Indiana Tribüne, Volume 6, Number 284, Indianapolis, Marion County, 1 July 1883 — Page 3

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Ämerirsnische Ucberraschunzen. . (LinSrlebnii)

.Fern von der Heimath ! An Mor gen ihres neunzehnten Geburtstages em- . Pfand Toni recht tief daZGefühl 'oerTrennung, so tief, wie nie zuvor. Seit dem halben Jahre, daß sie in E-ni FranziSco bei Verwandten zumBesuch roar.hatte sie von der Familie derSchuefier ihrer Mut ter viele Benzeise der Zuneigung empfangen, hatte sich sastie zu Hause gesuhlt, absr heute, an ihrem Wiegenfeste, sollte sie den Unterschied kennen lernen. ' Daheim hätte sie tüvx Erwachen einen Morgengruß von ihrem jüngsten Schwe sierchen empfangen, einen Glückwunsch, rnehr gestammelt wie gesprochen, denn die Sprachsahigkeit der Zweijährigen war noch nicht oratorisch ausgebildet; s'.väre dann ein Terzett vorgetragen worden von vier, sechs- und achtjähri $en Diskantstimmen, singend im Äyth muh sonst ohne Melodie, mehr geleiert f als deklamirt, aber um so herziger anzu

hören. Zum Schluß hätten noch zwei

) größere Madchen (Toni hatte nur tzschve stern) Verse vorgetragen, welche ihnen

die Erzieherin in den Mund gelegt, und dann hätte die aanze große Schaar der Kleinen da .GeburtLtagskmd" m die FrühstückZstube gesührt, o, von der Dienerschaft reich mit Blumen geschmückt. der Tlch voller Geschenke prangte. So roäre derheutige Tag daheim ge feiert worden, daheim in Süddeutschland in der großen Stadt, wo das HauZ der Eltern zu den schönsten an der Prome nade gehörte. Wie nüchtern erschien dem deutschen Mädchen dagegen dieser selbige Tag in der stolzen 5auptstadt des Goldlandes Californien! Zwar war das blühende Geburtstagskind auch im fernen Westen von allem Komfort umgeben, zwar be grüßten die Vettern und die Kousinen, die Tante und der Onkel sie beim Er scheinen so freundlich wie immer aber Niemand gedachte ihres Ehrentages, und Alle hättendoch noch daran denken können, denn noch jüngst zuvor hatte man im Fa rnilienkreise von d?m Alter der bctheiligten Mitglieder gesprochen Obendrein schien sich eine ungemüthliche Stimmung im Hause kund zu geben, es herrschte Un ruhe, die Dienerschaft machte Geräusch und als sich die Thür öffnete, sah und hörte man Anstalten zu umfassenden Rei nigungsarbeiten o weh, ein sauberer Geburtstag ! Wie eineRettnng erschien der verstimm ten Toni kurz vor Mittag der Besuch ei ner Freundin. Denn diese brachte eine Einladung für den ganzen Rest des Ta ges wie gern entfloh die Unglückliche heute dem Kreist, der sie so schnöde ver gessen hatte! Mit keiner Silbe wurde auch im aiioeren Hause des Geburtstages erwähnt, Jda war zu stolz und ihre Freundin plauderte gar von einer heuteAbend statt sindenden großen Gesellschaft in einem, dem deutschen Mädchen gänzlich fremden Kreise und bat um Assistenz bei der Ball.Toilette. Wer sich eines Festes Königin zu sein geträumt hat und wird dann ausgeschlossen oder wird gar der urtheilt, an den Vorbereitungen dienend theilzunehmen, statt herrschend anGenüs sen, der lernt den Neid kennen und das Märchen vom Aschenbrödel verstehen. Toni zwang sich zur Resignation. Sie half, anscheinend recht eifrig, ihre glückliche Freundin zu schmücken, ließ sich geduldig von deren bevorstehenden Freu den vorplaudern und wollte sich eben zum Abschied anschicken, als ein Wagen zwei junge Männer brachte, welche die Eskorte zum Ball übernommen. Sehr galant bestanden die beiden Kavaliere darauf. vorher Tom an der Wohnung lyrer Tan te abzusetzen. f Man kam denn auch zunächst hier an und einer der Herren geleitete die junge 'Deutsche nach oben. Wiederum Lärm und Unruhe, wie am Morgen, das Sig nal der Schelle mußte wiederholt werden und nun prallte die Eintretende erschro cken zurück, denn ihreErscheinung im asch grauen Kapuzenmantel wurde von einer großen Gesellschaft festlich geschmückter Damen und Herren gemustert, die ihr aus dem Saale entgegenströmte,'ja, sie mußte, im Kapot'Hut und in Galoschen, sich Aller Augen preisgeben, wurde, un ter den Lustre gezogen und hier gar mit emem Tusch des Orchesters begrüßt. Ein Schrei war ihreAntwort, die Flucht ihre Rettung, lautes Lachen gab ihr das Ge leit, als sie die Treppe zum Oberstock, zu ihrem Boudoir, hmaneute. Hier erst kam Klarheit in die Situation. Von ei ner Zose, einer Friseurin und einer Magd empfangen, wurde die Ueberraschte gebe ten,den bereit liegenden Ballstaat zu ac ceptiren,sich für daSFest zu fchmücken,das. während ihrer Abwesenheit m Szene ge setzt, ihrem Geburtstag gelte, zu welchem alle jungen Leute ihresBekanntenkceiseö, gegen Hundert an der Zahl, sich emge funden hatten. Die geschäftigen Hände der dienstba ren Geister begannen alsbald daS araue Aschenbrödel zur glänzenden Prinzessin umzugefla!ten,ne selbst sonnte pasuv biet den und blieb es, denn sie mußte eine nie 1 gekannte Ausregung bekämpfen, um im (Baalt erscheinen zu kösnen. Stand ihr doch eme Huldigung fcevxr, wie sie die X bescheidene FürNentochter im Märchen l erlebt hatte, als der Prmz sie zur Körn oin des Festes erkor. Und da Toni nun leintrat, war ihre Freude vollkommener -als dle jenerBrautimMärchen,denn keine Neiderinnen trübten ihr Glück, alle Freundinnen wetteiferten in Liebesdle .sten, alle jungen Männer in Galanterien. Daß nun auch der Ersah für den heimi scheu Geburtstagstisch nicht fehlte, ver steht sich von selbst; die Hausgenossen hatten schöne Gaben aller Art auf einer Tafel uögebreikt und viele Gäste hat , !ten kleine Andenkn hinzugefügt.. . Folgenden Tages belehrten Onkel und Tante, Beide aus Deutschland Einge änderte, die junge Nichte über das Er eigniß. Man schilt drüben bei euch-, sagte der Onkel, .die Amerikaner als Egoisten, man wirst uns vor, wir seien nur auf , den pekuniären Vortheil bedacht, es sei das mnk6 money"unfer Aller Parole, ideale Genüsse seien dem Vnkee fremd, er schätze nur materielle Freuden. Wir sind vor Jahren mit diesen Vorurtheilen mißtrauisch hierher gekommen, wir sind ' dann ebenso überrascht vorden, wie Du,

