Indiana Tribüne, Volume 6, Number 270, Indianapolis, Marion County, 17 June 1883 — Page 2
Zwri Eleven Worths.
Eine NoveSe von ruft PAche. (2. Fortsetzung.) Mit keinem deiner Anzüge dürftest du in einer Gesellschaft der Frau Gräfin von Hollberg, welche ganz bestimmt von Mitgliedern des Hofes besucht werden-wird erscheinen. '"Auch will ich, daß du glän zest, alle jungenDamen überstrahlst, denn du vermagst s,'.-l!!st,schöer.lüs sie alle und ich bin stolz daraus und will auch meiue .FreudechabelDoadasür-laj mich sorgen oder vielmehr, ich habe be reitZ dafür gesorgt. O, du wirst sie alle, die Schönsten, in Schatten stellen und besiegen! ' - ' - Ich verstehe dich nicht, Tante, entgegnete die junge Frau recht ängstlich und ii re Arbeit hinlegend. Was sie da gehört, schien ihr weit mehr Schrecken oder doch peinliches Unbehagen zu verursachen als Vergnügen. Dafür erglühte die Tante immer mehr in ihrer eifrigen Freude und fuhr erregt, wenn auch mit einer lauern den Vorsicht fort: ; ;." Höre mich an, mein Kind, und du wirst sofort alles verstehen. Ich habe den elegantesten, modernsten unserer Kleidertünstler auscrschen, der.: Toiletten Pas send, durch einige Anzü'.: nach dem neue sten Stil zu vcrvollndigen. Du wirst gewiß die Anzeige des Pariser Con fcctioneurs Charles Mennier, deö Ele ven des großen Worth, gelesen haben ost und breit genug hat sie in derZeitung sich uns dargestellt. Nun, Herrn Charles Meunier habeich gebeten.' sich zu mic zu bemühen, damit wir alle? ??5t mit ihm verabreden fönnstc ;Und ;;as er juns vorschlagen wird, coüte quicoutets soll zu deinem Besten ins Leven ,a:rufen werden.. ''..Nun weißt -du,.iv6s. ich,. 'was meine L::be für dich ttty& Aät. A Tii fjlf nJrf nrtrV Vt ist :.t? Tante' entaeanele Frau von.Goldner mit ivuiiiui vV4 A V UUUUi titut Ton und Miene, als VdUi Ti tmi 'rerfill betrübende Nachricht rhälten Döch s schon wieder mu ich dir undaukbar erscheinen, denn eS zn? ingt mich, d irffenzu gestehen, daß du mirldöchine.weitarö ßere Freude bereiten würdest, wenn du die Bestellung an Herrn Meunier wieder rückgangig machen wolltest. Ich könnke mich nun und nimmer dam vergeben eine dieser modernen, hockst extravaganten Paii alon Kollekten anzulegen, oie r.tr, .:.. v . .r.. i je. r it . r gcur.üc gcjagi, gieicy unzcuon wtCilir.-j send erscheinen. .-':""" 1s tz ", um vsoiicsroiucn, oeruylge 0lcy nur, meine herzliebe Marie, beschwichtigte die gutmüthige alte Dame ihre Nichte) als sie I M. i . m ' -'l oeren wirlilcye uno ttee -.Erregung bewerkte. Die Bestellung ist nün einmal
erfolgt und kann nicht -inehr'rückgängig Sie werden erwartetmit Ungeduld eraemacht werden Herr Meunlee. muk wartet ! Ich darf Ihnen bicS schon im
sogar jeden Augenblick erscheinen, denn es I
ist gleich elf Uhr, welche Stunde icy ihm mich unenduch, Sie zu' sehen. O, .W 1 - - J " ' I mm m . mf
als Auoienz in meinem Briefe bezeichnete. ;e wußten, wie wir uns nacy y
Wir können ihn ,a auf alle Fälle hören lehnt nach Ihnen geschmachtet
und dann immer noch thun, was wir wol- ben ' len. Also, liebes,, theures Kind, verbit- Ah ich werde erwartet und sie tere mir diese Freude nicht und willige ein, haben nach mir geschmachtet ? rief Herr den Herrn nur zu sehen seine Vor von Halbott nun schon mehr verblüfft als schlüge nur anzuhören.,'Du.sollst als überrafcht aus Sollte mein Vater dendann freie Herrin deiner 'Cn! schlüge blei.. noch geschrieben haben ? setzte er für sl) ben, das verspreche ich dlr v - v- - hmzu. " Doch die Zose horte nicht auf ihu. Noch hatte Frau von Goldner kein sondern fuhr in ihrer hastigen, heimliche.: Wort der Zustimmung geredet, sie konnte Weise zu plaudern fort. , nur lächeln über die Angst und den Eifer Seit wir Jhte große, wundervolle Ander guten Tante, was von dieser sofort zu nonce gelesen. Ich habe sie auswendig Gunsten ihrer kleinen. Intrigue ausgelegt gelernt.ünd lasse sie nicht. mehr von mir ; wurde' 'als es draußen' klingelte.' Nun t ruht hier auf meinem Herzen, geht mit horchten beide Frauen. : : . . mir zu Bette und steht mit mir aus Da wurde die Thür ziemlich heftig auf- Meine große, wundervolle Angerissen und eine junge, recht hübsche Zofe nonce?! trat äußerst lebendig, in sichtlich fleüdlgster , Zch hoffe, daß Sie. diese Bewunderung Aufregung in das Zimmer. . ...... anerkennen, einem armen Mädchen- verEr ist da, er ist da! Herr Charles gelten werden, Herr Charles Meunier. Meunier ist da ! rief sie,- jede . Rücksicht für Doch nun will ich-Ske rasch dem. gnädiihre Herrschaft vergessend und nur dem gen ' Fräulein 'und der gnädigen Frau eigenen Triebe folgend mit .' strählender melden,' gleiH bin ich wieder znrück. Miene und geheimnißvoll lüstigem Ton schon war sie in einer der Thüren des und Gebärdeiffpiel. Ein wunderschöner Vorplatzes verschwunden , und ließ den Herr, elegant, nach der neuesten Mode ge- Freiherrn zurück, der sich an die Stirn kleidet, Handschuhe Numero sieben, mit griff, um zu erfahren, ob er wirklich wache Manieren wie ein Graf und nicht wie ein oder nur träume. Schneider. Und, Augen "einen Bart Meine Annonce ? Charles Meunier? in der ganzen Garde - würde man leine wiederholte er maschinenmäßig, um dann dlitzenderen und keinen besser gepflegten