande, Weib und Kmd zu ernähren? Denn mußt Dir denken da ist alle mal auch schon vom Kind die Red'. Und zweitens: Haben Sie schon mit meiner Tochter gesprochen?" .Die erste Frage sürchie ich nicht," sagte der Mehrere, .wohl aber die letz tere. Und wenn erst die Rede davon sein sollte, welche von den fünf Töchtern ich haben möchte? Ich kenne keine ein zige mit Namen. ; Ich verlange aus gut Glück die iüngste. Die älteren, werde ich sagen, finden immer noch leicht ihre Verehrer, weil sie die gescheiteren nnd." .Ein solches Brautwerben ist gefähr lich." war mem Bedenken. Ich war klüger, als es für einen zwanngtährigen Springinsfeld anständig ist und doch Nicht so klug, um mich vondem Unter nehmen des unbedachten furwitzigen Ge sellen abzusondern. Er brachte, als der Bach leiser wurde und der gewöhnliche Stlmmenaufwans auch e:nen gewöhn kicheren Gedankengang erzeugte, ganz vernünftige Dinge vor und ich dachte. wenn er sich fem zusammenstieselt und sehr wenig spricht, so wäre eS wohl un merbin möglich, daß bei einem leichten Schütteln der Baum die reifste Birne abwürfe. Ich habe hernach den Mehreren allein gelassen, damit er sich sür den wichtigen Schritt gebührend vorbereiten konnte. Der nächste Tag war ein Sonntag. Nach dem Gottesdienst begaben wir uns ui's Schloß, das aus seinem Berge rul nenhast dasteht und in dessen Wirthschastsgebauden der Verwalter wohnte. Der Mehrere hatte eine Nelke rm Knopf' loch, ich eine Kornblume, die damals an der Weltgeschichte noch so unschuldig war, als ich es heute bin. Wir sprachen nicht viel mit einander und ich vermuthe. daß uns beiden verflucht schneiderhast zu Muthe war. Wer der Redner sein sollte, war auS' gemacht. Selbst ist der Mann. Ich sollte nur neben ihm stehen als feierliche Zeu genschaft, daß er's wirklich selbst ist. Ich sollte in meinem Festgewand wohl auch einen Schmuckaegenstand bilden; der Freier hat seine rothe Seidenschleise am Hals, seine goldenen Ringlein im Ohr und seinen zierlichen Schneider an der Seite. Für den Nothsall mußte aber meine Geistesgegenwart bereitstehen, um i i nri i" r i . zu venaltgen: emen enern sur oie Tochter kunnt der yerr nit megen. . . So war's ausgemacht. ... Als wir in den Schloßhof. eintraten. kam eine Meute von Hunden euf uns los; wir standen regungslos wie zwei Zaunueaen, denn . ich mt rühren, das ist das Beste!" So ließen wir, arg für unsere unteren Partieen bangend, das drohende Gebelle über uns ergehen, biS eine hochaufgedaute Wame in Himmel' blauem Schleppkleid und Mit langen. gelösten Locken, im schönsten Feuerroth, aus der Thür trat und den Bestien Ruhe aebot. . . -" w r mm t Der Mehrere trat ra ch an ne hin.uno da ich sah, wie er zu ihr emporblickte, war mein Gedanke: Schneider, wie ihr zwei r.ebenelnandersteht, lst sie die Meh rere : Trob deö wahrhaft stattlichen , Wuch seS der Dame, war ihr Angesicht derart, daß ich zuversichtlich wurde. Nicht, weil es huldreich lächelte, als vielmehr, weil es nichts weniger als ichon war. Ich könnte daS näher beschreiben, ich thue es aber nicht; die seelischen Häßlichkeiten eines Menschen darf man lächerlich ma si)CN, oie lorpilllultt miyi, uuwi ui solche kann Niemand. Der Schneider wußte ihr aus einem mhtm viel Reizendes zu sagen und als r I. 9l.. f:X. a.!Ai V.M. fürn sie nun gar ihr toeißkZ Tuschentüchlein r n r. . ! . f l. Z X Crsff.Ä fit nihinniMn islurn iitK. liicii iui uis Er hob es rasch aus uno an ocr ae oie . nr n . . .HAMSk fssl. , w v?. einaewlrtten um uaorn ormttv, iw sterte er: .DaS ist wohl der werthe Na menszug!" Als wir hernach allein die Stiege hin ausainaen. raunte mir der Mehrere zu : schweiß genug, daS Ungeheuer heißt Thusnelda. Ihre jüngeren Schwestern Sophie und Hermme. : .-.-) )' ., : .Wenn wir sie nur schon ge ehen hat ten !" seufzte ich. ch bin gefeit.- war seine Antwort. Bald darauf standen wir in der gro ßen Stube. Wir gaben uns eine dem Freier gebührende Stellung, vereinigend ,. t'n v. rrs. . cic omcnüc emuly mu oem vegeyren den stolze. , .Wenn man aberaläubisch wäre! flüsterte ich auf die vielen Hirschgeweihe rmgs an oer Wano oeutenv
Nun trat der kaiserliche Verwalterein.
