Indiana Tribüne, Volume 6, Number 233, Indianapolis, Marion County, 11 May 1883 — Page 2
Zndmna Hriöüne.
FägkicZt- und SonntagsavsgaS?. Ofssce: 2S. DelawareStr. Indianapolis, Ind., M Mai 1883. Jugendliche Brandstifterin. Am Montag Nachmittag voriger Weche veranstaltete die Feuerweh? in Boston einen öffentlichen Versuch mit einem neu eingeführten Apparat zur Rettung von Menschenleben aus Feuers-. gefahr, und unter Anderem auch mit einem Nettungsschlauche neuer Construktion. In dem Hotel Glendon, an dessen öauvtfronte die Versuche vorae nommen wurden, hat der wohlhabende k i Geschäftsmann Thornton eine für sich abgeschlossene Abtheilung als seine und seiner Familie Wohnung inne. Hattie, die 12jährige Tochter desselben, sah den Uebungen der Feuerwehr zu, wurde auf ihr dringendes Bitten im fünften Stock werke des Hotels in den Rettungsfchlauch gesteckt und kam lustig und ftdel amEnde des Schlauches und auf der Straße an. Die Fahrt mußte ihr ganz besonderes Vergnügen gemacht haben, denn sie ruhte nicht eher, als bis die Beamten sie ein zweites Mal den Schlauch hatten pafsiren lassen. Den ganzen übrigen Tag sprach das Kind von nicht anderem, als von diesen Fahrten und meinte auch, es sehe zu hübsch aus, wenn andere Personen in den Schlauch herabführen und unten aus demselben genommen würden. In der folgenden Nacht fiel das Kind durch die ungewohnte Unruhe, mit der es sich im Betts umherwars, der Mutter auf, und letzstre bemerkte, daß Hattie im.Schlase sprach, und zwar von nichts alvon dem .Nettungsschlauche phantasirte. "Schließlich wurde jedoch der Schlummer des Mädchens ruhig und gesund, und dasselbe ging am folgenden Morgen wie gewöhnlich zur Schule. Anderthalb Stunden später wurde in einer. separaten Abtheilung des Souterrains in dem Hotel, welche mit zu der Miethswohirung des Herrn Thornton gehörte, Feuer entdeckt und, e.he es großen Schaden gethan hatte? gelöscht.' Dies wiederholte sich am Spätnachmittage desselben Tages und an dem sol genden Tage zweimal. Der Besitzer und die Bewohner des Hotels wurden durch diese häufigen Feuer, die fämmtlich angelegt zu sein schienen, alarmirt, ExtraWächter wurden angestellt, und, Thornton bat, daß man auch die Ueber-' wachung seiner Wohnung einem besonderen Angestellten übertrage. Am Mittwoch Nackmiltaa aeaen 4 Uhr wurde Feuer in dem Badezimmer, der Thornton'fchen Wohnung entdeckt;! dasselbe wird gleichzeitig als Waschzim-'' mer benutzt, und eine Partie schmutzige Wäsche war in Brand gesteckt worden. Am nächsten Vormittag brannte es in einer Grube neben der Küche, die zur! vorläufigen Ausbewahrung von Kehricht und Küchenabsällen benutzt wird. Das letztere Feuer hatte bereits eine solche Ausdehnung angenommen, daß die Feu! erwehr herbeigerusen werden mußte. Der Chef der letzteren war ebenfalls erschienen u-d hatte zunächst mit dem' Besitzer.des Hotels und sodann mit Hrn. Thornton eine Unterredung. Diesem theilte der Beamte mit, daß auf dessen !2jähriger Tochter ein wenn auch entfernter Verdacht der Brandstiftung ruhe, worauf ihn der Vater ersuchte, die &a chen des Kindes nach etwaigen Anhalte punkten zu durchsuchen. Dies hatte die Entdeckung einer großen Anzahl in der Matratze des Bettes vkorgenerStreich Hölzchen und zahlreicher alter Zeitungen in dem Bücherschränkchen des Kindes zur Folge. Die Untersuchung war kaum beendet, als Hattie nach Hause kam. Der Chef der Feuerwehr nahm das' Mädchen im Beisein der Eltern ins Verhör und dieses gestand nach kurzem Zö gern, daß es die sämmtlichen in den letz ten Tagen entdeckten Feuer angelegt babe. - Die Art und Weise, wie dies ge' schah, machte auf die armen Eltern einen entsetzlichen Eindruck. DaS Kind er zählte sein Versahren in jedem einzelnen Falle ohne jede Spur von Reue'und zeigte, daß es, um die Aufmerksamkeit, der Wächter und aller anderen Personen im Hause, die naturlich außerordentlich mißtrauisch waren, zu täuschen, mit einer Rafsinirtheit zu Werke gegangen war, die eher auf eine, wenn auch vielleicht vorübergehende Geistesstörung als auf Leichtsinn schließen ließ, der durch Erzie .bung ja immerhin noch in bessere Bahnen gelenkt werden könnte. Der Vater hat sich verpflichtet, sein