Indiana Tribüne, Volume 6, Number 228, Indianapolis, Marion County, 6 May 1883 — Page 6

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Km Lustspielstoff.

Erzäh:" on Ätl 5ie,ma'Ttrla. Am Brandenburger Thore in Berlin botenarrie Kinder die ersten Veilchen lber damals, im Zvrühlina 1824. wehte eS durch daS Thor noch so kalt und die Sonne sah sirklich noch ganz matt, so recht mißvergnügt aus, dak die Leute, die aus der Stadt in den Thiergarten . m;iJyr, ?Niese bei einem Straucke stand. fl??rti!!ti rnt wt 4eit hatte Naulme l - . . . . ' JB I c;: t htfk öo3 ttinne rau (tn. tn v...u-3 . "7 " 7. V I vjr'&hinhr dock Nickt fltno.nL obaleick sie im Allgemeinen eine große Freundin i;,f?rElumen war. Denn mit Ernst Rauvach, ihrem Herzliebstin. an dessen 27. - 0 . - .. " I - T - j " j ' Brust sie das Köpfchen lehnte, hatte sie wichtige Dmge zu bereden: vom narn flen Tage hing Glück und Zukunft, hing Alles ab. Kcklesien war er eboren und batte 5ll? Necktskunde Nudikt. Das Kra. mxx Bestand er aut. wurde Referendar nk nack Berlin aesckickt. Ein Vroses. w w j V - - , r in ftan ßflb ifirn eine Kmvsebluna ' , ? ,.it I v.rr n. o I an Den Vitiininairuiu yiRig, ccjieii yaus i ?n der ftnibriARtafie den elekrten und Dichtern offen stand. Hitzig verfaßte in seinen Mußestunden Lieder, kleine Lust. wu nS wM in agen Nuckern und Akten passende Stoffe für Andere auf. 3 seinem Hause gastlich ausgenommen, . . . , . r . T. - A Moraen aeben sie DeinStück". sprach sie. und wenn es gefällt eS muß ja ge " I fallen, dann kommst Du übermorgen zum Onkel und wirbst um mich Dann !" sagte er voll, laut, aus tief sier Brust. .Nicht eher wollte ich Deine Hand erbitten, als bis ich als Dichter anerkannt wäre. Dein Onkel ist den l - T - - s i f! Musen hold, und was er dem Reserendar vielleickt versagen würde, scklaat er dem Dichter wohl nicht ab Dich, Liebste, will ich mit einem Stück errin ' ' ' Qen. . . .. - . w. I Dein bin i oann, sagte auch ste nun laut, aus tiesster Brust.... .Adieu für heute. Du Herzensschatz Aber, Schelm, was machst Du? Wenn's Einer sieht!" DoÄ der Aoael auf demStraucke floa schleunig fort, und da auch kein Mensch in der Nähe war, so blieben dieKüsse un -ik.ji ch;.. (.ihhIih crAm iiiiucui. ;ui -cyui iiimutii a iuf rniy rechts und links. ' I Sein Weg war noch weit; im König, städtischen Theater am Aleranderplatz ' 7 . " 11 nähme seines Lustspiels .die Raketen des Teufels" zu danken hatte, rief ihm aus der Coulisse schon zu. als er die Bühne betrat.Eine junger Autor läßt sonst nicht auf sich warten ! Pflegt eine Stunde vor Ansang der Probe an der Thür zu sein, Wo haben Sie gesteckt? Die Lindner als Gräsin macht sich brillant, und wenn die Mauer berstet-und die. Rakete zum Vorschein kommt, famos!" ' 'l . . .Bitte, Herr Raupach", sagte der Re gieur, .ich habe noch Mit Ihnen zu re den." Er zog das Manuskript des Stü ckes aus der Tasche, setzte die Brille aus und machte Striche mit dem Rothstift. Hier merkte er Blitz und' Donner an, matte dort Müsikzeichen und änderte, in dem er von .Praxis" ' und .praktisch" sprach... .Mein lieber Herr, Siemö gen ein Dichter von Bedeutung, vielleicht auch von einiger Zukunft sein, aber be achten Sie wohl.waS ich Ihnen aus meiner Praxis sagt : - Wenn ein Schau spiele? etwas recht Gutes, Packendes ge sjirochen hat, dann lassen Sie ihn abge Heu. -Ein guter Abgang, wie wir Prak tike? sagen, ist die Hauptsache das brinqt Applaus !" .Die Lindner ist wirklich brillant ! H'.rrAaupach, beider bedanken Sie sich," rief in die Belehrung des Regisseurs der Direktor hinein. .Wetter noch mal, die Mauer berstet lange nicht rasch genüg ! Die Rollen bester schmieren, kostet doch Seife und Oel genug ! Das soll Don ner sein? hört sich an, als wenn ein Milchkarren über daS Pflaster rollt !" ?ln diese? Nmki?snnn. bei diesem Nerändern. Wiederholen. Brummen und Sch:li:n wurde dem Dickter banae um'S fern, f-.m ffslf R A f Irrt 5k .ist nn? die rast, d st sll tr wieder au? d?ttftrt? n( sitrn tnar l5r W""i'f wvj --" i nitf tcla 5tf (Sinrffs nh bre ufunft werde eine Flasche neleert !" ' - . I I . . , t . . . Die Strafen wurden beleuchtet, der rrf , . . . " Platz toc dem Theater füllte sich. Wagen 011t W(irtn Tuff tirti f Mlrtrt h3 I w . Musenlempels. Im Orchester wurden die Jnumnte gestimmt ; die Bühne f4 vft V . . kk mamm4 ivu. nuui UUiü 0UUICI. VSIUU IUIIIUI hinter den Coulissen gegen einen Rosen yuauq auZPappe und dann gegen den - s. " S. t. . s( , Virn I m . I lpiklkr, Schauspielerinnen und Statisten w n n o tt 11 m a 1 t ; x . Aamai ii5S !? lc" 1" .Sie haben doch den Bries? Sie haben doch V runde Dose? Sie wer den sich doch vorseben. dan Sie nickt laicuci uüii üic iemt uoivern ÄZinen Sie auch g.nu, wann Sie den Donner -:.v v:- ' . r.r-' .' - - ' diaein tufen müssen Z-Jch sage Ihnen. m ..17- - m . w Müller, daß Sie das verwünschteSchnu pfen lasten ! Tabak und Niesen zu un rechter Zelt kann da! ganze Stück über den Hausen-tterfen ! In demselben Moment nahm der KS " 1 ' Souffleur noch rasch eine Prise; dann ein leichter Schlag an den Sousfleur. kästen, ein dumpser Paulenwirbel, die Musik stng an. . m Die Glocke ertönte, der Vorhang hob fi&. ; Möchte nur wisten", sprach der Di rektor naS dem ersten Alt .ob daSPu Mtum hti SS5nde nu Sause liefe? Von Klatschen habe ich blutwenig gespürt! Ernst zuckte zusammen, besann sich.

