Indiana Tribüne, Volume 6, Number 293, Indianapolis, Marion County, 11 July 1883 — Page 2
Zndiana Wiöüne.
FSglicZe- und Sonntagsansgaöe. Offlce: ISN O.Marylandstr. Indianapolis, Ind., 11. Juli 1883. Der Lach S fang. Unter der sehr artenreichen nischgat tunz der Lachse, oder Salme ist der in dem Columbia vorkommende Ehinool der am meisten geschätzte. Dieser Name stammt au5 dem Indianischen und eine englische Bezeichnung des Fisches ist nicht gebräuchlich. ..Andere Arten, wie der Stahlkopf und der Blaurücken, welche ihrer Farbe diese Namen verdanken, ha den mit den im baltischen Meere und in der Nordsee vorkommenden Lachsen grö' ßere Ähnlichkeit, ebenfalls ein auSgezeichnete und wohlschmeckendes Fleisch, sind aber auf dem Weltmarkte nicht in gleichem Grade gesucht wie dieChinookS. Bei den letzteren stehen die Unterkiesern der männlichen Thiere nicht so hakig vor, wie bei den anderen Lachsarten. Im unteren Theile des Columbia oder Ore gon, eines der arökten unter unseren in die Südsee mündenden Flüssen, findet in der Zeit vom 1. April bis 1. August jedes Jahres der Fischfang statt, der sich zu einer großartigen Industrie entwickelt hat. Der Staat Oregon -Hat neuer dingS durch entsprechende Gesetzgebung dafür Sorge getragen, daö durch den Fang die Ergiebigkett des Flusses nicht vernichtet wird; die wichtigste Bestimmung ist di,;ba& die Maschen der Netze so groß sein müssen, daß die letzteren Fische, die unter 15 Psund schwer sind, nicht festhalten, und die einzelnen Fischer wachen eifersüchtig über die Beobachtung dieses Gesetzes. An dem ' Nebenflusse ClackomaS befindet fich eine künstliche Brutanstalt und an. den Nebenflüssen Skamokawa und Covlitz sollen derartige Anstalten ebenfalls errichtet werden. Gegenwärtig sind an der Mündung des Columbia 3.000 Männer mit dem Fisch sang beschäftigt. ) Je zwei derselben U finden sich in einem Segelboote; letzte res hat einen Werth von 5200 bis $250 während die Netze $600 bis $750 kosten. Die ganze Beschäftigung erfordert nicht nur ungewöhnlich kräftige und abgehär t:te Männer, sondern kann auch nur von Leuten betrieben werden, die mit der Be schaffenheit deZ Stromes genau vertraut sind, undist weaen'der reißenden Strö mung und .decNähe des MeereS selbst für diese gefahrvoll. ' Sind die Boote gefüllt, so werden die Fische nach den großartigen Etablisse ments gebracht, in denen sie für den Markt vorbereitet werden. In diesen wird das Reinigen, Zertheilen, Kochen, Mariniren und Verpacken : der Fische durch höchst sinnreich construirte Maschinen besorgt, welche 75 Procent aller Arbeiten verrichten. Geschickte Fischer ver dienen in den angegebenen 4 Monaten bis zu $2000. ' Nachdem. 1. , August suchen dieselben entweder ; anderweite Jischgründe auf, oder gehen zur See, oder beschäftigen sich mit der Zsnferti gung von Netzen, wodurch sich MancheJahraus Jahrein einen guten Verdienst sichern. Die meisten Fischer sind Skan dinavier, und nächst diesen sind die Jta'' liener am zahlreichsten vertreten. In den erwähntenEtablissementS fun giren Weiße als Aufseherund Factoren, alle übrigen Arbeiten werden von 4000 Chinesen und einer Anzabl Frauen und Kinder verrichtet. Die Arbeit in diesen Fabriken ist nicht schwer, und Knaben von 14 bis 16 Jahren verdienen häufig ebensoviel, wie'erwachsene Chinesen. In den Fabriken ist ein Capital von $1, 500.000 angelegt. In den letzten drei Jahren wurden durchschnittlich 1,500.000 Lachse in dem Columbia gefangen, in den Fabriken verarbeitet und verpackt. Langer Schlaf. Der Zustand des jungen Farmers Thomas W. Platt, welcher auf der unter dem Namen, Morgans Four CornerS" bekannten Farm seines Vaters Wanzer Platt, zwischen den- Städten Newtown und Bethel in Connecticut wohnt, wird von den bedeutendsten Aerzten des Lande? als eine unerklärliche und früher noch nie beobachtete Erfchei nung bezeichnet. Platt jun. ist gegenwärtig 35 Jahre alt, hat bis zum Frühfahr 1882 die Farm seines Vaters mit diesem gemeinschastlich bewirthschaftet und war bis dahin nicht nur völlig ge fund, sondern durch ungewöhnliche Körperkrast und frohen Sinn ausgezeichnet. Er hat eine gute Erziehung genossen.war niemals dem Zruyke ergeben, und nur die Anhänglichkeit an seine Eltern, mit denen er im herzlichsten Einverständnisse