Indiana Tribüne, Volume 6, Number 270, Indianapolis, Marion County, 17 June 1883 — Page 4

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und Ottgeyen räum. J5wi f Se rnttr la. i Otlt D!e Beobachtungen der Sone haben in neuerer Zeit die Ueberzeugung mehr und ehr befestigt, daß im Sonnensystem nschsem serUzeS Sein, sonder?, ein be?. ftimmten Gesetzen unterworfenes Werden obsaltet, voran der entrallörper des Systems eine weZentliche'Rolle spielt. " ES erscheinen nicht, blos dunkle Flecken an der Sonne, die ihre Obttilüche rchkandern, sondern eö - treten 'auch' steSettwtise.heuere, stärker als die übrige ObNflöche der Sonne leuchtende 'Flecken auf.' welche man .Sonnensockekn nennt. Die Scnnenkugel ist auch umgeben von einer 'Lichtsph'Z? -deren Glanz man de ttltS'zu' Anfang unseres Jahrhunderts Shrend totaler Sonnenfinsternisse gesehen hat. In der neuesten Zeit ist es auch gelungen, dies Lichtsphüre zu pho tographiren. Das sprechendste Zeugniß der in der Sonne herrschenden Thätig keit besteht aber in flammenden Massen, welche mit staunensvükrther Mächtigkeit und Geschwindigkeit von der Sonn in den Weltenraum auögestoßen werden. Man nennt diese .Protubetanzen und hat durch speltroslopische Beobachtungen sestgtstillt, daß sie hauptsächlich auö Wasserstoss.asien bestehen, welche fast unausgesetzt don der Sonne hinausgeichleudeet erden. ES versieh! sich von selbst, daß man zll diese Erscheinungen nur in ihrem innigen Zusammenhang betrachten muß. Flecken und Sonnenfackeln, Lichtsphüre und Protuberanzen sind sicherlich nur Einzel'Merkmale einrö thätigen Zustan d??, in welchem sich der Centralkörptt des Sonnensystems befindet. Der Wis senschaft genügt es nicht, diese Merkmole bloß kennen zu lernen, sondern sie ift be strebt, des Gesetz der bisher noch unent hüllten Tbätigkeit zu erforschen, voraus sich die einzelnen Erscheinungen erklären lassen. Zu oll diesen Erscheinungen gehören aber noch andere Thatsachen, die'ebenfalls damit in Zusammenhang gebracht werden müssen. ' D:e Sonne besitzt, wie man seit Newton'5 Ermittelungen .weiß. eine Anziehungskrast, die weit hinan in den Weltraum wlrkt. Diese AnziehungS kraft erstreckt sich nicht blos bis zum letz ten der Planrten, dem Neptun, der in einer Entfernung von mehr als 600 Millionen Meilen die Sonne umkreist, sondern wirkt auf Kometen, deren Ent fernung so groß ist, daß einzelne von ihnen Jahrtausende brauchen, um lhren Umlauf um die sonne zu vollenden. Die Sonne ist auch zugleich 'durch die Ausstrahlung von Licht' und Wärme die Lebensspenderin in. ihrem System. . 4. - x - Y . t. , . a, man yai allen tsrunv zu oeyauo ten, daß alle Kräfte, welche wir in den ; Stoffen des Erdballs wirken sehen, nur aus der Hauptkraft entspringen, welche die Sonne ihnen zusendet. In neuerer! Zeit ist es ebenfalls zur vollen Gewiß' heit geworden, daß die Sonne selber in einer Wanderung durch den Weltraum begriffen ist UL'o alle zu ihrem System gehörigen Körper auf dieser Wanderung mit sich nimmt. Endlich haben auch die Astronomen OlberS und Beffel bereits vor einigen Jahrzehnten festgestellt, dß die Sonne zugleich eine abstoßende Kraft auf gewisse Stoffe besitzt, die sich am deutlichsten an den Schweifen der Kome ten bemerkbar macht, welche sich in der Regel von der Sonne abwenden, wäh rend die Kerne der Kometen ihren Umlauf um die Sonne vollziehen. Zn Folge all dieser Wahrnehmungen beschäftigt sich gegenwärtig die Wissenchast sehr-ledyast Mit oerFrage über den Zustand des SonnenkörperS und ganz besonders milder ErZlärung ihrer zwei' euosen sortn?ahrenden Thätigkeit, mslche das Merkmal eineZ noch- immer vor sich gehenden Werden? ist. Ja, du Frage, ob diese? stets thätige Prozeß ein ewiger et, oder ob und wann er einmal ein Ende nehmen wird? regt die Denker in ganz außerordentlich hohem Grade an. Zu all dreien Erörterungen schlleklrch gehört aber auch noch eine andere Frage, welche das ganze Gebiet des unendlichen Weltenraumes betrifft. Die rechnende Astronomie ist bisher immer noch von der Voraussetzung ' ausgegangen, daß der Weltraum auße den Sonnen.denNebel Massen, den Planeten und den Kometen leer sei. Ueber die Frage, wie es mög lich sei, daß ohne jede Vermittelung irgend eines Stoffes em Hlmmelskörper eine Anziehung auf einen andern aus üben könne, ' ging man seit 'den Zeiten ?!kwtons fast stillschweigend hinweg. Man nahm die Anziehung uls