Indiana Tribüne, Volume 6, Number 277, Indianapolis, Marion County, 24 June 1883 — Page 2

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Zwei Elrvm Wmth!

Line NsveSe von Srnft PaSque. (3. Fortsehung.) Sinnend schritt Herr von Halbott das Trottoir entlang. Die Grafin Mutter, die Gattin des ehemaligen Freundes sei nesVaters würde, er. sehenso sagte er sich. - doch auchGräsinPaula die für jhn'inAu? ficht genommene Braut, der er den Hof machen ;rnüsse; deren Herz er in längstens vierzehn Tagen zu erobern in seinem Uebermuth dem, Vater gelobt hatte. 'diesem Gedanken, der ihn unwillkürlich er schreckte, trat plötzlich wieder das Bild der jungen schonen Mutter in seiner ganzen .Lieblichkeit vor' feine" Seele ''Zugleich mußte er den Schritt hemmen, denn er war bei dem Hause mit der verhängniß vollen Nummer 30. angelangt.) Es war ein ziemlich großes, neues und im modernsten Stil errichtetes Gebäude. Vor der offenen prunkvollen Einfahrt hielt eine gewöhnliche' Droschke,. der ein Herr . j fT m m f m A r 4 a. (Y) a " i tiiicui uuuuc;iu niijaiiicu xjiuiijcii" stnzucj entstieg. Von einem reichgallonirten Portier empfangen, verschwand dieser dann in der säulcngeschmückten Vorhalle.' Die Droschke entfernte sich nut wenige Pferdelängen von der Einfahrt, wohl um

cu die Rückkehr des Besuches zn war ten, und dem Eintritt; in das Palais der, Gräfin von Hollbcrg stand nichts mehr im Wege. ,YU''Schon bewegte sich Herr Werner 'von Halbott langsam weiter ; schon hob'crden Fuß, den Eingang zu betreten doä) nun zauderte er, harrte noch einen Augenblick unschlüssig an derselbe nStelle,'dann.sagte er sich : Es mag für morgen fein J uud schritt vorüber. III. Herr Eh a rleöMeunier, und W i l h e l m st r a v e 30A. Der Herr der Drolchke..hattc dem Porticr der 'graflich. Hollbergischc'n Wohnung ein kleines, wie Perlmutter schimmerndes Blättchen eingehändigt, aus dlM ein Name stand. Nachdem d:r Portier, eine mar -iialische Gestalt mit machtigem Vollbart, die Ausschrist der Karte gelesen, wandelte seine bisher vornehm-devote Haltung sich in eine solche vertraulicher Gönnerschaft und er sigte mit einem Lächeln:. Ah! Herr Ebarles Meunier, unser neuer Toi-letten-Künstler ! Sie werden von der jungen Gräfin erwartet und Befehl ist gegeden, Sie ohne Aussehen in deren ernähr einzuführen. Folgen Sie mir. Der Angeredete halte während dieser herablassenden Rede mit äußerst freundlichen Zügen, und durch das Eompliment , sichtlich geschmeichelt, mehrere Verbeugun gen gemacht, sich dabei wohlgefällig auf den Hüften fast tänzelnd hin und her wie gend. Dann betrat er mit dem Portier 'eine Stube der Vorhalle, wo mehrere La kaien versammelt waren. . Einer derselben erhielt von dem mächtigen Beherrscher des Hauseingangs einen für andere Ohrm unhorbaren Austrag, dann folgte eine majestätische Handbewegung'V die durch eine abermalige Verbeugung des Kleider Künstlers beantwortet wurde,, und dieser .schritt nun hinter dem Lakaien drein, der )hn .die mit reichen Teppichen.' belegte

Marmortreppe hmaus in die oberenRegioucn des prächtigen Hauses Leleitete Dleser wirkliche Charles Meunier war

weit davon entfernt,-wie in seiner Haltung auch in seinem Aeußern, sichelt seirem Doppelgänger vergleichen zu können. jEr trug zwar einen hocheleganten Mor 'zmanzug von allerneuestem Schnitt, wohl von einem Pariser männlichen "Eollegen JiPrtmifM. nnai ni. 4nnnhn dt Tvr...u., ..y..v.v.., .v. v.v schwere gold chimmernde Kette, die große Busennadel und die zu helle Farbe der . v w Handschuhe, trohdem sie wohl auch noch von Jouvin herstammen mochten, paßten wenig dazu, am allerwenigsten jedoch die ewig lächelnde, wenn auch gerade, nicht häßliche Physiognomie. . Dieselbe wurde zoahrhaft verunstaltet durch die 'CotelletAtßt die zu beiden Seiten niederhingen und dazu noch eine röthlich blonde Farbe zeiglen. Doch war der Bart wie das gleich stark blonde, , auf der Stirn gecheltelte Haar von allermodernste'm Schnitt, und ihr Bester durfte dreist das Haupt erheben und mit gerechtem Stolze sagen: Sehl mich im? an und lächelt, ich bringe z euch die'allerneueste Mode.de Saris,-und in kürzester Frist wird man mich als Modell betrachten, , bewundern und. nachahs inen. . 1 ' j Der Lakai hatte Herrn Meunier in einen Raum gcsührt, der sich beim ersten Anblick . als ein..hochelegantes, doch auch ollerliebstes Boudoir einer vornehmen und reichen, jungen Dame- darstellte. Die Wände wie die Decke waren mit rosabrochirtem Atlas überzogen, über den sich ein ' feines, fast nur durch seine Falten, bemerkbares weißes Spitzengewebe bereitete, das den grellen Glanz des Atlas dem Auge wohlthätig milderte. Wo in der Mitte der Decke die Falten sich zu. einer Rosette zusammenzogen, hing am göldenen'Kett chen eineAmpel von rosaAlabaster, die eine . Lampe mit Glasglocke von gleicher Farbe ' trug, ; herab, wahrend 'Rosenzweige ißt ' umgaben, über ihren Nand fich bereiteten und in einzelnen Zweigen niederhingen. Die Draperieen der beiden Fenster, der .Ueberzug des kleinen Divans, der niedrigen zkrlichen Sessel waren von ähnlichen Zeichen rosa Seidenstoffen.' Ein Tischchen -iim Stil Louis' XVI. mit schlanken FüM von Nosenholz, reich mit vergoldeter und ciselirter Bronze verziert, nebst einem -ahnlichen Lesepult vervollständigten das ;Meubtement, dessen sonstiges nothwendiZubehör der ganzen seinen NHSstat.tung des kleinen Raumes entsprach.. Als sKallptbkstandtheil stellte 'sich ' jedoch" ein "Spiegel dar der vom-Fußböden fast zur -Decke reichte und oben mit einem flachen igoldenen Vlumenklnbe gekrönt war aus .dem mä5ti?e Roien:weiae bis'-zn dem i-tf v lkten und ist vn-. aan;e ih'nnm dnHt in ff ain uno .Jrnche. förmlich nach ..Roen,. obgleich nur liinstlicke zu schauen arm k er Hatte 'eiwas 'MärazenHäfteS 'und glich in der That dem Ausenthalt eiluer ewig luaendlicken Nns?nfke S I - i ; ? i Cf , , v. ' j - ... v.i. I ' . . v. . : i . . 1 . I : Die Züge des Herrn MeuN:er.?r bisher so zuvorkommend gelächelt hatten. wuroen err.uer; verblendende Ausenthalt mahnte lhn'an die Wichtigkeit seinerAuf--gäbe und seiner Person, und in dem gro1en Spiegel, oer tnt aamt elegante Fi gur wiedergab, studirte er nun eine Pose .'nach der andern, um die iunge und reiche

