Indiana Tribüne, Volume 6, Number 235, Indianapolis, Marion County, 13 May 1883 — Page 3
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Sas periodiscöe Erwachen Zwn V it W 1 1: .
&;au uno gjiuiyc Der tagliche Umschwung der Erde und die Wanderung derselben um den Licht und Wärme spendenden Centralkörper ist die Ursache deS Wechsels der Tage und der Jahreszeiten; die Jahreszeiten bedingen wiederum den periodischen Ab lauf des vegetabilischen Lebens. Aber wahrend daS astronomische Jahr mit seinen wechselnden Tageserscheinungen sich den Vorausbestimmungen vollständig unterwirft, ist das organische Leben der Erde in seinem jahrlichen ttrtiZlauf äußerst wenig berechenbar. Die Kennt niß einiger weniger Gesetze genügt, um Einsicht zu erlangen in die großen kos mischen Vorgänge. DZe bunte Man nigfaltigleit der irdischen Erscheinun' gen, wie sie dieJahreszeten dem mensch lichen Auge vorübersüören, wird dagegen durch so viele Ursachen beeinflußt, daß es dem menschlichen Geiste unmög lich ist, die Wirkungen zu berechnen. Immerhin ist es aber interessant, die Thalsachen zu beobachten und mit den einwirkenden Krästen in Verbindung zu bringen. Namentlich ist eZ daS Erwa chen des Pflanzenlebens im Frühling, welches nicht allein das Gemüth freudig bewegt und mit dem Hauche allwirkenden Lebens erfüllt, sondern auch zu denken der Betrachtung über das still: Wirken der Naturkräfte auffordert. - Der Landmannvar von jeher daraus angewiesen, dem jährlichen Entwick lungSgang des pflanzlichen Lebens im Keimen, Erblühen, Fruchttragen und Verwelken mit aller Aufmerksamkeit zu folgen, in der Wissenschaft dagegen sind genaue, vergleichende Beobachtungen Über diese Phänomen erst spät gemacht toorven und scheint der berühmte schwe dische Naturforscher Linne einer der er sten gewesen zu sein, der seine Thätig' keit daraus richtete. Er zuerst hat Jahre hindurch gewisse Daten gesammelt und das Gesetzliche aus dem wechselnden Flusse der Erscheinungen darzustellen versucht. 'Doch seine Schüler haben den von ihm eingeschlagenen Weg nickt we! ter verfolgt, sie zweifelten daran, aus diesen Beobachtungen feste Resultate ab leiten zu können. Die Ursachen, welche die Entwicklung de Pflanzenlebens bedingen, sind so mannigfach, daß sie nicht alle aufgezählt werden können. Es sind theil atmo sphärische, theils örtliche, theils indivi duelle. Zu den atmosphariscken gehören als die vornehmsten: die Temperatur, die Sonnenstrahlung, die Feuchtigkeit, die Dichtigkeit der Lust, Wind undElec tricität. Andererseits ist die örtliche Lage, der Standpunkt und die Bodenbeschaffen heit, ihrer mechanischen und chemischen ?!atur nach, in Rechnung zu ziehen. Endlich sieht man gewisse individuelle Verschiedenheiten austreten, mögen die selben von Alter, von der NahrunaSzu fuhr, von kräftigerem oder schwächerem Wachsthum oder einer Art Gewohnheit herrühren. Man bemerkt ctt unter er er Menge ganz gleicher Waldbäume einen einzelnen, welcher alljährlich den anderen in der Belaubung merklich vor auseilt. der stets zuerst im grünen Fest kleide prangt, gleichsam der Pionier des Waldes ist. stellt man Veooacylunaen ttets an demselben Orte und an Pflanzen dessel den Standortes an, so kann man sich von den Einwirkungen der letzten Art ziemlich frei machen und hat dann vor zugSweise die atmosphärischen Einflüsse lm Auge zu behalten. Gerade diese waren zu LinneS Zeiten wenig gekannt und gewürdigt. Es mußte erst eine neae Wissenschaft entstehen, welche die kosmischen Vorgänge in ihren Beziehungen zu dem organischen Leben der Erde zum besonderen Gegenstande hat, eS mußten Methoden gesunden erden, um auS einem übergroßen Be obachtungSmaterial die Mittelmerthe abzu!:iten, es mußte eine gleichmäßige Art der Beobachtung für Die verschiede nrn . " r . nen 'ülaroeuer verernoarr weroen, um , i jt e i p . i . ve?g:clllzoare ne,ulrate gewinnen zu könken. Diese neue Wissenschaft war die Meteorologie. Ihre Begründer: Humboldt, Ganß, tfämtz, Boussingault und viele Andere haben es verstanden, dasür zu interessiren und ein Netz von Beobachtungsstationen über die Erde zu verbreiten. Denn diese moderne Wis senschast ist nicht aus dem Laboratorium der Gelehrten hervorgegangen; sie kann nicht die Ereignisse experimentirend her beschaffen, sondern muß sich daraus be schränken, die äußeren Vorgänge zu it gistriren gleich wie die Astronomie. Dazu bedarf sie einer großen Mitarbei terschaft, denn nur auS der VervielfSlti gung der Beobachtungen kann man höf fen, nutzbare Werthe abzuleiten. -Jetzt erst war die Zeit gekommen zu der ebenso schwierigen vie interessanten Aufgabe zurückzukehren, das periodische Erscheinen und Vergehen der Pflanzen statistisch zu verfolgen und festzulegen. Nun sehen wir in den vierziger Jahren an verschiedenen Orten fast gleichzeitig verschiedene Beobachter austreten, und denselben Phänomenen ihre Aufmerk samkeit schenken. Doch erst gelegentlich des statistischen Congresses in Wien 1857 gelang es, ein gemeinsames Programm festzustellen, nach welchem diese Beobach. tungen aus den verschiedenen Punkten der Erdoberfläche nach gleichen Normen auSgesührt werden sollten. Da der Uebergang von der Knospe zum Blatt und der Blülhe allmählich ohne mar kante Uebergänge ersolgt häufig einen schnellen Verlauf nimmt, häufig aber auch bei ungünstigen Einwirkungen un ter starker Verzögerung leidet, so ist eS von besonderer Wichtigkeit, die Stufen der Entwicklung genauer zu bezeichnen, bei welchen die Eintragung vorgenommen werden soll. Die Anzeige der beginnenden Belau bung soll geschehen, wenn die ersten Blätter sich zeigen; die der Blüthenzeit, sobald die ersten Blüthen aufgebrochen sind. Beide erst bei hinreichender Ent Wicklung des Organs. Die Epoche der Aufzeichnung der beginnenden Belau bung kann Schwierigkeiten darbieten, indem sie verschiedene Phasen zeigt, die im Frühjahr erhebliche Differenzen her beisühren können. Es ist deshalb vor gefchlsgen, den Moment zu wählen, wenn bei beginnendem Auöschlagen der
Knospen die obere Jläche der ersten Blätter mit der Atmosphäre in Berüh rung kommt und ihre Lebensfunctionen beginnt.
