Indiana Tribüne, Volume 6, Number 270, Indianapolis, Marion County, 17 June 1883 — Page 3

der Ehemann über die Frau eine unbe-

schränkte siSewali. und die Männer von damals versckmSKtkn nock alle WeickKeit des Gefübls.verscöafsten sich allein durch raube Kraft und blutiae Reckentbat Keltuna. 5Ze brauen kalten anen rce ' . j nin Cttitntnhnt. hi n?selliaen Anlaaen und Tugenden auszubilden, eil der ge mein ame Verkehr ein zu geringer, die ' v . - Wohnsitze zu entlegen und lange Zeit des Jahres hindurch kaum zuganglich . . . - waren, te mußten wayreno oer 0 t wiederkehrenden und langen Abwesenheit ,S n?rtnns niif ßrif nsf nfirtf n fena 5..N,N1,, ftnnSmfn l, t,n unh kannten ' O I" W - ....... . M;rtn.s nfs csrtitsfrif .ms m?i?Hr ftch bewähren; in vielen aber bildete sich iab'.l ein männlich starker und herrischer Sinn heraus. li l. 11 L 11 likaV UU'J liUUlil U1IV JJlUitV I Vom zwölften Jahrhundert ab' trat eine schnelle Umwandlung ein. l'iaö) . . ? ..... v. aewaillgem mglampie war nun oas Christenthum zum Siege über das Heidenlhum durchgedrungen und feierte seinen Sieg in einem Culturleben, welchem der Stempel hoher Vollendung in Geist und Form aufgedrückt war. Eine von der christlichen Kirche ausgehende begei. Bernde Jdtt erfüllt schon seit langem qläubiqin, tief ,u dkn KreuzzSg,.! In 9tt4(.no flotte O in Jahrbundert länaer in den Gemüthern, bi Begeisterung die Masse mit den Edelsten fortriß zum Glaubenskampfe. Dann aber war auch das Christenthum in Fleisch und Blut des deutschen Volkes K.k. ?r"?rris a ItlilCJ ViCulUiU tlUt WUIWUI, JÜVi I Mifn ftfjtfin t.nh DVrnpbiinn fc.r wuuvili iu vi.uiiuii. wluii viii n.mmUn ntinn rf.nh RHfiA itnh .l. ..t. , hf w 3 " 0 .,.s. . Jt. flsT4;s.r. tuiitiiuji -tyuu , uv muth und die Freude der alten Germ. uu ii1,U Olu tt,lw MMU ynstige Schch'enskrast sand begeisternde Anregung, das Phantasieleben üppiges Gedeihen in den neu erschlossenen Gefilden. Aus den weiten Heeresmaen I. Auf den weiten Heereszüaen rnen die Kreuzfahrer in Berührung mit fremden Volkern, fremden Sitten, srem den Sagen. Der Orient, das Zauber land der Wunder und Märchen, in feiner ' UUiwiviuurfi, tu I buM m wu'

die abendländische Christenheit und rie 2 -Vi ' tT -V "y' sie zum Kampfe kür das Heiligste des Engländer -tg froh batuber; bcnnwlet. Menschenherzens,für die Religion,' rief nem verschlossenen Helm, im teppichber,. J.A.x, o;rA,ftJnitn legten Privatnmmer, fem und comfor.

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au richtig romme Drang der Einen, das - j" y- , -v Verlangen Anderer, durch heilbringende L'WM cz-k... .s .. Grub das Bier m Blechbechern vorsetzen.

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nenhorden am Abenteuerleben and hier vH,m l l n Z ein verklärtes, alle Spannkraft des Vol- Wn' vor der Bar fleben bi g ..r...x.)? .. Bänke, Stuhle und Ti che sehlen:

nenglanze eine önz , neue Welt, auch zke durch einen Holzverfchlag logeneine neue Cultur erschloß sich den abend " fsv:c. mxi Vx l.ir.n. n. artig getrennt. Am abschreckendsten aber

uuiiiwi I einer egeisttrung voll Jugenorrask. Dieser danl.n ir baup.sächlich d.e . j. -n. (qi,';i(;.i,..:.v. o:i..A(... :M I .n. toi.-:;...,:s. wf. q:...., ; mBlften und bhetnt Jairhund., " -Ü4UIVIV"UÜC Uii lll. UUUIUI IUI k. z de- Chrlstentbums erfülltest, auch die n aT v.. a;T;it;.M alten heidnischen Stosse im christlicken Sinne umgearbeitet und in remereKunst formen gegossen bat. Und wie die Dichtkunst war jegliche Kunst erfüllt und gehoben von der Be geisterung für die höchsten christlichen Ideen. Tausende von Zklostern ent standen in arokartiaeren formen wie rn.t.. v. 8? Tl .V. ? 'Ä? 1 stloP t auf bern eheuml.gen Waldhugel ucoi iin hei nnc atoEauiHt aiye V, . .. . r x. . I V I . thAtvrtmnniiwtm 4,1 Ynt I

n"r v 0 ' T 7 p geudet, und, durch Handgreifliche Er ahphantastischen Ornamenten reich auöge. ' ' P?n f Lcr

