Indiana Tribüne, Volume 6, Number 228, Indianapolis, Marion County, 6 May 1883 — Page 7

Suf dem MasKenöasse.

dm Epsutsche de Ss VUntttl rtn. .Erlaubst Du, daß ich mich zu Dir setze, schöne Serranita ?) .Mit vielem Vergnügen. Ich danke Dir, daß Du Dich Ueber mit mir unter halten willst, als mit den glänzenden Schönheiten hier im Saale. Kennst Du mich etwa?.Nein, noch nicht; . möglicherweise kenne ich Dich auch dann nicht, wenn Du die Maske abnimmst. Aber was thut'S? Wir können jetzt miteinander Bekannt schüft machen, ja, wenn eZ Dir recht ist, sogar ZZreundschaft säzließen. Die 93c kanntschaften, die von einem Maökenballe her datiren, Pflegen nicht immer die schlimmsten zu sein." .Doch pflegen auch arge Prellereien vorzukommen 1 .Das gebe ich zu ; ich habe selbst solche erfahren .Und-wohl auch selbst einige ausge führt. .Nein. Wer, wie ich, überall ohne Maske erscheint, sogar aus den Masken ballen, darf sich keine schlimmen Späße erlauben." ' .Du hättest auch keinen Grund, Dich zu maSkiren, und dessen kann sich nicht Mancher rühmen." .Sehr verbunden, liebenswürdige Serranita. Du kennst mich V .Ja, von Sehen. Man hat mir ge sagt. Du seiest ein Dichter. Willst Du Verse aus mich machen V .Herzlich gern, wennDu eö wünschest; ich habe immer meinen Stolz darein ge setzt, den Damen gefällig zu sein. Doch vorerst sage mir : Wie heißt Du ?" .Nenne mich, wie Du willst :.Phillis, Laura, Philine. Meinen wahren Namen würde ich Dir doch nicht sagen, sondern den ersten besten, der mir einfiele. EZ ist also besser. Du giebst mir irgend ei .nen poetischen Namen nach Deinem Ge fchmaoV .Ohne meine Muse zu kennen, ohne das holde Antlitz zu sehen, dessen Reize ich benngen soll V .Ci, ei! So spricht ein Dichter? Ihr, die Ihr immer üi den unbegrenzten Räumen des Idealen lebt, Ihr hättet vonnöthen, den Gegenstand Eurer Be geisterung zu sehen ? Ich für meinen Thell mache mir nicht so viel aus um nem Gesicht, noch halte ich Deine Einbildungskraft sür so unfruchtbar, als daß ich es wagen mochte, mich zu demas kiren." ' .Es ist wahr, der Geist der Dichter, zu denen Du mich nun einmal zählst, pflegt in höheren, eingebildeten Regionen zu schweben; doch nadren wir uns keines weos von lauter Illusionen. Ich we nigstens halte es in Sachen des Ver gnügenZ stelZ mit dem Positiven .Und welches Vergnügen versprichst XJU ll VUWII; Utllit VtlUfi jjlt .Das Vergnügen, die Anmuth des selben, die ich außer Zweifel setze, zu be CT i , CTS. ftrthnfl rntin lKitft fitfi.n ? wundern; das Vergnügen, Dir meine Anoetung. . . .Anbetung ! Immer sührt Ihr das Wort tni Munde! Ihr Dlchter ver dientet, das man Euch aus jedem christ lichen und wohlgeordneten Staate ver bannte ! .Warum, Verehrteste?" .Als gottlose Götzendiener, wenn Ihr fühlt, was Ihr sagt; als erbärmliche Heuchler, wenn Ihr lügt. Du hast wahrhaftig wohl daran gethan, ohne Maske yieher zu kommen I Ihr Dlchter braucht keine, um zu lügen, Ihr steckt immer unter oer Mastt. .Wenn das so ist, so lasse ich für mei nen Theil mit Vergnügen mir eine Ei genschast gefallen, die mich mit dem schonen Geschlecht ganz in eme Reihe stellt." .So heuchlerisch wären wir Frauen ? .Ja, schöne Maske. Ihr könnt nicht sa gen, daß die Männer in diesem Punkte Euch grundlos anklagen. Freilich muß man auch zugeben, daß die Eifersucht und Tyrannei der Wänner Euern Mangel an Aufrichtigkeit hervorruft, und daß Eure Verstellung im Allgmeinen Nachsicht verdient, weil der Wunsch, uns zu gefallen. Euch dazu drängt. Aber soll ich wirklich Dein Gesicht nicht sehen?" .Nein. Der Wunsch, dir zu gefallen, räth mir, meine Maske zu behalten." Dein Gespräch entzückt mich; mit jedem Deiner Worte wächst meine gerech te Ungeduld, Dich zu kennen." .Hast Du nicht gesagt,ich sei schön, ohne mein Gesicht zu sehen ? Hast Du mich - nicht von vornherein Deine holde Muse genannt? Glaube nur, es liegt in unser Beider Interesse, daß ich Deiner Bitte nicht willfahre. Wenn ich verhüllt bleibe, höre ich aus Deinem Munde süße Schmeichelreden, an die ich vielleicht nicht gewöhnt bin; wenn aber der schützende Flor von meinem Antlitz verfchmindet dann fahre wohl Illusion ! Steife Höflichkeit und schlecht verhehlter Verdruß folgt aus die Lobpreisungen, die Liebes worte und zärtlichen Betheuerungen, womit Dn mich,wenn nicht stolz gemacht, doch wenigstens unterhalten und ergötzt hast." .Diese Bescheidenheit ist für mich der sicherste Beweis Deiner hohen Verdien sie." .Bescheidenheit oder, besser gesagt, Aufrichtigkeit ist mein einziges Verdienst: jedes andere geht mir ab." ..Ich glaube bald. Du möchtest von mir durchQu zu den Gewöhnlichen bei nes GeschlechlS gerechnet werden. Der Karneval ist zwar das verkehrte Bild der Welt und ohne Zweifel verstellen sich die Damen unter dem Schutze