Von besonderer Witigkeit ist die WjHI der Pflanzen, an denen die Be obachtungen vorgenommen werden sol len. Um vergleichende Werthe für weit entlegene Orte zu erhalten, war eS nyth wendig, nur solche Pflanzen zu wählen, welche weite Verbreitung haben, zahl reich genug vorkommen, um die inoivi duellen Eigenthümlichkeiten möglich! auszuschließen, und an welchen die ver schiedenen Phasen deS Pflanzenlebens, das Entwickeln deS Blattes, der Blü then, daS Reifen der Früchte und der Blätterabfall sich markiren lassen. Für jeden dieser Lebensacte hat man gewiffe Gruppen von ewaqjen zuiaminengcMt. . Zur Grupp: derjenigen Pflanzen, ve ren, Belauvung am sruyeuen oeginnr, gehört z. B. der Hollunder, der Johan nisbeerstrauch. die Cyringe, der Jasmin rc. Einige Wochen später beginnt die Belaubung einer zweiten Gruppe, von denen hier nur die Roßkastanie, die Kirsche, Birke und der Vogelbeerbaum genannt werden mögen. Die letzteEpoche der Belaubung wird gebildet durch eine Gruvve. welcher . B. die Elche, der Wallnußbaum, die Weinrebe angehören. DaS gewonnene Buc der verschiede nen Phasen der erwachenden Vegetation wird- wesentlich vervollständigt, wenn auker der Belaubuna auch das rviuhen m's Auge gesaßt wird. Die Blüthe, das zarteste Gebilde des pflanzlichen Lebens, reagirt in noch yooerem vsraoe aus äußere Einflüsse. Wärme und Kälte, Regen und Dürre, Tag und Nacht, ja jeder vorüberhuschende Sonnenblta )t aeln sich in dem stillen Negen ver Jöiinoe. Und doch denkt ne wiederum eme hohe Widerstandskraft gegen daS strenge Re giment des Winters, und der erstere l f f L V!. f X i warmereruyiingsyaucy oizliri uic zenden Kelchblätter. Die aewöbnliche Ordnung der Ratur im Pflanzenreiche, scheint' ja die zu sein dak zuerst die Blattbildung ersolgt, und erst später, als die höchste Qsiufc der Entwicklung, als zarteste Gestaltung ' in Form und lieblicherJärbung, die Blume hervortritt, die dann m der Fülle des farbigen LaubkleideS ihre natürlicheUm rahmung besitzt. Allein bei nicht wenigen Pflanzen eilen die Blumen der Be laubung voraus, sie entwickeln sich, ein Spiel der Gestaltungskrast des Früh lings, fast unvermittelt, aus dürrem Gezweig der Sträucher, aus Zwiebel oder verborgenem Rankenwerk, ohne das Aufbrechen der Blätter, jener oberirdi tX fZm X1 m 2 sifkitmr4tt lUJCii iuuiyiuiiu3uiuuut, uhwuiuu, da sie in ihrer breiten Fülle den b!ei benden Bestand der Pflanze bilden. Voreilende Blumen nennt sie der Vota niker. Zu ihnen gehören die Erstlings blumen deS Jahres, die. wir mit Ent zücken begrüßen, weil wir sie als die Boten des Lenzes, als die Verkünder deS erwachenden Lebens, als Verheißung warmer, sonniger Tage betrachten. Die .Binder des Frühlings", an Pracht der Farben, an Fülle und Bedeutsamkeit der Erscheinung, können sie sich mit den Blüthen der reiferen Jahreszeit nicht messen, aber in ihrem einfachen Kleide, meist einfarbig weiß oder gelb oder blau sind sie die L'eblinge Aller. Zu ihnen gehören der Frühlingssafran und daS unscheinbare Schneeglöckchen, welches schon alljährlich in den ersten Märztagen dem abschmelzenden Schnee folgt, ferner das Gänseblümchen mit seiner vorney men Verwandten, dem Marienblümchen. Unter den Bäumen ist auch die Kasta nie, deren Blüthenepoche erst in Ansang Mai fällt, in ihrer Entwicklung sehr weit vorgeschritten. An dm sonnigen Stel len desSpalierS haben Psirstch undApri kose ihre gern gesehenen röthlichen Blü then entwickelt, und der Pflaumenbaum if, e m t und viele anoere vstvaume ontn in reichlicher Zahl ihre Blumenknospen und verschönen mit ihren vollen weithin sichtbaren Blüthen den Baum und den Garten und erwecken die Hoffnung auf reiche Ernte ; sie kommen damit unseren Erwartungen fast um einen Monat zu vor. Doch wer mag sie alle nennen und aufzählen die blühenden Gesträucherund Kräuter, die der Sonnenschein hervor lockt und die heute bei jedem Blick in's Freie das Auge entzücken; überall ver schwinden die dunklen Winterfarben und werden durch vegetabilisches Leben über kleidet. Um über den zeitlichen Verlaus des BlühenS bestimmte Anhaltsvunkte zu gewinnen, dient wiederum dasselbe Ver fahren, welches wir bei der Belaubung ke.inen lernten. Hian yat Die ganze Blüthezeit in sechs Perioden eingetheilt. und für jede Perlode Gruppen von be kannten weitverbreiteten Pflanzen be zeichnet, deren Blüthezeit zusmmensällt. während die der verschiedenen Gruppen je um 3 bis 4 Wochen auseinander liegt. Durch die ausaedeönte Benutzung von Mittelwerthen ist man im Stande, zu verläusize