Indiana Tribüne, Volume 6, Number 291, Indianapolis, Marion County, 9 July 1883 — Page 2
Zndiana Hribüne.!
JSgliche- und SoRntagssusgaö5. Ofi5ee: 120O.Märl)landstr. Indianapolis, Ind., 9. Juli 1833. Gedenkt Eurer L!cben". . Aus alten Kleidern werden künstliche .Blumen angefertigt." So lautet die Jnschrist über dem GeschZstslocale einer Putzmacherin in Philadelphia, die eine neue Industrie eingesührt hat, welche inicht nur einträglich zu werden verspricht, 'sondern eine tiefgefühlten Bedürfnisse gemüthvoller Herzen abhilft. Wohl gibt es viele und mannichfache Zeichen der Erinnerung: Das vierblättrige Klee dlatt oder das Vergißmeinnicht, das eine theure Hand pflückte, die längst der Na sen deckt, spricht laut und vernehmlich von vergangenen, glücklichen Stunden, aber sorgsam müssen wir es aufbewah ren, eö ist so zart und vergänglich und verträgt kaum häufiges Betrachten, noch weniger, das wir die alten Lippen da rauf drücken. Und die Rosenblätter dort 1 V - T-. r V . .. in oem allen lammoucye oie ruyren von einer Heckenrose her, die wir pflück ten,als wir noch erröthend ihrenSpuren folgten, die wir aber später nicht anbringen konnten. Unter diesenUmständen muß der Gedanke, aus den alten Kleidern, die geliebte Personen getragen, künstliche Blumen als Erinnerungszeichen anznfertigen, als ein höchst glücklicher bezeich net werden. Diese Blumen sind dauerhast, wir können sie ausklopfen, aboürs ten, waschen, in der Tasche mit uns herumtragen oder im Zimmer aushängen. Und wie mächtig müssen sie aus unsere Erinnerung einwirken ! Sind die Kleider nicht gewissermaßen Theile der Personen, die sie trugen, namentlich, wenn dieselben recht ost und recht tüchtig darin geschwitzt haben! 'Doch ein Blick in das Geschäft selbst und eine kurze Erläuterung derBlumenfabrikantin giebt uns den besten Einblick in die neue, eben so herzige, als sinnige Kunst. .Sehen Sie, dieser Kranz ist für meinen Alten bestimmt, wenn ich vor ihm sterben sollte. Er ist aus den einzelnen Kleidungsstücken gefertigt, die ich an meinem Hochzeits tage getragen habe. Muß er nicht meinem Manne jene schöne Zeit lebhaft vor die Augen führen? Die schöne Zeit ist längst vorüber, und dieser Kranz erin nert an unser jüngste Kind, das vor etwa zwei Jahren gestorben ist. Die weißen Nofen sind aus dem er sten Kleidchen gemacht, das es trug, die grünen Blätter aus dem Sammet, mit dem das Kleidchen besetzt war, die Blät ter der blauen Vergißmeinnicht aus der Seide der ersten Schuhe, die kleinen Schneebällen aus der Watte, die ich in die ein wenig zu großen Schuhe gesteckt hatte, und die Schneeglöckchen aus der Creprschleise. die am Thürschlosse hing, als unser Engel gestorben war. Der Kranz mit den vielen rothen Blumen erregt Ihre Aufmerksamkeit. Ja, auf dieses Stück bin ich stolz, es ist für die Frau Müllern da in der Nachbar schast bestimmt. Der ihr Mann, der kürzlich gestorben ist. war bei der Feuer wehr, und die Klatschrosen sind aus sei nein rothen Flanell-Unterhemde gemacht. Ach. hat die gute Müllern geweint, wie sie die Klatschrosen gesehen hat! Dieser Kranz da mit den blauen Kornblumen ist von betn schon ältlichen, aber reichen Fräulein Märtens bestellt. Ihr Bräutigam war nicht nur Banlclerk außer Dienst, sondern auch Mitglied der reichsten MiliZ'Compagnie; er war ein bischen sehr leichtsinnig, aber seineBraut hätte ihn schon zur Raison gebracht, wenn er nicht an den Folgen einerSpree gestorben wäre. Die Kornblumen sind aus seinem blauen Uniformsrocke hergestellt; Vorliebe für das militärische Wesen und Kornblumen passen sehr gut zu einander." ES kann kaum einem Zweisel unter liegen, daö die neue und gemüthvolle Industrie einen gedeihlichen Ausschwung nehmen wird. Kein tuesisch. französischer Nrieg. Warum in Frankreich ganz plötzlich die Stimmung hinsichtlich der Tonkin Expedition umschlug, d. h. warum man letztere nicht mehr als Einleitung zu einem Kriege gegen China betrachtet wiffen wollte, wird so erklärt: Die wegwer sende Art, mit der Challemel -Lacour vorgab,'daß China gar nicht zu fürchten sei, wurde bald als inhaltsloses Phra fengewäsch erkannt. China hat eii.e ganz andere Haltung eingenommen, als der