Kirni sorgfältig zu überwachen, dasselbe auf das Erfor dern des Gerichts jeder Zeit zu stellen und hat darum nachgesucht, ihn vorläu fiz bis zu dem Verfahren der Grand Jury unter Bürgschaft zu stellen Auf diefe Weise wurde eS ermöglicht, die ju gendliche Brandstisterinv vorläufig im Schooße der Familie zu belassen. Schildkröten. Für den Fang der knochengepanzerten Reptilien, namentlich der so delicaten ":;reen turtles" ist jetzt die beste Iahreszeit. Sie werden an der ganzen füd atlantischen Küste der Ver. Staaten, namentlich aber an der Halbinsel Florida erbeutet, und in der Nähe von Key West giebt es mehrere Plätze am Ufer, an denen sie ihre Eier mit Vorliebe im Sande niederlegen, obgleich ihnen gerade da am meisten nachgestellt wird. 5)elle Mondschein-Nächte scheinen sie mit Vor liebe zum Eierlegen zu benutzen. Die Thiere nähern sich vorsichtig dem Ufer und strecken, ehe sie völlig aus den Sand herauskriechen, den Kops in die Lust, als . ob sie sich durch das Gesicht, vielleicht auch durch den Geruch von dem etwaigen Vorhandensein einer Gefahr überzeugen wollten. Die Jäger liegen in dem an höheren Stellen des Strandes vorhan denen Gebüsche oder hinter niedrigen Sanddünen versteckt. Fast alle Schildkröten sind stumm, die "green turtles" geben jedoch, wenn sie den Strand her-
auskriechen, ein eigenthümliches Geräusch
von M, vaZ an oas icywere, anymauZche Athmen eines Menschen erinnert. (In den Flüssen von Südamerika kommt eine Schildkröten-Art vor, die im Augenblicke ihrer Gefangennahme ein eigenthümliches, weithin hörbares Geschrei ausstööt.) Am Strande sucht sich die Schildkröle einen Platz aus, auf den die Sonnenstrahlen während des Tages voll einwirken konnten,dort wirft sie mit den Hintersüken ein Loch von ungefähr 3 Fuß Tiefe aus und in solcheö legt sie ihre Eier, in der Regel 90 110 an der Zahl. Dann überdeckt sie die Eier sorgfältig mit Sand und tritt den Rückweg an, den sie jedoch nie mg: rader oder direkter Richtung nach dem Wasser, sondern in einem Umwege von ungefähr 2C0 Fuß einschlägt. Mag diese dem Thiere von der Natur gelehrte Vorsicht des Auffinden der Eier erschme n. so verlänaert sie aleicheitig den, r - Pfad, auf welchem dem Thiere selbst Gefahr droht. Der Jäger nähert sich ihm von der Seite, erfaßt den Panzer zwischen den Vorder- und Hinterbeinen und ein kräftiger Ruck legt die Schildkröte auf den Rücken. Auch diese einfache Jaad dedars einiger Uebung; nähert sich der Jäger von hinten, so wird er mit Sand überschüttet, der ihn momentan des Augenlichts beraubt und der Schildlröte die Flucht erleichtert, während ein unvorsichtiger Griff nach dem Thiere ihm zu einer gefährlichen Bißwunde verhelfen kann. Manche Schildkröten sind so groß, daß ein Mann allein bricht im Stande ist, sie auf den Rücken zu wersen. Den Thieren werden, wenn sie auf dem Rücken liegen, die Vorder- und Hinterfüße der einen Seite durchgeschnitten, durch die Ocsfnungen werden Stricke gezogen und die Schildkröten sind zum Transporte fertig. Ein raueugefananlb. Obwohl derStaat Masiachusetts durch die Enthüllungen über das Treiben im Tewksbury Armenhause gewaltig in Verruf gekommen ist, fo darf doch nicht vergessen werden, daß er sich schon seit Jahren durch philanthropische Bestredüngen ausgezeichnet hat. i Im November 1877 wurde in Sherborn, Mass., ein Gefängniß für Frauen eröffnet, , das mit seinen Strafzwecken auch Reformversuche verbinden sollte. Es wurde ihm daher schon äußerlich der Charakter einer bloßen Zuchtanstalt genommen, indem man es inmitten einer herrlichen Landschaft und mit Berücksichtigung architekionischer Schönheit erbaute. Die Gefangenen wurden ausschließlich unter weibliche Obhut gestellt, obwohl acht männliche Wärter das Gesängniß vonAußen bewachen, um etwaige Fluchtversuche oder Ausstände zu vcrhin dem. Enge, widerwärtige Zellen giebt eS in dem Gebäude nicht, fondern nur ansprechende Zimmer, in denen sich die Sträflinge auch mit Handarbeiten und Lesen beschäftigen können. Es sind Räumlichkeiten für 350 Gefangene vorhanden, und gegenwärtig zählt die Anstatt 210 Insassen. Ursprünglich sollte sie nur Frauen und Mädchen aufnehmen, die sich leichter Vergehungen schuldig