Daten zu erhalten. Dieselben Einflüsse, die für die Be laubung fördernd oder verzögernd wir ken, geben sich auch bei dem Erblühen zu erkennen, und wenn erst auS langen Beodachtungsreihen die mittlere Blüthe zeit ver einzelnen Gruppen sur einen Ort bekannt sind, so stellen sich in ganz markanter Welse die Abweichungen ab normer Witterungsverhältnisse dar. Durch regnerisches naßkaltes Wetter wird oft eine Blüthenperiode binausge schoben, und bei Wiedereintritt warmer, sonniger Tage entwickelt sich dann die Vegetation so rasch, da die frühere Blüthenepoche mit der späteren zusam menfällt und wir, wie das im vergange nen Frühjahr der Fall war, Blumen neben einander in Blüthe finden, die wir sonst eist nach einander im Ausblühen sahen. In dem Verschieben der Epochen lieat die wesentliche Charakteristik der atmosphärischen Einwirkungen der Iah nSzeit. - ' ' Sind gleichzeitige, nach derselben Methode angestellte Beobachtungen von verschiedenen Orten bekannt, so ergeben sich sehr interessante Vergleichungen über die örtlichen Einflüsse auf die Vegeta tionsentwicklung.' ,Jn ausgesprochener Welse giebt sich der Einfluß deS Seekli maS für nahe der Küste gelegene Orte, und auch weit in die Continente hinein
der Einflub der Seewinde, kund. Am auffallendsten wird derselbe bei Beginn
der Belaubung bemerkt, später pflegt er zurückzutreten oder ganz zu verschwin den. Ferner ist es außer der geogra phischen Lage namentlich die Erhebung über dem Meeresspiegel und das Vorherrschen kalter Laftströmungen, welches die Entmlcklungskpochen hinausschiebt. Die Ernährung und Entwickln ig der Pflanzen, das reizvolle Gemälde des ausblühenden Frühling? wird bedingt durch die atmosphärischen Agentien, durch Temperatur und das wechselnde Spiel derWltterungSenchelnungen, wo rüber die meteorologischenAufzeichnungen Auskunst ertheilen. ES ist die Ausgabe der Wissenschaft, die Gesetze der Abhän gigkeit festzustellen. Wie meteorologischen Beobachtungen werten gegenwärtig in umfassender Wel e ausgeführt, alle arökeren Zutun gen bringen nicht nur Daten über die Vorgänge in dem heimischen LuNlreise, sondern sie centralisiren ,das reiche Be obachtungSmaterlal ganzer Landcom plexe in schnellster und übersichtlicher Weise. Was wir da in langen Zah lenreihen oder in graphischen Darstellungen zusammentragen, daS concentrirt sich hier alles in dem anmuth'vollen Bilde der fortschreitenden Vegetation, in dem sich entfaltenden Blatte, in der auf brechenden Knospe, in der Blume, die sich hier im Abendwinde auf schlankem Stiel schaukelt. y:er summuen sich faclifch die Aufzeichnungen der meteo logischen Instrumente. Das interessante Problem, die Ent Wicklung der Pflanze in ihrer Abhängig keit zu erforschen, welches hrer nur frag mentarisch angedeutet werden konnte, hat auch eine eminent praktische Seite, und alle diejenigen, welche Zeit und Ge legenheit zu den angedeuteten Beobach tungen haben, werden gut thun, sich diesem Studium zu widmen, da dies ein Punkt ist, an dem der Laie der Wissen schaft einen wesentlichen Dienst leisten kann. Das Hinausleiten des Blicks auf das Leben der Pflanze wird weiterhin nicht ohne innere Befriedigung sein. Denn hier schweigt der leidenschaftlich?, aufreaende ttampf um's Dasein. Die Na'.urmächte schaffen still, geräuschlos. ohne sich durch Lärm und Getöse als äußere Gewalten anzukündigen. Un wahrnehmbar den Sinnen, treibt es von Innen heraus, und doch steht es alsbald vollendet vor dem Auge. Die willenlose Unterordnung unter allgemeine aroße Gesetze erzeugt un Gionten und Mm sterl Gedeihen. Fülle der Schönheit und Harmonie. Der freudige Gewinn aus Dieter Naturbetrachtung, auS der firn gäbe an das in Blatt und Blüthe sich entwickelnde Pflanzenleben für das em pfängliche Gemülh ist der der Hoffnung, des stillen Friedens und der Freudlglelt. Scitlnerungen. Die englische Polizei, durch deren Wachsamkeit und Gewandtheit einer der nichtswürdigsten Anschläge, welche die Geichichte des Verbrecherthums über Haupt kennt, glücklich vereitelt worden ist, hat nch nicht nur em unvergängliches Verdienst um daS Leben Tausender ihrer Mitbürger erworben, sondern auch den Staat vor einem nach Millionen Psun den zu taxirenden Schaden bewahrt und den Verlust eines der ehrwürdigsten Monumentalbauten Londons, an den sich eine achthundertiährige Geschichte knüpst, verhütet. EZ kann kem Zweifel darüber aufkommen, das nicht nur in der City, inmitten des lebhaftesten Ver kehrS, sondern auch in dem vornehmen Westend, in unmittelbarer , Nähe