Das war ein alter Recke mit rother Stumvsnase und arauem Vollbart. Er knurrte uns lachend an, was wir wünsch ten ? Jeöt begann mein Mehrerer em Ge menge von Redensarten, Sprüchwörtern, Titulaturen.und dergleichen herzusagen, in denen ihn der Verwalter nach einer Weile unterbrach : .Ah, Ihr wollt Ge fällholz! Gar keinen Anstand weiter, nur auf die srischenBäume Acht haben !" Da glotzten einmal ihrer zwei jäm merlich drein. Jesus Mana" sagte endlich der Mehrere, .jetzt haben wir uns nicht ver standen Und weil er entgleist war. und doch in heiliger Noth was gespro chen werden mußte, so ergntt er daS Nächstliegende, nämlich die nackte Wahr heit und sagte, daß er JareslawBstschka heiße, annoch daS Schneidergewerde aus übe, übrigens zu was Besserem geboren sei und inEhren um die Hand der Toch ter Hermine bitte. .Ah ja so!" rief der Verwalter la chend, .meine Tochter ! Na, da müssen wir doch ein Glas Wein miteinander trinken." Ich erschrak ordentlich über die un heimliche Leichtigkeit, mit der dis ging. Mein Genosse kneipte mich heimlich in den Arm. Aus den Wein schien das Haus gut eingerichtet zu sein, rasch war er zu Wege mit allem Zubehör und wir saßen dabei. , ' 5 ; Also die Tochter!" knupste der Ver walter daS Gespräch wieder an, dann drohte er mit dem Finger : .Haben hin ter memem Rucken wohl schon AlleS mit ihr abgemacht! Nicht? Na, thut nichts. ES plangt Jeder schon um einen Mann, und em so netter Bursche da !" Der Mehrere trat mir vor Wonne auf die Zehen. . . - : .Daß Sie m' Ihrem Gewerbe sehr tüchtig sind " der alte Herr würzte die Bemerkung, indem er. uns. frischen Wein nachschenkte, .das ist wohl ohneZweisel." .Man befleißigt sich, stets aus derHöhe der Zeit zu stehen," sagte nun der Meh rere, sich leicht verneigend, .denn unser Gewerbe hat m den letzten Jahrzehnten wisienschastlich große Fortschritte ge macht. Ich will von den Nähmaschinen nicht sprechen, nicht von dem neuen ame manischen Repaffeur, welcher lmStande ist, in dreißig Minuten die Pantalons einer halben Armee zu glätten; ich rede vielmehr erstens von den großartigen Dimensionen, welche besonders in Hol land die Tuchfabrikation genommen. mithin unserer Kunst durch Hunderte von Fabriken stets feinster Stoff zugeführt wird, sowie von der unbehinderten Ent Wickelung derselben durch die Gewerbe freiheit und viele neue technische Einsüh rungen auf dem Gebiete des MsienS, Taillirens und Eoudrirens, welche besonders m der franzönichen Hauptstadt Paris" .Und können Sie auch lodenriffeln V unterbrach ihn derVerwalter schnarrend. .Ah, Ste meinen das Drapiren des Stosses r .Ich meine das Lodenristeln." .Das allerdings liegt einem wis senschastlich gebildeten Kleiderlünstler wenn ich mich so ausdrücken darf etwas ferne." So der Mehrere und das war gefehlt. .Sie sind Schneider und können nicht lodenrisfeln !" rief der Vermalter, .als dann kann ich Ihnen meine Tochter nicht anvertrauen. Ich bitte schon um Ent schuldigung, ich bin nicht besoffen, aber das muß ich sagen, ein Schuster, vernicht lederklopsen und ein Schneider, der nicht lodenriffeln kann, der ist nicht weit her, und selbst wenn er von Mähren wär." .Aber kaiserlicher Herr Verwalterund Oberförster !" stotterte der Mißhandelte. ES ist noch Vormittag und ich weiß. was ich sage !" fuhr der Verwalter fort. ich habe meinen Töchtern oftmals vor