wuroe oer tunge ileserenoar Pauiinen, i- hvwi, o i' juiid uuuhu. uiuu die dem Onkel die Wirthschaft führte, nichts wieder .heraus!.... 'Meine un zeichnete erbittet sich das Vergnügen. Sie athhtn und lieben aelernt. glückselige Gutmüthigkeit ! Mauer, Ro heute um sechs Uhr zum Thee bei sich zu

würbe unter den Arm aefakt, und der .yur na vun mvuvjui. rau uoer, mui iyu uuu 7 ;i Reameur rief ihm zu ' Dort drüben ich bitte, einen Moment." Verhältniß dem Onkel unbekannt. Ge. nZek.'s Lu eiJu , " nr..i s ffr, J&sltV Wasche. Herr Rauvach. bin sebr fällt Ihnen diese Idee ? Sprechen Sie

ZI -I Ib UUtb UUktfc wt I " " ' . ' ' ' I

vik uic ajunuc uumi uu vu jkr versönlick tu übergeben. Ab?r iaocnen IN

XtMtm :ymt : . ibr selbst Sie verlieben Sie bearei. beit zu sprechen.

mfiit) litnUner tnuß sich früher schmin- Un. 6r slQte ba3 ,.:s. Boden die Geliebte sck

:.m?"' . r- ' blickend, und gerieth ein wenig in'S Hü men wir ar-. Die Buhne wrrde beller : die Schau - - U.rf.n.

v""l üciiiciwi uic wtjuuiui- ging zum 5)ändler, kam mit dem gröbten nen Äeiicyensrrauft uno veroirgi oie zarr lungan , und prusend und sragend schütt nd schönsten Veilchenstrauße zurück und lichen Zeilen darin. Was sagen Sie der Inspizient die Reihe entlang. ,Ztt. wieder ,u ihrem Wasckkak. .. dazu? Einen Veilchenstrauß verstehen

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überlegte, trat zumVcrhang, warf wieder l

ttnen Alm nach der Loge unten rechts und schwankte zurück. .7?a aber", rief der Direktor nach dem zweiten Akt. .Hören Sie. Herr Nau pach, schweigen Sie still ! Wollen Sie etwa sagen, die Mauer wäre nicht bril lant geborsten ? Wolle Sie etwa sa Wolle Sie etwa sa I gen, die Lindner hatte zu spät mit der Beschwörung eingesetzt ? Ich rathe Jh. nfn firn SffmihftA sw,k,n pjss ? Wollte ein sogenanntes junges Talent unier mgen. a e ote neue Mauer ma n i n rr t. y I i(n. in c neu oti uoun uno üciuuiüui, i IrrT . ...r.rt ..v . rw I auch der Rosenbusch ist ss ernt wie neu ! Gründlicher Reinfall durch meine Gutmüthigkeit! Sogenannte junge Talente kenne ich von jetzt ab nicht mehr ! r.;u. . cm ... ixn. . re n. I ciurs )vktts uiulyiig, wm auf einen Stuhl gesunken. Mit der Linken hielt er die Lehne umklammert, schlaff hing ihm der rechte Arm herab. Er war wie festgebannt er dachte nichts mehr, auch das !Loch..lm , Vorhang fiel ihm nicht mehr ein.- - - Ä - . . m m . 1 .Zum Teu el schrie ver Vlrettor nach dem dritten und letzten Akt, daS a(i ki 4 Si l 1 10 C?t .tt I - yfcufc vu a kammer ! Ein Abfall hab' ich gesagt ? Der brillanteste Dürchfall,' wie er, im Buche steht : . . . . Hören fcu, yerr Nau. pacy, kommen Äie Mlr nlQk wieoer Mtt einem Stück ! Und wenn Sie bester als scylller uns oethe, Lejstng unv'shake. senbusch, Silber und Gold, Alles so gut wie neu, und plumps, da liege ich drin ! CtY r n m " . I morgen wno aun s Jauoerlapp chen gegeben. Der Schlag könnte mich rühren ! Das hat man : davon ! " Gute Nacht allerseits ! ' .Junger Her? und vor dem unalück llen plazier vlayle oer Ättgljjeur stch Y. TV V t. ev I aus, 0&it itcfecn es besonders an den richtigen Abgängen fehlen. Wie ich Jh. nen schon sagte : ein guter Abgang ist die Hauptsache, das dringt Applaus, m rr-: . . . . , , Jiül1' loeroeu es sroon aumayllll) f. . . r . rr.t t"nen, uno roenn i: meine eieyrung wünschen, besuchen Sie mich. Gute Nacht allerseits !" Mein lieber Herr Naupach " und Demoijelle Lindner berührte , hm leise die Schulter, .verzagen Sie nicht. Der Ansang war freilich schlimm, doch die Folge wird hoffentlich besser sein. Nur k?n 5N?iltk hn iffnhf n t ff f N?s?,v-N s -7' ' 'ri . , Verzagen Sie nicht, auch Ihnen naht C M ST M AM I noq oas Viucr. . ' . Ich oanle zynen ich vanle 'ächzte ri. - t , riji rtf , I mii, ?igoo jicg muyiam vom Viuyl, preßte den Hut tief m die Stirn und taumelte zum Hause, aus die Straße hinaus. Wohin er kam, er wußte es mcht. Er schwankte in eine Weinstube, doch das Glas, daS der Kellner ihm . brachte, berührte er kaum. Wle Arme ver,cyranlk, starrte er vor jlch Nleoer unö tunöe aus tzstunoe verrann. Wer euner giauoie ,yn cyiaseno, ign leise an und sagte höflich : .ES ist nun 3t, mein Herr. unS zu verlassen. Sie wären gewiß gern zu Hause, ich erlaube ? ? . j. ia mir, Tie zu wellen. Ach. hätte er schlafen können! Und auch Pauline erquickte kein Schlummer, Mit wüstem Kopfe und verweinten Au gen verließ sie das Sopha, als die Mor gensonne durch die Gardinen sah. Sie wollte in's andere Zimmer gehen, trat auf die Schwelle und der Fuß glitt ihr aus. Schon suhlte sie einen stechenden Schmerz im Knöchel, der Fuß war ver staucht. Zum Sopha schlich sie zurück, legte sich nieder, und als daS Mädchen zum Frühstück rief, mußte sie sich beim Onkel entschuldigen lassen. ; Daß ich mir auch den Fuß verstau chen mußte l" klagte sie aus dem Sopha. .Sonst wurde ich nach dem Strauche ge hen, denn Ernst möchte dort auf mich waiten. Wie gern möchte ich ihn trösten und unsere Zukunft mit lhm bereden!" Während it so klagte und weinte, hatte Ernst einen Entschluß gefaßt. . Er setzte sich an den Tljch und schrieb : . Geliebte Paullne! Du warit gestern

