Indiana Tribüne, Volume 6, Number 297, Indianapolis, Marion County, 15 July 1883 — Page 4
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Die astatifHe Cholera. Aengstlich sind Europa's Augen aus Aegypten gerichtet, denn im sumpsigen Delta des Nils hat der indische Würgrngel wieder sein Erscheinen gemacht, und uenn nicht Alles trügt, wird auch daS Abendland nicht verschont bleibe von dem Großen Tod-, wie die Hindus lange vor der Eroberung ihre? Landes durch die Engländer die Cholera nann ten : Maha Mari". Die Seuche folgt den Kulturstraßen : Anfangs schlich sie sich langsam, aber verheerenden Schrittes gen Westen an die europäischen Grenzen über die weiten Steppengebiete des alten Welttheils. Als aber 1826 der erste Dampfer Cal cutta berührte, heftete sie sich, erynnien gleich, an daS moderne Verkehrmittel, und vier Jahre später erschien sie in Aegypten und bald darauf auch in einem großen Theile Europa's. Der Suez. Kanal hat der Cholera den Weg be deutend abgekürzt,und da die Engländer mit der Errichtung von QuarantäneAnstalten aus ihrem neuesten Besitzthum im Mittelmeer, aus CypruS, frevelhafter Weise bislang gezögert haben, steht der Große Tod" in diesemAugenblicke schon sturmbereit und siegeögewiß vor den Thoren Europa'S. Aber der Erbfeind des Menschengeschlechtes sindet dieGroß mächte nicht unvorbereitet,! Gegentheil, eine ententö eoräials aller Nationen des Ekdtheils steht bereits im Felde, um mit den Erfahrungen der früheren Epi-
! demiejahre und mit den Waffen der neuesten wlssenichastttqen untersuqun gen über das Wesen deS Cholerakeimes die Ausbreitung der Seuche möglichst zu verhindern. Die Anschauungen über das Wesen dtt Cholera haben in den letzten Jahren manche Veränderungen erfahren. Frü her glaubte man, daß sie eine ansteckende Krankheit sei und unmittelbar von einem Menschen aus den andern übertragen werde; später verfiel man aus die ent gegengesetzte Ansicht, daß die Krankheit ausschließlich eine miasmatische sei und sich nur durch Vermittelung deS Bod:nS und der Lust verbreite. Gegenwärtig ist jedoch festgestellt, daß die Cholera eine miasmatisch ansteckende Krankheit ist. Sie entsteht nur, wenn ein gewisser, sei. ner Natur nach nicht näher bekannter Giftstoff, Choleragift, in den Körper des Menschen gelangt. Dieser Giftstoff stammt ursprünglich auS dem Boden, gehört folglich zu denjenigen An sieckungsstoffen, die man als Miasmen oder Bodenausdünstungen bezeichnet. .Allein das Choleragist entwickelt sich kei neöwegS ohne Weiteres aus dem Boden jeder beliebigen Gegend; eine solche spontane Entwiöelnng findet nur in der Heimath der Cholera, in den sumpfigen Niederungen Indien'S, statt und von dort wird das Gist durch die Menschen nach den verschiedensten Gegenden der Erde verschleppt. Eine solche Verschleppung kann durch eine einzige Per son über Hunderte von Meilen ersolgen, wie z. B. 1866 die Cholera direct von Odeffa nachAltenburg verschleppt wurde. An dem bisher gesunden Orte geschieht die Weiterverbreitung durch die Bildung emeö sogenannten Jnsectlonsheerdes, daS heißt, es wird durch die Darmaus leerungen der nach jenem Orte gekom menen Cholerakranken eine Bodenver gistung oder wenigstens eine Jnsektion der Abtritte bewirkt, und von dem mit dem Cholerssgift geschwängerten Boden auS verbreitet sich nun die Krankheit auf diejenigen Menschen, welche den vergisteten Boden bewohnen. Die Cholera wird also wie eine kontagiöse Krankheit verschleppt, erlangt aber nur durch ein MiaSma, durch Vermittelung des Bo denS eine epidemische Verbreitung. Die Verunreinigung deS Bodens durch die Darmentlcerungen führt jedoch nur dann zur Bildung eines Jnfektionsheerdes, refp. zur epidemischen Verbreitung der Cholera, wenn der Boden porös, für Luft und Waffer durchdringlich ist und man in einer nicht zu beträchtlichen Tiefe (445 Fuß) auf Grundwaffer stößt. Wo diese iBodenbeschassenheit nicht vorhanden ist, kommen ßholera epidemien erfahrungsmäßig nicht vor. In Orten, welche unmittelbar auf komvaktem Gestein oder auf Felsen liegen, welche für Waffer nicht durchdringbar sind, hat man höchstens vereinzelte, dahin verschleppte Fälle, aber keine Epidemien von Cholera beobachtet. Die Em psanizlichkeit des porösen Bodens für eine Choleraepidemie schwankt nach den Untersuchungen Pettenkofer's je nach der Entfernung der Oberfläche vom Niveau des GrundwafferS und ist außerdem abhängig