schmückt, fast überladen. Ringsum dehv cm f. v rif" r " "'l'chd.e Wohnungen der Gläubigen ,n sladl.scher, Bezirk Auch der schuer Hiit0ttw rniifc n.rn tn.rtl.n t rt vtil f der Phantasie sich erhebenden Gedanken VUU "i iiiun iviutvu tit wv wvt fluge der Zeit schließlich folgen in dem kühn gehobenen Spitzbogen der gothl schen, d. i. der altdeutschen Bauform. In einer von phantastischer Poesie und poetischer Phantastik so arokartia erregten und ausgebauten Zelt wlch alle Nüchternheit auch aus dem Leben: der deutschen Rillerund ihrer Frauen, nra viz ,lt gaii au .rn8. nien umgedlldet. um alles sich unwtban . .7 -1 "8!") NeckeMhum hatte e zu emem Werkzeug tu ihjwarf Aimitmt , 1 V. r? , u ' verklärten Gestalt erscheint es uns. als v!!: uuu ivuiu -tiuu uu uifc icuc 0" vr SrV . A , shuä .5 MwM , cnuHtit v aU,. i u v" ' " 'ÜUlw niv 1 ltnn rimifsn nT ins r H uu wt yiumti ua i au 0 I ner Jeil, oie fWci 4 lcw. - hiif hTnXl 9 rt v . fi. :.. 'i. 1 . v!Mv v v- w-v ward durch die Kreuzzuge zuerst bewahrt 1 . tft . . y - tf C und geweiht al em halb weltlicher, halb rnii V 1 n M 11h K a amm 4WUH 1- u" adendlandische Christenheit verbreitet war. Wie Ausnaome in oen Orden wurde auch mit kirchlicher Weihe geehrt und an die Bedingung kirchlicher Sltt lichleit geknüpft. Aufgabe des Ritters ist der Kampf zum Schutze der Kirche, der Frauen und aller Schwachen. Obwohl allen Frauen zum Dienst ver pflichtet, weiht sich ber Nitter doch einer lonvtt,, pui , uy urny iwucjiubj in r"'1 Ur cureg -treue uno Kühnheit ihre Gunst zu erringen Erst damals durch die schwärmerische Verehrung der Nitter, welche auf einem tief religiösen Zuge ihrer Zelt beruhte, gewannen dieKauen eine unbedingteyerrim ge,etliffa,l!ei! eucn, wie me c v n -n - t: Jener Frauendlenst lst nämlich her. vorgegangen aus oem carlenimrus. Vorher sand derselbe im Abendlande k. nen rechten Boden. Erst die lebendigen Berührungen mit der morgenländischen Zklrüze zur Zelt ver ttreuzzuge vertan ten der helllgen Gottesmutter eine hervorragende Verehrung in den empfäuglichen, lebhaft entzündeten Gemüthern, die darin den Gegensatz zwischen der Stellung des Welbes bei den Christen Völkern und btt denMuhamedanern aus gedrückt finden mochten oder auZzudrüki ten verlangten. So wurde das zwölfte Jahrhundert die Blüthezeit des Marien. dienstes. Glauben, Leben und Poesie 1 it. . . r . r i v v!. tn wuroen von iym i, uno cic erey. rung oer YimmeiZlonigin wuroe mit ei. ner Inbrunst gepflegt, die nur einer Zeit möglich war, welche neben die feinste S-wärmerei unvermittelt die naivste ... n.rr x... rr . . totnniicDieii zu uciiuüu, jic war nur möglich in einer Zeit, welche ein schnell überwundenes Naturleben fast unmittelbar durch das Raffinement eines verfeinerten CulturlebeuS zu ersetzen! i.

MJHfOje UNS engtt,lye ueipe

t r f. . w r r w. t. t Urgermanische Krastsitte deS Knei P?nS! Jmmerttirst du blühm, so lange Studenten und Altherren unverweich n ncyl genug nno.nacy oes ages andren aender Denkarbeit in einem rauchigen Winkel, aus hartem Sitz, bei Genüssen oyne uxus uno ouzn gne vz iv . c v u li air.Li . . v oeroes y,ium.zu vkn. unv Liede? überschäumender männlicher Be. ni .4, tnit f tin ö"iavui ju.., wu, ... alon,kem wpazlergang uns meu derpartle te njcncn lonnicn. iucaa oicn v - !Xl L au oer AUSianorr, oer oira mm icnni - - , n und oei ott aeiazwasiaen ltna 00er - gezierten Diner-Einladung Ersatz sucht. unvernünstig und flegelhast nennen: gebe der Gott, der Elfen wachsen laßt, daß unsere Jugend nie aller Unvernunft I . r vw . . . e c . c u" ; v"',,iftfiif frtur tnrnn ! ' , . 