Indiana Tribüne, Volume 6, Number 278, Indianapolis, Marion County, 25 June 1883 — Page 2

Zndiana Möüne.

FSgliHe- und Sonntagsausgaöe. Offfce: 12O.Marhlandstr. Indianapolis, Ind., 25. Juni 1633. (Zypösigurcn. .Statuen, Statuetten, schZn und bil Itg" diese Anpreisung seiner GyPLsiguren wiederholte an einer Straßenecke in Philadelphia vn Sohn des sonnigen Italien unöerd?os,'en und in allen Tonarten und Stimmlagen. Er war ein hagerer, schlank aufgeschossener Bursche, mit zerrissenem Schlapphut über den schvarzlockigen . Haar, mit . schwarzen, schönen Augen, einer scharfgebogenen Nase, aber mit einem Ausdrucke von Hunger und Entbehrung in dem esichte, der Mitleid erregte. Seine Klei der konnte man fast nur noch Lumpen nennen und aus den zerrissenen Schuhen ragten die Zehen weit heraus. Seinen Waarenvorrath trug er auf einem großen Brette, das mittels eines Tragban des um den Hals festgehalten wurde. Die Tonleiter hinauf und hinab kletterte feine Stimme, bald laut und grell, bald mild und sanft wie eine Frauenstimme, bald bittend, bald bettelnd, aber arme Leute und reiche Leute, Schuhputzer, Advokaten, Damen und Frauen, Polizisten und Geschäftsleute, selbst Hunde mit und ohne Maulkorb gingen und lie fen an ihm vorüber, ohne ihm oder seinen Kunstwerken auch nur einen Blick zuzuwenden.. Da kam auch ein Zei tungömensch seines Weges, voll Jnteresse sür alles, daS Herz voll Mitleid, die Tasche nicht übervoll von Nickels. Wit viel? fragte er und deutete nach ei ner der größeren Figuren. $1.25". .Ich gebe 25 Cents. .Basta, nicht veniger als $1.00." 25 CentZ." 75" , 25" , .50", 25", all right". Der Käufer nahm eine 1$ Fuß große, aus dem Meeresschaume auf tauchende Venus, aus die er gedeutet hatte, an sich und wie ein Baby in den Arm. Die Figur war auffallend hübsch gearbeitet. Wie ist es möglich, derartige Figuren zu 25 Cents pro Stück zu liesern und dabei immer noch ein, wenn auch noch so dürstigeö,Leben herauszuschlagen ? Diese Frage wird sich schon Mancher vorge legt haben und sie war es auch, welche den Reporter zu der Bitte veranlaßte,der Italiener möge ihn in seine Fabrik" jähren, sür die Zeitversäumniß solle er einen weiteren Bierteldollar erhalten. Dort wurdkl)!e billige Herstellung schnell erklärlich. In zwei ganz kleinen und aus's dürstigste ausgestatteten Wohnzimmern woh nen drei italienische Familien ; das eine dient als Schlaf und Speisezimmer, das andere als Ateller". Die Leute waren gerade am Mittagessen und der Reporter bat sie. sich nicht stören zu lassen. Um den Tisch saßen 7 Erwachsene und standen 4 Kinder und schüpsten aus einer großen Schüssel Suppe, in welcher Knochen, Maccaronis und auch einige Fleischstücke herumschwammen; dieselbe duftete nach Knoblauch und halbverdor benen Maccaronis. Das Brot, das auf dem Tische lag, war nicht ausgebakken. Im Atelier erfuhr der Reporter, daß die billigste Sorte GyPS $1.00 pro Fafc koste, und daß aus einem solchen 500 Figuren von durchschnittlich 1 Fuß Höhe hergestellt werden. Die Formen werden aus Gelatine anaefertigt und dieses kostet pro, Pfund $1.00. Eine gewöhnliche Form ist $2.00 werth und in ihr können 30 Figuren gegossen wer den. Ein geschickter Arbeiter kann tag lich 100 Figuren anfertigen. Die Zeit ist bekanntlich für die Italiener nur in sehr bescheidenem Sin des Wortes Geld und so leuchtet ein, daß dieselben bei dem unglaublich niedrig scheinenden Preise von 25 Cents eine Figur von 1 Fuß höhe für 25 Cents verlausen und hierbei existiren, sowie noch etwas erspa ren können. In den Ber. Staaten gibt eZ Fabriken, in denen ebensalls GyPS siguren angefertigt werden. Aus diese leiden die angegebenenHerstellungSkosten keine Anwendung ; sie beschäftigen ge schickte und gut bezahlte Arbeiter, widmen den Modellen und Formen viel mehr Ausmerksamkeit,verwenden dreimal theu rereS Gelatine und doppelt so theuren Gyps. Eine Figur derselben Größe, die der Italiener sür 25 Cents noch leid lich votheilhaft verkaust, kann in der amerikanischen Fabrik nicht unter 40 ' Cents hergestellt werden. Die Italiener fertigen nur wenige Sorten von Figuren an Und sind daher darauf angewiesen, häusig neue Absatz gebiete zu suchen. Haben '-sie in einer Stadt so viel Waaren abgesetzt, daß der Berkaus gar nicht mehr gehen will, so