Indiana Tribüne, Volume 6, Number 235, Indianapolis, Marion County, 13 May 1883 — Page 7
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Die Rettung. Steahre Geschichte. ZachariaS Pannemann war der einzige Kaufmann seines OrteS, aus dessen La den also die Bewohner deS kleinen Land städtchenS ausschließlich angewiesen wann. Dieser erhielt dafür auch Alle, was man vernünftiger Weise in einem Laden fordern kann: Heringe undStiefel. Porzellan undZuckerhüte.ttleidungSstücke und getrocknete Pflaumen standen, lagen und hingen da mit tausend anderen, für den Haushalt unentbehrlichen Dingen. ZachariaS war hinter dem Ladentisch alt geworden; rastlos bediente er seine Kim den soweit sie zurückdenken konnten, mit derselben Freundlichkeit Arm und Reich. Deßhalb kam man auch gerne zu ihm; und als ein junger Windbeutel, wie Za chariaS sich auSdrückt,der mit einemKasten unter dem Arm und französische Brocken im Munde sich lange in aller Herren Länder umhergetrieden hatte, gleichfalls ein Geschäft begründen wollte, bekam er gar keinen Zulauf, und verschwand eben so schnell, wu er aekommen war. Kurz und gut, ZachariaS schien ein Han delSmonopo! in seiner Vaterstadt zu ha den und wußte dieß so gut auszunutzen. 005 er im Laufe der Jahre ern wohlha dender. ja ein reicher Mann wurde. So lange er gesund und rüstig war, ging sein ganzes Denken und Trachten in seinem Geschäfte auf. Von Morgens früh bis Abends spät hatte ex im Laden, Keller und Magazin vollauf zu thun; s) darf man sich nicht wundern, daß er ein Junggeselle geblieben war; erhalte in der That keine Zeit zum Heirathen gehabt. Al5 aber die Beine nicht mehr recht fort wollten und er sich aus die Führung der Bücher beschränken mußte, während ein GeHülse mit der Besorgung der Ladengeschäfte betraut war, hatte er manche müßige Stunde, in der seine Gedanken spazieren gehen konnten. So fiel ihm auch eines Tages ein, daß er sich wohl ein Weib hätte nehmen können, um gute Pflege in den alten Tazen und Freude an einem Erben seiner Firma zu haben. .Aber jetzt bin ich schon zu alt dazu" sagte er sich ansangs !" wäre ich zwanzig Jahre jünger.so wäre eS etwas anderes!" Das war von ZachariaS vernünftig ge dacht: denn wenn man einmal seine fünfzig Jahre alt geworden ist, so taugt man nicht mehr zum Ehemann und dann hat das biblische Wort seine Nichtigkeit daß nicht heirathen besser ist als heim then. Die Heiratsgedanken, welche immer häufiger wiederkehrten, nahmen in seinem Kopfe eine ganz bestimmte Gepalt an, bis er endlich fest entschlossen war, sein graues Haupt noch unter Hy mens Joch zu beugen. Nun hätte er, da er durchaus heirathen wollte, eine gesetz te Dame, etwa die noch immer heirath? lustige Apothekerswittme nehmen sollen; und sie hätte gewiß nicht nein gesagt, da ein Junger nicht mehr anbeißen woll te : dann wäre der Unterschied in den Jahren nicht so groß gewesen, und es hätte ein leidliches Verhältniß zu Stan de' kommen können. Aber Zacharics warf seine Augen auf ein blutjunges Ding, seines Nachbarn, deS Postmeisters Tochter, die häufig in den Laden kam. um eine Kleinigkeit zu kousen. DaS war sehr unklug von dem alternden Manne denn em junges Füllen soll man nicht mit einem alten Gaul zusammenspannen. Das feurige Ding wird so lauge an den Strängen zerren, bis sie reißen, um mit seinem Gefährten gleich raschenSchritt zu halten. ZachariaS und der Postmeister trafen sich seit vielen Jahren jeden Sonntag Abend in der geschlossenen Gesellschast, wo sie ihren Schoppen Wem tranken und Sechsundsechziger spielten. Im Lause der Jahre war eine gewisse Regelmäßig keit in diese Unterhaltung gekommen, von der abzuweichen Keinem von Beiden einfiel. Wer zuerst kam, las so lange in der Zeitung, bis der Andere erschien. Mit den Worten: guten Abend, Herr ... . . . naqvar, setzten t sich hm aus ihren be stimmten Platz ; der Kellner brachte die beidenSchoppen und legte dieKarten aus den Tisch. Sie spielten ihre Partieen herunter und tranken ihren Wein aus. ohne ein Wort zu sprechen, nahmen ihre Hute, die an ihren dazu bestimmten Ha ken hingen, und schritten nachdenklich schweigend nach Hause. Beim Abschiede sagte Jeder : .Wohl zu ruhen,Herr Nach dar." DaS waren also die einzigen Wor te, welche die Beiden seit Jahren mitein ander gewechselt hatten. Doch nein, ein mal eS war schön mehrere Jahre her. hatte ZachariaS eines Abends nach dem elstttk Schluck, den er gethan den sinnreichen Ausspruch gethan:. DaS ist nicht mehr öer alte Wein, Herr Nachbar r . i . . - A):eier war uoer 01c. unvermulyete Be v r . r v . m reollamiell seines allen reunoes 10 in Schrecken gerathen, daß er die Karten halte fallen lassen. Man kann sich also das namenlose Erstaunen des PoltmeisterS vorstellen. alsZacharias am nächstfolgenden Sonn tagabend, nachdem er seinen Entschluß zu heirathen gefaßt batte, nach Beend, gung de Spieles nicht ausstand, um der Gewohnheit gemak den Helmweq emzu schlagen, sondern eine neue Flasche vom Besten, der zu haben war.mit zwei reinen Gläsern bestellte und mit stoaenderStlm me sagte : .Ich hätte noch ein Wörtchen mit Ihnen zu reden, Herr Nachbar." Hatte dieser schon während des Spieles seinen Gegner, der Fehler über Fehler machte, zu wiederholten Malen erstaunt angesehen, so kannte jetzt seine Vermun derung keine Grenzen : mit offenem Mun de starrte er den Redner an, indem er sich W 4 f ' NleoerilkV. ZachariaS brachte jetzt sein Anliegen . ra - n . . . , vor. toneic viele 1'fune, oi5 er sich verständlich gemacht hatte : ein Ge suhl, aus der erlegenbelt und Scham gemischt, schnürte ihm Ansangs dieKehl tu, bis eine zweite Flasche die Zunae er löst hatte. Wir wollen uns kurz fassen. Nach einigen Einwänden, die übrigens nicht so ernst gemeint waren, gab der Postmeister seine Einwilligung ; der Reichthum deS geachteten Kaufmannes konnte seinen etwas zerrütteten Verhältnissen wieder aufhelfen, und au das Le bensglück seinerTochter dachte er nich im Mindesten. .Aber was wird Ihre Anna dazu sa gen ? Wird sie einen so alten Mann auch nehmen wollen V warf ZachariaS em.
