Indiana Tribüne, Volume 6, Number 228, Indianapolis, Marion County, 6 May 1883 — Page 4

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Segen Shtpep ste, VerKopstheit. bUlös,ttopfw.h, chrsnlsche . Tlat. hoe, Gelbsucht. Unreinheit des Slute, chüttel steber, Nalarie undalledurchTtö uS der Leb?, rönne und lere verursachte Leide. Symptome einer erkranltcu Leber. vtiln :hkm ; Schmer, iu der Seite, luwellm t dem Schulterilatt und wkd dann mit Rheuma, ttömu ermeckselt; allgeeiae? ppetitverlust ; ge ibnlich Verstcrfcheit, zuteilen abwechselnd mit OffenleibigkeU: der Sorf oa Schmerze belästigt, webet teträchtlich Verlust des ErinnerungZvermö ttdiakeit und Schwäch: tft nervös: Kälte oder iren ntes Gefühl in de, Äil&ea, juweileu eine siechende Empfindung; tte Lebensgetster ntederzeschlaze, und aletch ma übnat ist lai Letbesdeweauna beUsam wäre, so tan maa sich kaum dazu aufraffen, ja, man mißtraut jedem Heilmittel. Verschiedene der bizen Symptome teglette die Krankheit; aber S find Fälle vorgekommen, i denen nur wenige dave verende waren; doch fai die Untersuchung nach de Tode eine beträchüiche Störung der Leber ach gkwiesk. . . TaS Nittel sollte von allen yerssnen. Jung d Alt, gebraucht werden, sobald sich elneS der obigen Symptome zeigt. er aus Reisen ist ode? in naesunber Seaend wohnt, wird durch aeleaentliches Sinneb rntn einer XchS, um die Leber ta aesunder Tbätia kett u balten, alle Malart,, gallige falle. Wirre, UebklkeU, iederqeschlagenhkit . s. w. ab wenden. Das Mittel wird wie ein las Wein kräf. igrn. ist aber kein berauschendes Getränk. Wenn man etwas schwer Verdauliches ae festen hat, oder Nachts nicht schlafe kann, nehme a ein TostS und die Erreich terunz wird eintrete. Sowohl Zelt wie Toktorrechgen werden erspart, wen ma de Reltor stets vorräthig im Hause halt ! Trn gleichviel welkes Leiden sich einstellt, eia durchaus sichere?, abführendes, Safte derbes serndes und stärkendes Mittel wird te unrecht zebracht sein. Das Mittel ist ungefährlich unk beeinträchtigt weder die Seschststhätigkeit och daS Vergnügen. es ist rel vegetabilisch rud bat die ganze Krast und Wlrlszmkkit von EalkMtl ederühini ohn irgend eine der schädliche Kach Wirkungen derselben. Jengnik von einem Gouverneur. immons wtt Regulator ist seit längerer fiel! rt meiner gamUt in Sbraucb, an Vb bt über r ogt, ta er eine Bereicherung der Arzneimiffensdaft ildct. I. Gill Qhorter, S?uvernenr ron Ll. Hon. Alexander H. Stphens ron eorgia zgt: TerLdriuch von Stmmons Liver Rezuli ix ist mir wohl teksTmea und ich wünsche ihz weiter zu prüfen. m1di Einzige das