gehalten: Wenn eine von euch einen fleißigen Handwerker kriegt, so kann sie sich alle zehn Finger ablecken. Jetzt kommt Einer und kann schön reden. Aber mit der Zunge verdient der Handwerker sem Brot nicht, sondern mit der Hand. Weiter geht's mich nichts an. Was giebi's Neues, meine Herren !" Der Mehrere stieß mich mit dem El bogen : .Weißt was, so sag' ihm's Du, ich gehe zum Kukuk!" ; Wir trollten uns Beide davon. Im Hosgarten an den Blumenbeeten standen in hellen Farben und reizvollem Geflü ster miteinander süns Frauengestalten. Wlr schössen an ihnen vorüber, und erst v r. . i. v . ' ? cv r. ...... . v . oraußen, roeir orauen im Vuazenmaioe blieb mein Genosie stehen, trocknete sich X, l n iimX d.r X.? Vlfc WtUU UIIV lUUifc . WU. VU9 IVUV auch votbei." r Mich dauerte das zerrissene Herz, ich sann nach Balsam. - m:u.il er.- rs n t.i...i. ..C ri. .jiiujuu ut'vsniu aai i utuuutu der Alte !" rief ich und brach in ein un bändiges Lachen aus. Der Mehrere verstand mich uno yaven wir es' m unserer Niederträchtigkeit so verdreht, als hätten wir den Verwalter Mit der Brautwerbung nur gefoppt. Aber innerlich verwand er's doch nicht, der gute Jaroslv. Er ließ wohl das Grokivrechen sein, aber seine Arbeiten wurden nicht besser,, sondern begannen n. . . ' jr. . crn.(.Mc.:i in oe? uummen VPIllM iütmiyui nachgerade das Handwerk zu verhöhnen. . rv r..i. v om.:n. uno eines H,ages lagie iim ajuijut, während - er' ihm in glänzendsten Silberzwanzigern, die ich je gesehen, den Wochenlohn auszahlte: .Mein lieber JaroSlav, man kann Dir gar nicht feind ein. denn Du W ovm brav und alle weil bei Humor, aber Dein Arbeiten ist Nicht: Viel. nutz. ' -Probls- einmal mo anders." .,.... Der Mehrere war fremd. Er warf sich in sein elegantes Gewand und machte bei allen Bekannten die hösifchsten Ab schiedSbesuche und hat als - manierlicher Mensch überall den besten Eindruck zu rüSgelaffen. . V Vier Jahre später sahen wir uns in Wien. Er lies mir nach und hatte tüch tia in tbun. sich mir webmütbia lachend ls .der Mehrere" vorzustellen, denn er war überaus verändert heradgekom men. Er erzählte mir sein Unglück und daß auf der Welt keine Gerechtigkeit sei. Trok all seiner Talente und - seines HS heren-Strebins) das Gewerbe zu ver edeln, stehe er oa, wo er stehe ! i 'ven ms uoer eoen oau : nm rr' w . r . n. . . I einfache Arbeit!" Das wollte ich ihm
sagen. Da mahnte mich eine innere Stimme: .Sag'S nicht, sondern zahle ihm ein Mittagsmahl." Bei demselben wurden wir beide lustig und er erkundigte sich nach dem kaiser lichen Verwalter und Oberförster. .Den zieht'S schon arg in dieKrumme, und seine sünf Töchter haben ein so gu teS Herz, daß noch keine den mühseligen Vater verlaffen hat." .Kommst einmal zum Herrn Vermal ter," sprach nun der Mehrere und faßte meine Hand mit der seinen, die ganz kühl war, .kommst zu ihm, so sag, ich ließe ihn grüßen, und er hätte schon Recht ge habt, daß er seine Tochter keinemTauge nichts gegeben hat." Er goß den Rest des Weines in seine Gurgel und verließ mich. Wie der Weinyändler Plan scher Dr, philosophiae tottt&C Vor einigen dreißig Jahren gab es in B. eine Weinkneipe, derer Inhaber, NamenS Planscher, ein eigenthümlicherKauz war. Er war klein von Gestalt. ' Auf dem etwas zu schwach gerathenen Untergestell ruhte em stattliches Bäuchlein, der Kopf, mit grauen kurzgeschorenen .Haaren be deckt, war einem Kugelcäctus nicht unähnlich und besaß als schönste Zierde ei nen stattlichen stark verkupferten Ge sichtserker, bii dessen Anblick man un willkürlich an daS Dichterwort : .Sei mir gegrüßt du Berg mit dem röthlich strahlenden Gipfel" erinnert wurde. Man sah es dem kleinen Manne an, daß er ein großer Verehrer des Bacchus war; außer zum Waschen und Tausen,