gemacht hatten, doch ist von diesem Plane wesentlich abgewichen worden. Von 001 Sträflingen waren 155 wegen wirklicher Trunksucht, 58 wegen Trunkenheit nnd 98 wegen Nschtwandelns" eingeliefert worden, dayeben gab es abir noch' Diebinnen, Hehlerinnen, Ehebrecherinnen, Brandstifterinnen u. f. w. Bei ihrer Einlieferung wird jede Gefangene einer Probe unterworfen, die darin besteht. daß man sie emen Monat lang allein rn ihrem Zimmer läßt, ihr aber sowohl' Arbeit als auch Bücher giebt. Ist diese Probe gut bestanden, so wird die Gefangene nach der zweiten Division oder Rangrlasie versetzt, von der sie sich durch Fleiß, Anstelligkeit und gutes Betragen rasch bis zur vierten emporarbeiten kann. Durch ihr Benehmen kann sie auch ihre Strafe abkürzen. Sie kann vor Ablauf ihrer Strafzeit entweder unter der Bedingung guten Betragens vollständig freigelassen, oder einer Privatsamilie überwiesen werden, wo sie aus eigene Rechnung arbeiten darf, aber immer noch unter Aufsicht der Behörde steht. Wird dagegen die Probe im ersten Monat schlecht bestanden, so wird der weibliche Sträfling der ersten Classe überwiesen, die als Straf- oder Zucht-' abtheilung zu betrachten ist. Als Zwangsmittel gegen besonders ungehorsame und und ungeberdige Gesangene wird die Dunkelzelle angewendet, doch hat dieselbe schon seit vielen Monaten keinen Insassen mehr gehabt., Allzu störrisch scheinen somit die Sträs linge nicht zu sein. Die Gefangenen werden in nützlichen Arbeiten unterwiesen, erhalten aber auch, sofern das nöthig ist, Unterricht in. den Elementarzweigen des Wissens und werden so viel wie möglich moralischer Belehrung zugänglich gemacht. Dennoch sind die Resultate diese? Systems hinter den gehegten Erwartungen weit zurück geblieben, und zwar wohl hauptfächlich deshalb, weil die wirklich reformfähigen Sträflinge den Einflüsien der Anstalt nicht lange genug ausgesetzt sind. Sie in einem Jahre völlig umzuwandeln, ist um so weniger möglich, als sie selten irgend welche Charakterstärke besitzen. -Trotzdem die Anstalt noch keine sechs Jahre besteht, zählt sie Insassen, die schon 30 bis 40 Mal hingesandt worden sind. Sowie die vom Richter festgesetzte Strafe abgelaufen ist, müssen die Gefangenen entlasten werben, ob sie reformir! sind oder nicht, und dies deeinträchtigt selbstverständlich die Wirksamkeit des Resormsystemö. Ersindungs Waynsinn. Zu den vielen Formen geistiger Verwirrung, die in neuerer Zeit entdeckt worden sind,wird man demnächst wahrscheinlich den ElsindungS-Wahnsinn gesellen müssen. Denn es giebt anscheinend taufende von Leuten, die sich einbilden, die allerwichtigsten und weiteste tragendenErsindungen gemacht zu haben. ohne dav sie auch nur tue geringste, Kenntniß von dem Gegenstande besitzen, c v rtjc rr ri v t auf den sich ihre Erfindung angeblich
bezieht. Autzer dem Patentamte in
Wasbinaton wissen hiervon die Tele grophengesellschastcn das Meiste zu erzählen. Sie werden förmlich von Leuten überlausen, die keine Ahnung von dem Wesen und Wirken der Elektricität ha. ben, aber gleichwohl fest davon über zeugt sind, daß sie den tüchtigsten Elektrikern den Wind aus den Segeln genommen haben. Namentlich seitdem die Western Union erklärt hat, daß noch kein System unterirdischer Telcgraphic gefunden worden sei, das den Anforderungen des amerikanischen Verkehrs entspräche, melden sich täglich Dutzende bei ihr, die das fraglicheProblem im Handumdrehen lösen zu können erklären. Auch in diesem Wahnsinn liegt zuweilen Methode. So behauptete vor einigen Tagen ein ältlicher bäuerlich aussehender Mann, daß ihm im Traume eine Maschine geoffenbart worden sei, mittels deren er 400 Meilen Draht den Tag mit vollständig isolirendem Material umspinnen könnte. Ein Patent besäße er noch nicht, aber wenn ihm die Telegra pbengeseüschaft im V o r aus $1,000, 000 bezahle, wolle er ihr sein Geheimniß preisgeben. Aehnliche Gesuche kommen so häusig vor, daß man sich gar nicht mehr über sie wundert. Dem ElfindungZ - Wahnsinn dürfte dieselbe Erscheinung zu Grunde liegen, wie dem Speculationswahnsinn. In beiden Fällen handelt eS sich um Leute, die Andere schnell reich werden sehen und der Meinung sind, daß ihnen das auch