.DaS sollte unsere geringste Sorge sein; meine Tochter weiß, daß sie mirGe-
horsam schuldig ist. Ich brauche nur zu sagen, defe eS mein fester Wille ist. ich glaube nicht, daß sie sich wiedersehen wird Darin hatte sch der Vostmeister denn doch getäuscht. W)bl hatte Anna ihr Herz noch nicht versch:nkt ; aber einen Mann nehmen, derJhr Vater sein konn te, das kam ihr zu lächerlich vor. Unwillkürlich stellte sie Vergleiche an zwischen den jungen Äechlöpraktikanten Martin, der däusia u ländlichen Fen ' . . n . I aus der nahen ßrctssiabt berüberaekom men war, und der hübschen Anna ge&w Über sich sehr liebenswürdig, ja aussal' lend zuvorkommend bew:efen batte. Bis 5 - I " U I jetzt dachte daS junge Mädchen durchaus nicht daran des jungenManneö Neigung . . , m eiwleoern. 1laluoem zur aoer ein f ' I Graukopf als zärtlicher Gatte in AuS' iickt gestellt war. Nieaen seine Aktien ae waltig in die Höhe. Hätte er gewußt, daß sich der Sinn seiner bisher sprööen Ml- I " Angebeteten zu seinen Gunsten geändert, er würde gewiß nicht gezögert haben, diese Wendung auszubeuten und ihr Herz in Sturm zu nehmen. Aber leider war er für einige Monate mit derVt-rtre tung eines kranken College in einem entfernten Orte beauftragt worden, v ruc .:xi .c r.c. cn.jc UHU l(v) jlUj IllUl UlCIjC Ivivll. JlUUf yui" I en Kämpfen und durchweinten Nächten -. 'I ' .. , gab Anna dem Drängen ihres Vaters, der wie er sagte, demBankerott entgege n . aina. wenn sie ibn nicht rette, nach und helrathete, zum Bedauern und zum Ge pötdeL ganzenStädtchen? den uvergluck ichen ZachariaS. Das arme Ding war aewiß übel daran. Sie hatte zwar den kboli aab oder eine übnlicke Lccke rei, wenn sie ein Pfund Kasse oder eine p rr , 9 . r . I ijiaiaje vriitg volle : aver eine )0iaje i:tebe reicht doch sür die Ehe nicht aus. Diese war uch nicht weniger als glück, lich. Anna besuchte lieber ihre guten Freundinnen oder belustigte sich auf seinemBttte. das er bald nickt mebr ver lassen konnte : der fortwährende Auf. . enthalt in dem Ziuaiaen Laden, dessen Tbür nie stille stand, batte seinenKökver zu tark Mitgenommen. Vlnna glaubte - - . I ihre Pflicht gethan zu haben, wenn sie ten dann und wann einmal eimae Minuten bei ihm zubrachte, und er sonnte ihr keine Vorwürfe macken. Er sah sebr bald ein. daß er einen dummen Streich begangen t 4 4. . , . m yave; aver vas war nlcyr meyr zu an dern. Wäre eS nur bei den im Grunde dock unschuldigen Zerstreuungen geblieben. durch welche sich die junge Frau zu ent schädigen suchte, so hätte man noch ein . r , . I Auge zudrücken können; aber wer aus der Bahn des Unrechts erst einen Schritt gethan hat, der geht gar zu leicht daraus . . . .1 weiter. Martin war zurückgekehrt und hatte von den Vorgängen im Orte gebort. Er . . bekam emen gewalllgen Schreck, als er . . " m . ' . Annas Verheiratung erfuhr, denn das natürliche hübsche Mädchen hatte einen Wunsch, sie wieder vi seben. die Neu . sm . gierdk. wie sie sich ihm gegenüber beneh men würde, trug über jene edlere Regung den Siea davon. will sie ia blos ttyen r 5 . i . nt i t . liegt Gew kam er also ins Städtchen. Als Anna ihn sah, erröthete sie über und über, war aber durchaus nicht unfreundlich, als der srüber Verschmähte sie anredete. Dieser kam jetzt häufiger als früher und der .Zufall" wollte eS, daß die Beiden sich jedesmal trasen. Sie trieben ein gefähr llcheS Spiel. Anna machte sich oft Vor würfe, daß sie den jungen Mann nicht mied; aber. Vorwürfe und gute Vor fätze werden ja in den meisten Fällen nur gemacht, um nicht beachtet zu werden. Man munkelte bald in der Stadt von V f 1 . einem nerizallnm zwuqen oer mngen Frau und Martin, wobei man die Sache natürlich übertrieb. mes Zi.ages war Anna ver einer Freundin zum Kaffee eingeladen. .Zu fällig" war auchMartin da, der mit dem -rr v cy... v: v . v waimton ceunuin. oem nrzieoes UWBIBP. . 'x"l" 9"x.c' jjcan mui.itt q .loktlgtich. grauen saßen bald ber den Herren, die eme Fla t CVY V 1T ' lche Wem dem Damengetränk vorgezo fl n c"oj vlk v"ro teste, heiterste Stimmung. Es fiel kaum jemand auf. daß beim Abschied es . f X. . u ?f!.jC V . . m tf Y CV1 1 ! war iQon girmnu uuuici der mngen Frau den nach Hause zu begleiten tm . iv t m ..r im an oer Z.oure empieylen uno oeim gehen sollen ; aber Die Köpfe roajen er bitzt und die Herzen warm geworden, . schweigen sein Bleiben. Anna hatte ein Dienstmädchen, wel ches ebenso lebenssrisch und liebesbedürf tia war wie ihrt Srrrn fotrit ahtr war strenger gegen Andere als gegen sich selbst. Obgleich es nun ganz in der Ord nung ist, wenn ein hübsches Dienstmäd chen einen schmucken Schatz hat, vor ausgesetzt. d& sie ihre Arbeit deßhalb nrcht versäumt und Alles in Ezren zugeht, so wollte rau Anna doch Nichts da ' r . von wlen. zcaiye war damit aver . . n t .1 ourcyaus nicyr emveruanoen, und lonnle sie einen SsZentllchen Llebhaber haben, so hatte sie einen heimlichen. Und wer hätte es dem schmucken Kinde übel nehmen kön nen, daß ihr der hübsche Postillon, der imuier so lustig in sein Horn schmetterte, wenn er an dem Laden vorbeifuhr, so ausnehmend flfiel? Und wer wundert sich, daß Christian bal). merkte, daß er eine E.oberung gemacht hatte, und jeden freien Augenblick benutzte, um ein paar Worte mit Käthe zu wechseln? Die Abendpost hatte eine halbe Stunde Aufenthalt, und auf diese halbe Stunde freute sich Käthe schon den ganzen Tag. Ost genug hatte Anna sie gescholten, daß sie so unverantwortlich viel Zeit brauche, um einen Eimer Wasier,' oder Medizin
freundlichen Mann als Kind recht lieb unleryaliung oegann, oa uai lvm oer ,oas Aller, wo vie auensaus an's yei gehabt, weil er ihr stets eine Stange Angstschweiß an die Stirn. Sofortige rathen denken könnten. So aber ist
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Festlichkeiten, alS daß sie bei ihrem Gat' er luyn oie .our vssnen uno oen veg mauern wio in aueryano illiersiaal der kzchulraty
ten sich langweilte. DaS war nicht recht ins iZrere suchen k und icalye um ihren und eaerelen sur und mder des ler's Schule zu von ihr ; denn da sie ihm vor dem Altare Dienst bringen ? Nein, dazu dachte das Schulmeisters vergeudet !" war.