französische Minister ?ZtS AuSwärti gen voraussah oder vorauszusehen sich den Anschein gab. ES zeigte sich nicht blos entschloffe:, die Aushebung seiner Souzeränilät über Anam nicht zu dul der, sondern war auch noch besonders erbost über die rücksichtslose Behandlung, die ihm von Seiten Frankreichs zu Theil geworden ist. Ganz richtig aber hob der Marquis von Tseng hervor, daß es. um die Franzosen gründlich zu schädigen, eigentlich gar nicht einer .chinesischen Kriegserklärung bedürfe. China braucht nur eine feindselige Haltung, anzuneh men und Frankreich ist gezwungen, in Tonkin ein großes Heer zu unterhalten, weil eö nicht weiß, wann es den Chine sen einsallen möchte, mit Heeresüber macht plötzlich auf Tonkin sich zu werfen und alle französischen Culturanstalten vom Erdboden zu vertilgen. Schon bei dieser Aussicht ist von einer Nutzbarma chung der angeblichen Goldklumpen von Tonkin keine Rede; diö Ergebniß wäre vielmehr eine dauernde schwere Be lastung deS Budgets, der Opser, die das heiße Klima fordern würde, nicht zu ge' denken. Bei einem wirklichen Kriege mit China aber stehen die etwaigen Re sultate in gar keinem Verhältnis zu den aufzuwendenden Kosten und Opfern. DaS französische Publikum hat dies bald herausgesunden, und wenn die Franzo sen die Expedition nach Tonkin gewisser maßen als Nothwendigkeit betrachteten
und in diese sich fügten, so sind sie da
rurn doÄ nickt ae Willi, sirä in ::ner. Krieg mit China treiben zu lassen. Das hängt mit der Fricdensstimmung der Franzosen zusammen, die gegenwärtig ihre ganz besondere Gründe hat. Die selten Jahre sind vorüber; Handel, Industrie und Landwirthschast klagen unaushörlich und verlangen Reformen, zu denen die Mittel fehlen. Unter diesen Umständen wird jede auswärtige Unter nehmung nur unter dem Gesichtspunkt betrachtet, daß sie dem Handel, der In dustcie und den Capitalien neue Gebiete eröffnet; entspricht sie dieser Voraus setzung nicht, verlangt sie mehr Opfer als sie Gewinn bietet, so schlagt die öffentliche Meinung ebenso rasch und entschieden in Antipathie um, als sie für das Unternehmen sich hat gewinnen las sen. In der Tonkin Affaire ist dieser 'Umschlag bereiiö eingetreten und seine Wirkungen werden nicht aus sich warten lassen. In New A ork werden ge genwärtig so viele Hochbauten auSge führt und die Aufgänge zu den obersten Stockwerken diese? Häuser'Niesen so be quem eingerichtet, daß die .Y.Timesder Ansicht ist, auf diese Weise sei Man h2ttan Island recht wohl im Stande, 5,000.000 Einwohner zu faen, oyne daß sich ein größerer Wohnungsmangel bemerklich macht, als jetzt schon. In nächster Zukunst sollen dem Vernehmen nach einzelne Gebäude ausgeführt wer den, welche Wohnungen für 10.174 Fa milien oder ungefähr 50,000 Menschen enthalten; eine Höhe von mindestens 15 Stockwerken ist für dieselben in Aussicht genommen. Welchen Einfluß dieses Leden in der Lust" aus die Physische und moralische Entwickelung der Leute haben wird, muß abgewartet werden. Paupereinwanderuttz (AuS der, Chicago TimcZ".) Da es hierzulande eine zahlreiche Claffe gegeben hat, welche die Einsuhr von Sklaven aus Afrika befürwortete, so ist es nicht zu verwundern, daß sich auch Vertheidiger der Politik derjenigen europäischen Regierungen finden, die ihre Paupers und Verbrecher nach Ame cika deportiren. Einer der letzteren sagt (mit vollständiger Unkenntnis der Sachläge), .die Amerikaner im Allgemeinen stimmten nicht dem herzlosen Ausspruche zu, daß die Landung eines Jrländers von seinem Vermögen abhängig gemacht werden müffe. Alle?, was sie von ihm verlangen, ist Arbeit, nicht Capital. Je weniger Capital er besitzt, desto 'besser arbeitet er. Gerade dadurch ist der irische Einwanderer so werthvoll sür das Land geworden, daß er ärmer hierher kam, als jeder andere Immigrant, und folglich bereit war, die gröbste, schwerste und unangenehmste Arbeit zu verrichten. Wären die Jrländer nicht als Paupers hierhergekommen, so hätten sie das nicht gethan." Mit Leichtigkeit läßt sich dieser Satz als der alte Einwand der Sklavenöesitzer gegen die Aushebung des afrikanischen Sklavenhandels und als das noch ältere Argument der virginischen Pflanzer