eineKraft an, welche den leeren Raum durcbdringe. Erst dre Erforschungen über dre Verbrer tung von Licht und Wärme sührten mit fast zwingender Gewalt auf den Gedan ken, daß zwischen allen Himmelskörpern des Raumes eine vermittelnde Substarz vorhanden sei, die man Welt'Aether" nannte, und daß diese Substanz es sei. welche durch Impulse derhimmelskörper rn wtllenartlge Bewegung versetzt werde und dadurch Licht und Wärme im Wel tenraum verbreite. Daß dieser Welt' Aether, den die Himmelskörper durch schreiten, die Bewegungen derselben nicht hemme, das konn'.e man sich nur dadurch erklären, daß er außerordentlich fein und im höchsten Grade elastisch sei und darum den kompakten Himmelskörpern la nen UtfiDtittanD m lyren Bewegungen darbiete. Diese Abnahme wurde noch bestätigt durch die Wahrnehmung, daß einige Kometen von sehr lockerer Be schJffenheit wirklich eine .Verzögerung crl'dkn. Der Flug ihres Umlaufs nimmt nach genauer Berechnung langsam ab, und sie werden deshalb von der Sonne immer stärker und stärker angezogen, so daß ihre Lahn eine Spirale mit immer enger wer dendem Rundgang bildet, wonach sie endlich in die Sonne hineinstürzen müs sen. Wie man s.t. ist die Summe aW dieser Fragen eine so umfangreiche, daß k3 nicht Wunder nehmen kann, wenn sich 'ehr verfchiedcne Theorien ausdilöen,um sie gemeinsam lösen zu können. Bisher waren es besonders zwei Theo rien, welche zur Erklärung all' der Er scbeinunaen aufaestellt wurden. ?7euer .-ung? regt aber auch eine neue Theorie eine bisher kaum in Betracht gekommene Anschauung an und nimmt in der Diö -

cusflon dn Wiffenschast ein lebhaftes

Interesse in Anspruch. Die altere Theone atm von dem sichtspunkts aus, daß die Sonne aus die Stoffe der sie umkreisende Himmels körper verschieden einwirke. Ihre Anziehungökrast äußere sich aus die festeren Bestandtheile der Himmelskörper ganz nach den Gesetzen.wie sie Newton be gründet hat ; aber es ezisilren auch lok kere gasartige Stoge.' welche, von der Sonne in Folge der Warme eme Absto ßung erleiden, wie man das hauptsächlich an den schweifen der Comelenaugeuscheinlich wahrnimmt,' die in der. Regel von der Sonne abgewendet find. Zwar hat man auch bereits Cometcn mit zwei Schweifen beobachtet, von denen deneine nach .der Sonne hin gerichtet, der andere' vdn ihr abgewendet ift. Hiernach muß man wohl annehmen, daß m drefen zwei Schweifen zwer verschiedene Stoffe ent' halten sind. Da man gegenwärtig durch das Spektrofkop alle leuchtenden Stoffe im Himmelsraum näher kennen lernen kann, so ist - eö , wohl . möglich, daß . gelegentlich, wenn ein Comet mit solchen zwei Schweifen erscheint, man auch im Stande sein wird, die Verschiedenheit ihrer Stoffe zu ermitteln. Jiir jetzt indessen hat der Himmel diese Gelegenheit in neuerer Zeit nur spärlich dargeboten. Die Spektroskopie hat nür die eine Thatsache festgestellt, daß in den Cometen Haupt, fächlich Kohlenwafserstog enthalten ist nnd dieser eö ist, welcher sich, von der Wärme der Sonnenstrahlen außerordenilich gelockert, aus der Hauptmaste der Cometen nach und nach ausscheidet und, von der Sonne abgestoßen, den Schweif bildet, der hinter den Cometen herzieht und sich in der Regel stärker verlängert, je mehr sich derComet der Sonne nähert Thatsächlich hat man auch be obachtet, daß, wenn sich ein Comet wieder von der Sonne entfernt, seinSchweis sich verkürzt. Man schließt daraus, daß mit Abnahme der Wärme der Kohlen Wasserstoff sich wieder verdichtet und in der steigenden Sonnenferne sich mit der übrigen Cometenmasse vereinigt. Die Frage, ob diese Anziehung?- und Abstoßungskrast in einem Zusammen hang mit' e'ectrifchen Eigenschaften der Sonne und .der verschiedenen Stoffe der Cometen fleht, ist wohl zur Sprache gebracht worden, hat aber bis jetzt noch nicht zur Entscheidung gebracht Werden können. Von der Anschauung ausgehend, daß die Sonne u:1p?