Treue aelobt batte. war ibr Blak an ehrliche Pomllonherz zu rrttertich: Ueber Dreher war blak geworden: all' der Die Revinon
tiefen Eindruck aus ihn gemacht. Es treppe gelang! uno von oa an oer er von vllaven aus oen z.aoalxeloern lyre Farben und nety ihm, ja zu vchlltten wäre nun ehrenhast von ihm gewesen, schrockenen Käthe vorbei ins Freie. Kurz Gesundheit zu Grabe tragen! Herr, den und ohne ihn zufahren; eS half alles we?:n er ihr nicht mehr in den Weg ge darauf hörte man ihn lustig mit der ken Sie an die ewige Gerechtigkeit ! nichts; der Schulrath beharrte bei seikommen wäre, wie er sich dies im ersten Peitsche knallen, als wenn er mit seinen Dem armen Dreher singen die Sinne nerBitte. die selbstverständlich dem armen Augenblicke vorgenommen. Aber der vierBraunen die Straße hinunter trabte, zu schwinden: er hätte nie geahnt, welch' belobtenNSZler endlich Beseht sein mußte!
; lrgeno welcye uniaulere Aoncyl iy tct vscioiucnäuugK rni uogrnrlgl Pnanzer, oas uenv zu zrirmuuio er
mir ferne!" so beschwichtigte er sein war, an eme übernatürliche Veranlassung Groschen, geraucht." faire
issen. Bei der nächsten Gkleaenbeit zu glauben. Jedenfalls trug das Emg' .Ver chönlgen Sle Ihre Laster mcht!' sich.
Ort t m, et w z - rm, : w - w. l - i
is nna oie ungci zog, rnacuic er ti0C 0Ct Abreise seine? Bruders diesen "umknrilcy ie nlqr, moit myer, wie nun zu gleichem Jwreke in Begleitung durchaus keine Anstalt, die gute Nacht noch mit dem Collegen Dreher, indem Sie bereits bewiesen haben." : Ihres Collcce.i RSSler die kurze Strecke zu sagen, und sie billigte durch Still. ,tmn nnn ,n,kt Dreher nickte verständmßmnig. .Wer bierber ,u ??uk ,urückaeleat : da ick "
für ZachariaS ,u holen : in diesem m at I
Bunkte war das sonn so anstellt und folgsame Mädchen unverbesserlich. Anna I " . I - - - - - " l- ftj sah ihr diese vermeintliche übeleGewohn heit denn bald auch ihrer sonstigen guten - r r r. V Vlgenlkyaslen wegen nacy. 1 An dem Abend nun. an welchem Martin Anna nach Hausebegleitete, hatte Käthe ihren Schah in das HauS genS . , 1 if r .st, . .'. er .19. iQtai. r ivule rar emmai elne laui . j . . , I vl Ute mamen. -in rarem uevermuly. führte sie ibn dekbalb in daS Empfangs zimmcr und lud ihn ein. auf dem Sopha Platz zu nehmen. DaS war unrecht von , w r. n . . . .ti.i I ihr. denn ein Dienstmädchen gehört m . . V . I . . V - I oie ikucye, und to war oer scyreaen, oer sie durchsuhr, als plötzlich die Thürglocke ertönte eine aerechte Strafe. .O wch, die Frau ! Schnell in das Zimmer da, die Thür fährt auf die Hoftreppe !" Mit V : .C. V 4. ti.t R. v .tfri ftttv viririz v 11c vkii viivtu" I M, . ev w !.C I oNlllon lN em 'tv!nz'.mmer uno lies hinab um die Hausthür ,u öffnen. Ehri stian tapp e unterdessen im Dunkeln an der Wand hin, bis er die Thüre sand. L M . VI. , , . oruake aus die tttmle, aver 0 w:y, die Thüre war verschlossen und der Schlüssel abgezogen! Indessen hatten Anna und Martin, wie er deutlich hören konnte, im Zimmer nebenan Platz ge nommen. Das Gespräch wurde immer lebhafter. Im . ersten Augenblick war fc irrn !s,wA 5isi',fsn tonr Schrecken ganz dumm. Aber der Ge U...i. r m n .v 'ÜUf rvl"uv" 1 aam. .. v ha rm I danke an semen Postwagen, der gleich avsayren sollte, gav lym die Besinnung r . .Tt: . v! I wieder. Er hoffte zuerst, und lm Augenblicke der Verzweiflung hosfl man das Unwahrscheinlichste, daß der Be such sich bald empfehlen wurde, aber als er hörte, daß man eine angelegentliche Entlassung stand ihm bevor, wenn man ihn bei demPostmagen vermißte, und daS M w IVf ! X V ! f . ! - I unwuiümv wen uui jut uiytigen Zeit nicht abfuhr. Jede Minute war ihm eine Ewigkeit; nacy semer e rechnung fehlten nur noch wenige, bis die Psst spedirt w:rden mußte. Sollte wollte er das Aeußerste über sich kommen ipt I lal,en : Inzwischen wurde die Unterhaltung nebenan immer lebhafter; er meinte die cnr-.-i. r,-.t.-M . r tjfi!x I uorre .leoe", .aus ewig ungiimuaj , Erhörung- zu vernehmen. Unwillkühr lich näherte er sich der Thüre. Da hörte llch näherte er sich der THUre. Wa horte er ganz deutlich die Worte : .Ja, ich schwöre bei Allem, waö mir heilig ist. daß ich Dich ewig lieben werde, daß ich T ! (T ! . fY . ! u f.!.. .V . tlo k!. I lr, mit auci, iu jau wciuc, vi uic Posaunen oes lungjien .ages .er challen !" Da fuhr ein rettender Gedanke wie ein Blitz durch den KopfdeS Postillons : er nn cin yorn an oen 'cuno uno uts 1 r - i cm . 