verlegen sie ihr Arbeitsfeld nach einer anderen. In früheren Jahren verbrei teten sich die Hausirer mit Gypssiguren auch über das platte Land, doch st dies gänzlich abgekommen. Im Winter hel sen die Hausirer auf Vorrath arbeiten, in den frühen Morgenstunden sammeln sie Cigarrenstummel in den Straßen. An Sonntagen halten sie vielfach Limo nadr und halbverdorbene Südfrüchte, die sie von den Händlern billig kaufen, an den Straßenecken feil. Das vlrginische ffarmhauö. Ein altes FarmhauS in Biginien hat mit den Bauernhüusern in Westphalen, Theilen von Norddeutschland und Ost srieSland unverkennbare Ähnlichkeit. Eine einzige. lanae und breite Öalle Diele nimmt das ganze Haus ein,der Fußboden ist glanzend weiß gescheuert, die Wände sind in ihrer halbenHShe mit ftoli aetäfelt und darüber weik aetünckt. Die Geweihe von Hirschen, die vor 50 Jahren ' in den dichten Waldungen der Umgebung die Beule oes iütn$3 wur den, oder solcher Thiere, die der Jäge nock htnit aus neleaentlicken Iaadaus er " 1 r J - u ttfintn nack ktn AlleabanieS erleat' sind an den Ää7.d:7. SeseMat, und an ihnen

hängen die alten lischrotbcutel und Pul verhorn:? nebenden modernenPatronen gürteln herab. Ein: andere Wand nimmt ine Karte des County, eine Ab bildung der Universität von Virgin'.en oder des Capitals in Nichmond ein. Daneben prangen Unter GlaS und Nah mcn die schrisiliüen Anerkennunaen, die der Farmer auf landwirtschaftlichen Ausstellungen davongetragen hat. In irgend einer Ecke ist ein Verschlaq, der das sür den Farmer reservirte Zimmer umschließt,häusig aber auch alsFamilien stübchcn dient. Hier nimmt noch der alte, mit massiven MessingZierrathen geschmückte Kamin die mächtigen Holz, scheite auf, und im Winter deckt ein Tcppich den Boden. In allmodischen Truhen werden hier die Familienschätze aufbewahrt, und die Wand schmücken die Porträts derjenigen Männer, die der Virginier vom alten Schrot und Korn am höchsten verehrt. Natürlich sehlt Washington nie und nächst ihm findet sich Jefserson am häu sigsten. Auch dem großen amerikanischen Redner Vatrick Hemy begegnet man in keinem Staate so bäusig, als in Virginien. Die große Halle ist das ge wohnliche Versammlungslokal sür alle Personen, die zu der Farm gehören, hier werden die Mahlzeiten eingenommen und

die Abende verbracht. Im hinteren Theile der Halle t em großer Theil der aus der ftarni aewonnenen Früchte aus bewahrt, dem steinernen Heerde ist der eiserne Kochheerd gefolgt, uno uaii oes LocheS im Dache, durch welches früher ott Rauch abzog, ist jetzt das eiserne Ofenrohr in den neu errichteten Schont stein geführt. In einem Punkte ist jedock das Farmbaus von dem Bauernhause verschieden : die Stallungen U finden sich ln ersterem me unter oemjavw Dache. Iuniprocesse. In der letzten Zeit sind so häusig rechts und vernunftwidrige , Urtheile von Geschworenen gefällt worden und gleichzeitig so viele Ausbrüche von Lynch justiz und Selbsthilfe vorgekommen, daß sich die öffentliche Aufmerksamkeit in erhöhtem Grade den Fehlern unseres sogenannten Schwurgerichtö-Systems zugewendet hat. Als der augenfälligste und schlimmste dieser Fehler wird du Vorschrift bezeichnet, daß sämmtliche Geschworene sich auf einen Wahrspruch einigen müssen. Neun, zehn, ja sogar elf Männer sind machtlos, müsien am Ende, um nur überhaupt kln Urtheil fällen zu können, einen Vergleich einge hen, der ihren Ueberzeugungen nicht ent spricht, oder, falls sie das nicht wollen, die Urtheilssprechung ganz verweigern. Es glebt aber fast in jeder Jury einige Männer, die entweder aus unehrlichen Beweggründen, oder auch nur aus Un wissenhejt und Verständnißlosigkeit die Zeugenaussagen und richterlichen AnWeisungen unbeachtet lassen und fest aus ihrer p e r f o n l l ch e n Ueberzeugung beharren. Unter solchen Umständen wird eS zur Unmöglichkeit, Gerechtigkeit zu üben, und un Strafprocesse werden fast immer die Verbrecher begünstigt. " ES lst eine Frage, die febr ernstlicher Erörterung bedarf, ob auch Civilprocesse von Geschworenen zumAustrag gebracht werden sollten. Streitigkeiten, die aus Vermögens-, Handels undEigenthumSfragen entstehen, sind 'häusig so verwik kelt, daß nicht leder Laie, und seiner noch so intelligent, sie zu lösen vermag. Man hat sich in einzelnen Staaten