Indiana Tribüne, Volume 6, Number 263, Indianapolis, Marion County, 10 June 1883 — Page 9
m
Wert Ketten.
i -: r ; Erzählung von F. Arn, seldt f ' (Lorlsebung.) " Womit willst Du mich denn todtschla. gen ?" setzte Richard das Examen fort. ffomrn nur morgen in den Park er ttlderie der Tolle mit freundlichem Grin Jen. '.Da wirst Du'S schon sehen. Weißt Du, da bei den Tannen, da habe ich Deinein Vater eins versetzt. Da kannst Du'S auchdekommen. ' - .Ich glaube eS Dir nicht, Vetter, Du würdest es mir. oder Nina doch schon lan--gt erzählt haben." Der Tolle griff sich an den Köpf und nahmdann eine verschmitzte Miene an. Jch hatt's rein vergessen erzählte er, Mheute hab' ich wieder Bäume in meinem Park umgehauen. Dabei ist mir's einge fallen, und dann kam auch meine Schwesiek wieder." - Du Hast's doch nicht gethan !" wiederholte'Richard.' 1 .Dich, doch," behauptete der Wahnsinnige, mit dem Fuße stampsend. Die Herren da wollen es auch , nicht glauben und. erlauben nicht, das) ich morgen in den Park komme sagte Richard, auf den SerichtSrath und Herrn bon Spi' tzen deutend, die nun näher traten.' Vetter Franz wurde immer heftiger. Ich bin's gewesen, ich kann Euch Me todtschagen wupp, wupp !" schrie er; indem er die Arme um den Kopf schwang. Und ich alaube eS nicht eher, als bis er uns den Stock zeigt l rief der Amtsrath. DerTolleZrieb sich'vergnügt die Hände. . Sie glauben'Z nicht, sie glauben' nicht ha ha ha!" Er fuhr aus einer Ecke des Zimmer in dieandere, als ob er etwas suchte, kroch erst hinter den Ofen, dann unter das Bett und ließ dort ein zusriedenes Grunzen ho ren. Unter dem Bettgestell war eine Diele lose; diese höb er empor und zog daruntir einen schweren, eisenbeschlagenen St?ck mit einer langen, scharfen, eisernen Spitze hervor. Da, da ist er !" rief er trinmphirend und schwang den Stock über den Kops des AtntSrathes, daß dieser unwillkürlich im paar Schritte zurücktrat. So, so schlug ich ihm über den Kops bauz, da lag er auf der Nase, und dann so und so' Er stieß beiden letzten Worten die ei ferne Spitze des Stocke? in ein am Fußboden liegendes Kiffen. , Richard wandte sich schaudernd ab. Es konnte kein Zneisel mehr darüber obwalten der Wahnsinnige hatte den Mord begangen. Durch geschickte Kreuz und Querfragen brachten die drei Herren ntch einzelne Nebenumslände heraus.durch welche sich alsdann, zusammengehalten mit Hertha's und' Beu:ini's bisher bezweifelten Aussagen, der Vorgang ganz folgerichtig erklären ließ. Die jungen Baume, welche Hertha am Vormittage jenes verhängnisvollen. Tages im Parke geknickt liegen gesehen hat te, waren nicht durch den Sturm umgevorken, ssndern von dem Tollen abge brechen worden. ' Der Baron hatte bei seiner Besichtigung deS entstandenen Schadens dessen Urheber erkannt und war fortgegangen, um dcn Uebelthäter ausz suchen und an Ort und Stelle auszuschzs ten. Während er in einem anderen Theile des Parkes nach dem Vetter forschte, wa ren Bernini undHertha aus ihrem Versteck hinter den Tannen hervorgekommen und hatten sich nach verschiedenen Richtungen ins dem'Parke entfernt. Kurz darauf mußte der Baron mit dem Tollen gekom men sein, hatte ihn gescholten, ihm auch eimn Schlag versetzt, und nun war jener 'wüthend geworden, hatte den Stock erhobin, Herrn von Wenden niedergeschlagen und dem bewußtlos Daliegenden die todt liche Wunde beigebracht. Der Gerichtsrath nahm ein Protokoll aus. bemächtigte sich des Stockes und kehrte in späte? Abendstunde damit nach der Stadt zurück. Von einer Verhastung des Mörder sah er ab. Hier sonn te von einer Bestrafung nicht die Rede sein. Es handelte sich nur darum, den bisher sär harmlos gehaltenen, so gesährlichen Wahnsinnigen unschädlich zu machen. ' . 