der Maske, die sie zum Lügen einladet, weniger als it offenem Gesicht. Sie haben ja selUn Gelegenheit, ungestraft die Wahrheit zu sagen! Aber Du Du bist nicht häölich.darauf möchte ich schwören. Ich bin so oft getauscht und genarrt worden, daß ich endlich in Beur theilung derMaöken einen gewissenTakt, eine gewisse Routine erlangt habe. Du sollst mich gewiß nicht tauschen ! O, ich habe eine feine Nafe! Bei einen letzten Worten machte die Maske eine unwillkürliche Bewegung der Ueberraschung oder des Unwillen. Ich dachte mir ein so gewöhnlicher und unhöflicher AuZ druck habe ihr Ohr beleidigt und bat tausendmal um Entschuldigung. Sie eber reichte mir lachend dieHand und bemerkte mit ausgesuchter Liebenswürdig kkit, sie verzeihe gern eine Sache von so

geringer Wichtigkeit, und ich fuhr fort : Nur aus einem Grunde muß ich bedau

ern, wenn Du Dich demaskirst." .AuSuelchem V .Weil es dann mit der köstlichen MaS kensreiheit zwischen uns vorbei ist. Wie schade, daß man dem unbefangenenPlau dern, dem traulichen Dutzen, daS der Maskenball gestattet, entsagen mufc ! Freunde, Geschwister, Gatten und Lie bende reden nicht vertrauter mit einander als ich jetzt mit Dir." .Und wenn lch so unklug bm und oie Maske abnehme, so wirst Du kaum Zeit haben, aufzustehen und ein gleichgültigeS und verdrießliches : Ich empfehle mich Ihnen ! hervorzubringen Mit welchem Vergnügen Du ml? quälst! Glaubst Du, ich könnte so im höflich sein ? Laß mich einen Augenblick annehmen. Du enthülltest Dein Gesicht und seiest häßlich, abscheulich. Bleiben mir nicht die Reize Deiner Unterhal tung, Deine bezaubernde Stimme,Deine fesselnde Liebenswürdigkeit, Deine entzückende Anmuth ? Wie kann ein Weib mit solchen Gaben mißfallen ? Ich ver zeihe Dir ein häßliches Gesicht." .Nimm Dich in Acht, was Du sagst! Solltest Du nachsichtiger und weniger von Eigenliebe beherrscht sein, als die anderen Männer ? In Euern Augen ist die Häßlichkeit das größte Verbrechen einer Frau." .Entweder mache ich eine Ausnahme oder Du verleumdest uns Männer, schö n Serranita. Ueberzeuge Dich davon, dinde die neidische Maske los. Du wirst sehen, daß die Glulh meiner zärtlichen Verehrung, statt zu erlöschen, nur Heller ausflammt. Mein. Vorschlag ist gewiß nicht gefährlich. Wo könnte Deine Hüß lichkeit denn stecken? Sehe ich nicht die zarte Eleganz Deines Wuchses? Halte ich nicht Deine schöne Hand in der mei nigen? Entzückt mich nicht Dein allerliebstes Füßchen ? Enthüllt mir nickt das Wogen dieses herrlichen Busens noch größere Reize ? Hält mich nicht der Zauber Deiner dunkelstrahlenden Augen gefangen? Reißt mich nicht der wunder bare Kontrast Deiner rabenschwarzen Flechten mit dem blendendweißen Na cken zu neuer Verwunderung hin ? Kann ich nicht das anmuthige Lächeln Deines göttlichen Mundes erhäschen, wenn Du das Köpfchen zur Seite neigst V .Und trotz dieser hochgepriesenen Vollkommenheit bin ich ein Schreckbild, und Dir wird die Haut schaudern, wenn ich mich demaskire." O nein ! E st unmöglich . . . .Dei ne Gestalt, Deine Gesichtszüge " .Du hast nicht alle gesehen!" .Gewiß! Nur die Nase (Hier un terdrach mich meine Gefährtin durch ein schallendes Gelächter.) Du lachst ? Bist Du vielleicht stumpfnasig r - .Oder langnasig. Was weiß ich ?. . Wolle es lieber nicht erforschen." .Nein.unmöglich kann eine unregelmäßige und unförmige Nase das holde Gesammtbild so vielen LiebesreizeS verdun keln. Ich nehme alle Folgen der Gunst, .um die tch Dlch bitte, m:t in den Kauf. Mit diesem Mund, diesen Augen erlaube tch Du eine Platte oder eme groe Na se." Unbesonnener!" .Wohlan, demaZkire Dich! Und mitten in der Nacht geht mir die Sonne auf !" .Verwegener !" .Soll ich Dich auf den Knieen darum bitten, mich dem Spott der ganzen Ball gefellfchaft aussetzen V .Wohlan, du willst es! Dusollst mich ohne Maske sehen. Wie schwach sind wir Frauen. Aber meme Hände wenigstens sollen die Pandorabüchse nicht öffnen; empfange durch Deine eigenen die Strafe Deiner thörichten Neugierde !" .Auch diese Huld? O Glück! O Selig keit! Beneidet mich, Ihr Sterblichen! Reicht Mir die Leier, 0 Mu en ! In diesem Augenblicke bin ich Pindar,' bin ich Tyrtäus......" .Bist Du ein Verrückter!" Verteufelt!.... Diese Schleife!... Ich zerschneide sie ! Ah ! Endlich .' himm Das Wort erstarb mir im Munde ein Schaudern überlief mich. O Ent eben! Welche Nase! Welche Nase!! Welche Nase!!! Nie hätte ich geglaubt, daß die Natur den Pleonasmus, die Hyperbel, das Unge heuerliche zu einem solchen Extrem tret ben könnte. Das Sonnet: $ war ein Man an eine Naj' gebunden wäre matt und farblos für die Schilde rung derselben. DaL.war keine mensch llche Nase, nem, das war eme Nunkel rübe, einSäbel, ein Nadschuh, eine äayp tische Pyramide ! Und man sagt, uns:r