4 "N, zwei, ore,mai wir loicgcr acacui hinein, daß die Fenster klirrten. n oemsilven ugenollae erionie em äfM m r , i nngu corer neoenan ; man yorie ein u)e Lausch, als ob em Tisch umfalle und der . r r - w l w i r r I w t lcylicyem, oer ourcy ole z.yuripaile ncyr dar gewejen,erlotck. ime Mmule nach I rt rt . l. ... her war der Postillon draußen. Durch das dunkle Zimmer war er auf die . w W TW rn w voit Drei geyermnikvouen '450 aunen stößt- blieben ein Räthsel. Nur Käthe erfuhr ernen Zusammenhang, hütete sich aber wohl, ihre Herrrn aufzuklären, die i :u :(.. rj.:r7.ua.u.n u:.i niß gute Früchte, indem es zroei Men scheu zu ihrer Pflicht zurückruf : Martin wurde sich des Gebotes bewußt : .Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Weib !" und Anna bat ihren Gatten um Verzeihung.den sie fortan pflegte, wie es ihr zukam, und der hren zugendlichen Fehltritt großmüthig verzieh. Htimerselmt. Der falsche Schulraly. sr ßAnM knirirf nr ,N Xuitn UUDIVICBIC. B. ... der beiden Wanderer, die rüstiaen Sckrit. tes auf der holprigen Straße zwischen V ' den beiden Dörfern Bergen und Ham mer dem letzteren Orte zueilten. Es war der Lehrer RSSler mit seinem Bruder, 5nrn stnttlicken Wrinn in httt fi0rt I ' ' " Jghn, der in einer Stadt der denach. Karten Provinz gleichfalls ein Lehramt bekleidete und nach jahrelanger Tren. s.n.niiiA ,in. s,..i,n er;. "' fVJ P lienereigniffeS, zu seinem Bruder aus Be such gekommen war. (Sr ft.Mt ht fttri. .i d,ms,ib,n iunthm mri. , er das war der Name des iünaeren I A ti Zki. s.in, Nr..,r l?,nN m, mm mw m m- mr rwB WM mm lc AlMer hatte für heute den Unter riüt seinem Adjutanten überlassen, um . i ' liegenden Hammer, bekannt zu machen, Zu diesem Zweck sehen wir die beiden Wanderer aus dem Wege nach Hammer. fern tenäb t seinem Bruder, w e Dre. her, ein ausgezeichneterLehrer, gleichzei' tig aberein außerordentlich ängstlicher und schüchterner Mensch sei, der sich durch die gerinasugigste Kleinigkeit in's BockZ born jagen lasse und dadurch schon ost V:ran!astung zu heitern Scenen gegeben hatte. Walter, em lebenSsroher,stets zum I tr m , rm . 'iscyerzen ausgeiegler u.'cann, yorte aus m m rrs mettzam zu, uno oer Plan zu emem kleinen Ulk war bald m semem Kopfe fertig. Nach R., der Regierungshaupt stadt , war vor Kurzem auS einem ent sernken Bezirke der Schulrath Bartsch versetzt worden, dat Bartsch schon die Schule revi dirt?" so fragte Walter imVorausschrei ten.seinen Bruder. Als dieser verneinte, fuhr er fort : Dreher kennt also den neuen Schulrath noch nicht gut, dann gibt es einen Hauptspaß Walter entwarf einen Schlachtplan und Ernst erklärte sich einverstanden, Wohlgemuth rückten die beiden Brüder in Hammer ein, aus dessen Schule ihnen lauter Gesang der versammelten Schul jugend entgegenschallte.
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, ajianin ruderS batte norn ein ae Taae über üüt jt1" cmgeuoi csuciu vinü. eme Augen aus oen vcvulralv gerraztet.
Arm reichte, um sie ;. CrJ.n sin Urtmi genügend", verstanden r der endlicb der veinlickenScene ein Ende
. Nun h.tte er die er gleichfalls in Bergen bei der Fa "u Befehl, Herr Schulrath ! machte, indem er sich cm Dreher wandte
.Ich vin der Schutrath Bartsch aus m am. . - - - mm
N. 0 redete der tunaere RSSler den bei Eintritt der beiden Männer in amm m m I am fLM oaschulhauS ihnen entgegenkommenden Lehrer Dreher an, der bei diesen Wor ..C:.i:. k , . . V.! icu cyuiuicu inskappazen zog uno ci nen tiefen Bücklina mackte. ?tck babe" fuhr Waltersort, .die Schulen in Ber gen revidirt und nun zu gleichem Zwecke '- iQi.filin. OiC.a rr tt cni.i.. ... ivrglrttun yrrs ouegen osler zu - 1. , j- . itun oie toixtat vierver uruaaeleak. oa ich deS ewigen FahrenS bei meinen Re Visionen gerade müde geworden bin. Wie lange sind Sie auf dieser Stelle, v 1 :n vi.r.tc . v.i'.i a. I und ttle ist dieselbe dotlrt V fTs. V . . w dreyer, oem oer oer oarjaen Anreoe des Pseudg'SchulrathS alles Blut in den Kops gestiegen war, erwiederte mit zitternder Stimme : .Ich bekleide die hiesige Lehrerstelle seit siebzehn Jähren ; Xa tt?! VF.t(.. kt n V, vm-,, uwni vuumi 1 k . ? . Ctt . c w svV I auker sreler ÄZoynung uno 0 morgen Ackernutzung. auf jährlich 160 Thaler. .Hm, hm", meinte der Schulrath, .ein ganz bedeutendes Einkommen, eine vor - . t rt . zugiiqeVleue, uuo oaver yorrman Nimls als Klagen über die unauölängliche Do tirung der Landlehrerstellen. Sie müs