von der Durchschwängerung des Bodens mit organischen Substanzen, namentlich solchen, welche von thierischen Ausleerungen herftammen. Angesichts der in Vorstehendem ge schildertcn Verbreitungsweise der Cholera ist man schon längst zu der Vermuthung gedrängt worden, daß der Chole rakeim ein organisches Gebilde von pflanzlicher oder thierischer Natur sei. welches m den menschlichen Körper gelange und hier diejenigen Störungen anrichte, welche den Krankheitsproceß der Cholera ausmachen. Prosesior Klob in Wien hat iifden Darmentleerungen von Cholcrakranken große Mengen eines Pilzes aufgefunden, von dem er, wenn auch mit großerZurückh?ltung, annimmt, daß er mit dem Choleraproceß in ursäch lichem Zusammenhang steht. Nach Hallier in Jena ist dieser Cholerapilz. Zooffloea Terrao, identisch mit demjenigen Pilz, der aus der Reispflanze vorkommt, und bekanntlich ist dieselbe Gegend, woher die Cholera stammt, eine der Heimathstätten der Auspflanze. Doch sind die Untersuchungen über das Wesen des Choerakeims voraussichtlich noch lange nicyr gecyioj,en. Die Empfänglichkeit der Menschen sür das Choleraaist ist. eine fast allaemeine. Kein Lebensalter und Geschlecht, keine Constitution ist frei davon. Zu Zeiten, Ss ! . : . : m ujv uii enuiiiycn in einem ii,r.raieiJ -OC reiche herrscht, leiden fast alle dort wob nenden Menschen, auch die, welche von den schweren Krankheitsformen verschont bleiben, an Unterleibsbeschwerden, die. wahrscheinlich von einer schwachen Ein Wirkung des Choleragists herrühren. Durch verschieden? Einflüste, wie Diätsehler und Exceffe im Effen und Trinken, Erkaltungen :c. wird die Empfänglich keit sür das Choleragist erhöht. Die
Jncubationsp,.riode, d. h. die Zeit zwi schen der Einwirkung des GisteS und dem Ausbruch der Krankheit, dauert von 1 bis 3 Tage. Die Erscheinungen der Cholera erklären sich am besten, wenn man annimmt, daß daS Choleragift die Schleimhaut des Darmkanals in einen Zustand entzündlicher Reize versetzt. Die leichteste Form, unter welcher die Cholera auftritt, ist die eineö einfachen Durchfalls. Solche einfache Diarrhöen faßt man gewöhnlich noch nicht als Cholera auf, doch stehen sie ohne Zweifel in einer gewiffen ursächlichen Beziehung zu derselben. An jene leichteste Form schließt sich die Cholerwe, bei welcher zu den Durchsällen heftiges Erbrechen tritt. Die schwerste Form ist die sogenannte asphktische (pulölose) Cholera, und diese nimmt häufig einen typhusähnlichen. Charakter an, in welchem Falle die Krankheit mit dem Namen Choleratyphoid bezeichnet zu werden pflegt. Eine des Erfolges sichere BeHandlung der Cholera kennt man noch nicht, mit allen dagegen angewandten Mitteln, wie Opium, Kaltwaffer umschlügen, Reizmitteln zur Verhütung der Herzlähmung, MorphiumEinspri tzungen, Senssteigen :c., ist es noch nicht gelungen, das Sterblichkeits-Verhältniß in erheblich günstiger Weise zu gestalten. Um so größere Ausmerksamkeit widmet man daher schon seit längerem den Schutzmaßregeln gegen die Cholera. Unter diesen sind hervorzuheben die Quarantäne-, und Absperrungsmaßregeln, Verbesserung der Abtrittseinrichtungen, Drainage des mit organischen, in der Zersetzung begriffenen Stoffen durchtränkten Bodens und vor Allem die Desinfektion. Ein sicheres Desinsek. tionsmittel hat man noch nicht, doch ist bei dem Eiser, mit dem sich die Wissenschaft auf die Angelegenheit geworfen hat, mit Bestimmtheit anzunehmen, daß dasselbe gefunden werden wird. Die epidemiologische S.ection der Berliner medicinischen Gesellschaft empfiehlt zur Desinfektion der Leib- und Bettwäsche die Siedehitze, zur Desinfektion der außerhalb der Wohnungen gelegenen Abtritte den Chlorkalk, zur Desinfektion der Nachtstühle und ähnlicher Geschirre eine Mischung aus übermangansaurem Kali, saurem schwefelsaurem Eisenoxyd und Waffer, endlich zur Desinfektion von WohnungSräumen, in welchen Cholerakranke lagen, das ChlorgaS. Die asiatische Cholera hat, wie schon bemerkt, ihre Heimath in Oftindien. Hier ist sie, wie es scheint, von jeher so wohl in vereinzelten Fällen als auch in Epidemien aufgetreten. Im Jahre 1817 breitete sich die Krankheit zum ersten Mal von Indien aus auf die Nachbarländeraus. Schon damals bemerkte man, daß die Seuche sich vorzugsweise den großen Verkehrswegen, den Flüffen und Landstraßen entlang weiterverbreitete. 1823 und 1829 drang die Seuche bis an die europäischen Grenzen vor und 1830 erreichte sie Moskau, von wo aus sie sich über ganz Rußland, ausdehnte. Die ersten Epidemien in Deutschland, namentlich in Berlin und Wien, traten im Jahre 1831 auf. Im nächsten Jahre gelangte die Seuche nach London und