Beherrscherin dieses seltenen BoudoirS mit der ganzen Würde eines Schülers des großen Worth zu empfangen, i Oh, sie soll nur kommen, meinte er,' sich siegesgef wiß im Spiegel anlachend, ich werd.e ihr zeigen und sagen, was sie noch 'nie gcse hen und gehört hat ! Auch das Geheimniß des Jmponirens und des Schmei chelns habe ich meinem berühmten Meister abgelauscht7--" - Herr Charles Meunier wartete, doch seine neue vornehme Kundschaft wollte nicht kommen. Zur selben Zeit weilte die junge Gräfin Paula von'5)ollberg eine Treppe tieser in der BelEtage, welche die Salons, das große Speisezimmer und die Wohnräume der Gröfin Mutter enthielt. Bit befand sich, und schon länger als seit einer Stunde in Gesellschaft eines Ossi ciers, der die ,'JnterimS-Unisorm eines Hauptmarm? trug,' und das heitere laute Plaudern, ost unterbrochen durch ein helles. Lachen. der jungen Dame, während doch' die 'alteGtäsin im' offenen Nebenraum weilte' kündeken zn Genüge, 'dak beide in einem vertraulichen Verhältniß zueinander standen. Auch saßen sie nebtneiuander auf cinemSofa, und derQfficier ergriff, ostmals. leidenschaftlich die Hände seiner schönen lebensfrohen Nach

barm, sie pressend) doch yergebens in den seinlgen'zu halten suchend. Die, Augen der jungen Gräfin, schwarz wie das reiche Haar, sprühten Feuers Geist und eine hei tere, fast kecke Lebenslust) unb das rothe Mündchenzeigte lächelnd' fast zu oft die pttlenwtißen .' und gewiß auch scharfen Zähne. .S.ie.war schön, eine jener stolzen Schönheiten)! die im' ersten Augenblick blenden, und imponiren, dann nber durch dseiunbesangcne.Liebcnswürdlgkcit ihres Gebarens entzücken und zur Bewunderung hinreißen: ' ' Der Osficier, eine stattliche Erscheinung mit männlich schönem Gesicht,' yaS'für' gewöhnlich, wohl, sehr ernst sein pvchte.blicktedje ; junge.Gräsin mit seinen großen"äusdrucksvollen Augen so innig ? )lnd . zugleich , mit.eincr, solchen bewundernden Freude an, daß kein Zweifel über die Beziehungen bleiben konnte, in denen beide zueinander stauben. Paula, du bist heute entzückend, hin reißend in deiner Freude und Lust, selbst der Uebermuth steht dir vortresstich, sagte der Osficier mit heißem Ton in seiner Begeisterung wiederum vergebens nach den Handen der Heitern haschend. Wenn nur deine Freude einen andern Grund hatte! So spendet sie mit der einen Hand ein füßcS Glück, um mit der andern mir ein weit schöneres und heiß ersehntes noch immer vorzuenthalten. Q du böser Mann, nie zufrieden und undankbar zugleich! zürnte die junge Gräfin, doch nur mit den Worten, denn Ton und Lächeln wie die freudestrahlenden Blicke . sagten das Gegentheil. Wie du mir nicht einen kurzen Winter die Freiheit gönnen wolltest, so mißgönnst du mir nun auch sogar diese? Augenblick längst ersehnter Freude. Doch ich weiß es mein vieltheurer Hermann, daß du mir Abbitte leisten - uirst denn' was ich vorbereitet, zu meiner Lust, wird.'auch dir zu hoherund schöner Freude gereichend " . Jch glaube, kaum, entgcgnete der Osficier viel richiger alS voroin und'sinnend. Was mich bei deinen Festen esnzig und allein entzücken wlrd, bist :dü) meine innig geliebtepaula. Doch diese Freude muß ich mit andern theilen,' denn ein jeder Fest genösse wird' dich sehen und' bewundern können. . Nun sage selbst, ob die Freude für mich nicht größer sein würde, dürste ich deinen lieben Anblick allein genießen, oder doch nur mit der Gränn Mutter theilen. 1. . TC. m-.it c m...r u.:..t ! ii.vur überrascht und neckend, das mir zu den en I aaUam 4 I ' CXa 4 1 . f- i.a geben könnte ! Doch nein, fuhr sie wie oer mit lyrem fruyern fröhlichen one fort, du .bist ein Menschenhasser, kein Tyrann, oer mim in leine Burg ein perren. vor den Augen der Welt verbergen will ! Du bist nur kein Freund von rauschenden. blendenden Vergnügungen, obgleich dn solche ebensowenig kennstund zu beurthei len.' vermagst wie ich. Deshalb wollen wir beide getrost ihre Bekanntschaft machen und erst dann unsere Entscheidung treffen, sie entweder weiter cultiviren, oder ihnen höflich den Abschied geben. ' O du renende gefährliche Tochter Evas, gleich .schön wie schlau!- Für alles weißt du einen Grund anzuführen, dem auch das ernsteste Widerstreben sich sögen muß. ' ' Und so thue denn auch ich es in der Hoffnung, daß nach der Probe unsere Ansich ten dieselben sein werden. , Doch ohne Voreingenommenheit müs sen wir diese Probe erstreben, sie sogar so versührerisch als nur möglich gestalten. damit unser Sieg - wenn ein solcher da raus hervorgehen sollte auch ein voll ständiger werde, der später keine Ansech tung mehr zulaßt. Auch diesem Grunde süge ich mich; da lch dem ersten zugestimmt, mun lckz,noth gedrungen auch die daraus entspringende Folgerung auf mich nehmen. Wie gnädig, mein gestrenger Herr und Meisters -Als Strafe sollst. du dasürjeht noch weit melzr : hinnehmen müssen," das ganze glanzende, berauschende Programm unfereS , Festes, unserer ersten Abendge cllzcha t. Ah ! -, Es wird - mir .Freiide r machen. endlich das -große - Geheiml.is; in seinen lnzellzelten kennen zu lernen. Nur in seinen Umritten, entaeanete Paula rasch mit ihrem neckischen Lächeln, denn seine Einzelheiten bleiben bis zum Abend 7 der' Enthüllung ein Geheimniß für dich erst recht.- 'Was dn vernehmen wirst, kann dir jedoch ein Vorgeschmack voN'dcr Lust und Herrlichkeit geben, wcl che auf unsere FestgSste sich heräbscnken - sie umhüllen und l einem Taumel -von Entzücken mit sich Isortreißen wird Also höre doch unterbrich mich sitcht : Ich werde schweigen, als ob von einem unbedachten Laut das Wohl der Welt abhinge.! ) Uii(i . ' . Oder als ob du scßt schon Ehef des großen Ecneralstabs wärest. War nicht so' den geheimer Gedayke? Du 'eitler, ehrgeiziger. Mann ! Doch nun höre, mit wenigen Worten ist's gesagt.' ( Der Tag ist dir bekannt er, wurde cznzig und alz lein deines neuen Urlaubs wegen, durch aus nicht nach eigenmächtiger Bestimmung gemahlt. Um neun Uhr Beginn des Fe ltes, zuerst Rcunion große Cour, dann Concert, kurz aber brillant; Virtuosen ersten Ranges, aus der Ferne, keine einheimischen, deren Größe ein jeder wohl