war sur ihn Wasser nicht vorhanden; der Doctor hatte ihm, wie er oft sagte, verboten, seinen inneren Menschen damit zu begießen. Die Gäste, die in der Weinkneipe verkehrten, gehörten den besseren Ständen an und wechselten je nach der Tageö stunde, vom Geheimenrathe a. D., der grundsätzlich Vormittags .nur einen Schnitt Portwein" trank und Punkt 11 Uhr nach Hause ging, bis zum flotten Bruder Studio, der, wenn er Mooö hatte, sehen mußte, was der vorletzte Gast um Mitternacht sür einen Rock an hatte. In emem klemen gemüthlichen Hm terzimmer verkehrten vorzugsweise jün gere Aerzte und Philologen; hier wurde, namentlich nach dem ersten jeden Mo natS, tapser dem ergo bibarnus gehul digt, und ' ost : erklang noch m später Stunde das Lied : .Es hatten drei Ge sellen ein sein Eollegium." Der alte Planscher war em achter, mit Spreewasser getaufter Junge : . ein ge wiffer Mutterwitz, Humor, gepaart : mit Gutmuthigleit,angeboreneWiderspruchS lust mit Großrednerei, waren die Eigen thümlichkeiten dieser edlen Seele; dazu kam noch, daß er sehr eitel war. Unser Planscher hatte sich mit den Jahren durch Fleiß, . Sparsamkeit und, wie die böse Welt sagte, durch Tausen der Weine ein schönes Vermögen erworben,' er wurde. sogar Stadtverodneter und zwar mit Recht ; hatte er doch dazu das beste Examen gemacht, denn als einst seine Gäste sich über Verwaltung und Politik herumzankten und gewaltigen Lärm machten, saß Planscher in seinem Lehnstuhl, nickte fortwährend mit dem Kopf und schlief ruhig weiter. Auch wa ren ihm durch den beständigen Verkehr mit Professoren und Doctoren unter schiedliche lateinische Brocken hängen ge blieben, mit denen er möglichst ost parapirte. - Eines Tages saßen em halbes Dutzend sideler Brüder, größtentheilö Mediciner, m besagtem Hinterummer und ließen sich bei ihrer gemüthlichen Unterhaltung über die JSgcrtche Seelendusttheone und die Zöllnersche .Vierte Dimension", denRo then trefflich schmecken;, der Planscher hörte halb und halb zu, sah aber gleichzeitig melancholisch durch' Fenster und betrachtete mit Neid das onieferanten schild seines Gegenüber, wobei ihn der Gedanke an die Leere seiner Knopflöcher mit Wehmuth erfüllte. Hoflieferant zu werden, irgend einen Vogel oderStanis laus vierter Klaffe zu erhalten, war oer heißeste Wunfch, welchen er hin und wie der gegen seine vertrautesten Gäste ge äußert hatte. .Prosit Plan,cyer: oer Wein ist etwas zu kalt;" rief ein junger Arzt mit der löblichen Absicht, den Alten zu kränken. Planscher drehte sich lang sam nach dem Sprecher uud sagte ihm : ' n rv j. r .rr. ir-i. .