lebte, hatte ihn abgehalten, sich einen selbständigen Haushalt u gründen. Im Mai vor. I. wurde Thomas, von einem malarischen Fieber, befallen. daZ zwar einer geeigneten ärztlichenBehandlung bald wich, aber eine eigenthümliche Mattigkeit zurückließ, von welcher, der junge Landwirth mitunter so hestig U fallen wurde, da er sich eines tiefen Schlafes nicht erwehren konnte. Wäh rend der Heuernte vor. I. hatte er sich an einem Vormittage ebenfalls zum Schlafen'unter einem schattigen Baum niedergelegt, war um die Mittagszeit nicht zu erwecken-und gegen Abend so schwach gewesen, dak er nach Hause ge fahren werden mußte. Ein Arzt, der zugezogen wurde, glaubte zuerst, Platt leid: an den Folgen eineöSonnenstiches, gab jedoch, da trotz aller, angewandten Mittel eine Aenderung in dem Besinden desselben nicht eintrat, diese Ansicht wieder auf. Platt konnte schließlich sein Lager wie der verlassen, mußte sich jedoch, da er oft plötzlich und widerstandslos vom Schlafe überwältigt wurde, meist innerhalb des Hauses aushalten. AuS einem dieser Anfälle, in welchen Thomas drei Tage vor Weihnachten verfiel, erwachte, derselbe erst wieder Ende Januar d. I. In der Zwischenzeit hatte er die ihm gereich.
tcn flüssigen Nahrungsmittel 'verschluckt,! ntor i?mnT3 Mo Nl,N ,,kssk1?t der I
ein Wort gesprochen. Auch daS Erwa chen in den letzten Tagcn des Januar war nur ganz voruoergeyeno, er r ' rri ...... f. l.ti lerne liiern zu nennen, war uuci miyi im Stande, sich verständlich zu machen und schättelte nur aus die Frage, ob er . i r . ji ! 1 V . schmerz empnnoe, icywacy um uem Kopse. Hierauf siel der Kranke wieder in Schlaf und dieser Zustand dauerte bis Mitte April. Um diese Zeit erhob er sich aus dem Bette und ging, von den Eltern sorgsam gefolgt, schwankenden Schrittes und' mit geschlcstencn Augen nach der Speisekammer, nahm dort ein Stück Kuchen, daö aus einem Regale lag, verzehrte dasselbe und kehrte in sein Bett zurück. Seit dieser Zeit steht er früh regelmäßig auf. wird wie ein kleines Kind angekleidet und 'begiebt sich aus dem Schlafzimmer in das Wohnzimmer, wo er auf einem Lehnstuhle Platz nimmt und den Tag fast immer .mit geschlosse nen Augen zubringt. Am Abend wird er in derselben Weise entkleidet und be aiebt sich in sein Bett.' Er nimmt die Speisen und Getränke zu sich, die ihm vorgesetzt werden, scheint aber einen lln terschied im Geschmack.derselben nicht zu empfinden. Sprechen kann der Kranke tA Uki ni.-M beantwortet aber an ibn gerichtete Fragen durch Geberden und in einer Weije, dle seine gelinge aciarnni und logisches Denken beweist. Alle der artigen Fragen dürsen ihm jedoch nur in langen Zwischenräumen vorgelegt werden, da sonst sofort Schlaf eintritt. Der wohlhabende Vater hat nicht nur zahlreiche Aerzte zugezogen, sondern in der weiten Umgegend giebt es nicht einen einzigen Arzt, der nicht aus eigenem An triebe den Patienten beobachtet und den Zustand desselben zum Gegenstande seines Studiums gemacht hätte. Industrie und Bevölkerung. Ein vor Kurzem dem englischen Par lamente vorgelegter Bericht über das Wachsthum der Bevölkerung Schott land'S läßt mit Deutlichkeit und Schärfe erkennen, welchen Einfluß die aus der Erfindung und Anwendung der Dampf Maschine hervorgehende Jndustrieent Wicklung auf die BevölkerungLverhält nisse im Allgemeinen gehabt hat. 1801 hatte Schottland eine Einwohnerzahl von 1,608.420. Es war damals ein fast: ausschließlich ackerbautreibendes Land, weshalb die Bevölkerung sich an nähernd gleichmäßig über die einzelnen Landestheile verbreitete.. Auch war so ziemlich die Vrenie der Ernayrungs fähigkeit erreicht.', Wohl hätten durch verbesserte Bodencultur noch etwas grö ßere Erträge erzielt, einige hunderttau send Menschen mehr ernährt werden können, aber ein bedeutendes Anwachsen der Einwohnerzahl hätte ganz unzwer felhaft Nothstände- im Gefolge gehabt. Die Industrie war damals schon so weit gediehen, als sie m,t yllfe bloßer vand arbeit oder der Wasser und Windkraft entwickelt werden konnte, aber sie ver schaffte nur einer verhältrnßmäßig ge ringen Zahl ausreichenden Unterhalt. Wären 'somit nicht .neue Hilfsquellen aufgetaucht, so hätte die Vermehrung der ErnährungSmittel mit dem Wachsthum der Bevölkerung nicht Schritt gehalten und die' wimmelnden