3u bIei Hymnen venrrt sich wohl der magste Zecher, wenn er aus der blerfeuchten Atmosphäre e.ner deutschen Umversität nach London versetzt wor 1. b; uen Complexe starren ihn an, wo u und ab keme gastliche Wirthshausu i . n.., ".: durch d.n An ,,ck ..m . ' , v nx i : je & iyuu0, iii unuyiii uut vuu juu.t haben und, ohne sich vorgestellt zu sein. eine Weile neben einander kxistiren dur fen, aus seiner Gentlemansstimmung dringen lassen. Der gewöhnlicheTyPus der SÄänken rechtfertigt auch seinen umtu. Eine Barre scheidet ' : den m " ' . m . J. , uut, huiü, uiw u vnilz, Ac !fV tlli.. AM:ri,4 5. m..s. ..? "j -ÜU.4UUUfcU, kUIU.U IVUU UU3 Vfc.' . nvt v , , , j- t ' branntem Mal, UND lächerlich billigem Hopsen hergestellt, ohne Frische und - . , . . . Ist : rcTk . '"" 7 ir. ... an kommt za Nlcht, um zu genttdn. dern nur wie um im geschäftigen V 0 . ?bl 'm öunehm lllm lS!!lx und edle Demskratie der deutschen Bier' stube, wo sich's der Professor neben dem Fuchs und der kleine Pensionist neben dem berühmten Journalisten behaglich a4t, fäDt 0H0 sott; nich, Uten sind ,nnr v; hft hrn .,.;. x;. Tsf f;. UJ1I1CU U1C JLE.I1L11. illllUJL ILLU ULLi UUl r.i.c,;. ü ,?s.. b ! tVki VIV WVVIIlll; WW.UV W 4V UM mcii um iym xüuuycjuuym m u um i, cvAu. ...: 7t .-..,. fXM9 nS;5" rff ii f.T S ...vg ..g.., tz,..,...... Zu haben ist, keine Speisen, keine ... ... ra '.nin die Ausdünstung der Trinkenden sich mit .ItllHIlUl fcl V V XV1 IVVUlt der trockenen Hitze der-zahlreichen Gas - .. m " m mm a flammen klcht tu a tut den armen Londoner der wirksamste Köder zu einem tückischen Qualm zusammenballt : wenn orauken vor oer iLlastyur em paar abgehärmte, ausgehungerte Mütter 'V"" Vifciujni iuwvii vutv iurner, hald paihisch zuschauen, für w , , ' lu,b(t a'nn mit i"frn fif.tffi.n GinttttH f1f ftttr k.,,!,.7. c;inin. ... viv uut vviiviw.uu.i vuituiuui ii- ' D V7 P.. rttfn!,;2n , . ;,v ufcii, iuii tu in , iwvuii um wiv V uu j'ib das den sittlichen halt erl. Unb fa Trur,ke Vergessenbei, . ' 7 sucht, mit fahlblaüen Wangen auf das Pflaster hinschlägt und von dem stets bereiten Polizisten, als hätte er darauf gewartet, weggeschleppt wird fort von solchem Elend, welchem kein Zureden, kein Almosen abhelfen kann, sondern nur die allgemeine, verbesserte Volksbildung mit den Aenderungen m der Gesetzge bung, welche mit Naturnothwendigkeit große Berlegenhei, daher, wenn durch SchluMng.l des Briliichen Mus.ums einige zugereiste Deulsche. welche ,m m Morgen an im schwülen Le. - ! 7 - l 1 na, in staubigen Folianten gesteckt l L' m ' inr m,V v:, ''5' ,ut?;;u;; I MWU, VMlf UVMttlll UU.V .V.U vvt 1 . ' . r1 0 . 1 nT ht.rrfi n.m. n tm ST?rtfi t.. bunden, zunächst in eine nahe Nestaura i - ' 1 - " " V- a mv. . tinn n?ifr in sin .T-ntT. itm 111 hinnrn ttie c im Londoner Deutsch htißt; aber I . danach stand noch ein langer Abend in fi W ... mnJar d. I I O V M Vll V V in wollenden und doch unruhigen I . . ' . . Sve e aal. Bei ü edene Wro ec e wur. h' ffil' fAr 3-fcf(1fr vor; aber die sehenswerthen Stucke wa ren gewöhnlich schon monatelang qe spielt worden, manche von uns hatten sie bereits gesehen und liebten sich und ihre neuen Freunde zu sehr, um nochmals hinzugehen. Ein Anderer, ein Neuling in der Themsestadt, plaidirte für eine Musikhalle, wo das Programm wechsle und auch Bier zu haben sei. Letztere .tfchied: die Gesellschaft zog vo? das stuS baS weithin durch schreiende, viel, nersn:ec?,knde IRluraK k,nn,lk mnr. k,ud sich in den Sitzreihen des Parter. udkld hnite etitr itintn Mr. en Biernapf in einem Drahtkorb vor st hängen. Im Orchester war bereit der Lärm lo3; ein Neger sprang auf die Bühne und brüllte Eastend-Ehansonet. ten ; Kinder vollsührten die Kunststücke wohlabgerichteter Affen; ach, und jetzt jch die Tänzerinnen nichts widerli. ch als eine ausgelassene Ausnahme un. ter den züchtigen Engländerinnen ! Wir athmeten aus, sobald die Pause eintrat. Ein Gespräch entspann sich, mit Schwie. ngkeilen zwar, denn die Vordermanner mußten den Kopf !n den Nacken biegen und die 5intermänner die ftälf? nortt. cken ; auch übernahm jetzt das theilwtise angeheiterte Publikum die Rolle des LSrmenZ ; aber der Trieb nach Mei ungSaustausch war zu stark, man hatte sich colossal geekelt, um es nicht nach j ' . 1 einigen HSstlchen Prolegomena unmaß geblich anzudeuten, und kaum war das lösende Wort gesprochen, so strebte die (JesellsSaft auck) schon schneller. alS Ne glommen, dem Ausgange zu. Mit 2. ' . . . . . . Engländern Das leuöjttic jetzt auch dem Neulina ein iii nicht Zlu kneiven: entweder sind sie ,u sein oder ,u aemein. Erleichtert fand man- sich auf der Straße; was aber thun? Im Westen