dadurch zu helfen gesucht, daß man Processe, deren Beurtheilung eine besondere Sachkennt niß voraussetzt, besonders ausgewählten Juries unterbreitet, aber hierbei stößt man wieder auf Standes- und Fachvorurtheile, die dem Rechte zuwiderlaufen. In den meisten Staaten hat man daö Unwesen abgeschasst, daß die Geschwo renen nicht allein über die dem Falle zu Grunde liegenden Thatsachen zu urthtt len, sondern auch die bloßen Gesetzes fragen zu entscheiden haben, in anderen besteht dagegen wieder die Ungeheuer lichkeit, daß die Jury sogar die Strafe, bezüglich den Betrag festsetzt, den die verurtheilte Partei zu zahlen hat. Ueber Haupt läßt sich von einem amerikanischen Jurysysteme gar nicht reden ; es giebt Viele verschiedene Systeme und allen ge memfam ist eigentlich nur der aus dem gemeinen (englischen) Rechte stammende Grundsatz, daß alle zwölf Geschworenen sich einigen müssen. Da sich nun erfahrungsmäßig viele Reformen auf einmal nicht durchsetzen lasten, da sich serner die Kräste der Reformsreunde zu sehr zersplittern würden, wenn sie die in den einzelnen Staaten verschiedenen Auswüchse bekämpsten, so würde es sich wahrscheinlich empfehlen, den Ansturm zunächst ausschließlich gegen den Einigungszwang zu richten. In allen parlamentarischen Körperschaften entscheidet nach Umständen eine einfache oder höchstens eine Dreiviertel. Mehrheit, die allerwichtigsten und weitesttragenden Urtheile der höchsten Gerichtshöfe brauchen nicht einstimmig abgegeben zu werden, um bindende .Kraft zu erlangen. Es läßt sich demgemä kem irgendwie stichhaltiger Grund dafür angeben, warum gerade bei schwurgerichtlichen Ent scheidungen die Zustimmung aller zwöls Männer erforderlich sein sollte. In Eu ropa hält nur noch England an dem Ei nigungSzwange fest, während in den meisten andern Ländern ein Urtheil voll giltig ist, das mit mehr als sieben Stimmen" abgegeben wird. Erklären sich acht oder mehr Geschworene für Ver urtheilung oder Freisprechung, so wird demgemäß verfahren, herrscht dagegen Stimmengleichheit, so fällt der ju riflisch gebildete Gerichtshof die endgiltige Entscheidung. Es kann nie vor kommen, daß der Proceß gar kein bestimmtes Endergebniß hat, daß ein neues Verfahren wegen Richteinigung der Ge schworenen eingeleitet werden muß. Selbstverständlich braucht nicht ge rade die erwähnte Methode überall in den Ver. Staaten . nachgeahmt zu wer den. ES herrscht hier das gewiß nicht ... . V. ZI .t.".Cf . v r 4. V ja uituuuimujuc vycuqiuor, üsljj tue Rechtsprechung namentlich im Straspro sie nicht vorsichtig genug geübt werden

kann und lieber em Dußenli Verbrecher straffrei ausgehen, als ein einziger Un schuldiger bestrast werden sollte. Doch da sich bei der größten menschlichen Vor sicht Irrthümer nicht vermeiden lassen und zwölf Männer gerade so gut fal scher Ansicht sein können, wie acht oder neun, so würde es jedenfalls genügen, dieMehrheitsregel mit der Einschränkung einzuführen, daß auch derRichier dem von derMehrheit gzsälltenUrtheile zustimmen muß. Wenn also z.V. neun GeschwO' rene zu einem Einverstandniß gelangt wären, so könnten sie den Wahrspruch ausschreiben, mit ihren NamenZunter schristen versehen und dem Nichter un terbreitcn, der ja auch die Zeugen gehört hat und das Geskd kennt. Fände dieser, daß der Wahrsvruch den Thatsachen und den gestrichen Vo:sch?isten entsprich, so könnte er ihn durch seine Zustimmung zum Urtheiltsspruche erheben, im entze gengesktzten Falle. könnte er einen neuen Proceß anordnen. Dadurch wäre der Angeklagte sicherlich genügend geschützt. Die Abschaffung der Anigungsregel würde freilich nicht alle scandalösen Ur theile verhüten, denn es kommt ja leider häusig genug vor, wie i im zweiten Sternpost'Processe vorgekommen ist.daß die überwiegende Mehrheit der Geschworenen einen gegen Gesetz, Recht und Vernunft gleich schwer verstoßenden Wahrfpruch abgiebt. Jndesien läßt sich bei einigem guten Willen der die Juries zusammensetzenden Beamten einem voll ständig gepackten" oder vorurtheilsvollen Schwurgerichte meistentheils aus weichen, und die schmachvollen Urtheile würden jedenfalls bedeutend seltener werden, wenn die käuflichen oder sonstwie beeinflußten Mitglieder der Jury wüßten, daß nicht von ihrer Zustimmung das ganze Urtheil abhängt.