Vaterland sel m der Regeneration be griffen !Man verfolgt mit Strenge al les Uebertriebene undMaßlofe, was ver derblich aus den langsamen, aber fort schrittlichen Gang unserer Kulturbestre düngen einwirkt. Und die Ausscheidung der Natur müssen wir uns gefallen las sen! Gegen die Maßlosigkeit der Nase eristirt kein Gesek! Ein Grausen hatte mich gepackt bei der fürchterlichen Szeneveränderuna, und gern wäre ich meine Gefährtin auf eine schickliche Art los geworden. Ich machte rienge Anitrengungen, um einige galante Phrasen hervorzubringen, umsonst ich repraientirte das richtige Bild eines al bernen Tölpels. Zu meinem Glück aber lachte die Ser rana, die offenbar an ihre Häßlichkeit und deren Wirkungen gewohnt war ; sie lachte aus vollem Halse, vielleicht über meine Verwirrung, vielleicht über sich selbst. Dies machte mir Muth .' Unter dem Vorwande, einen Freund zu begrü ßen,. stand ich aus und verabschiedete mich. ohne sie noch einmal anzusehen, mit einem trockenem und verdrießlichen : Ich empfehle mich Ihnen ! Die Scham beflügelte '?.eine Schritte, der Zorn machte mich blind; ich stürzte fort, ich stolperte über L?u!e, über Möbe!, über mich selbst. Ich wollte nach Hause rennen, ohne meine Kutsch: abzu warten, ohne meinen Mantel einzulösen; da empfand ich aus einmal Hunger, mit ten in meiner Wuth einen Hunger, so riesig wie die Nase, in deren Schatten meine fröhliche Laune begraben lag. Ich eilte also in'deu Speisesaal, seßte mich an einen Tisch, bemächtigte mzch der Speisekarte, und verlangte, was am schnellsten zu haben wac. Ich aß, nicht etwa mit Appetit, nein, mtt tiesem Ingrimm von vier verschiedenenGerichten,

und eben erwartete ich daö sünfte, da

wer setzt sich gegenüber?.... Gerechter Himmels Die gleiche Maske oder, besser gesagt, die gleiche Nase, die mir eben einen solchen Schrecken eingejagt hatte! Mein erster Impuls war,auszu stehen und davon zu eilen; aber die doshaste Sercana wandte sich zu meinem Entsetzen mit teufli cher Artigkeit an mich und sagte : Wie. Sie wollen mich nicht zum Nachtessen einladen?' Verwirrt, keines Wortes fähig, saß ich da! und die Nase lackte : ihr Be aleiter aber lachte nicht, sonst hätte ich wahrlich meine Wuth an ihm auSgelas sen. Sennora Ich werdeJhnen nicht viel Kosten ver Ursachen.' Ein GlaS Punsch alaromaine, nichts weiter." Die e Unverschämtheit reizte Mich aus Aeußerste; ich beschloß, mich zu rächen und sie zu verspotten. G3 wurde mir ungememeS Vergnu gen machen, Ihnen zu dienen, Sennori ta, aber ich sürchte. Ihre Nase könnte Ihnen unberufen du Dienste des Mundes leisten. Wenn S'.e die MaLke nicht abnehmen. weiß ich nicht, wie .Natürlich . Mit dieser Nase könnte ich nicht trinken ; ich muß sie abnehmen." .Wie ? Was sagen Sie?.... Sollte...." In diesem Moment ergriff sie die Nase und. ...riß sie weg ! ! ! Wehe mir armen Sunder ! Sie war von Karton nachgemacht! Ihre wirkliche Nase stimmte an Anmuth mit den übri gen Gesichtstheilen vollkommen überein. Wie soll ich meine Scham, meme Verzweiflung schildern, als ich daö wun derfchöne Geschöps vor mir sah und ich mich an den Leichtsinn, die Unhöfliche keit, die Bosheit meines Betragens tu innerte ! Ich wollte sie tausendmal um Berzechurg b 1t n, meinen Irrthum aufs Stellte bereuen, klneend den Staub von ihren Füßen küffen. Aber die Grausame reichte ihrem Ge sährten den Arm, maß mich mit einem strengen, vernichtenden Blick, der mich vollends außer Fassung brachte, und verIchwand mit emem kalten : Leben Sie wohl!" m m m Die Cultur der Zimmerpflanzen. Die Cultur der Zimmerpflanzen ge? währt ein großes Vergnügen, sie erscheint sehr einfach, ist es aber in der That nicht. Eine Hauptbedingung ist, daß in dem Zimmer, wo Pflanzen cultivirt werden sollen, kein Leuchtgas gebrannt wird, dieses entweicht bei aller Vorsicht doch immer aus der Leitung, eS ist ein Gift für oie Pflanzen, welche unter semerEm Wirkung kränkeln und endlich eingehen. Sehr wesentlich ist die Orientirung der Zimmer, alle Pflanzen, mit Ausnahme der wirklichen Schattenflanzen, müssen Sonne haben, weil durch die Strahlen derselben das Blattgrün (Chlorophyll) entsteht, aus welchem sich dann durch beständige Besonnung die anderen Sub stanzen in der Pflanze entwickeln, z. V. Farben und Dust der Blüthen u. s. w. Aber ebenso nachteilig ist im Uebermaß die Sonne, zumal m Zimmer, weil durch die Fensterscheiben die Kraft der Sonnenstrahlen verstärkt wird; man kann es daraus ersehen, daß Jnsecten, welche sich an von der Sonne beschienene Scheiben setzen, besonders im Sommer, bald absterben. Aus diesem Grunde ist die Lage nach West zu MW. sehr un günstig, weil die Sonne im tieferen Stande das ganze Zimmer bescheint, sie dringt be: NW. ein, wendet ihre Strah len nach W. und durchwandert so das