und haben uns sehr bald freudig de.- hie siaen GeselliakeitZvlleae anaeich'.osien."

O, sie erschien mir ganz einzig !" rief Tom. .Wie war es nur SJllch, mich so zu überraschen! Das gänzliche Jg. m -e i.i cyy noriren meines iseourisrsas am ujioz gen, oas Agnonren memer eriilmmuna, die Entführung durch die Freundin, die bei ihr in Szene gesetzte Komödie von einem fremden Ballfeft, der Vorwand zu meiner Seimkabrt " l rj cyv n I War Alles Plan, gehörte AlleS zum " ' l Kmnsnitv ,l W 5nk,l sin. vwr9yrmrm m I w I 1 1 Ja, und zum Komplott gehörten alle Gäste", bemerkte Toni, wir würden da heim in Deutschland nicht einmal im Stande fern das Geheimniß bei den vie i rn i , i r m I ten elyeillgien zu oewayren r .In Amerika ist das Sache der Ue bung-, sagte der Onkel, derni die Ue berraschnngsfeste, surrriss parties nennt man sie bier. sind seit vielen fUb ren eingeführt. Man geht von der Er savruna auS. erstens, die edelste Freude besteht darin. Andern Freude zu bereiten, , . -i r, e r i t I UNS Zwenens : vle oene ,reuoe i'.l ore unverhoffte. Wenn ein Ehepaar z. E. irgend einen Fest, oder Ehrentag erlebt, in tmrh ?S unter klausiblem Norwand (man ist darin sehr erfinderisch) aus dem Hause gelockt und nach derRückkehr findet es einen geschmüStenFesttlsch,daraus nicht v?. r. v r x - . r V I nur vle peiien unv vselrunle, zonvcrn r t-. .. . w r . ix.r . V t I aucy aueiseralye sammr .icylucy uns . . i rr r . ..n.. toeroienen. aus vscirncnien ccusaen. Vor 5i2bren war ein deutsche? Lehrer bier einaewandert. er mukte fiö anfanas n Ubr be cheidener Stellung durcharbei - ' . - . i en, gründete dann,alS gediegenerMufik. kenner, emen Gesangverein und hatte glänzendenErfolg. Nun wurde das Stif. tunaSfest aeseiert. alle Notabeln nabmen Theil und dem Lehrer wurde von schöner Hand ein Lorbeerkranz aus's Haupt aedrückt. Nach dereremonie wollte er die yrenrrone anifr.cn, es wuroe iym ver wehrt, er mußte geschmückt bleiben. Erst aus der Heimfahrt konnte er den Kranz mit seinen Hut vertauschen und da mchte rv- . r t . . er vle nloeaung, oaß zwicqen oenotul- . rr .k. - r m . . rrv, ? i I tern 2500 Dollars in Papiergeld einge flochten waren. Das nennt man dur prise parties, amerikanische Uederra schungen r W. Kaulen. NuH ein EhrenbeleidkgungSprozeß. (Ättliner EerichiSscenr.) Die Szene spielt vor dem Berliner Schöffengericht, Abtheilung für Privat beleldlgugen. Herr'Brmkmeyer, Nie derösterreicher von Geburt und Koch von Profession, ist der Beleidigung ange klagt, weil er bei Gelegenheit einer ge richtlichen Verhandlung von einem Drit ten behauptet hat, derselbe habe sich t ei C i Cn "t knabenhaft betiagen. Präs.: Sle l?093"11!?61""3 hoab' d' Ebr, g horsamster Duner, ?"us. Pra,.: ins icyon oe. stf T i' - r r . Nrasl k Angel vto. aws iq guar, Ti M ct r r l Herr GenchtShof! -Präs.: Sie find Oesterrelcher? Angekl.: I hoab' d' Ehr; a guater, braver Oestrelcher. Zl-: Sie sind verheirathet?