Menschenhaufen hatten entweder durch pestartige Krank heiten ausgedünnt-werden oder Abfluß nach Außen suchen munen. Zum Mm besten wären Zustände eingetreten, wie sie heute noch Irland kennzeichnen. Da kam die Erfindung der Dampf Maschine und gleichzeitig die Entdeckung ausgedehnter Kohlenfelder und Eisenerz Lager, gs enlwlaeite NH eine ganz neue Jndustriethätigkeit, die Erwerbs Mittel für Millionen bot, 'und die Folge davon war,' daß die Bevölkerung bis zum Jahre 1881 auf 3,735,573 stieg. Sie hatte sich also in 80 Jahren um 2 mal vermehrt, obwohl die Auöwan derung groß war. Gleichzeitig fand aber auch eine Ver schiebung der BevolkerungSverhältnisse statt. Die früher annähernd aleichmä ßige Bertheilung hörte auf, und die Menschen strömten an gewissen Punkten zusammen. Midlothian Eounly, in dem .die Hauptstadt Edinburgh liegt. stieg von 122,507 Seelen im Jahre 1801 aus 389,164 Seelen im Jahre 1881. Doch' wirkten-hier neben industriellen Vortheilen auch noch andere Interessen mit, die mit jeder Landeshauptstadt ver knüpst sind. LanarkCounty dagegen. rn dem Glasgow gelegen ist, war hin sichtlich seiner Entwicklung aanz aus schließlich auf die Industrie angewiesen und brachte eS in 80 Jahren von 147, 692 auf 901.412 Seelen, feine Bevölke rung' hatte sich also mehr als versechs facht. In diesem Eounty allein wohnt jetzt nahezu ein Viertel des gesammten Volkes, während 1801 weniger als ein Elfte! dort wohnte. . Damals war daS fruchtbare Perth das .Hauptcounty Schottland'S, jetzt ist es daS stillste. hende. In vielen anderen CountieS, namentlich im Hochlande und auf den Inseln, hat die Volkszahl geradezu ab genommen, ja selbst in Lanark, wo sich in einzelnen Parishes" oder TownshipS die Bevölkerung zehn bis zweiundzwan zigfach vermehrt hat. ist sie In nicht we Niger als 17 ParisheS gefallen. Ganz dieselben Verhältnisse lassen sich überall da beobachten, wo es Industrie, Handel und großartige Verkehrsmittel giebt. Die Einwohnerzahl verdoppelt sich, und das flache Land bleibt still stehen oder verliert sogar zu 'Gunsten der großen Städte. Ob das überwiegend Vortheil hast oder schädlich ist, läßt sich zur Zeit noch nicht mit Sicherheit bestimmen. GtQtn vaS riechische. K Der berühmte Philosoph und Lehrer oer Gesellschaftswissenschaft Herbert Spencer denkt über die Methode, Lateinisch und Griechisch zu Hauptgegenstän den des Unterrichts oder richtiger des Einpauken? .zu machen, genauso, wie Charles Francis AdamS,Jr. An die kürzlich mitgetheilte' Rede des Letzteren vor den Harvard - Studenten erinnert folgende Stelle aus Spencers Schrift über Erziehung : Wir machenS uns fajt
eine Gemeinplatze? schuldig, wenn wir I
die Behauptung ausstellen, das rn neun von zehn Fällen ein Knabe in seiner Dateien Laufbahn sein Lateinisch und Griechisch zu keinen praktischen Zwecken anwendet. In seinen Laden oder seiner Schreibstube, bei der Verwaltung semeö Vermögens oder der Sorge für seine Familie, als Bank oder EisenbahnDircctor nützt ihm diese in so vielen Jahren erworbene Xmintmii sehr wenig. so wenig m der That, dan er meist den größten Theil davon vergißt. Wagt er sich aber gelegentlich an ein lateinisches Citat, oder spielt cr aus einen griechischen Mythos an, so thut er das weniger, um Licht auf Den gerade besprochenen Gegenstand zu werfen, als um zu prahlen. Fragen wir'nach dem eigentlichen Be meggrundeer klassischen Erziehung, so sinden wir, daß es lediglich Untcrrvür sigkeit unter..dle öffentliche Meinung ist . Wf .fi. ? L. . . A-l I'i V - - st V . . 'jjtan oerieMAoen Dtii oer lnoer, um ihren St'ötißlf, nach der herrschenden Mode. Wie sich der Onncco'Jndian vor dem Verlassen seiner Hütte bemalt nicht weil es ihm irgendwie von Nutzen ist, sondern weil er sich unbemalt auszugehen schämt, so, besteht man aus dem Drillen eines Knaben im Lateinischen und Griechischen, nicht wegen des inne ren Werthes dieser Sprachen, sonder? damit er nicht die Unlenntniß derselben einzugepehen braucht, damit er die Erziehung eines Gentleman" besitzt. Das Aushängeschild gibt ihm eine ge wisse gesellschaftliche Stellung und die daraus eutspringende Achtung Auch Spencer denkt natürlich Nicht daran, das Studium der alten Sprachen ganz abzuschaffen. Nur soll eS auf diejenigen beschränkt werden, die