ganze Zimmer; wenn nun die Pflanzen diesem lange andauernden Sonnenlichte ausgeseht werden, so fangen sie an zu verkümmern und gehen zuletzt ein. Aus diesem Grunde legt man auf die Fenster der Gewächshäuser die au? dünnen Latten bestehenden Schattenjalousien oder malt aus die Fenster mit Heller Oelfarbe gitterähnliche Streifen. Auch ist es gut, den Pflanzen frische Lust zuzuführen, man darf aber im Winter nicht die kalte Lust direct einlasien, namentlich durch Oessnen der Fenster, weil durch ihre Einwirkung die Pflanzen gleich erfrieren. UebrigenZ werden Pflanzen zuweilen wirklich verbrannt, man findet dann, daß in einer Scheibe Blasen vorhanden sind, welche wie ein Brennglas wirken, und da der Focus mit der Sonne weiter wandert, so erstreckt sich die Wirkung weiter hin. Hier muß entweder die fehlerhafte Scheibe umgewechselt, oder die Blase von innen mit Heller Oelfarbe übermalt werden. Alle Pflanzen müs sen von Zeit zu Zeit in frifche Erde um gepflanzt werden, die in kleineren Töpfen jährlich, und je nach der Art in eine verschiedene Erdmischung. Die Pflanzen ziehen ihre Nahrung durch die Ein Wirkung des Wassers, welches die Nah rungsstoffe auflöst, aus dem Boden, wird dieser nun nicht erneuert, so verhungert die Pflanze und geht ein, fleißiges Be gießen hilft nicht, da das Wasser keine Nahrung für die Pflanzen ist. - Wir sind schon oft über das Kränkeln lange nicht verpflanzter Gewächse befragt, und konn ten dann zeigen, daß in dem Topfe keine Erde mehr vorhanden war, sondern nur ein großer Wmz:!ballen mit einigen Sandkörnern und Steinchen. Ein wich tiger Punkt ist das Begießen der Pflan zen. weil es sür alle nothwendig ist. AlS Regel gilt, daß es nur eine Person besorgt, wird es mehreren übertragen, so begießen oft alle nach einander ünd gie ßen die Pflanze- todt, oder der eine ver läßt sich auf den andern, es wird gar nicht begossen, und die Pflanze verdorrt. Es sinket nun aber ein großer Unter schied unter den Pflanzen hinsichtlich des Wasserbedarfes statt, einige, z. B. die Calla und der Oleander, müssen sehr viel Wasser haben, andere, die Fettpflanzen, z. B. der Cactus, sast gar keins. Als Hauptpunkt ist zu berücksichtigen der Stand .der Vegetationskrast, ist die Pflanze in'raschemWachsthume begriffen, zumal in der Blüthezeit, so bedarf sie mehr Wasser. ES giebt nun aber sür alle Pflanzen eine Ruhezeit, wie bei uns im Winter; hier darf 'tur wenig begossen werden, und gar nicht, wenn eine Knollen und Zmiebelpflanze ihren über der Erde befindlichen Schaft abwirft, und das ganze Leöen nur in oer Knolle

oder Zwiebel fortdauert, das Begießen

emeS solchen TopseS bringt jene inFäul niß. DaS Begießen hängt wesentlich von der Jahreszeit, der Besonnung und der ustbeschaffenhett ab, ,m Sommer, bei Heller und trockener Lust, muß mehr begosien werden, weniger imGegentheile. Am sichersten ist eö, wenn man die Erde in dem einzelnen Topfe untersucht, und je nach ihrer trockenen oder feuchten Be schassenheit begiebt. Man hat nun auch ein.Mittel, die Beschaffenheit der unten im Topfe enthaltenen Erde zu erkennen, man klopft mit dem Knöchel des Zeige fingecs an die Fläche des Topfes, ein heller Ton zelgt Trockenheit der Erde, cm dumpfer die Feuchtigkeit an. Wer den Pflanzen zu stark begosien, so stag nirt das Wasser, eS zersetzt sich, die Erde riecht mulstrig. die Wurzeln fangen an zu faulen, und diese Fäulnis setzt sich weiter auf die Pflanze fort, und sie geht em. Besonders ausfallend ist es bet den Arten mit dickem fleischigem Stamm. Hier verfault die Pflanze' von unten her. wahrend der obere Theil noch sortveae tirt; hier kann man wohl den noch obe o-t. . : -1 r jt c . e.fj. ren 4,gcu aoiqneioen uno wieoer jn0) einpflanzen, er wird oft wieder Wurzel treiben und fortwachsen. Wird die Pflanze aber zu wenig und selten begos sen, so trocknen zuerst die kleinen' feinen Faserwurzeln ein, die Ernährung hört aus, und wenn die Pflanze dann unter günstigeren Berhältnisien nicht neue bil den kann, so geht sie ein. Man räth auch mit Recht an, die Pflanze nicht zu begießen, wenn sie stark von der Sonne beschienen ist; die Circulation der Säfte wird dann so aufgeregt, daß Gefäße zer springen können, wodurch die Pflanze er kranken kann. Es wird nun auch die Frage aufgeworfen, ob man das Wasier oben in den Topf oder nur in den Untersatz eingießen soll. Die seinen Wur zelsasern befinden sich im ganzen Ballen, begießt man von oben, so durchzieht das Wasser denselben gänzlich und das Ueberflüssige zieht unten ab, dagegen steigt das untere Wasser nicht hinreichend in die Höhe. ES wird nun sehr em pfohlen, das Wasser vor dem Begießen mit allerlei Dungmitteln zu mischen; organische Substanzen können leicht fau len, die Zimmerluft, dann auch die Pflanzen