bis ZUM! Ueberdruß,'in- und .auswendig kennt. -; Hierauf lebende Bilder, nur drei. Als Schluß Ball Souper dann wiederum Ball und um vier Uhr Cotillon und KehrauS. s e ' x 1. Das nenne ich ein Programm ! sagte der Hauptmann mit einem hörbaren Aufathmen. Es macht deiner Phantasie und deiner Kraft, derlei Vergüngungen zu ertragenalle Ehre! 'Denn'natürlich wird meine schöne angebetete Paula als Königin all dieser verschiedenen Herrlichkeiten erscheinen und' glänzen! " - " Das war garstig, Hermann, entgegnete'die" Gräfin nun wirklich schmollend Ich habe eine bessere Meinung von mir. Obgleich deine' schöne angebetete Paula, fuhr sie bereits wieder lächelnd ' fort,' das Piano gar nicht ungeschickt tractirt und singt, es.im.Nothsall darin wohl mit einem', Virtuosen -von Beruf ausnehmen könnte so wird sie sich doch nicht hören lassen, sondern in bescheidener Entfernung halten es bliebe mir ja auch sonst nichts übrig', ' um "später glänzen zu können ! Dasür werde - ich mich in einem der drei lebenden Bilder produciren und erst recht aus dein Balle vom ersten bis zum letzten Tanze.-: Deine frühere Strafrede nehme ich hin als verdient und leiste dir Abbitte sür meine .Gedanken und Worte, sagte nun der Osficier mit ernst-innigcm Tone. Zu gleich ergriff er die Hand des schönen, lie

benswürdigen Mädchens, die zärtlich' zu ussen doch auch dazu kam er nicht. In Demselben Augenblick, wo seine Lippen sich den seinen teichtbenngten Fingern naher cn, wurden diese ihm rafch entzogen, und Paula schnellte vom Sofa empor. Ein Lakai war eingetreten und überreichte der jungen Gräsin aus einem sil berncn Teller eine Karte. Kaum hatte Paula ' einen Blick darauf geworfen, als sie einen lauten Freudenrus ausstieß, doch zugleich auch das zierliche perlmutterartige Blättchen auffallend vorsichtig in der Ta che ihres Kleides barg. Schon fragte ie hastig und geheimnißvoll den Lakai: Wohin haben sie ihn geführt, Pierre ? '".In das rosa Boudsir, wie'diegnädige Grafin es befohlen haben. Ganz richtig ! Gehen Sie, ich werde foglelch dort fein. Der Lakal entfernte sich mlt einem tie fen Bückling, und befremdet blickte der Osficier Paula an, die unruhig, verwirrt geworden war. Er hatte sich erhoben. näherte sich ihr und fragte mit einem leichen Anflug von Staunen : Du erwartest jemand in deinem Rosenboudoir, das mein Fuß noch kaum hat vcreten. dürfen ? ;,. ' Und wie verwirrt du bist! ' l Nur einen Augenblick schaute die Gräfin dem andern erstaunt in da? ernste Angesicht, dann brachte plötzlich in ein helles, übermüthiges Lachen aus, das gar nicht enden zu wollen schien, selbst dann noch nicht, als aus dem weit offenen Nebenraum die Stimme einer älternDame langsam mahnend rief : Aber Paula Paula! Endlich wandelte sich das Lachen thellweise in Worte, und dem, Osficier tönte es entgegen : , : t"" Ganz richtig errathen, Herryauptmann Hermann von ualbott! Ich erwarte je mand, sogar.'e i n e n Jemand in meinem Rosenboudoir das bis ljekt noch keines Mannes Fuß 'außer dem Deinigen hat betreten dürfen. Doch ob ich darob verwirrt geworden oder erfreut bin, dies zu entscheiden muß ich demScharssinn des zukünftigen . GeneralseldmarjchallS überlasten.. Einstweilen auf Wiedersehen, du bozer, du lieber Mann ! vloq bevor der Hauptmann nur Miene zu einer Gegenrede machen konnte, war Paula ihm um den Hals gefallen, hatte ihn feurig an sich gepreßt, und ihm die Lippen geküßt. Im folgenden Augen blick war sie auS dem Zimmer vcrschwun den. ' : Im Rosenboudoir wartete Herr Char les Weunler noch immer, .denn Gräfin Paula konnte den Pariser Eleven des gro ßen Worth doch nicht in ihrer Morgen toilette empfangen,-' wie ihren mit Wiffen der ' Mutter heimlich Verlobten, den Hauptmann von' Halbott. ' Obgleich die ser Morgenanzug so elegant war, baß sie danüt' bei einem Diner hätte" erscheinen können, so muizte er doch mit einem noch eleganteren vertauscht werden, um dem gewiegten Kenner nicht allein die Vorzüge ihrer bisherigen,' Toiletten, sondern auch die ihrer eigenen Person im günstigstem Lichte zu zeigen. t Endlich nahte für den bereits ungedul dig Harrenden der Augenblick der Erlo fung; eine kleine Thür in den Drape rieen der Wand, die so geschickt angebracht war, oan man ohne sie zu kennen ue un möglich hätte erkennen können, öffnete sich und Gräfin Paula betrat ihr kleines rosenduftigeS Reich, von einem sehr tiefen und gleich langen Bückling ihres seltsa men Besuchs empfanden. ' ' (sie lrug eine zttooe mit unica von silbcrgrauem. Faille,' leicht ausgeschmückt mit ponceau Seidensammt.' Der Schnitt des Anzugs hob ihre hohe schlanke Ge stalt vorthcilhast hervor, wie die Zusam mensiellung der Farben ihren Teint, dem dunklen 'aar und Auaenpaar nur aün ft'g sein konnte. .' Als Herr Meunier nach einer ziemlich langen Pause den Kops wie der hob, musterten sich beide unwillkürlich eine Weile, scharf ruhte, das Auae der Gräfin aus dem dcutschpariser Kleider künstler, als ob sie dessen Fähigkeiten und Talente, wie auch weS Geistes iUno er ei aentlich sei, hätte, ergründen wollen. Leh teres schien eher gelingen zu wollen, denn ihre .Haltung ließ in etwas ihren Stolz fahren und ihr Antlih lächelte. In Herrn Aceunier war iolort beim Anbllci der ichö nen Gestalt der Schüler Wörths erwacht, und seines vollen Werths wurde , er sich bewußt. Ohne d:e pruienden und zu gleich bewundernden Blicke von der jun gen Gräsin abzuwenden, murmelte er einige Worte und Redensarten, halb deutsch. lialb sranzöuich vor nch hin, welche der Ehre'Äusdruck geben sollten, die!ihmwi dersahren sei, wie seinen Dank dasür, und serner, daß er sich bestreben werde, das ihm bewiesene hohe, unschätzbare Vertrauen durch seine Kunst, seine' Leistungen zu rechtfertigen.' , . Daß Gräfin Paula besonders aus die Phrasen achtete, die sie kaum verstanden haben konnte, durste zu bezwel sein sein, dasür horchte sie jetzt um so mehr. was ihnen solgte. . . Denn Herr Meunier hatte' kaum die complimeiits Tii3ag6" überwunden verständlich oder unverständlich von sich abgeschüttelt, als er