Paris und erschien, von England aus importirt, zum ersten Male in Amerika, nämlich in Quebec, von wo aus sie nach den westlichen Militarpoflen und den Mississippi hinab bis nach New Orleans dranq. Bis 1838 folgten dann in Eu ropa viele, bald mehr zerstreute, bald in offenbarem Zusammenhang stehende Epidemien, wie z. B. 1832 und 1L37 in Berlin, 1836 in München. Dann blieb Europa fast 10 Jahre frei von der Cholera. 1846 begann ein neuer Zug derselben von Indien auS ; sie erreichte Moskau im September 1847 und verbreitete sich 1848 rasch über ganz Ost-, Nord- und Mitteleuropa. Zu Ende des Jahres erschien sie auch m den Ber. Staaten. Weitere Epidemien sanden 1849 in Frankreich und Belgien, 1849 und '1830 in Deutschland statt. Dieser zweite Verheerungszug derSeuche . r . r i. mr. uoer oen anaiien uno europalicyen Kontinent dauerte bis 1839. Ihren dritten großen Zug trat sie 1865 an und namentlich 1866 wurden viele Personen von der Cholera hinweggerafft, z. B. während des Krieges in Böhmen, in Leipzig, Berlin, an den Küsten der Oftsee :c. Nach New Orleans wurde die Cho lera 1848 durch deutsche Emigranten von Havre aus eingeschleppt und von New Orleans verbreitete sich die Seuche den Mississippi und Ohio hinauf über alle an diesen Flüffen liegenden Städte bis nach Cincinnati. Von St. Louis wurde sie auf der Ueberlandroute nach St. Francisco verschleppt und mehr als 1000 Personen starben unterwegs, sowie viele Indianer, die mit den Auswanderern in Berührung kamen. Im Jahre 1866 i l rr cn rn wuroe Die yoirra in yic yuii ewue schleppt, wo sie jedoch nur poradi ch auftrat, und gelangte von hier nach ver schieden! Theilen der Ver. Staaten bis nach Kansas. Seit die Cholera 1865 ihren dritten großen Verheerungszug antrat, ist sie in Europa nicht mehr ganz erloschen. Der Umstand, daß sie trotz dem seit 1866 nickt mehr in den ,'Ver. Staaten erschien, bietet Gruno zur on . . . e' .rr nung, daß sie auch diesmal die westliche Hemisphäre verschonen wird, um so " ' , . rr- . . . V!. meyr, ais in uropa gegenwumg uic Weiterverbreltuna der Seuche viel ener gischer bekämpst wird, als in früheren Zeiten. Das Verbältnik der Zahl ver an der Cholera Gestorbenen Zur Zahl der Erkrankten ist zwar bis in die neu este Zeit ziemlich unverändert geblieben, indem etwa die Hälste aller Erkrankten dem Tode anheimfällt, dagegen darf man behaupten, daß die Epidemie in der neueren Zeit diel milder austritt und die Aahl der Erkrankten eine wesentlich ae ringere ist. als in den Epidemien der srüheren Jahrzehnte dieses Jahrhunderts. Offenbar hängt dieser günstige Umstand mit den'zwcckmäßigeren Sanitätseinrichtungen der Neuzeit zusammen. (N. tsztg.) Ein AuSwanderungSdrama. Paris, 12. Juni. Heute beginnt hier ein Proceß, der die öffentliche Ausmerksamkeit in hohem Grade auf sich zieht und zehn bis zwölf Verhandlungstage in Anspruch nehmen
wird. ES bandelt sich um die Grün
dung der freien Colonie von PortBreton" durch Charles Du Breit, der sich auch, angeblich unberechtigter Weise, den Titel MarquiS de Ravs beilegte. Neben diesem Hauptbeschuloigten er scheinen aus der Anklagebank noch els andere Personen, die sich theils als Vertreter und Schiffsführer, theils als. No tare an Du BreilS Unternehmungen betheiligt haben. Ueber die Vorgänge, die daS gerichtliche Einschreiten veranlaßt haben, eninehme ich die nachstehen den Angaben der Anklageschrift, bemerke aber, daß man vor Abschluß der VerHandlungen kaum ein endgültiges Urtheil fällen kann, da man die Politik in diese Angelegenheit gemischt hat. Sobald das aber einmal geschehen ist, hört bei den französischen Parteien welcher Richtung sie auch angehören mögen jede Rücksicht aus Wahrheit aus und man kann sich aus die ärgsten Uebertrcibungen und Entstellungen gesaßt machen. Vu Brell, der veld des Proceffes. ist 50 Jahre alt und gehört einer alten Bretagner Famme an. Er scheint em etwas ; unstetes Leben geführt zu haben, war! zuerst in Amerika, dann am Senegal, wo er ein Oelaesckäft oründete. obne aber mit seinen Unternehmungen Ersolg zu haben. Im Jahre 1877 faßte er nun den Plan, eine freie überseeische Colonie m Port'Breton (auf der Insel NeuIrland in der