13. Schon am folgenden Tage that der AmtSrath, der die Sache m die Hand ge nommen batte. die erforderlichen Sckrit .'te, um die Ausnahme des tollen Franz in eie JrrenanUalt zu vewirlen, unv i teie persönlich dessen Uebersührung da hin." . Als die Thür der Zelle hinter dem Tol len in? Schloß siel, athmete Spitzen er leicktert auf. . Weun das Kind ertrunken ist, deckt man den Brunnen zu Uuhit er und wischte sich mit dem Rücken der Hand eine Thräne aus den ehrlichen Augen. Hier hat man ihn freilich noch lange hinterher offenstehen laffen und abgewartet, bis sich i. a r..!Xhi f i. ff I ink' ßln m eilt noeres splluivvl! uiuuk hh hhtr und Narren die Wahrheit sagten. Es ist eine wahre Gnade Gotte, daß eS bei . 1 . . t m v:. ver einen umyar geower in, v. vu9 numVx& ttZescKSukausaeübtbat. Einen 'solchen Kerl läßt man frei herumlausen . c c r r, ...V- X. VI ftoavvt uno vie laniie, vioncc uiyrvi w man ein. Verkehrte Wett Auf dem ganzen Wege von der Irren anstatt bis Wendenburg machte der AmtS rath seinem Unwillen in einem von kerni am Ausdrücken ni6 aesvickten Selbstae sprächeLust, wobei des ganzen Standes der Juristen nicht eben in der gimpflich Hte Wette gedacht ward. Und auch, all Richard von der glücklichen Erledigung dS übernommenen Auftrages Berlly: er stattete, konnte er sich nicht enthalten, sei titn schon so ost gethanen Ausruf zu wie rfcolfti. Gin Rätbsel wird eS mir doch ewia bleiben, wie Ihr Vater den Tollen, der -ihm selber so fatal war, hier vutoea ionn
Richard, der die Mittheilunaen des Bet
ters, an seinem mit Papieren bedeckten Arbeitstisch sitzend, angehört hatte, sprang auf unv rief abwehrend.- Lassen wir das, Vetter, lassen wir das!" mn Gott, was haben Sie?" fragte der Amtsrath verwundert, Sie sind tod tenblelch und Ihre Hand' zittert Spitzen sagte Richard von Wenden in dumpfem Tone, ich habe des Räthsels Lösung gesunden sie ist' furchtbar ES giebt eme Lö una des Räthsels, eS war keine Grille Ihres ÄaterS?" schrie der Amtsrath. ' i . Rein, mein armer Vattr trug fremde Schuld und ist als deren Opfer gefallen sagte Richard traurig. Ich habe das Ge helmnch entdeckt, das aus dem früher hu teren, glücklichen Mann- einen finstern Sonderling gemacht, sein Leben verbittert und ihm ein vorzeitiges, gewaltsames Ende bereitet hat Aber wie ? Wie V fragte der Amts rath. - . ' ... , Die Uebersührung des Vetters ln's Irrenhaus machte es,: wie Sie wissen. nothwendig, dessen Papiere und auch das Testament meines Großonkels, des frühe ren Besitzers von Wtndtnburg, den Behörden einzureichen. Die sämmtlichen Papiere befanden sich in einer Kaffette und auf dem Boden derselben fand ich ein vergilbtes Papier eS erklärt mir AI leS .' Weiter, weiter !" bat der Amtsrath, als sein junger Freund wie erschöpft mnehult. WaS für em Papier war das?" Ein Brief meines Großonkels an mei nen Vater, sein:n Erben fuhr Baron von Wenden fort. Sie wiffen, mein 33a ter war der zweite Sohn meine" Grova ters. Dieser, sowie ein älterer Sohn, waren vor dem Onkel gestorben, so daß mem Vater nun im Majorate folgte. Vet ter Heinrich, der Majoratsherr, war fünfzig Jahre alt geworden, ohne sich zu verheuathen. Da lernteer cine rocitlaii sige Verwandte, Elfriede von Wenden, em achtzehnjähriges, bildschönes Mao chen, kennen, verliebte, sich . in sie und wollte sie heirathen. . Kurz vor der Hoch zeit starb sie an eintM' Hkrzschlage, so tu zahlte man und so yaveta) bis heute geglaubt - . War es nicht 1 ?" ')!ein !" seuftte Älöatd' Dieser Brief belehrt mich eines ÄWn Mein Groß, vater und mein ONkel, .niklche sich schon als die Maioratserben betrachtet hallen, waren außer sich über bli Heirath, die alle ihre Hoffnungen zu vernichten drohte. Um ne zu hintertreiben, stellten siederarmen Ulfriede eine Falle, brachten sie, ohne daß sie es wußte,mit einem jungen Manne zusammen, der sich für sie lnteresstrt hatte, und ließen den Großonkel das angebliche Stelldichein'belauschen. Er ging in die Schlinge, achte in seinem Jähzorn und seine? Eifersucht seiner Braut eine furchtbare Szene und sagte, daß zwischen ihnen Alles aus ski. Hatte Elfriede ihn wirklich geliebt, war ihr sehr empfindliches Ehrgefühl zu schwer gekränkt, konnte sie den Verlust der Hoffnung, auS armen, beschränkten Verhältnissen zu Glanz und Reichthum emporzusteigen, nicht ertragen oder wirkte das Alles zusammen genug, ihr um zwei Jahre älterer Bruder Franz sand sie todt aus ihrem Lager sie hatte Gist genommen ' Entsetzlich !" rief der Amtsrath. Der arme Junge, der von Jugend aus an Krämpsen gelitten fuhr Richard fort, gerieth bei diesem Anblick ia einen Zustand der Raserei auS dem sich später ein sogenannter harmloser Wahnsinn entwickelte. Onkel Heinrich, der bald genug die Unschuld seiner Braut entdeckte, nahm ihn zu sich und verordnete in seinem Te stamente, daß er in Wendenburg bleiben solle. Er hat seinen Bruder, meinen Großvater, und dessen ältesten Sohn nie wiedergesehen, undBeide haben die Früchte ihres Frevels nicht geerntet. Sie sind vor dem Großonkel gestorben. Mein Va ter ist der Erbe des Majorats, aber auch des darauf haftenden Fluches geworden. In einem Briefe, den fein Onkel ihm hinterlassen, hat er ihm die unglückselige Geschichte erzählt, die sein Leben vergiftet hat, und ihm den tollen Franz ans Herz gelegt Jetzt verstehe ich Alles sagte der Amtsrath leise. Des Vaters Schuld ist heimgesucht worden an dem Sohne seufzte Richard. Sie wird fortwirken bis. ins dritte und vierte Glied." Rein l" rief Spitzen, nein, sie ist gesühnt durch den Märtyrertod Ihres Va ters. Ich erkenne Gottes Finger daran, daß her wahreMörder noch zur rechten Zeit anS Tageslicht gekommen ist und nicht noch länger Unschuldige leiden müssen. Freuen wir uns, daß die Klatschbasen von Hallstadt und Umgegend nun um daS Gaudium der öffentlichen GerichtsVerhandlung kommen. da? sie sich schon gespitzt halten. Bin übrigens rn gierig, wie lange man die unschuldig Ein gesperrten noch im Loche sitzen länt?" fügte er wieder in einem munteren Tone hinzu. So schnell, wie der Amtsrath zu erwar ten berechtigt zu sein glaubte, ging es mit der Freilassimg der Gefangenen allerdings nicht. Denn konnte gegen die sie Anklage aus Mord oder Todtschlag nicht erhoben werden, so blieb doch der begangene und eingestandene Diebstah! Bernini'S und der Verdacht der Hehlerei gegen Hertha bestehen, Richtsdestowenigei war eS am Morgen nach dem Bekenntniß des Tollen des Gnichtsraths erste Sorge. Bernini und Hertha davon in Kenntniß zu setzen, daß der schwerste Theil der gegen sie erhobenen Beschuldigung hinfällig geworden sei. - Er sandte zuerst nach der Zelle des Mu sikerS, um diesen vorsühren zu lasfen. Es währte länger als gewöhnlich, ehe dei Schließer den ihm ertheilten Beseht auöi sührte. Ungeduldig wartete der Gerichts rath. Endlich kam der Mann zurück, aber ti war allein und sein bleiches, erschrecktes Gesicht verrieth, daß ihm etwas Erschüt terndes begegnet sei. Wo haben Sie deu Gefangenen WaS ist geschehen V rief ihm der Gerichts'
rath, von einer du st -".' Ahnung ergriffen.