sen ji noch gewaltige Ersparnisse ma chen, lieber Dreher !" .ES reicht gerade zur Noth auS, Herr Schulrath-wagte Dreher einzuwenden, ffstnti tnrtnrnit tinh h!f OinSi- fint t vv Vu," I t ... m ist ans Sparen nicht zu denken CVf f T . jtfX . .M I Al,o auch schon verhelrathet', fuhr ihn sllrnrunzelno oer vutraly an; .i(y V. k e k I bin kein Freund vom heirathen in so tii' gendlichem Alter. Wie alt sind Sie V .Einundvierzig Jahre", stotterte Dre her. .DaS wäre", mernte der Schulrath, durch das srüyeykiralhen und den Besitz eigener Kinder nun schon alles Jntereste am V (XI CamVam V . I uu vijiaua imv muuci uugelenkt ; die arme Gemeinde wirst daS lyeure :io sur oen uniaugila, gewor denen Schulmeister zum Fenster hinaus, und der sauergewordene Schmeiß der Flitterstaat und dieLeckereien.die er seinen . , c. c vproingen, wenn nc iyn in oer vraol auS den glänzenden Schaufenstern so ve lockend anlachten, so gern gesaust hätte. . jt i r r r t ! x. . wenn niai jcin lpanicjKs iniornrncn, von dem er nach Ansicht des Schulraths so große Ersparnisse machen sollte, ein so groke irtparnl e machen sollte, em gebieterisches Veto eingelegt hätte, tanz, ten vor seinen Augen; der Angstschweiß trat ihm aus die Stirn, und um ihn ab J.m C.m PZ t. O V . I juuuuuc, zvg iuu üuuiuiy uu a,qe,us oer oer oleierieiegenyeil eine große Schnup tabakdo e entrollte. .Ich glaube gar. Sie schnupfen !" ze ttut der Schulrath. Einen unverkenn varen Tavarzerua) yave ici verells oeim I ! .i . . v:.r. ft. ... . - l k , . iniriu in oicics 'aus oeinerll. yiau chen Sie, Schnupfen Sie V Witr nfi unYk i t ittmrt( Tnttif Dreher, der vollständig niedergeschmet tert war. " , Allst um emem S)or ichuimetiter, o ... . ...... te - . donnerte der Schulrath, Gaumen und Nase zu kitzeln, müssen in der trovischen Hitze von Euba und Havanna Tausende M mm m ww w w em roloNZler k,unoer er ie, und er seufzte aus ticsinniger Brust ; -Ich habe nie Cuba oder Havanna, sondern immer nur bescheidentlich Uckermärker oder herrschte ihn der Schulrath an. .Es ist leicht und angenehm.der fleißigen Bau ern sauern Verdienst zu verprassen und ihnen dasür nichts als blauen Dunst vor zumachen. Ich werde auf Ihre Füh rung für die Folge ein besonders wach sameS Auge richten." Eine Antwort schwebte auf Dreher'S Lippen, aber ein donnerndes ; .Haben Sie noch etwas einzuwenden?- des SchulrathS und ein leises : Um Gottes tni(Yn (Amttn i Yr ffftitTrrt ff I v.4i. wivviuvi WiV I . . ' rv kennt ich Mcht tn einem jorn r's, ztoangen ihn junt Schweigen. . 'Womit beschäftigten Sie sich, als ich I ls - jM ki ik m. m M a O . ciiuiKi t uyt uct muimig uiuus m hlger fort, indem er m das Schulzimmer trat. V , 0 M , , . 'um Gingen, animorleie dreyer. WaS können die Kinder pnqen? .Guter Mond, du gehst so stille." .Warum nicht: Goldene Abendsonne? Ich wollte eS nächstens emuben. Man sieht, richtiges Verständniß chronologischer Reihenfolge fehlt Ihnen gänzlich. Die Abendfonne kommt vor - Ä ... m m dm goldenen Monde und mußte auch I 4, a m Vl.f aVam ! mm m mm v . - "ßte Kunst und Wissenschaft des , Le dens. die nur wenigeMenfchen verstehen, a jr mm, A w i . T. - rr . . auf der Stusenleiter der Addition und M"lliplikat.on .vermöge logarithmi,cher in w u h, ""' rvmeitir, i."""', .k. eingedrungenist, dem erscheint alles an berc anschliche 2B.sinnn proportiontrter und kubischer mathematischer Un sinn." Das schien unserm Freund Dreher ..-. - . . 5 . , . , hAUiMnV; .M.tsii4tf trt tiirtf r fi immer bettällia und blickte bewundernd VVUjtUltUl llUjUlUIUVII . V IllUth ltVU aus den Schulrath, dessen Lippen soeben diese enorme Weisheit entquollen war. .Waö ist richtig", wanote sich der qu rQiqanoieirinuK: otnun mer ,,t elf, oder sieben und mer macht o m r m v. rv 4 Lange Pause; Niemand meldet sich zu Antwort. . .Nun. lieber :Dw ,wo metnen Sie. zu diesem wichtigen Lehrsatz des Pytha ftnvm tH r-x. . ' v. v rrt.t. v I b cyV . .. . . 3ch meine-, erwiderte der vollständig , . , Y r , a . , , , , , perpiese Her, .daß eö wshl richtig heißen dürfe l: sieben und vier inacht elf.-' -n'"?0.1 V"f l'i Slrath. .Nun cinj?." E'." Vater stirbt uuo ymier.abl v oyne, jco r o cioen hat eme Schwester. . Zu vertheilen sind I a r rn r t txr' . . . r t . l mt mCl lmmt QUf itU
lllU.. Illi.bAMlt M M m IM mW MM & I mm m
,rUT.,n mnfs- nun AUM ewnen i Neuznen i i vie und in aemettenem Tone ivrack : ' ck
Die möglichsten und unmöglichsten . m ta. 9 .