Ü7?glich eine gewaltig große Nebelkugel war, .welche sich nach und nach durch Anziehung ihrer eigeuen Masse verkleinerte und verdichtete, ist es leicht, auch di? Entstehung der Sonnen Wärme zu erklären. Die Verdichtung jeder gasförmigen' oder nebelartigen Mane, gleichviel, ob cm Druck von au ßen oder die innere Anziehungskraft der Theilchen dies bewirkt, erhöht die Tem peratur derselben. Von der Oberfläche strahlt dann zwar, wenn sie sich im kal ten Raum befindet.ein Theil der Wärme aus, aber selbst in der absolut kalten Umgebung des. HunmelLraumeS, den man aus ca. 200 Grad Kälte schätzt, be trägt die Ausstrahlung der Wärme doch nur etwa den fünften Theil der Tempe ratur der ganzcn Masse, so daß immer noch vier Fünftel der Warme in der verdichteten Kugel verbleiben. Diese schon seit lange? Zeit gehegten Ansichten sind m neuerer Zeit näheren Untersuchungen uno mLlyemaliicyen erecynungen unter zogeu worden und haben dahin geführt, daß man im Stande ist. in ganz bcstimmten Zahlen den Grad der Wärme einer solchen Masie näher anzugeben, wenn man den Stoff näh:r kennt, woraus sie besteht. Es ist berechnet worden,daß wenn -die Sonne eine Kugel aus Wasserstoff wäre, die einstmals so grov wie das ganze Sonnensystem war, so würde sie im Zustand ihres jetzigen derlleinerten Umfanges eine innere Warme von elf Millionen Grad besitzen. Entzieht ihr die Oberfläche ein Fünftel der Warme durch Ausstrahlung, so ist nicht die Folge davon, daß sich ihr Inneres auch abkühlt, sondern es steigert sich in denselben Maße ihre Zusammenziehung und ne wird zwar Heiner, aber immer heißer. Die Sonnenkugel bestand nun keineswegs, als sie den ganzen Raum des SonnensyttemS einnahm, aus reinem Wasserstoff. Es waren und sind och jetzt in ib? viele andere Stoffe enthalten, welche wir auch aus der Erde be sitzen. In welchem Maße diese Stoffe noch in der Sonne eistiren, das läßt sich mit Bestimmtheit nicht angeben. Wohl aber läßt nch auS vermumme derWärme, welche sie in. einem Jahre auSstraylt, die Zeit berechnen, welche velfloffen sein muß, sertöem der Durchmesser der Son ncnkugel so groß war, wie der Durchmesser der Erdbahn, bis jktzt, wosie sich so bedeutend verkleinert hat. Die Warme, welche die Oberfläche der Sonne in einem Jahre in den ganzen Weltraum ausströmt, ist nach den neue sten Messungen und Berechnungen ganz übermäßig groß. Ein Quadratfuß Sonnenoberfläche strahlt schon in einer einigen Stunde eine folche Wärme aus wie eine Kugel aus Kohle, fo groß wie die Erdkugel, bei vollkommener Verbren nung in 36 Stunden ergeben würde. Gleichwohl wird dieser Verlust an Wär me an d?r Oberfläche vollkommen ersetzt,, wenn sich die Sonnenkugel in einem ganzen Jahre nur um 92 Meter verklei nert. Merlbar'würde uns diese Verkleinerung erst in vielen tausend Jzhren werden. Von der Zeit ab, als dieSon nenkugel so groß war, daß die Erde mit ihr vereinigt war, bis zur Gegenwart sind mindestens 7 Millionen Jahre verflössen. ES gilt jedoch diese Zahl nur unter der Voraussetzung, daß die Sonne ursprünglich nur eine Wass?rstosfMasse war. was keineswegs der Fall ist. .Ua ter der Berechnung der in ihr .enthaltenen anderen Stoffe muß man die Zeit ihrer Verkleinerung noch viel höher an setzen. -Hiernach findet sich denn auch ditEntsiebuna des Sonner.flecke, dir Sonnen fackeln und der Protuberanzen ziemlich leicht. Durch , die elf Millionen Grad öifee im Innern der Sonne sind die chemischenStoffe. die sich in ihr blsinden. einer starken Zersetzung unlerworfen i Selbst Stoffe, welche wir als chemische 1 Elemente, als unz rsetzdare Urstoge be-

trachten, erleiden bei solchem Grad der ' Erwärmung eine Sprengung ihres Zusammenhanges, oder sie dehnen sich aus, werden leichter und dringen bis . an die, Oberfläche der Sonne, wo sie der Ab kühlung unterliegen und als dunkle Flecken erscheinen. In Begleitung mit ihnen werden auch einzelne Stoffe aus dem Innern der Sonne mitgerissen, die lhre intensivere Leuchtkraft noch einige Zeit behalten und die wir als Fackeln sehen, die meist in der Nähe, der Flecken vorkommen. Joch leichtere Stoffe, wie namentlich Wasserstoff, werden bei diesem gewaltsamen. Aufsteigen aus! dem Innern der Sonne fortgerissen und mit fchwachem Lichte leuchtend in den Weltenraum hinausgeschleudert. Sie bilden die Protuberanzen, die auch dem gewöhnlichen Auge bei totalen Sonnenflnflernissen sichtbar werden Sonnen'-' flecke, Sonnenfackeln und Protuberanzen wären hiernach nur Zeugnisse des ProzeffeS, in welchem sich das Innere der Sonne sortdauernd besindet. Eine andere Theorie, welche auch schon seit längerer Zeit dargelegt und rechnerisch entwickelt wurde, schreibt den Ur sprung dieser Erscheinung anderen Umständen zu, die, wie wir noch sehen werden, in der allcrneuepen Zeit sich zu einer hohen Wahrscheinlichkeit erheben