selbst verderben ; zweckmäßiger sind die sogenannten Nahrungssalze, allein man kann sie auch zu viel anwen den ; bester ist, die Erde zu düngen und sie, wenn sie erschöpft wird, durch Um pflanzen zu erneuern. Das Wasier darf, zumal im Winter, nicht zu kalt sein, es ist überhaupt gut, es immer vorher in das Zimmer zu bringen, damit es abste hen kann. Eine gelinde Erwärmung desselben befördert überhaupt die Bege tation. Sehr viel hängt nun von der Beschaffenheit des Wassers ab; das beste ist das Regenmasier. da es auch Um Wandlungen des die Lust bilvendenTtia stosfes enthält. Nun folgt das Fluß wasser, es ist auch weich und zum Bezie ßen sehr geeignet; leider aber wird eS durch de Abflusse der Gewerbe, veson ders der Fabriken, sehr verunreinigt, so gar vergiftet. AuS diefem Grunde sind auch von den Regierungen verschieden! lich Verordnungen gegen die Verunrei nigungen der SssentlichenWasserlaufe er lassen. So wesentlich ist die Frage, welche Arten von Pflanzen in den Wohnnm mern cultivirt werden sollen; gerade hier wird vielfach gefehlt. Die Zimmer luft ist im Ganzen trocken, meistens in kalten Wintern sehr warm, deshalb pas fen die sogenannten Kalthauspflanzen meistens nicht in die Zimmer. Diese Pflanzen müssen eme Ruheperiode ha ben, welche für unsere einheimischen Pflanzen im Winter eintritt ; die Bäu me und Gesträuche werfen die Blätter ab. die perennirenden Pstarzen gehen blö aus einige WurzelbläUer oder bis auf den Wurzezfloa em, bei öknouen und Zwiebelpflanzen stirbt der Schaft ab ; selbst die Nadelhölzer werden sehr dun kel und die Nadeln schrumpfen ein. Aber das innere Leben der Pflanze dau ert unter Frost und Schnee fort, die Knospen haben sich schon im vorherge henden Sommer gebildet, sie entwickeln sich fort, bis im nächsten Frühling die höher steigende und mehr Wärme ver breitende Sonne sie zur Entfaltung bringt; aus den Wurzelstöcken der perennirenden Kräuter unp Knollen fchießt dann ein neuer Schaft hervor, welche Blätter und Blüthen trägt, die Nadelhölzer setzen neue Triebe an, die noch lebenssähigen Nadeln erhalten neue aftfulle und eine frischere arde. Selbst in den Tropen haben die meisten Pflanzen eine Ruheperlode, sie ist mti stens durch die im Sommer eintretende Dürre bedingt, hier zeigt sich die neue Vegetationsperiode auch durch frische Triebe und Ansatz von Blüthen. Ei genthümllch ist es hier, daß die aus der südlichen Erdhälfte herstammenden Tro penpflanzen ihre heimathlichen Perioden des Triebes behalten, sie blühen bei uns im Winter, welcher m ihrer Heimath der Sommer ist. Hat nun eine Pflanze nicht ihre Ruhezeit (man könnte ihn aus Analoaie Winterschlaf nennen), so dau ert die Vegetation fort, aber sie bewirkt nur das Längenwachsthum und die Blattentfaltuna, etwa vorhandene Blu thenknospen sallen ab, es entstehen nur neue Triebe, aber wegen mangelnder Ruhe werden dieselben lang und dunn. dle Blätter werden Nicht gehörig ent wickelt, Blüthen kommen gar nicht. Die Begetatlonökrast lischt, dle Triebe fter ben ab und die Pflanze geht ein. Aus dieser Ursache können unsere Pflanzen in der Tropenzone nicht fortkommen, sie gehen dort aus Mangel an Ruhe zu Grunde. Hieraus erklärt eZ sich, daß m - . c manche Pflanzen, vor auln oie iame lien, im Zimmer ihre Knospen verlie ren, die Luft ist ihnen zu warm, es fehlt ihnen die ruhige Entwickelung. Darum sind für die Zlmmercultur wesentlich Warmhauspflanzen zu empfehlen, allein ! -r . f r V es iZl wsyl zu veacyken, Nicy! loicye, weiche eine fehr feuchte Luft verlangen. welche wohl in Gewächshäusern, aber nicht in Wohnzimmern herzustellen ist. Besonders geeignet sind Blatt pflanzen, welche so ziemlich immer dasselbe Ansehen haben, Bluthenpflanzen sind zwar zur Blüthezeit sehr schön. außerhalb derselben aber aar oft unan sehnlich, auch ist ihr. Dust ost zu stark und dann ungesund Bon den Blatt

pflanzen sind nun besonders zu empseh

len krautartiae Palmen, besonders Arten der Chamädora, Dracänen, einige Aroi deen, zumal Philodendron oder Moa stera pertusa it. ., Begonien, vefon ders die echten Arten, nicht die sehr em psindlichen Hybriden, die Aspidistr'a, ei nige harte Bromeliaceen. Für die Blattpflanzen ist es nothwen big, daß sie von Zeit zu Zeit mit .einem nassen Schwamm gereinigt werden, auch muß das Zimmer oft gelüftet werden, im Wmter Mit Vorsicht, Nlcht durch Oessnen der Fenster, weil die davorstehenden Pflanzen gleich erfrieren können. Viel ZJergnugen gewährt eS am Ende oeS Winters, ZmiebelgewSchfe zu treiben, man kann im December mit Tulpen und Tazetten beginnen, dann im Januar zu den Hyacinthen übergehen und im Je brua? mit den CrocuS schließen. Die abgeblühten Zwiebeln sind bis zum Wel ken deS Schaftes feucht und dann trocken aufzubewahren, und im October