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dämmerte noch der lange nordische Som mertag; in den Straßen fluthete der lu stige Strom der RiesenQmnibusse, ver wegen durchkreuzt von halsbrecherischen Velocipedisten mit bunten Laternchen ; auf den TrottoirS ein Gewimmel von Familienbesuchern, und nur uns müden Fremdlingen sollte kein Stündchen trau licher, auffrischender Geselligkeit mehr gegönnt sem? In deutschen Landen är gert man sich oft, daß womöglich in jeden romantischen Winkel, auf jeden erhabe nen Aussichtspunkt, an jede einsame Er innerungsstätte eine prosaische Restau

ration hingepfuscht wird; wie gerne hätten wir uns jetzt auch nur eine dieser verwünschten Kellereien unter die grü nen Baummassen der wohlverschlossenen Squaregärten gewünscht! Eme Ver. zweiflungsstimmung drohte einzureißen. Wir wußten ein einziges deutsches Local, und dies war fast eine Wegstunde entfernt, versteckt in einer Straße, deren Namen wir nicht genau behalten hatten, und meist überfüllt. Der Vorschlag, es aufzusuchen, klang wie Spott; aber mit rührender Einstimmigkeit hieß es : Nur voran ! So bogen wir durch ein Gewirre abgelegener, manchmal unheimlicher Gassen bald rechts, bald links, weit bis gegen den Themsestrand zu. ES war ein eiliger, stiller, nächtlicher Marsch.halb im Style der Sieben Schwaben, halb Walter Scott's. Einmal in der Nähe des Hauses angelangt, hatten wir auch schon gewonnen Spiel, denn in dieser Gegend stolpert man bei jedem Schritte über ewen der 80.000 Deutschen, welche in London wohnen und in so delicaten National'Jragen immer aufs beste versirt sind. Gleich der erste Passant, an den wir uns um Orientlrung wendeten, i . r n . .. r- . vt'rv . enigegneie im reinuen sazwavila), wir ,folle ihm nur folge. Unscheinbar und eng war der Eingang, aber Viele waren ihn gewandelt und saßen in den weiten HinterLocalitSten bereits fest vor den runden Tischen und gewohnten Gläsern: laute? Landsleute. AuS den entlegen sten Gauen des Vaterlandes waren sie vereinigt, hier eine Gruppe schwäbischer Musikanten, mit ebenso red wie trink lustiger Kehle; dort ein Trupp commer zieller Ostpreußen, stillere, aber nur desto fleißigere Zecher. Wer eine solche Scene nur in der Heimath mitgemacht hat, weiß nicht, was sie im Auslande bedeu tet: da ist sie nicht ein aewöhnliches,son. dern ein mit Aufopferung erkauftes und seltenes Vergnügen, eine Bethätigung des germanischen StammesbewußtseinS, für manche besonders begeisterte Seelen, wie es schien, beinahe em Act des Pa triotismuS. Hier findet der Deutsche, den die tausendfach einstürmen! en Ein drücke der Weltstadt verwirrt und be täub! haben, sich selbst wieder, er fühlt sich nicht im Gasthaus, sondern im Ei genthum, er thaut auf, und so kamen auch wir durch den Zufall im Britischen Museum zusammengewürfelte Collegen erst jetzt, in zwangloser Concentration und unter heimischen Lebensbidingun. gen, in vertrauliche Beziehungen. Der Mann, den man bisher nur aus seinen Schriften gekannt und vielleicht verkannt hatte, ging mit seiner Individualität heraus, welche doch am Ende der Schlüs sel zum tieferen Verständniß aller, auch der aelchrtesten Leistunaen ist. Der Jünger, der noch wenig oder nichts . ge schrieben hatte, gab seine Frische und Arbeitslust. Die sonst so abstracte Wis. senschast wurde körperlich; man hörte ihren Pulsschlag; man sah, was sie ziert und was ihr noch fehlt; man lernte was die Fortgeschrittensten ahnten, aber noch nicht öffentlich zu sagen wagten,und ernstlich wurde an unerem Tische die scheinbar paradoxe Frage aufgeworfen, ob die ärmliche, oft als thöricht verach tete Kneipe in ihrer Art, durch solche un mittelbare, warme Anregungen, den Ausbau der deutschen Wissenschaft nicht ebenso gefördert habe, wie die weise ver theilten Reichthümer der Akademien. Seltsam wäre es, wenn die Enalän der mit ihrem edlen germanischen Blute sich immer philiströs gehalten hätten. Nichts weniger als das. Der Faust Dichter Marlowe,Shakespeare's drama ti (her Lehrer, wurde bekanntlich ln einer Taverne bei emem Raufhandel ersto chen. Shakspeare selbst schildert bi un endliche Trmkvlrtuositat der Deutschen in dem sachkundigen Tone eines häufigen Augenzeugen. Auch nach der Herrschast der Puritaner, als schon. Sonntags freude, National'Musik und Volksspiele ln England erstarken, nahm die Schön ke in modernisirter Form, als Kaffee haus, sogar noch einen neuen Aus. schwung; m ihr fühlte sich Addison bebaglicher Als in den goldstrotzenden Prachtzimmern, die er mit seiner Frau erhelrathet hatte. Hier pflegte er mit seinen literarischen Freunden Steele, Swift, Gay zu rauchen, zu schnupfen und zu bechern, ganz wie es dem anti aristokratllchen Charakter der durch diefen Club inaugurirten ProsaLiteratur des achtzehnten Jahrhunderts entsprach. Noch am Ende der Bürgerlichkeits-Pe riode, im Winter 1794, hielten Coleridge und Lamb, Beide bereits entschiedene Romantiker, ihre poetischen Conventlkel in der kleinen qualmigen Gaststube .Der Gruß und die Katze-in der City. Woran starb alsdann die englische Kneipe ? Ihre geborenen Widersacher sind Hut ab ! die Frauen. Je semer deren Bis. bung, t tonangebender ihr Einfluß in Gesellschaft und Literatur wurde, um somehr verödeten die anständigen Bier Winkel. Der Mann wurde gewöhnt. seine gesunde Derbheit ganz und gar lhrer clvlllsirteren Zartlichkelt auszuop fern, jeden Abend schön an der Seite sei ner Lady zu verbringen und sich so tag lich die Ehre, ihr angehören zu dürsen, neu zu verdienen. Das Trinken selbst kam öabcl gar nicht in Frage ; das kann te man doch ebenso gründlich innerhalb der eigenen vier Wände besorgen. Recht bezeichnend waren mir in dieser Hinsicht die Auftritte, welche ich öfter nach einem WirthhauSabende mit meiner Tischnach barin im BoardinghauS hatte. .Waren Sie gestern aus ?-.lautete die gewöhn liche Frühstückfrage. .Ja Haben Sie sich gut unterhalten?" .Sehr schlecht in der Musikhalle, aber vorzüg lich in der . Hier fiel mir erst auf,daß die englische Sprache gar kein Wort sür Kneipe hat; ich suchte ihr daher den Be grm angemessen zu umschreiben. .Ab scheulich! Sie blieben doch nicht lange?"

.Weil Samstag war, leider nicht ;