Miene zu machen, in ein tolles Gelächter finden können ! Söll ich ihn'einsühren ? auszubrechen. Doch noch zur rechten Zeit Genug,' Lina, genug 5 wehrte.Jräulein besann er sich und hielt sich den Mund zu. Constantia dem Mädchen, das über den Dasür flüsterte er, nur mit dem ganzen Besuch den Kopf und wohl schon das Herz Gesicht lächelnd : Natürlich ein Mißververloren haben mochte, entrüstet ab. , Doch ständniß ' und ganz . gewiß ein lustiges, konnte die.GntmÄhigy nicht anders, &ls' Wenn .ich nur , wüßte, ,waS meine große, zugleich auch über dos drollig wirkende' wandervollc Annonce besagte und wer dieGebaren ihrer Zofe zu lächeln. Dann ser verteufelte Charles Meunier eigentlich erhob sie sich und sprach mit allem Ernst ist?' - Ich hätte aldann wahrhaft Lust, und aller Würde, deren sie im Augenblick seine Rolle weiterzuspielen. Denn wenn nur habhast werden konnte : . alles, . die alte wie die junge Gräfin bis
Führe 5)errn Charles Mc.lnier in den Salon, ich werde zoalttch erscheinen. . . . Die verstummte Zofe verließ mit einem leichten unterwurngen Neigen des vauptes das Zimmer und' wahrend die Tante sich nun zu der immerfort 'regungslos da sitzenden Frau von Goldner wandte, scylüpfte Lune unbeachtet durch eine Sei tenthur aus dem Wohnaemach.-.. Dlel Kleine hatte bereits seit längerer Lelt ihr Spielen aufgegeben und dafür mit K der ganzen Anstrengung ihres Kinderköpf chen auf das besprach lhrer Mama mit der Tc:nke gehorcht.- ' Beide Frauen hatten daei nicht auf sie geachtet, und auch in diesem Zlugenblick . bemerkten sie , ihr Verindcn nicht. : U 'l ; Etwa zu derselben' Zeit, als das , eben mitgetheilte Gespräch zwischen Tante und Nichte statthatte, welches dann einen sol chen, fast gewaltsamen Abschluß fand, verließ der junge Freiherr Werner.von Hal bott in tadelloser Morgentoilette den Gaststen Äezuch zu machen,sich .chnen ass Sohn des Jugendfreundes ihres Gatten und Vaters vorzustellen, Jn Paris und London mehr zu Hause als in der Nesi. denz seines . Vaterlandes,? dieser, bis uur mit ganz kurzem 'Aujenth't beehrt hatte, flanirte er duich die Straßen, Vergleiche mit den geliebten Äoulevärdö anstellend, die durchaus nicht zum Vortheil der heimathlichen Haüplstsdt ausfielen. Sein bisheriges Lcbcn, feine Neigungen und Gewohnheiten hatten ihn feinem Geburtslande cn!ft:mdet und ees.l!e.ß. es ihm schwer fallen werde, sich auf diesem Felde, wo die Uniform fast.üuumsSränN herrschte, einzugewöhnen. Dennoch schritt er ohne weiteres Zaudern sogar recht srohgemuth seinem Ziele zu. Die gesuch-
hos, in oem er am age zuvor abgestiegen staunt, anschauend. Das
war, um d.e Frau Gräfin von Hollberg lein hat Ihnen ja das rc
und nciturilch auch deren Tochter einen er- tende Brleflem acschrttbcn
te Wilhelmstraße wurde von, einem brei ten VerkebrSwege durchschritten, zerfiel so
mit in wei Hätften. von denen die eine in ihren Ali,ungen fast nur Paläste? zierten, indeß die andere großerePrivat doch auch Geschäftshäuser enthielt. Noch schwankte er, ob er sich rechts oder links wenden sollte, als sein Blick aus ein großes Haus des zweiten Theils., der.Straße siel, dessen Nümmerschild die verhägn:ßvolle 3A zeigte. Sollte die Frau Gräfin dort wohnen? sagte er sich zweifelnd. AllerdingS ein stattliches Bauwerk, fünf Stockwerk hoch, das wohl einenMillionär beherbergen" könnte, wenn es auch just keinem altadeligen Palast ähnlich sieht. Doch ich befinde mich ja in . einer.. Weltstadt im Werden ;fragen wir immerhin an. Er näherte sich langsamen Schrittes dem Hause. In dem offenen Thoreingang, der ihn einen Hof mit Stallungen und einenDiener in Stalllivree sehen ließ, fand er bald die Glasthür des Portiers, und auf seine Frage nach der Gesuchten wurde ihm die kurze Antwort : In der zweiten Etage zu Hause. Wiederum stutzte Herr von Halbott. Seltsam! Zwei Treppen hoch'wohnt.die Frau Gräsin? sagte er sich und sein Fuß zögerte, die erste Stufe der mit einem ziemlich abgetretenen Läufer belegten Treppe zu betreten. Das reimt sich schlecht mit ihren Millionen ! Indeß der Name stimmt wie die Hausnummer.. Voran denn! Oben werde ich ja erfahren, ob ich mich getäuscht habe, oder ob es etwa eine zweite Familie von Hollberg hier gibt. Und er begann die Treppe zu ersteigen. Bald stand er vor dem mit weißen Gardinen verhängten weiten Glasabfchluß der Wohnung der zweiten Etagr, deren. Eingang mit; zwei' einfachen Kübelpstanzen . .5 . v?l tt ' . .ll"' n r verzieri war, oie inni wie cm paar jmjc .Schildwachen erschienen. Dies alles wöllt seinem geübten B5lck wohl recht hübfch, doch nichts weniger'. als ) gräflich vorkommen. Doch nur einen Auaenblick zauderte er war es ihm doch zu Muthe, . r , - , evte - . dls sollte einem hesterenAbenteuer entgegmgeheü'- dann drückte er" aus den Knopf der. Klingel..? -yr ' Kaum.ertonte der scharse silberne Klangt als sich. auch schon die Thür öffnete-und eine junge, sehr hübsche und gleich sauber wie kokett gekleidete Zyse erschien, die den Eintretenden erwartet haben mußte und ihn nun freudig" erröthend mit ihrem schönsten," " zuvorkommendsten ' Lächeln grüßte. - Der junge Freiherr wurde durch diesen unerwarteten Empfang nicht wenig und auch gar nicht unangenehm über rafcht ; er wollte seine Frage nach der Frau Gräfin von Hollberg und cb sie zu sprechen sei, vorbringen, doch die kleine j . ?.