NeuBritannia-Gruppe, östlich von Neu-Gulnea) zu gründen. und begann dieses Geschält mit einer Anzeige im Petit Journal folgenden Inhalts: Freie Colonie von PortBreton. Ländereien zu 5 Fr. der Hek tar, zahlbar mit 1 Fr. monatlich. Ra scher und sicherer Vermöaenserwerb, ohne das Land zu verlaffen. Angebote an den Marquis Du Breil de Nays, Consul von Bolivien, Schloß Quimeren-en Bannola (Finistere)." Zuerst kamen nur wenig Anfragen, als aber Du Breil die Anzeige in verschiedenen Blättern einrückte und massenhafte Prospecte ver schickte, mehrten sich die Einzahlungen. In diesen Prospekten wurden die Aussichten der Colome aus's Glänzendste geschildert: sie sollte im Allgemeinen aus Ackerbau beruhen, den man durch Chinesen aussuhren lassen wollte; die Gesellschaft werde Zuckerrafsinerieen, Oelfabriken u. s.w. bauen, um den Anstedlern den leichten und lohnenden Absatz ihrer Produkte zu sichern, zu welchem Behufe wieder neue Gesellschaften, eine Zuaerra nnerle von PortBreton, eme Oelfabrik m's Leben gerufen wurden, immer natürlich aus dem Papier. Du Breil hielt öffentliche Vortrüge über seine Unternehmung, der er, dieser Punkt ist sehr wichtig, einen ausgesprochen katholischen Charakter geben wollte. Die Katholiken seien in Frankreich in ihrer Religionsübung nicht mehr frei. ihr Glaube würde bedrückt also, aus nach Port Breton! Die Sache wurde NUN in der Press: besprochen, clericale Blätter stellten sich günstig zu Du BreilS Unternehmen, sodaß das Geld reichlich zu Nlenen anftng. Der Andrang war bald so.groß. daß der Hektarpreis von ö aus 10, 30, ja 50 Fr. erhöht undComp toirs in Paris, Marseille, Havre eingerichtet werden konnten. Nun geschah es aber, daß die französische Regierung Mißtrauen faßte und der von Du Breil eingeleiteten Aus Wanderung Hindernisse in den Weg legte, sodaß dieser flch veranlaßt sah, den Sitz -der freien Colonie" nach Barcelona zu verlegen, von wo aus später auch mehrere Schiffe nach Port'Breton entsandt wurden. Die gesummten Du Breil zugeflossenen Einnahmen betrugen nach seiner eigenen, Angabe 1,800,000 Francs. Nun folgt eine traurige und entietzliche Leidensgeschichte. Im September 1879 verließ derDampser Chandernagor mit 89 Auswanderern verschiedener Na tionalität es scheinen sich den Namen nach zu urtheilen auch Deutsche darunter befunden zu haben Vlissingen, da man keinen andern Ort gefunden zu ha ben scheint, an dem man das Auslaufen erlaubt hatte, und ging unter Befehl des Capitän Le Prevost nach Port-Breton in See. Schon während der Ueberfahrt waren die Auswanderer den größten Entbehrungen ausgesetzt. Alles anBord des Chandernagor war von einer abstoßenden Unsauberkeit, die Lebensmittel waren schlecht und verdorben und die SchiffSossiciere Mißhandelten die AuS wandere? in emvörender Weile. So band man einem Auswanderer Namens Croeser die Hände zusammen und hing ihn dann an den Händen am Mast auf. Auch andern widerfuhr die gleiche MißHandlung. Am 8. Januar 1830 kam der Chandernagor zu den LaughlanInseln, wo er 16 Auswanderer aussetzte. um dort CocosnuS-Oe! zu gewinnen. Warum er diese 16 Mann nicht mit nach Port-Breton genommen hat, ist nicht recht ersichtlich. Beschädigen wir uns aber zunächst mit ihrem Schicksal. Der Chandernagor. hatte innen sie standen unter Führung eines gewiffen Nötnnge? nur ungenügende NadrunaSmitte! zurückgelassen, die auch bald durch Unwetter verdorben wurden. Gegen Anfang Marz war man mit ihnen ziemlsch zu Ende und auch das Trinkwaffer wurde knapp. Unter diesen Umständen wurde der verzweifelte Be schluß gesaßt, daß vier der Auswanderer den Versuch machen sollten, m einer Pl rigue die Insel Moresby zu erreichen. wo, wie man wunte, sich englische Mls fionäre befanden. Nach vierzigtägiger Fahrt kamen drei, einer war an den Entbehrungen gestorben, inTesteJ8land an, wo sie von Englandern aufgenom' men und aufs Beste verpflegt wurden ES wurde sogleich ein Schiff adgeandk, UM ote Auruaaevuevenen aozuyoien; , s r als dieses aber am 12. Mai ankam, war die Mehrzahl bereits ihren Leiden erle aen und auch die Ueberlebenden waren vom Tode nur dadurch bewahrt worden, daß ein kleiner Küstenfahrer ihnen einige Lebensmittel überlassen hatte. Nachdem der Chandernagor, wie. er zählt, diese 16 Unglücklichen auf den Laughlan-Jnseln abgesetzt hatte, setzte er seine Fahrt fort und kam am 13. Jan. in Port'Breton an. Die Auswanderer merkten bald, daß die Insel ihnen nicht den nöthigen Lebensunterhalt bieten würde, und begannen zu verzagen, als emes Tages bei Sturm der Chanderna gor plötzlich in See ging und dadurch