zu Gunsten jenes scheußlichen Pauperarbeit Systems erkennen, welches der Vorläufer des niederträchtigen Handels mit mensch lichen Wesen war. Was die Pflanzungen brauchten, sagten auch die Pflanzer, wäre nicht Capital, sondern Arbeit. Der Adel, der des Königs Patent auf weit läusige Besitzungen in der neuen Welt hatte, brauchte 'zur Ausbeutung dieses Landes Arbeiter, welche die gröbste und schwerste Arbeit verrichteten, Arbeiter, deren Leib und Seele so wenig Werth hätten, daß Niemand ihnen nachtrauern würde, wenn die glühende Sonne, das Fieber und die Miasmen der kochenden Sümpfe sie schaarenweise inö Jenseits befördert hätten. Sendet uns euren Abschaum herüber, sagten die Pflanzer. Entleert eure Gesängniffe, eure Armen und Prostitutionshäuser auf unseren BsdeN! Wir werden die Leiber in Reichthum umprägen und die Seelen, sofern sie welche haben, zum Teufel schlaen, Und die englische Regierung hörte die Bitten der königlichen Günstlinge und erfüllte sie. Schiffsladung um Schiffs ladung von Pauperö, Verbrechern. Dir nen und Vagabunden jeden Grades wurde nach Virginien Wirt. Der Colonialadel war entzückt über ein Sys tem, das ihm Arbeiter sür die gröbste. härteste, unangenehmste und ungesun deste Arbeit lieferte, an die sich dieselben, wie man es jetzt von den irischen Paupers behauptet, um so eher gewöhn ten, je ärmer sie waren. England freute sich gleichfalls über einSystem, das seine Gesängniffe,- Armenhäuscr und Laster--stätten entleerte, der Plan wurde fortgesetzt, bis das Angebot von Paupers und Schurken der Nachfrage nicht mehr entsprach und die Praxis aufkam, ein flußlose Personen sür den Colonialmarkt zusteh l en. Dann empörten sich ei nige englische Menschenfreunde, die keine Ländereien in Amerika hatten, und ob wohl die Colonialbarone sich heftig wehrten, wurde schließlich das Geschäft des Menschenpehlens' von Großbritannien nach den Küsten Afrika'S verlegt. Bald entdeckten dievirginischenPflan zer, daß gestohlene Afrikaner noch beffer wären, als britische Verbrecher undPau perS. Für die Zwecke eines Pflanzer adelS, der Arbeit, nicht Capital wollte, menschliche Muskeln, nicht .Verstand, Unternehmungslust oder Energie, er wiesen sich die afrikanischen Neger als Jdealarbeiter. Mit duldender Geleh rigkeit ertrugen sie die glühende Sonne, den fieberbrütenden Morast, den pesti lentialischen Reiösumpf, die härteste Ar beit als ihre Bestimmung ansehend. Als die Abschaffung des Sklavenhandels vorgeschlagen wurde, erhoben die Ba rone dasselbe Geschrei, das sie vorher über das Aushören der Deportation an stimmten und deS ihre würdigen Nach kommen später zur Vertheidigung der Sklaverei erschallen ließen. Gegen Ende des siebenzehnten Jahrhunderts sagten sie : .Ohne britische VauperL können wir ! keinen Tabak pflanzen, keinen Reis
bauen, keineStcine brechen, keineDschun-
gel? tlären, überhaupt keine der Arbei!cn verrichten, die ycrrcn unseres (blyls unmöglich selbst thun können." Gegen Ende des atzehnten Jahrhunderts sag ten sie : Ohne afrikanische Paupers können wir kein? Baumwolle zweyen, keinen Tabak bauen" u. s. w. Und jetzt. gegen Ende dcL reiir'chtiien Jahrhiin derts, hören wir dieselben ehrwürdigen ruaschluffe zur Vcrthttdlguna europäl' scher Regierungen, die den Abschaum ihrer Länder in Amerika ablagern. Hundert Jahre lang verfolgte England die Politik, seine PauperS, Ver brecher und Vagabunden nach den ernt rikanischen Ansiedlungen anzuführen. Was war der E'.nsiuß hiervon aus den industriellen und akskllschastllchen Charakter der Coloni.en, die mit Arbeits krästen, aber nick.t mit Capital oder Unternehmungsgeist versorgt wurden ? In Virginien, den Carolinas und anderen Staaten sinoet sich no$ heutzutage eine zahlreiche Classe, der arn.e weiße Trash" genannt, die Abkömmlinge jener .Ar beit, und nicht Capital", welche die Co lonisten aus den englischen Asylen, Ge sängniffen und Arbeitshäusern empsin gen. Die Energielosigkeit, Faulheit und der Vagabundencharakter ihrer Vorfahren sind auf sie herabaekommcn, haben eine Pariahkaste gebildet, die sich ebenso wohl durch Unwissenheit, als durch Trägheit auszeichnet und das Heergesolge der Demagogen bildet. Eine