-;. im yuozcye jojc uep igu räum zu yonc 10m nien. ' ' r . Vertrauen, verrathen, und auch ich freue j wenn )nen haauf die Zofe herab .nach ihm schmachten,' o rnun 11c eine dankbare und benewenS werthe sein. Auch würde ich dabei wohl auf die allernaturltchste Welse hinter die klemen oder gar großen Geheimnisse der Damen' kommen und solche gibt es nun .einmal hier , was mein Vorhaben nur ! fördern oder noch zur rechten Zeu:m Keime ersticken konnte. . Dieses Selbstgespräch wurde durch die Wiederkehr der kteinen Zofe unterbrochen, die 'mit ihrer frühern Heiterkeit Werner zuflüsterte: Das gnädige Fräulein will Sie empfangen haben Sie nur die Güte, in - den ' Salon einzutreten und einen Augenblick zu warten, das gnädige Fräulein wird sogleich bei Ihnen sein. . . Das gnädige. Fräulein erwartet mich also ? fragte der Freiherr bereits erregter, zugleich der Zofe folgend, die eine der Thüren weit öffnete, um ihn einzulassen, Natürlich, entgegnete das Mädchen, für einen , .Auaenblick den jungen Herrn ergnädige Fräusafarbene, duf und Ihnen für heute Vörmittag elf Uhr-hier.eln Rendevous gegeben. Deshalb erwartete ich Sie auch hinter der Glasthür. '" ' . Alle Teufel! sagte sich Werner, mit einem Anflug von Ingrimm. Die Sache ist ernster, als ich anfänglich dachte." Da' wäre es sogar Pflicht, die Rolle dieses Charles Meunier noch eine Weile, so lange es eben geht, zu spielen. ; . '' Er befand sich jetzt in einem Salon, der wie das 'Wohngemach des alten Fräuleins Hollberg sich., mehr durch eine gediefcrm Eleganz, höchste Ordnung und Sanberkeit, als durch Reichthum und LuxuZ auszeichnete Die Zofe hatte ihn verlassen und die Thür hinter sich geschlossen, Seltsam, sagte Herr von Halbott sich abermals, alles recht schön, gediegen
..,.' i ' sogar anmuthend, aber nichts weniger als
gräflich.' ; Nun, wir werden ja vato , erfahren, was dies alles zu veoeuien yar ; die junge Comtesse wird wohl nicht lange auf sich warten lassen. Doch die Erwartete erschien nicht, vafür öffnete sich leife leise eine Seitenthür und ein kleines Mädchen lugte vorsichtig und recht schalkhast in den Salon. Der Anblick des fremden Hern mußte die Kleine beruhigt haben, denn schon im Augcnblick sprang sie hervor und auf 'Werer zu, sofort ihr kindliches Plaudern beginnend.. - - Du bist also Herr -Charles Meunier von dem die Tante und Mama so viel zusammen reden? fragte sie neugierig. "Das Kind hatte durch seine liebliche Erscheinung, durch die hübschen klugenAu gen, das schöne blonde Haar, denFreiherrn in eine neue, doch recht angenehme Ueber--raschung versetzt. Jetzt horte er die Frage und sagte sich sofort: Somit muß der Vater doch nicht ganz genau unterrichtet gewesen sein, denn . hier gibt es, wie ich sehe, neben der jungen Gräfin noch eine und zwar ältere Schwester. Doch nein, nein ! So kann sich der Vater nicht getäuscht haben, ich muß in ein verkehrtes Haus, in eine andere Familie gerathen sein. Und dennoch die Hausnummer der Name ? ! Geduld, in wenigen Pugenblicken werde ich ja wissen, woran ich bin ! Anstatt der hübschen Kleinen zu antWorten," hatte er, von den in ihm auftauchenden Gedanken dazu getrieben, einige Schritte durch den Salon gemacht. Da vernahm der Sinnende die silberhelle Kinderstimme ' abermals, wie sie halb schüchtern, - halb . geheimnißvoll zu ihm jagte: 6Z-.. - Du antwortest mir nicht denkst wohl schon , über die wunderschönen Toiletten für meine Mama nach ?. j i " b ? Ueber die Toiletten -7- sür.deine Mama? wiederholte der Freiherr mit einem Staunen, das ihm sür den Augenblick sein Denken vollends zu verwirren drohte. ' Nun ja doch, entgegnete die kleine Lucie, jetzt recht ungeduldig. ' Du bist ja Herr Charles Meunier der Eleve des "großen berrn Worths in Paris, der ' die schönen Kleider sür die Kaiserin von Frankreich schneiderte, wie die Tante es aus deiner Annonce Mama mehr als einmal vorgelesen hat., r " " Nun' vermochte der elegante Freiherr von Hallbott sich nicht mehr zu halten, er mußte in ein helles Lachen ausbrechen, daß er.jedoch noch-alücklich zur rechten Zeit untelbrach, denn ;n der Thür erschien die unvermeidliche kleine Zofe, welche mit der Miene uud Wurde eines Ceremonien meisters meldete: "'' Das gnädige Fräulein von Hollberg ! ..Für emen Schnewer einen Da ) menschneider halt man mich, köstlich ! sag te sich Herr Werner,' diesmal sich nur im ' ' " . ' . 