um Viertel Zwols setzten uns die Kellner aus Furcht vor Sonntagsstörung schon die Sessel auf den Tifch und warfen uns moralisch vor die Thür." .Da ist Jh nen ganz Recht geschehen, das ist kein Vergnügen für Gentlemen !" Der ärgste Vorwurf, wie man welk, den man m englischer Gesellschaft erfahren kann. Eine Weile licu ich mich wirklich durch das sastldiofe Salonbenehmen der Da me, welche bei Tische weder Bier inoch Wem berührte, dupuen und ameth ernstlich in8 Schwanken, ob nicht unsere deut che Sitte in der That ein Rest ei' chelfresserischer Barberei sei. Da: half m:r der Auswärter aus der Gewlss:nS' angst. Als Deutscher hatte er mir von vornherein em landSmännischeS Ver trauen geschenkt; als er sich nun eines TagcS mit einem Arm voll . schwerer Flaschen über die Stiege schleppte und in meinem Blick etwas wie Mitleid las. brach er ärgerlich los : .Ob das ein Mensch glauben wurde, daß diese super feine Engländerin gestern akkurat zwei Flaschen Äier. etne Flasche Claret und eine Flasche Sherry consumirie und sich heute wieder dieselbe Portion verschrieb? Dabei hat sie noch den Llqueur und Whiskey lm Schrank !" Noch vereinsamter als in dem halb Zn ternationalen London findet sich in dieser Hinsicht der Deutsche ' in den engli' schen Universitäts-Städten. Die Studenten wohnen meist in den alten prächtigen Collegienhäusern unter klösterlicher Zucht. Die Externen sind fleißige arme Teufel, welche von ihren Quartiersrauen erbarmungslos angezeigt werden, wenn sie über 10 Uhr ausbleiben. Ans Knei pen wird in diesen Brutstätten ' der Wohl.'.ezogenheit nicht gedacht, wohl aber lehr viel an GSsterelen, Balle,Ball spiel und andere Allotria. Die Leute scheuen nicht den Zeitverlust, sie haben einfach die guten Traditionen verloren. Wohl trifft eS sich oft, daß ewige Freun de Abends bei einem College zusam menkommen und plaudern, wie sie es bei ihren Schwestern und Tanten gesehen haben; aber das verhält sich zu. einer echten Kneipe ungefähr so, wie ihr Thee zum schäumenden Bier oder ihr Kamm feuer zum inneren Feuer des WemeS. Am stärksten fiel mir der Unterschied auf. als einst etliche norddeutsche Doktoren mögen diese Zeilen sie grünen : nach zehnstündiger Bibliotheksarbeit eine Cambridger Taverne occupirten, in Er manaluna von Stühlen sich auf eilig herbeigrollte Fauchen setzten uno mit seuchtverklarten Baen anhuben : .AIS die Römer frech geworden . Die eng' lischen Studenten im gegenüberliegenden Colleg, aufgescheucht durch den dröhnen den Bierchor, fuhren in die Fenster und hätten sich offenbar gern, eine ähnliche Fröhllchkeltsäußerung vergönnt. Waste aber weder Solos, noch Rundgesänge, noch überhaupt Commerslieder ha.ben. fiel ihnen schlechterdings nichts ein als em paar Psalmenverse. Bon solchen Kerlen kann man nur sagen, daß sie die Emancipationssucht englischer Frauen, welche bereits offen ihre Gelüste nach der Unlversitäts'Prosessur und dem Parla ment zur Schau tragen, redlich verdle nen. Vlum me toue e eu cyailssreuoe m . STm r f if PiP c hat ihre Funktion im Organismus einer aesunden Nation; sie ist eme Kunst, vel' che ein Volk vergessen kann, wie irgend eine andere, und welche, wenn vergessen. eine Einseitigkeit zurückläßt, eine äußer liche Wohlgezogenheit, eine halbwahre Zahmheit, die trotz aller körperlichen Uebungen der Jugend die begeisterte Kühnheit und der Kühnheit die Jugend' begeisterung raubt. A. B r a n d l. Unterschied. Amtmann: .Hör' Er, Jörg, eS ist doch zu arg mit ihm! Er hat ja gestern schon wieder emen Rausch gehabt r ' Bauer : JD, so arg ischt des Dmg net ; wenn ich amol e halb's Schöpple z' viel trink', no hoißt'S am andere Dag glei: aber der Jörg Hot gestern wieder en Saurausch g'het; wenn aber der Herr Amtmann trinkt, daß ma'n heimführe mueß, so hoißt's de Dag d'ruf höchstens: aber gestern sind der Herr Amtmann vergnügt g'wese des ischt der ganz' Unterschied !" Bauern-Ansicht. ! (Zwei Bauern im Hostheater beim Gastspiel emes berühmten Tenoristen): .Du, so ein Sänger muß doch für einen Abend wenigstens seine 2 Gulden krie gen !" .No, und wenn er's kriegt so Leut' verputzend ja doch gleich wie dl Bescheid. .Ist der gnädige Herr zu Hause ?" .Nein. .Bis wann wlro er zuruakommen 1" ..?ia. wenn der anädiae Herr nicht zu Hause sein will, da weiß . ... v. l m man nlcyl, wann er raieurnurnm. Traurige Aufgabe. Notenschreiber: .Wollen mir der Herr Kapellmeister gtfälligst sagen, welche Partitur ich vor allem für das Orchester abschreiben soll?- Kapellmelster : .Vor allem das : .Laß' sie fließen, die Thrä nen der Wonne Notenschreiber: Bis wann ?" Kapellmeister : Bis übermorgen früh gegen neun Uhr." EinzartesGemüth. .Sie glauben gar nicht, was sür einen sanften Character -meine Tochter besitzt. Als wir heute Früh das Schwan schlach seien, konnte eS das gefühlvolle Mäd chen nicht mit ansehen; sie lies indessen Schutt chuh und ist erst jetzt wlederge kommen, wie die Blutwurst auf den Tisch stand." Kaffeerecept. Gast:. Kann ich eine Tasse guten Kaffee haben?- Wirth : .Jawohl!" Gast: .Ihr habt doch auch Cichorie im Saus ?" Wirtb : .O ia. aanz auö gezeichnete Das ist recht, zeigt sie mir einmal!" (Der Wirty geht und er scheint bald wieder mit einem Packet Cichorie.) Gast : .Sooo Ihr werdet aber wohl noch ein Packet haben !? Wirth : .No, ein Packet! könnt' meine Alte vielleicht noch haben!" Gast: .her damit!" Wirth: .Das ist aber nachher schon das letztes (Wer AZlrty brinat ricktia noch ein Backet.) Gast: .So, jetzt kocht mir einen guten Kaffee!"