niemals Lindernng " ... ,ki.i . n versagt, vave vmt nimm gegen -uspexna, iiberleirea vnd Schwäne gebraucht, aber uie eines efunrr:t daZ mir so wobl bekomme ist wie Stm onS Lirer Rezulator. Ich hae Mmnesota ' biZ Eeorgia danach geschickt und möchte einer iolchea Medizin eqen noch nxiter säiieke ; auch möcht ich llea ä-.lich Lei?enrea anrathea eS mit diesem riittcl zu versuchen, da es daS einjize zu sei schkiat, t aS rimls Lmderunz rersazt. P. M. Jan, Minneavolls. Mian Tr. W. Maso sagt : Durch thatsäcdttch LrizhkLuz tai Gebrauche voa SimatonJ Circi Siezula:" i meiner Praxis ich oa seiner An. ' endnng iefrieiizr und ich verordne ihn als ein Mfäbrunqs-Ärzner. - tTf Man rebrne nur tei echte, der petS die ttthe Z SanXlSmarke und die NameasunterIchrijl I. H. eilin & o. auf dem Umschlage jkäzt. Züei allen Apothekern i Haien. i llllll W(ÖW hat sich stets als sicherstes Kurmittel kür Nieren Krankheiten bewiesen. Beweist ?bnen ein labmer Rucken ode: k-Kleckter lirin dak Sie der Krankheit tirOpfer gefallen sind? Tann lottern Sie nicht: I c ' stl ' irrlj I ' zcvrauqen cic atiercn jtrauiiruauL-jr 9ot laue upotijeier erajrre Pien es; uno eic werden dieÄrankheitfchnellüberwättiffenun: ihr ..nn?m mirit mirbtT neruf neut roerten. Slndie'Z'amenZZZürdiekremSefchlccitc CO ciaentbiimlicten Lrankveiten, Wie i. stSAmeri und Schwäche, steht Nieren rnu: (Kiiliiey 7rt) 15 Heilmittel unübertrofier. ra. es kunrtfchnekunsilHer. weiceicer. ( iescklccbtern roe,cken Unentbaltsamkeit, Rn ,ückt,altunadeSUr:nZ,,ieaelmähaeoderzäbc Abführung, und unangenehme zerrende b I dieser Medizin. Preis Gt. Bei Avotbekern. Zcbmerzen icdneu re-r der venenven ran AUMlCV-WiM perWache kann, er fleikiai?, II zu Sause machen. Das b ste Ar Geschäft, avttal nicht nöthick. Piil fl Männer, Knaben, Feauen und iy w Mädchen können das eschäft ausüben. Rt n cndereS Ge schüft keih'.t fo gut. AuZftattuna frei, 'chnell nd ehrenhaft (Seid ju machen. Man wende sich an , u i & So.. AuguSa. Main. nBLAHCHftRD CHURH Fire st2es rnade sor Familr Dairie. 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Museal rsvtge gevrgJJZl dcicch. .-r r . . . . frn Sudi, 100 Selten, wird gratt, versandt. $S.T.W.SANFORD,M.D.Ai.0?, in fit.. rkCitj-.'f uuiwtuuvi.inwvm .-I desse utt uf bestätige. x V kid u verdienen. S:r drauch-k' Männer. Frauen, naben und äd he. um für un iu arbeiten. Jeder kann di Arbeit i sein Wohnorte thun ud viel ScU dienen. ?iattu,z unentaeltlich. Man kann die ganzeAett oder nur d,e VuKestunden darauf verwenden. We , "dürrer Angaben mende man sich an St ins on d 9. Pzrtiand, Maine. .