Talent und Neigung haben, in den Geist der Sprache einzudringen, statt sie nur mühsam und papageienortig auszusassen. Wenn die Klassiker nur in'.! beständiger Hilfe des LexiconZ oder gar einerEfels brücke" übersetzt werden können, so hat die ganze Arbeit nicht einmal cii.cn theoretischen Werth. Unsere MSbelfabrikation Einer der wichtigsten und im Zustand: hoher Blüthe befindlichen Zweige unse rer Industrie ist die fabrikmäßige Her stellung von Möbeln. Die betreffenden Etablissements sorgen nicht nur für den Bedars von 53,000.000 Einwohnern der Ver. Staaten, sondern betreiben auch ein ansehnliches Ausfuhrgeschäft, und wenige Schiffe verlassen unsere Häfen, die nicht einen größeren oder kleineren Posten von Möbel an Bord haben. Diese Erzeugnisse der amerikanischen Industrie verdanken ihre Beliebtheit na? mentlich dem Umstände, daß sie ebenso geschmackvoll und elegant, als dauerhast und solid angefertigt werden. Wah rend die deutschen, englischen und sran zösischen Fabrikanten allzu'hartnäckig an den einmal emaesuhrten Moden sesthal ten, sind die Amerikaner fortwährend auf Verbesserung der Formen bedacht und in diesem Zweige der Fabrikation ihren transatlantischen Mitbewerbern ent chic den überlegen. Obgleich in den verschiedenen Ländern des lateinischen Ame rika hohe Schutzzölle bestehen, nimmt doch die Einsuhr amerikanischer Möbel von Jahr zu Jahr zu. In Columbia z. B. ist der Eingangszoll so hoch, daß man eme förmliche Einfuhrsperre als Folge desselben erwarten sollte. Das Dutzend Rohrstühle, das in den hiesigen Fabriken mit durchschnittlich berechnet wird, ist mit einem Eingangszoll von 572 belegt. Dieses System hat die ge sammte europäische Einfuhr vollkommen gesperrt, während amerikanische Mo beln, namentlich Parlor und SchQf zimmer-Einrichtungen, noch in ziemlich bedeutendem Betrage importirt werden Bei diesen Anforderungen, welche an die Fabrikanten gestellt werden, tritt das Bedürfniß, für neue Bezugsquellen gu ter Holzarten zu sorgen, mehr und mehr an dieselben heran. Der heimische Vorrath von harten Hölzern geht schnell seiner völligen Erschöpfung entgegen und der Preis derselben ist stetig im Steigen begriffen. Die Holzbestände der lateinisch'amerikanischen Länder, gewahren, so weit sie vom Meere aus leicht Zugang lich sind, ebenfalls nicht mehr die uner schöpfliche Ausbeute wie früher. Die beliebtesten Holzarten, die wir aus den tropischen Ländern;beziehen, sind Ceder, Rosenholz und Mahagony, diese werden dort den Wäldern bereits seit 250 Iah. ren entnommen und die in der Nähe des Meeres oder an.schiffbaren Strömen ge legenen Holznnge'n sind von ihnen entblößt. Die? ist namentlich in Rücksicht der Holzbestände auf Santo Domingo Jamaica und den anderen westindischen Jnseln,'in Colombia, Venezuela,Merico und British'HonduraS der Fall, und nur Guatemala, - SpanischHonduraS und Nikaragua besitzen noch VorrSthe, welche dem Handel leicht zugänglich gemacht werden können. Im Innern von Mexico. Colum bia, Venezuela und Britisch-HonduraS ist ndch ein ungeheurer Vorrath werthvoller Holzarten aufgespeichert, aber dieselben sind ebenso weit von den Küsten, wie von schiffbaren Strömen entfernt. Das Project, diese Wälder im Innern der Länder zugänglich zu machen und den Transport der Hölzer zu ermöglichen, beschäftigt zur. Zeit mehrere der be deutendsten amerikanischen und englischen Möbelfabrikanten, und die Herstellung schmalspuriger. Eisenbahnen wird vorabsichtlich schon in nächster Zeit in Angriff genommen, werden. ' So werden der blühende 'Zustand unserer Möbelsabrikation und der Mangel an den erforderlichen Nutzhölzern dazu führen, daß Eisenbahnen in die Tropen vordringen, und dies wird auch für die Entwickelung der landwirthfchaftlichen und Minerals schen Hilfsquellen der lateinifch-amerika-Nischen Länder von unermeßlichem Werthe sein. Soweit da5Feflland von Südamerika in Frage kommt, so wird die Erforschung dieses ContinentS und die Ausbeutung seiner Wälder durch die kürzliche Entdeckung des Barilochi-PasseS, welcher die Chili von der argent. Republik trennenden Anden durchschneidet, wesentlich erleichtert werden. Der Naß ermöglicht
die Herstellung einer Eisenbahn und bildet die natürliche Verbindung der atlantischen mit der pacisischen Küste.