sofort in das ihm eigene Fahrwasser ein lenkte. Und wie ganz anders, selbstbewußt und siegeSgewiß klang hier seine Rede! ' Auf diesem Gebiet herrschte er ja un bedingt und brauchte niemand, selbst nicht die junge, schöne und reiche Gräsin vor

ihm zu furchten, deren Noue von zetzt an nur darin bestand, sich ohne Widerstreben bedingungslos seinem Ausspruch, seinem Willen zu unterwerfen," uno ihm noch durch ihre freundlichsten Worte und Blicke natürlich auch durch ihr Gold sür diese Tyrannei des Schönen zu danken. O, Herr Charl?s Meunier hatte von seinem großen Meister gelernt, wie man mit vornehmen, reichen Damen reden und umaehen müsse ! Seine Methode war ünschlbar wie er meintet Ätmt Figur eine Taille, dazu Hal tung, Gang und Gebärde unvergleichlich bewunderilngswü'rdig wie das nach dent wahrhast Schönen durstende Auge des Vekleidungskünstlcrs sie ach. so selten trifft ! Wie gezchassen, die Phantasie, die Begeisterung zu neuen Creatio nen zu wecken, zu entflammen nnd fruchtbringend, höchster Erfolge fähig, zu gestalten Also leitete Herr Meuttier das eigentliche Geschäft ein, ohne die Keckheit und das Unpassende seiner Worte auch nur im entferntesten zu ahnen, was allein sie entschuldigen konnte. In einem Athem suhr er fort : Wie glücklich muß ich mich preisen, daß mir bciBeginn meiner hicsigen Lausbahn dicAufgabe znfällt, eine solche göttliche Gestalt und Schönheit in die allein ihrer würdige Hülle moderner Toi leiten kleiden zu dürfen ! Halten Sie ein, Herr-Meunier, um Gotteswillen haltenSie ein, wenn Ihr ge wiß allzustarker Weihrauch mich nicht betäuben soll ! rief Gräfin Paula, deren anfängliches Staunen u:id aufmerksames Horchen Gefahr lief, von der Heiterkeit gänzlich aus dem Felde geschlagen zu wer den. Anstatt uns in die Regionen einer überschwenglichen Galanterie zu erheben, bleiben wir lieber auf der Erde und mit klarem Verstand ' hübsch bei der 'Sache. Ich bedarf Ihres erprobten Rathes vor erst sür , drei Toiletten zu dem bevorstehenden ersten Festabend unseres Hauses. Deshalb bat ich Sie hicher und will 3ij nen nun fagen, um was es uch dabei handelt. . ' : -! Reden Sie, meine Gnädige, entgegnete. Herr Meunier, durch diese frische Abwehre r r r rvi rt ' 1 - err , leuier gewik im nacy Aleiuer lasong. übersetzten Complimente sür einen Augen blick, aus der Faffung gebracht."' 'Reden Sie und ich werde sehen, was zu thun sein wird. Zuerst handelt eS sich um eine Gesellschasts'Toilette für das Concert, dann um ein Costüm für ein lebendes Bild und schließlich um , einen Ballanzug. I ?lbcr Nummer eins und drei müffen ganz UNgewöhnlich, hochelegant und das allerneue. ste sein, was auf dem Gebiete der 'Mode nur producirt werden. Diesen Buhnen Gedanken zu verwirklichen, wandte ich mich an Sie, gewiß eine Aufgabe, würdig eines Eleven des großen Worth. Das zweite Costüm ergibt sich aus dem lebenden Bilde von selbst. Doch auch bei die sem werden Sie un Stande sein die seltene Kunst, der Sie sich rühmen, wirksam' walten zu laffen. Verstehe verliehe is comprends parseitraent ! rief Herr Meunier, der mit feinem Denken bereits der Erde entrückt sein mußte und mit großen Schritten dasBoudoir durchmaß. Zugleich preßte er mit beidenHänden die arbeitendeStirn,alS ob er die neuen schaffenden Gedanken mit Gewalt hätte herbeizwingen wollen, bei welchem melodramatischen Gebaren er es doch höchst geschickt vermied, auch nur ein Härchen seiner wundervollen Stirnsrisnr um eine Linie auS der ihm von dem Haarlunstler angewiesenen Lage zu verüben. O, erhalte m der That von leinem Meister gelernt, der große Worth selber hätte das Herbeicitiren der befruchtenden Inspiration nicht effektvoller, bewirken können ! Nun fragte der Begeisterte ohne auszusehen : Nennen Sie mir das lebende Bild, gnädigste Comtesse, und Ihre Rolle, eZ geht jetzt in einem hin. In wenigen Augenblicken werden die drei großen Fragen eine entsprechende nein, ich ahne es eine wundervolle Losung gefunden haben. - - Graun Paula hatte anfänglich ab die sem seltfamenGebaren unwillkürch lächeln müffen. Doch als die Begeisterung des Toiletten - Künstlers sich bis zur Verzückung zu steigern schien, da wurde sie ernster und blickte mit Staunen, endlich mit emer bangen Erwartung aus ihn. Unter dem Einfluß dieser Stimmung antwortete sie widerstandslos : Un er erstes Bild ist der Traum Elsas, das zweite : Venus triumphirend über Taunhänser und Elisabeth, und das dritte: Hagen und die RheintöchterdenNibelnngenhort empfangend. Im zweiten Bilde bin ich Venus. Nach Wagners Composition natürlich ! murmelte Herr Meunier. Paula errötbete. Sie hatte das Geheimniß ihres Festes, welches sie dem Verlobten vorenthalten, einem Fremden auf deffen erste Aufforderung einhüllt. Eine innere Stimme wollte ihr darüber Vorwürfe machen, doch sie hatte keine . Zeit, darauf zu hören, denn schon sprach' Herr Meunier, und was er sagte, nahm sofort ihr ganzes Jntereffe in Anspruch. . Dieser war stehen geblieben, hatte sich hoch aufgerichtet, und noch immer mit dem Blick, der Gebärde eines orakelnden Priesters sprach er : Hören Sie, Comtesse, was die Begeisterungsür meine Kunst im Verein mit meiner Phantasie 'mir eingegeben, und folgen Sie, wenn möglich mit der Ihnriaxn genau meiner Darstellung. Erstes Costüm für die Gesellschaft und Concert : Robe a la Lavaliiere intt kurzer trainee von lichtem nilgruncm Atlas ; Taille Coquille, die Brust in zwei Theilen einschließend," sich uach oben öffaend um einen Kranz seiner Spihttrdiscrct hervortreten zu lassen. . Tunica von demselben Stoff, aus beiden Hüften und rückwärts reich gerafft.' Dazu weit osseneUebcrtaille von mohnrothem Sammt, rückwärts retroussee durch das Geraffte der Tunica und cine Schleift LcUcre soll ein Meisterwerk ersten Ranges werden sie ist eine doppelte eine vierfache und be-, steht ans einem ein Viertelmete? breiten mohnrothen Sammt und darüber aus ri ner zweiten von nilgrünem Atlas.,. Die vier Enden der Schleifen fallen lang bis auf die txainee herab, doch das noeud