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Zeuge meiner Niederlage - im Theater, fen : ich gebe Ihnen den Stoss, Sie beWir haben so viel auf den Erfolg ge arbeiten ihn."

baut ! Wir müsten berathen, was nun werden soll ! Wo wir uns immer trastn, am Strauche bei der Wiese harre lch Wem heute . Äbenö um sechs Uhr. Ernst. Wie aber das Briefchen sicher beför. dern ? Er dachte nach und öffnete die , . .: ty. - . pre strt. Soll ich sur Sie emen Aus v wiv. gang machen i yatte vielleicht auch blZ morgen .Ich bitte Sie nur, nach drüben zum ..m.. . 1 n.:l.n . 0 luiiwik g uvikiif nv v.Mtv, tt m allerliebst zu einem Strauß? " . . , geounoen iino. inen ioicyen öirauß. er den größten von allen, den holen Sie mir. . Dann bitte ich Sie. densel- ' . . w aebunden find. Einen lolcken Straun. , ' . 1 den nach der Friedrichstraße, zum Haufe des EriminalrathS ' Hitzig zu bringen, m-i . 11 - V ft u ft u u it ' viiutu Fräulein Pauline . zu fragen und . . V Jann mh w0n denken." meinte die Wirthin, .werd'S gleich be orgen. tu lürern. aicnrau m,:. s.?f. ! hM:w u ' 1 Y Referendar. .Der Brief kann unversie vk miv . i neit Nielven. iqi urae inn rerni iici in oic A.e v 2, r : , ;. ' r 1 l . Ve.lchen H.nem. . ..Snd ,. ., Brieschen suchen, und menn sie ihn findet 11 1 L L A m,mM W V ir iriiiini 111111 iiiliiii i.lk&jak iliiuli und um sechs Uhr dann kommt ! ar ftir. wenn ick wieder bit. Wv U m-r-m-mf , ' ten darf Komme schon rief die Wirthin, aber , ' CV f T T. tl Y die Störung der der Msche paßte ihr nicht. .Brauchen mchtS zu wiederholen, yerr Nksneno. V.' ü' I . , VI t .. I a . K 3 Jm. mAmmmk,mmm ein vouiinc, aoer PKiuniicj uhivc, ogrnie. weis eiqeio. aus der Treppe sah sie das ttmd ihrer Flurnachbann, und sofort, kam ihr der . , . m m uuttir, nrvci einen dreier m oun M opsern. ais ,o lange von ihrer rlV ?m' Ä ?tnlt Dir auch vas, wenn Du einen AuSgang