Ein Pantoffel Kürzlich starb in dem alten von den Spaniern gegründeten MissionZhause Dolores unweit San Francisco die hochbetagte Sennora Addia, die zur Zeit der Niederlassung der ersten Gott wäscher in Ealisornlkn durch eine kleine Episode allgemein bekannt geworden war. Als jene ersten Goldwäschereien noch eine wirklich fabelhaste Ausbeute boten und das Mißverhältniß in der Zahl der beiden Geschleckter dem gesellschastlichen Leben einen öden und wüsten Character ausprägte, sand ein Franzose vor dem Postamie in SanFrancisco. das damals aus einer Bretterbude bestand, einen neuen Pantoffel, der sowohl durch seine Kleinheit, als durch die zierliche Arbeit und eine rosaseidene Rosette, die ihn schmückte, die Aufmerksamkeit erregen mußte. Er brachte seinen Fund in daS in der Nähe befindliche Ztlt des langen Bob Sccatton- und legte ihn aus den Schenktisch. Die dort mit Spielen und Trinken beschäftigten Männer geriethen durch den Anblick des s?leidungstückes. das ihnen einen zierlichen .Frauensuß vor die Seele führte, in Entzücken, und die Getränke, die damals mit Gold aufgewogen wurden, flössen in Strömen. Der .lange Bod" wareinspeculativer Kopf und erwarb den Pantoffel von dem Finder für eine UnzeGoldstaub und drei Treats" für daS ganze frrowd". Er ließ einen silbernen Einsatz sür denPan tosfel anfertigen und hing denselben hinter dem Schanktische auf. Ein Trunk aus dem Pantoffel kostete 5 t, und Bob machte so glänzende Geschäste, daß er später das berühmt und berüchtigt gewordene Spielhaus El Dorado-kaufen konnte. Je einträglicher sich ihm abn der Pantoffel erwies, desto unablässiger suchte er nach der Besitzerin, und wäre er ein König gewesen, tr Hütte das ganze Land, wie ehedem nach Aschenbrödel, durchsuchen lassen. Endlich war ihm der Zufall günstig und er entdeckte in der Sennorita Addia, einer in der That reizenden Mexikanerin, die Eigenthümerin. Derselben Herz und Hand zu Füßen zu legen, war ein Schritt, der Bob auch nicht die mindeste Ueberlegung kostete, er mußte aber erfahren, daß Addia bereit' mit einem mexicanischen Vacquero versprochen war. Großmüthig wie ein Cpicler, machte cr ihr ein Brautgeschenk on sechs Unzen Goldstaub. Er ivurde ,:ä:er rasch flcinreicherMann, ist aber alSdann rbettso j&nell v rkommen und vklschollen. Der Pantoffel ist 18.'2 bei dem großen Feuer mitverbrannt, welches auch das SpielhauS El Dorado" in Asche legte. Das Geheimniß mit den Trade Dollars k-onnte leicht durchschau! werden. Ein Bande Wechsler - Spekulanten wollen den Congreß ersuchen, den Tradedollar sür Legal Tender zu erklären. In der Erwartung, daß sie dies durchsetzen können, weil es dem Schahamte gar nichts kostet, verschrien sie den Tradedollar und handelten die umlaufenden zu 85 bis 91 EentS ein. Dabei können sie, wenn der Congreß ihnen willkahrt, etwa drei Millionen Dollars .verdienen". OomJnlZNLk. Dennis Kearney,der . and Lo!-Stumpredner, verweilt in Chicago und will die Monopolisten niederbrechen. Kearncy wird auch in New tyoxf, Boston und Baltimore Reden halten. In den am 30. Juni beendeten sechs Monaten des JahreS 1882 ka men den ossiclellen Berichten des Civil standS-Beamten gemäß 64 Selbstmorde in New Z)ork vor ; 55 der Unglücklichen waren Männer und 9 Frauen. AuS den Ver. Staaten stammten 11, aus Deutsch land 30, Irland 11, England 3,Schottland 1, Canada 1, Italien 1, Oester reich 1. Böhmen 1, Brasilien 1, während in 3 Fällen daS Geburtsland nicht zu ermitteln war. Zwanzig der Selbstmörder waren ledig, 29 verheirathet, 5 verwittwet, und in' 10 Fällen konnte nicht ermittelt werdenob die Leute ledig oder verheirathet. waren.' Es machten ihrem Leben ein Ende durch Erschießen 23. Erhängen 10. Stich- und Schnittwunden 8. Ertränken 5, Sprünge aus dem Fenster 8, Vergiftung mit Opium 1, Laudanum 1. Morvhin 1, Pariser Grün 2. Kough on Rats 1, ätzende Säure 1 und ElnatHmen vonLeuchtgaS 1. Unter den Selbstmördern waren 5 Holzarbeiter. 2 Pianomacher, 4 Schuhmacher. 