entgegen. . tzr er ist todt!" stammelte der Schließer. Er hat sich entleibt?" rief der Richter. Der Schließer nickte. Hab? lange so wa3 kommen sehen murmelte er. der Mensch war ja ganz rasend. Alle Stunden habe ich mich nach ihm umgeschaut Hen Gerichtsrath, und nun muß mir das dock Passiren WaS hat er angefangen V Erhangt hat er sich, was sollte er an ders thun ? Ein Messer lies: ich ihm doch nicht. Als ich die Thür ausschloß, wollte sie zuerst sich gar nicht bewegen lassen; da stemmte ich mich mit meiner ganzen Wucht dagegen --und da siel seine Leiche zur Er de. Er hat sich mit seinem Halstuch an der Thür ausgehängt Kommen Sie Der Gerichtsrath begab sich in Beglei tung des Aktuar? und eines Gerichtsdie ner nach Bernini's Gefängniß und lieb sofort einen Chirurgen herbeiholen. Alle Wiederbelebungsversuche erwiesen sich als erfolglos, der Tod war schon lange einge treten. Auf dem Tische des Gesängnisses lag, so daß es denEintretenden zuerst in die Augen fallen mußte, ein zusammengesaltet'es Blatt Papier, auf welchem mit großen Buchstaben die Worte standen: Adteu Welt !" Das Schreiben selbst enthielt die sol genden Zeilen : Ich habe gerochen alle Gerüche in die ser schönen Erdenlüche wie mein Freund Heine sagt, und weiß lange, daß es sich nicht der Mühe verlohnt, geboren zu werden. Hätte ich aber das miserable Leben noch länger hinwegtäuschen können mit Wein, Weib und Würfelspiel, so hätt' ich's vielleicht noch weitergeschleppt. Äber frei muß ich sein, Zwang ertrage ich nicht, Schranken hat'S nie sür mich gegeben, ich breche auch diese. Linter Mauern sollt Ihr mich nicht halten. In der Handvoll Lust, die Jbr zu mir dringen laßt, kann ich nicht athmen. Alles, oder nichts, das ist bei mir die Losung. Also halte ich's sür das Gescheiteste, mir vollends den. Hals zuzuschnüren und mich aus dieserWelt zu trollen. Meine gute Frau wird mir hoffentlich dankbar sein. Sie hat mich so ost gebeten, sie frei zu geben. Nun ist sie's. Mag's ihr wohl bekommen, ihr Geheimniß nehme ich mit in's Grab..Die Leiche des Selbstmörders ward in aller Stille beerdigt, Niemand geleitete ihn zur letzten Ruhestätte, und doch gab es ein Auge, das ihm eine Thräne nachweinte. Hertha hatte den Mann, der so schauerlich geendet, einst geliebt. Lange war an die Stelle dieses Gefühls Abnei-gung.-Furcht, Verachtung getreten, und doch flössen ihre Thränen, als sie seinen Tod erfuhr. Sie beweinte sein Geschick und daS ihrige und bat dem Todten einen bösen Verdacht ab. Was er auch verschuldet hatte, ein Mal hatte sie ihm doch Unrecht gethan. Sie hatte geglaubt, er sei nach ihrer Entfernung aus dem Parke mit dem Baron im Parke zusammengetroffen, mit ihm in Streit gerathen und habe ihn in seinem ihr bekannten Jähzorn erschlagen. Nun war der Verdacht von ihm genommen, ohne daß er noch davon erfuhr; nun war auch sie rein von der Schuld, um derentwillen man sie gefangen hielt.' Ihre Haft konnte nur noch von kurzer Dauer sein, aber sie empsand keineSehnsncht nach der Freiheit, ihr bangte davor. Das Gesängniß erschien ihr wie ein Asyl, das ihr Schutz gewährte gegen die sremde, mit leidslose Welt, in der sie mutterseelenallein stand. Wohin? Wohin V sragte sie sich hänberingend. Wohin ich mich auch wende, die Schmach folgt mir; sür mich giebt eS nur eine Zufluchtsstätte das Grab!