zweite gesellschaftliche Kaste wird durch die sechs Millionen Abkömmlinge jener .Arbeit und nicht Capital" bärgestellt, die aus den Sklavenhürden von Asrika durch Habsucht hierher assistirt" wurde, eine Kaste, deren Vorhandensein Folgen von entsetzlicher Wichtigkeit ahnen läßt. Und doch, angesichts dieser dauernden Denkmäler verbrecherischer Thorheiten in der Vergangenheit, finden sich heute Schriftsteller, die kaltblütig vorschlagen, die Thorheit des siebenzehn ten Jahrhunderts zu wiederholen, indem man England seinen Abschaum hier ablagern laßt ! ' Dir ttrsprung des Lkalptrens. Mitte voriger Woche hatten mehrere Bewohner der Stadt Helena tm Tern torium Montana einen Ausflug in die Felsengebirge unternommen. In einer malerischen Schlucht hatten sich dieselben gegen Mittag des vierten TaaeS aela gert und sprachen dem Imbiß, den sie bei sich führten, wacker zu, als em eiaen thümlicher Anblick ihre Aufmerksamkeit erregte. Auf einem alten, steil abwärts führenden Jndianerpsade kam em In dianer daher, der trotz seiner durch das Alter gebeugten Haltung durch seine Große lmpon:rte. Dichtes, aber schnee weißes Haupthaar fiel bis über die Schultern herab, der Glanz der Augen war erloichen und die rndtanlzchen Leder kleider verriethen die hage.-en, aber noch rmmer sehnigen Glieder; ihm zur Seite schritt ein mächtiger brauner Bär. Mit kurzem Gruße wollte der Jndtarnr an den weisenden vorübergehen, nahm aber auf Einladung derselben Plah undTheil an dem Frühstück. Er sprach geläufig engii,az. Ich bin vom Stamme der Mohika ner. Ihr glaubt das nicht, Ihr haltet die Mohikaner sür ausgestorden, srüher hat mir tin Missionar eine Geschichte vom Wehten der Mohikaner" erzählt, aber ich sage Euch, daß Ihr irrt. Als ich geboren wurde, das ist freilich weit über hundert Jahre her lebten die Mohikaner als ein kleiner, aber selbst ständiger Stamm im Staate New Bork, wurden aber von den Weißen vertrieben und wandten sich nach den großen Seen. vier wurde ich als Knabe von den cana dischen Crees gestohlen und weiter nach dem besten gebracht. Unter diesen Indranern habe lch den grölen Theil mei nes Lebens zugebracht, früher als Krie ger und Jäger, später alZMedicinmann. Ich kenne die heilkräftigen Pflanzen des Waldes und war seit langen Jahren der oberste Medlcmmann der Crees. Vor wenigen Wochen erkrankte die Tochter des Häuptlings.der Liebling des Stam meö, meine Tränke konnten sie nicht ret ten, sie starb und ich floh. Ihr wundert Euch, daß ich Skalpe am Gürtel, trage? Das ist alte Ge wohnheit. seit langer als 50 Jahren sind meine yande rem von Menschenvlute. Unsre jungen Männer betrachten noch heute die erbeuteten Skalpe als Tro phäen und Beweise ihrer Tapferkeit. Früher nahmen wir die Skalpe unsrer getödteten Feinde, zählten dieselben und verglichen die Zahl mit derjenigen unse rer Krieger, die wir vermißten ; daraus beurtheilten wir. welche Partei in den verschiedenen Kämpfen gesiegt habe. Die Sitte de? Skalpirens ist uralt, wie sie entstand, erzählen die Väter den Söhnen. Vor tausend oder vielleicht vor noch mehr Jahren, als das ganze Land noch dem rothen Manne gehörte, bildeten die Indianer nur einen einzigen Stamm und über diesen herrschte ein mächtiger Härvtlina. Damals gab es keinen Krieg. Aber ein Häuptling starb und hlnlerlles leinen vohn, hatte auch lelnen der Unterhäuptlinge zu seinem Nachfolger ernannt. Dle beiden ange sehensten unter den letzteren schaarten ihre Anhänger um sich, und es entspann sich ein Kampf um die Herrschaft, der erst von den beiden großen Parteien geführt und später von den einzelnen Stämmen, m welche diese zerfielen, fortgesetzt wur de. Die Stämme befehden sich ja noch heute und werden dies so lange thun. bis mt Kriege, dtt Bleichgesichter, das Feuerwaffer und Krankheiten die Roth häute getödtet oder einzelne zu der Le bensweise der Weißen sich bekehrt haben. Der. Häuptling der einen Partei hatte e:ne wunderschöne Tochter und em tap ferer Krieger hatte die Gunst derselben gewonnen. Doch der Vater wollte die Tochter dem Krieger nur dann zum Weibe geben, wenn dieser zuvor seinen Rivalen, den Häuptling der anderen Partei, getödtet haben und ihm einen unzweideutigen Beweis hierfür veionn gen würde. Der Krieger willigte ein und machte sich auf den Weg. Es war 'damals mitten im. Winter und hoher
