Indiana Tribüne, Volume 6, Number 230, Indianapolis, Marion County, 8 May 1883 — Page 2
Dndiana Hriöune.
FögNHc' und SsuntkgsausgcS,. Qfssce: 62 S. Delaware Str. ' I Indianapolis, Ind., 8 Mai 1883. Vermont. Naö dem Cens von 1880 hatte Vermont eine Bevölkerung von 332,286
Seelen. Seit diesem Jahre hat aus nen. Dieser Station sind neben der diesem Staate eine starkeAuömanderung von ihr' gemachten meteorologischen Venach dem Westen stattgefunden. Die obachtungen auch werthvolle Mittheilung
r . . ,nn rr mnfi ( Itioe rotco V0N IööU OI5 znoi iööz auj gegen 5,000 Personen veranschlagt, Dakota war daS Ziel der rneisten AusWanderer, und nächst diesem übten Minnesota, NebraSka und Colorado die - . . - . . . arönte Am ebunaSkraft. Auck m die UM Iabre bat die Auswanderuna be -.-' . ' - I reits wieder begonnen nnd verspricht, mindestens dieselben Dimensionen anzu nebmen. wie in den stöberen Jahren, lepyen Ä. Douglas agle oerannlttcy im Slber, von Vermont, dasselbe sei . r . w , t I vortrefflich für die Auswanderung geeianet und man kann mit vollem Rechte binmsüaen: das auswandernde E!e. ment bringt den LandeZtheM, nach denen es sich wendet, die besten Einwan Derer, die tuamasten Buraer. unternes. mende Landwirtbe und Industrielle. ist merkwürdig, zu beobachten, wie viele Gouverneure, Senatoren, Hon greß'Reprüsentanten, Eisenbahndirecto ren und richterlich. Äeamte im ganzen W:sten in Vermont das Licht der Welt erblickt haben. Die Wabafh. St.Loms und Pacific, die Atchison, Topeka und (Psnnt- SV- hi NtsantZf und 5W5tif die Sante Fe, die Atlantic und Pacisic, die Mexican Central und andere wichtige Bahnen zählen Vermonter zu ihren Präsidenten, Direktoren und obersten Betriebsbeamten, und bedeutende Richter uns Anwälte, erfolgreiche Geschäftsleute, in den größeren Städten des Westens nennen in überraschend großer Anzahl Vermont den Staat ihrer Geburt. Ver eine und Clubs, die sich die Sons oi Vermont nennen, zählen ihre Mit glieder nach Tausenden. Unter diesem Umstände, der dem We sten m hohem Grade zu Gute kommt. haben die Verhältnisse in Vermont selbst zu leiden. Am lebhaftesten wird die Auswanderuna von Unternehmungs geist, Arbeit und Capital schon jetzt im Gebiete der Landwirthschaft empfunden.
Junge Farmer bilden die Majorität des werthvolle Land anerkannt, und am alauswandernden Elements. Farmen, die lerwenigflen haben sie die Nothhäute
einen oiuyenoen '.'tus,cywung veripreazen, wurden von ihren Besitzern billig ver kauft und verlanen, und die Nachbesiker besaßen in vielen Fällen nicht Dieselbe Fähigkeit, dieselben erfolgreich zu be. Wirth cha ten, wie lhre Vorgänger. In landwirthschaftlichen Vereinen hat dieser Umstand schon sehr häung den Gegenstano lebhafter Verhandlungen gebildet, man yai zeooa) nicgi vermoyi, ein wegenmittel gegen die Folgen der Vorliebe
zu entdecken, welche gerade die tüchtig UteS und warf beim Abwiegen des Gelsten Vermonter der heimischen Scholle so des das SÄwert in die Waaschale.