1 Innern vor Lachen schüttelnd, während er sich zwang,. seiner Stimme uud selnerGestalt den richtigen .Ausdruck und die nöthige Haltung zu geben, um das gnädige Fräulein von Hollberg, welches immer , noch die Gräfin Paula sein könnte, geziemend zu empfangen. Ein Wort nur, meinte er dabei, und das drollige MißVerständniß wird aufgeklärt sein. Schon rauschte es heran und durch den weit offenen Eingang betrat das alte Fräulein Constantia von Hollberg den , Salon, mit der ganzen Wurde lhres Geschlechts und ihrer korpulenten Persönlich keit, den vermeintlichen Damen Consectioneur herablassend freundlich grüßend. Der Freiherr stand da wie versteinert, um Boden festgcwachsen, er vergaß über sein verblüfftes Staunen sogar, die Begrüßung passend -zu erwiedern, was Fräulein Constantia jedoch nicht bei zu vermerken schien, da sie es wohl der Wirkung ihrer allerdings recht imposanten .Erscheinung zuschreiben mochte. Sich gravitätisch aus das Sosa setzend, deutete sie auf einen in ziemlicher Entfernung von ihr stehenden Stuhl und sprach dann mit einer ausmunternden Freundlichkeit : Nehmen Sie Platz, Herr Charles Meunier, damit wir unsere. Conserenz in aller Bequemlichkeit abhalten können. Meine Nichte, Frau Wittwe Maria von Goldr.er, um deren Toiletten es fich handelt, wird soKleich erscheinen. Dock der huldvoll angeredete Herr Mennier setzte sich nicht, trotzdem der zweite Theil der Anrede von Fräulein von Hollberg ganz besonders betont worden war. Dasür hatte er schon seine Lipven geöffnet, um mit wenigen Worten die alte würdige Dame über den Irrthum, in dem sie befangen, aufzuklären, als er abermals doch dies mit einer sreudigen Ueberraschung, die sofort zu emem bewundernden Staunen wurde zurückfuhr und mit dem bereits offenen Munde eine Erscheinung' anstarrte, die unter der Thür des SalonS sichtbar geworden war. Dort stand Maria von Goldner in dem ganzen Liebreiz, den ihre schöne Gestalt, ihre freundlichen, herzgewinnenden Züge und Blicke, im Verein mit der einfachen und doch fo geschmackvollen Kleidung um sie verbreiteten. ' Und dieser Eindruck wurde noch erhöht, als jetzt die kleine Lu cie sich an die Mutter schmiegte, deren feine Hände da? Kind sanft an sich preßtrn, während die Blicke sich nun voll und unbesangen auf den Fremden richteten, um diesen nnmerkllch zu grüßen. Herr von Halbott war in der That ae blendet. Eine solche liebliche Gruppe, wie die der jungen, schönen und doch so mäd chenhasten Mutter mit dem nicht minder hübschen Kinde wähnte er noch nie gese hen - höchstens nur in einem. Naphaeli schen Bilde gesehen zu haben. Der ge wandte Weltmann kam sich in diesem Au genblick wie ein unerfahrener Neuling vor, und er wußte kein Wort zu finden, nichts anderes zu thun, als den leichten Gruß der lungen Dame mit emer tiefen Ver beugung zu erwidern.'. - Glücklicherweise kam ihm die abermaliaeLlufforderung des alten FraäuleinS zu Hülse, die ihm diesmal in überaus , freundlicher Weise zurief: So setzen Sie sich doch, Herr Meunier ! Auch der Blick, pie leichte Handbewegung der jungen Frau schienen dieö zu sagen, und der Freiherr ließ sich auf den ihm angewiesenen Stuhl nie der. s ' . . ' - - !" Was er nur als Scherz sich gesagt, hatte er nun, ohne ' e3 im Grunde zu - wollen. nur von dem Augenblick dazu getrieben. durch seine Haltung bethätigt.' Er klärte das Mlßverstandniß Nicht aus, nannte sei nen Namen nicht, sondern acceptlrte still
schweigend die Rolle des Pariser Kleider künstlerS. die ein Zufall vielleicht fein 1 - r. Ti t " r ' - c .11.
guirs vdiuu !ym zugewiesen goiic. Die Tante, nur ni lebhaft von dem sie beschäftigenden Gedanken erfüllt, hatte ohne Zaudern und irgend eine einleitende Frage von ihren Toiletten Wünschen und Ansichten zu reden begonnen und Herr von Halbott hörte ihr- zu, als ob sie ihm ein oangeuum preolgie ooer er wiriticy ein Charles Meunier der Zweite aewesen rr- ..! ?jt I wäre.' - Doch seine Äusmerksamkeit' war nur scheinbar, sein Auge ruhte mit all sei nem Denken und Sinnen auf der jungen Iran von Goldner, die solchen Blick, anfänglich wohl unbefangen ertrug, dann aber den ihrigen von ihm abwandte. - Ist die alte Dame fertig mit ihren Toiletten Dissertationen, so werde ich reden, sagte sich der Freiherr, doch Fräulein Constan tia hatte kaum zu reden begoilnen und noch gar viel und vielerlei zu sagen. Breit saß die Tante mitten auf dem Sofa, indeß ihre Nichte Marie in einem Sessel ihr zur Seite Platz genommmen hatte. Den beiden Damen hatte "die männlich-schöne und elegante Erscheinung des Freiherrn gefallen müssen, sein schein bar bescheidenes Gebaren bestärkte Nicht allein diese gute Meinung, sondern erweckte auch ihr Vertrauen. Deshalb der etwas unceremonielle, doch dafür um so vertraulichere Beginn der Conserenz': dest ist. c . r' ?j
am ouioere oie zunge rau nnfangiicy un ign anjcgmifgcno. avctriesne srei;die vollen Blicke des Fremden. Er stu- big mit Heiterkeit : ",7 - ; . ';. , V
dirt wohl meine bescheidene Persönlichkeit, saate sie stch lächelnd. Nun. das aehört ja zu seinem Geschäft und ich muß es dulden. Als aber die dunklen Auaen sich aar nicyi von lyr avwenoen wollten, oa oroyte eine ängstliche Unruhe ihre unbefangene Heiterkeit zu bannen, und sie wandte sich' ihrem Kinde zu, daß sich wiederum an die Mutter aeschmieat hatte und sich nun 5 . l c t f ' I wohlgefällig von dieser das schöne blonde Haar streichen lten. Da das gnädige Fräulein mit ihren Auseinandersetzungen der allermodernsten Damen Confccttonen nach dem neuesten Modeiournal nicht fertia werden wollte, hatte Herr von Halbott sich in seinen Sitz " F I I zuruaaelenni, um 111 ocauemer leuuna seinen Gedanken nachmhänaen und sei ' nen Blicken nachzusenden. Er hörte wohl,
was die alte Dame sprach, doch verstand einem tiefen Aufathmen And nit; einem er es nur halb : er sah nur das ' reizende Tone, der den endlich,' wohl nach schweBild der jungen Mutter mit dem Kinde rem Kampfe gefaßten Entschluß kündete.