öUinClt, öuincil, uucn am länatten geärgert haben, ick setze mir bald zur.Ruhe und werde meinem, Sohn das ... ...... . , Geschäft uoergeoen, la yaoe mir genug in meinem Leben gzquält." Wie ! was ! schallte eS von allen Seiten, VaterPlan scher will Rentier werden ? " Kann ich ihm gar nicht verdenken, rief der erste Sprecher, unser Planscher hat das vollständigste Recht seinen Lebens abend in Ruhe und Frieden zu verleben. Beaius llle qui, ich bedaure nur, daß unserm biederen Wirth, der doch so viele Verdienste um die durstendeMensch heit hat, nicht einmal der wohlverdiente Titel oder Orden zu Theil geworden ist; die Welt ist aber zu undan'bar, unser freundlicher ' Wirth ' war immer zu be scheiden, da ist mein Nachbar derPserde Händler Schmulchen Brühschwein ein ganz anderer. Geschäftsmann, er hat stch'S kosien lassen viele Mühe und Geld und ist NUN oasür Eommlsstonsraty ge worden. .-.:. Was heißt Commissionsrath ? - fragte der zweite Arzt, ein solcher Titel kann unserem Planicher, der seit vierzig Jay ren Gelegenheit gehabt hat, in seiner Kneipe alle Facultäten kennen zu lernen. niemals imponiren. Entweder muß er einen Orden . oder die Doktorwürde be kommen. " Sehr richtig ! Sehr gut k Bravo ! er scholl es von allen Seiten. .. .. Der Planscher war an seiner schwa chen Stelle getroffen, bald wurde er blaß. bald roth ; vor seinem geistigen' Auge flog eine ganze Schaar möglicher und unmöglicher Orden, an der ..Brust und aus dem, Rucken zu tragen, vorüber. Endlich richtete er , sich stvlz auf und sah wie ein sieggekrönter Feldherr , im Kreise der Zecher umher : er nickte gnä big nach allen Seiten, vräsentirte aus seiner Schnupstabak'zzdose eine Prise, räusperte sich und sagte mit großem Selbstbewußtsein: Ick dxnke Ihnen
meine Herren, Meriten habe ick woll,
aver mn oem Oroen wird'S wohl windig werden, zumal ick mir mit dem Geh. r r rx. r - J anzieiraty i5ro,azauge vertnurrt habe von wegen sei Mogelei bei 't 66 Spie len; indessen aber,den Doctortitel möcht' ick woll, haben, aber leider habe ick nich studirt. Außer mensa, nienZas hab ick et meiste Latein durch die Rippen ge schwitzt. - . Verständnißinnig blinzelte der erste Sprecher den Andern zu und zum Plan scher wendend sagte er: Das ist gar Nicht nöthig, wir machen die Disserta tion, Sie unterschreiben dieselbe, schicken sie an die vbilosovbische Facultät nach G..... .n und werden dann von dort aus zu Doktor ernannt; die Abfassung der Dissertation werdeich und die Colle gen übernehmen, übermorgen ist sie fer tig. Nun, lieber Planscher, wollen Sie, dann schlagen Sie ein in meine Rechte. Gerührt schüttelte der,Planscher Allen l . rv v . c .: . r r in .-. 01 n oie ecoie, oann wars er ncy in oie Vrun und sagte : Gratias ago! Ick danke , J- ' ! mm Jlznen. meine verren, tor'Jyre Bemu hungen,umsonst will ick abernischthaben, Sie haben bei mir manche Flasche ausge trunken ;: ick verpflichte mir, 24 Flaschen Oltateau larsau zu poniren, wenn Sie mir die Dissertation bringen, et iö doch'n ander Ding, wenn die Leute .Herr Doctor", anstatt .Herr Planscher", zu mir saaen. et mach eener den, wat er will. , Sehr rZStia. lieber alter Planscher ! Draufgeld geben ! . Die Hälfte können wir gleich nehmen, so riefen Aue durch einander ! . Silentium! rief der erste Sprecher, unser alter Planscher wird von selbst ein . . i c rv 'er r . . rm . i.j. Dukend Flaschen desaaten Wemes iekt geben, damit wir unseren Geist beleben, um die Dissertation so vollkommen, wie nur möglich, anzufertigen. ! Gesagt, tethan, der Planscher holte die Hälste 'eö versprochenen Weinhono rar's, und eö begann ein kleines Zech r . v , ...i.i- c r r n geiage, weilyes oamit enoeie, vag jqi Jeder einen der