in'S freie Land auszupflanzen, sie können im folgenden Jahre nicht wieder' getrieben werden, besonders nicht, wenn sie in demselben Topf: stehen bleiben. Auf gleiche Weise lassen sich Moosroien, Re montanten, Schneeball, Deutzien und andere Gesträuche antreiben, aber auch diese Pflanzen lassen sich nicht zum zwei ten Male antreiben, auch sie müssen wie der in das sreie Land ausgepflanzt wer den, um auszuruhen. Wir möchten noch bemerken, daß die Zimmerpflanzen sehr durch allerlei Un geziefer leiden, Blattläuse, Schildläuse, besonders die Milbenspinne, ein sehr kleines rothes oder schwarzes Thierchen von Xd Größe eines Sandkornes, sie vermehren sich sehr stark, spinnen die Blätter und zuletzt dle ganze Pflanze ein, welche dann eingeht. Hier ist Abwa schen der Pflanze, reichliches Zulassen von 'frisch Luft nothwendig, kranke. stark befponnene Blatter zu entfernen und womöglich zu verbrennen. Als beahrtes Mittel können wir empfehlen : man bringt in ein verschließbares Gläs chen eine Portion Aloepulver, gießt Wasser darüber, die Flüssigkeit trägt man mit emem Pinsel aus Die mit Jnsecten besetzten Pflanzentheile; die Thiere sterben rasch ab, aber die Pflanzen leiden nicht dadurch. Der Opiumrausch. In der von A. Woldt herauögege benenWissentschaftlichen Korrespondenz" finden wir ein: interessante Skizze des berühmten russischen Reisenden Barons von MikluchoMakley über' einen Opi umversuch, welchen derselbe während sei neö Ausenthalts in Hongkong in dem dortigen chinesischen Klub angestellt hat. Hier folge der Schlußpaffus, in welchem MlkluchoMakley serne Beobachtungen zusammenfaßt. Er schreibt: Erstens muß man über eineStunde anhaltend rauchen. um eine auffallende Wlrlung des Opi umS zu verspüren: zweitens es werden zu erst die Lolomotionsorgane assicirt und dann erst die Nervencentra ; drittens. die Sinnesorgane, (das Gesicht und das Gehör) werden Sinnestäuschungen un terworfen; viertens, während und nach den Oplumrauchen treten keinerlei Hal lucinationen, Bilder und Träume auf. Ich betone den legten Umstand ausdruck lich, da meine Beobachtungen mit. An gaben der Meisten, die Opiumrauchen berichten, im Widerspruch stehen. Die Gkhirnthätigkeit ist eher deprimirt, als erregt, der Jdeengang wird immer lang samerund schwieriger. DaS Gedacht niß stockt und zuletzt denkt man an nichts. Nachdem man eine genügende Dosis Opmm gerauchthat, kommt man mei nen Zustand von tiefer Ruhe, dieser Zu stand ist sehr eigenthümlich, man hat ein Gefühl, daß man nichts, absolut gar Nicht wünscht. Da man sich an gar Nichts erinnert, gar Nichts denkt, Nichts wünscht, so ist man nahe daran, sein .Ich" ganz zu verlieren. Dieses Gefühl der Ruhe und des NlchtsbegehrenS ist so anziehend und angenehm, daß man aus diesem Zustand nie befreit werden möchte. Nach diesem Versuch verstehe ich voll kommen, daS Tausende von Menschen, Reiche und Arme, ohne Unterschied der gesellschaftlichen Stellung und d:s Al terS dem Opiumrauchen sich ergeben. dessen yauptMlung und Hauptgenub darin besteht, dab mau aus elnige Zeit sein Ich- verliert. Das man darin einen so hohen Genuß findet, beweist wiederum die tiefe Wahrheit der uralten Erfahrung, die Byron kurz und treffend ausdruckt : And kcow wh&teverthou hast b:en, lt is something better not to be. Das Opiumrauchen gewährt einen Vorgeschmack des .NlchlselnS Aus der höchsten S t u s e. Lehrer : Königliche Hoheit, wir ha ben grad' Naturgeschichte."' Herzogin: Bitte, lasten Sie sich nicht stören. Thun Sie grad, als wenn ich gar nicht da wäre." Lehrer : .Wir haben grad' die Saugethlere fertig und ich wollte eme kleine Wiederholung anstellen." Her zogin : Desto bester, da höre ich, was sich die Kinder gemerkt haben. Leh re? : Welches sind die Säugethiere, die auf niederster Entwickelungsstufe stehen, Franz?" Franz: Die im Wasier leben." Lehrer: Recht so. HanS nenne mir solche!" Hans: Der Wallfisch, der Seehund, die Seekuh. 'das Seekalb L.: Recht. Welches ist aber daS Säugethier, welches auf höchster Entwlckelungsstuse steht, Fritz? Fritz : DaS SSugethier,welches aus höch ster höchster Stufe höchster Stufe " Lehrer : Du siehst es sa in der Stube." Fritz : Das Säugethier, welches auf höchster Stufe steht, ist ist ist die Frau Herzogin." Unappetitlich esCompllment. Mein Fräulein, Sie singen so entzückend schön. wie eine Nachtigall! Sie' nähren sich gewiß nur vsn Mehl Würmern ! ?" SchauerlicheSGeständnib. Polizeirath : Mein Fräulein, ich bitte, mir Ihre Subsistenzmittel bekannt zu gebey!" . Dame : Ich lebe vom Verluste mei ner Reputation"

Qvt furchtbares Abenteuer