leicht den Rucken kehren läßt. In meh. reren Theilen des Staates macht sich be reits ein drückender Mangel an tüchtigen Arbeitskräften bemerklich. Gouverneur Barstow hat in seiner letzten Botschaft die Aufmerksamkeit der Legislatur auf diese Verhältnis gelenkt und dieselbe gefragt, ob es sich nicht empfehle, die HerbeiZtthung mögliqst tüchtiger EmWanderer von Staatsweaen m unter stützen. Seit einem Jahr sind in Castle Garden Agenten thätig, die tüchtigsten deutschen und skandinavischen Arbeiter zur Einwanderung nach Vermont zu veranlassen. Diese Agenten sind nicht von dem Staate, sondern von Farmer vereinen angestellt und autorisirt, haben bereits im vorigen Jahre tüchtige Ein anderer veranlaßt, sich nach Vermont zu wenden, und diese haben dort die ih nen in New Z)ork .eröffneten Aussichten bestätigt und bewahrheitet gefunden. Dieses System kann den Uebeln, welche mit der Auswanderung aus Vermont verbunden sind, zum Theil, jedoch kei neswegs völlig abhelsen. Im Norden des Landes der grünen Berge behelfen sich die Besitzer der größeren Farmen meist mit dem Engagement zahlreicher französischer Canadier, die namentlich in der Ernte vorzügliche Dienste leisten, aber zur ständiger Ansiedelung in Vermont meist schwer zu bewegen sind. Mount Whitney. In Betreff unserer Wetterbeobach tungS-Stationen stehen zwei wichtige Veränderungen bevor. Auf dem Gipfel des Mount Whitney wird, und zwar in einer Höhe von 15.000 Fuß über dem Meeresspiegel, eine neue Station errich tet. Welche Annehmlichkeiten der Auf. enthalt daselbst namentlich im Winter bieten wird, läßt sich daraus ermessen. da schon um die 'Station auf dem Mount Washington, welche sich in einer Höhe von nur 5,000 Fuß benndet, Ze phyre säuseln, für welche eine'Geschwin digkeit von hundert Meilen in der Stun de durchaus nicht ungewöhnlich ist. Während der Nutzen der letzterwähnten Station namentlich darin besteht, da sie das' reichste Material für Vorauöbe stimmung der die NeuEnglandStaaten heimsuchenden Stürme liefert, wird die Station auf dem Whitney weniger der Erforschung des wahrscheinlichen Wet te?3, als vielmehr allgemeinen wissen schastlichen Beobachtungen dienen. Die Beschaffenheit der Atmosphäre und die eigenthümliche Wirkung der Sonnenstrahlen sind Gebiete, aus denen noch alles zu entdecken und auszuschließen ist. Die Beobachtungsstation aus der Varrow-Spitze, dem nördlichsten Punkte des amerikanischen ZZestlandes, wird auf gehoben, und zu Ansang deZ nächsten Monats wird ein Regierungsdampfer dorthin abgchen, um die Beamten mit ihren Apparaten und Instrumenten ab zuholen. All zu schwer dürste diesen der Abschied von der ungastlichen Stätte nicht werden; vaö Thermometer fällt dort häusig auf 50 Gr. unter Null und
Stürme, die 100 Meilen in der Stunde durcheilen, sind dort ebenfalls keine Sel tenheit. Natürlich ist dort für den Comfort der Beamten geschehen, was nur über Haupt geschehen konnte ; neben betn
niedrigen, der solid konstruirten Sta n jt. . v... lionsaeoauoe oennoei ncu cm in cen Boom gearoettettr ÄorralyZraum, in dem nicht nur frisches Fleisch für ein Jahr und länger ausbewahrt werden kann, ohne daß es verdirbt, sondern bei auch bestimmt ist, im äußersten Aufruhr! der Elemente als letzter, aber volllgk Sicherheit bietender Zufluchtsort zu die gen uoer vir nvlauer. ratiiye ucu uutsw sten worden unseres Continents bewohn nen, zu verdanken. Diese Indianer sini die friedfertigsten Menschen, die noch ir- ' f V ! CN V ! . V.. ..- genowo angetroffen woroen und, ave, . t t- t dabei so ehr auch der primitivsten Be . .. r nm -Ti arme Über uvermen chllcye Wkjen, )U und Böse, Belohnung und Strafe vo, und nach dem Tode baar und ledig, das sie an Darwin'Z Mittheilungen über du o . - -: . j . V C.'Af l X. ysaiaqomzx innern, roci&;c ucn uuiii sten Theil von Amerika bewohnen. Siz kennen nicht einmal eine gewisse Zusam. mengehörigkeit nach Stämmen und Un terordnung unter Häuptlinge, sondern leben, eine gewisse Fürsorge für ihre Familien bethätigend, gleichberechtigt neveneinanoer. A u f dem St. John'ZFried 2o?e bei Winnipea in Canada wurde dieser Tage beim Graben eines Grabes !eine Partie versteinerterKnochen entdeckt, von denen man annimmt, daß sie von den Ur-Emwohnern des Landes herruh. tCN. Indianer und Goldsucher. Vor einigen Tagen meldete der ehe malige Sioux Häuptling Rothwolke, einst der