Schnee bedeckte das Land. Zwischen beiden Lagern dednte sich eine EnZscrnung von Hunderte, von Mcilen. Der Krieger cntixche cas feindliche Lager u. lag Wochen lang in diffcn Nähe im Versteck. Er durfte, kein F?u?r anzünden, -das seine Anwesenl'.nt rerrail)n hzden
ürdc, und !um dnrz t.h 5 alle fast um. ;n einer Nacht aclari tS ihn? endlich, ch in des Lager un5 tis in der Mgmrn dc ftäiitfUinas zl schleich::., iotcti den ledere;!, s&nitt den Kovf om Rumvse und machte sich mit dicsm u? den Nückioea. Bald wurde er von Hunderte:: von Kriegern vcrsolgf, welche ,e uztapen und einzelne Blulstrcp n im Scünee ans die iichti.',L Spur brachten. Der tapfere Krieqrr lies wie er Hirsch, aber die Ve'.solger iar.itn er und näher : der Kriecer war? die Wasseu wea. enilediale sied seinerKleider und bthielt nur den Kops und das knvserne Jagdmesser. Äder auch der Schäbei wurde zu schwer und der Krieger führte mit dem Messer einen Schnitt um die Kt?psaut, riß ledere ab und wars den Kopf weg. So von der legten Last befreit, stürmte er wieder rnscr dahin, entging feinen Feinden und damit einen qualvollen Tode und kam alikülich im igencn Lager an. Der Häuptling crcktete die Kov!baut als. ausreisenden Beweis für den Tod seines Feindes und m rv f w f"2 ? sw gao jcineToazlcr oemzcrzeger zumAZeive. Seitdem slalpiren die Indianer ihre ge tödtctell Fcir.de." mmA.rscylungcue 3 1? sein. Laut Vostnachrichten vom 2? vor. Monats nehmen die Ansbrüche dcö Vulcans Ometepe auf de? s,leichn,:migen Insel in dem Landsec Nicaragua der gestalt an Festigkeit zu. daß man den Unteraana der aanien Insel m besurchten beainnt. Am 1. !ai yenen 10 Ubr Vormittags wurden die Bewohne? der Mei zum crNen Walt durch ein unter irdische Geräusch er schreckt, welches meh nie Minuten anhielt, jedoch von einem Ausbruer.e des BulcanS Nicht bealeitet war. Am folgc'l'.dcn Tage entdeckte man. daß sich der Krater des BulcanS zujehends eriricitkrtc und schließlich cineLänge von :5 $.ncs und eine Breite von 3 lrds annahm. Aus der uncrgründli' cyen Tiese törite in Zirischenräumen das Geräusch sich schnell wiederdolender Explosionen hervor.' Gkgkn Abend fanden die ersten Auswürfe von Fclsstücken und Gerölle statt, denen schlammige Massen von schiesergrauer Farbe folgten. Die letzteren flössen in einer Breite von 400 Vards am südwestlichen AbHange des Berges hinab und in der Nacht stellte sich ein hestiger Aschenregen ein. Am 4. Mai schössen aus dem Krater die ersten Feuersäulen empor, gleichzeitig barst in der Umgebung desselben der Boden an verschiedenen Stellen auseinander und, aus den Oesfnungcn strömte glü hende Lava den Berg hinab. Blei grauer Rauch hüllte die ganze Insel ein. sodab die Bewohner nur mit Schwierigkeit'zu athmen vermochten. Dieselben drängten sich in den Kirchen der Stadt zusammen, jeden Augenblick erwartend, dak der Strom der Lava ihre Zufluchtsstätte erreichen werde; dieser wendete sich jedoch seitwärts und flefc über eine unbebaute Strecke Landes in den See. In der unmittelbaren Nachbarschaft der Insel Ometcpe sin) zahlreiche ltelnere Inseln im See verschwunden. 53U At!!a:ZSe. Der 17 jährige M e x i k a n c l Juan Vacarano ermordete W- uerflange--ner Woche nicht weit von. Austin TexaS, zwei Kinder, den 12 Jahre aitcn Juan Revira und seine um ein Jahr jüngere Schwester Nofetla, ohne das; irgend eine Veranlasiung vo.laa.. Bi'.crrano ist verhaftet, und wab:scheialich wird 2!i$ ter Lynch das Gesetz in die Hand nehmen. Stiefmütter werden oft mit Unrecht angegriffen; die Stitfmutter der kleinen Kate Putt im Stoue-Creek-Valley, ., mit Nccht. Sie sperrte das Kind in ein dunkles Zimmer ein und schlug di: Unglückliche mit einem dicken Stocke so lange, bis sie bewustlos und blutüberströmt zu Boden sank. Die Megäre ist im Gesangnisse; die arme Kleine wird schwerlich mit dem Leben davonkommen. Eines der eigenthümlich sten Zahnverschönerungsmittel ist jüngst in einem toltelischen Grate in Mexiko entdeckt worden. Man fand das Gebiß eines Häuptlings mit in die Schneidezähne