Marburg, 4. Juni. Die Ge sammtzahl der Studircndcn hiesiger Universität beträgt im gegenwärtigen Sommersemester 840 :ne Höhe, die Marburg noch niemat erreicht bat. tm i Dle Mlea Bai. Unlernehmungslustige Amerikaner, welche in der Durchforschung verschiede ner, noch wenig bekannter Inseln i.'i dem Oberen See '(Lake Superior) begriffen sind, hatten kürzlich die Insel Groscap in einem Seegelboote verlassen, um sich nach einem derjenigen Eilande zu begeben, welche theils keine, theils nur in dianische Namen tragen. Das Wasser des Superior ist häufig so durchsichtig, daß man den Grund des Sees und die Fische so genau beobachten kann, als wären solche nicht durch Wasser, sondern durch die reinste und klarste Luft von dem Beschauer getrennt. Ein hochbe tagte? aber noch kräftiger Indianer, der mit seinen beiden Söhnen den Reisenden als Führer und bei Windstille als Ru derer diente, meinte, je durchsichtiger das Wasser, desto näher fei ein Sturm und lenkte das Boot nach dem kanadischen Fefllande. Bald brach in der That ein Sturm in kurzen aber heftigen Stößen loö,baS Segel mußte eingezogen wer den, und nur mit Aufbietung aller Kräfte gelang es dem halb mit Wasser gefüllten Boote, die Mica-Bai zu errei chen. Diese Bai bietet auch gegen daS heftigste Unwetter vollkommenen Schutz. Bald schwieg der Sturm, der Regen ließ nach und die wieder vom blauen Himmel strahlende Sonne beleuchtete ein Bild, wie die Weißen im Boote noch nie ein ähnliches gesehen. DaS ganze Festland erglänzte, soweit die Augen reichten, in schneeiger Weiße, die einen Glanz zurückwarf, als ob sie mit Mil liarden von Eiskrystallen bedeckt sei, und hinter dieser Fläche, die wie frischpolir teS Silber im Sonnenlichte strahlte, er hoben sich die rosa angehauchten Gipfel der blauen Berge. Eine Untersuchung de8 den Boden bedeckenden Gesteinser klärte schnell die zauberhafte Erscheinung. Sowohl die kleinen Inseln, welche den Eingang zur Bai beschützen, als das Festland, in welches hinein sich dieselbe erstreckt, bestehen auS vielgestaltigen Bil düngen von Eisenstein und über ihnen sind bis weit in daS Land hinein Gerölle von der Größe eines Hühnereis bis zu der eines Base-BallBalleS sielagert; diese durch den Einfluß des Wassers völ lig geglätteten, aus den verschiedensten Bestandtheilen von Sand bis Achat be stehenden Gerölle sind mit größeren Stücken Quarz untermischt und in letztere sind'so große Quantitäten Glimmer eingesprengt, da sie wie Silber leuchten und strahlen. Der sonst matte Glanz wird, wenn sie vom Regen frisch befeuch tet sind und die Sonne hell auf sie her abscheint, in jenen Sonnenglanz ver wandelt, welcher das eigenthümliche und großartige Schauspiel veranlaßte. Tie fec in daö Land berein tritt an dieStelle der Eisensteine Quarzformation, welche ebenfalls Glimmer in solchen Massen enthält, daß sich besten Ausbeutung zu verächtlich lohnen muv. Noch weiter von dem Ufer entfernt beginnt die Ve getation, welche zunächst eine unendliche Mannichfaltigkeit verschiedener Moose nachweist. Als die Reisenden, mit ihren Unter suchungen beschäftigt, in die Nähe einer tunnelähnlichen Oefsnung kamen, die in einen Abhang führte und zu einer ver lasienen Kupfermine zu gehören schien. trat auS solcher ein augenscheinlich ur alter Indianer hervor, dessen bis aus Haut und Knochen abgezehrter Körper nur noch mit einigen lleoerreflen ehemaliqer Kleidung bedeckt war. DaS straffe schwarze Haar fiel ihm bis aus die Hüften herab iyid in der Rechten trug er den Tomahawk. Er nahm nicht die ge ringste Notiz von den Fremden, schlug ab und zu ein Stück von dem Felsen, betrachtetet! eö aufmerksam und warf eS dann kopfschüttelnd zur Seite. Die Reisenden forderten ihren bejahrtenFüh rer auf, den Mann anzureden, doch die ser verweigerte dies mit dem Bemerken, daß derselbe nie Rede und Antwort stehe und vielleicht seit 50 Jahren kein Wort gesprochen habe. Ich war bei dem Er eignisse zugegen, seit dem der Chippewa einsam auf den Inseln und am User

des, Superior lcbt; seinen Ausenthält wechselt er miit?!s seines Canoes au Birkenrinde. Ich bin ein JroquoiZ. Vor langen Jahren und lange bevor der Leuchthurm aus Whitesish Point errichtet