c . 99 Ein Drama von lph OtloU Die hauptsächlichste Domäne de phantasiereichen und Unerschöpflichen Adolph Belot ist non jeher das Pariser Pflaster gewesen. Seme Vorwurfe. für das ernste Sittenbild, für die leichte rei zende Novelle im Sinne des Boccaccio, sür die Romantik und sür die Stud'e hat er in der ungeheuren Stadt gefun den, die er von innen und von außen kennt. Diesmal führt er den Zuschauer durch Paris sozusagen' spazieren: er kommt mit ihm auf dem . Ostbabnhose an,' besucht mit ihm Bureaux und Stra ßen, dringt in die Häuser, führt il n vor die Linienwälle hinaus und zeigt ihm die öffentlichen Plätze. Die Handlung des Stuckes, fo klar und einfach sie ist, ver zweigt sich durch ganz Paris. ' Bonneau, der ein Stellenvermnt lungs'Bureau hält, ist der Mittelpunkt des Ganzen. Bonneau hat dieses Bu reau soeben erst um den Preis, von 120 Francs von emem Vorganger gekauft; wir wohnen seiner Installation bei. und sehen, wie er mit euerkeit und Zuver ficht sein Loos trägt, nach Bezahlung des Kauffchillings und eines Frühstücks nicht mehr als sechzig Centimes in der Ta che zu yaden. ES lst. sehr romisch dargestellt, wie der neue Stellenvermitt ler mit Ungeduld Clienten erwartet. und wie er, da der erste sich endlich bet ihm präsentirt, sieberhaste Geschäftigkeit heuchelt, um den armen Teufel zu impo mren. . ES ist dies ein eben in Paris ange kommener Lothringer Namens Fusch, ein flachshaariger, gutmüthiger sindiger Bursche, der auf den Annoncen die Bon neau hat austheilen lassen, die Worte : .Es wird sofort Geld verdient". gelesen und sich in dieser Hoffnung eilends zu ihm verfügt hat. Bonneau muß gestchen, daß nur er selbst es fei, der .sofort Geld verdiente , da man lhm zunächst drei Francs zahlen müsse, wenn er sich um Erlsngung emer Stelle bemühen solle. Schließlich entscheidet er sich, den blonden Mann, der natürlich eine solche Summe nicht opfern kann, als Sekretär zu sich zu nehmen. Fusch wünsch! nun. daß er auch eme Landsmännin unter bringe, die er soeben auf dem Bahnhofe kennen gelernt hat, die em hübsches Mädchen als Vorsitzende einer Table Thote aufnehmen will. Kaum sind diese verschiedenen Geschäfte erledigt, so bietet sich em neues, das vertraulich behandelt sein will. Ein Baron Gerin, der sich bereits an Bonneau's Vorgänger, gewendet hatte, ist aus der Suche nach ei nem Todtenschein. Er will nicht wem ger als dreihunderttausend Francs zahlen, wenn man ihm einen rechtsgiltigen Beweis liefern kann, daß seine Nickte, die emuge Person, die ihm eme gewisse Erb schast von drei Millionen streitig machen könnte, mcht mehr unter den Lebenden weile. Seit dem Kriege ist sie ver schwunden ; damit aber Germ die Mll nonen erheben könne, bedarf es der unbedingten Gewißheit ihres Todes. Der Leser erräth wohl, daß die gesuchte oder vielmehr rn's Grab gewünschte Er bin keine Andere ist als die junge Loth ringerin. Auch Bonneau stellt im Stil len sofort die durch manche Tetalls un terstützte Hppothese auf; zum Unglück hat die Dame, die sie sortgesührt hat. ihre Adresse Nicht zurückgelassen Schuld des neuen Sekretärs, der auch selber nicht die geringste Andeutung über Ma rie zu geben weiß. Die Dame ist indeß, wie auS ihrem etwas ungezwungenen Benehmen ohnehin zu vermuthen gewe sen, keine wirkliche .Dame , sondern eme Mäklerin von Liebesgeschästen. Kaum hat Marie dies bemerkt, so ent flieht sie, und wir finden sie im Gewühle der Markthallen wieder, wo ein junger Unteroffizier der Schutzmannfchast sie vor den Nachstellungen der Alten rettet. Dieser Unteroffizier wird dadurch zum zweiten Male der Retter des armen Mädchens. Er war es wie sie freudig Beide erkennen der sie im Kriege wäh rend eines Gefechtes, als Kind noch, aus einem brennenden Hause gerettet. Um so lieber willigt die Mutter des jungen Mannes em, die Obdachlose m ihr HauS aufzunehmen, und hier entspinnt sich naturlich em LiebeSroman, den, wie wir in einem späteren Bilde erfahren, eine glückliche Heirath krönen soll. Der Erbschleicher hat inzwischen erfahren, daß Marie, ohne es zu wissen, seine Millio nen'Nlchte ist. Em Spießgeselle, den er Nachts in den gefährlichen Außen gründen von Paris aufsucht, wo wir Garotter auftauchen und das ganzeVer brechen sich unheimlich regen sehen, giebt ihm den Rath, das Mädchen zu tödten. Lange sträubt er sich, aber endlich wird die That von den Beiden beschlossen. Wir werden nun m die Häuslichkeit eingeführt, wo Marie an der Seite des Geliebten und semer Mutter wohnt und wo eben Bonneau dem Fusch endlich auf die Fährte geholfen sich vergewis fern will, ob er in ihr die gesuchte Erbin vor sich hat. Er macht die Entdeckung und will sie der Familie verbergen ; aber die Ehrlichkeit in ihm schlägt durch, und er kann die Nachricht den braven Leuten nicht vorenthalten. Er weiß auch Ma riens Mutter zu nennen, die sich in Pa ris ausbält, ihr Kmd als todt beweinend. Das Mädchen ist von Glück überwäl tigt, nur der Unterofsicier sühlt sich be trübt, denn er glaubt an die plötzlich reich Gewordene kein Recht mehr zu ha ben. Marie, um zu ihrer Mutter zu eilen, sucht noch vorher ihr kleines Dach zimmer auf, in welches uns daS nächste Bild versetzt. Doch sie selbst sehen wir hier noch nicht. Wir sehen nur Baron Germ und seinen Helfer, die hier die Un glückliche erwarten, um sie zu tödten. Noch einmal sucht der Baron dem Ver sührer zu widerstehen, aber der Glanz der drei Millionen erweist sich stärkcr alZ das Gewissen ; man darf keinen Augen blick mehr zögern, fchon hören die Beiden den leichten Schritt Mariens die Treppe herauf, sie verbergen sich hinter den Vorhängen des Bettes, Marie tritt ein, von Glück strahlend, sie eilt zum Spiegel, um ihren bescheidenen Hut aufzusetzen da stürzen die Männer hervor und erwürgen die Entsetzte, die nach kurzen Hilserusen zu Boden sinkt. Der Versührer weiß .sich rasch zu ret ten, der Baron selber aber, gelähmt

pariser Fssaster.