Schrecken der Grenzbewohner, der Bundesregierung, daß er auf der Reservation seines Stammes in Dakota eine Goldmine gefunden habe und' zehn Jahre lang bei der Bearbeitung derselden in Ruhe aelassen sein wolle. Da sein'Stamm die Reservation auf Grund eines absolut unanfechtbaren Rechtstitels innehält, Rothwolke also eigentlich ohnedies schon rechtlich geschützt ist, so könnte man sick über seine Ankündiauna raundern. dock ist dieselbe keinesweas so sebr überflüssig. Die Weißen haben noch nie Indianeransprüche auf iraend welches Goldgruben ausbeuten lassen. Es wäre wunderbar, wenn Rothwolke troi; seiner formellen Ankündiauna im unaestörten Besitze seiner Mine bliebe. Vor etwa zwei Jahren erst wurden den Utes mebr als eine Million Acres abaenormen, weil der Boden sich für Acker. bamwecke eianet. 5Xn diesem, wie in ahnlichen Fällen wurde indessen wenig. ftens die fformalitctt eines Vertrages erfüllt. Man .kaufte" das Land von den Wird aber au? einer Reservation Edelmetall gefunden, dann warten die Wei. kn nickt einmal aus iraend welcke ormalität. Kein Menfch kümmert sich da rum, ob das Land den Indianern qehört oder nicht. Prospectoren und. Gold aUt strömen in Schsaren auf das Gebiet, welches die Bundesregierung den Wilden" feierlich als Eigenthum verlieben kat. 5, int erb er ist der Bund völlig machtlos, die Indianer zu schützen. Letztere, wohl einsehend, dafc sie kein Recht finden können, vertheldlgen ihr Heim mit der Flinte. Sie gehen auf den KriegSpsad, plündern, sengen und morden, werden dadurch zu Iiostilos" und gerathen mit den Truppen Onkel Sam'S in Conflict. Der letzte blutige Kneg gegen die, Sioux entstand dadurch, daß die Gold-, fucher in die Black Hills gewaltsam ern-i drangen, und der furchtbare Krieg gegen den Häuptling Joseph ist darauf zurück zufuhren, daß die Nez Perces zwangs weise aus die Wanderschaft geschickt wurden, weil man Gold auf ihrer Reserva tlon gefunden hatte. ES st daher höchst wahrscheinlich, daß die Ankündigung: Rothwolkes gerade das Gegentheil der von ihm beabsichtigten Wirkung haben, wird. Statt die Weißen fernzuhalten,' wird sie dieselben anlocken, Krieg wird die Folge sein, und wenn die Indianer nicht ausgerottet werden, wird man sie wie eine Viehheerde forttreiben lassen. Vielleicht schickt man sie vom kalten Nor den unmittelbar nach dem glühendheiß ßen Jndianerterritorium. Was liegt daran, wenn sie dort zu Grunde gehen ? ES kann wohl nicht zweifelhaft fein,, daß die Ureinwohner" sich nie der Ruhe erfreuen werden, solange sie als selbst ständige Nationen" in halber Gütecge-, meinschaft verharren. Dem Jndivi' duum würde man seinen Grundbesitz schwerlich rauben, aber die Rechte einest Stammes anerkennt der Weiße nicht. Der Boden, der Allen und Keinem ge-, hört, gilt den Leuten an der Grenze ein fach als unbesiedeltes Land, das derjenige nehmen kann, der zuerst kommt. Selbst das Jndianerterritorium muß ja depanvig ourcy Gruppen gegen rauoerische Einfälle geschützt werden, und über kurz oder lang wird sich dieser Schutz als ungenügend erweisen. Ist erst die ganze Umgegend besiedelt, dann wird sich ein riesiges, spärlich bewohntes und fast gänzlich uncultivirtes Gebiet den. Wei ßen nicht mehr vorenthalten lassen. Der ärztliche Codex. Der Krieg unter den Doctoren sagt die m Times", nimmt an hestigkeit zu, und die Anhänger des alten Codex haben soeben einen Sieg über ihre Gegner erfochten, indem sie einen der letzteren zwangen, seine Stellung alZ Lehrer im Bellevue Medical College aufzugeben. Auf der einen Seite stehen einige der fähigsten und gelehrtesten Aerzte New Norks. auf dr anderen die . Ueierzahl und die charakteristische Hart
näckigkeit von Leulen, die eine schlechte