und ließ es zu sich reden.' " " Endlich war die Tante doch zu - Endt gekommen und nach einem tiefen Aufath men der Erleichterung fragte sie jetzt-mit erhobener Stimme : ' " Und nun mein werther Herr Meunier,' theilen Sie mir Ihre Ansicht mitob Sie glauben, daß die von mir mit Hülse un i ?rer eilisaluen oeuiicyen yjcooc Journale . t m m. I r . jr. ... v - ..ir j ... iy r. . . i angedeuteten ich wage einem Künstler wie Sie gegenüber nicht zu saaen: vorgeschlagenen Toiletten für meine Nichte r. cm r .i hier, Frau Marie von Goldner, paffend sein dürsten. Bei diefen prosaischen Worten wachte der Freiherr wie aus einem berückenden Traume auf. Jetzt war derAugenblick gekommen, zureden, sich zu erklären doch vorderhand jagte er noch gar nichts, m?. . ?.. r. . I mir großer Spannung ouciie oie z.anie auf ihn, mit einem ängstlichen, sich steiaernden Unbehaaen Frau von Goldner : ersterer war zu Muthe, als ob jetzt.Offenbaruna ihr werden sollte, während Marie sich sagte, daß nun der gute Eindruck, ben der fremde ber ihr bervoraebracht. wobl
gWZ zerstört werden würde. Da richtete ersten Arbeiterin meines Ateliers überHerr von Halbott endlich leicht den Ober- geben. Ich werde Ihnen dieselbe, eine
körpcr empor, und seine Blicke wohlgesauig aus oer scyonen ran oer nmgen e- tf p w . . k.: .. in. i't.. f Frau ruhen lassend, sprach er mit dem Tone eines sreundllch aennnten Kenners: Die Toiletten, mein anädiaes Fräulein, welche Sie so eben als vollständige Beherrscherin der Geheimnisse heutiaer Mode geschildert haben, wollen mir sür ST 1 . mm . rau von Goidner Nlcyl ganz pajjeno dünken : dieselben dürften sich eher für eine Schönheit eignen, die in den Salons mehr auffallen ats gefallen will oder sur eme, die es nicht ist und doch schön scheinen möchte. Aus diesem' Grunde dunlen sie mir verzeihen Sie den Ausdruck, aber ich sinde keinen andern dafür zu extravagant suo eine Dame, die, wie die zunge gnädige Frau, schon durch natürlichen Liebreiz glänzt nnd fesselt, 'uenn icn mein unmaLgevllcyes Unheil abgeben dürste, so würde ich gerade sür sie . . . c . i . -. cn . ." V. . sv-i ..I eine ciiiuiycit Pururr, oie iiumerylN io modern als möglich sein kann, aeeianeter finden. Zum Beispiel : ein leichter Seidentaffct oder Faille nur kein Atlas oder Moire Antique, der erd:ückt und nur prunkendem Stolz, festlicher Würde als Schmuck zu dienen vermag. Farbe : hell blau doch nein, da der Abendgesellschaft ' V mW - . . j wohl wie üblich ein'Ball folgen wird, so nehmen wir weiß, mit einer Ausfchmü ckung von demselben Stoff oder Tüll, und als Verzierung nnr Veilchen, hier und da an passender Stelle angebracht, Auch als einzigen Schmuck des schönen Haars ein kleines Veilchensträußchen. Mit dieser Toilette, als Robe und Ucberkleid gedacht, dürste die gnädige Frau ganz be stimmt die stolzesten, blendendsten Schön heiten überstrahlen. ., Sie setzen mich in Erstaunen, Herr Meunier, entgegnete Fräulein von Holl--berg, die mit offenem Munde dieser durck) aus unerwarteten Darlegung gehorcht hatte. Dies wäre ja die allereinsachste Gesellschasts'Toilctte, und ich hatte doch eine solche im Sinne, wie die Pariser Salons sie nicht eleganter und auch nicht rei cher bewundern lassen. Gerade von Ih nen hätte ich einen loschen Vorschlag, wie den so eben vernommenen, nun und nimmer erwartet. ... Ueber die SalonS der Pariser wirklich seinen großen Welt scheint man in deut schen Landen sich eine nicht ganz richtige rn V -J m 0 Vorstellung zu machen, suyr yerr von Halbott ruhig fort. ' In ihnen herrscht zwar auch die Mode, doch nicht unum schränkt und willkürlich. Ein seines Gesuhl sür das, was anständig 'und wirklich schön ist,' zieht ihr hier Grenzen die sie nicht überschreiten darf. Dasür rächt sie sich anderwärts, wo man blindlings ihr huldigt ; als Tyrannin schreibt ' sie dort Gesetze vor, von deren Ausführung man anfangs zurückschreckt, die man schließlich doch schön, sogarbewundesungswerth sin--det, wenn sie auch im Grunde, nur, da? Gegentheil sind und in schonendster Weise nur Geschmacksverirrungen genannt werden können. Run blieb der Tante vor Erstaunen der
Mund wirklich offen stehen. Ein solches Urtheil über die heutige herrschende MoV . t.li.. . CTJtit-
ivz vuii cuicm iwiiycu ujuuihz, iiau u ler.des Meisters, der eben die e Ä(ode ge schaffen' hatte, ausgesprochen, ging über lyren yorizont und ne vermochte kem Wort der Erwiderung zu finden. Ganz anders war die Wirkung, welche die bei den Reden des vermeintlichen Herrn Meu- ! - ..t O .- r .V . l nier au tjrnu 0. vDoioner yeroorgeoral hatten. Ihr Antlitz, das anfänglich nur gelächelt hatte, strahlte jetzt ordentlich vor Freude und mit leuchtenden Augen schaute sie auf den Fremden, zu dem sie nun ungeymoett sagte : Sie haben mir aus der Seele geredet. mein werther Herr ! Nur also habe ich o:e Mode aufgepaßt, nur in jenen Gren zen ihr, die Berechtigung zuerkannt, uns Gesetze zu geben. Auch hben Sie mei nen persönlichen Geschmack vollständig ge troffen und ich bin Ihnen dankbar für Ihren Rath. Hoffentlich wird auch die gute Tunte sich jetzt damit einverstanden erklären können. . Doch diese sagte noch immer nichts: sie mußte sich noch nicht von ihrem grenzenlosen Erstaünen'erholt haben, noch nicht zu jlch,? viel weniger zu ' einem Entschusse gekommen sein." Dafür erklang nun die helle Kinderstimme Lucies. Von ihrer Mutter riß die Kleine sich los und sprang auf den fremden Herrn zu, sich zutraulich -j r c r r . r Da Mama mit dir zufrieden ist und du sie so froh und lustia aemacht hast wie lange lange