selbst bildet ein breites, leicht ansrechtstehendes großes Halbrad, und wir verzieren eS dies ist die Hauptsache, der originellste Gedanke' mit Pfauenaugen, deren natürliche Prachtfarben 'wir noch durch Gold und wenn möglich Brillanten erhöhen. Als Kopfputz nehmen wir einen beweglichen Schmetterling ein sogenanntes Pfauenauge, deffen schillernde Abzeichen ebenfalls durch-zwei Brillanten in ihrem Effect noch verstärkt werden. Das wäre ja höchst originell und auch wundervoll! konnte Gräsin Paula sich nicht enthalten zu rufen. Ihre Wangen hatten ein höheres Roth' innerer Erregung' angenommen, denn sie war der Darstellung des Kleiderlünstlers mit einem sich zum Entzücken ' steigernden Interesse "gefolgt. Aber setzte .sie plötzlich, einlenkend' und ängstlich' hinzu wird man denn eine solche auffallend schöne Toilette ungestraft tragen. dürfen ? . t ( Man wird .Sie bewundern, beneiden - besingen und nachahmen, Comteffe,ck widerteHcrr Meunier jetzt'mit einer slrahlenden Siegermieue. ..Verlassen 'Sie sich auf mich Sie dürfen meinen Erfährungen, meinem Geschmack dreist "vertrauen. Auch gelobe, ich Ihnen, daß Sie allein in solcher herrlichen Toilette glänzcn'werdel, und - wenn die- ganze weibliche'' haute -volee mir zu ' Fußen läge und darum bitten würde. ' Doch lassen Sie mich rasch die dritte, die, Ball-Toilette.dcsittZrcn, es, möchte mir sonst eine 'meiner unbezahlbaren Details echappiren Ich h6re " ' und bewundere - Ihre Phantasie, flüsterte Gräsin- Paula 'leise und erwartungsvoll,' während Herr Meunier Athem schöpfte zu einer neuen Punkt. vollen und wortreichen' Schilderung.' . Zur Ball'Toilette nehmen wir für Unterund Ueberklcid rosa AtlaSerstercs so eng, als Comtesse es nur ertragen können, für beide, dann' weißen - Tüll in reichster Fülle und in phantastisch - koketter Wcif.e geschürzt Und gepufft, ' geschlungen und noue. 'Run die Hauptsache : kurze Cuiraß'Taille von rosaAtlas darüber von