für mich machen willst. - In der Fried

rlchstraße fragst Du nach rmmalrath Hitzig, dann in seiner Wohnung nach Fräulein Pauline und bringst ihr diesen Strauß. Zu sagen brauchst Du ihr nichts, sie wird sich Alles denken' kön nen!: . '. ' - Die Kleine -sprana davon und kam mit dem Strauße bei Hijis an. - .Ek, das ist aber schön . rief die ihr Rftnnh0 Wrtnh- Tifir mn fnsf hnü fVin? her, ikmd, geh', nur ruhlg wieoer herm. rw , r . . . -t f - . .' .: wt .' viis ne no - eo:n. uoerzeaie, oo ue lagui n winiiu muiujui uua uuu " . : . : . nif.-.x " ... V Strauke entfernen könnte. Hatte der Eri minalrath,, der nach alter. Gewohnheit in Filzschuhen glng die Stube unhör bar betreten. Seine Augen glitten hü i:xi:. k.nt..k .-. c v. tri c rafv uuiywij y iucuu uu ueu vsuuup. omu ha ten sie .echte Criminalrathsaugen," wie seine Freunde sagten, ein gewisses Briefchen entdeckt, und als er es lang sam hervorzog und unversiegelt : 'fand. Dult er sich als Onkel und Vormund Paulinens zum Lesen verpflichtet..: veme Augen wurven Nlchl gröker, em mm - . m Blick nicht erstaunter; er überlegte, nur inai ffft nnitnt tf Stttt KnS JTTlKfr uiau und sagte : .Ich verbiete Dir. meine Nichte von diesem Strauße in Kenntniß zu setzen. : Ich habe meine Grunde, merke es )lk. ev : Vann letzte er n an den Tisch und schrieb die wenigen Zei len : sehen. Hitzig. .WaS ist denn das?! rief Ernst er F V M rfÄ m twtf. a . scyroaen, als er vas Blllet erhallen hatte, Um sechs zum Thee? Hat sie dem Onkel Alles gestanden ? Hat er ihr eine Scene gemacht? Will er auch mir eine Scene machen ? Aber er bittet ia um oas vergnügen! llnvegrelsttch !' Wl mm 0K Im Aus dem Wege zu Hitzig war eS ihm fast wie Jemand zu Muth, der eben zum Zahnarzt geht. Aber der Criminalrath empsing ihn sehr freundlich, sprach von - c ? . oen giklcygttllglien Gingen uno melnie lv . tv . . oann : ipammt rairo roogi gieicy er scheinen, sie hat sich ein wenig den Fuh verstaucht.". O," rief Ernst hastig, und davon erfahre ich jetzt das erste Wort!" Wer hätte es Ihnen auch mittheilen sollen? Die Verletzung ist nur unbe deutend, die Ruhe während des Tages firtf ifr nitt tiiihnn fon ffttrimf ft , v'?- .V...... auch schon Wieder besser, liebes t äM f M . T mo - rtts er lyr entgegen, .cy oal verrn caupacy zu einer &a)t t)tt, um a jr. n - v - jr;?. k . uns zunqi von oem cyiaiaz eine Stückes zu unterhalten." .Ach er-er !" Aber sie besann sich noch zu rechter Zeit, verneigte sich nur und sagte : .Guten Abend, Herr Rau pach!" . . 4 m te haben geimen k ttöen le. noch r .s itt schon viel beer ist fast schon wieoer gui. ym gegenuoer im enei sitzend, vergaß sie ihr Ungemach, .AlsoJhr Stück. meinjungerFreund," nahm Hitzig das Wort. .Es läßt sich e.;;jt ljt. v.r. cw. p jccinaj nicui leugnen, vag oer Ansang nicht sonderlich war. Aber nur Muth behalten, lieber Freund, und bald etwas Neues schreiben, damit die Scharte ausgewetzt wird." .Herr Criminalrath," rief Ernst, .nie wieder, nie! Nur der blinden Themis mit der Waage und dem Schwerte will ich noch huldigen, doch der Göttin Tha lia nie wieder, nie ! - .Die Raketen des Teufels" soll mein erstes und letztesStück gewesen sem ! Ich schwöre Ihnen Halt, schwören Sie nicht ! DaS un terlanen ie. sie wuroen mir einen Plan verderben, den ich Ihnen eben mittheilen wollte. Sie misten, daß ich mich öfter in Lustspielen versuchte; alS Vorstandsmitglied der Restource über nahm ich nun vor urzem den Auftrag, für unser nächstes Stiftungssest ein klel nes 5-tua zu lchreiven, doch ist eS mir wie ich jktzt einsehe leider -unmöglich mein Aerlprechen zu halten, meine Zeit ist zu vejcyrantt. sie muen mir yel .Ich ! Ader mein Mangel an Talent, w:e sich gestern zeigte !" .5kein Aber, wenn ich bitten darf, hö ren Sie erst meinen Stoss. Ein j'inger Mann liebt ein junges Mädchen, das bei seinen Eltern, oder sagen wir zur Ver änderuna, bei ihrem Onkel wohnt. Sie ungenirt, lieber Freund. .Ganz gut gewiß, ganz gut sagte Ernst. . ' . - .AuS welchem ( lick i. wäre nock AuS welchem Grundedle Liebe heim genauer zu motlviren. j -1 - ' Da? bleibt dem B lt.. -Q..,.r?. Bearbeiter meines Stof ses überlasten . . - v - r- . , .s wliv inuui, ugic Bei einigem Nachdenken ergiebt sich der nöthige Grund." ' .Jahren wir also fort. EineS schönen TageS wünscht der junge Mann daS I . . . , einer wicyiiarn ngeieaen Ein einfacher Brief an ,eint gewagt zu fein; neh der Onkel könnte ihn entt unai Mann sammt aus den Gedanken, einen verborgenen Brief I . . nr.y fv O, , v nu eit wodl.l 2vle aiiaui ynen. oasr 1 , , . . k v ri. 1. -ri m 3" m ij i i 'jtftttitnp. nnnn oen rlminalraly an. - - Beil chen strauß? ! rief er stotternd. Q gewiß gelallt mir daS ! ES ist I ' u gut erfunden ! m . .Der Brief im Sträube bleibt dem Maoazen veroorgen, oem xjwx cnigcpi fw . c v V - . .. 1 . . 1 1 er nicht. Unversiegelt an Fräulein Vauline gerichtet mm i li lil 4 14 VW A V W Ult V V nnen - . ,An mich? An Mich .Wie yände ' m.. flllfi Ött aulein Tberese. m m - W V- ? , Genua, unter diesen Umständen fühlt sich d,? n?,r nk .nleick, Normund er. w v i r -" Pflicht, den Brief zu lesen. Er erfährt das Herzensgeheimniß seiner Nichte,denn er sgries lautet so : bne eine Miene ,u vergeben, oa der Criminalrath den Brief auS der Tasche unb etja8 denselben.

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Ernst ! schrie Pauline auf, den Blick

