Indiana Tribüne, Volume 6, Number 263, Indianapolis, Marion County, 10 June 1883 — Page 4
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Nus dkmOefängntWdtn veibliczer Sträflinge.
In England ist ein Buch : Femal lise in prison" ersckienen. Die 53er fafierin desselben ist eine GesängnikviZr nun in der großen Strafanstalt Mill dank, die in ihrem eigenthümlichen 23e ruföleben einen reichen Schatz von Er sayrungen sammelte, den sie uns hier tu schließt, und woran sie Betrachtungen knüps! über die psychologischen Eigen thürnlichkeiten der weiblichen Sträflinge und ihre Besserungsfähigleit. Nach der nach geviffenhaster Prüfung aller ihrer Beobachtungen gefaßten Ueberzeugung der Berfagerm sind die weiblichen . Sträflinge viel verworfener als die männlichen. Diese Beobachtun gen bestätigen den Satz, daß da Weib entweder ein Engel ode? eln Teufel sein müsse. Sie schildert unZ Naturen, die so durch und durch verderbt sind, daß die lar.gmütyZgsten Gesängnißgeistlichen alle Versuche, sie zu bessern oder nur zu erreichen, in Verzweiflung bufzaben. Bestrfung hat nur die Wirkung, sie an Grabesrand zu bringen und selbst da noch flucht und lästert ihr frecher Mund, und man muß sie geduldig gewähren lassen, wenn man sie nicht sterben sehen will. Wie uns die Verfasserin versichert, besinden sich unter - diesen anscheinend verkommensten weiblichen Naturen kei nesweg? die schwersten Verbrecherinnen, sogar sehr selten Mörderinnen. Meistens sind e vielmehr Diebinnen, HelferZhelferinnen von Einbrechern :c., die mit wahrhaft satanischem Stolze aus ihre Verbrechen zurückblicken. Neben tiefer Verdorbenheit sind ungemeZZene Eitelkeit und muthwillige BoS heit die hervorragendsten Eigenschaften der weiblichen Verbrecherseele Erstere wird gleich beim Eintritt in die Straf anstatt aus eine harte Probe gestellt. Die erste unabänderliche Vorschrift, der die Gefangene sich fügen muß, ist das Abschneiden der Haare. Bei solchen, die den ersten Besuch im Zuchthause abstatten, vergeht diese Operation selten ohne Sträuben. Frauen, die vielleicht nicht gezittert haben, als sie ihr Kind erwürg ten oder ihren Mann vergifteten, ringen ihre .Hände voll Verzweiflung über die Zumuthung, ihre natürliche Zierde her zugeben. Sie weinen, sie bitten aufs flehentlichste, nehmen zuweilen eine tro tzige Stellung an und widerstreben bis zum Aeußersten, so daß man schließlich physische Gewalt gebrauchen muß. Die se? Haarabschneiden ist eine der pein lichsten Aufgaben im Gefängniß eS ist aber nothwendig aus Reinlichkeitsrück sichten und dient außerdem als Prüfstein des Charaktkls. Je nachdem sich eine Neueintretende beim Haarabschneiden benommen, kann man sie unter die Reuigen oder unter die Hoffnungslosen clas sisiciren, und dieser erste Eindruck wird selten täuschen. Die Eine unterwirst sich sofort ihrem Schicksal, beißt heroisch die Lippen zu sammen und verliert lein Wort der Klage. Eine Andere überläuft es wie Fieberschauer, eine Dritte sängt an bit terlich zu weinen, und eine Vierte bittet flehentlichst, sie mit dieser Schmach zu . r a c rrv . verimonen, iic cncomori vle calrone auf den Knieen, zum Direktor zu gehen und ein gutes Wsrt für sie einzulegen. damit man sie ungeschoren lasse. Einige t. -ZZ 'i r- 4. : i. . .;.. i . offen cm Vllzmelqeieien oas yerz oer Wärterin zu erweichen, damit diese von der Gesängnißreael abweiche oder we nigstens etwa weniger Haar abschneide, und das .meine Liebste, Allerbeste und .Gottes Segen mit Ihnen" nimmt gar lein noe. Die Putzsucht tritt in mannigfachen (seflaltungen bei den weiblichen Sträf lingen aus, und groß ist der Scharfsinn, mit dem sie ihren Trieb zu befriedigen wissen. Eine Gefangene sejte die Ma trone fortwährend in Bewunderung durch das glänzende Roth ihrer Man gen, die offenbar geschminkt waren. Wie sie dies zu Stande gebracht, da die Frau weder in ihrer Zelle, noch überhaupt in der Strafanstalt zu einem Farbstoss ge langen konnte, war Allen ein Räthsel. Endlich wurde ihr Geheimniß durch einen Zufall entdeckt. Die weiblichen Sträs. linge in Millbank haben nämlich für die Sträflinge in der männlichen Abtheilung die Hemden zu nähen, die bläu mit einem rothdaumwollenen Streif