2 Schneider, 7 Clerks, 3 Kauf leute, 1 Contractor, 1 Journalist, 1 1ngenieur. Gewaltsame Todesfälle wurden in den sechs Monaten des Jahres 25 der Civilstands-Behörde angezeigt. ES kamen? Personen durch Stichmunden, 9 durch Schußwunden und 1 (ein Kind) durch Ertränken um'S Leben. Neunzehn Personen wurden in den ersten 6 Monaten deS Jahres zufällig vergiftet, 24 starben an Brandwunden und 22 an Brühwunden. Auf der Farm des Col. David W. Jrvine bei Richmond, Ky., wurden kürzlich fünf fette Schweine, die sich unter einem Baume befanden, von einem Blitze getroffen und stürzten in der Weise zu Boden, daß sie sämmtlich auf dem Rucken lagen und die Beine steif gen Himmel streckten. Jrvine untersuchte die Thiere und sand, daß sie starr und steif waren. Er beauftragte einen Knecht, die Thiere abzustechen und daö Blut auskaufen zu lasten, damit das Fleisch noch benutzt werden könnte. AIS der Knecht das erste Schwein in der Nähe des Herzens in die Brust stach, aber nicht tief genug, um durch den Spick dringen zu können, sprang dasselbe aus und lief davon ; die anderen Thiere erholten sich ebenfalls bald ; sie waren unverletzt und' die Betäubung war nur eine vorübergehende gewesen. . Der Farme.r B. B. Mullinö in Pendleton Co., Ky., hat einen Bienenstock, deffen Bienen neulich n einem Tage 10 Psund und an einem andern
13 Pfund Honigs eingetragen haben, j
Behufs Ermittelung des Gewichts war der Stock bei Tages-Anbruch und' dann wiederum am Abend gewogen worden. DerHandel von NewOrleanS ist in den ersten 5 Monaten dieses JahreS um , fast ein Drittel gegen dieselbe Zeit des Vorjahres nämlich um 11,000,000 gewachsen. ' Rev. S.Hall Young inAri zona hat die. Religion der in diesem Gebiete wohnenden Tllnkit-Jndianer zu seinem Specialstudium gemächt und sagt, die Uebereinstimmung der Glaubenslehren der christlichen und der india Nischen Religion sei in hohem Grade auffallend. Die Indianer glauben an einen Gott, zu dem sie zunächst als Schöpfer und Erhalter der Welt und Richter über die guten und bösen Thaten der Menschen beten, zweiten als an ein heiliges Wesen, dessen Segen sie erflehen, drittens als an den Vermittler zwischen denMenschen und einer großen An,aül zwischen Gott und den Menschen stehen . ti . n r cv r . . . ver meiner, ur nereyrung vieler gewissermaßen dreieinigen Gottheit führen aber die Tlinkits Ceremonien aus. die den rohesten und wildesten anderer stamme Nicht nachstehen. Die Heu Ernte in den Neu'England Staaten ist eine der besten, die dort je vorgekommen sind; der Ertrag in New HampZhire wird auf 531,536 Tonnen geschätzt. Von Canada nach Lider Pool sind kürzlich 736 lebende Rinder und 240 lebendige Schafe in einem Schisse gebracht worden; es ist die größte Anzahl lebenden. Schlachtviehs, die jemals den Ocean gekreuzt hat. Von denZöglingen, welche kürzlich die Universität des . Staates Virginien absolvirt haben, erhielten acht sofort nach bestandener Prüfung Berujungen als Professoren" an verschiedene Colleges im Süden. In Springfield, Mass., tauchte vor Kurzem ein sehr elegant gekleidetes Frauenzimmer von einnehmenden Manieren auf, stellte sich als Professorin Pauline Dudley, Oberlehrerin an der Kunst-Academie zu Brooklyn, R. Z)., vor und eröffnete eine Subscription für einen CursuS in der Malerei. ES gelang ihr, eine große Anzahl Schüler zu erhalten,welche sämmtlich das Stundengeld mit $20 resp. $10 im Voraus erlegten. Die Betrügerin kündigte sodann den Beginn der Lektionen öffentlich an, ist aber am Tage vorher spurlos. verschwunden. Die Mitglieder unseres Oberbundesgerichts sind bis auf 2 AuS nahmen reiche Leute. DaS Vermögen des Richters Blatchford wird auf min bestens $ 13,000,000 geschätzt. Derselbe ist kinderlos. Mathews besitzt $3CG 000, Wood $100,000, Waite $250.0(30, Field $750,000, Gray $150,000 -;aö ist ein alter Junggeselle, Bradley $300,000. Miller und Hanlan haben nichts als ihre Gehalte. Eine gewesene Staats Hauptstadt wird bald vom Erdboden verschwinden, und zwar hier in den Ver Staaten. Es ist das KaSkaskia in Illinois, welche ihren. Hauptstadtrang an Springsield hat abtreten müssen, weil sie durch den Mississippi mehr und mehr hinweggewaschen wurde. Die Einwohner'Zahl