wurde, war mein Stamm gegen die Chippewa? aus dem Krieöpfade. Die beiden Stamme wechselten häusig ihre Lagerplätze und ihre Sicherheit beruhte darin, dieselben vr den Feinden geheim zu halten. Einer unserer Kundschafter hatte das Lager der Chippewas elpht. Wir verließen in der Nacht unser Lager, stiegen in die EanoeS und ruderten nach GroScap Eiland, auf dem sich die Feinde befanden. Wir erreichten daSfelde kurz vor Tagesanbruch und verbargen uns in den Klippen und Felsen. In der Nacht schlichen wir uns an ihr Lager heran. Sie hatten Wachen am User postirt, aber keine vor dem Lager, in dem alle schliefen. Den Kriegsruf aus stoßend, stürzten wir uns über sie, und kein Einziger entging unseren Streichen. Den Wachen, die am Ufer aufgestellt waren, gkl.,nz eS, die CanoeS zu errei chen, uno diese sind die einzigen Ueber lebenden von diesem Stamme der Chip pewas ; . der alte Mann ist Einer von ihnen.Unmenschliche Behandlung von Strüfltngen. Der Zustand der zehn Sträflinge, welche dieser Tage aus dem Lazer an der.Gko-getomn undLane'sEisenbahr. in SüdEaro!ina wegen Krankheit in das Zua'thaus in Columbia, . S. C.. zurückgebracht worden sind, bildet eine furchtbare Anklage ges.en die Grausam keit, mit welcher die Leute von demCon tractor Twiggs behandelt worden sind. In den erwähnten Lager war die Nah rung unzureichend, starrten die Baracken von Schmutz und Ungeziefer, lagen Ge fünde und Kranke bunt durcheinander, fehlte es an einem Arzte, wurden die Leute überarbeitet. Alle zeln Gefange nen waren dem Eontractor in vollkom men gesundem Zustande übergeben worden. Einer derselben leidet an Brust sellentzündung, und die ärztlicheBehandlung kommt setzt zu spät, als daß Gene jung möglich wäre. Dasselbe gilt von einem Kranken, der an Lungenentzün dung darnicderliegt. Zwei Leute sind vom Ccorbut befallen, welcher eineFolge der unzureichenden Ernährung ist. Vier leiden an bösartiger Entzündung der Knlzgelenke, einer Folge der Uederan flrengung beim Graben und Schaufeln. Zwei leiden an chronischer Elschöpsung, die durchUeberarbeittn und ungenügende Nahrung veranlaßt wurde. Der Super intendent de Zuchthauses. Lipkcomb, berichtet, nicht nur, der Arzt, sondern sämmtliche übrige Beamte der Anstalt seien aus's Aeußerste empört über die schauderhaften Verhältnisse, welche in dem genannten Eamp herrschen. Es scheint, daß eS unmöglich ist, derartigen Unmenschlichsten, welche eine Schande sür unsere ganze Civilisation sind, vor zubeugen, ohne daß der ganzen Unsitte, Gefangene außerhalb der Strafanstalten durch Contractoren beschäftigen zu las sen, Einhalt gethan wird. Dem Coe tractor Twiggs ist ausgegeben worden, sich wegen der gegen ihn erhobenen Be schwerden zu verantworten, der Manr wird in Zukunft eine menschlichere Be Handlung der Gefangenen zusichern und darnach wird es voraussichtlich bei Allen bleiben. Vom Jnlande. Di e H olzfällec und die holzhändler in Wisconsin sind über die heftigen Regengüsse ersreut, welche in voriger Woche dort gefallen sind, weil durch sie die Flüsse und zum Theil die Bäche einen Wasserstand erhalten haben, welcher daS Flößen der Baumstämme und Bretter möglich macht. Der Fluß St. Croir ist bet Merion, oberhalb des Sees St. Croix. durch aufgestaute Flöße und Stämme blockirt, deren holzqehalt auf nicht weniger als 125 000.000 Fuß ge schätzt wird. Bon Eau Claire, Wis., geben jetzt wöchentlich gegen 100 Wag gonS Holz nach Kansas und Nebraska. Der Italiener Philipps Lorgo in Philadelphia hatie um Erihei lung einer Licenz zum Betriebe einer Schnapswirthschast nachgesucht, der County Commissär hatte aber dieses Gesuch abfällig beschieden, weil Lorgo nicht amerikanischer Bürger sei. Der Anwalt des letzteren machte geltend, daß fein Client die Erklärung, Bürger wer den zu wollen, abgegeben die ersten Papiere herausgenommen habe und daher in jeder Beziehung, außer in An sehung der Ausübung des Stimm rechts, als Bürger behandelt werden müsse. Die Angelegenheit wurde dem städtischen Anwälte zur Entscheidung vorgelegt und dieser hat erklärt, daß Niemand