durch das Bewußtsein der ungeheuren

That, kommt nicht von. der Stelle. Da hört er schon den verzweifelten Lärm des blonden Lothringers, der am Dachsen ster erscheint und die Scene überblickt. Er stürzt m namenloser Angst zur Wen deltreppe und eilt flüchtend vier Stock werke hinunter. Dies ist der söge nannte. .Nagel" deö Stückes, das sensa uonelle Dekoranons und Maschinerie Werkzeug. Vor den Augen des Zuschau erö steigen nämlich .die Stockwerke nach einander in die Höhe, und selbst im Erdgeschoß wird noch nicht Halt gemacht. Die .Wendeltreppe führt bis in den Keller, und hier findet der athemlose Verfolgte eine Tbur, die ihn nach außen führt.. Eröffnet sie, und vo sieht er sich? In einem Eisenbahn-Tunnel. Züge brausen vorüber, er springt auf ein Trittbrett. Abenddunkel. - rechts und links Mauern, oben auf beiden Seiten hohe Häuser, deren lange Fensterreihen erleuchtet sind, dazwischen eme kühne Brücke, es ist die großartige Place de l'Europe, unter der in einem Einschnitt die Geleise der Mestbahn hinlausen. Der Zug kommt an, wir sind auf demBahn hose. . Polizisten bemächtigen sich des Verbrechers, er schießt sich eme Kugel durch den Kopf; sein Spießgeselle ist be reltö verhaftet und sieht Mit Philosoph! scher Gleichgiltigkeit dem Transport in die - Straf-Colonie entgegen. Marie aber ist nicht todt. Und nun das Schlußbild. Wir sind bei der Mutter Marienö,die sich in trau rigen Erinnerungen an das verlorene Kmd ergeht. Sie schlummert ein, und im Traum erscheint ihr das lothringische Dorf, wo 'sie die Kleine glücklich an der Hand geführt hat; wir sehen den Kir ckenplatz, es ist Sommer, Sonntag, und die Menge spaziert im Putz und behag lichem Gespräch vorüber. Da verdrängt ein zweiter Traum den ersten: dasselbe Dorf erscheint im Kriegslärm. Wir sehen, wie es gegen Preußen vertheidigt wird. Alles Pulverdampf, Schlachtge wühl, Dunkel ; ein französischer Soldat trägt ein kleines Kind aus den Flam Men ; das kleine Kind ist Marie ! In diesem Augenblick erwacht die Schlummernde. Und kaum ist sie er wacht, so klopft es an der Thür und man bringt die Freudenbotschaft. Marie sei gefunden.' Die Getrennten finden ein ander und selbstverständlich werden die Liebenden verbunden. Das .Pflaster von Paris" wird im Theatre Porte SaintMartin, wo es auf dem Repertoire steht, voraussichtlich volle Häuser machen. B. M. Verwechslung. Der Herr Professor ist gewohnt, sich in seinen Studien nur durch den Mor genkuß der Frau Professorin stören zu lassen; doch am Sonnabend wird er manchmal irr, wenn die Köchin das Marktgeld verlangt und giebt dann in seiner Zerstreutheit der Frau Professorin das Marktgeld, der Köchm aber den be wußten Morgenkuß. Schwere Arbeiten. Pfarrer: .Aber, Schulze, ich bin doch froh, daß die Feiertage nun vorbei sind ; dreimal hinter einander predigen ist kein spaß." Schulze : .Aber erst dreimal zuzuhö ren, das ist ein Kunststück, Herr Pfar rer!" Der bescheidene Verehrer. .Wünsche recht süßschlafende Nacht, mem verehrtes Fraulem. und wenn ich eine gehorsamste Bitte wagen dürfie, Sie würden mich, ach, zum Glück lichsten der Sterblichen machen! so träumen Sie die Nacht einmal . freund lickst von mir !" .Aber, mein Herr, welche Zumuthung! ... ? - 1 , ... . f AM wie lonnen Vie verlangen, oaß . . . ,0, 0, ich bitte tausendmal uci !nt schuldigung, mein verehrtes Fräulein, wollte auf Ehre nicht zudringlich sein beabsichtigte wahrhastig nicht, Sie extra memetwegen un Traume zu mcommo diren, bat nur gehorsamst um eventuelle geneigte Berücksichtigung so ganz ge legentlich so so etwa im Vor belfchlafen !" Die Falle. Richter : .Sie bestreiken, dieses Ta schenbuch gestohlen zu haben und geste ben doch selbst zu. dak Sie es näcktli cherweile aus der Tasche Ihrer Herrin genommen uno m Ihrer Kiste verborgen haben!" Dienstmagd: .Ich that dies nur, um die gnädige Frau zu erwischen und zur Anzeige zu vrmgen. tzsett Antritt nes neuen Dienstes bemerkte ich nämlich daß meine Kiste öfters mit einem Nach' fchlüssel geöffnet und durchwühlt war Ich verschaffte mir daber dieses Tascken buch und legte es hinein, um mich zu übeneuaen. ob mein Verbackt aeaen die gnädige Frau begründet ist und wie Sie seyen, yerr lchter war es so !' Standesgesühl. Dame ; .Ich muß Ihnen mittheilen, Herr Doktor, daß ich bei den lebenden Bildern als Dorothea Nicht mitwirken kann " Doktor: .Aber, gnädig stes Fräulein, Sie hatten mir ja Ihre Theilnahme schon vor acht Tagen zuge sagt; bedenken Sie den wohlthätigen Zweck, das Bild aus Hermann und Do rothea wäre geradezu unmöglich ohne Ihre reizende Erscheinung . . . Dame : .Bedaure sehr, aber inzwischen habe ich erfahren, daß Dorothea ern-Dlenstmäd chen war Sie werden begreifen, daß ich Mich dazu mcht hergeben kann!" Des Guten zu viel. Richter zum Bauer: .Also heirathen wollt Ihr? Dann bringt nur die Ein villiguna Eurer Eltern, oder wenn diese gestorben sind, die Eurer Großeltern, Euren Tausschem, Impsschem.Hklmaths schein, VermögenLausweis, ConsenS der Ellern Eurer Braut " Bauer: .Halten S' ein, Herr Landrichter, wenn'S so viel Umstand macht, laß' lch's lieber bleiben !" Unglück. .DaS Pferd, welches ich gestern von Euch gekauft, hat ja emen Fehler ; es ist am rechten Vordersuß lahm ! .So? Und das nennen Sie emen Fehler? DaS ist in em Unglück ! .