-Angekl.: Yllf hin (Aisn n tYia tin'.' Sa 2?', I . " lT V .1" " ,,r Sit", Vt t-Tc c hrll ZM'M! TokT- 1 p !r v V c der Stub'daHttm. -Präs.: v.aben S Vermögen?-Ange l.: Ah : bitt Jhna, ?.ä d?n was :S denn da Heuer noch zu verdienen ? m tt rv v . r r- . , , - !Ptä.: Ich. denke. S,e sind jetzt ,m ,e u m wwuung , - 4T-V "7 Z wir eigentlich uns mal einladen, um zu ehe, was Sie für schöne Sachenanfertigen. Angekl.: O, x lad Jhna xii tv rv m y w iw waviv ;i i rn w wv 1 rm mmm 1 1 m v am seindlich ein, kaiserlicher Herr Rath I koan Jhna unter Diskretion sag'n, daß Se.an"wbÄ8?WncXif fJet richt', wie meme Wenigkeit, oder wenn Ä 1 ÖWx't? r mSmln vo? Kubflonaeln ober de :7Tr iW wort,'daß kaiserlicher Hm Rath wird I?-8 Sf Sf -"i? 2rst2r spaßige Speis' -Präs.: Na, die AusS?ug ub R doch em schönes W44k VViV UVIVV4VU 94"tjw44 sei's Dank, wir hab'n no zu leben, aber was a Vermögen anbetrifft, do steht nix darinnen drin. Präs.: Sie sollen also den5euoen bier beleidigt hahen.mtU &i? Kriirr invi n nnniiTTfTT i innsri iv.avv ihm knabenhaftes Betragen vorwarfen. Angekl.: Joa, i weiß ganz guet Bescheid. Al o laffen S' sich sagen: Es war am 25. Jänner. Dieser Herr da. her, der hat sich mit dem Schuhmacher Schubert, oer mit mir so angesemdet ist, fin1l TaK.m M.itfT.M uuu yvuu yu iuutii uiuui uui ucii Beleidigungsrath, mit diesen Menschen hat er sich abg'sprochen.dös se mich wol len auf der Straßen Überfall'. Nu bitt' i in aller Welt, wo is dös ane Helden. At. L i CT2 f . On.I . , lyal? Plu,.. -juiu, oas wäre gewig nicht Ichön. Angekl.: I dank' recht schön, Herr Rath, für Ihre auate Mei nung. Nu sehn'S : Wie ich da prome ntre aus der vtraßen am 25. Jänner, da geht'S flack flack und da kimmen diese beiden Herren herg'lauftn, se hab'n a groß'n Kordon ln' Arm und den drucken S'mer an a Koeper und um'n Plutzer, so daß mir Qurde S'Herz ganz schwaa i.tb hntin w:.k. v : . A:4..f v. : un vuiiu jjuij) 5 wuuu itipjju uu trntih?f ttnh in ?ni (SiV n ZM trappe! und ,n einer Eil' vien Weaner Fiaker waren'S Beide verschwunden. No. döö kommt ja übermorgen alldahier zum Aurag, denn i geb' nimmermehr Ruah und hoab ja schon den Schubert g'habt in' ersten Termi. Da hab iien kai serlich-n Herrn Rath g'sagt, wie die Bei. den tapferen Let' sind davonglausen und woan's man döZ bei uns nennt Zeck abspielt" in Berlin mög' man'S ja wohl -a Biffel anders benennen do hoab' i den Richter g'fagt: De beiden Leut' hol?n a Zeck g'spielt wie deKnalVn. Und nu bitt' i Jhna: do sitzt dör Mann da, den i mein Lebtcg' nimmer g'sehn hsab' im Auditorium und haußen im Korridor spricht er: SS hab'nS mich beleidigt, Sö Hab'nS Knabe zu mir ge sprochen. Zeuge : Ich bleibe bei meiner Klage, denn wir sind gar nicht genannt und der Angeklagte hat dem Richter ge. sagt, wir hätten unS knabenhast betra gen. So was ist doch eine Beleidigung. Angekl. (wüthend): Wodrum klagt denn Herr Schubert nit? Präs.: DaS weiß ich nicht. Angekl.: I hab' doch aber den Mann daher noch nimmer ge kannt, der Mann ist mir so a Gleichgil tigkeit, wie jeder beliebigste Troddel und