- . (Jortfetzung folgt.) OeutsQt Loeal-aQrkQten. München. 18. Mai. Die hiesige mternationaleKunstausstellung verspricht qualitativ wie quantitativ sehr großartig iu-yerden., Deutschland ist vorläufig oertreten durch KnauS, Menzel. Meyer heim, Bockelmann u. s. w., Oesterreich durch MakaitS Bild LieblingSpage. Amerika durch 60 Gemälde. England durch Tadema, Frank Holl, Landsee?. Montalba, Morgan und Cecil Lawson. Frankreich durch Meissonier, Rosa Bonheur, Lkpageß, Dorek SommernachtSträum. Ferner zahlreich und glänzend wird die Ausstellung aus Holland und Spanien beschickt. DüNeldors, 19. Mai. Heute Morgen wurde aus einem Hose des hie sigen Arresthaufes der durch Urtheil des hiesigen Schwurgerichts vom 1. Februar d. I. wegen . Raubmordes zum Tode verurtheilte Schleifer Adolf Munt) au SonnberS im Kreise Solingen mittels der Guillotine hingerichtet. Wie aus den schwurgerichtlichen Verhandlungen hervorging, war Muntz am Tage der That, dem 2. Januar v. I . früh mo?. genS, ein Beil unter seinen Kleidern ver borgen haltend, aus Raub und Mord ausgegangen. - Zwischen 11 und 12 Uhr Vorrnittag siel er die ihm aus der Land Praße zwischen Haan und Hilden begeg. nendt junge Wittwe Sommer an, schlug ihr mit dem Beil den Schädel ein und beraubte sie der geringen Baarschast, welche sie bei sich sührte. Nach der An. sicht der odducirenden Aerzte hat er dann noch gegen die Leiche eine ruchlose Schandthat verübt. Ha mb u x g, lCMai. DaSTelephon ist hier dieser Tage die indirecte Ursache zu einem Doppelselbstmord geworden, öinem auf d-r Uhlenhorst wohnenden Kaufmann? telephonierte die wartende Gattin in daS in der Stadt befindliche Geschäft, er , möge doch bald kommen. Statt seiner antwortete ihr der Commis. der Principal habe eben noch den Besuch einer Dame, er werde aber jedenfalls bald kommen. Die ganz unschuldig ge gebene Antwort wurde aber ganz anders wie beabsichtigt aufgenommen. DieGat tin läßt flugs anspannen und kommt noch geradt zu? Zkit, um daS von ihr
aeabnte Rendezvous iii stören. Welmer
Art die directenFolgen dieser Entdeckung, waren, ist nicht bekannt geworden; je oenfalls müssen dieselben das entdeckte Lärchen urLerzweifluna aebrackt baden. denn eS wurde gestern.sich fest umfchlun gen haltend, ertrankt in der Alster gefunden. R u d o l st a d t. 19. Mai. Die VerWüstungen im Rinnethale durch den Wolkenbruch am IG. d. M. sind sehr U deutend. In Blankenburg hatten fast alle Häuser der Unterstadt daS Wasser fußhoch in den Zimmern die Gärten sind vernichtet und ausgewaschen, Erde und Zäune fortgeschwemmt. Mehrere Brücken sind verschwunden, viel Vieh ist ertrunken. Manche- Bauten, z. B. Lö sche'S Bierlocal aus der Lindeninsel sind sortgeschwemmt oder