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ihre Verzweiflung, da sie sich verlassen wähnten, auf den höchsten Gipfel brachte. Nach zehn Tagen kam das Schiff aber wieder, gab den Leuten einige Lebenömittel und Werkzeuge und jedem rtf . . ; x . r I-.. . i. ein ?crr, eigene Uly aoer, sie wieoer an Bord zu nehmen, und der Caditän drohte, auf die Auswanderer schießen zu laßen, als sie sich in einem Boote dem Schiffe näherten. Nur einen gewissen Titen de la Croir. den Lieutenant" Du Breil. nahm er an Bord und damvste ab. Die Äurückgehliebenen litten bald Mangel an Lebensmitteln und Krankheiten stellten sich ein. Einzelne starben und die Eingeborenen selbst wurden von diesem Elend gerührt. Sie aaben den AusWanderern durch' Zeichen zu verstehen. daß stch in einer gewissen Richtung eme von Weißen bewohnte Insel befinde, und die Auswanderer vertrauten sich auf diese unbestimmte Andeutung hin einem Boote an und segelten aus's Geratewohl loö. Wie groß muß wohl der Zustand des Elends gewesen sein, um sie zu einem solchen halb wahnwitzigen Versuche zu bewegen : Nur emer von ihnen, Brcra, ist am Leben geblieben, um ihre Geschichte zu erzählen. Sie kamen nach der Insel Bougainville, wo d'e Wilden sich ihrer bemächtigten und Breraö fünf Kameraden auffrassen. Brera hatte das Gluck, der Gefangene eines Häuptlings zu werden, der ihn gut behandelte. Er lebte längere Zeit mit den Wilden, mußte sich auch am Mcnschenessen betherngen und wurde schließlich von einem vorbeisegelnden Schiffe aufgenommen. Die Zurückgebliebenen wurden später durch englische Missionare aufgefunden, welche zuerst die Kranken, 44 an der Zahl, mit nahmen, von denen noch 12 sehr bald starben. A!8 die Missionäre zum zwei ten Male kamen, um die noch zurückgebliebenen 23 Leute abzuholen, waren auch von diesen noch 8 den Leiden und Entbehrungen erlegen. Von den 89 Mann, die der Chandernagor einge schifft hatte, waren im Ganzen 27 Mann gestorben, 21 verschwunden. Im Juli 1880 ging ein zweiteSSchiff, die Jndia, von Barcelona nach Port Breton mit 300 Auswanderern, meist Italienern, in See. Kaum aber waren sie dort angekommen, als das Fieber unter ihnen zu wüthen begann und außerdem eine Augenkrankheit ausbrach, die sich darin geäußert haben soll, daß die Erkrankten jedesmal nach Sonnenunter gang die Sehkraft verloren. Die von diesem Uebel Befallenen siechten dahin und starben nach kurzer Zelt. Da unter den Auswanderern nur 15 gesund ge blieben waren, so war an eine Fortsetzung der angefangenen Landarbeiten nicht zu denken, und Port-Breton glich bald einem großen Krankenhause. Unter oiesen Umständen beschloß man, PortBreton zu verlassen, und schiffte sich aus der Jndia, die im Gegensatz zum Chandernagor dageblieben war, nach Numea ein.' Als die Jndia nach un günstiger Uebersahrt dort angekommen war, waren von den 300 Auswanderern 51 gestorben und die übrigen befanden sich im elendesten und heruntergekom mensten Zustande. Als diese Ereigmne bekannt wurden. wurde Du Breil gerichtlich verfolgt und vor elf Monaten verhastet. Die cleri calen Blätter verfehlen nicht, der Regierung wegen dieser langenUntersuchungöhaft Vorwürfe zu machen, wie sie über Haupt sich durchweg auf Du BreilSSeite stellen und erklären, daß ohne die hindernde Einmischung der Regierung das Colonisatlonsmerk wahricheinllch gelun--gen wäre. Als Beweis für .die rechtschaffenen Absichten Du Breils führen sie an, daß dieser sich nicht im mindesten bereichert und daß die eingenommenen 1.800,000 Fr. durchweg sür die Schiffs Miethe, Anschaffung von Lebensmitteln, Gerätschaften, Waffen und durch die Generalkosten ausgebracht worden seien. Dem gegenüber wird man den Ausgang des Prouffes abzuwarten haben. Bäder in Avyssinltn. Lon Gerhard Rohlss. Afrika stebt immer noch aus derTaces ordnuna. Der Ruf : Was aibt'S Neues aus Afrika !" ist noch nicht veralter. Aber schon können lr daran denken, uns mit svecielleren Fragen zu beschäftigen, denn die großen Ausgaben T UNO flUOU. Dak der dunkle Continent. wo die vulcanische Natur der Gesteinsmaffen in großer Menge vertreten ist, reichlich mit heilbringenden Bädern allerArt gesegnet ist, darf uns nicht wundern. Manche der afrikanischen Heilquellen sind seit dem höchstenAlterthum