Sache vertheidigen. Vor der yand er giebt sich keine Partei, aber es kann wohl nicht zweiselhast sein, dag am Ende die Vertheidiger des neuen Eodcx erfolgreich sein werden. Im Grunde genommen vertreten die Verfechter des alten Eodcx den Stand. Punkt, daß Km Mensch, der einen homöopathischen Arzt herbeiruft,' des Todes würdig ist, und dakx kein .regulärer Arzt auch nur einen Fmger rühren foute, -t r. r f , , um oes Äerorecyers even zu reucn, wenn letzterer nict.t etwa bereut und den 5)omöopathen hinauswirft. Dagegen baben die Anhänger des neuen Codex die Frechheit, ohne Errötyen vorzuschla gen, daß tin regulärer" Arzt, um das Leben eines Patienten zu retten, der einen Homöopathen angcstcllt hat, sich mit lenterem soll verständigen und hören dürfen, welcher miserablen Behandlung der Patient bisher unterworfen war. Das einzige Mittel, die MeinungvVerschiedenheit zwischen den beiden Parte'.en auszugleichen und die Oberherrschaft den . Anhängern des alten Codex zu sichern, würde ein Gesltz sein, welches es zum Verbrechen fjir irgend Jemand machte, mit Vorwissen und Absicht einen Homöopathen heranzuziehen. Ueber tretungen sollten zwar nicht mit dcmTode bestrast werden, aber mit Einsperrung t i fzX ,-rt42rts9nnn!i nsvfrfvXvtf Siivrf iuv wtuui3jji;uiiyui;if viiUjuiit wuiuj Behandlung von Seiten regulärer" Aerzte. Sobald ein Schuldiger ver hastet ist, darf er natürlich keinen Ver kehr mehr mit seinen homöopathischen Verbrechensgenossen unterhalten. Als dann würde der Gerichtshof einen regulären" Arzt mit der Behandlung des befangenen zu betrauen haben. Der Reguläre" hätte an dem Patienten mit starken Medicinen zu experimentiren, bis derselbe gesund wird oder stirbt. In letzterem Falle bleibt nichts zu thun übrig, im ersteren, wenn sich ein sol cher Fall je ereignete, könnte der Ge fangcne den Aerzten behufs Vivisection übergeben werden." Der Nkue See in Äsriki,. Herr von Lesseps ist bekanntlich am 20. Marz in Gabes augekommen. Gabcs ist, laut einer Correponderz an den N. Her.", ein unbedeutender Ort an der Bai gleichen Namens und liegt südwestlich von Tunis. Die ganze Öase, zu wel cher das Städtchen gehört, führt ebenfalls den Namen Gabes oder KabeS, liegt unter 33 Gr. 53 Min. nördl.Breite und 10 Gr. 6 Min. östl. Länge und erstreckt sich drei Meilen in das Land hinein, wo sie an die kleine Sahara grenzt. Sie ist eine der reichsten Oasen des ganzen Welttheils, erzeugt die besten DaW teln, Orangen und Citronen und genug Getreide bester Qualität für ihre 8000 Einwohner. Seit 1878 haben sich drei Franzosen, die einzigen Europäer, in dem Städtchen niedergelassen : der französische Vice-Consul für Tunis, ein Finanzagent der dortigen Regierung und der Director der Telegraphen des Lan des. Die Post wird nach dem 120 Meilen entfernten Sphax durch berittene Boten befördert. Lesieps hat Gabes als Ausgangspunkt des projectirten See's, resp. Canals, ausersehen und war sofort am Morgen nach seiner. An kunst mit der gründlichen Prüfung der Vorarbeiten derjenigen Ingenieure beschäftigt, die ihm vorausgeeilt sind. Es war ein wunderbarer, gewissermaßen erhebender Anblick, einen Mann zu sehen, der in seinem 79. Lebensjahre, nicht zufrieden damit, der Leiter zweier CanalUnternehmungen von Bedeutung sür die ganze Welt, der Ehrenpräsident der Gi sellschaft zu sein, welche die Landenge von Kormty durchsticht, noch Energie, kör perliche Rüstigkeit lind geistige Kraft und LlNjche genug bejikt, em neues Riefen werk auf seine Schultern zu nehmen. Aus den von den Ingenieuren veran stalteten Bohrungen ergiebt sich, daß die Beschaffenheit des Bodens einer weiten Ausschachtung, welche den Hafen zu bilden bestimmt ist, erhebliche Schwierigleiten nicht entgegenfetzt. Von diesem künstlichen Hafen aus wird sich em Ca nal, 12 Meter tief und 50 Meter brett, durch die Oase und die Wüste erstrecken und die vier Niederungen der letzteren Fejel, Dierid, Narsa und Melrir mit einander verbinden. - Diese Niederungen liegen in einer ge raden Linie, die in einer Ausdehnuna von 50 Kilometern von Ost nach West tr ? - c rn v L iirnii. . ic naria-nieoeruna neal oü Meter unter dem Seespiegel; sie ist an der Baus zweimal so lang als der Gen fer See -und wird 40 Milliarden Kubikmeter Wasier enthalten. Die Melrir lst 14mat größer als die Oberstäche de Genfer See's und ihre Wasiermasse wird 160 Milliarden Kubikmeter betragen. Die beiden anderen Niederungen sind von geringerem Umfange. Der Canal soll den Namen des Franzosen Roudaire erhalten, des Mannes, der zuerst das Project, die kleine Sahara in einen See zu verwandeln, in Anregung gebrach und der Pariser Academie der Wisiew schaften den ersten durch Karten veran schaulichten Bericht überreicht hat. Die größte Förderung verdankt jedoch das Project immerhin Herrn DeLesieps, der von dem Tage an, als er die Eröffnung r . i V T. , . . oes L?uez'anal3 leueie uno oami den Zenith irdischen Erfolges erreicht hatte. für dasselbe mit seiner unvergleichlichen rr .! r ;n Energie lyallg gewesen