gelingen müsse. Nichts leichter, als Speculiren, meint der Eine, nichts leichter als Ersindungen, denkt der Andere, und dies wird bei ihm derartig zur sixn Idee, daß er die großartige Erfindung, die ihm Milliarden verschaffen soll, thatsächlich schon gemacht zu haben glaubt. Die Harmloseren dieser Leute fallen aus gänzlich veraltete Erfindungen zurück, die sie als ihr Eigenthum beanspruchen, aber viele haben überhaupt gar nichts entdeckt, an das sich ihr Wahnglaube klammern könnte. Kirchliche Büver. Wir kannten bisher See-, Mineral-, Luft-, Dampf-, Sand-, Moor-, Schlamm-, kalte, warme und SpielBäder. Die. neue Welt steht im Begriffe, ihnen eine neue Sorte hinzuzufügen: die geistlichen oder kirchlichen Bäder. Baptisten im StaateConnecticut werden den erhabenen Gedanken zuerst praktltch ausführen und bald Nachahmer finden. Die Reinlichkeit des Körpers und die Reinheit der Seele sind nicht nur verwandte, sondern auch von. einander ab hängige, sich 'gegenseitig fördernde Be griffe In einem gesunden Körper wohnt eine.gesunde Seele. Ein Platz, an dem das Badewasser den Leib und das Taufwasier die Seele reinigt, muß sich für die Bewohner zu einem Eden gestalten, und aus diesemParadiefe wird kein Engel mit dem Flammenschwerte die Eva's und die Adam's vertreiben, denn die Evchen haben gegen dieVersührungs künste des Teufels den Pastor zur Hand und werden, selbst unversührt, auch die Adam's nicht nnt dm.Neken der Ver sührung umstricken und umgarnen. Freundliche Wohnungen, statt des KurHauses em Tabernakel, statt derTheater Vorstellungen tägliche Andachtsübungen und Sabbathschul-Vergnügungen wird es geben, und nicht frivole, weltliche Mujik, fondern Ehorale, Psalter und Harfen werden die Ohren der äußerlich und, innerlich reinlichen Badegäste ergöken. Die Baptisten in Norwich haben an der Erescent'Bai einen Landstrich von einigen 30 Ackern erworben; derselbe zieht sich an der felsigen Kuzte des Sun des von Long Island empor und iit in seinem höher gelegenen Theil dicht mit Heldelbeeren und Lorbeergebuch bestan den. Dieses Land haben sie rn 100 Bauplätze rings um einen, den Mittel Punkt der Niederlaffung bildenden grö ktztn Bauplatz zerlegt, und die Bau Plätze wurden in voriger Woche für je $100 ausschließlich an Angehörige der Baptisten'Gemeinde und unter der Bedingung verkaust, daß die Verträge erst 9 V 1 oann recyisveroinoiicq jein jouen, wenn sämmtliche Plätze unteraebrackt sind. Bis Ende voriger Woche haben sich für 70 Platze Abnehmer gesunden, und man hält daher das Unternehmen für gesi chert. Von dem Erlöfe für die Bau Plätze werden zunächst $4000 für die Er rlchtung. eines Tabernakels verwendet. Auf den Bauplätzen werden einsacke. aber freundliche Wohngebäude errichtet, und die Besitzer derselben werden mit ihren Familien die heipe Jahreszeit da selbst zubringen. Das Tabernakel wird täglich geöffnet sein und Freuden spenden, die nicht von dieserWelt, aber darum nur um so.herr licher und köstlicher, wenigstens für Diejenigen sind, vleiseschmack daran sin oen. Cm neues Zion wird m der Wildniß emporwachfen. in dem lieblich' Wesen herrscht die yulle und die Fülle. Statistisch betrachtet, wird in diefem Badeorte mehr echte irchllchkeit auf der Quadratzoll kommen, als in allen an deren Bädern der Welt auf die Qua öratmelle. Es wird ein erhebenderes Schaufpiel lein, Seelen nach dem ewi gen, als Pferde nach einem irdischenZiele rennen zu sehen, und während die Lungen in der kräftigenden Seeluft athmen, werden die Seelen in einer durch en Austchluß aller unreinen Elemente ge läuterten geistigen Atmosphäre schwel gen. Dabei wird die neue Badekur den Vortheil großer Wohlseilheit für sich ha den und für die unvermeidliche Lana weile wird es geheime, äußerst geheime, rr r - v - - c viniiqjaoigungrn grorn. Pike's Peak. An die Ausführung eines höchst inleressanten Unternehmens wird wahr scheinlich schon in allernächster Zelt geaanaen werden. Es handelt sick um die Herstellung einer bequemen und raschen Verbindung mit dem Gipfel des Vike's r , . .iC Tt . ' . Peak. in Colorado. Die Einwobner j von Colorado Springs allerdinaö ' . r . i cn . .. . . - trachten das Project mit ähnlichen