VierhSnder aufgeladen hatte, welche sich meistens später in emen Kater zu verwandeln pflegen. . Unser guter Planscher schlief unruhig, er träumte von einem großen Orden, den ibm der Ser,oa von Meiovotamien verehrt hatte ; es war der BewässerungS orden. der aber laut Diplom, um ihn vor Nässe und Staub' zu schützen, unter dem rechten Rockschoß getragen werden mußte. Seine Frau, eben damit be schästiat. ibm den Orden anzustecken, stach ihm in' Fleisch ; unwillig wollte er das tbeure Kleinod selbst befelliaen. als ihn ein zweiter Stich zum Erwachen brachte. Erfaßte mit der Hand nach der Qrdensstätte und' erwischte einen stattlichen braunen Junker von so be trächtlicher Größe, daß er ihm Kleider von Sammt und Seide hätte anmessen lassen können. Da wurde er plötzlich wach. - . j ! An den - folaenden Tan' wartete Planscher sehnsüchtig auf tÄ Abgabe der Dissertation : endlick nabte der icktiae Augenblick : in feierlichem Zuge er chle c. tn e ft' J , I . nen ote ersaer uno Uverrelkylen oas Erzeugnis ihres Geistes dem biederen Wirth, welcher die drei, in lateinischer Svracke sauber beschriebenen weiken Papierbogen graezu ehrfurchtsvoll. ent gegennahm, und den letzten Bogen! mit vieler Mübe eiaenbändia mit seinem Namenszug versah. Er ließ es sichauch nicht nehmen, den Brief selbst zuzuste aeln und der Voll bebufs Ablieferuna an die philosophische Fakultät zuG...n zu übergeben. 0 o . . Der Nest des susbedungenen yono rar in Kegalt von ,wölf laschen No then wurde geleert, und seelenvergnügt verabschiedete sich der Dr. phil. in spe e ? , v.!... rr - rr von seinen oerells graouirlen ouegen. Nach Verlaus von 14 Tagen, weiche Planscher so lange wie em Jahr dunk . i. . kfr n. ten, wuroe er von semen arzlilqen Ga sten befragt, ob er noch keine Antwort erhalten, leiomg wuroe oeoeuter, es set em günstiges Zeichen, v , lange dauere: es sei dies der beste Be . . r r ' rr. rr weis sur die geistige Tiese seiner Disser aiion, leoensaus lonnt tenoe vylio ovyl coe aiuitar nicur aieicn in uic vyiuuuuiäuu uiun 9iuudenken. . v:. .Ac..:.r.:i w-c.u . Funs Wochen waren vergangenes m war immer noch kein Doctordiplom ein getroffen, als der Planscher emeö Mor gens gegen uyr am enper stand und ärgerlich ourcy oen pruyregen yinourcy . o a;x.;tV S. . o CV.Cf:CH t. . 1 . X. uuuu v Vü,4uhiitete. Da rollte eme , Equipage heran, welcher em ältlicher . fem gekleideter Herr emmeg ott ammmam 0WWfM che Lokal betrachtete und schließlich ds selbe, dem Wirth emen höflichen, guten borgen dielend, betrat. uimiuc i'' iw u iü'ui; Wem und nahm jede Gelegenheit wahr. crm Cc.lV. u.n.ntA .iHt'CrfAtX. . y, r r " .' r r c r o n..Planiqcr lenau zu sixiren, so oav oicici;-auBiKuiii ücwuiu Vi. uC u,ujt ..k a . AM A MA Jm, m mmm. tf tm m mm, .'X M mm eno ich fragte : ennen ?ie mir k LIT . 7 .4.T 1 E U " VI . m Ä-.JPiJi .-- yjcern 'Jtarne lanct. , Ich habe nicht die Ehrelndessen wür dm Sie mich sehr verbindenwenn' Sie rnir Gesellschaft leisteten, bitte, bringen C4 im r1n& trt , S HiS min kN ic iuy ui v:a3 mn, ivuu üit zuviel. -. .7 v Die Unterhaltung war bald imGanae. .Planscher, der gewöhnt war, mit deut scher Gründlichkeit stundenlang über ei nen Gegenftand zu sprechen, konnte hier mcht mitkommen, blitzschnell gmg der remoe von emem Z.yema zum anomn über, im bunten Allerlei sprach er von Politik, Rinnsteinen, Philosophie, 'il 0'.t OXfXu.!