iiu Es läßt sich schwer im Voraus bestim men, welchen großartigen Einfluß die Verwandlung der 4 Niederungen in Tiefseen, die Verbindung derselben zu einem gewaltigen see aus das Land auf den Erdtheil, ja auf Theile des be nachbarten Europa ausüben wird. Man darf nicht vergessen, daß ein großer Thei der kleinen Sahara zu der Kornkamme des alten Rom gehörte, daß dort noch heute Überall, woCanalisirung eingeführt wird, der Boden durch seine Fruchtbar keit überrascht. Wasserflächen von dem angegebenen Umfange werden namentlich bei dem dortigen Klima eine unge heuere Verdunstung, und diese wiederum wird Wolkenbildung und HLusigerenRe genfall zur Folge haben. Die tägliche Verdunstung wird aus Grund der von den Ingenieuren vorgenommenen Mes-
sungen von (belehrten, welcye das lstu! dium der dortigen Virdunstungsverhält nisse zu ihrer speciellen Aufgabe gemacht haben, auf 39,L00.000Kubikmeter täglich berechnet. Der Verdunstungsmesser Evaporometer , ein von dem Franzosen Cliche erfundenes Instrument, weist nach, dajj sich diese Verdunstung unter dem Einflüsse des dort häufig webenden Sirokko verdoppelt. Derselbe Sirokko, der in Algier die Vegeta'.ion zerstört, erhöht die Frucht barkeit des südwestlichen Frankreich, oa er bei seiner Ankunst daselbst mit dem Wasierdunste des mittelländischenMeeres gesättigt ist. Die gleiche Wirkung wird der über den neuen See sich dahin be wegende Wind auf ganz Algier aus üben. Und was hat dieses einst unerschöpflich fruchtbare Land fast gänzlich in eine öde Sandwüste verwandelt? Der Mangel jeglicher Canalisirung und BeWässerung, die Zerstörung der Walder, der Kriegs die colossalen Temperatur schwankungen, welche eine Folge der Trockenheit der Atmosphäre sind. In der Wüste ist der BodenFeuer und der Wind Flamme, in der Nacht sinkt die Temperatur oft unter den natürlichen Gefrier Punkt, und diefem Wechsel kann keine Vegetation widerstehen, auch wenn man ihr die Wohlthat localer Bewässerung zukommen ließe. Wird die Luft über der Wüste mit Feuchtigkeit gesättigt, so kehrt häusiger Regen und die Fruchtbarkeit des Bodens zurück, und ihnen folgen eine betriebsame Bevölkerung. Industrie und Handel. Allein die. Salzgewinnung wird in ienem Theile von Afrika die
Quelle eines blühender.E:werdes bilden, denn das Salz ist selten in dem schwarzen Erdtheile" und mu. im Innern mit 150 Franken sur das Kilogramm bezahlt werden. Kann sonach der segensreiche Einfluß der Umwandlung, welche' der kleinen Sahara bevorsteht, kaum hoch genug angeschlagen werden, so ist das Unternehmen auch in politischer Beziehung für Frankreich von hoherBedeutung. Frankreich bedarf an dzr Grenze von Algier und Tunis eines natürlichen Walls ge. gen die plötzlichen Einfälle der Beduinen aus Tripolis und anderer feindseliger Stämme. Die Seeen und der Canal gewähren ihm einen solchen und gleichzeitig eine ausgezeichnete Operationsdasls. unis ist die wichtigste sranzölischeBejitzung im ganzen westllchenAfnka, und ihre Bedeutung wächst durch die Umwandlung der Wüste gleichzeitig mit der Sicherheit ihres Besitzes. Die französische Nation hat nie Gelegenheit ge habt, ihr Verengen nach gloke" auf kmem dankbareren Felde zu bethätigen, als wenn es eine Wüste mit neuem Grün schmückt, unter den Bewohnern europäische Civilisation verbreitet und die An knupfung vonVeromdungen mit demnnern von Afrika erleichtert. DasLesseps'sche Unternehmen, das lediglich mitPrivatcapital ausgesührt werden wird, muß Frankreich, Arabien und Afrika, ja der ae ammten Cultur der elt zu (sute kommen. In Da u g h e r t y C o u n t y. G a., besuchten im vorigen Jahre 1860 Zög lmge die oisentlichen Schulen ; von die sen waren 176 farbig und 103 weiß; sie wurden von 27 farbigen und 7 we: yen Lehrern unterrichtet. Aus 7 farbige Bewohner jenes Countu'Z kommt ein Weißer. Bo;n Jnlanöe. In d er U m a e d u n a van b Lelion in TeraZ ist eine reiche Ader Silbererz entdeck! worden. L00 Pfund des besten Cm wurden Meier Tage über Gal?eston naH New tynt verladen. Ein deutscher Chemiker in Srooklyn, N. Y., hat um ein Patent kür das von lym entdeckte Versahren nachgesucht, irgend welchePflanzenfafern in ein Gewebe zu verwandeln, welches alle Vorzüge woÜener Stoffe besitzt. D t x i u n a t F a r m e r K r e o. Bran in Iowa hat fchon längst an's deirathen gedacht, aber die Töchter der Nachbarschaft dünkten ihm nicht