umgestürzt. In Köditz soll eine Frau mit 2 Kindern er trunken und ihr Haus fortgeschwemmt sein. Eine zweite Frau .von Quittels dorf wurde todt ausgefunden, das Was jer.hatte den Körper gegen Bäume an getrieben. In KönigSsee soll eS noch schlimmer aussehen. In Watzdzrf hatte sich die Ausräumung des Gasthoses nöthig gemacht, in Unterrothenbach ist das Brauhaus zusammengestürzt und das Dors entsetzlich verwüstet, auf derChaus. lee von letztgenanntem Orte nach Köditz .oaiza in wilder Unordnung bearbeitete Bretter, Tische, Solarölbahons, serner ein Elavier ohne Deckel, ein Jicbtenzaun zc. zu bemerken. In Afchau hat der Blitz eingeschlagen und gezündet; das Feuer hat einen großen Theil des Ortes in Asche gelegt. In Königsee hat eS dreimal in das RathhauS eingeschlagen. In Ehrenstein schlug der Blitz in 'den Schafstall des Oekonomen Hoffmann, 131 Schafe und 26 Lämmer sind verbrannt. Hirschberg i. Schl., 22. Mai. Vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts gelangte heute die Anklage gegen den Amtsvorsteher v. Rothenhan wegen Mißhandlung eines Mädchens zur Verhandlung. Die Anklage befagt, der Angeklagte habe 1) der Jda Hart trampf zwei Ohrseigen applizirt. 2) du körperliche Züchtigung derselben ange ordnet und ihr selbst Peitschenhiebe ver setzt. Der Angeklagte erklärte, er habt nicht in seiner Eigenschaft als AmtSvorsicher, fondern als Schulpatron gehan delt und dem nicht consirmirten Kinde, welches Dieb stähle während seinerSchul zeit verübte, nur eine entsprechende Züch' tigung ertheilt, zu welcher er sich durch eine frühere Verfügung der Regierung zu Liegnitz ermächtigt geglaubt habe. Die Beweisaufnahme gestaltete sich be lastend sür den Angeklagten; da eint vorherige Züchtigung durch die Eltern ersolgte, erschien die nachherige offiziell Züchtigung ohne hinreichenden Grund vollzogen. Der Gerichtshof verurtheilte denselben zu einer Geldstrase von 11C Mark. Mainz. 23. Mai. Gestern starb hier der Rechtsanwalt Dr. Ludwig Lip pert im Alter von 62 Jahren. Derselbe, sein ganzes Leben hindurch ein unentwegter Anhänger der Volkspartei, sührte in den Jahren 1S4S und 1849 zugleich mit Ludwig Bamberger die Redaktion der aus der äußersten Linken der Demo kratie stehenden Mainzer Ztg." Der gerade, biedere Charakter des Versterbe nen, sowie seine sonstigen liebenswürdi gen Eigenschaften sichern ihm bei Allen, die ihn gekannt, ein ehrenvolles Andenken. KönigSberg,20. Mai. Hier fani am 16. Mai die Feier des 2jährigen GeschästS'JubilSumS der Firma Stan tien & Becker statt. Diese Firma hat eine hervorragende Bedeutung nicht mn sür Ostpreußen, sondern auch sür den ganzen preußischenStaat und tn weiter Linie sür den Welthandel. Sie hat bei Gewinnung des Bernsteins, der in Ost' Preußen bekanntlich Regal ist,neue Quel len geöffnet, ernährt Tausende von Ar bkitern nebst deren Familien, besitzt ein Bergwerk, das aus Sand gebaut ist und doch ein gutes Bestehen hat, und die be deutendste Taucheranstalt der Welt, ge bietet über eine ansehnliche Dampfer