sind. Aus diesen Streifen hatte die Frau einzelne Fäden ausgezupft, bis sie genug hatte, um durch Auslaugen mit Wasser einen rathen Farbstoff zu erlangen, den sie dann als Schminke benutzte. Wie Ge nieö immer Nachahmung finden, und Streiche, wie der eben erwähnte, s:lbst in'Eefangnissen den Kameraden nicht verborgen bleiben, so griss die Sitte, sich yj. schninken, plötzlich um sich, und obwohl man die Aussicht aus die Nähterinnen versiärfte ü:,d Strafe ausdaS Aus ziehen der Fäden fktzte, wollte eS doch von da nicht gelingen, der Sache gänz lich ein Ende zu machen. Ein anderes Putzgenie , war Mary Ball, die stetsMittel fand, sich daS Sur. rogat eines Corsetls oder.SleisroSS zu verschaffen, und sollte sie dieDecken ihres Bettes, oder die Hanfstricke ihrer Hange-1 matte dazu nehmen. Gleich ' geschickt ! war sie in der Kunst, jedem neuen Gesängnißanzug, den sie erhielt, in venigen Stunden, oft über Nacht, ein'modisches Aussehen zu verleihen. Gefälligkeit des Schnittes und vortreffliches Sitzen sind bekanntlich gerade keine Ekfordernisie der Gefangenenkleidung; aber wie oft erschien Mary Ann des Morgens in dem erst am Abend vorher empfangenen Anzug mit lieser Taille, modischen Aermeln und Andeutung einer Schleppe, welche im .Arbeitssaale den Neid der ganzen Strafanstalt erregten ; daneben aber auch nach mit so zierlicher Taille, daß man nicht umhin konnte, auf die Änwendung eines Schnürleibs zu schließen, der, wenn man bedenkt, daß Schnüren und das Tragen eines SchnürappsrateS durchaus nicht gestattet waren, alsKunst stück sinnigsterEonstruktion gelten mußte. Zur Anfertigung benutzte sieDrähte, mit denen da Zellenfenster bezogen war, und wahrscheinlich wäre sie während ihres ganzen Gefängnißlebens für ein Muster schranken Wuchses gehalten vorden, wenn allzu starke Schnüren ihr nicht einmal in der Kirche eine Ohnmacht und damit Entdeckung zugezogen hätte. Auch hier wirkte dieses Beispiel an fleckend, und schließlich mußte jede Ein-
zelne regelmäßig untersucht verden, ob
sie sich nicht regend emen Apparat zum Schnuren constrmrt. Groß ist auch die Sehnsucht nach dem Besitze von Haarnadeln oder Unschlitt, und auf ein Stückchen GlaS sind die weiblichen Sträflinge sehr erpicht. Manchmal zerbrechen' sie nur zu diesem Zwecke ein Fenster und stellen sich durch Anräuchern einer Scheibe über demLlchle einen Spiegel her. Der Besitz einer solchen Spielerei läßt oft da? schlimmste Weib wochenlang aeduldl wie ein Lamm bleiben, aber die Wegnahme ver wandelt es sofort in eine Megäre. Alles wird aufgeboten,, um den Arzt zu täuschen und in den Krankensaal verfetzt zu werden. Die weiße Tünche an den Wänden wird aus die Zunge gestreut, um einen Beleg zu simuliren. und das Zahnfleisch wird mit einer Nadel zerstochen, um daL Symptom deö Blut speienS hervorzurufen. Sehr ersinderisch sind die Sträflinge in Allem, womit sie ihre Vorgesetzten necken und peinigen können. Sie verstümmeln sich oder thun sich sonst einen körperlichen Schaden, ost zum bleibenden Nachtheil der Ee undbeit. Mit kalter Ueberle gung zerstößt Eine ein Stück Glas und verschlingt die Splitter, um eine innerliche Blutung herbeizuführen. Viele bringen sich , bei der Arbeit an Armen, Händen und Fußen mit der Scheere Wunden bei ; Bänder werden in stimülirten Wahn stnnsanfällen um den Hals geschlungen, bis der Athem fast ausgeht, und das noch gefährlichere Experiment, des wirklichen AufhängenS wird in Scene gefetzt, in der Hoffnung, noch zur rechten Zeit abgeschnitten und nach dem Krankensaal geschafft zu werden. Der Knopf der Jnspemonsklappe oder der Eisenzug des Ventilators über der Zellenthür wird gewöhnlich zu dieser Operation gewählt. Die Betreffende weiß sich ein Stück Schnur zu verschaffen, stellt sich aus ihren Wassereimer oder Stuhl, befestigt das Ende der Schnur an den Ventilator, fleckt den Kopf in eine Schlinge und stößt dann den Eimer oder Stuhl mit dem Fuße um, so daß im ersteren Falle das Wasser unter der Thür weg über die Steinplatten des CorridorL stießt. Dies erregt natürlich sofort die Ausmerksamkeit der dienstthuenden Matrone: diese versucht die Zellenthür zu öffnen, fühlt zu ihrem Entsetzen eine schwere. unbewegliche Masse