Die junge schöne Frau Doktorin hatte bei der Frau Obersörsterin einen Nach mittag zugebracht. Auf dem Heimwege kam sie an emem lahmenBettler vorüber, dem sie ein Almosen reichte, und dieser gab ihr seine Verwunderung darüber zu verstehen, daß sie so ganz allein und noch dazu bei herannahender Dämmerung nach Hause ginge. Denn uissen Sie," saqte er, es sind schon mitunter Raub anfülle in hiesiger Gegend vorgekommen, undSie werden deßhalb gut daran thun. so bald als möglich nach Hause zu komma mm 9 4vv men." Wie e eroauilchen :u;orte trlkven die junge Frau an, ihre Schritte mög llchst zu beschleunigen, und bald hatte sie den Saum eines bergigen Waldes, an dem sie ihr Weg vorüberführte, erreicht. Sie mochte aber längs dieses Waldes, kaum ein paar hundert Schritte zurück gelegt haben, als sie hinter sich,wenn auch noch ziemlich entfernt, ein gebieterisch : Halt!" rusen hörte. Aengstlich schaute sie sich um, und sah nun einen Mann, mit der Hand etwas wie einen Prügel in die Höhe haltend, aus sich zueilen. Sie erschrak bis zu Tode ; des Bettlers Worte fielen wie eineCentnerlast aus ihre Seele; jener Mensch, welcher mit ungeheuerer Schnelligkeit lief, mubte sie gar bald eingeholt haben. Hier war ern rascher Ent schluß nöthig, und schnell eilte sie aus einen Fußpfad in den Wald, um sich den Augen ihres Verfolgers zu entziehen, und litf Bergauf, so schnell sie nur konnte. Allein sie war noch nicht sehr weit gekom men, als ihre Kräfte vor Aufregung und Ermüdung nachließen, erschöpft sank sie aus einen Felsblock hin, und zwischen Furcht und Hoffnung schwebend, harrte sie der Dinge, die da kommen würden. Mit einem Male jedoch hörte sie zu ihrem Entsetzen Tritte, sie kamen näher, und immer näher, ihre Sir.ne singen ihr fast zu schwinden an.im nächsten Au genbllck sah sie den Fürchterlichen mit seinem Prügel aus sich zukommen, sie ver mochte es nicht, einen Laut über ihre Lip' pen zu bringen, er aber rief ihr mit einer tiefen Baßstimme zu : Frau Doktorin, da schickt Ihnen dieFrau Obersörsterin a Paraplü, sie hat eben gemeint, eö könnt' bald zu regnen ansangen. Lebensweisheit. Künstlerruhm, das schönste Laos auf Eaden ! , D'rum, Herr Doctor, möcht' ich Künst ler werden; Ich kann musiciren, malen dichten. Sagt mir doch, wohin soll, ich mich richUnV Alles das zugleich Und ohn' Beschwerden!" Dann, mein Sohn, mutzt du was an deres werden." Schöne Weiber, die nichts taugen, . Fangen die Männer mit den Augen ; Aber Frauen von echter Güte, Gewinnen die Herzen mit dem Gemüthe. Manches Glück ist ausgeblieben. Das die Zukunst auch nicht giebt, Wenn Zwei glauben einander zu lieben. Und sind nur in einander verliebt. Was du öffentlich Gutes gethan. Schreiben in die Luft der Leute Zungen, Aber was dir im Stillen gelungen, Gutes zu üben, ist nicht vergebens, Denn das schreibt im Buch des LebenS Mit Demantziffern das Schicksal an. Der Himmel ist dicht, Du siehst keine Sterne; Sind sie darum nicht In gewöhnlicher Ferne? Dein Himmel ist trüb. Du siehst keine Helle, Aber Gottes Lieb' Ist doch zur Stelle. Und ist die Sache nun so rein. Es sindet sich ein Beleidiger; ' Und so schmählich kann keine Sache sein, Sie findet, ihren Vertheidiger. Da stürzen die Menschen wild hinaus, Das Glück zu erwerben) Und derweilen liegt's daheim zu HauS Und muß im Winkel verderben. Wahriaste Freuden blühen von Allen . Nur dem, der sie rechtschassen plagt; Die Früchte, die von selber fallen. Hat auch der Wurm schon angenagt. Der Zweisel ist ein Höllenbann, Ein Gaudium den Teufeln; Fängt einer erst zu zweifeln an. Wie bald kann er verzweifeln. A. Roderich. Ueber die Entstehung der Stenographie berichtet Plutarch in der Lebensbeschreibung des jüngeren Cato, gelegentlich der Rede des Letzteren gegen die Catilinarier. Dieselbe sei allein von den Reden Cato'Z erhalten geblie ben, weil Cicero, der damals Consul war, die besten Schnellschreiber . vorher mit Zeichen bekannt gemacht hatte, wel che in kleinen, kurzen Chrissren die Be deutung vieler einzelnen Buchstaben ver einigten, worauf er den Einen da, den Anderen dort auf verschiedenen Punk ten des Sitzungslokals ausstellte. Es wird ausdrücklich hinzugefügt, daß man die sogenannten Chisserschreiber bisher nicht eingeübt oder überhaupt besessen hatte, vielmehr die?, so viel man weiß, der erste Fall gewesen sei, wodurch der Gebrauch in Anwendung kam. Gutsherr : Lieber Doktor, mein Hüter dort treibt s' auch nimmer lang!Arzt: Wieso?Gutsherr : Nun die Säu, weil ich sie heute Morgen verkauft habe!Berliner Droschken. (Im Sommer.) Fremder: So ost ich komme ist nicht eine einzige Droschke in ganz Berlin zu haben!- Berliner : Na nu ! Was glooben Sie denn ejentlich bei so'n PrachtwetterMrt doch Allen? spazie ren !" ' - (Im Winter.) Fremder: Das ist eine traurige Wirthschaft bei Ihnen hier in Berlin, nicht eine Droschke zu haben !" Berliner: Na, bei den Hundewetter, wo AllenS fahren muß, können Sie ooch nich verlangen !"