gut ge nua für ihn. er wollte etwas ganz desonderes haben. Da schrieb er an einen Jndianer-Agenten in Dakota, ob dort nicht eine zunge Indianerin von yoyem Rang und Stand zu haben sei. De? Agent berichtete von einer IndianerPrinzessin seiner Bekanntschaft, ein Briefwechsel und Austausch von Photographien folgte und jetzt schwingt die Tochter eines Häuptling? der Sioux das häusliche Scepter aus jener Farm in ;owa. Californren besitzt zwer große Jute-Spinnercien, worüber der .Demokrat" in San Francisco Folgendes mittheilt: Die gewaltigen Ernten Californiens in den letzten zehn Jahren führtkn sehr häusia einen Mangel an Säcken zur Verschiffung des Getreides herbei. Speculanten benuktcn diese Gelegenheit, kauften enorme Quantitäten Säcke auf und zwangen die Farmer, bobe Vreise sür diese nothwendigeWaare ft zahlen. Dieser Umstand, verbunden ' . . , - w r r .... Mit dem NaHlveile, oaö vle Ulkpsianze, deren Faser zur Ansertigung'.des Sacktuches benutzt wird, vortrefflich in Califormen gedeiht, führte zu dem Plane, Jute-Spinnereien und Webereien in Californien zu errichten und die Fabrikation von Säcken zu betreiben; denn bis die großen Quantitäten von Säcken von England, China und Japan importirt werden. Wir besitzen jetzt zwei diefer Jute-Fabriken, von denen die ein mit dem Zuchthause von San Quentin verbunden ist und auf Staatskosten geführt wird, während sich die andere bei Clinton befindet und in Privathänden ist. Letztere ist die ältere, hat aber in sinanzieller Beziehung so wenig befriedigende Resultate geliesttt, daß sie vor einigen Wochen von ihren Eigenthümern an eine neue Compagnie, die Calisornia Jute Mill Co., für s100,000 verkaust wurde. Die alte Fabrik lieferte hauptsächlich mit chinesischen Arbeitern Getreidesäcke von guter Qualität, hatte aber als ganz neuer Industriezweig mit vielen Hindernissen zu kämpfen. Die ,te-Fabrik in San Quentin kostete
Z230,000. Sie besitzt 200 Webstuhle, ;
.während die Fabrik der Clinton nur 122 Webstühle besttzt. Die neue Compagnie hat sich mit einem Capitale von 5180,-' 000 in 12,000 Actien incorporirt. Sie beabsichtigt, nur weiße Arbeiter zu be-schästigen."-N a ch s e i n e r A b s ch i e d S v o rst?llung im Thalia-Theater in Nework hielt der berühmte deutsche Tragöde Ludwig Bernay eine Rede, in der er auch der Presse gedachte.' Dank Ihnen Allen," rief er aus. Dank der gesammten" der Künstler stockte einen Augenblick, nein, fast der gefammten deutschen Presie " Diese Stockung deuteten nun Anwesende als einen Tadel der Staats Zeitung", die mitunter Bernay scharf kritisirt hatte. Ein Pereat" auf die Staats-Zeitung" folgte jetzt Seitens der Bernay-Bewunderer, und nachdem sich der Tumult gelegt hatte, schloß der Tragode : Es ist ein trauriger Moment sür eine deutsche Buhne im fremden Lande, den- wir hier erleben müssen. Möge die Presse dafür sorgen, daß er nicht wiederkehre !" Jedenfalls hat sich da Bernay eine TaktIosiakelt zu Schulden kommen lauen; die Kritik der Staats-Zeitung" mag gerechtfertigt gewesen sein oder nicht, je densallz hätte Bernay der freicn Kritik nicht durch sein: Schlußäußerung ins Gellcht schlagen sollen. Du Gesetzgebung v o n N e w Jersey, die sich kürzlich vertagte, hat ein Gesetz crlaisen, welches den Verkauf von Cigarretten oder Tabak in irgend einer Form an Knaben oder Mädchen unter 16 Jahren verbietet. Gouverneur Ludlow hat die Bill unterzeichnet. Sie bestraft Tabaksverkäuser, welche obige Vorschrift übertreten, mit einerGeldstrafe von $20 für jedes einzelne Vergehen. Viel nutzen wird das Gesetz wohl Nicht. Das Gesetz kann nun einmal nicht gut machen, was die Erziehung oder viel mehr der Mangel an Erziehung verdorden hat. Die Qfficiere des zurZeit in Havre vor Anker liegenden amenkanischen Kriegsschiffes Lancaster" haben Nch belonderer Aufmerkiamkelt und Höf lichkeit von Seiten der französischen Be hörden und Bevölkerung zu erfreuen. Ein großartiges Banket wurde ihnen zu Ehren veranstaltet. Wahrend der Lan caster" in . den englischen Gewässern kreuzte, wurden die Ofricierc zu Ehren Mitgliedern des London Naval and Military Club" ernannt. a rri r l e zur Zerr im au veoriffene. aus Balkenwerk trestle bestehende Brücke der N:w Orleans und Northeastern E:lenbahn über den Lake Ponchartrain wird nach ihrerVollendung 21 Meilen lang fein. - v r r t. m re I i5 a o rl r en in o en Ä