betrug ein mal fünftausend Seelen, jetzt aber kaum noch 500, und da die Landzunge zwischen dem Flusse KaSkaLkia und dem Mississippi größtentheils fortgeschwemmt worden ist, so haben sich die wenigen Einwohner landein auf den nächsten Höhen angesiedelt, und die ehemalige Hauptstadt mit all' ihren Staatsgedäuden, Kirchen, Klöstern und Zubehör steht verlassen und verfallen. Bonden vielen Lustsahrten, die kürzlich veranstaltet worden sind, ist nur diejenige des A. D. Davis von Chicago, der sich - in Cleveland, O., mit Rose Kennedy aus Spnnofield in einem Ballon trauen ließ und dann mit der jungen Frau dieHochzeitsreise perBallon antrat, glücklich abgelausen. Im Juni versuchte der Franzose L'Hoste den eng tischen Canal in einem Lustschiffe zu kreuzen, siel aber in das Meer und wurde von einem Dampsrr gerettet. Dasselbe Schicksal halten zweiLustschis fer, die kürzlich von Marseilles aus das mittelländifcheMeer zu kreuzen versuchten. Der Aeronaut, der kürzlich in St. LouiS aufstieg, stürzte, aus einer Höhe von 2000' Fuß herab. Der Ballon, in dem Professor OwingS am 4 dieses Mo natS bei Keokuk, Iowa, ausstieg, kam bei Burnside, Jll., zu Boden und der Aeronaut befand sich nicht in der Gondel. Man glaubte erst, Owins sei auö solcher herabgestürzt, doch ist eS ihm gelungen, sich zu retten. Vom Auslande. Inder Sitzung der Inttiatlvcommission zu Paris am 20. Juni erklärte der Kriegsminister Thibaudin, er werde damit einverstanden sein, zu prüfen, ob c8 opportun sei, die Trace der Ringmauer von Paris sn gewissen Punkten zu modisiciren. Er würde aber eher seine Entlastung nehmen, als einer völligen Beseitigung der Mauer zustimmen. Da die Mehrzahl der CommissionSmitglleder die Ansicht , des KriegsMinisters theilte, so wurde der Antrag auf Zerstörung der Ringmauer zurückgezogen. W ie rn an au S Prag meldet, ist der Urheber der Denunciation wider den greisen polnischen Dichter KrakzewStt ein gewisser Arnim Adler, welcher Redakteur eine unter dem Titel Oeflerreichische Politik" erscheinenden Wochen-WinkelblatteS ist. Adler soll im Besitz eigenhändiger Schriften KraSzewSki'S gewesen sein,uelche diesen schwer belasten. Diese Schriften habe er erst hervorragenden Polen und sodann dem österreichischen Minister sür Polen zum Kaufe, angeboten bezw. für Auslieferung eine Anstellung verlangt. Als das Anerbieten abgelehnt worden, habe Adler von KraözevSki Geld zu erlangen gesucht und zwar ebenfalls vergeblich. Nunmehr habe Adler die Briefe KraS-
zewLki'S bei dem deutschen Botschafter in Wien, dem Prinzen Reuß, deponirt, von dem sie wiederum dem Reichskanzler FürstenBismarck vorgelegt worden seien. Hierauf erfolgte die Verhaftung dcS polnischen Dichter?. Die unmittelbare VeröindunZ des Eisenbahnnetzes der Insel Sicilien mit dem des italienischen Festlandcs würde in politischer und wirthschastlicher Beziehung sür Italien von großem Vortheile sein, und es sind deshalb auch schon mehrfach Pläne für die Herstellung eines unter der Meerenge von Messina durchgeführten Eisenbahn-, tunnels aufgestellt worden. An'Stelle der Untertunnelung ist nun von dem Ober-Jngenieur für den Bau der italienischen Zufuhrtsbahnen zum. Gotthard, A. Giambastiani, welcher sich in
Verbindung mit anderen Ingenieuren vielfach mit Studien über die Construc tion von Brücken für große Spannweiten beschäftigt hat, die Ueberbrückung der Meerenge von Messina in Vorschlag gebracht worden. ShaQ dem von Giambastiani ausgestellten Entwürfe soll die Brücke über die Meerenge sünf Oeffnungen erhalten, von denen die drei mittleren je 1000 und die beiden Seitenöffnungen je 500 Meter Weite haben würden. Die Pfeiler sollen au Granit hergestellt und die Oefsnungen mit Bogenträgern aus Stahl überspannt werden. . ' - ' Die tägliche Reinigung der französischen Kapitale beziffert sich gegenwärtig auf eine jährliche Ausgabe von 5,243,000 Francs. Sie wird von 820 angestellten Straßenkehrern und 2010 Aushilsökehrern beiderlei . Geschlecht? besorgt, unter der Leitung von 18 Aussehern. Die Aushilssarbeiter erhalten durchschnittlich 30 Centimes per Stunde. Die