nicht nur bekannt, sondern auch im Gebrauche. Ich nenne nur die Aquae calidae, auch Aquae schlechtweg genannt, emen bezurylen Badeort im Alterthum, später von den Eingeborenen unter dem Namen HammanRiva benützt, bei bem Städtchen Milianah in Algerien gelegen, neuerdingS tuch von französischen Kranken gebraucht. Oder diejKönginnenbäder, HammamesSultana, bei Oran. Oder daS Juffuff-Bad bei FeS. Bekannter als alle diese ist das Bad von Heluan, wieder eingerichtet durch den leider zu früh verstorbenen Dr. Reil. Keiner der tausend Reisenden, welche alljährlich Kairo besuchen, versäumt es, nach dem nahen Heluan zu gehen. Die Quellen von Heluan sollen ebenso wirksam sein, wie die von Aachen. Ost genug, ohne dessen ,'benöthlgt zu fein, habe ich in Afrika tagelang eine Cur mit Schwefelwasser durchmachen müssen,' welches derartig schweselhaltig war, daß man glauben konnte, imWarmwaffer ausgelöste faule Eier zu trinken, um bald darauf einer Cur zwangsweise unterworfen zu weiden, welche noch un angenehmer war, wenn das hätt: sein können : daS Wasser des Brunnens oder des Quells war stark bittersalzhaltig. Daß auch Abyssinien, welches Land man ja im großen Ganzen als vulcanisch bezeichnen kann, keinen Mang-l an Bädern und Heilquellen aller Art hat, versteht sich eigentlich von selbst. Kalte, heiße, mineralische Bäder, alle sind hier vertreten. Natürlich üben bk heißen Bäder auf die eingeborene Bevölkerung die größte Anziehungskraft aus. Hier fühlen sie äußerlich schneller die Wirkung, und ganz heiße Quellen, wie die von Ailet,
SlXCTJ , kündigensich. ja schon von weitem durch v: -..rn rrxic r 2 .r. vz auucicnucn nuzlolllkli zumpje UN. Ja, bei dieser Quelle ist auf weitem Umkreis das ganze Erdreich derart erhitzt, daß sich vie allgemein barfuß gebenden Abyssinier und andere an der Küste oder in den behängen der Gebirge hausenden Stämme hier der Sandalen bedienen müssen. ' - ' - Da wo das Wasser aus dem Boden hervorsprudelt, hat dasselbe die hohe Temperatur von 59 Grad Celsius. Von einer eigentlichen Einrichtung ist natürlich keine Spur. Höchstens kann man die etwas erweiterten Löcher im Bette des heißen Baches als solche bezeichnen. Aus dem ziemlich stark hervorquellenden Sprudel fließt nämlich das heiße Wasser zu Thal und hat noch 30 Meter unterhalb die immerhin bemerkbare Temperatur von 48 Grad Celsius ; noch weiter nach abwärts hat man im sanoigen Flußbette nun die meistcn und größten Löcher ausgewählt, und darin hocken stundenlang, oft während eines ganzen TageS, Einzelne, manchmal auch Mehrere zugleich, Männer und Frauen, Greise und Kinder, bunt durcheinander. Und unglaublich Ist eö, welch' große Hitzegrade die Eingeborenen ertragen können, wie ja überhaupt die Haut aller Afrikaner, der Weißen sowohl wie der Schwarzen, viel widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse, namentlich Temperatur - Unterschiede, ist, als die Haut der durch ihre Beinkleidung so verzärtelten Europaer. Ein Europäer würde bei einer Temperatur von 5 Grad sicherlich im Freien nicht in der dünnen, oft schleierartigen Bekleidung der Eingeborenen Afrikas campiren können. Ost genug sieht man aber bei einer solchen Kälte, ohn? daß sie Schaden nehmen, Araber, Berber, Tebu, Tuareg oder auch Neger Central-AsrikaS manche Nacht im Freien auf bloßer Erde schla sen, ohne weitere Bedeckung zu haben, als die gewöhnliche spärliche, und häusig genug ohne Feuer. Von irgend anderen zu beobachtenden Verhaltungsmaßregeln ist in diesem Bade keine Spur, Aerzte fehlen hier. Auch wird daL Wasser, methodisch wenigstenö, nicht getrunken. Daß aber einst im Bade von Ailet bessere Zeiten waren, beweisen die noch vorhandenen und gut erhaltenen Ruinen einer schwe dischen Misston. Erst unter der Regierung des Königs Johanne, während des ecyptisch-abysstnischen KriegeS,wurden die braven schwedischen Missionäre vertrieben, ihre hübsch angelegten, das ganze Bad beherrschenden Gebäude zerstört. Das Gebiet non Ailet ist aber augenblicklich voge'srei. Heute treiben hier egyptische BaschibozukS' ihr Wesen, morgen kommen Räuberbanden und übermorgen vielleicht eine abyssinische Soldateska, um zu plündern. Traurige Zustände, hervorgerufen durch den noch nicht geschlichteten Streit zwischen Abyssinien und Eghpten. Abgesehen von vielen anderen Bädern, hat Abyssinien ein viel besuchteres, und weil in Abyssinien selbst gelegen, ein sol cheö Bad, welches