e ?. Staaten verbrauchen alljährlich 2 Mil lionen Eier zur Herstellung einer be stimmten, von den Photographen benutz ten Papiersorte. Die r öm i s ch-k lrt h o l i sch e Ka thedrale in Hartford, Conn., welche noch nicht ganz fertig ist, aber schon $200,000 gekostet hat, ist so baufällig, daß man ihren Einsturz erwartet. Ein feines TröpfchenWein, wie er vielleicht auf der ganzen Welt nicht wieder existirt, wurde dieser Tage in Boston versteigert. Der Wein gehörte zu dem Nachlasse des John P. Healey, wurde vor 40 Jahren von dem Capitün JohnPercival von der Fregatte Constitution" aus Madeira gekauft und galt damals schon als der beste Wein, der auf der Insel er.istirte. Das Faß Wein machte eine Reise um die Welt mit und kam dann in den Besitz des genannten Healey. Zuei Dutzend Fla schcn waren zur Zeit des Todes des letz teren noch vorhanden. Merkwürdiger Weise enthalten die Bostoner, Zeitungen keine Notiz darüber, wie theuer die Flasche bezahlt worden ist. Der Farmer B eng st ran in Minnesota verbreitete vor einem Jahre das G:rücht, seine Ehefrau sei mit einem Knechte, der früher in seinen Diensten stand, durchgebrannt, und fand vollen Glauben. Der Mann war seit dieser Zeit scheu und unstät, wie man ihn nie vorher gekannt hatte. Dieser Tage hat sich der Mann erhängt und ein ausführlicheS schriftliches Bekenntniß zurückgelassen, in dem er angibt, wie er seine Frau ermordet und die Leiche verbrannt hat. Ein Hausmittel, das die Chinesen auch hierzulande mit Vorliebe brauchen, besteht aus getrockneten und gestoßenen Schlangen, Wespen, Tau.sendfüßlern. Scorpionen und Kröten. D;c ulverlnrte Masse wird mit Honig gemischt und aus dieser Substanz wer den Pillen gedreht. Dieses ausgezeich nete Miitel hi'.ft aber nur bei den Cb'.nesen gegen alle Krankhe'tten. Vom Attölande. Anläßlich der nun delinitis ersolaten Zrreisvrechuna deS Reichstagsabgeordneten Prosesior Dr. Mommsen wegen Bismarckbeleidigung wurde conflatirt, daß der Reichskanzler in den letzten Jahren gegen 6 Abgeord nete Strafantrag wegen Beleidigung gestellt hat. Es sind dies die Abgeordneten Dr. Mommsen, v. Bunsen, Dr. Dohrn, Dr. Meyer, Stoetzel und Majunke. Die liberalen Abgeordneten wurden in allen Fällen freigesprochen. Die klerikalen Abg. Stoetzel und Majunke waren nicht so glücklich, sondern haben das Nationalvergehen" mit Gesängniß strafe büßen müssen. Den Geist der rich.terlichen Beamten, welche in Frankreich sei: Bcnaparte's Regierung politische Justiz ausüben, erkennt man aus folgendem bezeichnenden Falle : Eine Anzahl Bürper hatten in Nimes, Südfrankreich, eine Verschwörung von Königlichzestnnten belauscht, welche sich zum Sturze der Republik verbanden. Sie theilten dies der Redaktion des 0ito)'n et Ba taille" mit und erfüllten damit nur ihre Bürgerpflicht, weil das Gesetz "jeden Bürger, der solches hört, dazu verpflichtet. Die genannt: Zeitung veröffentlichte diese Angaben und wurde von den -Berschwöiern auf Verleumdung ange
klaa't. Die öffentliche Verbandlüna des Procesies fand am 20. April in ÄlaiS statt. Die Thatsachen wurden durch fünf Zeugen bewiesen. Der StaatSanwalt beantragte darauf Niederschlagung
des ProcesieS. Das Gericht aber verurtheilte d:e Redaktion zu schwerer Geldund Gefängnißstrafe. I n C en tr a l - A f ie n, auf der Straße von Indien nach Nufsifch-Tur-kestan, hat sich ein neuer mohamedanischer Staat gebildet, der nun dazu berusen zu tm scheint, bei einem Kampfe zwl schen England u. Rußland über die Herrschast in Asien eine bedeutende Rolle zu spielen. Jenseits des Amu Darza liegen vier kleine Khanate: Kulab, Darway, Wafja und Schadumani, die theils von Kirgisen, theils von anderen türkischen Stämmen bewohnt sind und bisher bald unter der Botmäßigkeit Bokhara's, bald wieder unter der Asghanistan's standen. An der Spitze eines zeden dieser vier Khanate steht ein Emir. Vor Kurzem brach zwischen zweien dieser kleinen Kha nate eme blutige Fehde aus, welch: Gelegenheit derEmir von Afghanistan dazu benutzen wollte, um seine Oberhoheit über diese vier Khanate wiederherzustellen. Die Fürsten dieser vier Länder kamen ihm jedoch zuvor, indem sie ihren Amtsbruder, den Emir von Kulab, zu ihrem Oberhaupte ernannten und demselben zugleich den Oberbefehl über das Bundesheer übertrugen. Der Emir von Kulab, Mir-Kusch. der in der. Stadt Sayad residirt, gehört somit heute zu den