dann muß' i doch recht sehr bitten : sie sind aelausen, daß a Trakehner a arm

seliges Schneckerl dagegen ist offen gestanden, l geb' mem yrenworr vraus. Zeuge: Ich bestreite das. Angekl.: Cin - via F ! ! fcAfi hiHin CTM.f jiv, vu mini i uu yu uum. Cm. . V .t! V !) 1 ! uayic, u umu Au. suu. Dös wär was ! Aber i frag' blos: WaS g'hört so a Mann mit a Korb'n über, Haupt aus' Trottoir dös bezahlt doch aoac kane Steuern nicht. DerGerichtS zr m - - . r r rv . r . r hos erkennt hieraus aus rel,preung und leat dem Kläger die Ko ten ves er J " , . . m iri z ? . . . .L sayrens aus. yerr rinimeyrr muui eine galante Verbeugung, wirst emen schadenscohen Blick aus semen Gegner und verlabl oen &aai mii oeri Folien; fnf. in sV . n fntnl IVs'fshtmt ' v Vü3 i u iuwv '' Wie man in England Duellanten behandelt. Aus London wird vom 1. Juni gesörieben : AnaesichtS der vielen, gera de in letzter Zeit sich mehrenden bekla . fY . 1 f Jt s a mV m aensmerioen ueue inzcui ututtv, tvv durch edle Menschenleben pro nihilo hingeopselt werden, verdient ein Fc.ll besondere Erwadnuna. oer aenern IM Unterhause eine kleine Erörterung her. vorrief. Bekanntlich unterbrach vor ewigen Monaten wayreno emer veoalle V . a it-i-t Cd V- (I.HislU .0'0ITh vcs nleiuuirs vuu uv i 5 (YY CV fl- U!A S. . u oen eyemailgen iinrnerur,ler mu uem V . O L . CT. 1 a fn.AiM' w.s ocicioiacnoc jmu c iuui , wuche Beschimvfuna der semige Jrländer soaar mehrere Male wiederholte. Auf . - - i - Antrag Gladstones uwm oas yaus die Ausschließung O'Kellys für acht Ta ge. Bel der Abstimmung hierüber ent fernte sich der Jrländer M' Coan, sonst aus em vormeruler, aus oem waale. Die irisch nationalen Journale melde ten jedoch, M'Coan habe sür die Aus schliekunaO'Kellys mitgestimmt. Kürz !. rV lt. . . I u V . iicy reiiisizirie ncy oer rrum, er erklärte, wenngleich O'Kelly vielleicht einem verzeihlichen Impulse zufolge jene beleidigenden Worte zugerufen habe, so ...rr. . r.i.o sti t. WiA .in yaz ein svilues ocnciyuuu uuuy iiii in eme Versammlung von senuemen, weshalb er nicht gegen die Ausschlie ßung O'Kellys stimmen konnte, sondern sich lieber aus demSaale entfernte. Hie rauf sandte O'Kelly durch Vermittlung eines anderen irischen Parlaments-Mit gliedes an MacCoan eine reguläre Herauösorderung in der üblichenForm. Mac Coan antwortete, er wolle mit seiner Mittelperson etwas zu thun haben. woraus O'Kelly seme Herausforderung an OCoan schickte.. Dieser antwortete nun ganz vernünftig, er würde ein schwe. res Vergeben gegen die Parlamentär!schen Gesetze begehen, wenn er ein Duell aus diesem Anlaffe annähme, und verlangte Zurücknahme der HerauLsorderung. Da O'Kelly dies nicht that, so I v tn. " s.... m- Knnn inntUntrUi ir Kenntniß des Unterhauses. Gladstone mm bc3 Hauses billigte vollstan. i iimuv. V " I ' dia diese Handlungsweise und bean btt Quelln nickt ii trnni hrt OVffITh niit im PinnTp , V " esend war, derselbe sollte sich heute dem untMfiniif lufitHtn. um Abbitte ,u gn ,.:., . .r wrtf,rn h,& FnZ verpflichten. Die Jrländer I w - - . . 1 , versuchten die en Antrag zu bekämpfen. allein derselbe wurde mit 250 Stimmen gegen 19 angenommen. Falls O'Kelly Heute sich nicht stellt und obige Verpflich. wng eingeht, kann ihn der Sprecher im amen des Unterhauses so lange inSGefängniß schicken, bis der feurige Duel- .... i,z...k.. ..,.. i iuiiv iiuj ju uiuwii uuu utiv vua g,, 7ntschliet. Alle W?lt innerhalb nnb 0tt6tt6ast beg Parlaments billigt die e Ent cheidung. Das Duell gilt n nfllst nur lg cine liche Absdität, und es sind schon nahezu fünf, t,. r;L,J '7; mJiL 'Vr vorgekommen ist. Das fehlte auch noch, hnt. n& ftnuL it.rina wT ungarischer Reichstag würde, und daß Kr l?bti h.fS.h;U h nünim. mung von dem Degen oder der P stole irgend eines rauflustigen Jrländers abhänqig gemacht werden sollte. Ueber !en Blödsinn des Duelles an fich noch ein Wort zu verlieren, ist überflüssig, ein derFall von gestern im Unterhäufe verdient Erwähnung um zu .eigen, wie . vernünftige Engländer aller Klaffen, darunter an sunsua hohe Onmere der Armee darüber denken. Die Köntgin Viktoria alö Savvaty. ,gjiwwi ist eine neue Erscheinuna. In diesem Lichte jedoch erscheint die hohe Dame, wie aus London geschrieben wird, ihren getreuen Unterthanen der Free Kirf" I w.v. Cl X AÜfM 4.TX . ! u . u CY2 i uuu vuuiiiuuu, ivtiuL cincu UtllU) über den Stand der Moralität und Re liaion veröffentlicht haben. In diesem - wird die Königin der Entbeiliauna des Sabbathtages angeklagt, nicht weil sie l . . r - ? k.? am Vvnniag pseiii ein ilraswuroiges Verbrechen m Schottland, sondern wei sie es.zulSkt. dak während ihres Aufent Halts in ihrem schottischen Lustschloß Balmoral der tägliche Specialzug mit den Staatspapitten zwischen Aberdeen und Ballater auch am Sonntag geht Es ist nämlich die Anficht der Freekirker, daß der Anblick dieses Zuges auf die Gemeinden von Ballater und Aboyne . ! ...v..t.f!X.M r:ss..r. ..o.iii einen uciftiuiiucii iuiub uuauui. I 1?.,!? f?X VJ. 17tt V4V (I4U(4 Mil4(4lUit(tt Ihrer Majestät ln Schottland Mit ihrem Betragen auch in anderer Beziehung nicht, zufrieden. Gemeiniglich wird die Zeit und Stunde ihrer Abreise nach Balmoral ui allen schottischen Zeitun gen Tage zuvor veröffentlicht, dami loyale Eisenbahndirektoren sowohl als getreue Bauern Gelegenheit haben, der Königin im Vorbeifahren einen Gruß zuzusenden und eine Verbeugung zu machen. Bei ihrer jüngsten Reise nach dem Norden ist jedoch von Windsor der strikteste Befehl ergangen, die Zeit zu verheimlichen und absolut Niemanden zu den Stationen zuzulaffen. Unglück, licherveise jedoch wurde die Stunde der Ankunft des kgl. Zuges in Ferryhill ruchbar, durch , die Indiskretion eines Beamten, und eine Menge Volk ging nach dem Bahnhof, fand jedoch eine starke Polizeimannschaft vor, die alle Zugänge .gegen die guten Nachbarn absperrten. In Aberdeen waren selbst die Eisenbahndirektoren ausgeschloffen und die kgl. Garde, vekche die Honneurs zu thun pflegt, fand fich seit 1862 zum ersten Male verabschiedet. Obendrein fuhr die Königin auf einer sunst nie ge