am Boden, die' Wangen wie - in Gluth getaucht. -. ' - Was denken fcu von die em Stoff?fragte Hitzig und steckte den Brief wieder ein. - Schon aber war Raupach aufaesprun gen und stand, verwirrt,, die flehenden Augen aus hihig gerichtet. .Herr Rath lvracy er mit bebenden Lippen, .zürnen r rrei . . . t . ie niüJi. wenn tcq als plazier anerkannt wäre, wollte ich Paulinens Hand von Ihnen erbitten. Wir erhoff, ten, ersehnten einen Erfolg eine Nie Verlage war-daS Resultat, . . . Ach, Herr Criminalrath, erbören Sie uns! Ma chen Sie uns zu den glücklichsten Men schen auf der Welt! Ich bitte Sie um die Hand Ihrer Nichte und bitte, daß Sie mich nicht s als den Berfaster der .Raketen desTeufels", sondern als Rau pach, den Referendar, betrachten, dem man außer jener unglücklichen Dichtung nichts UebleS nachreden kann." Liebster, bester, einziger Onkel !' Die Arme um ihn geschlungen, die Augen in Thränen, lag Pauline an seiner Brust. I .So will ich denn," fuhr Hitzig fort, .mit meiner .Zustimmung ebenso kurz sein, als Sie, lieber Raupach, mit Ihrer Werbung.., Nehmt Euch denn in Got.teZ Namen. Zum Thee. Raupach, lud ich Sie ein, doch dieser Tag kann nur beim Wein .beschlossen "werden, : und wenn Pauline i jetzs an 'den Veilchen riechen will, der bewußte Strauß liegt im Zim mer nebenan." " -, ' ; So hatte sich zu dem Lüstspielstosse, den der Criminalrath erzählte, nun auch der zwar nicht ungewöhnlicherer heiter ste Schluß, die Verlobung, gesunden. ES war auch, entschieden ein Glück, daß Hitzig Halt gebot, als Ernst beschwören wollte,.die .Raketen des Teuselö" sollten sein erstes' und letztes Stück gewesen sein. Sonst hätte er die Dichtung sür das Stiftungsfest in der Restource nicht schreiben können, denn dieses Stückchen, das wirklich den Titel .der Veilchen strauß" erhielt und nach gegebenenThat fachen frei erfunden wär, fand emen Bei fall weit über Erwarten hinaus. Doch ein Gelegenheitsstück, in einem geschlos senen Kreise ausgesührt,: wetzte die Scharte nicht aus. Ernst wagte ein neues, größeres Werk, ein Schauspiel, das zuerst in Hannover zur Darstellung kam und so gesiel, daß die königliche Bühne in Berlin den Autor um dasselbe ersuchte. " ES zu sehen, .lief ganz Berlin zusammen", und in dem vollen Hause, das mit seinem Beifall nicht kargte, fehlte der Direktor des Konigstädtifchen Thea ters nebst seinem Regisseur und Demo's selle Lindner nicht. Am nächsten Tage erhielt Raupach deren Besuch. . Der Direktor hatte das Schreien vermuthlich ganz verlernt, er sprach nur in den höchsten Flötentönen und lispelte dem Dichter zu: , .Haben doch Spaö verstanden, wär digster Freund? War doch nur Spaß, als ich damals sagte, würde von Ihnen nichts wieder bringen, und wenn Sie bester als Schiller und Goethe, als Les . . .. t .1. sina und Shakespeare schrieben. Sind jcgi. tin oimaimi awiii, Ulv.uil O uXa IBUa X mamVam I ' w - , . C I ifTui cn!4tiAM imTImV: aUai 1 xjrcuno, mau)in un miu cu um sichersten Beweis Ihrer Freundschast ge den, wenn Sie sich memeö Theaters gu tigst erinnern." . .Gratulire," nes der Regisseur, .haben das mit den Abgängen famos ge lernt. : Wie ich Ihnen schon damals sagte : guter Abgang immer Hauptsache, bringt Applaus. Bm em alter Prakti kus. Freundchen! Ihr Besuch wird mir stets unschätzbar sem." , vatte ich Necht, sragie demoijelle Lindner, .als ich Sie bat, Sie sollten oen MUly niqlrrzlrtt 1 m zu nrn 1. . t:..u , mis . , c c i nen sagte. Sie dürften nicht verzagen, denn auch Ihnen würde noch das Glück nahen? Bin ich nicht eine gute Pro phetin gewesen? Zur Belohnung schrei ben Sie eine brillante Rolle sur mich !" Der junge Dichter versprach es und hielt auch sein Wort. In manchen sei1 mmm . -f . t er spateren totuac yar aroune ino ner. die allbeliebte Künstlerin, diehaupt rollen gespielt. Raupach's Thätigkeit aus dem dramatischen Felde ist bekannt, Weit über hundert Stücke hat er verfaßt, unter denen die Wramen aus oer vo henstaufenzeit, .onoor-iino ajiga, .o ng Enzlo", .die Schule des evens.'' der 'tuuer uno ,em MV , .vkk P.UL' mm . 4 j Y - I jf. V". nl m TW - r - I - M , ? maior- uno .oie &a)wawiwi ic besten sind. . Wie viinoe z.yemis )llge und dem Schwerte, der er m seinem Minmutb allein nur ZU huldigen gelobt, . i hatte er längst den Rücken gekehrt. Aus seinem Gute in . Schlesien, das er sich durq oen ertrag feiner ro, brachte er der Göttin TbaUa seme Gaben dar. Nach der erfolgreichen Austuh. rung jenes Schauspiels m Hannover f.ic.ii . CT .. T : . I (KX.nlrt hurn imVi lugiic cc juunnc uta vyu v" . " noch ost. im Sommer auf dem Gute, im Minier in Berlin, svrachen sie von dem LustspielstoffeÜnkel Hitzig's, dem bedeu tüngsv'ollen Veilchenstrauß. - Zur Entschuldigung. Gibt'S Schön'reö. als wenn die Natur Nach FrühlingSregen du siehst prangen i r , . v - st Cm.fV ...V zenn lqimmerno-oeu im zuiv s uuv ' ' ; ; r Flur AnVlüth' und Blatt dieTropsen. hangen; Und wenn im flüssigen Krystall . Im Wiesenplan und aus den Hügeln Du siehst viel millionenmal , Der Sonne Bild sich wiederspiegeln ! Nun erst ein holdes Frau'ngesicht ! Gibt's Schöneres in - der Schöpfung Grenzen, Siehst du der Augensterne Licht -Durch Tropfen an den Wimpern glän zen, ' Jst nun ein kleiner HauZverdruß Wohl eures Zornes werth, ihr grauen k Der Mannlsucht ja nur den Genuß, Das Schöne schöner noch zu schauen k ' EraffuS. Im Eifer des Vortrags .Sie sehen nun, meine Herren, die ei gentliche juristische Bedeutung der Tauf und Sterbereaister liegt auf dem Ge biete des ÄeweiseS : ES ist nicht genug. daß ich geboren bin, ich muß es auch be weisen können ; es it rncot genug. dak Einer gestorben ist, er muß es auch beweisen können."

Hin russisches Hrchester.