Widerstand leisten, es wird Beistand geholt, die Gehängte wird abgeschnitten und eiligst der Arzt yerdeibefchieoen. Zuweilen ist das Ex periment zu gut gelungen, und die Un glückliche wandert aus denFriedhof, statt m den Ziranlensaal. Die Sehnsucht nach .Abwechslung macht sich übrigens, auch auf gesündere. obgleich ebenfalls unerlaubte Art und Wei e geltend. Manche Sträflinge zäh' men bekanntlich Mäuse und Sperlinge.' Eine Lieblingsbeschäftigung der Frauen von guter .Führung scheint daö Anfertigen zwerghaft kleiner Schuhe und Stik' felchen zu sein, und die Erfindsamkeit, . n t s- v . mir welaer ie ieoes appcyen dazu ver wenden, ist wunderbar. Auch Püppchen werden ouö demselben Material von ih' nen angesertiat. Gehäkelt wird eben falls gern, nachdem es gelungen ist, aus einem verlorenen Stück Draht oder einer Haarnadel eine Häkelnadel zu machen, und ein auf dem täglichen Spaziergang : rxi .tz :r.t.f .e v n -r . "il viungnipyüj gesunoenrs tSQNta blümchen war, erst frisch und dann ae trocknet. Monate lang der Gegenstand fentlmentalen Interesses. ' Weniger po .i!t 1 r . . t oy , . cu u; unuucuu jiuimcii iUly?N0!veru lung in jdem Auffinden neuer und mit den Gefangnlßregeln im Widerspruch stehender Zubereitungsarten der täglich ihnen gelieferten Nahrungsmittel. Ein anderer eigenthümlicher Zug weiblicher Sträflinge ist ihre ausnehmende Eiter sucht aus Milbewerberinnen aus die Gunst der Matrone. Selbst sonst sanfte Naturen zeigen Ausbrüche leldenfchaft lichen Hasses, wenn sie Andere sich vor gezogen glauben. Ebenso störend ist die gleichfalls leidenschaftliche Hinneigung, welche die Sträflinge zuweilen für ihre Matrone baden. Das Merkwürdigste ist, daß die schwersten weiblichen Verbrecher, die Mörderinnen, sich in Allgemeinen durch gute Führung auszeichnen. Ein Gang durch die elcktro tkchnl scht Ausstkllttttg t.l Königs verg i. Pr. Lo:, 21. Weber. . Königsberg t. Pr., Anfang Mai. Seit der letzten KönigZkronung, im Jahre 18(U, hat Königsberg kaum je eine so park? AnzichungSkrast auf weite Kreise schau, schönheitS und wißbegie riger Fremder au-geübt, wie eben jetzt. Die alte Stadt sieht aus, als hab'en ihre himmelhohen und ihre winzig klei nen Hauser alle ibre Insassen ab und ausgeschuit.lt; denn eine wahre Volker Wanderung ergießt sich die Straß'N entlang durch das hohle finstere Thor in's Freie, nach den ..hchn, der langen, aus öffentlichen Gürten und Privatvillen gebildeten Straße, welche ganz allein für unser Spazier-, Erholungs- und wo möglich SommttsrischeN'Bedurfnm ge nügen muß. Unter diesen öffentlichen rr - n c'A . v- r 4 . Marien ieu rinigruayren oie iora der am großartigsten angelegte und ge' leitete. Ihr Areal umfaßt etwa 10 Moraen 'und ist an den Längsseiten flankirt von einer stattlichen Reihe von Eolonnaden, hübschen Eoncersälen, dem großartigen, etwa 2030 Menschen fasten den Palmenhau e und großen Wirth' schafts- und Wohnhäusern, welche der Ausllellung fast genugende Raumlichkei ten boten, so daß außer dem Kunstge werbehause und den beiden Motoren Häusern nur wenige Neubauten aufge führt zu werden brauchten. Wir fangen mit dem Anfang an, und der ist. wenn wir lmks vom Eingange deö Gartens unsere Wanderung begin nen, da Hau-, in welchem die Gasanstatt ihre Motoren ausstellt und das sie natürlich auch beleuchtet. Hier finden wir auch.eme WerlstStte für Galvano. Plastik ; wir betrachten die Bäder, welche die zu vernickelnden Gegenstände vor der Vernickelung passiren müssen, sehen unS die fertigen kleinen Kunpfachen an und machen die Bekanntschaft einiger Moto ren sür Kraftübertragung bei der Ctol vanoplastlk. -
Wieder heraustretend, passiren wir den
sog. Schwanenteich, aus besten Mitte eine Fontame etwa oQ Fub bohe Strahlen emporschießt, die im Licht der elektri schen Sonne des gegcnäDtisiegenoen unstgewerbehaufeS wie herabtropfendes wilder leuchten. Aber wir nehmen unS nicht die Zeit, uns lange dem Genusse dieses schönen Anblickes hinzugeben; immer an der linken Gartenseite vorschreitend, betreten vir die Colonnade, in welcher wissen schaftliche Apparate, ausgestellt vom Wilhelms Gymnanum, Gewerbeschule und Privatausstellern, die Entwickelung der Elektrotechnik, veranschaulichen.