saß zu allen Zeiten in Sicherheit von den Leidenden besucht werden kann. Es ist dies daS Bad von Dabamatta, eines der berühmtesten in Abyssinien. Zwar habe ich, auf der Durchreise, nicht ergründen können, wo rin eigentlich die Heilkraft deS Wassers besteht, es auch nachträglich nicht unter suchen lassen können, da mit Wasser ge süllte Flaschen wie das ja leider so oft vorkommt zerbrachen, andererseits aber die Temperatur nichts Abweichendes zeigte, auch der Geschmack deS Was sers keine mineralischen Beimengungen erkennen ließ. Aber die große Menge der Leidenden, die für Abyssinien opu lente Einrichtung dürften dies Bad einer näheren Beschreibung wohl würdig ma chen. Wenn man von der nördlichsten Provinz Abysstniens, Bogos, nach der Hauptstadt Tigres, Adua, oder umgekehrt reisen will, dann'crblickt man von einem Punkte wie vom andern vor sich einen hoch in die Lüste ragenden, scharf gezackten Gebirgsstock, Wegweiser, und Wahrzeichen, genau auf halbem Wege zwischen Tigre und Bogos gelegen. Das i''t der Dabamatta, irrthümlich aus den Karten gewöhnlich Kesadaro-Berg, nach dem am Ostgehänge dieses Berges gelegenen Dorfe so gevannt. Dabamatta, welches aus EddaAba-Matta zusammengezogen ist, und HauS des Aba Matta oder Matta heißt, war die Stätte eines einst weit und breit verehrten Einsiedlers, eben dieses Matta. Matta war bei seinerr Lebzeiten schon berühmt als einer der ersten Wunderthäte? nicht nur, denn er heilte Blinde, Lahme, Tauke, sondern auch seine gewohnliche ärztliche Thätigkeit hatte ihm einen so großen Ruf eingetragen, daß er Zuspruch bekam von den entferntesten Theilen des weiten äthiopischen Reiches. Selbst Mahomedaner und Falascha (abysstnische Juden) scheuten sich nicht, sich bei ihm in die Cur zu begeben, obschon es den Angehörigen beider Religionen in Abyssinien strengstens untersagt' ist, irgend welche Gemeinsamkeit mit einem Mitgliede einer anderen Reli gion zu haben. Aba oder Vater Matta starb, und o Wunder! die Heilkraft, welche dieser sromme Mann besessen hatte, theilte sich nun einem am Ostabhange des Berges entspringenden Bache mit. Daß diesem evenfaus ver rcame Waba Matta gegeben wurde, versteht sich vsn selbst, und bald war der Rus des BadeS Daba Matta ebenso fest begründet, wie der dtö Einsiedlers, und bis auf die heutige Stunde hat sich derselbe erhalten. Das Reizend-Geheimnißvolle der Ge gend hat nicht wenig dazu beigetragen, diesen Aus zu festigen. Durch eine Wiese sich unscheinbar hinschlängelnd, erreicht der Bach bald daraus einen steil abstür zenden Abfall, wahrscheinlich eine natür liche Spalte der Felsmasse. Aus kalligem Gestein stammend, hat das Wasser über den Trachyt - Abhang eine mehr oder weniger dicke Kalkschichte abgelagert . und an paffenden Stellen die seltsamsten Stalaktiten geschaffen. So unscheinbar daö Rinn sal ist beim gewöhnlichen Wetter, so verwandelt sich dasselbe aber oft genug nach einem Tropenregen zu einem wild rauschenden donnernden Gießbache, der steil beim Absatz mehr ils 20 Meter in die Tiefe stürzt. Kronen riesiger tausend-
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, iiiciucii geraoe lNll oem oberen Ge i)änge des Bodens ab. obschon sie tief un'ten im geheimnißvollen Grunde wur zeln aber auch oben entbehrt man nicht des köstlichsten Schattens weit und dicht verzweigter Bäume. Die eigentlichen Badelöcher, hier nicht wie bei den heißen Bädern von Ailet im Sende, sondern in Stein, be finden sich etwas unterhalb des rauschenden Wassersalles. Größere und kleinere für mehrere und für einzelne Individuen berechnet. DaS Wasser hat gewöhnliche Temperatur, scheint aber doch mineralische Bestandtheile zu besitzen, welche heilkräftig wirken. Oder follte die Heilkraft im Glauben liegen ? Denn nach der Ver schiedenartigkeit der Kranken undKrankheiten zu urtheilen, müßte das Wager von Daba Matta wirklich wie ein Uni Versalmittel wirken. Wie groß und weitverb?:!,et der Ruf desselben ist, erhellt r.ber am besten daraus,, daß jahraus jahrein mehrere Aerzte sich hier befinden, von denen einer einen Weltruf natür lich nicht über die Grenzen AbyssinienS hinaus besitzt. - Von HauS ( ? sind die Aerzte inAbyssinien Prieste?. Solche Aeskulape, die nicht Priest?. n;io, bezeichnet man als Psuscher und Quacksalber. Der Ruhn der Priester-Aerzte von Daba Matta, sowie die wunderthätige Heilkraft des Wassers wird noch dadurch erhöht, daß sich