erbsenbreitem Gowgespinst eine .Treilage, durch deren einzelne LoiaNgen der Reichte rosa Atlas der. Taille hindurchschimmert, die Mit der Taille unter den Armen -hin-durch stchz.rUydetund unten,: über.' den Hüsten, mit ihr endet im ganzen einen sich unten wie oben erweiternden Blumenkorb darstellt: -:.v,'. ::y-:yr,i ,. S: Ah ! .unterbrach Paula die verführeri sche Darstellung mitseinem'Freudenlaut' ! Diesem corbsllls an itreilatre d'or füllen wir. natürlich mit Blumen aller Art die farbenglühenden tropischen. Blüthen erhalten den Vorzug.: Wir lasten sie iings aus der Corbeille hervorquellen,' verdecken die ' Schullern damit ,und hüllen zugleich den ganzen Ooerkorpcr ) mit diesen Kln tomi Floras ein, aus, das; er der . Klhtla gleiche, die aus ihrem Blumenkelch em porstcigt. ,Robe, Ueberkleid und'Schleppe werden bestreut mit Blättern uud Blüthen, Blumenzwelgcn uMllelnen. natürlichen Bouquets, und zwar.in der,Art,daß inaii glaubt, sie' seien der goldenen Corbeille der Göttin' cntsallen ünd'auf dcrenVGewan Sitlln niV!rnflnlrt ' " : 9 uvum i " j illerlicljst; jogar rnltcincrn nssu'g tjon Poesie ! meinte die Gräsin' und wjedVr leuchtete 'ihr 'Auge,' 'wie auch von dieser ' i . 's ?" t (l . ...' ' . n i ; ; ' ' 'v " zwenen aziioernnz . vegelueri. ' Mjoq jetzt setzte sie; abermals zweifelnd hinzu : Wenn es nur 'nicht zu -gewagt sein oder gar zu extravagant ericheinen wird ! n,: Hegen die gnädige Comtesse keinenZwei sel und rein Bangen, entgegnete verr rtVl ' c . . ceunier nur ocm ganzen toiz' eines Künstlers, der seiner Sache' sicher ist. Sollte meine Treilage der Comtesse zn -blendend erscheinen woran ich mir jedoch stark zn zweifeln erlaube , so werde' ich diese Toilette' derart einrichten, : daß noch im allerletzteilAngenblick dieCorbeilleCorsage geändert werden kann.". 1 v, Ah, dann erkläre ich mich freudig damit einverstanden ! rief die Gräsin mit einem Aufathmen der Erleichterung. Doch kommen ' wir' jetzt ZN dem- letzten Costüm im Bilde Tannhäilsers.' ' uy:. Ich bitte, mir das Bild in seinen Umriffen andeuten zu wollen, sprach Herr Meunier,' dabei wieder, seine - SeherPromenade durch das Boudoir begin-. Nkild. ,-:. j r, : ; n 5 i n c : 7;' ' -1' Vor.' dem AuSgange .der VenuSgrotte steht die Göttin ; sie hat Tannhäuscr nur steibeud aus ihrcuArmen gelaffen und ihn Elisabeth zurückgegeben, .die knieendden vom Leben scheidenden Geliebten in ihren Armen empfängt.. Die Treue der Erdenliebe hat sich zwar bewährt, doch die Liebe selbst im Tode ihr Ende gefunden. ' Die Göttin .blickt mit einem fast' verächtlichen Mitleid ans das Paar herab, denn sie ist unsterblich uni? ihre Liebe währt ewig.' .Schön wundervoll . gedacht und die gnädige Comteffe kann natürlich nur Frau Venus :sein ! Ganz nach Wagner. '-Richt so ganz. Die Idee ist von einem berühmten Maler, dessen Namen Sie spä-. ter kennen lernen werden, der. unsere Bilder, stellen wird. - Doch bleiben '.wir bei der Costümfrage. vorschlagen i Was würben Sie mir . Was man in Paris bei einem' solchen Bilde und solcher . Figur ohne Anstand acceptircn. ganz natürlich finden, würde, wage ich Jbncn kaum zu nennen, obgleich Herzoginnen . und Gräfinnen, die klin gcndstcn Namen de Kaiserreichs, sehr oft in ähnlichen Costüms sich zeigten und glänzten. Es ist mit zwei Worten dcsi- . rvi v . , c f ' rnn: ÄMluols iiivo uu. ,n. Nein, nein, niemals ! rief die Grä sin unter einem leichten Erröthen unwillig und abwehrend. , Solche ,P iriser Sitten und Moden paffen denn doch nicht in unsere deutschen Salons.. , Schlagen Sie anderes -.Anuehmbares vor. !Jch ahnte Ihre Entrüstuug. gnädigste Gräsin,' doch, bitte' ich 'nicht zu 'vergessen, daß ich nur aus Ihre Aufforderung'redete, eutgegnele Herr Meunier lächelnd, nun aber mit einer, stolzen Freude' sich aufrich teud. , Doch , ictzt horcnSie, was mein guter"' Genius mir., eingegeben, und, wie nen meine Erwartung aufs höchste,, auch nur ein annähernd' passendes Costüm für diese Frau Venus zu finden. 's - Dasür bin Ich auch Künstler von. Pro; seffion, entgegnete Herr. Meunier.mit' dem ganzen Stolz 'eines Moden K Createurs. Hören Sie dennji Wir: nehmen ztxwt lange nachschleppende Tunica, die Arme, HalS und Schultern freiläßt, feinsten und weichsten hellen Lyoner Goldstoss, die

vorhin Ihrer Abweijung,' bin lchetzt rcr srcildigcn Annahme gewiß ' K-, Acden Sie, Herr Meunier. Sie span-,

durch einen Gürtel um die Taille gehal-'