Enthusiasmus, wie' die ' FuhrwerkZbesitzer zur Zeit der Einführung der Eisenbahnen die letzteren. Sie fürchten,daß sich durch die Möglichkeit, den Gipfel des Piks Peak täglich, wenn es sein muß. mehrmals zu erreichen und doch noch rechtzeitig für die Weiterreise am Fuße anzukommen, die Zeit des Aufenthalts der Fremden abkürzen, und daß ihnen ferner der schöne Verdienst entzogen
werden wird, den ihnen gegenwärtig die mmer strapazenreiche, an vielen Stellen aber sogar gefährliche Beförderung, der Reisenden nach dem Gipfel abwirft. ' Die Leute werden bald genug inne werden, daß die Gelegenheit, den Gipfel schnell und bequem zu erreichen, die Anzahl der Reisenden außerordentlich vermehren wird. Die Beförderung wird mittels eines Drabtseiles erfolaen und zwar in folgender Weife : An hölzernen Balken von mindestens 8 Zoll Durch messer und 24 Fuß Hbhe wird ein einen Zoll starkes Drahtseil ohne Ende be festigt ; die Balken sind oben und unten mit eijernen Bändern umwickelt, um sie. hierdurch widerstandsfähiger gegen die Einwirkungen der Witterung zu machen. An diesem Seile sind in Entfernungen von ungefähr 100 Fuß bequeme Arm-' stuhle befestigt, in denen je zwei Perfo nen Platz nehmen können. Die gaiiz: Entfernung von der sogenannten Eisenquelle bei Manitou bis 'u dem 1 4,200 Fuß hohen Gipfel ist in drei Streckeir getheilt; der Uebergang von einer zur anderen erfolgt vermittels automatisch drehbarer Platformen, ohne daß die Passagiere auszusteigen brauchen. Das Seil der eritcn Strecke w'lr! durch eine an der genannten Quelle zu errichtende Dampfmaschine, das der zweiten Strecke mittels einer durch Wasserkraft getriebenen Turbine, das der dritten Abtheilung durch eine Dampf Maschine aus dem Gipfel m Bewegung gefetzt. Die Passagiere landen der Signalstation gegenüber. Die Fahrzeit ist auf 3 Stunden, der Preis für Hin- und Rückfahrt auf $5.00 festgesetzt. ir;... rr . , , Compagnie yai q in nenver ge bildet, und von dem erforderlichen Ca" pitale von 00,000 sind über $100,000 gezeichnet. Der Pike's Peak ist Eigen-j thum der Ver. Staaten, und ein Gesuch um Erlaubniß zur Ausführung der Seil-" bahn wurde bereits an Secretär Teller abgeschickt. An der Ausführung de Projektes werden Hunderte von Ärbeilern thätig, für den Betrieb derBahn nur 12 Angestellte' erforderlich sein. Eine ähnlich construirte Bahn ist in EaIifornien auf einer Strecke von 13 Meilen in Betrieb, kleinere Bahnen nach demselben Systeme haben sich in den Mlnendistrlcten von Colorado schon mehrfach bewährt. Das ausgeführte Proiect wird wiederum eine glänzende Bethätigung amerikanischen Unternehmungsgeistes sein. Wenn die Dampfmaschine auf dem toU zen Gipfel des Pike's Peak ununterbro chene Rauchwolken in die Lüste schickt, wird Mancher bei dem Anblicke des Herrlichcn Berges ausrufen : Es sind doch Teufelskerle, diefe Amerikaier, da haben sie sich auch einen feuerspeienden Berg, einen riesenhohen Vesuv, künstlich ange fertigt". Unsere Kriegsflotte soll in der EheZapeake-Bai Manöver machen und wertet rn,7 noch auf den Präsidenten und dni F!o!tense!re:ar khandler. 'öom2s'ctr.3e. bekannte Geschichte Dir von dem blinden Eifer, der nur fchadet", hat sich dieser Tage in Düöuque, Ja , buchstäblich wiederholt. Ein alter, grämlicher Junggeselle kam durch 'die rührenden Minnelieder, welche die Katz:n vor seinem Fenster aufführten, in Rage, fprang aus dem Bette, ergriff einen schweren Knüttel, um solchen nach den Katzen zu schleudern, verwickelte sich damit in sein langes Nachthemd, warf, verlor das bekannte Uebergewicht", stürzte die von außen nach seinem Zimmer führende Treppe hinab, und brach den Arm. Die Indianer in Texas haben bekanntlich niemals allzu großen Respect vor unseren Blauröckn" gehabt. Als im Jahre 1875' der Eisen-bahn-Vuhm" in Texas begann, wurde zahlreiches Militär zum Schutze der Arbeiter und der den Bahnen folgenden Ansiedler aufgeboten. Die Errichtung der bekannten Grenz-Bätaillone der Rangers" hat mehr zur Einschüchterung und Vertreibung der Indianer, sowie zur Bestrafung der Marodeure, und sonstigen gefetzlosen Gesindels beigetragen, als das Militär. Nach der Anschauung der Leute in Texas ist die? noch heute der