Aechlv vom Eingänge stehen sie neben Boden unter unseren Fuen . von dem einander ! Der älteste elektro-galvanlsche Donnern, die Lust um unS von der auöApparat: Die Voltasche Säule, die gestrahlten Hitze zittert und unsere Au-
Tauchbatterie, die Bunsenschen Elemente (ausgestellt von Schlag & Berend, Berlln), die Batterie Meidmgerscher Elemente, die Leclancheschen Elemente zu medicinischen Zwecken, die Thermosäulen; daneben stellen Zeller-Santhosen und Albert Mrner-Munchen galvanische oyien aus, welche die ttohlenplatten und -Cylinder für Elemente des elektri. schen Lichts und die Mikrophone für iiettpyorne liefern. Professor FmnDresden zeigt an diesen Apparate in dreimal wöchentlicher Vorlesung die kntwickeluna der eleltro-techm chen Wissenschast. Diesen Lehrmitteln gegenuder vestnoen ich elektrische Uhren m allen azons und Gröken, daneben die medizinischen Apparate, welche die The rapeuten Dr. Laser. Dr. Mittrich und Dr. Hennig ausstellen, elektrische Hand und Vollbäder tt. 71 von Naaelo gelieferte Glühlichter von je 12 Kerzen lichtstarke übergießen den Raum mit ihrem milden Lichte; sie werden gespeist von den Dynamomaschinen, welche nebenan rm kleinen Motorenhause arbei ten. I Ein wenig seitwärts von dieser Kolonnade steht das Gebäude, in dessen einem Zimmer uns Telephone die Oper zu Gehör bringen sollen. Wir treten em. Tiefe Stille, welche nach dem Lärm der elektrischen Uhren uns ganz feierlich anmuthet, umgiebt uns. Aus den dunkelrothen DivanS, welche die Wände entlang laufen, an welchen gepolsterte l Seltendreiter die Hörrohre, der Telephone tragen, sitzen Herkcn und Domen, die in feierlichstem Ernst und mit gespanntem Gestchtsausdruck sich je ein Telephon an Ohr halten. Jede Situation, deren Pathos ,n Betracht der erzeugenden Ursache unverbältnißmäßig grov ist, erregt in dem Unbetheiligten emen unwiderstehlichen Lachrelz ; er muß ober ymuntergezwängt werden, da er nur strasenden Blicken begegnet. Wir ergreifen das beste Mittel zu semer Be I kämpfuna, indem wir uns ebenso mit vollem Ciser in die Situation stürzen, d. h., ebenfalls uns eines, bekommen wir sie, auch zweier Telephone bemächtigen, r, . m ..rt . i l 2lUN, oer AUgen mmauz war vk ner. als der Ohrenschmaus. Der letztere bleibt ziemlich mäßig, sowohl in Bezug auf die Klangstärke der uns vermittelten Musik, welche doch sehr gedämpft an unser Ohr i v . ... m . -
llmgi, weu oie an oer uyne oes wenig eriiouni oaruver, vaß auu, urcaStadttbeaterS anaebrochten Oen'nun- turen, die keine Vernunft hatten, derma-
gen der Telephone natürlich nur einen , r . i. n i f I likinen .yeil oer ausgenromien scyau wellen aufnehmen und .uns zuführen kSnnen.als auch in Bezug auf dieKlangsch Snh ei t. Wir hören freilich vollkommen deutlich Rhythmus und Melodie der Ouvertüre ; doch sind die einzelnen Instrumente, mit Ausnahme etwa hoher . . rr ... . 'jti ip Zllioilnvanaaen. nimi zu unirncDiioen v . '?. r r : i r. (y..,,.1 I uno Ionen nicgi lajon, oie -irnn zumai dringen als Geknatter und Gerassel in's Obr. Ein wenia besser wird der Geana übertraaen : Kode und sanste brauen stimmen behalten viel von ihrem natür- . lichen Timbre ; dagegen klang Wachtel's Kelana. welck?r ia durch unmusikalisches Forciren der Tonstärke unser Publikum ziemlich stark gegen sich eingenommen hat, durch Vermittelung des Telephons reckt rob und schreiend. Oraelmusik. welch? wir an einem der voran'gegangenen Tage so horten, war. vollends ein V ' - . . unentwirrbares TonchaoS, sehr erklärlicherweisc, da dic Schallwellen de? lang anhaltenden Töne sich mit einander ver mischen und einander verdränaen. Daß dagegen unmittelbar in das . - . Mundrohr des Telephons Gesprochenes und Gesungenes vollkommen klar und stark vermittelt wird, ist ja bekannt, und ! . . wir überzeugen unS davon auf andern i v r.i r r. (..Kvrlan.f.kt. in ütuiiJL'tr. y Juc utjiiJuiiuiH-ttiiyuu tationen. Ji einem diese? Zimmer, PlauZch'.rminas HS?Zaal' sindcn wir
auch ein allerliebste Spickzeug, ein Te- pst, vom Äerstano woUen w:r Nicht relephon in Gestalt eines Miniaturstotz den, aber das seh' ich jetzt ein, daß Ihr
flügcls. welchen A!u;ik-Tlreltor Falkner nicgi oeii.ammen oinoen ionni. o? w:u hier gebaut hat. Da? etwa eineSpanne Euch also trennen, ist es Euch recht?" Imn; .kZkaniercken bat die Clavis. die .Gottlob, Gottlob riefen die Beiden