der Staatsgebäude, em Hauplquartler der Dynamit'Verschwörer etabllrt werden sollte. Zunächst wäre ein Attentat von dieser Stelle auS wohl gegen daS be nachbarte Parlament und die Regie runaölokalitäten gerichtet worden. Doch zugleich mlt diesen Palästen würde auch die WeflminsterAbtel, die gegenüber dem mächtigen Palast von Westminster (dem Parlaments Gebäude) liegt, m höchster Gefahr geschwebt haben. Nie mand wird den irischen Dynamithelden so viel .Bläne des Gedankens zutrauen. daß sie, deren terroristische Politik vor dem Massenmord unschuldiger Menschen nicht zurückschreckte, bei ihren unheilvol len Plänen die Pietät gegen die ehrwur dige Stätte der berühmten Todten Eng lands rn Ruckjicht ziehen sollten. Und doch : wie schmerzlich müßte der ganzen gebildeten Welt der Verlust dleses Herr lichenDenkmals und seiner geschichtlichen Reliquienerscheinen! Hier wölben sich des DomeS kühne Bogen über den Ge deinen dcr unglücklichsten aller Königin nen, Malta Stuart's und ihrer unve? i'öhnlichen Rivalin Elisabeth, hier ruhen die Ueberreste Eduard dcS BekennerS (l(U2) 1066), Heinrichs III. (1215 -72). Heinrichs VII. (1485-1509), der Königin Anna,. Georgs II. Hier fanden Lord Chatham, Pltt, Fox. Can ninq, Monk. die Helden, GeschichtS schreibe?, Philosophen, Kunstler und Dichter ihr letztes Asyl, denen einst die Nation gehuldigt und denen hier mit dem letzten auch zugleich ihr kostbarster Nuhmeskranz gewunden ward. Westminster Abbey. Gen Westminster laßt mich wallen. Zu des Volkes Heiligthum, Ö5r ich dort die Glocken schallen. Ist's ein Sang von AlbionS Ruhm. Ist'S em Sang von Leid und Trauer, Denn was dieser Dom geseh'n. Kündet uns in ernstem Schauer : .Jrd'jche Eroe muß vergeh' ! Lehe, mit gedämpften Tritten, Nah' ich mich dem Hauptportal. s - n t : . r.: : .rjL'ii. Uiz ein gier, giciuj mir, gcmimcn, . Wer, ach, nennt whl ihre Zahl ! Die einst hier zur Ruh getragen, Herrscher, Dichter, edle Frau'n, AuS den dunklen arkovbaaen Mahnend zu mir niederschau'n. Manches Haupt, das jung gekrönet. Dann von Hand deS Henkers fiel. Manches yerz. vas unversöyner , Sich aenabt dem ird'schen Ziel. ,' Manches auch, das warm geschlagen Für der Mensazyelt yocynes ur, : Dasür Schmach und Hohn getragen. Hier in diesen Särgen ruht.
Hin zu Heinrich laßt mich treten, ' ! Hin zum frommen Eduard, Bei Marien dann mich beten.
Die des Hasses Opsec ward. Bei Elisabeth verweilen. Der Regentin kühn und groß. Dann zu Anna Boleyn eilen. Die sie'trug im Mutterschooß. Und dicht an die Königsstätten Schließet sich der Edlen Zahl, Die man, ruhmvoll sie zu betten. Brachte nach Westminster.Hall. Manchen Dichter schließt in Frieden, Manchen Helden auch der Stein, Zu der letzten Ruh' hienieden, VonWestminster-Chapelein. Träumerisch, in tiefem Sinnen Weilt mein Blick aus jeder Grust, Bis der Glocke Ton von hinnen Endlich mich zum Scheiden rüst. Bis geheimnißvolles Dunkel Mehr und mehr den Dom erfüllt, Mild nur noch, bei Sterngefunkel Grüßt da hehre Altarbild. o verlaß' ich denn die Hallen. Die fast ein Jahrtausend steh'n. Manches dunkle Erdenwallen, Manches müde Herz ae eb'n. Doch ich schaute nicht vergeben? Ihre stolze, düst're Pracht, Llchte Bilder ew'gen Lebens Ahnt' ich in der Grusle Nacht ! In der südöstlichen Ecke der City, um spült von den Wellen der Themse, lieat ein gewaltiger Complex von Thürmen. Mauern, Bastionen und Burgen, auS dessen Mitte sich ein mächtiger Schloß. bau, die einstige Residenz der Könige, er hebt. Es ist der Tower. Wer von dem ruchlosen ZerstörungSplane der Terroristen gehört und gelesen hat, wird wahr. scheinllch zunächst an diese alte Feste ge dacht haben, die gewistermaßen das Wahrzeichen und Symbol der Monar chenmacht Altenglands darstellt. Man hat indessen bis jetzt nichts davon ver nommen, daß auch an diese mächtige Zwingburg sich verbrecherische Kanst her' angewagt hat, obschon sie als daS Ju' welenyaus der engn chen Krone Schake undKleinodien von unermeßlichemWerth in sich birgt. Jeder andere Bau ist t doch sohl leichter zerstörbar, als dieser gigantische Koloß, dessen geschwärzte Mauern acht Jahrhunderte getrotzt ha b:n, und der wie ein finsterer Hüne aus grauer Vorzeit grimmig dräuend in die ihn umdrängende sremde Welt schaut. Die 50 Fuß hohen Thürme mit ihren ragenden Zinnen, welche von dem ei' gentllchen Schlobau, - dem .ween Tower", noch um 40 Fuß überragt wer den und deren Dicke meist 15 Fuß und darüber beträgt, ruhen auf gewaltigen Fundamenten und sind von sicheren Ge wölben gestützt. Außerdem