- nsv üujiütuciiuic, üui, üuuyvuiict, iiuu tische Verwaltung, 'Schlasmützen u. s. w. sodaß seinem Gegenüber der Kops ,ummie. Ilaqeriaur emer geraumen Jett, während welcher der.Planscher, ein wah res Kreuzseuer. von Blicken ausbalten mußte, sagte der Fremde plötzlich : .Ich begreife das nicht, ich . sinde Sie ganz vernünstig. ' . ' .Wat sagten Sie V frug ' der. Plan s.cher. - ' - .Ich sagte Ihnen eben, daß ich - Sie ganz vernünftig finde erwiederte der Fremde ruhig und höflich. Wie em gereizter. Löwe svrana der Planscher auf, .Herr l" rief er wüthend, ' - r- . . .wie tonnen Vie. Mir IN , meme stuve beleidigen ! Wenn' Sie man fo, vtt nünftig wären,' wie ick! ' - . ' .Alter Freund, .nur immer ruhig Blut!" erwiederte ver fremde; zunächst
erlauben Sie mir, daß ich mich Ihnen
vorstelle : ich bm der KreiLphysikuS Pro fessor X. und habe vom Polizeipräsidium I." rw r . ' " 1 oen Auztrag erhalten, festzustellen, od Sie verrückt sind oder nicht." Starr vor Schreck stand der alte Wirth vor dem Mediziner., Wie ! vag! er war im Verdacht verrückt zusein? Er, der feine Billard und Whistspieler, der sogar den schlauen Jeiteleö Sausuß über war, er, der einige Jahre im Keller verschiedene Weine theologisch behandelt (d. h. getaust) hatte, er sollte verrückt sem ? Noch suchte er ach einer Antwort. Da belebte der Fremde seinen gehemm ten Redestrom mit den Worten : .Altet Freund, setzen Sie sich erst und dann antworten Sie gefälligst: haben Sie nicht vor einigen Wochen ein Schriftstück an die philosophische Fakultät- nach G.'..n geschickt?" .Ah, die verdammte Bande rief der m...f ... .. f if . j... ' ' T . '4iancyer ericyroaen aus, .nun lag-n Sie M, Öerr Professor, was hat dera I C ' . n L t ä - in oe-r )i7.gs ormgeuanoen r .Aber, lieber Herr," . erwiderte jener. .das muffm Sie ja wissen, da Sie, durch Ihre NamenSunterschrist erklärten, die Arbeit selbst gemacht zu haben." -? Ganz verschämt stand der Planscher denn nun zu, daß er den Doctortitel ha ben wollte, vom höheren Latein aber ge nau soviel verstehe, wie der Esel vom Lautenschlagen, daß ihm sogar daS Thema unbekannt sei, und er bäte -jetzt den Herrn Professor ihm dasselbe mitzu theilen. : - , - .Nun, mem alter Freund," erwiederte ibm der Lektere. .das Tbcma hieß : Dq arte pulicurn caDiendoruml amsliorariäoruin atcue in libertäte condocefaciendonimV zu deutsch, .Ueber die Kunst : Flöhe zu sangen, zu züchten und in Freiheit zu dressiren" ; die Arbeit selbst war in tadellosem Latein, äußerst gewagt, aber sehr witzig abgefaßt, so daß die Fakultät V. Cn.C.C7. ! : C yiuuuic, m .uiui. juuct imm uü spannten, halbverrücktenGelehrten suchen zu müssen. Sie wendete sich um Aus kunft an die hiesige Polizeibehörde, wel che mich beauftragte, Ihren gnstigenZu stand ohne Aussehen zu erregen, sestzu stellen. Dies ist - der Grund meines der Hierseins, darum Nichts für ungut." Ach, du mem Gott, lammerte oer Planscher, .um 24 Flaschen guten Roth wein haben die Hallunken mich bemeiert. und nu hab ick noch den tzspolt zu ; na. ihr laßt euch blos hier wieder sehen ! Der alte Arzt, dem auch der Schalk aus den Augen sah, tröstete den armen Planscher so gut es ging, verließ ihn, um ihn später recht ost zu besuchen, ihn stets Herr College titulirend. Dies wirkte ansteckend, bald hieß eö überall: yerr ut. Pianiazer, uno on an ihn e benöende behielt der originelle Kauz d::sen Namen. Mit den lustigen Brüdern, die ihm die Dmertation gemacht, öhnte sich der neu gebacken? Dr. in seiner Gutmüthigkeit bald wieder auS. Sie blieben seine neuen, neis ourlgen iLane, aver von I V-, O..