Fall. Kürzlich wurdt einer dieser Rangers gefragt: Was thut Ihr eigentlich hier?" Wir beschützen die Ansiedler an der Grenze." Zu deren Schutze sind aber doch die Soldaten da !" Ganz recht, und wir sind zum Schutze d'cr Soldaten da." Endlich will auch unsere Leuchthaus - Behörde mit elektrischem Licht auf ihren Leuchtthürmen Versuche anstellen und hat sich dazu drei neu zu errichtende Leuchtthürme an ter Küste von Florida ausersehen. Große Eile hat das Ding also nicht. In dem kürzlich entdeckten Salzlager bei Marine City in St. Clair Co., Mich., hat, wenn- die Evening News" in Detroit gut unterrichtet ist. der Bohrer eine Mächtigkeit von 115 Fuß nachgewiesen. Man ist vorläufig hiermit zufrieden und hat' die Bohrungen eingestellt. Neuerdings ist so viel Kochsalz gefunden worden, daß es nichts schaden könnte, wenn zur Abwechslung einmal ein neues Lager attischen Salzes erschlossen würde. Die deutschen Strumpf Fabrikanten haben Angst bekommen, daß Amerika sich wegen des deutschen Verbots amerikanischerSchweineprodukte durch ein Verbot, deutscher Strümpfe, . weil sie mit giftigen Färben gefärbt sind. : . v r? V - e - t rächen weroe, uno sie liegen oesyaw 5ierrn Bismarck in den Ohren. Der Absatz deutscher Strümpfe nach Amerika allein beträgt.uber die Hälfte des gan
;en. narnlitfi' über vier Million Dnl,
lars Werthes. Aber so lange der Con- "sche Maßnahme aufzufassen, währendareü nickt in Sikun ist f,, mit dem Ausbau vo?. Dover zu einem
Präsident keine solche Vergeltungsmaß. Kriegshafen mit strategischen auch comregel ergreifen, welche recht füglich auch mercielle Erwägungen Hand in Hand auf deutsche Weine, Spielwaaren, gehen. Beide neue Vorlagen werden Spiken :c. ausgedehnt und mit ebenso ls die einfache Ausfüllung einer fühlbar triftigem-Vorwande als das deutsche gewordenen Lücke des englischen Küsten. Schweinesleisch-Verbot plausibel gemacht schutzes gegenüber dem rapiden Aufwerden könnte. Inzwischen wandern schwung der Seestreitkräfte der contiunsere Schweine über England undHol- nentalen Mächte hingestellt, und es ist land in Verkleidung (iucogmto) in's bemerkenswerth, daß ein sehr geachtetes deutsche Reich ein. iseemännisches Journal darüber FolgenEin in Bavi?itu M ick jurbc 9 ' Vom militärischen StandPost g?g ben?r, nach England te hält man einen festen Hasen geBrief trug auf dem Eouvert den Namen , R ?f Ä"" an Dies m des Absenders und die Bezeichnung des Geschäfts desselben als eines .L)ändlers linder nöthig als m Dooer. Wah.
fts desselben als eines Händlers mit Nitro-Glycerin, Dynamit, Herculespulver und anderen explosiven Stossen". Der Adressat, ein loyaler Unterthan der britischen Krone, hat durch diesen Brief mancherlei Ungelegenheiten gehabt und ersuchte kürzlich den Absen der in Ban City, er solle sich bei weiteren Correspondenzen um alles in-der Welt nicht wieder seiner gewöhnlichen Couverts bedienen. Johnson's Eiland. im Eriesee diente während des Krieges als Jnternirungsplatz für gefangene Ossiciere der consöderirlen Armee. Ziemlich 300 derselben sind dort begraben. Die Gräber werden vernachlässigt, die Hügel sind zum Theil eingesunken und viele Namensinfchriften sind nicht mehr leserlich. Irgend eine militärische Organisation sollte anregen, daß der Begräbnißstätte ein. würdiges Aussehen gegeben wird. Die Hoch-Licenz-Bewe-gung in Iowa, d. h. die ProhibitionsBewegung in neuer Form, greift weiter und weiter um sich. Seit das Prohibi tions-Amendement im Staatssenate abgethan worden ist, haben und ' unsere Depeschen erzählen ja täglich davon viele Städte in verwerflicher Ungerech tigkeit gegen den kleinen Wirth ihre Licenzen so erhöht, daß dieselben nur noch von reichen Leuten erworben werden können. Hier nur einige Beispiele : zu Des Moines kostete eine Licenz bisher $250, jetzt $1000; zu Clinton und Burlington früher $200. jetzt $600; zu Davenport bisher $50, jetzt $200.. f. w. Die Folge ist, daß die kleinen Wirthschasten überall- geschlossen werden müs sen und den Besitzern der größeren Lokale Monopol'Privilegien zu Theil werden. Laut des letzten Census hat New Aork unter 5,082,871 Einwohnern 499.4l. in Irland Geborene ; in Pennsylvanien stellt sich dieses Verhältniß 