sind die Zugange schwierig und die' Wachen gut postirt. Dixon, der gewissenhafte Hi storlograph des Tower, nennt ihn mit Recht das poesiereichste Bauwerk der Welt. Aber die Poesie, welche ihn um giebt, ist eine unheimliche. Sie durch rieselt uns wie kalter Schauer und sie sendet uns eine Witterung von Blutge ruch. Aus den hundert furchtbaren Verließen dnnat es herauf wie em viel stimmiges Seufzenund Stöhnen und auf verbreiten Steintreppe, welche vom Quai nach der Themse hinabführt, ver meint man die Spuren der Thränen zu fehen. welche Anna von Boleyn hier in die Kniee sinkend vergoß, ehe sie, die emst als KönlgSbraut diese Stufen be trat, das Schloß als Gefangene in die Riegel fallen hörte. Wie viel Jammer umschlossen diese Mauern im Lause der Jahrhunderte, wie viel Blut sahen ste stießen, wie viel edle Häupter rollen : In den Zeiten des Miltelalterö war der Tower nicht nur die KSnigSburg, fon dern auch der Sitz des obersten und des rneoeren Gerichtes und die Richtstatte für Staatsverbrecher. In den fchreckli chen Gewölben, die weder der Lust, noch dem Tageslichte Eingang gewährten, schmachteten die Verfolgten, die man mcht zum Tode verurtheilt hatte, m ei nem Zustande, der den Tod als eine Wohlthat ersehnen liefe. In den prun kenden ffönigsgemächern aber lauerte verbrecherische Arglist und Heimtücke mit dem Dolche und dem Gistbecher, um Platz zu machen für die. welche nach dem Throne zudrängten. D Boden unter unseren Füßen ist reicher mit Blut ge tränkt als manches Schlachtfeld, denn auf diesem Rasen ist von Geschlecht zu Geschlecht ein Strom des edelsten e benS unseres Landes vergossen worden,' bemerkte Dixon. Der Rasen, den er umnt, lag vor der westlichen, der yaupl front des stolzen KönigSchloneS unv trug emen Richtblock der zu stetem brauch bereit lag. Der Tower. . Um des TowerS düst're Mauern Aecket der ??nn?ms,?rmind. Als wollt' er um Jene trauern. Die einst hier erblichen sind, w . . ?? g . . . Als wollt' er mit wnoen lagen. Unter donnerndem Gedröh'n, Es in weite Fernen tragen, cma t- r !-. r iaas yier vsrauzigrs grr Denn mit Grauen und Erbeben plustert man von Mund zu Munv, Was sich einmal hier begeben. In von Gott verfluchter Stund'! 5leder Kt,Zn htint (8 IU künden. Jeder Tritt hallt es zurück. 0m . m m . fh. viur Entsetzen wirst nu nnoen, Dringt in Tower'S Nacht Dein Blick." Schon seit Raleigh's fernen Tagen, rrs rvr i c l rjb-Iaf. k yier ciigejcgimic u)invt Sonder Schuld und ohne Klagen Bis zum Tod' in Hast verblieb, , fZfh JA innKM (3ifi nnrtn. wy ii u,'gluV"V Tsls) -. (ffnn) MVm ipannah Gray, die schuldlos waren, t cm ' f civmus ju ju, iuu selvn gelront zum ttugioiuci gey n. Seh' ich, wie des VlutthurmS Pforte Stets von Neuem sich erschließt, Beüaend HA ?esvotenorte. Neu der Henker Blut vergießt. ' O afi men AZarwia sey' tcy ueroen, WolsklkN's ,dles kauj,t erbleickt. Weil bringt eS ihm gleich VerderbenNicht er von der Wahrheit weicht. . Doch, nicht nur' von Henker? Händen, Und m grauser Folterqual,
Still geh'imnißvoll auch enden, Seh' ich Edle sonder Zahl. : . . '? Wer nur Richard Gloster nannte. Flüsterte in Furcht und Scheu, Daß nicht Freund, nicht , Anverwandter Vor dem Teufel sicher sei. Daß den Bruder selbst ertränken '
Einst er lleß im Mallvoifir. Fern von jeglichem Bedenken, Ward nur sein der Krone Zier. Tmß er Edward'S holden Söhnen Selbst bringt schauervollen Tod, Da sonst, selber sich zu krönen. Ihm des Erbes Recht verbot. Noch im Eckthurm W ich winken Geiflerblelch die SaliSburv, Arabella Stuart sinken Voll Verzweiflung in die Knie. Estex auch hat hier geschmachtet, Gnade einst umsonst erfleht, -Weil er, liebend, kühn verachtet. Dein Gebot, Elisabeth! Doch genug der grausen Bilder, Wie der Tower wild beschwört. Sind doch jetzt die Sitten milder. Recht und Menschlichkeit geehrt; Ungeröcht nicht mehr verbluten ' Darf die Unschuld unier'm Veil, Mehr und mehr die Edlen, Guten Herrschen zu der Menschheit Heil. - .