m Jrüyslüssnss elntS Yerla mtutarters. (Abgeordneter Graf X.. seine Frau seine Tochter Vally, sein SohnPaul.) Graf X.(im Eintreten): Guten Morgen, liebe Frau, guten Morgen, liebe Kmder l Ich eröffne dieSitzung. - (Sett sich; nimmt die Briefe zur Hand und verließ die Em laufe : .Petition des Herrn Rüstig.Wa genbauerö, um Begleichung seiner Rech nung über den' Herrn Grafen gelieferte Landauer u. f. w.". . . Wenn Niemand Einsvruck erbebt, werde ich diese Eingabe

demFinanzauSschusse zurBerücksichtigung überweisen. (Zum Sohne :) Da, lieber Paul, schicke dem Manne sein Geld!... (Lesend :) .Petition der Frau Baronlir Höllentha! betreffs der Annahme einer Einladung für das morgige Diner. . . Ick ersuche daS bobe 5auS. sich in cor pore zu betheiligen . ..(Lefend.-)Dank für Anschaffung emer neuen Spritze. . .or sterBuschman beehrt sich mitzutheilen.daß er ein . kapitales Wildschwein erlegt und an die hochgräftiche Küche gesendet habe . : : Ich lade die Anwesenden ein sich zum Zeichen über Theilnahme von den Sitzen zu erheben... (Geschieht.) Wir gehen zur Tagesordnung über. (Zu Vally, die den Kaffee einschenkt:) Danke nicht zu wein!... Wünscht Jemand das Wort f (Die Giäsin meldet sich.) Mama-hat daS Wort ! ; Die Gräfin intervellirt ihren Gatten wegen deS Ausbleibens der im Interesse der Seinen von ibm bestellten neuen Damen. Hüte. Gras verklärt sich bereu, diese Interpellation sogleich zu beantworten. . (Gräsin und Komtesse ? Hört! Hort!" Graf'X.. giebt daö Glo ckenzeichen. Zum eintretenden Diener :) .Noch etwas geröstetes Brod ! (Zu Paul der aufgestanden ist sich eine Cigarre an zuzünden :) Ich ersuche die! Herren, ihre Plätze einzunehmen ! . . . Hohes HauS ! Auf Mamas Interpellation erwi derte ich. dafc . die ; ModMin mir mit Ehrenwort versprochen hatte, die Hüte gestern zu liefern. . Ich werde so fort - mit unnachsichtiger Strenge alle jene Maßnahmen ergreifen.-welche geeig net smd,der unllebsamenVerzögerung em Enoe zu machen. (Bravo ! rechts von Vally.) Die Gräfin : Aber Mann ...GrafX.: Eine Diskussion über diesen Gegenstand ist nach der Geschäftsordnung nicht zulässig ! Die Gräfin: Aber Mann, Du wirst mir doch erlauben . em f ... ein einziges Wort ... wir vrauqen die Hüte wie ein Stückchen Brod ... Graf X. (unterbrechend): Das Wort hat wie das Recht die merkwürdige Eigen schaft, baß man es behalten kann, ohne es zu hab.' (Beifall links von Paul.) Komtesse Vally : Diese Modistinnen sind oft von emer so impertinenten Rücksichtslosigkeit Gras X. (streng) : Ich bedaure. diese gegen Abwesende gerichtete Aeußerung als entschieden unparlamentanfch rügen zu muffen und ertheile Dir, mem liebes Kmd, den Ordnungsruf I (Gelächter links von Paul.) Die Gräfin : Noch em Täßchen gefällig, lieber Mann ? Gras X. : Nein, ick danke, ich habe genug ; außerdem gehört dieser Gegenstand nicht in die Spezialdebatte.Jch mache dem hohen Hause nunmehr die Mittheilung, daß ich nach dem Frühstück einen Spazierritt in den Wald mache. Ihr könnt mich begleiten! (Redner wird von allen Seiten beglückwünscht.) Wünscht Jemand noch das Wort? ... Nein? .'.So if dieser Antrag angenommen ! Ich . erkläre die Sitzung für geschlossen ! .... Paul,' eine Cigarre ! .... AuSdem Gefängniß in KutaiS (Rußland) entsloh der Arrestant Matschawariani auf folgende fchlaue Weise. Es war, wie die Zeitung .Schroma" berichtet, ein Insasse des Gefängnisses gestorben und sollte zum Begräbnißplatz gebracht werden. Matschawariani entfernte kurz vorher den Leichnam aus dem Sarge und legte sich selbst hinein; so wurde Matschawariani aus dem Gefängniß zumBegräbnißort getragen und als der Sarg in die Gruft hinabgelassen werden sollte, warf Matschawariani eiligst den Sargdeckel ab, sprang auf und war davongelaufen. Frage derZ eit. , - Mann ; Heinrich ! hol' mir 'nen FidibuS für mein' - Pfuf!" Frau: .Aber, Mann, der Junge musstudiren. Mann : Heinrich! hol' mir 'nen Fidibus!" Frau: Es ist unrecht, den Jungen zu stören ; Du weißt es ja. daß er studiren und Doctor werden soll und da halte ihn nicht vom Arbeiten ab !" Mann: Heinrich! hol' mir 'nen FidibuS für mein' Pfeif' und werd' zwei Minuten später Doctor!" D e r U n'r echte. ' Gardelieutenant: .Du bist ein netter Junge, Du jksällst mir und sollst mein Bursche werden." Einjähriger : .Entschuldigen.Herr Lieutenant, ich halte mir selbst zwei Bediente V Geschäststheilung. . Handwerksbursch ; .Ein armer Rei sender, sei'n Sie mildthätig ! , Es geht mir so schlecht!" (Der Barbier giebt ihm einen Groschen ) Handwerksbursch : .Danke ! Und nun rasiren Sie mich !" Barbier: .Unverschämter, wie können Sie sich unterstehen erst betteln und dann soll ich Sie auch noch rasiren!" Handwerksbursch : .Erlauben Sie ! Gebettelt habe ich sür mich, das ist mein Geschäft, rasiren aber ist Ihr Geschäft, das müssen Sie, dasür kriegen Sie Jh. reu Groschen." ' E r r e i ch t e r Z w e ck. A: .Zst es gestattet, dieJrrenanstalt zu besichtigend" As,.stenzarzt : .Sind Sie Aerzte V - .Nein." - Assistenzarzt: .Glauben Sie etwa.' daß unsere Narren dazu da sind,, die Neugierde von Vergnügungsreisenden zu befriedigen?' B.: .Geh', komm'. Einen haben wir doch gesehen!" Frühstück. Arbeiter : .Sieh' da ! Gnädiger Herr, schon so früh im Felde ?5 . . Gutsbesitzer : .Ich vill mir nur einen Appetit sür'S Frühstück holen. Und Du? schon so früh bei der Arbeit?" . Arbeiter: .Ach ja, gnädiaer Herr, ich hole mir ein Frühstück "für meinen Appetit!"

ZUlk.