1,282,891 zu 230,305 und in Massachusetts 1,883.085 zu 226,700. Rechnet man zu der letzten Zahl die in Massachu setts geborenen Ein.vohner irischer Ab kunft hinzu, so beläuft sich die Zahl sämmtlicher Jrländer in diesem Staate e " . Art cwi -rf-jc..f.u r i r aus oi-i,uuu. nlanaazuzeils yai onacn im Verhältniß zur Gefammtzahl feiner Einwohner die meisten Jrländer. Ein Teufel, in Menschengestalt, die Besitzerin eines sogenannten Tanzhauses in Chase, Mich., hatte mit den Töchtern zweier höchst rechtschaffener Familien in Vasiar, Mich., im Alter von 15 u. ISJahren eine Correspondenz angeknüpft und denselben ein Leben in Herrlichkeit und Freuden versprochen, wenn sie zu ihr kommen würden. Am Morgen des 28. April machte man in beiden Familien die Entdeckung, daß die Mädchen in der vorhergehendenNacht das Haus verlasien hatten; gleichzeitig wurden Papierstücke gesunden, welche die Meinung erregten, die Mädchen hätten sich nach Port Huron gewendet. Dort angestellte Nachforschungen blieben ohne irgend welchen Erfolg. Die Eltern boten alles mögliche auf, den Aufenthalt ihrer Kinder zu entdecken und nach vielen Reisen ist es kürzlich den Detectios gelungen, dieselben in einem Bordelle in Grand Rapids zu entdecken und zu ihren unglücklichen Eltern zurückzubrinqen. Die armen Dinger hatten auf der Reise nach Vassar die Bekanntschast zweier Geschästsreisenden' gemacht. Unter diesen Herren giebt es auch nicht mehr heilige Antoniusse als in anderen Berufskreisen und so hatten denn jene sauberen Patrone die Leichtsinnigen mit sich nach Grand RapidS genommen, dort drei Tage mit denselben gelebt und sie, nachdem sie ihrer überdrüssig gewor den, als frische und gern acceptirte Waare in das Bordell geliefert. Die Presie verschweigt die Namen, aber ganz Vasiar kennt die Mädchen und deren unglückliche Familien. Hoffentlich gelingt es, jenen Satan in Chase in harte Strafe zu nehmen; ähnliche Geschichten kommen leider ziemlich häufig vor, und die Eltern sollten die Correspondenzen . ihrer jugendlichen Töchter geviffenhast überwachen. Bom Auslande. Das österreichische M nn ' sterium des Innern hat sich an das aus-'-wärtige Amt mit dem Ersuchen gewen-j det, vom englischen Forngn osflce': den authentischen Wortlaut des Gesetz-' entwurfes über Explosionsstoffe zu erbit-' ten, welcher vor Kurzem dem Parlamente unterbreitet wurde. Die öster retchische Regierung bereite nämlich einen Nachtrag zur Sprengstoff-Verordiung vom Jahre 1877 vor, wonach die Erzeugung und der Verkauf von Sprengstofsen auch an Bergwerlsbesitzer beschränkt und nur gegel von der Behörde auszustellendeBezugsschelne gestattet sein solle.' Auch in anderen Ländern .beabsichtigt man die auf das Dynamit bezüglichen Gesetze, analog den englischen abzuandern ; zunächst.hat Belgien diesen Ent schluß kundgethan. Die englische Regierung beschSstigt sich mit zwei neuen Projekten, welche das Interesse aller maritimen technischen Kreise in Anspruch nehmen. Das eine betrifft den Ausbau des Do-ver-yasens zu emer zweiten lottenstation im Canal, das andere die Etabli 'rung eines völlig neuen See- und Landwaffenplatzes ersten Ranges an der Yorkshire-Küste bei Filey'in der Nähe von Flamborough-Head. DaS letztere Unternehmen , ist als eine streng militä-,
reno truver rankrel als der emuge
möglicher Weise aggressiv vorgehende Staat angesehen wurde, und die Vorkehrungen für die Sicherheit des Landes daer hauptsächlich auf die Südküsten Englands beschränkt blieben, hält man gegenüber dem raschen Anwachsen verdeutschen Flotte der Erweiterung des' Kriegshafens von Wilhelmshaven und der projectirten Canalvnblndung desselben mit der Elbe (Nordsee-Ostsee-Canal) die Möglichkeit einer Ausschiffung deutscher Truppen an der englischen Küste nicht mehr für ansgeschlosien. Von der militärisch-maritimen Station in Filey aus würde nun die Flotte gleichzeitig die Mündungen des Humber und Tyne decken, und die Landbefestlgungen würden die großen Centren der Manufactur. wie Leeds, Sheffield, Manchester und Birmingham, gegen jeden Handstreich schützen. Auf der internationa len elektrischen Ausstellung in Wien wird die Ausstellungscommisston den Besuchern der Maschinen Abtheilung