- D'rum ob wild auch Stürme klagen chauervou um Tower'S Nacht, Tausend Menschenzungen sagen. Was hier Schuld und Wahn vollbracht. Laßt mich glauben doch und hoffen. Daß. wem schuldlos blut'ger Tod Einst hier ward, der Himmel offen. Ihm strahlt ew'geö Morgenroth ! Jen Kopf zum Ffand. Der alte Rektor Kinderlin hatte eine eigenthümliche Gewohnheit. Der gute Mann konnte bei der geringsten Veran Fassung ganz außer sich gerathen, und wenn er dann m femem aufgeregten Zustande etwas behauptete, so geschah da, gar nie anders, als indem er. feine Aussage mit den Worten bekräftigte: . Ich setze meinen Kops zum Pfand !" Wie viele Köpfe hätte der alte Rektor baben. müssen, wenn er edeS Mal. so oft er dies sagte, wäre beim Wort ge. nommen worden! Einmal aber -sollte die Sache denn doch eine ernstliche Wendung nehmen. Einer seiner Schüler auS der oberen Klasse ein gewisser Ja kob Stemmer der war. so lang er das Gymnasium besucht hatte, immer em schlechter Lateiner gewesen. Das war dem Rektor em Grauet und als ernes VIU VVIIV H VV M V Mlft V4 W lVW TageS der junge Mensch wieder seinen altenKlassiker nicht gehörig studirt hatte, da fubribn derRektor aan, aemaltia an. .AuS Ihnen wird nichts," schrie er voll Zorn, .aus Ihnen kann nichts werden und wird in Ihrem ganzen Leben nichts ich fetze meinen Kopf zum Rand! -m Das war nun allerdings nichts gewe sen, als die alt. gewohnte Redensart des Rektors. Der junge Mann aber schien
ivm v vj n W Q tf . . ? T haben ; er erschien von jener.Stunde an bllcke geglaubt, derselbe wolle nur desnicht mehr beim Unterrichte und wie man M )elne Hand, um sie bruderllch zu
sich die vache zu yerzen genommen zu später erfahren hatte, war er sogleich i darauf in seine Heimath gereist. Dem Rektor war die Geschichte unangenehm. weniger zwar wegen oes ttsptes. oen er zum Pfand gefetzt hatte, als weil seiner settS die Sache doch wie er sagte gar so ernN nickt aemeint war. Sie sollte n.. . " . ' . TTMirr rtftr Cv,.r frtc, ,;, Tages in seinem Studirzimmer. allein, . - ' . . wie gewöhnlich; er war veme t in eme uralte Schrift, da wurde an seinerWoh. WtH'o nnnpUntti. flrtiirn war diIIHII 'V wwvwm mmm vwvw Thür geöffnet, so wurden laute Schritte vernehmbar; Sporengeklirr und daöGe. p- . . 'r..-
ra et elnes saoezs gocie man neoenoer r- vund sofort wurde dann mit Entickieden. n Sie merne Emma kennen gelernt.
heit angellopst. Der alte Rektor erhob fiA. nttffttfAHifE von seinem Studium. mwmm ""in'iT"" w UNV rief: .yerein in großer, null ? T fl.ll ltcher Mann m dcr Uniform emes öfter reichlichen Majors trat in das Zimmer. Verschiedene Orden schmückten ferne Brust, und daS von der Sonne ver brannte Gesicht, sowie die Narbe aus -L htiiiflifi n& ,.n. Ehrenzeichen nicht bei Hofe, durch Kinw'aomnund dgkichm. IllUtt VIIHI lH" 1 v.i. wmq .v.i woiucii uiuiuui wuiui. M?.Zn q?nm5 ist Kt,mm,r innh mntfti. nrtA fttrnt Keuö. i. V , " -hefi habe die Ehre." lispelte der Rektor. .Womit kann imoKnenr ?lönen ist mein Name wodl nock de . . kann!?' fuhr der Major fort. .Ich war einmal Ihr Schüler." Ack ta.- entaeanete der Netto?, ist) erinnere mich." ... GZ sehten fcnmnTÄ htt PtvtPT (MT genheit, die Sie sich wohl noch vergegen m ( V IV lVl V V v V X artigen rönnen, Lren. opt zurr. Pfand..Ach. ja, das war fo ernsthaft mcht gemeint .Ich bin gewohnt sprach der Major. .die Worte eines Mannes für heilig zu halten. Sie behaupteten damals, es mtrb mtotfi au mir..Ich kann," entgegnete voll Verle- - tfnhtxt der Nektar. ick kann ,u meinem Vergnügen offenbar zum Gegentheil gratuliren." -.Damit gestehen Sie also zu, daß thrt Bebauvtuna eine unricktiae aewesen ist.- sagte der Major. .Sie daben aber dasür. dan sie rilbtia sei. 5ibren w-7---T- j - - - Kops zum Dsand gesetzt, und ich komme nun.Um Gottes Willen !" unterbrach ihn W ' T der Rektor, .Sie werden doch nicht mein rttfpn tslhf - ' werde nicbtS verlanaen " lvrack der Maiar und banale leinen Säbelba, Un niis. oat nickiS. als was ick fordern kann auf Grund Ihres gegebenen Worus." .Aber ich bitte Sie,, ml ihm aeang stiat der alte Rektor in's Wort. .Ich bitte Sie, was wollen. Sie mit diesem Kopfe, mit diesem allen, grauenHaupte? WaS wollen Sie damit V Der Major stand dort ; '.er hatte den Säbel vor sich und wie überlegend sckwiea er einen kurze Augenblick. ( Dann sprach er mit einem feinen La schein, indem er dem alten Neltor dle
Hand darreichte : .Sie haben recht, Hen Rektor, mit Ihrem Kopfe ist mir nicht gedient. Aber bedenken Sie : er gehört