Antworten ersolaten, vie aue oen &cniu rath nicht befriedigten ; derselbe wandte M M . V w aw stch nun mtt der zrage an dreyer, oer indessen die auSw:ichende Antwort gab, a. .1Ck M.rii ..A tiinXlt mun munc uu jciucc auuui uuu guuui wohl aenau wissen, ob der Vater daS Geld daar oder in rumänischen Eisen bahnactien hinterlassen habe, da in letz t. ctr.fr. . : . kll?.., ifl An?m trn uae um ;i cicuj imy "a irr r- r tio en m. Die Antwort befriedigte den Schul rath weniger. Vergebens versuchte er dem armen Dreher die Möglichkeit klar ... . .x. va r.x r. v AU UlUUJCll, ÜU ICIU!) JlUUvi UUt Uiv Schwester zu haben brauchten, welche die Schwester jedes einzelnen unter ihnen sei. Dreher beries sich auf die unumstößliche Thatsache, das aus seiner Ehe vier Km der, zwei Knaben und zwei Mädchen A4kxrsr S S f tn(fhvn "p v wv -In 1 4 srf 0 L 1 d!ul.uf.(T.. ta.it Va Niemals izvvv .yi. Qiuiiacu wu. DaS stimmte nun endlick denSckulrath eich. Er ließ sich sogar so weit herab, die Dienstwohnung und die Familie des ' . - - . Schulmeisters m-Augenschem zu nehmen und ein Gläschen vom Besten, den deö Schulmeisters Keller bot, anzunehmen, und als der herzhaste Labetrunk erst die Zunge gelöst hatte, da legte er die lästige Matte ab. .Alter College-, sagte er, .sehen Sie mich 'mal genau an! Sehe : x i.!. (j.t.ic;:!. fiXnf. IUj UUO UMC (111 U Ul U C l I u,i t viuyuiiuiyi tv t . ' r c v x . ' r cw v . Dreher riß be: der jovialen Anrede die Augen noch weiter auf als früher, und beim vollen Glase, bei Schwarzdrod und , . .. A ; . f . frischer Butter, Wurst, Käse und anderen Delikatesten wurde demnächst die neue Bekanntschaft besiegelt, bis der herein brechende Abend zur Heimkehr mahnte. Aber die Rache schläst nicht! Walter Röster hatte bereits vor mehreren Tagen von feinenAnaebl'r aen berUichenAbschied genommen und war nach S., dem Orte r w n rv . ? . seiner Anneuung, zuruagereru ; oa hin gelte durch die holperige Dorsftraße von Bergen lustig ein Schlitten, welchem vor dem Schulgebäude ein älterer Herr mit strenger Amtsmiene entstieq. Es war Bartfch aus N.. oer os revidiren gekommen hatte einen befriedigen den Verlauf genommen; der Schulrath drückte herablassend dem Schullehrer die yand, indem er sich belobend äußerte : Ich bin außerordentlich zufrieden mit den Leistungen Ihrer Schule und werde mich bemühen, Ihnen eine staatliche An erkennung auszuwirken. Und nun, lie erkennuna auöjiuwirken ber RSSler, schließen Sie sür heute die Sckule und bealeiten Sie mick m Abreist Collegen Dreher nach Hammer, dessen rm 5 - . n Y , . O . t (öauic ten nocy revlvlren mocyle. Jky vln schon tagelang Nicht vom Schlitten her unteraekommen und möchte deßhalb, da die Sonne so verlockend lacht, die kurze Strecke zu Fuß zurücklegen, fürchte jedoch ohne Ihre freundliche Begleitung den Weq zu verfehlen. E:n zäher Schreck durchzuckte den ar I .u co x sf t cm VMM te,. i nie II jiusicK ; u uuuit. luciui xjiiuu. wie zu befürchten stand, die beabsichtigte Revision- in Äulammenbana mit dem IV -vr -i neulimtn Ulk brachte ? Er schützte Leib eh. Geschäfte, und kranke Kuh und Gott weiß waö noch Alles vor; er malte dem Schulrath den Weg in den gräßlichsten Mit schwerem Herzen nahm er den Man tel um und Hut und Stock zur Hand ; einsilbig marschirte er neben dem Schul rath her und zerbrach sich den ops, wie wohl am schlckllchsten aus der As ziehen könne ! Sein Auge umflorte als der sonst so ersehnle Kirchthurm von yammer vor semen Augen aus tauchte, und als sie am Friedhofe vor übergingen, da wünschte er sich 10 Fuß tief unter die Erdoberfläche.' dabin, wo kein Schulrath mehr das arme Dorf schulmeisterlein revidiren und beunruhi gen kann, und endlich standen ste.so lang sam auck RSSler aina vor dem Sckul hause, in dessen Thür soeben mit sreude strahlendem Gesicht College Dreher er schien. RSSler zuvste ibn am Rockschooße. I . c . c:v. ... . V-C. T,tnn r UillUCIll U 1UI1I1C1I. UUK JUIZUZL I V w t beideuSnde ausstreckte und Mit emer des SchulrathS, mit der andern RSZlerS Rechte herzhaft schüttelte und dabei auL I m i xn j .Guten Tag, lieber Rösler ! Gut be kommen ? Und schon wieder so ein Stück I . .. von Schulrath da? Sei mir will kam men, alte Haut, heißt Du auch vielleicht Bartsch, wie der vorige? Ach, wäre doch der Himmel eingestürzt und hatte den armen RSSler begraben. der fort und kort so eneraisch Dreber'S I ' I I U I ' Rockzipfel bearbeitete, daß die Nähte drohten, auS den Fugen zu gehen. Bleich war sein Gesicht ; starr I ff T. tP waren bin der Schulrath Bartsch aus R. Ich habe die Schule in Bergen revidirt und . . . $e8 Ist cn .8 bei Gelegenheit Uz Revisionen müde bin," untlrdrach Dreher laut lachend. Ja. ja. ich kenne das, weiß, warum die Herren Schulräthe so gern auf Schusters Rappen reiten kann selbst em Lied davon singen. Du mußt wlsten, alte Seele, daß ich von dem selben Schrot und genau, em solcher e,,,, ; ?w ,s.;.. ?5. V WU 14 ft . M W V .., M V M. WU k4 I , . ' ' H Ver sazuiraly war eruaunk einige Schritte zurückgetreten; Dreher aber fuhr, obschon Rösler ihm wiederholt iVS Ohr ranl).e : Um Gottes willen, Dreher. halt ein ! das ist ja der wirkliche Schulrath ohne Unterbrechen fort : Wer zweifelt daran? Und in seinem Zn kennt ftc? so ein- Schulrath nicht! wahr, Rösler? Na, komm her, a,ter Freund und Bürstenbinder! Du fannft Dir Deine Revision ersparen ; die Fragen die Du mir vorlegen willst, ha :A .;nhiirJ u L w.ww.v y v u m ... vviiV UUt wie die Anrede; ich werde Dir also nun m Auskunst geben. Ich -b n 17 sluf bfr Stelle,aus deren Einkünsten ich nichts erspare, ausgenom men flb lnc fiefchcn!te Wurst, die ich hnn ;m1,k ,;u7m k.sk.,..... I umi u. iiuvkv iiivui MUtwkiuuiluuiWI I Schulrath verzehrte. Ich bin 41 Jahre
, ,