nicht, so darfst du auch mir ein neues Kleid machen. ' 'Aber schön muß a r . ftn- -vw c es icin, wie oie iicincn 'caocyen m oen Modc-Journalen der Tante, und Rosen will ich dazu haben! "Auch du, mein liebes Kind, sollst einen neuen schönen A'nzua' haben wenn'die anaolge. Tante und deine Mama - es ge statten. Anch einige Rosenknösvchen sol len nicht schien, wie sie sür dich, die auf keimende Rose, passen. So antwortete Herr Werner, unwillkürlich gerührt von den Worten und dem Thun der Kleinen. Zugleich hob er sie auf seinen Schoß, ihre ! fti! tf'Xi ?i r r '. - rreme nrn icimi um leinen Kippen . verührend. ...Nun denn, begann jetzt die Tante nach wenn alle gegen mich sind, der erfahrene Meister sowohl wie das Kind, so muß die ulte Tante sich wol)(auchfügen.,Es mag also beiHrer, Anordnung ibleiben.c Mir werden gleich morgen den Stoff besorgen. und Sie, Herr Meunier, schreiten Sie einstweilen zu dem zweiten Theile unserer hochwichtigen Ausgabe : nehmen.Sle mei . cr : i i . ' . c 2 : . n cm . r. ... .: , , :. ner iiajic gejuuigji -mv zu cuicni m P . V r k' L ' zuge, wie Sie solchen gedacht und vorge schlagen haben. -, Gleich nach den ersten Worten hatte da alteFräulein sich erhobenauchHerr von Halbott war von seinem Sitz aufgestanden und gespannt ihrer' Rede 'gefolgt,? als das verhangnißvölle-'Wort des Maßn'ehmens gefallen war, da stutzte er, im ersten Augenblick erschrocken, doch faßte er sich rasch wieder und lächelte. .Als er jedoch v:. Kxrn'i. ro . y i. va r.:x.i. rr' 01c ua;uityc wcgcmjcu, ua icityic r röthen der jungen Fran bemerkte, da entgeanete er ruhig und mit einer kaum merklichen Verbesserung ; . Verzeihen Sie mein gnädiges Frau lein, diesen delicaten Theil meiner Kunst habe lch den erprobten, Handen, der würdige Vame, senden vielleicht noch ( i. V L. . ... fLri: i v gcuic, uotu morgen ganz oejummi riiuo dann Ihren wettern Befehlen entgegen sehen. A ah ! rief die Tante höchst verwun derungsvoll während der Brust der jun gen Frau ein ähnlicher, doch unhörbarer euszer dexBefrleylgung entstieg und ihr S t ? t C 1 yuvlcues ingcilcyl wieoer zu lacyein ve gann. , Doch sagte sie nichts, nur Fräu lein Constantia fuhr nach ihrem Ausruf fort: Sie setzen mich immer mehr in Erstaunen, Herr Meunier) Wenn dies Ber sadren nach der Pariser Mode ist. so gestehe ich osten, daß ich mich über die Sit ten bis jetzt einer argen Tauschung .hingab und nun auch anfange, Ihre frühern Reden zu verstehen, erstere scheinen somit wirklich besser zu sein als ihr Ruf !"-' ; Ja) oanie Innen im 'camen oer seinen Pariser Welt für dies Compliment ! enti. cv.!. sjc.fk. wnw:.9 fK. svs in v r gegneie oer rreiyerr illrycinv uuu ia) uies mal tief verbeugend. Fräulein Constantia fuhr bereits wieder, zu reden fort Mit ihrer ganzen Würde als gnädiges Fräulein Tante, doch auch mit ihrer ganzen Freundlichkeit und Gutmüthigkeit sagte sie: : ' ' ' ' So werden' wir denn den weiblichen Chef Ihres Ateliers hier erwarten und gern zu jeder Stunde empfangenund da Ihre Zeit, Herr Meunier, gewiß ungcmein kostbar-ist,'so.wollen wir Sle auch keinen Augenblick längerzurückhalten, obgleich Ihre Unterhaltung gewiß eine recht angenehme und ' belehrende sein würde, Doch rechnen wir bestimmt darauf,Sie im Laufe unseres Geschäfts nochmals hier zu sehen. ' , So oft die Damen für die Folge glauben, meines Rathes zu bedürfen,, stehe ich natürlich mit Vergnügen zu Ihren Diensten. Für jetzt nnd unser lausendes Geschüft werden'Sle wohl die Güte haben, mir eine baldige Wiederkehr zu -erlauben. 'Die letzten Worte hatte der Freiherr hauptsächlichen die jung? Frau gerichtet und diese neigte als Antwort wohl etwas verlegen doch zustimmend das . Haupt, Nur noch wenige Worte wurden gewechseit, bic letzten kamen von der kleinen Lucie und galten ihrem neuen K5eide, dann emvlakl sich Herr von Halbott. Die Thür des Salons schloß sich hinter ihm und die Damen waren allein. Wie gefallt dir Herr Meunier ? ' fragte nach einer Pause die Tante ihre Nichte. Es dauerte eine ÄZeiie, vls oie e eine Antwort zu smdetl vermochte," dann sagte. sie, ohne den Blick aus die Tante zu rich tet ' ' - Du hast es gesehen, liebe Tanke', , er hat sofort das Zutrauen meiner kleinen Lucie gewonnen und verdient sömUauch das meinlge ;. Er hat Manieren, redet, und hält' sich wie ein vollkommener Eavavlier, ergänzte Fräulein Constantia äußerst wohlgefällig die Worte ihrerNlchte.' Hatte nimmer ge mr t mr m giauvi, eine oiqt yaiiung vei einem amenjcyneloer anzuiressen. )ocy er kommt ja auZ Paris, aus der Schule der
eleganten Welt und des berühmten Worth.
vcur eins hatte ich allenfalls an ihm auZzusetzen : er ist emwenig zu jung. Doch gleichviel, bei seinem nächsten Besuch soll er länger bei üns verweilen und uns von der feinen Parlier Welt und seinem gro ßen Meister Worth .erzählen dürfen. C. . , i r r icrr von yaivoii war oroenil.lcu .iroy gewesen sich aus ' dem Salon entfernen und freier aufathmen zu können ; waS in ihm vorging, wußte er sich selbst nicht . f. L V ...i ... ff.. . r l 1 (cqji zu ocuien. iz empsano ein Vergnügen, daß er laut in. die Welthinein hätt: lachen können ob über das lustige Abenteuer, welches der Zufall ihm da bereitet, hatte, oder über etwas anderes? Das vermochte er noch nichi zu enlscheiden. Doch hafteten seine Gedanken weit fester an oem lieblichen Bilde der lungen Mutter mit dem allerliebsten kleinen Mädchen, als an der zwar recht'lustigen doch auch ziemlich burlesken Rolle des deutsch.har!ser' Damen - EonfectionneurS Charles Meunier, welche' er sich durch sein Reden und .Thun