Saiten. SÄrauben. Svrcizverbinduna. Pedale eines wirklichen Concertflügels und macht, mit einem in dcrAltdtfchen WemZZube aespielten Klavier durch Te lephonleitung verbunden, den Eindruck, os töne es elbst. Wir sehen uns noch die Central'Te lephongalion. wie die anixogenoe Sta t:on für die Feuerwehr fluchtig an und erholen uns dznn von dem anstrengenden Lauschen und Sehen ein Weilchen m dem hübsch mit gelben und hellblauen Stössen dekorirten, mild mit Glühlicht (Ediionlamven) erleuchteten Lesezimmer, gucken noch in die Telegraphenstation hinein, machen dem Gewächshause einen cv, r . : ?. or : 5. Veucy, in wklcyem oie Zirtung oes BoaenlichtS (3 Kuvpellichte a 1200 Ke?tr) auf daS Wachsthum der Pflanzen beobachtet wird, betreten dann oie an den Garten stoßende Wiese, auf welcher das große Gebäude sür Ausstellung landwirthschastlicher ' Maschinen und Gerüthe steht, das ebenfalls eröffnet und zusammen mit dem dahin führenden ?Cv - . or uüt$t von 10 rusychen Vogenircylern mit je 2000 Kerzen Lichtstärke in blen. dende Qelle aetauöt wird. Die licht spendenden Dynamomaschinen arbeiten an Ort und Stelle. Diesem Gebäude gegettuber tft in die Wiese hinein ein Vollschiff mit Masten und Takelaae gebaut, von besten Bug spriet ein Einzellicht mit Projektor von Sauther und LemonnierPariS mit 6000 Kerzen Lichtstärke emen wetten Um kreis in mebr als TaaeSbelle taucht. Bet dem Anblick dieser vlenoenden Scheibe erscheint eS uns selbstverständllch, daß sie auch bei dichtestem Nebel die , ' r .?..w - ivituung oes yissks aus g'.?lugeuve
Entfernung kenntlich machen werde, un
für die Zukunft die schrecklichen Zusam menMe der Schiffe zu verhindern. Nun aber, aus der rechten Seite des artend unsere SSanoerung fortlesertQ, statten wir unseren Besuch ab den kraft und segenspenoenden Göttern selbst, den Dynamomaschinen, welche, wie alle gw ten Gottheiten, sich in den Hintergrund zurückgezogen haben und ihre Werke sür 'sich reden lassen. Oder nein, reden können sie selbst laut genug. Das -ist ein Tosen und Donnern in dem großen Motorenbaus, velches den ern der Dynamomaschinen birgt, ein Blitzen, Leuchten, Arbeiten, sich Dreyen, daß der gen und Ohren sich erst allmälrn un bi? sei Tosen und Funkeln gewöhnen. Vier mächtige Schäffersche Bogenlichter erhellen den ungeheuren Raum, damischen sprühen ununterbrochen blaue Blitze von den Jnductoren der arbeitenden Ma schinen. Vym Leuchter und von der Kerze. . n,, närch n satt Peschkan. Ich hatte einen .Leuchter und eine Kerze. Da war nun weiter nichts da bei. denn die Kerze war eme gewöhnliche Stearinkerze, und den Leuchter hatte ich aus dem Jahrmarkt sur eme Mark ge kaust. Ich würde auch weiter kein Aus Hebens davon machen, wäre da nichteine Geschichte passirt. die ich erzählen muß. Denn ich weiß nicht, warum man gerade nur immer Geschichten von Menschen erzählt, während doch auch sonst allerlei Dmge passtren, dl unteryaltend find, und auS denen man gute Lehren ziehen kann. Um aber aus den Leuchter zu kommen, so war das eme wahre Freude, zu leben, wie scbön die Kerze zu ihm paßte, und nie war ich AbendS so veranüat die Treppe heraufgestiegen, els jetzt, wo mich mein Leuchter tagtäglich unten erwartete, und wo ich nun immer das schönste Licht batte. bl3 ich m meme Stube kam. Dann stellte ich den Leuch ter hübsch auf das Nachtkästchen, zündete meine Arbeitslampe an und verlöschte die Kerze, damit sie mir am anderen Tage wieder dienen konnte. Wie ich so nun einmal aerade daran war, die Kerze zu verlöschen, sehe ich, wie die Kerze traurig ihre Flamme senkt, und ich höre einen Seufzer, daß es wahrhaftig zum Erbarmen war. Nun bin ich von Natur sehr mitleidig und fragte deshalb sofort: .Was ist Dir ? Was fehlt Dir ? Kann ich Dir helfen .Dumme Gans : Ihre Lau nen hat sie, wieder!" höre ich da eine Baßstimme grollen, und ich sehe, wie sich der Leuchter dehnt und streckt, als wollte er der Kerze in die Flamme fahren. Da siehst Du, wie er wieder roh ist!" flüstert sie .furchtsam, .und an diesen m r Y ? . - o O t. . srovian ivu ily nun mein ganzes eorn lang gcfesielt sein. Nein, nein, wenn Du ein Herz im Leibe haft, dann mach' schnell und trenne uns." Die Geschichte ergriff mich natürlich, und ich war nicht . ..n i . " c . - v. - r x. r . ßen dumm sein konnten. Zwei Wesen, 1 r. . . rr i . t . er. . meioze oie uiaiux ouenom gunj im ein ander geschamn hatte, und dennoch nichts als Zank und Unfriede unter ih nen! Sollte ich da helfen, so mußte ich doch zum mindesten die Ursachen dieses häuslichen Krieges kennen, und so sragte ich denn, worüber sie sich eigentlich zu de11 - Cil uaain uuiun. Cm.'