530 achrVkasoch. Damals war die Musik, welche in der Hütte des russischen Bauer, des armen Muschik. seit uralter Zeit heimisch ist, in den mittleren und. höheren Standen Rußlands noch nicht zur Mode gemor den. Mit Ausnahme einiger kleiner Kreise in Petersburg, Moskau und Kiew kümmerte man sich mehr um das Klingen der Rudel beim onzo et derai, als um den Klang der Jnstrumente,und nun gar aus dem flachen Lande, wo es hoch herging, wenn man in einem Herren hause irgendwo eine Guitarre an einem verblaßten Bande hängen fand und sehr zufrieden sein mußte, wenn nicht alle Saiten an derselben gerissen waren. Zu jener Zeit lebten in der Gegend von Ramieniee in Kleinrußland im en geren Kreise ihrer Familie und im wei teren ihrer Leibeigene in patriarchali scher Weise' zwei Gutsbesitzer, Herr Zwonski und Herr Kozuchowski. Ihr ganzes Dasein wäre ein recht gottseliges gewesen, wenn nicht ein edler Wetteifer zwischen ihnen manchmal das süß dahin fließende Adagio durch eine gar haßliche Dissonanz unterbrochen hätte. Zwonski und Kozuchowski waren soweit gute Freunde, aber Jeder wollte es dem An deren zuvorthun,-und die Sucht, sich auszuzeichnen, mischte Beiden. nur zu ost bitteren Wermuth in die.Kontuschuwka, den herrlichen, ätherreinen Kornbrannt wein, dem sie eisriz zusprachen. Bisher hatten sie sich nur in Bezug auf Wagen, Schlitten und Pserde.Flin ten und Jagdhunde, Meerschaumpseifen, Bernsteinspitzen und allenfalls noch in Bezug: auf die Toiletten ihrer Frauen und Töchter zu überbieten gesucht, da war aber einmal ein unseliges Zei tungsblatt in das Haus ZwonSki's und ein zerlesener Band von Puschkin's Ge dichten in jenes KozuchowSki's gerathen, und sofort nahm ihr Geist eine neue Richtung. Beide begannen, sich für die schönen Künste zu begeistern. Kozuchowski lernte heimlich mit Hülfe des Schullehrers das herrliche Gedicht Puschkin's .An die Verächter Rußlands" auswendig und vernichtete Zwonski voll ständig durch den Vortrag destelben in einer Abendgesellschast bei der Gutsherrin Frau Ezaplinska. Zwonski raffte sich indeß schon am nächsten Morgen aus, als er in einer alten Zeitung, in die der Kausmann den Zwirn für seine Frau eingewickelt hatte, einen Bericht über ein Concert in Paris las. Sosort packte er seine älteste Tochter Euphemia sorgsam ein und sendete sie nach Kiew, um sie dort Piano spielen lernen zu lassen. Als Euphemia nach einem Jahre zu rückkehrtc, mußte sie ein Clavier haben, also kaufte Zwonski ein Clavier und ließ es im Sitzzimmer an die lange Wand stellen. Nun spiele mir etwas vor, Frau lein," sagte er. Euphemia setzte sich an den Flügel und fsimhfrt h?n .rnthen Sckarakan" ! swi: ? fZ.s ibr Ngter nd mit tt W f wfw wmwm m er 1 . ' . . . .g Kops bin und her, .die reine Zau- ' 9 - - . . A. . - erflöte, Kozuchowski kriegt die Gelb fc ttcnn cr bQ Chören muß." . Unb chtig mußte er es anhören und intsärbte sich sogar ein wenig, als die m,s.nss. l?em! Utäah ohnsou. :.. Kozuchowski war nicht der m? r ubt 3 rnrn. m$ jst das am Ende für eine nst," murmelte er. .oben mit den Handen trommeln und unten mit den Fügen treten." . yt allenfalls besser" s5r!e monski. an besten Kopse stck Saar für - v - - 5aar au aer Stet batte. .wenn man oben treten und unten trommeln wurde f .Das wäre allerdings eine größere Kunst. .Siehst Du, diele Kunst kann ich, kreischte ZwonSkl und sprang zum Schrecken der Anwesenden aus das Cla vier und trat so lange aus oen tasten herum, bis die Mehrzahl derselben in Stücke gegangen war. ' c?rtiisfinmfi wnr nicht lanae darnack bei der Fürstin Glinska in Kiew gela. en. Man hatte ihn da5 erste Mal in diese Kreise gezogen, weil man seiner bdurste. um mit seiner Hilfe eine arme Jte zu verheirathen. Die Fürstin Um tin Palais in der )tadt. iSs war I I T0 . . . Nero naS nur aus Solz erbaut, aber mit asiatischem LuxuS eingerichtet ; ein französischer Koch beherlschte Küche und ß-keisekammer und ein enalilcker Kut i . , ... v, s?wll. Die Fürstin batte in diesem hölzernen PalaiZ auch ein eigenes Orchester und so kam es, daß Kozu 0n,sfi zum ersten Male em solches spie len körte. , sofort sakte er einen arokartiaenKnt fäfoß, und dieser Entschluß freute ihn I l r i. g. - . . ri r" r ,g fey?, oay er in oer erirn cacqi, ais er heimgekehrt war, plötzlich im Schlafe laut zu lachen begann und so laut und so lange lachte, daß alle . Leute wach wurden, nur er selbst nicht. , 5kS mfthri nickt Tnnn? frn ! Fhrwagen aus Kiew angefahren,' und Leibeiaenen KoiuckowSki'S waren einen ganzen Tag nur damit beschäftigt, I .. " .r i - ' ' Olsten aozulaoen und.auszupaclen., Wa gab eS alle erdenklichen Instrumente und Rotendie Menge, nur die Musiker fehl. ten noch und der Kapellmeister." .... r . . Der lctztere ließ auch nicht lange uf sich warten, er kam direkt auS Odesta aber die Musikanten! . Kozuchowski ließ einfach die ersten besten, semer Bauern kommen und be deutete dem Kavellmeiiter. er moat kie. selben spielen lehren, und zwar wünsch er, daß ste in 14 Tagen an einem hohen Gedurtssefle sich das erste Mal producf . T : . .c u cv . ren. Mit üurjujn .uzr gingen vor über, das Geburtsfest kam, aber nicht Emer der Bauern war fähig, fememJn MG . ? . . . . ' P.W ltrumenle einen vernunsilgen 3.on zu entlocken.. .Die Zeit war zu kurz." sagte der Ka pellmeister, . man braucht Jahre dazu, um em gutes Orchester einzurichten. ,Was? Jabre? Willst Du mich zum Besten haben, Hundesohn r schrie Kozu chowski und jagte den armen Kapell meister noch m derselben Stunde fort. ! .Jahre ! Hm !" brummte er vor sich hin, .in vierundzwanzig Stunden will ich em Orchester haben, und was sur ein Orchester. Er ließ hieraus die Leibeigenen in den

EdelHof kommen, stellte sie gleich Soldaten in drei langenGliedern auf, ließ diese öffnen und schritt dann durch die Reihen, in einer Hand. eine .Kreide, in der an dern die Liste der vorhandenen Jnstru mente, und ohne zu fragen, ob einer dieseS oder jenes spiele oder überhaupt musikalisch sei, schrieb er jedem das Instrument, das er zu spielen hatte, mit Kreide auf den Rücken: Geige, Baß geige, Flöte, Waldhorn, große Trom mel, bis alle Stimmen des Orchesters besetzt waren, dann , ließ er die Instrumente und die Noten vertheilen und entließ die entsetzten Bauern mit einem herzlichen: .Der Blitz soll unter Euch sahren!" - An diesem Tage glich das Dorf einem Urwalde; ein. solches Gewirr von TS nen, ein solches Durcheinander vonheu len, Brummen, Krähen und Kratzen war noch nicht gehört, worden. Die armen Leibeigenen übten sich, so gut eS eben ging, ein, denn morgen mußten ste spielen, das stand fest, der Herr saß ja schon vor seinem Mahagonisekretar und schrieb, die Einladungen. - Den nächsten Tag fand in dem großen' Tanzsaal, der neben dem Herrenhause aus Holz ausgesührt und nur mit Kalk getüncht war, die Probe zu dem Conzerte statt.