brauchten Linie, wodurch daS Landvolks

das sich in einer Entfernung post'lrt hatte, bitter enttäuscht wurde. In Ballater wurde die Königin in einem Stuhl aus dem Coupe in den Wagen getragen. Ihre Gesundheit bessert fich trotz dem schönen Wetter nicht. Auch hat fie alle ihre üblichen Ausflüge und Besuche in der Nachbarschast eingestellt. Dr. Frl. JrieS. , Die in voriger Woche in '.Zöfalll statt gesunde alljährliche Promotion von Doktoren der Philosophie bot in- diesem Jahre ein ganz besonderes Jntereffe und wird in allen gebildeten Kreisen des Landes lebhaft besprochen. Unter den jungen Doktoranden, welche in feierlicher Prozession den Festsaal der Universität betraten, um die Jnstgnien ihrer neuen Würde, Lorbeerkranz, Ring undDlplom, in Empfang zu nehmen, befand sich näm eine Dame, was bisher in Schweden noch niemals vorgekommen war. Fräu lein Ellen Fries, ein anmuthiges Mäd chen von einigen zwanzig Jahren, einer dortigen angesehenen Ossiziersfamilie angehörend, hatte wenige Tage zuvor unteremem großen Zulauf von Zuhö rern ihre öffentliche Doktordisputation bestanden. Die Abhandlung, durch welche sie sich den Doktorgrad erworben hat, ist betitelt : .Beitrag zur Kenntniß der diplomatischen VerbindungSchwe denö mit den Niederlanden unter Karl des Zehnten Regierung." DaS Austre. ten der jungen Woktorandm bei dem Disputationsakt wird als ein überaus gewinnendes geschildert. In emer em fachen, geschmackvollen schwarzen Toilette, als einzigen Schmuck eine feine goldene Kette tragend, betrat Fräulem Fries ohne das kleinste Zeichen von Un. ruhe den Katheder und begann mit sympathischer, durch den ganzen Saal vernebmbarer Stimme ihre Umleitung?. rede. Ihre Geistesgegenwart bei Be. antwortuna der Einwkndungen der Op ponenten war geradezu bewunderungs würdig. Nur eme übergroße umstSndlichkeit ihrer Erörterungen erinnerte an die schwächeren Selten ihres m schlecht?. Als den jungen Doktoren der Lorbeerkranz um die Schlafe gelegt wor den war, wies der Promotor auf die hohe kulturgeschichtliche Bedeutung des Tages hm. Zm ersten Male sei eine schwedische Frau mit dem Philosoph! schen Lorbeer gekrönt worden; dies sei em Zeichen der hohen Stellung und des Ansehens, deren die Frau m der Jetztzeit, im Vergleich Mit früheren Jahr Hunderten sich erfreue, und ein Beweis, dan fie auch auf dem Gebiete derWiffen schaft sehr wohl dem Manne ebenbürtig sem könne. Mi oer Promotion war. wie es in Upsala üblich ist, eine Bekränzung der sogenannten Jubeldoktoren, d. h. derjenigen .alten Herren , welche vor einem halben Jahrhundert Doktoren der Philosophie geworden waren, ver bunden. Unter den Klängen des von der Akademischen Kapelle vorgetragenen Hochzeitsmarsches von Mendelssohn ver. ließ die Prozession den von emem zahl reichen, eleganten Publikum gefüllten Festsaal. Dr. Fraukm FneS war im Laufe des Tages der Gegenstand ver fchiedener Huldigungen und die schwedi sche Preffe begrüßte daS freudige Ereig niß mit großer Genugthuung. Eine merkwürdige Luftfchlssfayrt fand dieser Tage in St. Omer statt. Um j8Uh? Abends bestieg M. Lboste den Ballon Hirondelle und erhob fich beim schönsten Wetter und großerWindstille über, die Stadt. Man sah ihn lange oberhalb derselben schweben, indem er im Kreise um St. Omet fuhr und fich dann langsam nach derRichtung von Eperlecques und Audruick entsernte. Man glaubte sogar einen Augenblick lang, .daß er in Eperlecques niedergr. gangen ; er fiel auch in der That bedeutend und befand fich bei Audruick kaum 100 Meter vom Boden und konversirte dort mit den Bewohnern. Lhoste fragte sie nämlich, was für Eisenbahnlinien dies seien, die er sehe, und stieg dann zur großen Enttäuschung seiner Antmortge der wieder auf. Gegen 8 Uhr kam der Aeronaut an Calais vorbei, von wo aus ihn der Luststrom nach Gravelines und sodann nach Pas de Calais brachte. Gegen 11 Uhr befand er sich in Sicht des Leuchtthurms von Dsver und emPfand die Versuchung, in England zu landen. Lhoste wäre sehr glücklich ge wesen, in England die Landung bemerk stelligen zu können, da er in diesemFalle der Erste gewesen wäre, der auf diese Art die Reise von Frankreich nach Eng land gemacht ; doch war der Wind nicht günstig. Bei Anbruch der Nacht befand sich der Ballon in eme? Eiswolke, der Aeronaut warf Ballaü auS und erhob sich in noch höhere Regionen. So blieb er die ganze Nacht und noch, neun Stun den des folgenden Tages auf dem Meere unterhalb des Ballons nichts als das monotone Tofen der Wogen hörend. Dies war allerdings nicht sehr beruh!gend. Trotz der bedeutenden Kälte, die er auszustehen hatte, konnte er nicht umhin, daS Schauspiel der unter ihm ziehenden Wolken, die vom Monde be leuchtet waren, zu genießen ; es soll ein feenhaftes phantastisches Bild gewesen sein. Gegen 3 Uhr 30 Minuten ging die Sonne auf und der Lustschiffer sah bald einige Schiffe an den Küsten. Hierauf richtete er seinen Weg, nachdem er einen günstigen Luststrom gefunden hatte, zur Erde. Es war 9 Uhr, als er festes 'Land unter sich sah und eine Passende Landungsflelle gewahrte; er warf den Anker aus, der an einem Baume hängen blieb, und der Ballon neigte fich gegen ein Haus, von welchem fich mehrere Frauen ganz entsetzt flüchteten. Bald kam jedoch Hilfe und Lhoste konnte seinen Abstieg ohne Unfall bewerkstelli gen. Er befand sich nach 13stündiger Reise in Holland. Im Vertrauen. Johann: Die Frau Gräsin laffen sich der Frau Baronin empfehlen, und laffen. die Frau Baronin auf morgen Abend zum Thee bitten." Baronin: Schön; sagen Sie,Johann, wer kömmt denn Alles V Jshann (im Vertrauen) : .Nicht viel Gefcheidt'S, Frau Baronin!"