-- (TslTT .-ill-.M fY. CYÜXl vrr .-puirsi,,kiiuviz wuuu ujii welter yoren. Im Stillen aber grübelte er fort und fort darüber nach, durch welches Medium es seinen Zechbrüdern möglich gewesen sei, zu wissen, wovon er in der kritischen Nacht geträumt habe. Denn daß zwi schen der Pulex-Dissertatton und seinem Traume, oen er ooq remer mennazen Seele mitgetheilt habe, ein Causalnexus bestehe, das ließ er sich nicht nehmen, Schließlich tröstete er sich damit, daß er r ... r .. r v o 3 n . rjC sagte, em anosmann Jvuner, ver ,iu, voriges Jahr zu den Vätern versammelt hat, wird am Ende doch Recht gehabt Haben mit seiner .vierten Dimen S 1 ' n i Die Tellökapelle. Ueber die Tellskapelle, welche kürzlich ber Regierung formell übergeben wurde. witb üs der Schroei, geschrieben: Die Agp. ursprünglich d 14 Noth, i,ihrn rÄ nu,n nihr W I mv.i y.. ....... r. t ,ar keine hervorragenden Kunst immerhin aber zeichneten sie sich n,& vrA 5iRsln,frt s sin I '"77' -ii-iio hen historischen Werth : jene an der Al. I rtrinTih mnrin Uhr fifinhfinft tTi'tTnifif I u A. iii u k w lal WM M m m Ul wm r mm mm m m M m m mt IfUf m m m hnUm wn KZ, ? n beiden Seltenwänden. Auch die Decke war mit Gemälden versehen. Sot es möglich wär, wurden vor der 'samtrt Reparatur der Kapelle diese I ' T .. T ' Mstitfnffiemi bevDn den Wänden abae und werden nun diese werthvollen Reste im Rathhause zu Altdorf ausbe bewahrt. .Die vier oberen Felder der Altarwand enthielten Scenen aus der Tellaeschichte; die zwei unteren Bilder Uinten die Schlagen von Moroarten I u o " T v p.. und Sempach ; aus der linken weiten nn nr hs nit sternf.irh rnns , Vj "-- Sprung aus dem Schiff) ruinirt und " ' m uiurde 1810 durch ein solches m Oel, xmx Triner von Schvv gemalt. ff . ' ' . trUht. Auf dem B lde mit dem Rülti. 1ir nnnfn rnnrt, , flCrWa am Nuw-Jahre 1308" und links n der cke .1719, Püntenir." Einzelne dieser " ' r. . . ' gilötr öarcn durch Risse beschädigt, die von einem Erdbeben hergerührt haben sollen: dieselben waren auch vielfach I durch sinnloses Gekritzel von' Besuchern der historischen Stätte verunstaltet. Die Abnahme der Bilder war mit großen Schwierigkeiten verbunden, da, ohne daS Triner'sche Bild, das aus Leinwand ge malt war. alle übriaen al sresco auf der Aautt sich ksandtn und mit diestr I , 1 -.- i aogeiou roerotn mußien. Iguilii waren lebbast. die Archittttur characte ristisch und bie Perspektive meistens sehr gut,- bei einzelsen Darftellungen ourcy unpassende Correcturen verdorben. ie Scene des Apselschussek wa am besten balt?n. c?ine Renroduction der ein ,elncn Bestandtheile durü VbotographZe oder auf andere Weise wurde noch nicht versucht, so sehr sie. aus historischen Gründen gewiß bedeutendenWerth hätte. . So sah die Kapelle. emeZ der wertyvoll sten Denkmäler unserer ruhmreichen Ge schichte, vor Altem aus ; die-Umbauung derselben begann Ende des Jahres 1878 durck die Neoieruna-von Uri und wurde s ZekteS Jahr vollends I 7 I .Ich möcht' mich rüstig in die Höhe heben sagte Schalk. Da lud er seine Gönner zum Abonnement aus dai zvan i .tgste Quartal em.