nun endgültig' aufgezwungen hatte und nun auch durchführen mußte, Es dränate ibn'blnan in Puff mit 9 "- ' V - ""v seinen Gedanken ins. Reine n kommen, doch so leicht sollte ihm dies nicht werden, Ails demCorridor vor der Glasthür stand wie .eine Schildwäche die Zofe Lina, die Herrn Charles Meunier hier schon längst cewartet haben mußte und willens zu sein schien, nicht ohne rin kleines Opfer ins Freie zu lassen.: Mit einem unteroruaien. nreuoenrule arunte ue ,ekn l?r. scheinen und begann sofort ihr mit Kichern untermischtes heimliches Plaudern. - - Ach, ' Herr Meunier, Sie müssen einen Augenblick verweilen nnd'mich hören, so sprudelte- es aus - ihrem recht', hübschen Mündchen hervor, von wahrhast verlockenden Blicken begleitet- und ungestört darf ich mit' Ihnen plaudern, denn das gnädige Fräulein und die gnädige Fran haben jetzt für mehr als eine Stunde mit Ihrem reizenden Vorschlag zu der wuu dervollen Gesellschasts Toilette zu thun, von der ich keine Silbe, keinen Nadelstich verloren habe. ;.;v . : Ein ander, Mal, Mademoiselle, meine Zeit, ist im Augenblick sehr in Anspruch genommen,-unterbrach Hen. Werner den scheinbar unversiegbaren Redefluß der Zose nnd wollte iillaleick. sie binnzeaickikkienk die Glasthür öffnen. Doch Lina wich nicht von der. Stelle und fuhr.bereils wieder in einem Athmen fort- ' - ;; CYTJ m. m . fT ! m. .. ; O, ? i M '
'iTirn i r wmw n v v Bin vievr mam. dlejer-kostbaren Zeit, opfern,' um . mir ein paar unschuldige, Fragen zu beantwortend Ich' will Ihnen alle Fragen, die .Sie nur stellen werden, beantworten, nur jetzt ' . f i 1 ' . t ! k tt j- . '' vnyvyuvn. wu UKILil, lüCiUll llü des in ihm aufsteigenden Acrgers über das drollig-schelmische Gebaren des Mäd-. chens lächeln mußte. Zugleich wcres ihm nimr (niofottttt ni r.i i. hi.. .im gelungen, die Thür zu öffnen und .ohne WllflttfltTt tst 01 Xi CVaViViA t,;,.., j uvtiuii vhiw h vh -citt i;muiiit4. Es ist für ein ander Mal, saate sich Lina mit einem leichten Seufzer und wiedkr ihre gewohnte Befchäftigung aufnehs. r. . ' t. incnü. . r roiro gemin uno osl wieoerkommen, und dabei werde ich es schon so .! Tjs.i ... rr i. , rnjuriajini wicn, oan es oann uno wann zu einer Zeit gelchlehr, wo die Damen nicht zu Hause sind. Denn seit ich seine wundervolle Anzeige gelesen, ihn selber , gesehen, in seiner ganzen männlichen Schön-, hrit imh ftUnnm nmTW mir Wie CZAn v,yM"JI v ...t. viv Variiivi" der nicht mehr aus Kopf und Herzen. Und mir lebt ja auch einer in dem großen Paris, den Herr Meunier gewiß kennen wird V 7! , V " . . ? . Cvf r- tT r nno uoer oen er mir, AU mum, oeoen soll. ' ; : , Draußen in der freien fmchen . Luft, wurde es Herrn von Halbott leichter. und bald vermochte. er ruhiger über sein Erlebni nachzudenken. ? Daß er die angenommene Rolle noch eine Zeitlang durch - suyren weroe, uano ti vei lym, oenn er mußte, die junge Frau, welche einen so unr -r . n l r gewohnten Eindruck auf ihn aemacht hatte. wiedersehen. Auch hatte er bald den allervernunstlgsted .Grund, zugleich die beste Entschilldjgjing-.fur solch Th:m 'gesunden: das alte Fräulein ist so etwas wie eine. Mode-Närrln und' Frau von Goldner liebt die Einfachheit Äe auch am ällerbesten kleidet. .! Sa ist'es auch ja Pflicht, ihr wirksam beizustehen in ihrem Kämpfe mit der Gegnerin, die wohl auch trotz ihreß gutmüthigen llten' Gesichts ein wenig ihre Tyrannin sein mag. Solche Gedanken weiterführend, war er mittlerweile iii' den Theil 'derWilhelmstraße gelangt,' der fast nnr Paläste enthielt. Wenn ich nur wüßte, von woher das alte Fräulein von Hollberg stammt, ob die Familie mit der .- Gräsin , von Hollberg verwandt ist?' Just'als' er sich diese Frage vorlegte, schaute er aus und der Anblick der stolzen Bauwerke gab' ihm auch ' schon ' die Antwort.. ' Ich werde der Frau Gräsin den ihr zugcdach-i ten' Besuch ' machen, i)ie Stunde ist die rechte, und von ihr gewiß Näheres über diese zweite Fumilie von Hollberg crWren föfthcn, 5 tj i i c -i '."Ein Lakai in reicher Livree, der harrend unter einer o'sfenett Thoreinfahrt stand, belehrte en.Freiherm.auf dessen .'Frage, daß sich dasPalais der Frau Gräfin von Hollberg weiter 'hinab in der Straße aus derselbe Seite hesinde und. die Nummer. 30A. trage. Werner. müßte lächeln; die Null war seinem Gedächtniß entschwunden und dies unbedeutende Ding, . dieZ Nichts, hatte das ganze Unheil angerichtet! Und wer konnte' wissen, was noch folgen -würde ? : ' .' ; . (Fortsetzung folgt.) .S c y l l a u n d C h a r y b d i S. Frau : Aber Karl, wie kannst Du denn . den Kind ein Tranchirmefjer -in die Hand geben ; ' , Mann ?. .EtwaS .Muß eS ja. doch ha ben! Ich kei':1rä 'doch keinen Igeladenen Reyolr'zum Spielen geben M r Bitt lich Ent rFst UN g. 'Nichter :Sie sind wegen Di'ebstahls, beut, vom Betteln war bei .mir nie die Red', ich hab' immer gleich g'stohl'n." "' '"' i.St oßseuf z er. .Daß man doch immer die verfluchten legten 30 Tage im Monat kein Geld mehr hat !"
wvii viv in .in tiiiu luuuy vutu ou vlL -yu M4 ütl vllülu iu viuui" bar für die große Sympathie wären, wel- zugten antiken Völkern das Weib nie che ein armes Stubenmädchen sür die mehr als eine Sache, ist stets nur dieHerren Damenschneider lm allgemeinen. Dienerin, nach keiner Seite hin die und für einen insbesondere hegt, so wür- ebenbürtjge.Genossin deö, Mannes gese den Sie mir schon einen winzigen' Theil sen. DieGermanen dagegen betrachteten
FalschmeldungVagabundage und Bettelns bereits wiederholt abgestraft. ' l Qngettaate'r : .Ich bitt', Herr Präsi-
Die deutsche Frau im itielalter.