.L.- C-' .C. CrD.tC- 1 ......t cöuu iiuu www uv, iuwwu ingrimmig der Leuchter, .sie haben immer ihren eigenen Kopf und wollen ,m mer die Herrschast haben." .Und bin ich da nicht etwa im Rechte zischelte I & M-v. n . t vleerze; .uu nenn,l )ia) cuazrer k Wer aber ist es denn, der leuchtet ? Ich bin es. Ich daö kann mir Niemand bestreiten. Wenn Ich nicht bin, was fängst Du denn an ? Wer kümmert sich denn um Dich? Wer nützt der Welt etwa?, Ich oder Du? Schäme Dich, daß Du nicht so viel Verstand hast. ..." v -i . rt t r . t. .Pll. p,l. unleroracy im oie erze, .oen Verstand vollen wir hier ganz aus dem Spiele lasten. Wak, hast Du auf diese Vorwürfe zu entgegnen?" .Dummes 1 r-x jm v . gv r ri Jeug- grouie oer eucyier; .wenn rucht vm, wer giebt neu oenn mn emer Kerze ab ? Lächerlich ! Ich bin eS allein, der ihr Festigkeit, Halt verleiht. Was ? , , . y! r Yai ne sur emen 31x1a oyne rnico. a1 sfr1'tff Tnntrn fiin htr Srr iiK i " O", "y, sie muß mir gehorchen, und wenn sie nur ein Bischen Verstand hätte. . ..".Pst, mit einer Einstimmigkeit, die ich nach all dem gar nicht vermuthet hätte. Und so nahm ich also die Kerze und legte sie in das Nachtkästchen. und den Leuchter stellte ich aus einen Schrank. -Lieber wollte ich meinen Weg wieder im Finstern machen. als die beiden Leutchen quälen. Ich hätte nur Gewissensbisse gehabt, und ich habe schon ost empfunden, daß es suger ist, etwas zu entbehren, als aus Kosten deö Glückes Anderer sich einen Genuß zu oereiien. Ich war nun so ein paar Wochen hili durch meinen Weg im Finstern geman delt und dachte schon gar nicht mehr an den Leuchter , und die Kerze. Da, als I . . out: . v er. r,r..v. v . icq emes oenos oie quomve oes NachtkSstchenS öffne, höre ich einen Seus. zer, einen Seufzer, der gerade so klang wie jener, den ich vernehmen mußte, als Kerze und Leuchter noch aneinander gefestelt waren. .Ei," dachte ich, .sollte das wieder die Kerze fem ?" Uno dann fragte ich laut, ob sie denn noch immer nicht zufrieden, sei. Zusrieden schon," er . . a & . r war oie Nlworr, .aoer icy langweite mich." .Ha. und wie!. Ist es denn nicht natürlich? Zu was ist man denn Kerze, wenn man da in der Schublade sein Leben vertraue soll ? .Du sehnst Dich am Ende gar nach dem Leuchter?" -.Nach dem Grobian? Nicht im Minbesten. .Aber Ihr könntet es doch wieder einmal mit einander versuchen ! .Versuchen? AlS ob es da auf mich j ankäme. War ich denn die Ursache V .Nein, natürlich. Du warst nicht schuld daran: ver xq vm einmal nach oem Leuchte? sehen." Ich nehme mir einen Stuhl, steige darauf und suche den lr...ü. - t' x.tr vn..i.- , euqier. . iqilg, oa flkyl er unrer an
Srtn si?rt1whT n (ZÄrnnU tinh I
VW VVwMNIf MM V V Ms schneidet ein Gesicht, all wäre er am liebsten nie gegossen worden. .Aha," denke ich, .steht eS so mit Dir?" Und dann, einer momentanen Eingebung folgend, sage ich zu ihm: .Die Kerze meint, eS ' wäre doch kein rechtes Leben ohne Leuchter." .Meint sie dal wirklich ? Nun, ich war nicht die Ursache .Wolltest Du also den Versuch noch einmal machen V .Warum nicht? Ich muß Dir nur gestehen, es verdrießt Einen doch, wenn man ein Leuchter ist, und so ohne Kerze durch? Leben gehen soll. Und eigentlich hat sie ganz gut gepaßt zu mir." . ' .Das ist ganz meine Ansicht. Ich will also mit der Kerze reden." Und dann zur Kerze : .Der Leuchter meint, daß Ihr eigentlich ganz hübsch zusammenpaßtet." .Das meine ich ja auch'. fällt mir die Kerze rasch rn'l Wort, .und das ist's ja eben, waS mich so kränkt, daß er daL Nicht einsieht. Wir find doch EmS ohne das Andere nichts rechtes." .Gewiß, und darum will ich Euch wieder zu sammenthun. .Gottlob lies die Kerze, und vom Schranke herab tönte e,n so lautes .Gottlob . dad ich nur schnell den Leuchter wieder herunternahm und die beiden Leutchen vereinigte. Von diesem Tage an hörte ich keinerlei Streit mehr zwischen den Beiden. Die Trennung htte sich offenbar als Heilmittel bewährt. Sie lebten in Frieden zusammen, bis der Kerze ihr Ende gekommen war. Der Leuchter trauerte dann einige Zeit, so daß ich ihn