kleine Elsenhulsen zur Verfugung stellen,! durch welche dieselben ihre Taschenuhren' vor den starken Einwirkungen der dynamoele!trischen Maschinen beHuten konnen. Durch Magnetificung des Echappements können nämlich Uhren in der Ausstellung sehr leicht zum Stillstehen gebracht werden. Die Eisenhüllen Bieten einen Schirm dagegen. Dem furchtbaren Würg engel des italienischen Volkes, nament lich der ärmeren Schichten desselben, der Malaria, scheint endlich die Regierung energisch begegnen zu wollen. Eine Commission, welche die Verhältniße prüfte, hat höchst bedauernswerthe Thatsachen zu Tage gefördert. Nach den von 269 Gefundheitsräthen eingesandten Berichten sind von den G9 Provinzen Italiens nur sechs von der Fieberkrankbeit frei, während 13, ausschließlich Oberitalien angehörend, nur unter leichten Fieberformen leiden. In 29 Provinzen herrschen schwere, häufig tödtliche Fieber, in 21 aber, also fast in einem Drittel des Königreichs, treten im Herbst die sogenannten perniciösen Wechselst?ber auf, welche nicht selten schon in 2 Stunden tobten. Die am schlimmsten betroffenen Distrikte sind die Umgebung der venetianischen Lagunen und einige Distrikte der Provinz Brescia in Oberitalien, die Maremmen und die Umgebung des trasimenischen Sees, sowie die Campagna von Rom und die pontinischen Sümpfe in Mittelitalien, die apulische Küste von Manfredcnia bis Bari und die gesammte kalabresische Küste von der Halbinsel von Sorrenlo einerseits und Taranto andererseits bis zur Süd- , spitze der Halbinsel, und die Umgebung von Syrakus. Von den 2200 Bahnbeamten Siziliens erkrankten in einem Jahre 1453. Die Zahl der Fiebererkrankungen in der italienischen Armee berechnet ToreLi auf 42,000 jährlich, . und die Kosten, welche der Regierung alljährlich durch die Malaria direkt ent stehen, aus 5 j Millionen Lire. Rechnet man dazu noch die Menschenleben, welche unter dem Landvolk alljährlich der Malaria zum Opser fallen, die Hunderttausende, welche arbeitsunfähig dahinsiechen, und die kaum zu schätzenden Vcrluste, welche durch die Verödung der fruchtbarsten Landstrecken entstehen, so kann man sich einen Begriff machen von oer Gesahr, welche die Malaria für Jta lie bildet. D i e Studente n-U n ruh e n in Warschau, welche große Dimensionen annehmen, haben damit begonnen, dak ein Hörer der Rechte. Namens Zukowski, , dem Curator des Warschauer Lehrbezirks, Apuchtin, eine Bittschrift überreichte, deren Anrede nicht gemäß der üblichen Formel lautete. Der Curator sprach dem Studenten seine Mißbilligung hierüber aus, wobei er demselben mit dem , Schriftstücke allzu nahe an's Gesicht kam; dieser, hierüber auf das höchste erzürnt, stürzte'sich auf den Curator und versetzte ihm mehrere Faustschläge in's Gesicht und an die Brust, wobei er ausrief, das fei die Antwort der Jugend des gesammten Lehrbezirkes für feine beständigen -Beschimpfungen derselben und ganz besonders für die Androhung der Prügelstrase den Pulawer Studenten gegenüber. An weiteren Angriffen wurde er durch den bei de? ganzen Scene anwesenden Secretär verhindert, welcher die Verhaftung des Studenten, sowie auch seiner im Vorzimmer wartenden Kämeraden veranlaßte. Ueber die Studentenunruhen in Warschau wird serner von dort unterm 20. April geschrieben, daß zwar das Militär, aber nicht die zahlrerchen Polizeimannschaftcn aus derUmgebung der Universitätsgebäude zurück-' gezogen sind. Letztere halten heute noch' hoch zu Roß auf denStraßen Wache, mit' demGesichte nach demTrottoir zugekehrt.! Verhaftungen unter den Studenten sind. bis letzt funsundzwanzlg vorgenommen. An allen Straßenecken ist der Besehl des Oberpolizeimeisttts zu lesen, daß Stehenbleiben und Zusammenrottungen auf: den Straßen und Plätzen strengsten? untersagt und unnachsichtlich gegen etwaige Ruhestörer vorgegangen werden, wird. Der Unterrichtschef, Kurator Apuchtin, ist nach Petersburg abgereist, um dort Bericht zu erstatten. Die Äorlesungen in der Universität bleiben bis ausWeiteres ausgesetzt. Warschauer Zei-' tungen, einschließlich der ossiciellen Po-lizei-Zeituug, haben bis jetzt diese Affaire., mit keiner Silbe berührt.
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