Von Gustav Rcinsch. Wie der Liebes- und LebenLhauch des Lenzes die Blume aus zarter Hülle zu duftigem Leben weckt und in yk)ldigen Sonnenglanz zu reicher Falbenpracht . . n....X. .f?i.i... enlwiaeil, ein eisiger vaucy veripaieier . Winternacht aber das fchöne, vblle Blumenleben wieder vernichtet, , so blüht schnell und sarbenprächtig, eine dufli(Yl."lt. I. if Jt ... fti V ge iuiye oeuicyen vemuius- uno Geisteslebens, jener Frauenfrühling im zwölften und dreizehnten Jahrhundert empor, welcher die herrlichen Blüthen des Minnesangs. trieb, um nach einem für . solche Blume zu kurzen Leben unter dem. Drucke,der.rnehr, und wehr zersplitterten. und zerrütteten politischen Machtstellung unseres Vaterlandes schnell wieder dahin zu sterbe.i. In dieses Epoche machende Zeitalter der deutschen Frauenwelt im Mittelalter : möchte ich einzusühren versuchen, in jene " Periode unserer Culturgeschichte, in wel cher die Frau mehr als je den Mittelhunft tmfjsttiit?r SHerefemnn fiishftimh ' yr wmmvm w M i) T " i - - durch ihren Geisteswerth wie durch ihre , sittliche Würde einen mildernden wie . auch einen veredelnden Einfluß aus die Besten des Volkes ausübte, ja eine poeti- - sche. Verklärung :deS ganzen Zeitalters herbeiführte, in jene Blüthezelt des deut schen Volkes und der Frauenwelt, vonderan die. abendländische Christenheit . den' brauen in Kokeltkvoller Stelluna biS auf den heutigen Tag ihre' Huldi gung darbringt. ' Um die deutsche Frau skizziren zu können, wie sie in der.Zeit var .und sein . sollte, muß ich zuvor in das germanische Volksleben zurückweisen ünd auf den historischen Boden treten, rnte ,dem heraus das Wesen der deutschen Frau wie des deutschen Mannes sich entwickelt hat. Die bevorzugte .Stellung germanischerFrauen vor" griechischen und römischen, in welcher gleich einer der schärssten von den.sich vorbereitenden Gegensätzen zwischen antiker und moderner Cultur her vortritt, charakterisirt der bekannte Aus spruch des sittenstrengen Römers Tacitus in seiner Germania, der lauteisten Urkunde germanischer Vorzeit: Die Denticken lauben. da' dem Weibe etwas Heiligesnd PyrphetischeS inne- ' wohne ; darum achten sie des Rathes der Frauen und horchen ihren Ansprüchen." rv 5 ri rv . v e y m mm ry f w w mm nai nin -m n nannv daS Weid als ein körperlich schwaches, geistig aber seiner.' entwickeltes Wesen, das daher Anspruch aus Schutz undSchonung, aufEhrerbietung und Heilighal . . im m . jf m m r t , iitii. tu;. 4, ixttiihiuit.IjUlll. JJWXU Ull L. Ut B Ut VeS Menschen als ihre Stärke an, jene unsichtbare, geheimnißvolle Krast, welche dem Göttlichen nahe verwandt ist, vor der man wie. vor etwas Ueberirdischem" I H4i '. 'lf!i.M rilifmtX 1 um tiiiii tiuiuiuuui ; wuyiu guiuwiwtuy. Dennoch aeht, wie durch die ganze Na tur zwischen ' Taq. und Nacht, zwischen Sommer und Winter, auchdurchdasLe ' r 1 r 1 o I r.!.n. ven oer germanilazen izrau lene JNZlee theiltheit,welche sie einerseits göttergleich. I M . r c" m anorerseiis.ni zilavncyer lleoriglen er-1 scheinen läßt. Denn die rechtliche Lage . derselben mar eine ganz untergeordnete. ; Der Hausherr hatte , die Mundschaft das altdeutsche Wort mimt bezeichnet X? S nlfi SvimftnT p& sitfnbS utv nyutiv u.v Kf v ' mjmju d. h..er.'hatte.' die Pflicht des Schutzes, über 'seine Frau, seine Töchter, die noch im Hause lebenden Schwestern, welche . mr P i K. unmunoia, o. y. lazuZlos. waren. I izum 'Schutze "gegebene' Vormund hatte daher, sür. sie die Klage zu erheben und ? !die Anklage, zu beantworten ; er hatte I bei einer Verurtheilung des Mündels, l s. h. der Schutzbefohlenen, die Buße aus Ideren Vermögen zu bezahlen. Denn in allen Beziehungen .zum Gemeinwesen galten die Frauen als nicht leistungS sähig; sie waren nicht wehrfähig und ' xi. imut!. cm .:t n . oarum ullll) nicul recyisiayig. zuixi iic aber weh'.joS waren, so standen sie nicht ; rechtlos da, sondern gerade darum schützte sie wieder der zarte, keusche Sinn der -germanischen Volksstämme und stellte sie hoch über die griechischen uno römischen Frauen. Für das wehrlose Weib wurde v4.i..ia. r t f. . o tt r.ci . cm uopjjcu u uyia vuyiuuuu, ysnannt Wergkld, im Falle der Kränkung oder : Tödtung gezahlt, wie für den.' vt iw. i v.c. v : . l. t l 'jjcann. uüo) vag man uic ouaiuti, . c mm. . m m ms 9 mr wT aoer meu: oa irasmov cti gicicn Vergehen von Männern und Frauen in öffentlich vollzogenen Strafen ' änderte, ging nur aus einer zarten Scheu vor dem Ewig-Weiblichen und aus sittlichen Rücksichten hervor. r Das eindringende Christenthum hat. an dem Verhältniß" zwischen Mann und Weid von' vornherein weder rechtlich noch sittlich viel, .ändern können. Rechtlich , wurde der Werth der Frau von dem ein dringenden Christenthum zunächst sogar weniger anerkannt. . Die Priester jener Zeit betrachteten daS Weib gar zu gern' als Evatochter, durch welche die Sünde in die Welt gekommen, und hielten sie für sittlich und daher auch rechilich dem, Mann, untergeordnet. Sie setzten ' es sogar durch, daß daher das Wergeld sür die Frau nur halb so viel betrage, wie. für den Mann. . ; . '"' Die Frauen solch einer w'ld gähren den Zeit, in welcher die leldenschastllche Kraft der Männer Ablenkung und Be sriedigung in glänzenden Waffenthaten 5 suchte, die Lösung der höchsten natlonaf.M k,kV. . XttVt . Clnlitif 1 fnk Hit uyuwv- vutu.iiujji yuiuit vukf Krieg versuchte, konnten trotz der chrifllichen Bildung und Sitte ihre echt veib liche Stellung und ihr Recht noch nichts kZ .t . OY.. Je r .n.Ji v .... " jiiiun; uy uiiyiiiui üuii uiui männlich starkem Sinne ihrer Zeit ; die einen haben .ein Talent, zum Herrschen, die anderen zu Gelehrsamkeit und Gelehrteneiser, wieder andere den frommen Eifer zu Ausübungen. -7 Ich führe, nur. die missionseifrige, gelehrte Nonne Ro?witha von ,GanderSheim. an, und. die stolze bittere iHedvig auf Hohentwiel, welche uns Victor Scheffel schildert, so. wie die fromme und mildthätige Kaiscrin Mathilde elö die bekanntesten Beispiele C V.A sZt A f Z U A i V.M. .AItrt.Af U UIC ViClilUbC lil UlUl UiUUlilUUlUi" ter im Zeitalter der sächsischen and, srän- , kischen Kaiser. Die Frauen entbehrten damals nicht einer gewissen Herbe. Das Leben begegnete ihnen auch hart. Der Vater hatte noch über die Tochter,