eoerden. Der große Denker Robert Mayer, der das wichtige . Gesetz von der Erhaltung der Energie entdeckt hat, zog bereits die Frage in den Kreis seiner Betrachtung, wo die Sonne ihre durch Jahrtausende sich gleich bleibende Warme herhabe. Er beantwortete diese Frage dahin, daß die Sonnenmasse, welche sich in steter Watt derung im Weltraum befindet, sowohl auö diesem Raum, wie aus den ihr immer näher und näher kommenden Kometen stets neue Massen m sich aufnimmt, die in heftigem Lauf in sie hineinstürzen. Bei dieser Stoffvermehrung verlieren die in die Sonne hineinstürzenden Massen ihre BevegungS Energie und vermehren dadurch die Wörme-Energie der Sonne. tn mechanifcher Beziehung ist diese heorie. vollkommen. unbestreitbar. Wis sen wir eö ja durch tausendfache Beobachtungen, daß der Hammer desSchmiedes, der mit Krast auf das Eisen auf dem Amboß niedersährt, seine Bewe gungskraft einbüßt, aber dafür die Erwärmung sowohl des HammerS, wie des Eisens und des Ambosses erzeugt. Gehemmte Bewegungskrast verwandelt sich ?a Wärme. Die Summe der Energie bleibt sich hierbei immer gleich. Stürzen Massen in die Sonne, so ist es Zweifellos, daß sie die Wärme der Sonne vermehren, je stärker ihr Anprall ist. Hier mit wäre hie K?a weshalb die wärmende traft der Sonne trotz ihrer Warme-Ausstrahlung nicht abnimmt, ausreichend beantwortet. Indessen, so mechanisch richtig diese Theorie auch ist, so sehr erregte sie doch in astronomischer Beziehung starken Zwcise!. Helmholtz stellte die Berechnung an und wies nach, daß wenn die Sonne ihren Wärmeverlust durch Auf nähme neuer Magen ersetzen .soll, so müßten seit den zweitausend Jahren, von welchen wir ziemlich sicher wissen, daß die Sonnenmärme sich gleich geblie ben sei, sehr große Massen in die Sonne hineingestürzt sein. Wäre dies aber der Fall, so müßte auch die Anziehungskrast der Sonne zugenommen haben und die Umlaufe der Planeten schneller sein als vor zweitaufend Jahren. Beobachtungen und Berechnungen aber zeigen, daß das Jahr der Erde sich gleich geblieben ist. Folglich kann die Masse der Sonne sich nicht so vermehrt haben, wie sie zum Ersatz der ausgestrahlten Warme nöthig hatte. Somit mußte man dennoch aus die Vorstelluna zurückkommen, daß die Sonnenluqe! kleiner werde, sich verdichte und dadurch einen wachsenden Grad der Wärme gewinne. Dieser Ernroand, auf gründliche Be rrchnungen gestützt, bat so viel für sich, daß man ihn in der Wissenschaft durch aus nicht abweisen rann. Jnzvilchen haben sich aber m der beobachtenden Astronomie in allerneutster Zeit Erscheinungen gezeigt, nach welchen sich die ganzen Anschauungen über die ses lehrreiche Thema wesentlich erwei tern und die Hoffnung ans eine glückliche Lösung all der Fragen in hohem Grade anregen. Wir werden diese Erscheinungen noch näher unsern LeserZ vorführen. Sie greifen sehr weit hinein in die Räthsel des Weltraumes und gehen damit ein gewaltiges Stück über die specielle Son nenfrage hinaus. Wir wollen nur noch vorder eine neue Theorie unseren Lesern vorsühren, die gegenwärtig viel besprochen wird und es auch in ihrer geistrei chen Combination verdient, mit in die Reihe der Versuche gezählt zu werden. welche den Blick der Menschheit in der Erkenntniß des WeltProzesses schärfen. Ueber eine seltene Verletzung, welche im StadtKrankenhaufe zu Han nover zur Vehandluna kam berichtet Herr Dr. Georg Fiscker in der Deut fchen Zeitschrift für Cbirurgie-: Beim vocjäizrigen Schützenfeste in einem Rach varooise marschlrte ein junger Bursche mit geladenem Karabiner; der Ladeflock saß im Lauf. Auf das Commando : Halt ! stieß er das Gewehr zur Erde, der gespannte Hahn fchlug zu. und der eiserne Ladestock fuhr' dem Vordermann m den Rücken, durch Hals und Kopf, aus welchem er hervorragte. Mehrere Bauern versuchten die Eisenstange au? dem Kopfe zu ziehen, wobei sie mittelst derselben den Franken eine Strecke weit auf dem Grosylatz fortschleiften. Da bei war sie weiter auS dem Kopf getre ten. vIüq einlqen stunden wurde der Kranke, dcssen Bewußtsein zurückgekehrt ... i- m ? a. D war, jpojpiiai qeoracnr. Ver Lade stock war zwischen Wirbelsäule und rech iem cyallerolail neoen oem vierten Brustwirbel eingedrungen, yinq am Brustkasten entlang in der Tiefe der reck' ten HalSseite auswärts, drang durch Schädel und Gehirn und ragte in der linken Stirngegend 30 ein lang aus dem Kops hervor! Das rechte Auge war erblindet. Da am 'unteren Ende des Ladestocks ein dicker Knopf sitzen sollte, so mußte derselbe durch den Schädel zu rückgetrieben .werden. Eine . roße Schmerzhastigkeit und undeutliche Härte an der rechten Halbseite machten e3