alt und Vater von 4 Kindern, die von mir niemals 14000 Thaler erben werixn. Ich schnupfe und rauche, aber keine Ha vanna und Cuba, wie ihr Herren Schulräthe, die uns armen Dorsfchulmeistern damit nur blauen Dunst vormachen ! Meine Kindlr singen nach wie vor : .Gr ter Mond, du goldene Zwiebel,, mit welchem Gewächs meine bessere Hälfte heute die Wurst braten wird, mit der ich dem Herrn Schulrath demnächst den Mund stzpsen werde !" Sprach's und von seinem Rocke löste sich der Schooß, den RSSler soeben abgerissen hatte ! Der Schulrath aber rief wuthbebend : .Herr, sind Sie von Sinnen, wissen Sie, wen Sie vor sich haben? Ich werde Sie lehren, wie Sie sich Ihrem Borge setzten gegenüber zu betragen haben ! Dreher lachte noch immer. Rösler aber wankte schlotternden Kniees auf den Schulrath heran und flehte : .Ein Wort,
yerr vcyulraly Aus oem einen Worte aber wurden viele, und als bet der langen Beichte RöZler'S des Schulraths Gesicht immic freundlicher, da? RSSler'S immer trüber und Dreher'S, der schließlich mtt offenem Munde da stand und sich wieder, wie vor acht Ta gen, mit semem Sacktuche den Angst. chwech von der Stirn trocknete, immer ünger geworden war als endlich R53 ler und Dreher, von Reuegesühlen über wältigt, em gemeinschaftliches .Gnade, Gnade !" anstimmten da konnte der Schulrath Nicht länger widerstehen. Er sprach: .Es sei euch vergeben! ES möge Gnade sür Recht ergehen! - Aber merkt Euch sur die Folge als elftes Gebot: .Du sollst den Namen DemeS Schul raths nicht nützlich führen!" Dreher aber soll so lange,. bis ihm das Revlsions. Protokoll vom KceiS Schulmspektor mitgetheilt wurde, doch noch von geheimen Zweifeln geplagt worden sein, ob er es wirklich Mit einem Schulrath zu thun gehabt oder ob ihm sein College Röster nicht vielleicht einen noch größeren Schabernack gespielt habe. als mit der ersten Revision. m m Die Pstfie Von Nadel und cheere. Seit das Amazonenthum zu Ende ging und der letzte Tropfen altgermani fchen Blutes, das unsere Elternmutter emst in Krieg und Schlacht trieb, aus den Adern der modernen Frau gewichen ist ; seit der Dolch m der Hand der feurigen Kreolm seme Wirkung verfehlt, lede rlt terlichkyUebung bis auf's Taubenschießen herab den Frauen versagt ist, und man sich nicht einmal mehr an einer Spindel stechen kann, sind ihre einzigen Waffen Nadel und Scheere. Und wenn die große Urahne dieser Waffe, die Lanzen emst Sarazenenhäupter an dieWallmau ern deS Lagers hestete so sehen wir die Nähnadel heute Spitzen und Volants an die neueste Saisontoilette befestigen. Ja diese kleine, wmzige Nähnadel, m aller Herren Länder spielt sie rhreRolle. Rast los und endlos setzt sie die verschiedensten Finger in Bewegung. Sie eilt über daS Linnen, den Sammt und die Seide und zieht die Phantasieen, die Träume und Gedanken der flelLigen Näherrlnnen sich nach. Was sur Gedanken da mit den Faden ausgksponnen werden, und durch wie viele unentdeate Reiche um ge säumte Meter sie fuhrt ! Nie und nir gendö träumt es sich bester als bei der Nadel. Oder wer verstände sonst die ge rölheten Wangen und glänzenden Augen de? emsigen Näherin? und den kühneren Schwung, die freiere Kraft ihrer Rede Die Spinnstuben mit ihrem Phantast! sehen Singsang und ihren abenteuerlichen Sagen undGesch'ichten beweisen das deut' lich genug, und die richtige .Kaffeestim mung- stellt sich erst ein, wenn die Ar beit zur Hand genommen wird. Und in dem Nahmen einer wirklichen, echten Kaffeunterhaltung-, da wird sie auch wirklich zur Waffe, die desto empfindlichere Wunden anrichtet, je unverhoster sie trifft. Es ist ja kein offener, ehrlicher Kampf, der sich da entspinnt, kein guter Schwertstreich, Aug' im Auge, nein, ein meuchlerischer Stoß, von hinten beige .bracht und von der Dunkelheit gedeckt. 'Ein bedeutsames Achselzucken, ein viel sagendes Lächeln, em leichtes .Hm r nur ein .Wer weiß!- wer hält das fest, er will das beweisen und zur Rechen schaft ziehen? Lächelnden Munde? wird die Ehre abgeschnitten und der Ruf be fleckt und dazu sticht eS und stichelt die Nadel ! Nadel und Scheere, was habt ihr nicht schon alles offen gehört und heimlich er lauscht .... wie Andersens Stopfnadel könnte eine jede ihre Memoiren veröf fentlichen. Ihr könnt auch nicht sterben; ihr steht immer wieder auf. ES gibt auch Momente im Leben der Frau, wo ihr durch nichts zu ersetzen seid. Ein rechtzeitiges Einfädeln erspart eine Ant wort, hilft über ein Errölhen hinweg. Wenn man nicht hören darf, noch verste hen will, wie vermögen sie so überaus daS Jntereffe zu festem! Nichts füllt un befangene, ominöse Pausen. auS, als die Beschäftigung mit der Nadel ! Mit diesen Waffen, so' unscheinbar sie aussehen, sind die modernen Frauen heut unbesieglicher als Peuthasilea und Brun Hilde. Die reizendste Hand kann nicht glücklicher gemacht werden, als bei der Arbeit, und wen entzückt nicht ein Müd chen im Lichte deS sorglichen Fleißes und liebenswürdiger BeschSftiaung? So sind diese kleinen, winzigen Waffen nicht be deutungslos in den Händen derFrau,die sie handhabt, auch wenn sie mit ihrer Scheere, die vielleicht noch von der alten Parze stammt, keinen Lebenssaden ab schneidet. Mit Fug und Recht gehören Nadel und Scheere auf daS Wappen deS Geschlechts. Hinter manchem überra schenden Roman im Leben haben sie ihr Spiel gehabt, manchem lustigen Gesellen haben sie es angethan, der, ehe. er sich's versieht, mit dem Heine'fchen Schneider bursch seufzen wird : Da kam die Mcistcrstochter, mit Nadel und mit Sckeer' Und bat mir in's Serz gestochen, mit Na del und mit Schcer' r I. v. S. Geltende Entschuldig ng. .Sie entschuldigen, meine Gnädige, daß mein Bub unartig ist, wissen ja, vie die Kinder sind; Sie haben ja auch ei nen Knaben V .Ja, aber ich n?hme ihn nicht mit, wenn Zj.ch Besuch: mache."