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Unter den zahlreichen, wirklich gesahr bringenden Einflüssen . auf Leben und Gesundheit mögen inFolgendem zunächst die. Metalle und ihre Verbindungen in ihrer Verwerthung zu häuslichen Ge brauchsgegenftänden einer näheren Ve sprechunz gewürdigt sein. Die außerordentlich zahlreichen Eurrogate der Muttermilch, wie sie zur Zeit mit größerer oder geringerer Verechtigung zur Verwendung gelangen, haben sämmtlich, wie die meisten aller zudem' teten Speisen und Getränke, die Eigen schast, leicht zu säuern, d. h. während der Zeit ihrer Ausbewahrung sauer und dadurch sür den ErnöhrungSzweck un auglich zu werden. Als nun vor etwa 40 Jahren bekannt wurde, daß sich Zink eicht in Vlechform bringen und zurDarstellung von Gesäßen aller Art verwer then lasse, wurden zumal Zinkgesöße zur Aufbewahrung von Milch und anderen eicht säuernden Nahrungsmitteln em pfohlen, u:il letztere während ihrer Auf vewahrung dann vor dem Eintritt des Sauerwerdens besonders geschützt bne den. Vor 24 Jahren wies ich aber be reitö darauf hin, daß diese Annahme auf einer Täuschung beruhe, daß der Grund der längeren Haltbarkeit der in Zinkge säßen reservirten Nahrungsmittel m der Eigenschaft des Zinkes zu suchen und zu finden sei, sich in Milchsäure und andc en organischen Säuren, namentlich bei Lustzutritt, mit Leichtigkeit aufzulösen. ES wird daher hierbei nur scheinbar em Sauttverden verhindert, m Wulllchrelt aber daS Nahrungsmittel durch das sich auflösende Zink in einer Weise verän dert,. welche, weil daS erzeugte und gcSste milchsaure Zink em starkes Gift ist, n ieder Hinsicht gegen die Verwendung von ZinkgesSßen zu genanntem Zwecke Pncht. Durch ein Lackiren solcher Gefäße wird dieser Uebelstand nicht hinreichend beseitigt ; deshalb bleibt eS eine unbe treUbare Regel für alle Haushaltungen, die Ausbewahrung von flüssigen Nah rungsmitteln in ZinkgesSßen gänzlich zu unterlassen. Was aber von dem Zink gesagt ist, das gilt in nicht geringerem Grade vom Blei, vom Kupfer und Messing, wie von Legirungen aller Art, welche Zink, Blei Kupfer, Zinn oder Antimon' enthalten. Da giebt eS eine ganze Musterkarte von gesundheitsschädlichen Metallen und Metallgemischen, welche, ost äußerst be stechend m ihrem Aeußeren, als verrathe rische Heuchler erscheinendenen man, so zu sagen, nicht über den Weg hinweg trauen darf. Und wenn ich an den Schaufenstern mancher großen Waaren lager vorübergehe und die allseitig blitzenden und glänzenden, spiegelnden und leuchtenden bunten und weißen Me tallgesäße erblicke, wie sie als Haus und Kuchengeräihe, als Theekannen und Kaffeegeschirre, als Trinkbecher oder Kochtöpse mit verlockendem Glänze die Kauflust wecken, da möchte ich oft ün schen, dak manches solcher Gesäße aus seiner gold und silberglänzenden Fläche den Todtenkopf als Giftstempel trüge, um Das zu verkünden, was sie wirklich sind oder bei unvorsichtigem Gebrauch leicht werden können Giftgehause. Es ist wohl als allbekannt anzuney men, daß man silberne Löffel nicht in Essig enthaltenden Speisen, oder m sauren Fruchtsäften liegen lassen darf. Diese Vorsicht ist einfach daraus zurück zuführen, daß, weil alle Silbergeräthe Kupfer enthalten, letzteres zur Bildung vsn Grünspan oder anderen giftigen. in Wasser löslichen Kupferverbmdungen Veranlassung giebt. Weniger gefährlich soll sich das Neustiber (Argentan, Pa. fong, Alsenide, Christoflemetall), eine Legirung von Kupfer, Zink und Nickel,- . m (W1 V P . tf- . zeigen. Viee 'ceiaugemiiqe, meicye schon vor 120 Jahren in Suhl angefer ligt, zu Gewehrgarnituttn, Sporen :c. verarbeitet wurden und vor 60 Jahre als