wahrscheinlich, daß man hier auf den Ladestock vor , seinem Eintritt in die Schädeldecke kommen würde. .Bei der sogleich unternommenen Operation, wobei der Kranke nicht chloroformirt wer

den durfte, wurde zunächst am , Hals: vom rechten Unterkieserwinkel an abwärts ein Einschnitt gemacht, worauf man in großer Tiefe den Knopf des Ladestccks zu Gesicht bekam. Dann folgte die, Lösung . deL Ladestocks im Schädel. Da die Stange -im Knochen, fest eingekeilt saß und absolut ur.beweglich war, mußte zunächst ringS ; dieselbe die KnoHenögnung mit Meißel und Hammer erweitert werden. Es gelang nun. durch 20 b!S Z0Hammerfchlüge den vorstehenden Theil des Ladestocks 'durch den Schädel zurückzutteiben ; aber. tt nach Erweiterung der HalSwunde -konnte man ihn auö dieser ganz herausziehen. Derselbe war 50 Centimeter lang und 6 Millimeter dick. Der Kranke wsr während der ganzen Operation, welche etwa eine Stunde lang gedauert hatte, bei Bewußtsein geblieben. Der- Verlauf war außerordentlich günstig, fast ohne Fieber. Der Kranke wurde nach zwei Monaten , bis aus die Erblindung deZ rechten AugeZ vollständig geheilt aus dem Stadtkrankenhause entlassen. Versuche aus der Anatomie in Göttingen ergaben, daß der Ladestock in der Tiefe des Hal ses keine wichtigen Gesäße und Äcrven getroffen hatte, daß er durch das WeSpenbein in die Schadelhöhle gedrungen war, hier den rechten Sehnerven zerrissen und dann den rechten und linken Stirnlappen des Gehirns . durchbohrt hatte. Elf Monate nach der Verletzung war der Mann ganz gesund, hatte Nächte hindurch getanzt und alle schweren Ar beiten eines DienftknechtcS verrichtet. Jürft Sulkowöki. Der durch seine vielfachen Exceniricitäten bekannte Fürst Sulkowöki inWien ist auf Requisition des Landgerichtes in die Leidesdorf'sche Privat - Heilanstalt nach Döbling gebracht worden. Fürst SulkowZki, der gegenwärtig im 36 Le. bensjahre steht, ist von mütterlicherSkite ein Enkel des seinerzeit durch seinen Reichthum berühmten Baron Dietrich und der Universalerbe des von demfelden hinterlassenen Millionen Vermö genS. Die Geschichte seiner Herkunft und seines Leber.8 bildet eins der interessantesten Kapitel in der Chronik des Wiener Eigh lise, an das man jetzt durch denZwifchenfall, melcher die krankhafte Ruhelosigkeit deöPrinzcn vorläufig zum Stillstände nöthigt, von Neuem erinnert wird. Fürst Joseph vereinigt in sich die Abstammung von Mtj Familien, in denen eln gewisser ezeenirischer Hang erblich zu sein scheint. Einerseits war der alte Baron Dietrich nicht minder durch seinen Reichthum und seinenWohlthätigkeitssinn, wie durch seine zahlre!chen Bizarrerien und sonderbaren Liebhabereien bekannt andererseits weist die Geschichte des fürstlichen Hauses Sulkovski, die der Berliner Romanschriststeller Max Ring unter dem Titel Em verlorenes Geschlecht . behandelt hat, zahlreiche Falle von höchst bedenklichen Excentricitäten nd einer oft bis zum Wahnsinn getriebenen militärischen Bravour auf. Baron Joseph Dietrich flammte. aus einer Familie von .Großsuhrleuten-, welche schon im siebenjahrisien Kriege durch ihre Leistungen für das Befpannungswcsen der österreichischen Armee und durch den Transport von Munition und Proviant ein großeLVermögen und den Freiherrnrang erwor den hatten. Er selbst . war in der gleiazen Werje wahrend der napoleonischen Kriege und später durch den Transport österreichischer Waaren nach überseeischen Ländern thatig. Als paisionirter Theaierfreund richtete sich Baron Dietrich ferner sowohl im Schlosse Feiflritz. wie in seinem Wiener Palais auf der Matzleinsdokser Straße Privattheater ein, von denen letzteres erst . jüngst seinen Direktor Niklas durch den Tod verloren hat. Baron Dietrich hatte eine einzige Tochter, Anna Elisabeth, die sich am 2. Oktober 1315 mit dem ritterlichen und eleganten Fürsten Ludwig Sulkowski, Herzog zu Bielitz, vermählte, dessen pe kuniäre Lage damals eben nicht die glänzendste war. Aus dieser Ehe wurde am 2. Februar 18l8 Prinz Joseph ge boren, dkffkn Erkrankung uns heute An laß zu diesen Reminiscenzen, giebt. . : Baron Dietrich starb zwei Jahre nach seiner Tochter (im Juli 1835) und hinterließ seinem Enkel Joseph sein Vermögen im Gesammtwerthe von 6 Mi! klonen, wozu die Herrschaften Pankota bei