Ei Wiener Fiaker vor Gertözt. Der Fiaker Bursch ka fuhr kürzlich in

der Nähe der Hundsthurmstraße in Wien in sehr scharfcm Trabe, wurde von dem Wachmann Frey aufgeschrieben und dem Bezirksgerichte vegenSchnellfahrens angezeigt. Am 10.Juni fand vor demRich ter des Bezirksgerichts Wleden, D. Nos. si, die Verhandlung gegen den Fiaker statt. Richter. Bekennen Sie sich schul big ? Anaekl. (lächelnd). Möcht' wissen, Herr Doktor, i bitt' Jhna, schaun's mi an. (Er stützt die Hände auf den Tisch des Richters und schaut denselben schmunzelnd ins Antlitz). Richter. Aus Ihrem Gesichte kann ich nicht lesen, ob Sie fich schuldig suhlen. Ang.Schaut ein Schuldiger so aus? Was dö Sicherheit jetzt treibt, Herr Doktor, dös is kannibalisch ! Net a Träuperl einihau'n ins Roß därf mer, busti siegst es net hast es nöt, nimmt der sei' Schreiberei her und zeigl'n Kutscher an. Jetzt natürli, i kann zehn Juramenter ablegen, mir glaubt Niemand. (Burschka macht ein mitleidiges Gesicht.) Richter. ES liegt die unter Diensteid abgegebene Aus sage des Wachmanns Frey vor, daß Sie schnell gefahren sind. Ang. (den ihm . gegenübergestellten Wachmann Frey musternd). Sö, Jhna kenn i gar net von der Hauptstraße her. Sö stengan alleweil in die hohlen Gasseln drint, wo Sö auf Fuhwerk auflauern. Sö benehmen Jhna ak'rat wie der Wilhelm Tell, so von hinten in die Gasseln stellens Ihnen auf und schiaßen auf die Fiaker los Jhna kenn i schon. DerWachmann Frey bestätigt den Sachverhalt und der Richter verurtheilt den FiakerBurschka zn einerGeldstrafe von 2 Gulden, eventuell zu 12 Stunden Arrest. Richter. Wollen Sie berufen ? Ang. I ? Berufen ? Fallt mer net ein. Da fein die zwei Flöhrln. (Er legt zwei Silbergulden auf den Tisch). Aber a Bitt' hätt' i, Herr Doktor ! Richter. Welche Bitte ? Ang. Wann der Herr Wachmann nomal zu Jyna Mit aner Anzeig' kummt, spirrns'n ung'schauter auf a 48Stunden em. dichter. Wazuhabe ich keine Veranlaffung. Ang. Nix für unguat, Herr Doktor . 'psehl mich! ' Neuerdings y a t man einen elektrischen Apparat zum Fischfang m den Tiefen des Meeres ersonnen. Das Suchlicht" besteht aus Edison'schen elektrischen Gluhlichtern von emer Star ke von ie sechzehn Kerzen. Sie find in einem hermetisch versiegelten Glaöbehäl ter eingeschlossen der wieder von emer Glaskugel umschloffen, ist, und der fähig sein soll, dem Druck des Waffers in der größten Tiese Widerstand zu leisten. Diese Lampe soll versenkt und die' See durch Andrehung des Lichtes erleuchtet werden. Man erwartet, dad die Fische des Tieswaffers durch das Licht angezogen und in einem nnterhalb der Lampe angebrachten Netz von zehn Fuß Durchmeffer, das zur geeigneten Zeit in die Höhe gezogen wird, gefangen werden können. Jn Sansosti, einemBadeort der Provinz Eosenza, saß daS Ge schworenengericht und es handelte sich um die Verurtheilung eines Briganten, der 27 Todte aus seinem Gewiffen hatte, wenn er eines besaß. Der Advokat Corbillini hielt eine prächtige Vertheidigungsrede und schloß mit folgenden Worten: Nein, meine HerrenGeschworenen, Ihr werdet nicht ein Schuldig aussprechen gegen diesen Unglücklichen, nicht unterschreiben sein Todesurtheil unter den herrlich strahlenden Augen der schönen Dame Eulalia, der Gattin . unseres ausgezeichneten Präsidenten, welche dort von jener Tribüne auf Euch blickt in ihrer eleganten Toilette von RosaSeide, garnirt mit den kostbarstenVene tianer Spitzen. Ja, meine schöne Dame, die Rosa-Farbe Ihrer Toilette sagt diesem Unglücklichen: Hoffe !" und zwischen diesen kostbaren Spitzen flat. tert der Genius Gnade, welcher zu diesen erleuchteten Geschworenen sagt: Sprecht diesen Unglücklichen frei!" .... Der arme StaatSanwalt was wollte er machen? Er wurde verwirrt, fürchtete, die schöne Dame zu beleidigen und wußte Nichts zu antworten. Der Präsident aber, dem das Lob der schönen Augen und der theueren Spitzentoilette seiner Frau gefallen mochte, ließ wunderbare Milde walten, als er den Geschworenen die Schlußrede hielt. Diese endlich konnten ebensowenig den strahlenden Augen uud der Rosa'Farbe der Toilette der Frau des Präsidenten widerstehen und sagten zu dem Erzschlingel: Geh' hin und beffere Dich " So berichtet FranzLöher in seiner jüngst erschienenen Schrift: DaS neue Italien". Rache derSchwalben. In Klagensurt spielte sich dieser Tage eine Szene ans dem Thierleben ab, die zahl, reiche Zuschauer herbeilockte, welche dem interessanten Kamps ums Dasein zwischen Schwalbe und Spatz die höchste Aufmerksamkeit widmeten. An derSüd ecke des neuen SparkaffengebäudeZ kann man unter den Konsolen der Altane des ersten Stockwerkes vier Schwalbennester erblicken. Eines derselben wurde, wäh rend daS Schwalbe?.paar einen Ausflug gemacht hatte, von einem kecken Spatzen besetzt, und alle Versuche der Besitzenden unangenehmen Gast wieder ins Freie zu setzen, blieben erfolglos, vielmehr gebe?, dete sich dieser schon als Herr im Hause und traf alle Vorbereitungen, sich in dem Quartier festzusetzen. ES währte jedoch nicht lange, denn bald kehrte das ver. triebene Schwalbenpaar wieder an die Stätte der Besttzstörung zurück, aber in Begleitung von ungefähr einem Dutzend seiner Geschlechtsverwandten. Jede Schwalbe trug im Schnabel Ma terial für die Zumauerung des Nestes, und war dasselbe verbraucht, flugs vur de neues herbeigeschafft. In wenigen Minuten war das übermüthige Spatz lein in dem okkupirtenNeste eingemauert ; fruchtlos blieben nun seine Bemühungen, zu entkommen, es gelang ihm nur, sich mit dem Schnabel eine kleine Oeffnung ins Freie zu bohren. Der Leib aber blieb im Neste stecken, und so traf den kecken Eindringling das LooS des Ver. hungernS. Das Nest befindet sich noch auf seinem Platze, der SperlingSkopf hängt aus demselben heraus.