Zur Verstaatlichung
veö Ärüuti gamö. Zu Um .Kladderadatsch".) Der Abaeardnetk iüter. U dessen Anbeterinnen ich sonst r.icht gehöre, hat im Reichstage ein großes Wort ausge sprachen,, indem er die Verstaatlichung des Bräutigams in Vorschlag brachte. Er bat dabei, wie ick annehme, zunächst den Dienstmädchenstand im Auge gehabt, der ja, wie richtig von anderer Seite bemerlt wurde, ganz besonders der (scsayr ausacsekt ist. durck umbernehende Heirathsvermittler betrogen und mit schlecht en Bräutigams, die nur aus das Velo ehen. anaeschmiert zu werden. Für die Dienstmädchenwelt ließe sich auch deßhalb die Verstaatlichung des Bräutigams am elchteflen durchführen, weil die Grund agen zu dcrselbrn schon vorhanden sind. ndem das Dienstmädchen mit Vorliebe hren Bräutiaamsbedarf dem wichtigsten und mächtigsten Staats-Jnstitut, der Armee, entnimmt. ES muß nur noch System und Ordnung in die Sache kommen. Zu diesem Bchus schlage ich Folgendes vor : 1. Der Staat führt das Emschatz System ein. Er duldet z' B. nicht, daß eine Köchin mehrere Soldaten oder ein Soldat mehrere Köchinnen zu Schätzen bat, sondern bewirkt eine gleichmäßige Vertheilung. Aus diese Weise wird e3 am besten verhindert werden können, daß ganz schatzlose Dienstmädchen und ganz vereinsamte Soldaten vorkommen, wie sie leider bisher nicht zu den Sel tenheiten gehörten. 2. Der Staat sorgt dasür, da vcl derseitigen Neigungen und Vorlieben Rechnung getragen werde und womöz lich Gleich zu Gleich sich geselle. Die Eine wünscht sich emenJnsantensten, der Anderen ist ein Kavallerist lieber, die Dritte schwärmt vielleicht sür die Artil lerie. Ebenso hat der eme Soldat mehr Sinn sür Köchinnen, em Anderer zieht die Kindermädchen, ein Anderer wieder die Haus -und Stubenmädchen vor. Aus diese besonderen Liebhabereien muß der Staat Rudncht nehmen und ebenso auch darauf achten, da Alter, Gestalt, Körpervorzüz?, Bildung und Vermögenölage beider Theile im Verhältniß zu einander flehen. Zur Feststellung dieser Verhältniffe stnd besondere Prüsungscommifstonen zu errichten. 3. Der Staat sorgt für Ersatz, falls besondere Umstände, z. B. Verziehen nach Außerhalb, Treubruch oder gütliche Auseinandersetzung einen Schatzwechsel erfordern. Behufs Stellung der Ersatz mannschasten werden besondere Kreiser satz'Commifsionen gebildet. 4. Der Staat übernimmt die Garan tie gegen Falschheit des BräutigamS,ibe legt, wenn ein Fall von Untreue vor kommt, den Falschen mit harten Stra sen, streicht ihn sür ein halb Jahr auL der Liste der staatlich empschZenen Lieb Haber und gewährt dergetäuschten Braut vollständigen Ersatz innerhalb derselben Waffengattung. (Siehe das vorherge hende Alinea.) Ebenso wird de Bräutigam, falls was wohl nur se! ten vorkommen wird Die Braut sich als falsch erweisen sollte, sofort eine an dere zugewiesen und der Herrschost der Ungetreuen von dem lieblosen Beneh men derselben Anzeige erstalter. 5. Der Staat hält der Herrschast ge genüber strenge a..f Aberkennung deS Verhältnisses und bestraft hart jede Störung dtffelben, sowie jede unbesug te Einmischung in die Beziehungen des staatlich verlobten Paares. G Der Staat sorgt dasür, daß der Bräutigam nicht ewig Bräutigam bleibt, sondern nach einer gewissen Zeit, deren Länge nach den besonderen Um ständen zu bemesten ist, seine Erkorene zum Standesamt und Traualtar sührt. Dieter 6 scheint mir, unter uns ae ! sagt, der wichtigste zu sein und leider auch derjenige, welcher sich praktisch am Schwersten wird durchsühren lassen. Mit ihm stehe und salle meine ganze Vorlage. Eine für Vie le. Eine Episode aus dem Leben des ungar.DichterS Petösi. Der Dichter batte sein herz an ein. schönes junges Mädchen verloren, daS er täglich im Theater bewunderte. Allein die, Schöne saß in einer Loge ; sie war die Tochter eines reichen ungarischen Ban kierö und bemerkte ihnvi'lleicht gar nicht. Der Dichter aber war t erliebt und von stolzrm Bewußlsein erfüllt. Ec faßte sich ein herz ad ging zum reichen Ban kier, dem er sagte: er fei Petösi, weiter nichts ; trotzdem habe er sich in seine schS ne Tochter verlilbt und wollte sie zur Frau nehmen. Der Bankier war ein wackerer Ungar und eiu vernüastiger Mann. Er antwortete dem Dichter : 3ch kenne Sie recht gut und schätze Sie; ödlr ihr herz hat aber meine Tochter frei zu versüaen. Kommen &ie in mein Haus und wenn Sie die Neigung ' meiner Tochter sich erringen, so werde ich meine Einwilligung nicht versagen." Damit war Petösi entwaffnet. Wäre ihm ein Hinderniß in den Weg gklept worden, so hätte die Leidenschast entweder dieses oder ihn selbst zertrüm wert; indem er sich aber in so seiner Weise ans den bürgerlichen Rechtsweg verwi's-n sah. lächelte er und marterte sein herz nicht mehr mit der Bewundcr ung oer schönen Dame. Sein erstes Ideal, die re'z-nde BankierStrchter, hei rathete später einen anderen Ritter vom Geist, einen aukgezeichnktcn ungarischen Gelehrten, dlssen Name seitdem gleich ills einen großen Rus erlangt hat a!5 vielgenannter ungarischer Staatsmann u..d omancicr Sie fuhr gut mit ihm. Ibr iktziger Gatte hat ein qlänzendcS Palais, ihr einstmaliger Freier hat nicht einmal emen Grabstein ! Aus der JnstruktionSstunde. LlkUtkNant: Wir irtn fcn Waylspruch .mit Vott sur Könia und Bunrland- nicht allein vor unsermöelm. sondern auch Rekrut : .Vor dem Koppelschloß Lieutenant : .Außeidem w'll ich Euch sagen, wenn man Euch einmal etwas arod anaeht oder gar hmter die Ohren haut, so ist damit nie d'e Person, son dern die Sache gemeint