eingesehten Edelsteinen garnirt. Es ist dies ein interessante? Beitrog zu jenem Abschnitte der Menschenkunde, der von der Feilung und Färbung, üb'? Haupt von der Entstellung der Zähne handelt.' Jn MassachusettL erlaubt das Gesetz einem anstokenden Grundeig ner, die Erthcilung ciner-Schankgerech-tigkeit an den Nachbar zu verbieten. In Gloucefler hatte ein Schankwirth, der eine LicenS suchte, vorher einen Fußbreit seines Grundes an einen Dritten ver kaft, um einen anderen Nachbar zu bekommcnalö den, welcher die Licens ver wehren wollte. Der Nichter erklärte das suc eine Umgehung des Gesetzes, die un wirksam sei. So verdirbt ein schlechtes G:fc!) den Sinn für Gesehlichkeit und entwürdigt das Gericht, welches ein schlechtes Geseh gegen einen rebellischen Verstoß gegen diese Lächerlichkeit aufrecht erhalten muß. Chicago, neuerdings auch .Sensation City" genannt, beherbergt in seinen Mauern einen merkwürdigen Propheten, der den .Namen Woodman führt, was jedoch durchaus nicht aus schließt, daß seine Prophezeiungen mögIicherweise ebenso prompt in Erfüllung gehen, wie die der Herren Wiggins, Vennor und Straw. Wie de Prophet den Chicagoer Zeitungen' kund und zu wiffen gethan hat. irrt die. Sonne seit dem 17. Juni 1 Uhr Nachmittags, vo Niemandem geleitet oder beaufsichtigt, im Weltenraum umher und wandelt die Erde eine ganz andere Bahn als früher. Etwa einen Monat lang soll von nun
an die Sonne nur dem nordlichen Theil
unsere Planeten erscheinen, dann bis zum November ganz verschwinden und von da ab soll die Erde der Sonne stets die östliche Hälfte zukehren.. Diese coloffalen Veränderungen sollen die entsehlichsten Unfälle und schließlich denUntergang der Erde zur Folge haben. Woodman weiß, daß es Leute giebt, welche beim Lesen seiner Prophezeiungen ungläubig den Kopf schütteln. Diesen ruft er zu : Wenn meine Ankündigungen nicht in Erfüllung gehen, werde ich mich, dem Urtheile einiaer meiner Freunde gemäß, selbst für verrückt halten." Seit einigen T a g e n i st i m Staate New Versen der Berkau? von Tabak, Cigarren und Cigaretten an Perjonen, die da? IQ LebenZiahr noch i .s i t . r j r . i miyi rlilll l.'llvcn, g?i?H!ic? verooien. Der Vater, der seine Sprößlinge rauchen lassen will, muß, falls das Gesetz streng durchgeführt wird, sich jctzt bequemen, sür seine Kinder die Cigaretten zu holen. Ein guter Vater wird das gewiß auch thun. DerBadeortEoney - Island schwelgt in Seligkeit. Ein russischer Graf und zwar ein echter Poluska Galmln ist soeben aus den schneebedeckten Straßen St. Petersburg's dort ingetroffen, um seine russischen Glieder in amerikanischen Wassern zu baden. Die Leute können sich an diesem Grafen gar nicht satt sehen. Sie gaffen ihn an als ein Wesen aus der anderen Welt (im vollsten Sinne des Worty, selbst Jum bo" könnte keine größere Sensation erregen. Dieser Nüsse hat eine romantische Geschichte hinter sich. Er ist ein Großneffe des verstorbenen Fürsten Galatzin, eines Edelmannes, der durch sein excentrisches Wcsen die allgemeine Auf merksamkeit auf sich zog. Der Fürst kam vor Jahren nach Amerika und brachte eine seltene Reliquie mit, nämlich ein Stück vom echten Kreuz Christi. Er zog sich in die Einsamkeit des Alleghany. Gebirges zurück, wo er auch starb. Die theure Reliquie vermachte er dem Arzte, der ihn während seiner Krankheit behandelte. Dieses Stück des einzig wahren" Kreuzes ließ de? Arzt zu drei kleinen Kreuzen verarbeiten und letztere in Gold faffcn. Die drei wunderfchö nen" Töchter des Dcctors tragen diese Miniaturkreuz! jetzt beständig an goldenen Ketten nm ihren Schwanenhals". Einem kränklichen Kinde kaufte dieser Tage Jemand in Morehead, N. C., eine Menge farbiger Val lons, und um dessen Freude voll zu ma chen, band er die Schnur, welche die Ballons zusammenhielt, dem Mädchen um den Leib, um es einige Fuß in dieLuft treiben zulassen und dann natürlich abzusangen und wieder auf den Boden zu bringen. Das Kind entschlüpfe jedoch seinen Händen und wurde von den Bal lons mehrere hundert JardS in die Höhe und über den Hafen gegen die See zu getrieben. Glücklicherweise wurde es von einigen Leuten, die eineBootfahrt unter nahmen, bemerkt, und einer