Stiefel muß sterben . Woher diese Redensart stammt, erzählt die Berliner Zeitschrift Bär" im Nach, folgenden: JmJahre 1333 kam derPfarrer Magister Stiefel in der Nähe von Wittenberg zu Luther und erzählte ihm, daß der Weltuntergang nahe bevorstehe. Wie wollt Ihr das beweisen V fragte Luther. Durch meine Berechnungen, die niemals trügen", antwortete der Magister, vermochte aber denReformator nicht zu überzeugen. Besser gelang ihn dies s t . Vt V 1

dci oen Bauern,oie Alles verzehrten uns vergeudeten, was fie besaßen. Endlich kam der bestimmte Tag; aber der WeltUntergang blieb auS. Nun entbrannte der Zorn der Bauern wegen ihres PfarrHerrn ; sie ergrissen ihn und brachten ihn gebunden nach Wittenberg und verlang, ten seme Bestrafung. Das war die Veraniassung, vatz em dortiger Student em Liebchen dichtete, von welchem derAnfang bald alle Kneipen durchwanderte und der fich bis aus unsere Zeit erhalten hat. Stiesel mud sterben, ,st noch so jung, jung, jung !" Stiefel mußte damals noch nicht sterben, sondern erü viel später. Das Lied verleidete ihm aber den Aufenthalt in Sachsen ; er aina nach Königsberg, in dessen Nähe er hochbetagt starb. Ein aemütbliö er R omanfchriftsteller. Durch ein verhSngnißvolles Versehen ist neulich in einer VrovincisUeituna eine für die Re daktion bestimmte Bemerkung des Ro. man-Autors mit abgedruckt vorden. Ver betreffende Feuilleton - Roman schließt damit, daß die iuaendliSe Seldin in Nnßdorf bei Wien dS Grab in oer. Zellen sucht. Dieser Selbstmord ist sehr grell geschildert, und umsomehr überrascht den Leser die nun folgende nicht sür seine Augen berechnete Bemerkung : .Sollte Ihnen das Schicksal der Louise zu düster erscheinen, so laffen wir sie leben; es hieße dann bei der 46. Zeile gleich: Louise dachte noch ost an den schändlichen Streich, den ihr der blonde Doktor gespielt, aber allmälig gewann auch sie ihre Ruhe und die Zufriedenheit des Herzens wieder". . .'.Das ist doch ein gemüthlicher Romancier, der mit sich reden läßt ! Inmitten all der eleganten Möbel, die auf der schweizerischenLandesausstellung in Zürich die Augen der Beschauer auf sich lenken, findet sich ein altes unscheinbares Klavier, das sich gewiffermaßen, als wäre es sich seiner Unansehnlichkeit bewußt, schüchtern zu ver stecken scheint. Es ist daS letzte Tasten, instrument, das Beethoven berührt hat, ein Flügel ältester Faon. Die Elfen, beintasten, gelblich vor Alter und ausgehölt durch langen und fleißigen Gebrauch, tragen die Spuren der Finaer , des gewaltigen Meisters. Welche reichen yarmonien, weiche tiefen Geheimnisse könnte dieses bescheidene Klavier offen baren, wenn es wiederholen könnte, was einst der Meister in Stunden der Begeisterung aus seinen Saiten sprechen ließ! m AM m . . . Der von Gras m Wien verfertigte Flugel ist das Eigenthum der Nachkommen einer in dieSchweiz eingewanderten öfterreichischen Familie. Empörend. Was ist denn bei Euch vorgefallen, Schwester, daß der Hauslehrer so plöklich entlassen wurde ? .Ja, daS ist 'was Schönes ! Da fraate ich vor ein paar Tagen den Menschen, womit er meine Kmder beschäftigt, und da spricht er mir von den Kenntnissen, welche die Frauen jetzt besitzen müßten, und sagt mir. er würde nächstens anfangen, meinen Töchtern Unterricht zu geben in der Physik. Mein Lieber, fag' ich, ich habe nie eine gelehrte Frau sein wollen : zu meiner Zeit kümmerten sich die Damen von Stande nicht um die Wissenschaften, sie hatten Angenehmeres zu thun. Was ist denn eigentlich Phvfik? VbvNk. antwortete er mir ganz gelassen, ist die Naturlehre ; sie besaßt sich mit den Naturerscheinungen und Körpern und erklärt ihre Beschaffenheit und Eiaensckaf. ten. Ich blieb sprachlos vor ibm stehen. Memen Töchtern will er die Beschaffen heit und Eigenschaften der Körver erklä ren!! Schöne Kenntnisse das! Nicht emen Tag länger litt ich ihn in meinem Hause. Ist es aber nicht entsetzlich, daß so etwas vorkommen tarnt r Em pörend r rr zas woy!?elle aus. Ah, Sie sind Hausbefltzer!" Das wollte ich meinen, vierstöckiges Haus 80.000 fl. Schätzuna 20.0I0ll.Brand. assekuranz 200,000 fl. Hypotheken j.ix',wu si. urrentschuloen vorgemerkte wenn S' noch eine Maß Bier zählen uno ein Paarigarren hergeben, können oas yaus yaven. Wirksame AuSq uartirungS ' Methode. Frau : Wie bring' ich den Zimmer Herrn weg?" Mann : Zeig' Dich einmal im Neg llgee Auf der Wache. Herr Leitnant, ich thSt gehorsamst bitten, daß ich a bissl fort dcrfet.' .Bist Du Bedienter ?"-Na-aber an Schatz bob ich.- Wie lang braucht Dich denn Dein Schatz V Ja, so lang 's halt der ejns ellnani erlaubn. Des Trinkers Kummer. Weil ich von langem Krankenthum Schier gänzlich bin ermattet. Hat mir der Arzt als Tonicum Ein Seidel Wein gestattet Em Seidel Wein für meine Kehl' Das kränkt mich ungeheuer ; Das ist soviel grad' als ein Mehl. m.. r . - T 1 -Ulm ,ur emen ammergeier. CrassuS. SchöpfungSlied, Wie weise war der liebe Gott, Als Adam aus dem Staube ' Zuerst er schuf, und dann das Weib Eva, die sanfte Taube ! Hätt' er zuerst das Weib gemacht, Eva, die sauste Taube, Herr Adam machte sicherlich Sich selbst dann aus dem Staube. Schnell gefaßt. Darf ich mir die Ehre geben. Oh nach Hause zu geleiten Bedaure, eö begleitet mich mein Dienstmädchen !" Oh. dürste ich dann nicht Ihr Dienst Mädchen nach Hause geleiten?"