unterhalb deSWaffcrsalleS eine große Grotte desindet, welche man als Kirche e:ngericht:t hat und in welcher die zahl reichen 5ropsfteinbildungen, Stalaktiten und Stalagmiten nicht wenig dazu beigetragen haben, den Charakter derselben mystis und wundervoll zu gestalten. Dic Patienten verharrten mindestens einen halben Tag im Wasser, meistens aber blieben sie Alle von Son nenaufgang bis Sonnenuntergang in den Wasserlöchern; aber die Thätig, keit dsrAerzte beschränkte sich keineswegs blos auf daS Verordnen von Bädern, sondern auch viele andere Mittel kamelr in Anwendung, hier wurde einAmulet geschrieben, dort ein geweihter Rosen kränz verkauft. Hier wurde Einer angespuckt, dort Einer mit Wasser, welche? angeblich vom Jordan oder von Jerusalem stammte, bestrichen. Manchmal kamen auch Mittel in Anwendung, denen wir ebenfalls den Namen Arznei beilegen würden. Selbstverständlich lockte eine so große Zahl von Menschen, die als Leidende sich dort aushielten, hinwiederum eine große Menge Leute herbei, welche ge kommen waren, um von den Curgästen zu prositiren. Und wohl nur dem Umstände, daß die meisten Patienten ihre Lebensmittel selbst mitzubringen pflegen und mit irgend einer aus Baumzweigen errichteten Hütte als Wohnung fürlieb nehmen, ist es zuzuschreiben, daß sich hier nicht schon ein größerer Ort herausbildete. Denn die Höstungen, in welchen die Priester-Aerzte wohnten.vereinzelte Hütten, welche immer bewohnt zu sein schienen, berechtigen kaum dazu) von einer Ortschaft, von einem Dorfe zu reden. Aber allerhand fliegende Händler bat ten. sich eingesunden. Hie? wurde Honigwein oder Tetsch verkaust, dort daS abscheulich saure Bier. Hier wurden Brote oder vielmehr Fladen auf eiserner Platte sertig gebacken, dort brodelte in einem Topfe eine durch Pseffer noch heißere Suppe als durchö Feue?. Auch Kramsachen konnte man kausen, und daß Musik nicht fehlte, versteht sich bei einem so gesangsluftigen Volle, wie es die Abyssinier sind, von selbst. Kurz, eS fehlte eigentlich nichts, um Daba Matta mit Wiesbaden, Karlsruhe, Baden und anderen berühmten Heilquellen Europas auf gleiche Stufe zu stellen, denn auch getanzt wurde Abends und manchmal bis in die Nacht hinein. Ja, venn es nicht etwas abgelegen wäre und man nicht manchmal fürchten müßte, wegen Rauchens einer , Cigarette mit Lippen oder Nasenabschneiden bestraft zu werden wer weiß, ob nicht ein Rouletteoder Pharaotisch dort errichtet werden kZinte. Denn wenn auch das Rauchen streng verboten ist, alles Kartenspielen ist erlaubt. (Wiener N. Fr. Pr.) Anekdote aus den K r ö nungstagen. Wippchen erzählt in Ctettenheim'S .Wespen" : .Eine recht peinliche Scene spielte sich in der Garderobe des Kreml ab, und zvar amBallabende. Hier standen mehrere Frauen, welche den ankommenden regierenden Herrscherhäusern den Winterpurpur, die Scepter, die Kronen, Aepsel und andere Jnsignien abnahmen, .die beim Tanze nur stören. Da erschien denn auch ein schwarzer König, welcher nicht nur lerne Lanze, seine Pfeile und seinen Bogen ablegte, sondern sich alsbald unter den herzzerreißenden Geschrei der Garderobefrauen derart entkleidete, daß er nur noch einen Nasenring und eine Schürze mit einem Orden trug. Daö Geschrei der Frauen nahm er sür Hochrufe der Loya lität, welche er Mit lubenswürdigenVerbeugungen beantwortete. Die immer röther werdenden Frauen holten endlich einen der Dolmetschersprache mächtigen Beamten herbei, welcher den asrikani schen Tyrannen zu verstehen gab, daß er in solcher Untracht den Ball des CzarS unmöglich mitmachen könne. Darüber wollte denn der uncivilisirte Monarch aus der Haut fahren, womit aber der herrschenden Sitte noch weniger gedient sein konnte; und schon wollte er den Anwesenden an die Ccalpe, als zum Glück ein russischer Großfürst hinzutrat und ihn in der schonendsten Weise venigstenS nothwendig bekleidete. So bettat der schwarze König, der beiläufig bemerkt, ein Menschengourmsnd istden Ballsaal, wo er der Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit war und fich im. Ueörigen sehr anständig betrug. Von diesem Tage an aber sah man auf dem Corridoren aller FestsSle Moskaus ein Placat mit der Aufschrift: .Nackten flö nigen ist der Zutritt nicht gestattet." .Die Liebe, die ihn dir zum Pfand gewunden sagte der Verschwender. Da trug er, durch kostspielige LiebeSverhält-. niffe ruinirt, feigen Frack als Pfandi aus'S Leihhaus. .