durch die Erklärung, Bürger werden zu wollen, Bürger werde, und daß dem Lorgo daher die Licenz zu ver weigern sei. George Washington, der Häuptling der Caddo-Jndianer, und ein bewährter Freund der Weißen, ist dieser Tage im JndianerTerritorium gestor ben. Er bewohnte seit Jahren eine Farm, die an dem Flusse Wichita zwi schen Darlington und der Agentur Wi chita gelegen ist. Er war stets bemüht, seinen Stamm an den regelmäßigen Be .'rieb der Landwirthschaft zu gewöhnen und ging demselben mit gutem Beispiele voraus. Auf seiner gut bewirthschaste ten Farm Übte er gegen alle Reisende die herzlichste Gastfreundschaft. Auf der Farm befinden sich 70 Pferde. 37 Milch kühe und gegen hundert Schweine; er ist 73 Jahre alt geworden. 'Der Sitte der Caddos gemäß wird an seinem Grabe Z0 Tage lang ein großes Feuer unter halten, welches die bösen Geister von solchem entfernt hält. Der Deutsche, Rudolph Brem, in Chicago, ein Mann von 50 Jahren, hat eine Schwester, Lizzie, die ein Liebesverhältniß mit dem Deutschen Albert . Tusch unterhielt. Da dieselbe ihrer Entbindung entgegensieht, so for derte Brem den Tusch auf, dieselbe zu ehelichen. Der leklere erwiderte, daL

Mädchen hob? so viele intime herrenbe kanntschaften, daß hiervon nicht wohl die Rede sein könne. Zu weiterer Besprechung der Angelegenheit verabredeten beide eine weitere Zusammenkunft, an der Southpart Ave. sür Montag Vor mittags 10 Uhr, und an solcher nahm auch Rudolph's Bruder, Louis Brem, Theil. Da Tusch bei seiner Weigerung, das Mädchen zu heirathen, verblieb, drohte Rudolph mil Klageerhebung. Als die Brüder sich zum Gehen wandten, schlug Tusch jeden derselben mit einem schweren Gegenstande über den Kopf und lief davon. Rudolvh'S' Schädel war gebrochen und ein Blutgefäß gefprun gen, so daß er am folgenden Tage starb. Die Wunde des Louis ist nicht ledens gefährlich. Tusch hat sich geflüchtet und war nach den letzten Nachrichten noch nicht verhaftet. AusMemphiS, Tenn., wird berichtet,.daß die in Chicago eingetrete ne bedeutende Reduction des Preises für Schweineschmalz einen Rückgang der Preise sür BaumwollsamenOel zum Betrage von 15 Procent veranlaßt habe. DaS Comite, welches mit Untersuchung der Verfälschung des Schmalzes beaus tragt ist, sollte feiest wichtige Notiz nicht außer Acht lassen. Die. in Salt Lake erscheinende .Tribune- beschuldigt die sögenannte Utah-Commission- der Ver schleppung und unfähigen Behandlung der ihr übertragenen Untersuchung der mormonischen Verhältnisse in Utah und sagt, daß in Folge ihres Verfahrens die Anbahnung geordneterer Zustände in dem Territorium auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben werde; nurEines besorge die Commission gewissenhaft : die Erhe bung der Gehälter. Von dem freigesprochenen Sternpost-Gauner Brady wird folgen des erzählt : Derselbe soll vor Kurzem in einer Oel'Speculation $1,000.000 gewonnen und einen Theil dieses Geldes in Actien der Rio GrandeEisenbahn angelegt haben. Bliß, der bekannteAn walt der Regierung im Sternpost'Pro cesse, speculirte ebensalls in Äctien dieser Bahn, u. Brady soll so geschickt manipu lirt haben, daß Bliß bei dies:r Specu lation mehr verlor, als er in dem gan zen Processe verdient hat. Die SternpostGauner scheinen in mehr als einer JeFiehung sür den Anwalt derRegierung zu .smart" zu sein. Der alte CommodoreVan derbilt war nicht blos ein guter Men schenkenner, sondern besaß auch in ho hem Grade die Gabe, auS dem Gesichte eines Menschen Schlüsse aus dessen Cha rakter zu ziehen. Er war kein prosessio neller Vhysiognom, aber er verstand sich aus Physiognomien. Dieses Talent hat ihn im Erwerbe seiner hundert Millionen sehr wesentlich unterstützt. Interessant ist. waö er am 26. Novdr. 