AUS Kossuth'S Erinnerungen. Ludwig Kossuth erzählt in den Memoiren, die eben im Pesti Naplo" erscheinen, eine hübsche und charakteristische Episode aus seiner Jugendzeit. Im Schuljahre 181718 ging Kossuth nach Pest an die juridische Facultät. Mein Profissor war Alexander Kövy, ein be rühmter ungarischer Jurist. Keiner verstand in der Theorie das ungarische Recht so gut wie er; er schrieb ein Handbuch in lateinischer Sprache, doch hielt er seine Vorträge in ungarischer Sprache. Freilich war das ein merkwürdiges Ungarisch. (Kossuth giebt da einige drastische Stichproben aus denKSvy'schenun garisch-lateinischen Vorträgen.) In diesem köstlichen Ungarisch trichterte er den Menschen ' die Rechtswissenschaft ein. Man mußte fie bei ihm erlernen. Mir und DercZanyi machte er bei der ersten halbjährigen Prüfung, nachdem er uns nicht nur das ausgefragt, was er vorgetragen, fondern was wir aus seinen Buche gelernt, zu der anwesenden In spektionS.BehSrde gewendet, folgendes Kompliment : Diese beiden jungen Leute kennen das Gesetz besser, als die ganze königl. Tafel, welche man auS lauter unwissenden Prälaten, Baronen, Vicegefpänen zusammenlest, ohne sie zu prüfen Beide könnten sie stants pede als Personalis angestellt werden Er war ein kurz angebundener, rauher Mensch unb diese seine Eigenschaft rief einmal einen kleinen Conflict hervor. Es geschah nämlich, daß er in seinen Gegenstand vertieft, den Vortraa über die

festgesetzte Zeit hinaus eine oute Weile ausdehnte. Wir hörten, wie gewöhnlich, sehr ruhig zu, doch da geschah es zufällig oder abfichtlich rieb Jemand at rade in den Bänken, in denen auch ich saß, semen StieselabZatz an die Diele, was sich als das Zeichen von Ungeduld anhörte. Kövy wandte sich zu uns, maß uns mit funkelnden Blicken, schlug mit der Faust auf daS Pult, eief uns Ge meine Schurken!" zu und stürzte davon. Ich sagte meinen College, wer gemein genug sei, den Schurken einzustecken, der möge es thun ; ich wolle nicht dabei sem. Wenn der Professor die Beleidigung nicht zurückziehe, volle ich seine Voilesung nicht mehr besuchen, sondern nach Nafchau gehen und die Prüfung dort ablegen. Meine Worte wurden gebilligt und es wurde eine kleine .Leoessio ad montem sacrnin daraus. Drei Tage lang besuchte der arökte Theil der weltlichen Studenten" die Vorlesungen nicht: wir brachten die Zeit vor dem Collegium auf dem Rafen zu, wovel immer Emer von uns aus Kövy's Lehrbuch laut vorlas. .Endlich schickte der Vroielior nach mir. .Was für Dummheiten machen Sie denn, do ; r l o fr n ? iuiue iraier s via i oas leine Dummheit. dorniii6 spectabilis, son dern die gerechte Auflehnung de verletzten Ehrgefühls antwortete ich. Wir kamen hierher, um zu lernen, nicht um geschmäht zu werden. Wir waren stolz, Scküler des berübmten Vrofefiors Kövn sein zu können, wir sind aber auch auf unfere Ehre stolz; der Herr Professor weiß, oatz ich auch 24 stunden lang gern zuhöre, auch Andere thun dies ; wer zu dieser Unannehmlichkeit Anlaß gegeben, ist mir nicht bekannt. Möglich, daß es zufällig geschehen, es wäre auch besser gewesen, dies so zu nehmen, wir sind aber weder Betyaren noch Kinder. Nach einigen Monaten singt uns der Chor der Togaten daS AbsckiedNied Äei'etek! IsWn veletek!" und wir treten aus der Schule in's Leben, wir können nicht daS Brandmal von Schurken auf unserer Stirne tragen. Wollen Sie die Sache nach JhrerWeiLheit erledigen, sonst wird ein Landes Skandal daraus, wenn die Welt erfährt,, daß Professor Kövy von seinen Schülern verlassen wurdet Na gut," erwiderte er, kommen Sie morgen, wir wollen'sin Ordnung blingen." Wir kamen. In den letzten Tagen hat sich eine kleine Unannehmlichkeit ereignet sagte Kövy , ich bedaure ; die Sache entstand so, daß ich Böswilligkei voraussetzte, doch habeich mich überzeugt, daß dies nicht der Fall war ; vergessen wir fie, verlieren wir nicht die theure Zeit, gehen wir weiter ! Allein (von der Seite aus mich deutend) der domine Kossuth wird ein andsriedenstörer werden." Kaiser W ilhelm bei den Cadetten. Als der deutsche Kaiser dieler Tage in der Berliner Cadettenanstalt beim sogenannten Schrippenfeste sich an den FrühstückZtisch unter der Colonnade begab, bemerkte er am Eingänge zu der selben mehrere Cadetten. Er ging auf diese zu, sragte einen nach seinem Namen und erhielt die Antwort, daß er Blume heiße. (Er war 'der Sohn des Commandeurs des ZL.Regiments). Haben Sie Hunger ?" Zu Brsehl. Eure Majestät " Na, dann sollen Sie erst recht nichts kriegen war die Erwiderung des Kaisers, der nach dem Frühstückstische ging, um dort Bescheid zn thun. Nach einer Weile kam der Kaiser zu ihn zurück mit einem Teller voll Schmorbraten, der von ihm eigenhändig in kleine Stücke geschnitten war, dazu hatte er Milchreis gethan. Der Kaiser reichte dem Cadetten den Teller mit dem Wunfche, sich's wohlschmecken zu lassen, dann aber bemerkend, daß' er die Gabel vergessen, eilte er zum Frühstückstisch zurück und holte auch die noch. WaS wollen Sie denn werden?" fragte er den Cadetten. Offizier Eurer Majestät." Sagen Sie", raunte er ihm zu mitHinweis auf den danebenstehenden GeneralFeldmarschall Grasen Moltke, sagen Sie Feldmarschall." Nun denn.Felo. marschall Eurer Majestät Haben Sie gehört, Graf Moltke, der will auch Feldmarschall werden." Graf Moltke lächelte und bemerkte daß der Zögling des MarS ja noch keinen Tornister hätte, um vorläufig den Marfchallöstab darin verbergen zu können, worauf er ihm sein halbgeleertes Glas zum Trinken reichte. Von der Börse. Warum sind die 1880er Russen nach der Krönung eigentlich so stark zurückgegangen V Weil die 1883er Russen trotz der Kiönung nicht einen Schritt vorwärts gekommen sind."