mir. Ich bin, um das Pfand einzulösen, weit hergereist." .Ach,' mernte der Rektor daS wär' doch gar nicht nöthig geweskn..Berzichten rann ich nlcht sprach Stemmer. .Aber, mein lieber, bester Herr Ma jor", bat der Rektor. .Bedenken Sie doch" .Wre gesagt unterbrach ibn iener. .verzichten kann ich nicht und werde iü nicht, zum mindestens nicht ganz. De. halten Sie den Kopf, doch ich verlange von Ihnen eine Hand." Jetzt war die Sache dem Rektor erst ganz unheimlich. Dak ibm der Moior nicht mir nichts dir nichts so gleich den Kopf berunterscklaaen werde. war ihm doch immer, trotz Angst und Verwirrung, noch so ein wenig vor der Seele geschwebt. Jeht aber verlangte er, sein einstmaliger Schüler, eine Hand von ihm. Derselbe wollte sich rächen. Verwildert auf dem Schlachtfelde, wo der Krieger die dampfenden Blutlachen durchschreitet, hatte, wie der Rektor sich im Innern sagte, jener ihm Rache, blu tlge Rache geschworen. .Ja Herr Rektor, eine ftanh der. lange ich von Ihnen," wiederbolte der Maior mit entschiedenem Ausdrucke und stieß dabei mit dem Säbel, wie zur Ae. kräftigung des Gesagten hestig aus den Boden. ,Jhr Vorhaben" beaann Nektar. der rasch beide Hände in seine hintern Rocktaschen gesteckt hatte, .Ihr Vorha. den ist nicht au edlem Herzen entsprun gen. Wir sind ja nicht Krieger, die mit blanker Waffe einander gegenüberstehen. Ich bin ein alter Mann. Für mich giebt . -v: . - i nute -ocuyciuigung, roenn ic uoer mich hersallen." .Das werde ich auch nicht." So verlangen Sie also keine 5) and von mir?" .Doch dabei wird dabei es bleiben . ones uen alter ann bedenken Sie doch!-He, Ka. tharma, Katharina!'' rief jitzt mit ei' m.m. Ml i . . fY . r m .1 .Aber, um Gottes Willen 'Ich alter uusoouem ya:,e oer eltor und suchte die Thüre zu gewinnen. Die vuuauimcnn war moe en etwas harthörig ; sie vernahm nichts von sei "km Hllseruf er Mai aber lachte laut auf. "n, mem lleberHerr Rektor," sagte er und satzte diesen am Arme; .ss kommen Sie mir nicht fort. Ihnen soll kein Leides geschehen, allein ich muß trotzdem vilien - Um was. Serr Masor?"fraate der - , r -mm--ud athmete !" Langem zum sten Male wieder frel auf. .Bitten Z?"' i. öukmulyig sorr, ,q bin Ihr Schuldner. Vergeben Sie mir. was lcy emstens unüberleat ae vrocben habe, und sagen Sie. wa ich thun soll, damit ich mein Unreckt wieder out mache. Was wünschen Sie von mir? .Eine vand,- war du ernttoaste Ant wort deS Majors. Wer Rektor wollte die Hand darrei cyen; er halte nämlich lm ersten Augen t . M mr . Ja sagte der Major jetzt, .ich bin gekommen, um mir von Ihnen eine Hand zu erbitten die Hand Ihrer Tochter Meiner Tochter, meiner Emma V rief US oen Wollen gksauen oer ellor. I . ? - v r ...... r v 4. m Sle kennen dieselbe, Sie waren-bei lyr ?' .q wuroe, emgegntte oer Vetragle. I Y m . m m italienisch enFeldzuae verwundet und I niibt in VTT7mIawS itrtiA.TA(7.M vm.V.m rr, 'i tTJ'"1 w"wu Das Gluck wollte, daß ich dort von eiilroenswurvlgen amllle au - genommen wurde. . tzt we ß v$ Alles unterbrach !hn rtr ytftlrr rtr fit tfir Wn. 3? vnd sollenSle haben-vorauS geM daß meineTochter Ja dazu sagt. Fragen Sie sie selbst sprach der Major und öffnete die Thüre. Meine Emma ! rief der Rektor, und im gleichen Augenblicke umschlangen ihn die Arme seines einzigen KmdeS. Als man sich von der Freude des Wie dersehens ein wenig erholt hatte, da er , jr C 7l. CV...- W '" C BÄra?r v.c :a t .......u t . r . f vu iu einmal aeaiauoi, oone na i . . . cm . icin iunnc aus einem vctniqra niajis Rechtes werden. Lud. Müller. I nn . ? ueoer in Jöeamunn Ludwig BernayS wird berichtet: Man j erzählt sich bekanntlich, ein fpleenhafter ngianoer naoe rs zur evensaui gäbe gemacht, emer Wette wegen einem - 1 ff berühmten Löwenbändiger überall hin zu folgen und den Abend abzuwarten. an welchem der .?ouuhne zerfleischt aus dem Käsig geholt wird. Eine New Jor ker Zeltung erzählt em Selt:nfluck zu dieser Curiosität. Herrn Bernays, der gegenwärtig zenseitö des OceanS gastlrt. folgte, wie das genannte Blatt erzählt, auch nach Amerika eine pikante junge Dame auf Schritt und Tritt. Sie I , , . . . er, t ä scyelnr oer ereyrung uno ympalyleen des Künstlers sicher zu fern, obwohl, wie man bestimmt versichert, ein persönliches galantes VerhSltnib zwischen den Beiden nicht befleht. Und was das Auffallendste ist. die Dame folgt dem Künstler unge l ,-m- r . rn..! r.i o. tt.t iaor tii joeginn ,einer au,oayn, um Nest ist ihr zu klein ; wo er sein Gast spiel'Zelt aufschlägt, kann man darauf rechnen, daß sie am nächsten Tage aus taucht. Die seltsame Fremde ist aber mm m . P A . f I . A keineswegs ein ,quazlernes, iraumyasles KätdQen von ettvronn . tonoern em richtiges Kind der Zeit. Sie legt eS so aar daraus an. Aufsehen zu erregen, und aeberdet sich oft geradezu lärmend. Mit einem Wort, die schäme Dame ist die Reklame. Der Stolz ist ganz gleichmSkig vertheilt. Der Mann, welchem die Equt page gehört, scheint nicht mehr davon zu besitzen, als deljenlge, welcher ihn kut schirr. Die Einsamkeit wäre ein herrlicher Zufluchtsort, wenn der Mensch feinPSck chen Sünden irgendwo anders zurück lassen konnte.