1872 über Jay Gould schrieb: Ich habe in meinem ganzen Leben ein einzi geS Geschäft mit Jay Gould gemacht; eS war dies im Juli 1868, wo ich ihm eine Partie Actien sofort und eine weitere aus Lieserung verkaufte. Beide Geschäfte wurden glatt abgewickelt, aber ich habe seitdem nichts wieder mit ihm zu thun gehabt, will auch nie wieder etwas mit ihm zu thun haben, es sei denn, daß ich mich gegen ihn wehren müßte. Ich habe seine GesiichtSbildung genau ftu dirt und das hat mich zu diesem Ent schlusse gebracht." Die medicinische Gesell fchast des Staates Massachusetts hat auf ihrer kürzlichen Jahresversammlung be schlössen, weibliche Aerzte nicht als Mit glieder auszunehmen. Dieser Beschluß ist namentlich dadurch auffallend, weil von den 1.343 Mitgliedern der Gesell schast sich 709 auf die an sie ergangene Anfrage für Verleihung der Mitglied schast an weibliche Aerzte ausgesprochen hatten. 146 Aerzte erklärten, daß sie nie eine Consultation mit einer Collegin abhalten würden. Bis jeßt haben die medicinischen Gtsellfchaften von 17 Staaten erklärt, daß sie nicht' gegen die Zulassung von Frauen und Mädchen zum ärztlichen Berufe sinV Bekanntlichbekamen kürz lich zwei edle Texaner, Winflered und ThomaS in Columbia, Tex , in einer Spielbude Streit miteinander, liefen auf die Straße und begannen auf einander zu schießen. Wären die Raufbolde gute Schützen gewesen .hätten sie sich gegen seitig das Lebenslicht gugeblajen, so wäre hierin nichts zu beklagen. Statt dessen hat Winstered einen Passanten getödtet und Thoma? einen anderen gefährlich angeschossen. Der Uebergang vom Duell zum ordinären Straßen kämpfe bedeutet eine schlechte Sorte Fortschritt; von dem Duellplatze können sich anständige Leute fern hätten, $h rend die Schießerei in der Straße einer Jeden gefährdet, Deulsüe Local aSrlSten. Nordhausen. 7. Juni. Indem Lorse Wernrode sind de! Gelegenheit einer Pfändung Unruhen vorgekommen. Die Entstehungsursache ist folgende : 19 Einwohner hatten wegen Ablösung von Holzrevenuen Zahlungsbefehle über je 3.31 M. bezw. 3.32 M. erhalten. Vier Einwohner zahlten, gegen die übrigen fünfzehn schritt der VollziehungSbeamte, Herr Sefecke, zur executivifchen Einzie hung der Rückstände. Herr Sefecke sing im Grönert'fchen Gasthause zu pfänden an, indem er eine Wanduhr beschlag nahmte unter der Erklärung, sie hängen lassen zu wollen, sobald das PsandungS Protokoll unterschrieben sei. Die Unter schrist wurde abgelehnt und daher die Uhr abgenommen. Zwei Restanten leisteten aus Aufforderung Zahlung, alle Uebrigen nicht. Inzwischen war der Schulze, Herr Gaßmavn. auö dem ffelde

zurückgekehrt und ging nun mit Herrn Sefecke zur weiteren Pfändung vor. Bei dem Ortöschöppen Koch wurde nicht ge öffnet, obwohl gesehen worden war, daß die Frau Koch sich im Hause aushielt. Nachdem vergeblich um Oefsnung ersucht worden, schritt man ,um Stall, um eine Kuh zu pfänden. Nun rief die Frau ihrem Manne zu : .Karl, jetzt wollen sie unSdie Kuh psänden Der Schöppe

l Koch kam hierauf aus dem Garten und

wurde wegen der Kuh, d:e er nicht missen könne, vokstellig. Nach weiterem Parlamentiren wurde, da Koch seine Unter schuft unter das Pfünd!:ng5protololl ebenfalls nicht setzen wollte, ein Sopda gepfändet und in das Stumme'scheGast' hauS geschafft, wo bereits die Grönert' sche Uhr war. Bei einem dritten Ne stanten war die Thür auch verschlossen, es wurde aus dem Stalle ein Rind pe pfändet und zum Stumme'schen GastHause gesührt. Nunmehr entstand ein allgemeiner Austauf, als der Gemeinde diencr das Rind weaführte itnd damit vor dem genannten Gasthause angekommen war, erhielt er einen Schlag aus die Hand, das Rind, wurde dadurch befreit und rannte fort. Es sammelte sich vor und in dem Stumme'schen Gaflhause eine zahlreiche Menschenmenge an, dis theilweise eine drohende Haltung an' nahm. Als der Ortsschulze, mit Herrn Sesecke und dem Gemeindediener in das Stumme'sche Gasthaus getreten waren, wurden Rufe laut, wie: .Schlagt den Hunden die Fenster ein. !" Ein weiterer Versuch, bei einem anderen Restanten zu pfänden, scheiterte, der ganze Ort befand sich in Aufregung, so daß schließlich ein Bote mit einem Telegramm nach Wol kramshausen. abging. Früh Morgens wurde dann unter zahlreicher Assistenz die Execution fortgesetzt. Kassel,. Juni. Gestern starb da hier der Lehrer Christian Liebermann in Folge eines Schlaganfalls. Geboren am 18. März 1321 zu Landerscheid, ab solvirte der Verstorbene, dessen Name in der deutschen Lehrerwelt einen guten Klang hat, in den