meiner Hauösrau zum Putzen geben mußte. Dann aber glänzte er schöner wie je und ging ohne Widerstreben emen neuen Bund mit ei ner neuen Kerze ein, vrb:i ich übrigens nicht aus die Moral dieser Geschichte ge. deutet haben möchte. Ich bin vielmehr überzeugt, daß auch du Kerze sich zu einem neuen Leuchter bequemt hätte, wäre der alte vor ihr aus dem Leben geschieden. DaS ist eben bei den Kerzen und Leuchtern wieder ganz anders, als bei uns Menschen.... Ceremonie und Menü eines alt rufst chen KaiserdankettS. In diesen Tagen, da uns die Zeitun gen alltäglich von der Pracht und Großartigkeit erzählen, welche sich an den Usern der Moskwa entfaltet, dürste es nicht uninteressant sein, einen, wenn auch poetisch gefärbten, doch im Grunde auf urkundlichen Studien beruhenden' Bericht eines Kaiserbc:nkettS zu hören, dessen Ueppigkeit und Pracht die im 5rreml gefeierten Tischgelage nicht überbieten wer den. In seinem Roman .Ein russische? Fürst", der voriges Jahr erschienen ist. schildert unS Tolstoy die Zeit Iwan'S des Grausamen. Es ist die Zeit, da Rußland zu einem Staate sich bildet, welcher bereit ist, in daS europäischeConcert einzutreten, ohne daß dieses Reich auch nur den Ansang gemacht hätte, sich auS der Gewalt asiatischen Despotismus mit besten Grausamkeit und besten Luxus zu befreien. In einem der Capitel schildert unS nun der Vergaster em Bankett im Kaiserpalast, auS dem wir hier das Wesentlichste mittheilen wollen, daS uns erkennen läßt, wie und was man vor 300 Jahren beim Czaren gespeist hat. Die geradezu augendlendende Pracht und die Aufzählung des Reichthums an Silbergefäßen übergehen wir, um gleich mit dem Anfang der Mahlzeit zu beginnen. Feierlich trat die glänzende Schaar der Höflinge ein und nahm auf den Bänken Platz. Aus den Tlfchen stehen zeU nur die Salz und Pfefferbüchsen, sowie Schüsseln mit kaltem, mit Faflenöl dereitetem Fleisch, gesalzenen Gurken, Pflaumen und in hölzernen Terrinen ;aure Milch. Dann kommen paarweise die Tischaufseher in den Saal und stel len sich um den Sestel des Czaren ; ihnen folgt der Haushofmeister und der OberMundschenk. Prächtig geschmückt betritt unter Hörnerklang und Glockengeläute Iwan den Saal. Nachdem der Kaiser ein Gebet vorgelesen, daö Kreuzzeichen gemacht und die Mahlzeit gesegnet, holten die Diener, nachdem sie sich vor dem Czaren bis zum Gürtel verbeugt, die Gerichte. Zuerst zweibundrt gebratene schwane aus goldenen Schusseln, dann dreihundert gebratene Pfauen, deren ausgebreiteten'Schwelle sich w:e Fächer über den Schüsseln hin und her bewegen. Nachher wurden Fisch- und Hühnerpasteten, Obstlortchen und alle möglichen Arten von Kuchen gebracht. Indes) mngen Die Diener die Tlschreihen auf und ab, die Becher mit Honlgwasser, K,rschwelne, Wachholder oder Johannisbeerensast füllend, auch fremde Weine wurden-herumgereich!. Jetzt wech r.' ft -t jenen oie wiener tyre outline; insqer in toammct gklieioel. cricüiencn die Schranzen jetzt in brokatenen Dolman. Zuerst wurden nun verschiedene Gelees auf die Tafel gestellt, dann aus aromatilchen Krautern ruhende Kanmchen. et sslzene Hähne mit Ingwer, Enten mit Grrken und. Huhner ohne Knochen. Darauf verschiedene Brodsuppen und drei Arten von Fischsuppe: weiße, schwarze und Sasfransuppe. Dann teppenhuyner mlt Pflaumen. Gänse mit Hirse und Auerhähne mit Saffran. Nach einer Ruhepause, welche durch Her umreichen von Confitüren und Weine ausgefüllt wird, werden dann aufgetragen : Nierenbrsten, Karausche mit Hammelsteijch, tzstöre, welche derart zerschnttten waren, daß sie Hübner mit ausgebreiteten Flügeln oder sliegendenSchlan- ! i 111 1. 01 ff t gen cm geonuelem jiaajcn giimen: C? ner Hasen mit Nudeln, Wachteln mit Knodlauchsau und junge Lerchen mit Zwiebeln und Saffran. Jet aberma r i . ... cm.xr.f rri .n iijjn jriyici un wiener opume, vie brokatenen Dolmans wurden mit Som-mer-Kontuschen aus weißem, silbergefiicktem mit Zobel gesäumtem Sammt vertauscht. Von dem Zuckerwerk, einer 5 Pud schweren Nachbildung des Kreml, den Bäumen mit Pscsferkuchen und anderem Backwerk, wollen wir schweigen ; die Gäste konnten nicht mehr berühren, em Theil von ihnen lag schon unter den Banken. ' Die Natur macht selten einen Nar ren. Sie liefert nur das Rohmaterial und überläßt es dem Kerl, die Arbeit nach tv m m .Jb. m . emen elleven seibs! fertigzustellen.