Khanen Mittel-AsienS. Die loyalen Briten sind ob der Knauserigkeit ihrer Königin oft malssebr ärgerlich. So wird die pro jektirte Reise desHerzogS von Edinburgh nach Moskau zur Krönungsfeier deZ Czaren noch immer in den Londoner Tagesblättern commentirt. Prinz Alfred ist der Schwager des Czaren und würde i!i seiner Kapacität als naher Verwandter zur lFeier gehen müffen. Um so weniger versteht der englische Bürger,, weßwegen die Kosten der Reise aus Staatsmitteln beschafft werden sollen. Jedesmal, wenn ein Mitglied der königl. Familie über den Kanal setzt, oder ein Gast anlangt, muß der Staatsschal) die Reiseunkosten bestreiken. Im vorliegenden Falle handelt es sich um eine Gratifikation an einen der reichsten Männer des Königreiches, jedenfalls unter den Mitgliedern der königlichen Familie, die Königin ausgenommen. Er hat von der Nation ein Jahrgeld von 28,000. Als er majorenn wurde, erbte er eine bedeutende Capitalsumme. Seiner Frau, der einzigen Tochter des Zaren Alexander II., siel beim Tode ihres Vaters eine colossale Summe zu obendrein ist er Erbe des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha ; sür da? Souveränsrecht über dieses Land soll die deutsche Regierung willig sein, 20 Millionen Mark zu zahlen. Angesichts dieser colosialen Geldmittel.-die dem Prinzen zur Verfügung stehen, kann man sich nicht wundern, daß der Steuerzahler gegen die Zumuthung einer Zulage zurBestreitung der Reifeunkosten sich auflehnt. Zum Kapitel der Soldatenschinderei berichtet die .Bayerische Landeözeitung" vom 15. April : Wird jetzt das Maß voll sein und ein Individuum, das es sich förmlich zur Ausgäbe zu machen scheint, die ihm untergebenen Soldaten in rohester Weise zu mißhandeln, seiner verdienten Strafe anheimfallen und dann endlich einmal davongejagt werden? Unterossizier Oskar Kram, 1. Bat. 2. Jnf.-Reg., ein Sachse, .ganz derselbe-, welcher sich im Dezember v. I. im Vereine mit zwei Kameraden in 'der Salzstadelkaserne die rohe Mißhandlung eines Rekruten zu Schulden kommen ließ, ganz derselbe", welcher im Februar einen Soldaten durch Kolbenstöße derart zugerichtet hat, daß der Betreffende jetzt noch schwer an den Folgen leidet und wahrscheinlich seiner Lebtage daran zu leiden haben wird, hat sich schon wieder einer solchen Brutalität schuldig gemacht, indem er aus dem Exercierplatz Oberwiesenfeld einen Soldaten mit dem Gewehrkolben derart traktirte, daß der Mißhandelte sich dem Arzte stellen und vom Dienste suspendirt werden mußte. Diesmal traten j'.doch die Kameraden sür ihn ein und verklagten den rohen Unlerojsizier beim Lieutenant, welcher .äußerte, daß das Maß nun voll sür ihn sei, und dieStrafe nicht ausbleiben werde. Vor dem Schwurgericht in Saint'Briene in Frankreich hat sich wieder ein Prozeß voll entsetzlicher Einzelheiten abgespielt. Der Bauer Pierre Henry in Plerin war ein gutmüthiger Mensch, welcher sich, so lange ernüchtern war, von seiner Frau vollständig beherrschen und an-die Arbeit treiben ließ. Aber er betrank sich öfter und dann verschleuderte er das Geld, welches seine geizige Frau so sorgsam zusammenhielt. Die Frau suchte ihn durch alle möglichen Mittel, Zärtlichkeiten und Härten, von der Trunksucht zu heilen, jedoch ohne Ersolg. Sie sah daher mit Schrecken einem sorgenvollen Alter entgegen. Als sie AnsangS des JahreS von einer entfernten Verwandten erbte, stand bei ihr der Entfchlutz fest, der Verschwendung dieser Erbschaft ein Ziel zu setzen. Am 9. Februar kam Henry so schwer betrunken nach Hause, daß er in der Stube vom Stuhle fiel. Seine Frau gerieth in die höchste Wuth und tödtete ihren Mann. .Die Einzelheiten darüber, wie sie die That vollführte, nach derselben die Spuren des Verbrechens zu verwischen suchte und den Leichnam zerstückelte uüd bei Seite schaffte, sind . so gräßlich, daß sich die Feder sträubt, sie niederzuschreiben. Der Obertheil des Körpers wurde am 10. Februar, in einen Sack eingenäht, von dem Rade einer Mühle au dem Waffer geboben. Es erfolgte die Verhaftung der Frau, die sofort ein Geständnis ablegte und daffelbe vor Gericht wiederholte. Dank der geschickten Vertheidigung ihres Sachwalters, wel cher besonders die wirthschaftlichen Tu genden der Mörderin inö beste Licht stellte, bewilligten ihr die Geschworenen mildernde Umstände, in Folge besten sie rr.it zwanzig Jahren Zuchthaus davon sam. :