Die gezwungenen Musikanten nahmen auf der Estrade vor den Pulten Platz, auf den Letzteren wurde die Es'dur Symphonie von Beethoven aufaeschla gen, Herr Kozuchowski nahm mit dem Taltirflock vor dem Diriaentenvulle Platz und gab das Zeichen zum Be ginne. .Herr, gnädigster, unser süßes golde. nes Väterchen,- nahm der älteste der Leibeigenen bebend das Wort, .Deine herrlichen Instrumente, die Du uns da gegeben !hast, sind ja wie vom Teufel vesesten, die spielen von selbst, waS ihnen gerade einfallt, aber uns, du engelSguteL Herrchen, wollen sie ganz und gar nicht gehorchen. .Was V staunte Kozuchowski. .Ihr untersteht Euch, Anreden an mich ,u halten ? DaS ist ja die reine Rebellion. Spielt, das ist Eure Sache, meine ist. zu beurtheilen, wie Ihr spielt und ob Ihr 1 . -V . t . m Prugei veroieni ooer Ntcyl. .Aber Vaterchen, erbarme dich" .Wir können nicht" .Beim besten Willen es geht nicht". .Vas wollen wir doch gleich sehen schrie Kozuchowski wüthend, ergriff die Knute und begann mit derselben aus die armen Mu cyils loszuhauen, .sbielt.br Hundeseelen, Ihr Heidensöhne, spielt aus der stelle . Und wOrend er fort suhr, mit der Knute den Takt auf den Rücken seiner armenLeibeiaenen zu schla gen, begannen diese auS Leibeskräften in . fd ? SX. . m . oie tfioien, Trompeten, yörner und Fa gottS hineinzublafen und wie befesten auf den Geigen und VioloncellS auf und abzukratzen. Eine infernalische .Musik ! .Sehr gut ! Sehr gut !" rief Kom chowski, .nur so fort. Etwas mehr große Trommel, bum, bum, bum, die Tschinel len kräftiger, bum. bum. tsckindadra. So, Kinder, jetzt bin ich zufrieden." Abends kamen die Schlitten von Nord und Süd. von Ost und West, das Vor zimme? füllte sich mit den prachtvollsten Pelzen, uno nachdem man den Thee ge nommen, strömte Alles in deu Tanzsaal und nahm erwartungsvoll Platz. . Wie Musiker standen in Reih und Glied auf der Estrade und blickten recht muthig und fröhlich drein. . Ein Jeder hatte nämlich feine dreiGlSSchenSchnaps im Leibe. Kozuchowski, im schwarzen Frack, trat an daS Dirigentenpult und ergriff den Taktirstab. Ein Moment athemloser Stille trat em, dann brach em höllenmä ßiger Spektakel los, es war daS .reine musikalische Irrenhaus. Alle Anwesen den waren starr. . ZwonNi saß ganz un glücklich vorne in der ersten Reihe. .WaS halten Sie von dieser Symphonie V fragte er seinen Nachbar Schmazrizki. der sich bei jeder Gelegenheit als großerMu stlkenner gab. .Ich bitte Sie Beethoven .Also Sie sind, so zu sagen, besrie digt?" .Wie denn nicht?" gab der Mustkken. ner zur Antwort, indem er sein Kinn in der hohen welken Cravatte begrub, .das ist sehr bedeutend und sehr schön" aber man muß sehr musikalisch sein, um eS zu verstehen." Hygienisches. Daß man für eine kranke Brust belobt. Als der Genesung mild zuträglich. Die Lust des . KuhstallS ist unwider ' legllch, ; Weil durch Erfahrung tausendfach er probt; D'rum drängt'S immer mich dem Kek ler zu. AuS HeilungStrieb und. nicht aus 'Zu fall Wenn Wein ist Milch des Alters, ist die .;: ttuy DaS Faß, der Keller ist des Alters Kuh. . , .5 stau. G u t er z o g en. . , .Ihre Kinder , sind sehr gut erzogen, si: fürchten keine Schreckgestalten, . selbst den Teusel nicht .löen sind sie bei meiner Frau schon gewohnt !" i Pluralis. Lehrer : .He, warum waren wir ge stern nicht in der Schule?" Schüler: So, waren Sie auch nit da, Herr Lehrer.i' : Naturanlage. . . .D55 is aber doch recht sonderbar. Mein Großvater is von an Ochsen er stoßen wor'n, mei Vater von aner Kuh, und mich hat gestern der Stier halb zer Schaden g'stoßen. Dös muß am HauS oder in der Familie Heg'." W o zu die W issenschaft? .Sie müsten während Ihrer Kur streng diät leben, alle fetten und sauren Speisen vermeiden und dürsen weder Bier noch Wein trinken." .Halt, Herr Doktor. Wenn ich alles das lasten soll, so werde ich ohne Sie gesund. Aber ich will eben essen und trinken. zu was ich Appetit .habe , und mich dabei wohl besinden, deßwegen sol lrn Sie mir helfen, und wenn Sie das nicht können, kann ich Sie und Ihre Wissenschaft Nicht brauchen."