Arad und Feistritz am Wechsel, sowie zwei Häuser in Wien gehörten. Prinz Joseph wurde im Therestanum erzogen und machte schon als Knabe durch seine Unbändigkeit dem damaligen Direktor, Rez;ieruvgsrath Demel, und den Proscssoren der Anstalt, die ihm Privat Unterricht ertheilten, viel zu schaffen. Im Jahre 1870 wurde er großjähriq erii :?!und trat den Besitz seines Erbes an, aber schon zwei Jahre vorher halte er. mit zwanzig Jahren eine höchst cigeithümliche Ehe geschloffen. Er hatte .sich nämlich in die Gouvernante seiner Schwestern, Viclolre Lehman, die Tochter eineö jüdischen ÄörsenfknsalS, verliebt uid das 8 Jahre üitere Mädchen. nachdem eS zum Katholicismus übergetreten war, geheirathet. Zugleich machte' er seinem Vater und seinen Stiefgeschwistern große Schenkungen auS dem Dietrich'schen Vermögen, wo gegen jedoch das Wiener Landgericht als VormundfchoftS-Behörde Einspräche er hob. 'Die Ehe mit Vlctoire Lehmann gestaltete sich in Folge der sich steigern den Extravaganzen des Prinzen nicht glücklich. Die Fürstin, der nachgerühmt wird, daß sie eine sehr kluge und ihrem Gemahl geistig überlegene Dame ist. vnsuchte AnsängS ihren Einfluß auf den selben dazu aufiuwenden, um ihn zu ei ner geordneten Lebensweise zu bewegen. Da ihr dies aber' nicht gelang und die Launen des Fürsten sich vielmehr gegen sie endeten, löste sie die Gemeinschaft mit demselben und lebte zurückgezogen theils in Wien, theils in Feistritz. war aber bis jetzt nicht zu bewegen, in die Scheidung oer Ehe, welche ihr Gemahl unablästta zu erwirken strebte, einzuwl! ligen. Fürst Joseph, der noch dem im Jahre 1870 erfolgten Tode semes Va terS auch Herzog von Bielitz ist, brachte

sein Leben schon seit Jahren Viflät auf Reisen zu und machte bald in 5)ariL und in Italien, bald in Berlin Kopenhagen und Stockholm von sich red:n. Er reiste zuletzt in Gesellschaft einer jungen Dame, die früher dem . Theater angehört hatte.' ... ';, ' . . 1 -v-: .. . Zu seinen hervorstechenden Absender-' lichkeiten gehörte eö, die Rächt in Tag zu verwandeln, bei Tage zu schlafen, dagegen bei Nacht: feine' Hotel Appartements taghell beleuchten , zu lassen, Gesellschaften zu empfangen 7 und mitternächtliche Soupers zu geben.' .Daß bei dieser Lebensweise das .großväterliche Vermöge nicht intakt geblieben sein dl?fle. ist wohl anzunehmen, .' Im vorigen Sommer- hatte er seines An?ust in Feistritz angekündigt, wo er. schon seit Jahren nicht gewesen wär Allcö wurde zu seinem Empfange vorbereitet, aber er.kam uicht. . Vor einige? Zeit wurde auch über einen EhrenbeleidizungSpro zeß zwischen den Leibjäger und Kammern diener des Fürsten berichtet, wobei sich herausstellte, daß der Jäger als BerrrauenSmann der Fknin U der Nähe des Fürsten sungirt hatte und deßhalb Letzterem von dem Kammerdiener angezeigt worden war. SulkowSki wohnte in den legten Monaten in einem Hotel in der inneren Stadt, und wenngleich feine Umgebung an gewisse Absender lichkeiten seines Wesens gewöhnt war, so hatte sich sein Benehmen in der letzten Zeit ganz auffällig geändert; er zeigte Spuren intensiver Geistesstörung und mußte schließlich wegen gefährlicher Bedrohung seiner Familie. in die Irrenan statt gebracht werden. .

31 Neeep! gegen Jeierkaye. Nünner theilt eine Chronik deö Evenement in folgende? Anekdote mit : Eines TageS besuchte Mvry den (jüngst verstorbenen) Schriftsteller Julcö Sandeau, als ein Lcierkaflenmann sich unter de Fenster ctablirte und seine Melodien abzudrehen begann. Sandeau, den dieses graujame Spie! belästigte, warf ihm ein Fünf zig-CentimeS-Stück zu mit den Worten: Hiu, lieber Mann, und jetzt gehen Sie fort." Wie?" rief Mery 'auS. .Sie ermutbigen dieses schändliche Gewerbe? Der Mann wird morgen wiederkommen und wird Ihnen alle seine Kameraden schik ken - .WaS soll man denn thun, wenn manl oie Leute loswerden will V fragte Sändeau. .Das will ich Ihnen gleich sagen. Ich wohne Rue des Marlyrs, d. i. in einer Slra wo mehr Orgelmisnner lzinkommen, als in irgend eine andere. Kaum hatte ich diese Wohnung bezogen und öffnete daö Fenster, als einer dieser Vir tuosen sich aus dem jenseitigen Trottoir öumelltcund das Miscrere zuspielen begann.' Sofort gab ich Zeichen einer lebhasten Besriedrgung von mir. Nach dem Miserere erfreute er mich mit dem Äosenwalzer. Ich nahm einen Sluhl und fetzte m:ch auf den Balkon. Der Mann spielte : Oh die kleinen Läm merchen" und