der Männer, welcher eine Flinte bei sich hatte, zer schoß mit mehreren gut gezielten Schüs sen einige Ballons, worauf die übrigen das Gewicht des Kindes' nicht mehr tra gen konnten und letzteres langsam zur Erde hinabfubr und am weichcnStrande einer kleinen Insel landete. Die Männer segelten sofort nach der Insel und fanden das Kind wohlbehalten und mit Muscheln spielend. Seitdem die Spekulation in Nahrungsmitteln hierzulande eine derbe Ohrfeige erhalten hat, wird weniger über die Aussichten der' nächsten Ernte gelogen. Man erfährt, daß sie in mehreren Haupt - Getreidestaaten schwere Schläge erleidet, daß sie aber zu keiner Vcrtheuerung des Brotes führen werde. Genug für die Bedü?fniffe un screö Volkes wird sie auf alle Fälle liefern, obwohl sie dieses Jahr um fast ei nen Monat verspätet ist, und es wird für die Ausfuhr etwas mehr als nöthig übrig bleiben ; aber sehr wohlfeile Preise sind nicht in Aussicht. Die c a n a d i s 'ch e n I u w e lenhändler klagen, daß sie durch den Mitbewerb der Schmuggler, wllcheDia manten und Edelsteine (meist über De troit) einführen, zu Grunde gehen müß ten, wenn sie noch langer Eingangszoll bezahlen fallen, ode: aber v?n den Schmugglern kaufen müßten. Auch in den Ver. Staaten besteht noch Zoll aus geschliffene Diamanten und auf Edelsteine, und es wäre weise gewesen, wenn dieser Zoll, und damit der entsittlichende Schmugge-l abgeschafft worden Ware, zumal jener dem Schatzamte lächerlich wenig einträgt, und unsere Schleifereien auch trotz dem Zoll nicht mit denen- von Amsterdam concurriren können. Vom Auslande. Nach dem Vsr gange anderer Hochschulen hat nunmehr auch die Londoner Universität das Doktorat der. Medizin und Chirurgie an zwei Frauen verliehen. Die eine derselben hat auch sosort eine öffentliche Anfiel lung als Jnspektionsarzt" sür die Bediensteten der Post und des Teleg?agraphenwesens erhalten, während die andere nach Indien eht, um dort ihre Praxis zu eröffnen. D e r t e l e g r a p h i s ch erwähnte Bergsturz in Riede Tiffowetz (Bukovina) hatte die Zerklüftung von 000 Joch Acker und Gartengründen rnd die Zerstörung und Beschädigung von 112 5)Susern zur Folge. DieHäuser senkten sich stellenweise 5 Meter tief; gemauerte Brunnen wurden platt gedrückt, der Hiesnabach eingedämmt. Die Häuser sind zumeist bis zum Grunde geborsten. die Dacher eingestürzt, die Wände auseinander getrieben, der Erdboden in tausend und abertausend Riffe zerklüftet, die Bäume entwurzelt. Das Ganze ist ein schauerlich großartiges Naturereigniß. Das Elend ist namenlos. . Menschenlcben sind nicht zu beklagen. Die Erdrutschung dauerte nach' den letzten Postnachrichten noch fort. D i e Gefahren auS elek irischen Schlägen werden, wie der fran-
lzösische Elektriker Geraldy in einem län-
geren Aufsatz auösührte, sehr übertrieben, und di: Besürchtungen, welche aus Anlaß der steigenden Verbreitung der elektrischen Beleuchtung und Krastübertragung laut werden, besitzen im Grunde genommen keine thatsächliche Unterlage. Nur sogenannte Wechselströme sind ge fährlicö, und die bisher gemeldeten Unfälle rühren sämmtlich daher, während die continuirlichen Ströme fast stets wirkunaölos bleiben. Schuckcrt inNürn berg versuchte es, mittelst eines sehr starlen derartigen Stromes ein Schaf zu tödtcn, was gänzlich mißlang: dessen Haut wurde nur em wenig verzengl. Ebenso scheiterte der Vorschlag, die Schlachtthiere elektrisch zu tödten, und die meisten Thiere blieben unversehrt. Bei den Deprcz'jchenKrastudertragungSversuchen mit sehr starken Strömen emPfand der Akademiker Cornu. der aus Versehen die Leitung . berührt hatte, nur einen sehr starken Sto, und war nach 10 Minuten wieder hergest:llt. DasWochenblatt für Architekten macht den thcilweise seh? ve? ständigen, andererseits aber auch recht anfechtbaren Vorschlag, dieLkichenhallen durch die Kirchen zu ersetzen. Im All. gemeinen seien die Wohnungen wie die Leichenhallen viel zu klein, um größere Trauerversammlungen auszunehme.l. Da es sich außerdem aus Verkehrs un') Gesundheitsrücksichten empfehle, die endlosen Wege nach den Kirchhöfen wie die Einsegnungen am Grabe, welchen man barhaupt beiwohnen muß,zu beschränken, so