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von Htlnrtch Linker. Unsere MonNre. Concerte, die eö sammenwirken on uniänliaen MuntlNstrumenten, sind keine Errungenschaften! des 19. Jahrhunderts. Schon vor zum Jahrhunderten, anno 1615 am 13. Julr fand auf Verlangen des Kurfürsten Johonn Georg von Sachsen in Wreeoen ein Monstre.Concert statt, gegen ddS' unlere heutigen kolossalen !D!niuiiaa, rungen sich verkriechen könne.. ES sollte die Historie vom HokoferneS ebandeln und war wohl mehr eine Art Oratorium, zu welchem den Text tm ge toister MatheuS Pflaumenkern gtliesert und das der Hofkantor HilariuS Grundmaus komponirt hatte. .ES vur den hierzu Musiker aus aller Welt zu' fammengetrommelt und bereits am 9.' Juli waren in Dresden 676 Jnstru! mentalisten und 990 Sänger versammelt) von denen viele aus der Schweiz, aus Wadiland, aus Polen und auS Italien' gekommen waren. Außer diesen solltet noch sämmtliche Dresdener Sgnger und' Choristen mitwirken. Die fremden Musiker hatten noch nie gehörte, noch nie g'fehene Instrumente mitgebracht und wurten gar nicht weni angestaunt. Vor allen zog der Riesenbaß eines gewisien Ragotzly auS Polen die allgemeine Aufmerksamkeit aus sich.' Derselbe wär auf einen mit 15 Maul efeln beladenen Wagen geladen und war nicht weniger als 7 Ellen hoch. Sehr sinn und kunstreich war an diesem Nie seninstrument eine Leiter angebracht.mit-, tels welcher Ragotzky nach Gefallen die höheren oder tieferen Töne angab, indem er mit derhand, gewandt auf und niedervoltigirte. Diesem Gigantenbaß ange-. mesien war die Baßstimme eines Mittenberger Studenten, Namens Rumpel, der . l - m 1 oie Partie oes yolof,rnes sinqen sollte?' dieser hztte vom Hofe die ganz besondere Vergünstigung erhalten, seine durstige Kehle durch kostenfreien Bicrgenuß be likbig anzufeuchten und trank während' seine: Anwesenheit in Dresden täglich fünf Eimer Doppelbier, jedenfalls eine ganz respektable Leistunq. Die Ausführung desConcertcö fand am bestimmten Tage bei Dresden hinter dem Iinkenbusch- statt, Gerüste und Tribünen waren errichtet, auch ein Hügel zur Aufstellung der Instrumente und Musiker benutzt. Da sich der Riesenbaß Nagotzky's den andern Instrumenten als noch nicht wirksam genug zeigte wurden die vier Flügel einerWindmühle, die oben aus dem Hügel stand, durch ein SchisfZtau verbunden, stark angespannt und wittelst grobzahniger Holzsägen gej strichen. Die Töne, die hierdurch zu Tage gefördert wurden, sollen himmlisch gewesen sein. Neben der Windmühle hatte man eine große Orgel ausgestellt, die vom Pater Serapion mit Fäusten und Fügen .geschlagen- wurde. Anstatt der Paulen hatte man kupferne Vraukesiel genommen, doch da sich diese ebenfalls zu schwach erwiesen, so ließ der Kurfürst einige Stü de Geschütz auffahren, welche beständig geladen sein mußten und vom OberhofkannHnier genau nach der Partitur log gebrannt vurden. Die Ausführung dieses großartigen Musilfestes erwarb sich allgemeine "Zu sriedenheit und Bewunderung. Unter den mitwirkenden Sängerinnen hatte sich eine Italienerin, Donna Vigozzi, durch Trillern, Läufern und Agrementö" so angestrengt, daß man sie vier Tage nach dem Concert begrub, der Student Num pler sang so schön, daß man ein Erd beben zu spüren vermeintes Den Schluß deS Ganzen bildete eine solenne Keilerei. Die fremden Sän ger stellten die fliehenden Jsraeliten, die einheimischen die triumphirenden Affyrer dar. Die Rollen wurden aber aus bei den Seiten so ernst genommen, daß man beide Parteien nur mit großer Mühe auöeinandertreiben konnte. Der Kurfürst soll sich vor Lachen die Seiten gehalten haben und hat die Mit wirkenden, besonders den Kantor Grund mauö wahrhast königlich belohnt. DaS war ein sürstlicher Kunstgenuß vor 200 Jahren ternpi passati Die thätige und leidende Form. Lehrer : Du, Fritz, wenn ich sage : der Vater segnete seine 6 Kinder, ist das die leidende oder die thätige Form? -Fritz: .Das ist die thäiige Form Lehrer: Richtig und wie heißt die leidende Form V Fritz : .Der Vater wurde mit ß Km dern gesegnet.Die kluge Frau. Fritzchen: .Wo gehst Du hin' Mama?Mama : .Aur klugen Frau gehe ich. Fritzchen, und will sehen, ob sie mir nichts über unser gestohlenes Silberzeug zu sagen weiß Fritzchen: ,0 nimm mich auch mit, Mama, ich habe noch nie eine kluge Frau gesehen.Ein liebenswürdiger Gatte. .Du, Weiberl, ich geh' heute Nach, mittag zum Kegelsche-ben ; da weiß iü nicht, wie lange es dauern wird ; komm' ich bis 12 Uhr Nachts nicht nach Hause brauchst Du mit dem Abendessen nicht länger zu warten. Keine Gefahr .Furchtbare Träume stören denSchlal des Patienten .Ja, meine Frau träumt furchtbar." Der Patient wird schweigsam .Ich danke, Herr Doktor letzt bm ich beruhigt, denn nun sehe ich, meme Frau ist goUlob ganz ge sund .Herr Doktor, meine Frau ist vor ei Niger Zeitvon einem Hunde gebissen worden. Nun habe ich solche Angst, daß derselbe toll Jewksen ist. Wollen Sie mich nicht u meiner Beruhigung ü ber dfc Symptome der Tollheit aufklä ren? .Nun, die Entvicklung der Symptome der Toüwuth ist se!t?n eine lsosortige. 'Sie beginnt mit einem leich. len Schmerz in der Narbe der Blvwun. de, zuweilen von leichtemFrösteln begler. tet. .Ja, ja, Frost hat meine ra zuweilen. m