Otz Skprellte ZttUt usd lvs t strafte SeizyalS. Vater Kuno sitzt allein . Im verschlost'nen Kämmerlein. Nur sür Geld hat er Gefühl, Alle! And'e läßt ihn kühl. Muttern aber ist dagegen Daran nicht so viel gelegen. Fromm und strickend denkt sie stille .Alle! so, vie'S kommen will!" Ihre Tochter, schön und stolz, War als wie auS hartem Holz Gegen ihrer Freier Schaar Heimlich liebt sie, daö ist klar. Ja, ein Page, zart und sinnig. Dient ihr. heimlich, hold und minnig. Und, wer hätte das gedacht ? Hat sie um ihr Herz gebracht. Mit dem Schwerte, mit der Leier, . Nahten stets sich neue Freier, Aber keiner kam an' Ziel, Weil'S dem Fräulein nicht gesiel. Hier dem Stolzen, dort dem Dicken Wird es deshalb auch nicht glücken. Denn, was nützt des Vaters Segen, Ist'S der Tochter nicht gelegen ! Ihrem Vater war das bitter. Denn sehr reich sind beide Ritter, Jeder wär' ihm recht von beiden. .Aus! so laßt das Schwert entscheidend Da dieß anders nicht zu schlichten. Keiner aber wollt' verzichten. Suchte man mit uucht'gem Hiebe Sich zu tödten ihr zu Liebe. Währenddeß in aller Ruhe Leerten leis' heö Vaters Truhe Ritters Tochter voll Courage Und ihr. heißgeliebter Page. Da sie'S hatten nun sehr eilig. Und da ihnen nichts mehr heilig. Nahmen sie der Ritter Roste Und entflohen aus dem Schlosse. Solches hat sich zugetragen. Während sich die Ritter schlagen. Und zu spät, zu großem Schrecken, That die Sache man entdecken. Nun die Braut nicht zu bekommen. Wird de? Alte vorgenommen. Und das Letzte aus den KaZen
Muß er sur die Reste lassen. Würdevoll, wenn auch nicht heiter. Geht der Eine endlich weiter Kaum in seinem stolzen Herzen Kann er Braut und Roß verschmerzen. Auch der Andere, der Dicke, Fluchet seinem Mißgzschicke : Ohne sie und schlecht zu Fuß .Hol's der Teufel!" ist sein Gruß. Vater Kuno sieht nun ein. Glücklich macht nicht Geld allein. Vollends, wenn, wie's hier gekommen, Töchterlein eS mitgenommen. Mutter aber, wie zuvor. Eh' die Tochter sie verlor. Strickt und denket bei sich still : .Immer s o, wie's kommen will !" Die Sunn. fHessilch.) ES is so manches uff der Welt KurioS un sunnerbor Un macht, wenn mer sich's überlegt. Perplex eim ganz un gor. Doch nix iS mir so uffgesalle. Un gor nix kummt dem gleich. Als wie der Sunn am Firmament Ihr wunnerliche Streich. Warum hat se in Afrika Die Mohre schwarz gebrannt, Un bleicht doch mit derselbe Hitz' So weiß die Leinewand ? Warum macht se die Butter weich Un schmilzt den Schnee eweg Un trocknet dann doch wiederum Den Schlamm UN nasse Drcck ? Gesteht, ihr Leut', '5 is dies Betrage Der Sunn, wie mer'S ach nennt. Un was mer mag darüber sage. Gewiß inconsequent. D i e längstenTage in Eu ropa. Den längsten Tag in Europa hat die Stadt Reyljavik auf Island aufzuweisen; dort, wie überhaupt aus der ganzen Insel, dauert die Tageshelle drei und einen halben Monat. Sodann folgt dös in Norwegen am Waranger Fjord gelegene Städtchen VardähuS.wo es vom 21. Mai bis 22. Juli ununterbrechen Tag ist. Weiterhin kommt die schwedische GrenzstadtTornea ; hie? zählt der längste Tag 21). der kürzeste dage. gen 2 Stunden. In St. Petersburg und Tobolsk in Sibirien währt der längste Tag 19 Stunden, dagegen hat der kürzeste Tag in diesen beiden Städten nur 5 Stunden. In Stockholm und Upsala dauert der längste Tag 18$, der kürzeste .5z Stunden. In Berlin und London endlich beträgt die längsteTages zeit 17 Stunden. Passanten der Sophien, brücke in Wien waren am Ppngflmontaa Zeuaen crneS seltenen Rftrmfhi.Ta i?J: 9 Uhr Vormittag sprang unterhalb der nhmrfc?f? .in .t...ui , iu "rguiii griielveler Mann in den vnnn? ex. . 7 J(((, der mtt emem Hunde über die Brücke ( a( Vt. :r. v f. i i V!5S, riß oem yuno oen Maul" korb ab und hieß ihn ins Wasier springen und den Ertrinkenden sassen. Der Hund folgte auf den Wink, fprang in Ä lei"". Zähnen den Selbstmord-Candidaten. 'Dieser suchte siü von dem 5Mde srei zu rnachen und sich der Rettung zu entziehen. Allein der 5)und ließ ihn nicht . lS und blied ?- ll? lo?ng über Wasser, bis her. beigeeilte Personen Beide den Welle?. entzogen. Der Gerettete meinte kalt, blut!., er hatte Nicht geglaubt, .da daa rnhrn n m W