flottille und hat dem Bernpein nem Handelswege bis in die fernsten Gegen den des Erdenrundes eröffnet. Chemnitz, 19. Mai. Die Ver. Handlungen des hier flattgesundenen Antisemitencongresses zeigten, daß es mit jener Bewegung" zu Ende geht. Die Zerwürsniffe unter den Judenhetzern scheinen neuerdings in der That einen solchen Umsang angenommen zu haben, daß man hoffen darf, die Schmach für das deutscheVolk"werde nicht mehr lange auf uns lasten. De? Haupthetzer Henrici war bekanntlich nicht aus dem Congreß erschienen: jetzt stellt sich heraus, daß dies in einem tiefen Zwiespalt seinen Grund hatte, der sich zwischen genann tem Herrn und den Congreßkoryphäen Glagau und von Liebermann gebildet hat. Der Vertreter des Henrici'schen Standpunktes in der Presse. Herr Blu menfabrikant Pinkert in Dresden, der als Redactenr und Hetzbroschürenschrei ber auf den wohlklingenden Namen .Egon Waldegg" hört, richtet seit mehreren Wochen in seinem Blättchen .Deutsche Reform" die schärfsten An guffe gegen die Congreßmacher. Auch die stuttgarter Antisemiten haben sich ron dem Congreß ferngehalten. 1. SCHMIDT'S Buch-u. ZeitungsAgentur. 55. 113 Greox Strasse. Jnb!ns?,lik. . Alle Auftrüge werde schnell unk xSnktltch besorg:. Vücber billig und schön gebunden. Phil. Rappaport, Rcchtsamalt und Notar, 22a Ost Maryland Otr.t
INDIANAPOLIS, IN1.
WöMHe AMö AckMm l werden zu Wbolesale Preisen vnkauft. Otrob-Matten zu 12j Cents per Jard. Teppiche 16 Cents , ' per Jard aufwärts. jiszij&jsm: jsaoro v!o. 40 Süd MerldlalStraße.
Das Deutschthum ist besonders Äo Lo
Teppiche,Tlpeöen, Oeltuche,FensteV-WorHänge, Spitzen'VoMnge, Polster-Waaren. 43 n. ÄW S. WeyMemstycHe. BT Wra. A.rntIior, Deutscher Verkäufer.
KwZM mch MTflSn
Wrouglit-Iron Pipe, Fittings, Brass Gopds, c.. an,x5 aaü?t'!:(Sa' und Waffttliitungk. itieteim und Maschinen!, statt nöthigen Artikel. AullrZge erden prompt aukgefüdrt. - No. 7S . 1 1 Süd Pennshlvadia Straße, Jndiampolis, Ind.
August lai, 43 Süd Illinois Str. (W TR UV von ULagl ::
m
WT-AA.- A4 x CTV-
SO m U IT I RU
aa r -r "v
Süd - Ende der Alabattla Straße, Indianapolis, Ind.
WWi5Vj
WWeeMAeNp &tßwep Materialien für Zeichner und Maler, Albums, Stereoscopeu, Stcreoscopischc Bilder, In großer Aukdahl uud zu billign Piseu in der uufthaudlcug von lospts O. Lieber 5 Vo., 82 C Washington Ott.
CIT
T BBiE
ÄgEV o
Mer Lieöer &
MADISON AVENUE, Indianapolis, Ind., Brauer von Lager- und des rühmlichst bekannten Tafel-VierS.
Exegvlo & Whitsett,
77 NORD DELAWAEE STRASSE. G7 Wie dcekansm Särge biMger, alt irgend twt andere Firma der vtadt. ET Wir erhalt Leichen in gutem Zustande, ohue Si gebrauchen.
WMiÄwC7ilM -
a.. gsm
J r C&J?' .iinii.
y i t . : a v - rvw v
i yjp un ma r
ZJr ? f);
N I li a r V T
w vuu T7
lipi y1)) lycnDiniicyHüiBi W 4
J.S?V
V ' VVAC- " rSS .
l VwMAffV
WMM.WZZ?'.
eingeladen bei unö vorzusprechen.
rieht and Co,
9 0 A. il) AA V VV U o ) SET j NSV So., Teichen-Weftalttev.
er
m&iL
&$kmlQ
w
SouM.T
NN t? . .
v- xw -r TV S t
"K. f -
( VSM A l "'AVV i . 3.
it."