Jahren 182 40 das Lehrer Seminar in homberg. Nach vorgegangener Thätigkeit als Lehrer in Mönchcbos und Efchwege, wurde er 1858 an der Knabenbürgerschule in Kasielan gestellt, wo er bis zu seiner Pcnsioni rung, welche ihm nach vierziajahriger pflichtgetreuer pädagogischer Wirksam keit 1880 bewilligt wurde, verblieb. Lie bermann war von jeher ein politisch durchaus freisinniger Mann und hielt mit feiner Gesinnung niemals hinter dem Berge. Noch vor zwei Jahren wur de derselbe von der.FortschrittZparteials Kandidat sür den Reichstag im Wahl kreise Rineln Hosgeismar aufgestellt. Die .hessische Schulzeitung", seit 185 die zuverläsiigste Kampferin sür die In teressen des hessischen Leh-.erflandes, ist Liebermann'Z Schöpfung. Z ü ch a n. Kr. Calbe, ö. Juni. ' Der letzte der hiesigen Veteranen aus den Freiheitskriege wurde gestern unter vielseitiger Theilnahme der Gemeinde zur Ruhe bestattet; es war der frühereMüh lenbesitzer Friedrich Rüde, der am 19. März 1795 hier geboren, 1813 imSom. mer beim kurmärkischen LandwehrUla nenregiment eintrat und an den Feldzü gen Theil nahm. Merfeburg, 6. Juni. In dem Dorfe St. Ulrich hat ein Unglück drei Menschenleben gefordert. Aus dem dor tigen, dem Herrn Helldorf gehörigen Ritterzute waren in einem Schuppen mehrere Arbeiten mit dem Anfertigen von Hamsterpatronen beschäftigt und hatten die hierzu verwendete Spreng masie (ca. 3 Ccntner) beinahe aufgear beitet, als der Kutscher hinzutrat und zur Probe eine der fertigen Patronen anzündete. Durch das umhersprühende Feuer explodirte die noch lose auf bet Tafel liegende Masse, - sowie sammtlicht daneben liegende Patronen unter dem nerähnlichem Krachen ; gleichzeitig ge rieth ein Vorrath im Schuppen lagern den ChilisalpeterZ in Brand und ehe noch Jemand zu Hilfe eilen könnte, stand der ganze Raum in Flammen. Etwa 20 Schritte vor demselben fand man einen der Arbeiter, der herausgeschleu dert worden und dessen vordere Körper feite völlig schwarz gebrannt war. noch lebend, vor; auf zwei andere stich man nach Löschung des Brande im Inner des Schuppens, beie waren schrecklick zugerichtet und selbstverständlich todt. Nach Verlauf von vier Stunden erlag auch der Dritte feinen furchtbaren Ver letzun'gen. Alle drei Verunglückte sint verheirathet, zwei haben je 3 und 4 Rin, der. Berlin, 6. Juni. Der Besuch de, hiesigen Universität beträgt in dem lau senden Sommerhalbjahr 4062 immatri culirte Studirende ooer 610 weniger alö im vorangegangenen WinterbalbZahr. doch ist erfahrungsgemäß der Besuch w Sommer hier stets schlechter als imWin ter. Die theologische Facultät zählt 459 (65 Richtpreußkn). Yt juristischi 1001 (1CG), die medicinische 773 (119). die philosophische 1829 (352). Zu, letzteren gehören 770 Preußen mit dem Zeugnih der Reise eines Gymnasiums, 459 mit dtmielöen eines Realgymna siums und 248 ohne Zeugniß der Reise. Außer den Jmmatciculirten sind noch zum Hören der Vorlesungen b rechtigt. darunter 230 Studirende In militärärztlichen Bildungsünstallen, di? eigentlich den Medicinern zugerechnet werden müßten. Von den 80 stimm fähigen Rittern der ffriedensklasse deZ Ordens pciur lc rnerite gehören grade zehn unserer Universität an (du Bote Reymond. v. Ranke, Zeller, v. Helm holh, LepsiuS, Mommfen, Gustav Kirch hoff, Curtlus, Hofmann und Weier straß) Ge ra, 4. Juni. Vor einigen Tagen wurde der Besitzer des hiesigen großen Hotels .Zum goldenen Roß", Focke mit Namen, dessen. Gasthof befonderS als .Absteigequartier der HandlungLreifen den bekannt ist, unter dem Verdacht, ei nen ihm gehörigen Getreidefeim auf ei nem unweit der Stadt gelegenen Felde durch einen Albeiter in Brand gesteckt haben zu lasten (der Feim war mit ca. 4000 2fl. nersichert) auf Antrag der StaatSanwalt beim Landgericht verhaftet. Die Verdachtsmomente müsien sehr gravirender Art sein, da Focke, der hie, ansäsiig und begütert ist, nicht wiede, aus der Hast entlasten wurde. W o l f h a g e n, 2. Juni. Das Dorf Jstha wurde gestern von einem schweren Brandunglück heimgesucht; um 2 Uhr entstand daö F:uer und vernichtete bin nen Kurzem 19 Häuser, etwa das Funj tel des ganzen Dorfes.