Ein Stückchen. aus der guten alten Zeit. ?ln der NeuiahrSnacht achtzehnhundert

und soviel ruft der Konditor Nüsstg'die Nachtwächter, die in corporo an seinem Haus vorbeiziehen, iu seinen Laden her em, UM ihnen durch ein Gläschen SchnavS für ijre treue Fürsorge im ab gelausenen Jkahre seinen Dank abzustat ten und li, zualeich aus ibre schweren BerusSpfliZ,ten für die kommende Nacht zu stärken. Denn schwer sind diese Bcrusspflicht' da der Unsug deS Neu lahrsschttb-?s in den letzten Jahren wieder in grauenerregender Weise zugenom men hat., Deshalb nebmen auü die Herren die freundliche Einladung bereit willig an und stellen einstweilen ihre Spieße vor dem Hause zu einer Pyra mide angeordnet auf. Dann aber ae hen sie hinein und lasten sich nicht nur emen, , onoern verlcyiedene Schnäpse auf's beste schenken, denn der Herr Kon ditor Nüssig ist heute besonders guter Laune und hat, scheint's, seine Spendirhosen angezogen. Draußen aber auf der Straßc, da regt sich nichts, also ist auch kein Grund vorhanden, der die Herren Nachtwächter veranlasten könnte, ihrer geistreichen Beschädigung und Un te'rhaltung ohne Weiteres zu entsagen: dieselbe hielt daher eine geraume Weile an und err NujZlg gab Scherz um Scherz, Schnaps, um Schnaps zum Besten. Auf einmal aber erfolgt draußen vor der Thür cin gewaltiger Schlag, als ob man einen Böller losgelösten hätte, und in einem Nu sind die getreuen Hüter der nächtlichen Ruhe auf der Straße an gelangt und greifen nach ihren Spießen, um damit den oder die Attentäter, welche diesen Spektakel ausgeführt haben, zu verfolgen und zu Handen einer gestren gen Obrigkeit zu bringen. Aber o weh ! So sehr sie an der Py ramide zerren und zerren, die Spitze derselben vermögen sie nicht zu trennen und so kommen sie endlich zu der cinmüthi gen Ueberzeugung, daß . dieselbe in der Kälte der NeujahrLnacht zusammengesroren sei. Sie beschließe also die Verfolgung der Attentäter bis auf wei teres aufzugeben und zunächst ihreSpieße im Laden des Herrn Nüsste austhauen zu lasten. Aber leider haben ste hier die Rechnung ohne den Wirth, d. h. ohne den Zimmermann gemacht, denn die La denthüre ist zu schmal, als daß sie mit der Spießpyramide hereingekommen wären. Was bleibt also anders übrig, als das ?orpu3 delicti aus die Wach stube zu bnngen? DaS versuchen sie, doch mit dem gleich schlechten Ersolg. Denn auch die Wachstube ist wohl aeeia net, den dicken Herrn Polizeicommistär hindurchgehen zu lasten, aber keinen Heuwagen und demnach auch keineNacht wächterfpießpyramide. So bleibt also sür die pflichtgetreuen NachtstcherheitS Wächter nur der Ausweg, das Hintcrthor des Wachtgebäudes zu öffnen und ihre Spießpyramide in den dort befindlichen Hof unterzubringen. Dann aber gehen sie mit anderweitigen Waffen aller Art, als da sind Ofengabeln, Schaufeln und Acxten ihrem nächtlichen Dienste nach, der aber freilich nach den reichlichen Li bationen, die sie bei Herrn Nüssig den Gotte des Fusels dargebrachthaben,von denkbar schlechtestem? Ersolg ist. Kein Wunder, daß die Armen gegen Morgen ziemlich verdrießlich ihr Lager aussuchten und auch nach dem Ausstehen nicht be sonders erbaut sind, wie sie in corporo vor den gestrengen Herrn Polizeicom mistär geladen werden. .Nun. ihr Herren", sagte dieser, .das war einmol ein höllischer Spektakel diese Nacht! und wie kommt es, daß Sie mir gar Niemand arretirt und zur Anzeige gebracht haben?" Da erwiderte endlich der älteste: Herr Commistär, es war aber heute Nacht so gar kalt und glatt, und da war es schwer, einen solchen Äuhestörer ein zuholen, und zudem waren wir auch nicht gehörig bewaffnet!" .Was, Nicht gehörig bewaffnet? Sa be ich Ihnen nicht erst neulich sieben der schönsten Spieße machen lasten ?" .Freilich, relllch, Herr Kommmär stotterte der Nachtwächter, der vorhin das Wort ergriffen hat und jetzt erst be merkt, daß er stch verschnappt habe, .frei t if.x. r. r .. . na), ireiiiu), jcrr ommliiar, aoer un sere &pitlt sind bei der ölte ziusam mengefroren !" .Was. zusammengefroren! Sind Sie verrückt V .Nein, Herr Kommissär, ich bin nicht verrückt und die Spieße sind wirklich zu ammengcsroren; drunten im oke sie henste!- , Der Herr Kommistar gebt an das Fenster und steht 'wirklich die Spieß Pyramide im Hofe drunten. Er sagt t t fi.Vt;:.. crn uwn uiv viwuiiiju. jumnn icin icooil. sondern geht htnab, um die Sache näher zu beaugenscheinigen, und da steht er. daß die Spieße oben in der That durch i ein unzerrrennvares Band der (sympa thie zusammengehalten und allerdings zwar nicht gefroren, aber durch eine wahre Meisterhand zusammengeschweißt smd. Den Spektakel, den eS jetzt im betreffenden Hofe und nachher im Amts zimmer des Herrn Kommistar absetzte,) beschreiben, unterlaste ich lieber und be merke nur noch, datz Herr Nüssta und sein Nachbar, der Fahnenschmied Oel meier an jenem Tage viel die Köpfe zu sammengesteckt und so lange gelacht ha ben, bis endlich die ganze Stadt eben falls davon angesteckt war. Wenn aber eine ganze Stadt lacht, so ist das ein ganz harmloses Ereigniß und beweist höchstens, daß eine ganze Stadt etwuS freut und das ist einer ganzen Stadt ge rade so zu gönnen, wie einem Einzelnen, weshalb wir, ohne weitere Eonsequenzen daraus ziehen zu wollen, uns dieses harmlosen EreignisteS ebenfalls freuen und unsere Erzählung mit dem Wunsche schließen, daß sie die Leser ander Pleiße so gut wie die an der schönen blauen Donau gefreut haben möge, wo die Ge schichte in irgend einer alten Reichsstadt passirt sein soll. (Schalk.) Gehupst wie gesprungen. I.Student. .Du, sag' mir einmal, warum sieht denn der Huber jeht immer schon um 5 Uhr Morgens auf V 2. Student. .Damit er länger fau lenzen kann."