wird vorgeschlagen, bei dem Bau neue? Kirchen diese mit einer umfang reichen Krypta zu versehen, die zur AdHaltung einer Leichenfeier ausreicht. Von dort aus wird die Leiche nur von den nächsten Angehöligen nach dem Kirchhose begleitet. I n Anbetracht der dielen Brände, welche durch das Fortglim men weggeworfener Streichhölzer entstehen, ist eine Ersindun'g des Herrn P. Hosemann in Berlin mit Freuden zu begrüßen, die darin besteht, daß das Griffende der Streichhölzer mit einer Flammenschutzmaffe ' überzogen wird. Das Streichholz erlischt, sobald das Feuer die imprägnirte Stelle erreicht, d. h. gleich nach beendeter Benutzung desselben. U ebereinstimrnendeNachrichten schildern die Stimmung der egyptischen Bevölkerung gegen die Herr sehenden Engländer als eine in hohem Grade erbitterte. Bezeichnend ist in dieser Hinsicht folgende Aeußerung eines der beliebtesten arabischen Blätter : ,Die englische Regierung möge wissen, wenn der Schwache schweigt, so geschieht dies deshalb, weil ec nicht anders kann. Wir bitten die englische Regierung, die Occupationskosten zu bezahlen und die Truvpen, welche das grüßte Unglück für das Land sind, bald heimzurusen. Diese bewohnen die Paläste unseres Herr schers, verzehren die Einkünfte des Lan deL und glauben, daß wir noch ihre Schuldner sind." W i e die Sonne gleichmä ßig leuchtet über Gerechte undUngerechte, so ergießt sich in Rußland auch die Gnade über Würdige und Unwürdige. Ein gelegentlicher Correspondcnt schreibt : Vor anderthalb Jahren wukden be kanntiich in dem Zollamt von TagZnrog colossale Unterschiede im Betrage von 2,700,000 Rubel entdeckt, wovon später 1.700,000 Rubel durch Cautioncn, resp.' durch Eigenthum gedeckt wurden. Der damalige Chef des Taganroger Zollamts, Muschorosch, jetzt Chef des Zoll amls von Sebastopol, wurde nunmehr nebst einigen feiner Beamten auf Grund des V?rjährung5par5graphen dcs kai serlichcn Manifestes von der Verantwortung befreit. Die Untersuchung vegen der ebenfalls vor Jahresfrist entdeck ten, Millionen betragenden Unterschlagung bei dem Petersburger Landzollamte soll auf besonderen, bereits vor der Krönung erfolgten kaiserlichen Befehl niederaeschlagen sein. Der damalige Fhef des Petersburger Zollamts, Enzelhardt, ist ein Verwandter des allmächi'gen Generalprocurators des heiligen Lynod.Podedonoszem. UeberdieAltersverhält-. nisie der in Kellerwohnungen lebenden Personen veröffentlicht das Budapestcr statistische Bureau in der jüngsten Nummer seiner Monatshefte einen Artikel, welcher mit einer sicherlich überraschenden Schlußfolgerung endigt. Man war näm'.ich bisher widerspruchslos der Meinung, daß die Kellerquartiere als solche ungesunder seien als andere Woh nungen'und daß demnach auch die Al-' tersverhältniffe der Souterrain-Bevöl-kerung ungünstiger sein müßten, als die der übrigen Bevölkerung. Nun stellte Direktor KSrösi unter Zugrundelegung der Daten der ungarischen Volkszählung von 1870 eine Berechnung an, welche ergab, daß in zwei Bezirken der Hauptstadt weniger, in einem Bezirke aber (es wurden nur drei magyarische Bezirke untersucht) mehr Kinder von 15 Iahren in Kelle; quartieren sich volfanden, als in den anderen Wohnungen dieser Bezirke, woraus das statistische Bureau die. Folgerung zieht, daßm den Keller quartieren ganz die gleichen Altersver hältniffe obwalten, wie in ien übrigen Quartieren." Bei ditfim Anlasse sei an eine Arbeit desselben statistischen Bureaus erinnert, welche das nicht minder überraschende Resultat ergab, daß ge wiffe Infektionskrankheiten, wie Diphtheritis u. f. w. in Kellerquartieren minder häusig als in den anderen Quartie ren sind. Wien. 16. Juni. Der famose Haupttreffer - Betrugsprozeß contra Propst und Genoffen nahm heute einen unerwarteten Auszang. Die Angeklagten Propst und Fink wurden von der Anklage einer Verleumdung, begangen durch unwahre Angaben betreffs des Haupttreffers, freigesprochen; nur we gen der Verwendung falscher Zeugen aussagen wurden sie nach dreistündiger Juryberathunz zu achtzehn Monate, resp, einem Jahr Kerker verurtheilt. Dir Frage, ob Propst wirklich im Besitze der betreffenden Promesse war. bleibt hierdurch ungelöst.