ten wird. Diese Tnnica öffnen wir durch emenElnschNitt' ander rechten Seite denn 1 mit diesem Fuß werden Sie wohl zu Ihrer Gruppe vortreten , etwa so weit, daß Fuß und Knöchel, vielleicht noch einige Zoll mehr, freibleiben. Ein lan ger Mantel, von gleichem Stoff wird auf der linken Schulter befestigt, ihn zu dra pirenenrweder'tibcr dcn linken Arm oder unter demselben und im .Taillengürtel, muß dem tableaustcllenden Herrn Maler überlaffen bleiben. Doch nun den Haupteffect! Tunica und Mantel werden verziert übersät mit Sternen und' Sternchen verschiedener Größe, hergestellt aus kleinen geschliffenen Spicgclstückchen, die wir ebenfalls-von .Paris -lommenlafsen müffen und die imGlanz der Lichter eine überwältigende, wahrhaft feenhafte Wirkung hervorbringen werden.- Als Kopfputz, dient ein Kraz von Rosen, dem eben solche , 'Sterne entsteigen. 1 Es sind die Sterne der Liebe, welche das Gold, das eitles Metalls. bestrahlen nnd sich so als die wahren Beherrscherinnen des Himmels und der Erde, als deren höchstes und schönstes Gut erweisen., .Brgyö.j b'ravo Herr .Meunier ! ries Gräfin Panla," diesmal mehr als enzückt, begeistert von dem in Aussicht gestellten VenusCostüm.' ' Sie documentiren sich 1a als ein 'währer Toiletten-Poctwas ich nimmer von Ihnen' erwartet hätte ! Mit Frenden :nHarer ich mich; einverstanden mit all Ihren Vorschlägen, geheu Sie ungesäumt ans Werk. Lassen-Sie sämmt liche .Stoffe sür.die drei Toiletten, sowie alles. Zubehör . an.Blumen.Federn.und Sternen von Paris kommen,' ich.gebe Jhneu volle, Freiheit, zu. 'wählen' undVollmacht zü kausen, .'was Sie zur lüsführung Ihrer Jdcen.nöthig erachten sollten.' Ich weißes, Sie werden als,. Künstler handeln und. mein Vertrauen durchaus rechtsertlZen ' '...'.jj Wie glücklich machen Sie'mich)' Comteffe durch diesen schönen Auftrags ent.gegnete Herr ' Meuuikr,!.vör Vergnügen, am ganzen, Leibe zappelnd. Er wird meinen Ruf in hiesiger Residenz mein Glück begründen,., und mein Dank .sll , ohne Grenzen sem,' das heiß't in meineuz grenzenlosen Eifer bestehen, der gnädigenComteffe zu dienen, sie ihrer Schönheit würdig zu schmücken. Alle. Schönheiten des Hl)fes , und . des. Adels .' sollen. zie.. überstrahlen es wird' dies die' allergeringste Wirkung Ihrer Erscheinung sein l- 'Ich weiß es, Herr Meunier, daß' Sie mir in bester Weise dienen werden unter -brach Paula-de zu ihrem Schrecken abermals beginnenden Complimeutenfluß des galanten Damenschneiders, Doch alles weitcre, sür bis ,näd)fte 6onfcrenj..; Ich bin schön zu lau ge nie in er Mutter fern ge blieben!.die von 'unserer Zusammenkunft nichts weiß, noch wiffen darf.' Sobald die Pariser Stoffe und sonstige Herrlichseifen 1 angelangt sind, werden Sie mir wohl wieder die Freude Ihrer Anwesenheit gönnen.: Für heute müssen wir en den. .Pierre ! eine. silberne Glocke ertönte und fast zur., selben Zeit erschien der Lakai,' welcher unbeweglich an der Thür stehen blieb.. .Geleite den'Herrn, befahl die Gräsin,'und stch nochmals zu Herrn Meu nier wendend,-ricf sie 'diesem' ein srnrndlu ches'Aufibaldiges Wiedersehen lM- zu. Im folgenden' Augenblick war ste lhinter der geheimen rosa Tapetenthür verschwun den. , .. ;;f vAJ'J r ; Als Gräsin Paula recht sroh gestimmt wieder in dem Wohngemach .angelangt V 1 Ct ' Q war. luazle lyr Auge vergcvens oenv)auplmann von Halbott." 'Er befand stch nicht mehr in dem Zimmer nnd an seiner statt saß eine ältere Dame 1 mit fahlen und schlaffen Zügen aus dem Sofa. Auch der Blick, des. grauen AugeS war matt;-, nur dann und wann leuchtete es noch 'in ihm aus ,und kündete,, das ; früher dem Geiste mehr Energie innegcwohnt. haben mußte, das Antlitz belebter und dadurch schöner gewesen war.' ' Heute schien" nur noch die angeborene Güt'müthigkeit übrig geblieben zu sein. - Es war die Gräsin Wittwe Alexandra von Hollberg, doch würde -man in ihr nimmer: die.Mutter Paulas vermuthet .haben, so verschieden waren die Züge, wie das ganze heitere, fast übermü thig lebensfrohe , Gebaren ibzr jungen Gräsin' von der alten Damedie jetzt mit' einem Vörsuchschr ernst scheinen uud zürnen zu wollen,' sagte ' . . Aber Paula, mein Kind, wo bleibst du? WaS treibst du wieder und waS'ält dich so lange bei. einem mir fremden .Besuch fern ? Ist das recht oder auch nur passend, mein Kind ?- . .Anstatt zu antworten, fragte' Paula hastig : Wo ist Hermann ? . , Die alte Gräfin, welche auf eine Beanlwortung ihrer Frage wohl schon verzichtet haben mochte, entgegnete clcichmüthig : .' Ueber eine halbe Stunde hat er gewartet, dann wurde er ungeduldig uü' Ing. Das war unrecht schlecht von ihn ! rief Paula in. jäher Aufwallung, mi. ei ncm Anflug kindischen Zornes, den Tcp pich deö Bodens stampfend.' : . -. , Paula, Paula, besinne dich !' sprach die alle, (Zräsin jetzt wahrhaft entsetzt und die Haube zusammenfchlagend." ' Doch schon war Paula auf sie zugeflogen, hatte ihre Arme um den Hnls der Mutter geschlungen, Uttd sie Wiederholt und'recht herzhaft auf, die.: Wangen lüffend,-flüsterte. sie ihr in Schmcichcltönrn zu, die jedoch immer neckischer wurden : , : ; ; I : n, : i Verzeihung,Mama, thcnerste, ollerliebste Mama Verzeihung ! . Ich' bin ein garstiges Kind, ein Ungeheuer, das deine Liebe und die seinige erst recht nicht verdient. Denn ich weiß es ia7dan ick aus leine Ge?ci l5JaslB auj seine Ge d uld ge,und:gt dan d:r Dienst idn rief und. daßnch -eine gnädige Strafe verdient iM iInd ddch'blicb ich einzig und allein nur deshalb so lange sern, weil ich r ? tt . ' 1. . 1 . all dieUnannehmlichlciten bereitet, meinte dje.'altGräsin mit timr rechtzschween Keuszer. Wären wir - nur in Schlesien geblieben ! Wie glücklich' und wie.iuhig sühlteMch mich dort! Und 'dann würde mir'auch die- peinliche Unannehmlichkeit mit unserm alten Freunde Halbott.erspart geblieben sein. . j - e? zKürtsetzunz folgt.) ! j 1 ,W l . f-yyi . -.- kJ i ; ' Die Bescheidenheit ist'eln Prokrustcs. bewin deradieeAieseu isich nach der Bettstelle strecken müffen, um die Menge der Zwerge nicht' in Aufruhr zu brin-gen.

für, uner auer Äcrgnugew für, .unser LryueFeft arbeiteie'- : ' ' La, ja: das große äffest Ai.es..da uns

L) 0 r a.