permanent Angestellten verdienen einige hundert Francs monatlich. Die Ausseher haben nur 25 Frcs. mehr. Die Erhaltung der Straßen kostet 8.502,000 FrcS., die des TrottoirS und der Seiten-Alleen 1,255,200 FrcS. Auch in einige n Theilen Preußens bestehen hlue Iaws welche den unsrigen an Verschrobenheit nichts nachgeben. So hat in Hanau der dortige Landrath eine Sabbathordnung aussindig gemacht, die vor nunmehr zweiundachtzig Jahren erlaffen worden' ist, und dies veraltete Opus längst verschollener Polizeiueisheit aus's.Neue in Kraft gefetzt, mit der ausdrücklichen Er Mahnung der Ortspolizeibeamten, über die Befolgung der darin enthaltenenVorschriften zu wachen. Was sind das für Vorschriften? Man höre! An Sonntagen ist verboten daS nöthige herumgehen auf den , tztraßen und das sitzen vor den Hausthüren, daS Schuldeneinmahnen, das Heißen und Gehen in den Dienst, daS Schafezählen, das Drängen und Schieben in der Kirche. Daö preußische UnterrichtSminlsterium hat allgemeine Bestimmungen über Aenderungen in der Abgrenzung der Lehrpeusa. wie siedie neuen Lehrpläne der höheren Schulen mit sich bringen, erlassen. Beim naturwissenschaftlichen Unterricht ist nun unter Anderen Folgendes vorgeschrieben? Dir Vermittlung der Bekanntschaft mit den neuen Hypothesen von Darwin ?c. gehört nicht zu den Aufgaben der Schule und ist darum vom Unterricht durchaus, fernzuhaltend. Die Folge hiervon wird natürlich fein, daß alle die tüchtigen Un terrichtSbücher. welche die naturwisten schaftlichen Materien mit Zugrundelegung der Descendenztheorie behandeln, in den Schulen verboten und damit um daö Recht' ihren Zweck zu erfüllen, gemaltsam gebracht werden. Eine Dampfs chiff.Kat hedrale auf dem Amazonenstrome ist die neueste Idee unternehmungslustigerMisstonä:e. : Der katholische Brschos von Para und Amazonas hat sie . in die Hand genommen. Die besten Architekten Europa's sollen sie ausbauen und mit Hochaltar, Beichtflühlen,chfarrwohnung' u. s.-w. ausstatten'; ihr Name soll' Christoph" sein, Christusträgerin, weil sie den Christus über's Wasser tragen soll. Die Kathredale würde alle katholischen Beduifniffe der Anwohner deS Amazoncnstromes versorgen. Die Komm ission des eng;ren Ausschusies der deutschen Genosjenschaften hat einstimmig, befchloffen, Zls Nachfolger Schulze-Delitzsch's in der Anwaltschaft des deutschen Genossen 'chaftöverbandes - den s echtsanwalt Schenk in Wiesbaden dem' engerenAuö fchuß in Votschlag zu bringen und gleichzeitig zu beantragen, daß die Stellung des bisherigen ersten Secretärs der Anwaltschaft, Dr. Schneider,, in de? .Weise, geändert wird, daß derselbe nicht mehr als spezieller Beamter des Anwalts, sonder als Beamter- des deutschen Genossenschastöverbandes von diesem gewählt id mit Dienstvertrag angestellt, seiner bisherigen Wirksamkeit erhalten bleibt. Entgegen den .a b w i e-gelnden-Nachrichten über die sensationelle Assaire KraszewLki ist den Berliner Politischen Nachrichten auS Dresden Folgendes geschrieben worden : Der Schwerpunkf der gesammten Affaire liegt hier in Dresden, und wenn der schiedentlich die Version verbreitet wur de, als sei man ohne Weiteres aus ein verdächtigende Denunziation hin zu de? Verhaftung KraszewLkis geschritten, so, ist dies zum Mindesten' frivol. Dir Erhebungen waren se5r umfangreich und lanLwierig, und erst als sehr gravirende Momente vorlagen, geschah das Unver meidliche. In der Wohnung KraszewS-. kiS wurden ganze Wagenladusoen voll , Skripturen in Beschlag genommen, darunter viel belastendes .Material, von welchem man annimmt, daß es schwerlich einzig und allein zu schriftlichen Akbeiten verwandt sein dürfte. Die Erhebungen reichen zurück bis kurz nach dem Kriege mit Frankreich, und für letzteren scheint daS Material gesammelt zu sein. Der in Berlin gleichfalls festgenommene Hauptmann a D. nud TelegraphenZekretSr a. D. Hentfch soll übrigens bereits vollständig überführt sein.- Auch die .Post- weiß zu melden, daß eS sich um einen Prozeß wegen hoch- und LandeSverrathS in großemCtile Handels
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