ich applaudirte, waS ich konnte. Er ging hierauf zu .Margare thens Huf über, worauf ich meinDienstmädchen rief, damit auch sie die Freuoen der Aufführung genieße. Roch Etwas, rief ich dem Orgelmann zu. Er fing von vorne an, dann nahm er hörnch seine Mütze ab und reichte mir' sie dar. J, diesem Augenblicke schloß ich rasch das Fenster und betrachtete hinter dem Vor hange eine Scene, die für ieden Andern als für mich, herzbrechend gewesen wäre. Der Mann sah meinen Balkon mit Verzweiflung an. Endlich warf er die Orgel aus seine Schulter, machte seinen Klappstuhl zu, und entfernte . sich wan kend, nachdem er mm Hausnummer notirt hatte. Ich habe ent nämliche Geschichte fünf ober sechs Mal mit seinen Collegen ausgeführt. Und niemals hält sich ein Leierkasten vor meinem Haufe auf. Mehr noch! Gestern Morgen stand ich ruhig am Fenster, als ich einenMann in der Sammethose und mit der Orgel aus dem Rücken kommen sah Als er mich sah, beschleunigte er seinen Schritt und machte mir eine lange Nase, als wollte er sagen : Du möchtest gerne ein Stuck von mir hören, nicht wahr? Aber Du hast mich einmal schon gefoppt meit? Leierkasten ist nicht für Dich !" j Sin rafstnirter GaunerstreiH wurde in einrm Juvelierladen des Palais Royal begangen. Eine Dame in offenbar gesegneten Umstanden betrat den Laden, verlangte E'nigeö zu sehe.i und entfernte sich, ohn etwas zu raufen. Kaum war sie draußen, stürzt ein elegant gekleideter Herr in 's Magazin und ruft ganz bestürzt : ch bitte Sie, machen , Sie keinen Lärm; die Unglückliche kann nichts dafür, ich bringe Ihnen den Ring zurück," und dabei zeigte der Herr einen kleinen Ring, der wirklich in einem der Dame gezeigten Kästchen fehlte. Der He.r erzählte nun, daß seine Gatti.i in Folge ihres Zustandes von einer unwiderstehlichen Lust zu stehlen beherrscht werce, und daß er ihr in Folge dessen aus Schritt und Tritt nachgehen müßte, um einen Skandal zu vermeiden. Dabei spielte der Herr mit dem Ringe und frug, was er koste. '. Der Juwelier- nannte einen ziemlich geringfügigen Preis, .den der Herr auch erlegte und sich mit. dem Ringe entfernte. Zwei Tage später kam dieselbe Dame, bat neuerdings, man möge ihr verschiedene Gegenstände zeige, kramte heru'm und entfernte sich ebenso, ohne etwas gekaust zu haben. Die Ladenmädchen tauschen untereinander vetflündnißvolle Augenwinke, und als die Frau draußen war. wunderte sich Niemand, daß abermals ein Stück, diesmal kein Ring, sondern ein mit Brillanten besetztes Bracelet im Werthe von 6000 Francs fehlte.. Worüber dagegen Aes im Laden staunte, das 'war über das Ausbleiben des zärtlichen Ehegatten, der seine wider Willen diebische Gemab lin aus Schritt und Tritt verfolgte. Er luß sich nicht blicken und da5 Bracelet noch weniger. Der Juwelier, war das Opfer eines Gaunerpaares geworden. ' Familien-S ym pat hie. Die Familie Hock.lberge? ist eine . ei gknthümliche Familie : Der Vater säust. dre Mutter seift und die Tochter seuszt.

DikLondonerGesell. schaft für rationelle Kleidung hält ge flenwärtig eine Ausstellung von DamenKleidungsstücken ab, welche nach folgenden, -von Mrö. King aufgestellten Grundsätzen rerfertigt sind. Sie sollen freie Bewegung .deS Körpers gestatten, nicht drücken, nicht mebr.Gewicht haben, als zur Wärme nothwendig ist, Gesicht und Wärme sollen gleichmäßig vertheilt sein, und in dieser Linie soll daö ratio nelle Kleid schön, graziös, bequem und angenehm sein, ohne sich ur.nölhiger ;?cise von dem jetzt gebräuchlichen Anzge zu .kntscrnkn. Wie find nun die Kleidermachcr. und Kleidcrmachcrinnen diesen Bedingungen gerecht geworden ? Von den ausgestellten Jrauenkleidern entspricht keines allen Anforderungen. Da giebt eS natürlich ein.Ezemplar di viäeä skirt, ktwo.5osenunterrock, der sich vom gewöhnlichen Kleid uicht allzu auffällig unterscheidet. Der Pariser Damenschneider Werth stellt ein Ballcostüm im albanesischcn Styl aus, an dem die seidene Hose etwas zn sehr ficht, bar ist. um den Ansprüchen der engli fchen Damen zu genügen. Einen Gegensatz dazu bildet daö soshionable Ko stüm, von dem eine Copie für die ruffische Kaiserin zur Kr5nungsfcicr angefertigt werden ist. Dasjenige Zulunfts kleld, daö Gnade in den Augen derMrS. King gefunden hat, besteht ans kurzen, schwarzen AtlaS-Knichosen, die mit rothen Bändern und Spitzen verziert find. Schuhe und Seidcnftrümpse fehlen nicht. Ein kurzes Röckchen