AuS dem amerikanischen Schulleken sn Sara utzler. Sie war das Klatschmaul der Schuke. Wir hatten vorder plötzlich emporfahrenden kleinen Hand die größte Angst, und die hochgelchraubte Stimme mit dem vcrrätherifÄen .,Eswar.die Fannieoder jö Hab's gesehen, Herr Lehrer" war uns Allen ein Schreckniß. Warum klatschest Du immer," hatte Mattie Reynolds einmal gefragt und Dora hatte sie . groß angesehen und.,, geantwortet, daß sie nie klatsche daß sie aber antworten müste, wenn man ste frage, gleichviel wenn sie schade, und seit her haßten wir sie wegen ihrer' Geradheit. i6ie war des Direktors Tochter. Aas wyr'ein .Grund, daß wir 'eö). nicht wagten,in eine offeneEmpörung gegen sie aufzutreten, und so begnügten wir unS, sie gründlich zu übersehen und ste bei allen unseren Spielen und Schelmstreichen auszulassen. - - - - So kam' es, daß Fannie Duraine, unser aller Liebling, mit' dem während derLesestunde pantomimisch angedeuteten Plane nicht her herausrückte, als bis sich das Klatschmaul in der Frühstücksstunde entfernt Izatte, und jedeGefahr eiveöVerrathes mit ihr verschwand. Macht die Thüre zu Eine von -Euch stellt sich davor kommandirtcFannie, und Mattie postirte sich mit' dem breiten Rücken gegen die Thüre, während wir geheimnißvoll neugierigdie , kleine Rednerin umständen. Jch habe eine großartige Idee !" Fannie machte nach dieser Meldung eine VunypaUse.z Die nackten braunen Arrne in die Hüften gestemmt artete sie den Effekt ihrer Mittheilung ab, um nach einigen Sekunden in unsere gespannte Mitte, ein einziges Wort zu schleudern : Tbelettaph l' -;;J Wir sahen unS an." Auf allen Gesichtern lagFragVund Staunen.,, . i'Wir führen eineTelegraphenNnie ein" begann Fannie mit beredter Miene, eine- Tilegraphenlinie, Mittelst, welcher sämmtliche ausgegetzne. Rechenexempel, von je zweiMädchen ausgeführt und auf Zettelchen geschrieben.' den Rundgang in der Klaffe machen sollen. Während wei von '' üns,die i Erste und Letzte, die Diuger '.ausrechnen, erklärte Fannie mit strahlendem Auge weiier, .haben die beiden Mädchen in der Mitte. der. Klaffe Zeit .allerhand nette . Geschichtchen über die Lehrer auszudenken und niederzuschreiben. Zu beidenSeiten derSchnur die an dem ersten, und letzten .Pult befestigt werden muß, machen wir eine klein: Sprungsederwelche so ein fchnarr .'ndes Geräusch . giebt ; daran ' . er kennen wir. daß von beiden Seiten die Zettelchen abgegangen sind 'nnd haben nur dann gut aufzupassen, daß sie an dem Klatschmaul unbemerkt vorüberkommen. M.llie unb Annie haben ihre Berichte üd:r die,Lehrer den Exempeln folgen zu laffen ! Habt Ihr es nun ver standen?" .. .. Gewiß, das hatten wir; und so einstimmig wurde die Sache acceptirr, daß eS einige Mühe kostete, die ( durcheinander" schwirrenden Fragen und Vorschlä ge, die alle zugleich losbrachen, zu hören, und zuerstehen ;;r ' Ueber welchen Lehrer zuerst ? Ich' weiß'gleich . etwas ! Wer ist morgen d'ran Ein plötzlich warnendes Schüsch" von Mattie verrieth, daß Jemand nahte und wir huschten, unter verständnißinnigem gegenseitigen Nicken, ruhig auf unsere Plätze. ; ? 1 DreiTage waren seit jener Berathung, vergangen. Unsere Thelegraphcnlinie war in vollstem Schwünge.' .'Die Sache gelang großartig. ZweiNlal hatte die Chronik der Klaffe gemeldet, daß HerxPetermann, unser guter, schmächtiger, kurzsichtiger ' Rechen lehrer, in der Nacht vom 24. zum 25. Juni das dicke. Fräulein Muffehl meuchelmörderisch überfallen und , getödtet habe; zweimal auch erhielten wir eine Benachrichtigung,daß laut einemBeschluß des Direktoriums sämmtliche Lehrer des Institutes auf sechs Wochen beurlaubt und wegen Unverträglichkeit' ins Bad geschickt werden sollen ; und heute enthielt der Draht die nie dagewesene Bot schast, daß dem unverehelichten weißhaarigen ehrbaren Lehrer, drr Mathematik ein kleines Töchterlein ' geboren worden war - unb r-: ;.,;:''.-.. Was klappert denn da fo geräuschvoll an den Pulten?", hatte ganz plötzlich, aber mit erschreckender Klarheit die . nä selnde Stimme Herrn PetermannS ge fragt und außer dein - Knistern ' rasch zerdrückter Papiere war in dem großen Schulraum kein Laut vernehmbar. Ich fragte, was. das eigenthümliche Geräusch m ersten Pult -verursachte V dtang die künne Stimme" mit unheil kündender Beharrlichkeit weiter, und die kleine gebückte Gestalt unseres Lehrers näherte sich den aneinander gereihtenTi--ui.:n r ... ..1 Da noch imme? alles schwieg beugte er stch zu unserem Entsetzen forschend über FannieZiPultl hinad. . Ein,schrecklicher Moment, in dem wir äthimlos gewahrten daß Fannie jnit'ihrer kleinen Hand in-banger 'Angst' 'die Schnur hinabdrängte, so daß sie dicht an ihren faltigen Röcken lag. . ' - - .Hätte ich mich wirklich getäuscht?" murmelte kopfschüttelnd Herr L Petermann, prüfend in dieUnschuld geheuchelten Gesichter der ersten zwei Mädchen blickend ,ht wirklich außer mir keine von Eucheirt eiaenthümliches i Geräuschihört V Die 'Wahrheit 'bit te t" ... , . JH'habe'esTehgrt.H spricht das verhaßte Klatschmaul Dora Hasting,- und l?eder Fannies drohend zorniger Blick noch MatlieS laut gesc.z tes Schimpfwort raubte der- Anaeberin die Sicherheit, mit der sie gerade vor sich blickt und weitere Fragen still abwartet. Du,. warte nur !".stöhntMattie roth vor Zorn.' r- " - Weißt Du vielleicht von 'wo es kam V fragte unser Lthrer noch die An geberin. ' " ' y 1 . - .Es folgte ein 'momentanes Zögern: war'S Jurckt. war's Reue, die sie stocken ließ ? Es regte stch'im Raume nicht ein Laut, und AllerAugen hingen an den schmalgeschnittenen blaffen Lippen de