Das Wohtthättgkeit.Concert. Ort: Eine teutsche Ctadt. P?s,n: DerV lljei-,tUnant. TerOiNh.' . '
Wirth : Ich beabsichtige, ein neues Schank.Etabliffement zu eröffnen und dasielbe mit einem Concert zum Besten der Ueberschwemmten einzuweihen. Polizei'Lieutenant : Dem liegt nichts im Wege. Sie werden nur einige kleine Formalitäten zu erfüllen und zunächst die allgemeine Localconcefsion nachzu. suchen haben. Wirth : Schön, Herr Lieutenant. . ' Wirth : Kann ich mein Concert nun geben? Polizei'Lieutenant : Natürlich, daS heißt, nachdem Sie ein Gesuch einge bracht haben, in Ihrem Schanklocale auch Getränke verabreichen zu dürfen. Wirth : Schön, Herr Lieutenant. . Wirih : Jetzt kann eS aber doch loSgehen? Polizei'Lieutenant: Eins nach dem . Anderen. Sie haben nunmehr an die Behörde eine Petition zu richten des Inhalts, daß Ihre Gäste die von Ihnen verabreichten Getränke auch genießen dürfen. Wirth : Schön, Herr Lieutenant. . Wirth : Ich habe nun schon drei Con cessionen und möchte nun wirklich gern anfangen. Polizei'Lieutenant : Wie steht eö mit der Bedienung ? . Wirth : Ausgezeichnet. Ich habe sechs tüchtige Kellner engagirt. Polizei'Lieutenant: Nehmen Sie sich -in Acht. Sie haben die Erlaubniß, Ge tränke zu verabreichen, vorläufig nur für Ihre Person, nicht aber für Ihre Kell, ner erworben. Für diese müssen Sie also um eine besondere Concession ein kommen. Wirth: Schön, Herr Lieutenant. I Wirth : Was wird denn nun eigentlich auS meinem Concert ? Polizei Lieutenant: Fragen Sie nicht so sonderbar, sondern seien Sie uns dankbar dasür, daß wir alle Ihre Wün i sche fo. bereitwillig erfüllt haben. Sie sind der meisjconcesnonirte Gaflwlrth, der mir in meiner Praxis vorgekommen ist. Wann soll denn eigentlich Ihr CvN cert anfangen?. Wirth : Ich dachte, so um acht Uhr Abends. PolizeiLieutenant : Dann wird eS wohl bis nach elf Uhr dauern. Bemü den Sie sich daher zuvörderst um eine Nachtconcession. Wirth : Schön, Herr Lieutenant. ' Polizei'Lieutenant: Ich will Ihnen nunmehr, um Ihnen unnütze Laufereien zu ersparen, die Concessionen aufzählen, die Sie noch zu erwerben haben : erstens die allgemeine Mustlcor.cefsion, zweitens die WohltbätigkeitSconcession, drittens ' die Concession, ein Podium zu errichten, viertens die Concession, piano und forte spielen zu lasten, und schließlich die Con cession für die Lokalbesucher zum ZuhSren. Hernach liegt, wenn Sie die Jh nen wohlbekannten sonstigen Bestim mungen beobachten, Ihrer Veranstal tuna Nichts weiter im Wege. Wirth : Schön, Herr Lieutenant. Wirth: Sie haben mich ous's Bureau rufen lasten, Herr Lieutenant. Polizel-Lleutenant: Ja Sie baben ich da eine schöne Geschichte eingerührt. öle haben gestern in Ihrem Lokal lau er Dinge getrieben, zu denen Sie nicht die mindeste Concession besaßen. Wirth: Nanu? Zehn Concessionen, angt das noch nicht ? Polizei'Lieutenant: Allerdings nicht. wenn man bei Manipulationen betrok sen wird, die den besonderen Concessto nen unterliegen. So wurden bei Ihnen Concertplacate angeichlagen. Program me vettheilt, Filzdeckel unter die , Bier gläser gesetzt, geraucht und geschnupft. ohne daß die Erlaubniß hierfür aus den nstanzmaßigen Wege eingeholt worden war. viiict ?oaz D juiuni un lttlicb. Wirth : Aber erlauben Sie mal, eö war ja bloß Instrumentalmusik. Poluer Lieutenant : Nach neuerer Auffassung lasten sich verschiedene Ton sMcke derart comdlnlren, oa& man davon f . . einen unsMltcyen Clnorua oerommt. Bei Ihnen wurde hintereinander ein Stück Figaro'S Hochzeit und ein Stück von Bruch gespielt. Aus der Combination jener Ehe und dieses Komponisten ent. leht zweifellos der Begritt Ehe.Brucb. und dieser ist unmoralisch. Wirth: DaS geschah unabsichtlich.PolizeiLie''.:enant: Ferner wurde bei Ihnen applaudirt und ein Stück zwei mal gespielt, ohne daö Sie die Applaus und Dacapo Concession besaßen. Sie werden daher in Ordnungsstrafen von zusammen hundert Mark genommen. Wttviel betrug denn dle Nelto.Einnab.' me Ihres Wchllhätigkeitconcerts ? Wirth : Sechzig Mark. Polizei'Llkutenant: Bleiben minus vierzig kark, die tzsle den Ueb'r schwemmten zu schicken haben. . Wirth : Schon, Herr Lieutenant.(Berliner Wespen.) '. Aufmunterung. Bei einem Diner, welches das Oln. zierökorps einer kleinen Garnisonistdt dem inspizircnden General gibt, seroirt der Ossiziersbursche Knödelmaier. Unter anderm werden auch Faschingßkropsen aufgetragen, davon der General zwei herausnimmt. Knödelmaier Kalt die Platte noch immer hin. Auf den srogenden Blick des Generals wispert er diesem zu : Drei Stuck tren'n' au.'n Mcnn, Herr General !" Aus der Erfahrung. A.: Ich versichere Dich. tteberFreund. mein Sohn ist in die neueSchauspielerin ganz vernarrt. Wiederholt hat er mir versichert, dak er ohne pe nicht mehr leben kann 33.: .Run, dann soll er sie nur heira then, dann wird er'S bald lernen."
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