wird von einer Schärpe gehalten und ein Jäckchen a la Zouaye bedeckt eine rothe Weste. Im Allgemeinen ejcht daö Urtheil dahin, daß dieses neue Prinzip sich für junge Mädchen von etwa 12 Jahren sehr gut eigne. Für erwachsene Damen giebt es jedoch zwischen den 5)osen und der Beidehaltung deö bisher üblichen Frauenkleides keine Wahl. Ein Preis von Ü0 Lstrl. ist sür das beste rationelle Jrauenlleid ausgesetzt. Von sür Damen berechneten Herrenanzügen ist nur ein Ezcmplar vorhanden, dessen Rock uud Weste von schwarzem Sammei jtnd..' Auö dem W iener Leb c n. Sie war, so schreibt man cuZ Wien, don .wunderbarer Schönheit. Er sah sie zum ersten Mal und schwur, ein so! chcö Weid noch nie gesehen zuhaben. In der That war sie eine seltene, bestrickende Erscheinung. Er wollte, mußte sie sprechen,.ihr sagen, daß er sie licbe, anbete. Aber wie sollte er sich ihr näher.'. ? Sie war nicht blos schön, sondern uch hoheitsvoll, stolz, unnahbar. Außerdem war fie nicht allein. Eine altere, hochelegant gekleidete, streng aussehende Dame, offenbar die Mama, vör an ihrer Seite. Sie prcmenirtcn vor dem Stadt-

Z-ark, oestiezcn sodann vor demselben einen Wagen, der fie rasch entsührtc, ihn rathlo?7in gelinde: Verzweiflung zurück lassend., Er sah sie später wieder, abermal? im Stadtpark, er sah fie dort öfter. Immer war fie mit der Mama, im'mcr fuhren die Beiden rasch daron. Seine Spannung, seine Sehnsucht waren auf das Höchste gestiegen, und trotzdem wagte er nicht, fie zu begleiten, ihr nach zueilen, nachzuforschen. Er vagle cL nicht, er war wirklich verliebt. So verfiel er auf einen absonderlichen Einfall. Sie war wieder im Park gewesen, hatte mit Mama ihre Promenade gemacht, sodann aus einer Bank einige Minuten gesessen, und da glaubte er, ußte fie ihn bemerkt haben. Nun war fie mit Mama aufgestanden und schritt dem ParkauLgange, dem harrenden Wagen zu. Da kam ihm jener absonderliche Einfall. Jetzt oder nie, hatte er sich 'gedacht und Muth zugesprochen. Er eilte den Damen och, nun halle er fie eingeholt. .Meine Gnädigste", sprach er. bescheiden in Ton und Haltung, meine Gnädigste, ich glaube, Sie haben Ihre Geldbörse verloren, diese Börse lag dort, wo Sie vorhin gesessen Es war aber seine eigene, elegante, wohlgesüllteBörse. So. dachte er sich, ist unauffällig ein Gespräch eingeleitet. Die Dam: olickte aus ihn, hernach auf d- Dörse. .In der That, ich danke Jhuen. mein Herr ! Eine Verbeugung. Die Damen steigen in den Wagen, der rasch davon eilt. Er steht verblüfft am Parkelngang. Seither find die Damen nicht wieder im Stadtpark erschienen, er hat fie auch anderwärtS nicht mehr gesehen, aber, er ist auch in die wunderbar fchöneDame nicht mehr verliebt. Im VolkSglanben der schweizerischen Bergbewohner spielt seit samerweise der Stier eine hervorstechende Rolle als Todesbote. Wenn der an den Leichenwagen gespannte Stier der Gemeinde still Ueht und zurückschallt, so stirbt bald wieder ein Gemeindemitglied. Der Landwirth, der seinen schwarzen Stier schlachtet, wird bald daraus st er ben; dies bedeutet wohl, er verspeist vm erlaudter Weise den Stier voraus, der zu seinem einstigen Leichenmahle herkömmlich bestimmt ist. . Jener Baue.-, der fich Weihnachten um Mitternacht in den Still schlich, um zu erfahren, ob in dieser heiligen Stunde die Stallthiere, wie die Sage g'ht, mit einander reden, vernahm, daß die beiden Stiere fich ber i . l r. fr ipraazen. wie vaio uc lyn zu (yraöc ziehen müßten, und starb vor, Schreck darüber. Recken die Rinder bei der Tränke den Kopf starr empor, so trauern fie über oes yerrn vevor'.leljenden Tod. Auch ist man dort überzeugt, daß weder ein Roß noch ito pflügendes Rind sich über eine Ackerstelle treiben lasse, an der ein Ermordeterverfcharrt liegt. Ein Eselausder Bübne. Im Theater Bergonnier in Kiew sollte der .Von llu,xoie , eine Umarbeitung des.dekannten Romans von Cervantes, gegeben werden. Die Ajfichen, welche allenthalben angeluvt waren, enthielten folgenden merkwürdigen Passus: Das Publikum wird höflichst gebeten, beim Erscheinen des Esels vicht zu opplaud! ten." Die .Sarja" glaubt, daß die Schausp'.eler mit Rücksicht auf die Ungewißheit ihres eigenen ErfokgeS auf der Bühne ihre Mitauftretendkn.dem Esel, den kleinen Triumph deö ApplaudifferucntS nicht gönnen wollien. S ch'n ckdahüpsl. Un e rund?r Hut ' Un e schwarzer Frack, lin e weißi HoS ' ' Un kein Geld im Sack.