etwas Neues aus China unter dem Namen Chinasilber in den Handel ge bracht wurden, sind zwar in B:tress ih. reS Kupfergehaltes schwerer löslich in sauren Flüssigkeiten befunden worden, als das Kupser im zwölflöthigen Silber; ob aber der Zinkgehalt der Legirung nicht zu sanitären BedenkenVeranlassung giebt, darüber fehlen zur Zeit noch sichere Anhaltepunkte. Gefäße von Britanniametall, einer Legirung von Zinn und Antimonmetall, sind von der Aufbewahrung flüssiger Nahrungsmittel völlig auszuschließen, weil das Antimon sich in sauren Flüssig leiten sehr leicht löst, und die erzeugten Lösungen nach dem Genuß die Wirkun gen des Brechweinsteins äußern. So lange man in der Fabrikation irdener Geschirre aus Porzellan und Steingut noch nicht so weit gediehen war, daß letztere, durch Billigkeit und Brauchbar keit gleich ausgezeichnet, sich auch für die weniger Bemittelten verwerthbar erwie sen, waren Zinnteller und Zinnschüsseln viel verwerthete Hausgeräthe. Zu ihrer Darstellung war aber -niemals reines Zinn, sondern nur ein Gemisch von Zinn mit 10 biS.20 Prozent Blei ver wendet worden, und dies Bleigehalt läßt die Zinngesäße darum gesundheitSschädlich erscheinen, weil in dem Maße, als der Bleigehalt wächst, dessen Löslich, keit in sauren oder leicht säuernden Flüs sigkeiten zugleich mit der deö Zinnes, welches dann die gistigen Eigenschaften des Bleies theilt, erhöht wird. Es ist aber diese? Umstand gerade jetzt um so mehr hervorzuheben, als, während die Zinngeräthe aus den Haushaltungen der armen Leute verschwunden sind, die selben in neuerer Zeit als Produkt der Kunstindustrie in den Häusern derWohl habenden wieder ihren Einzug halten. Um den kunstvollen Radirungen auf die sen Geräthen einen gesättigten Ton zu geben, soll zur Darstellung derselben außer Zinn und Blei auch Antimon Verwendung finden; und so kann eS kommen, daß die GSpe eines nach alt deutschem Muster stilvoll durchgeführten MahleS den Kunstgenuß mit einer tur bulenten Nacht zu büßen haben. Sollte es demnach nicht angezeigt erscheinen, bei .der Auswahl von Speisegeräthen aller Art den Kunstsinn den Ansprüchen der Gesundheitspflege unterzuordnen? Vor Allem möge man daran festhal ten, daß sich die Formschönheiten der al im Gee auj d;n. Produkten der mo

dernen Industrie ohne Schuierigkeit wiedergeben lassen, ohne die Gefahren, welche sich an die Verwendung stillvoller Metallgeräthe häusig knüpfen, theilen zu müssen, wenn man zumal berücksichtigt, daß die Porzellan und Steingutfabri kation in der Kunst nicht zurückgeblieben sind, und daß die Darstellung glastrter und emaillirter Metallgefüße eS zur Zeit zu sehr großer Vollkommenheit gebracht. DaS Verfahren, Metalle mit glaSarti gen Aeberzügen (Glasuren), welche selbstverständlich frei von giftigen Bei Mischungen sein müssen, zu versehen, ist wenigstens seit 60 Jahren angewendet und zur Zeit in einer solchen Weise auS gebildet, daß die glasirten EisengerSthe, zumal im Küchengebrauch, die leicht, zer brechlichen irdenen Töpfe. Keüge, Pfan nen, Schüsseln, Eimer und Kannen zum größten Theil verdrängt haben. Dann neben der größeren Haltbarkeit bieten erstere zugleich den Vortheil völliger Gefahrlosigkeit im Gebrauche, aber trotz oem, daß in der Steingut undFayenee fabrikation längst die Anwendung leicht löslicher bleihaltiger Glasuren aus den Geschirrmassen beseitigt ist, begegnet man bei der Darstellung der billigen Topfgeschirre noch immer solchen Pro dukten, welche an saure Flüssigkeiten, die darin gekocht werden, Blei in großen Mengen abgeben und diesen im wahren Sinne des Wortes vergiften. . (Verl. Tagbl.)

Nicmand'S Jrachigut. Von S.v. Guhlen. Wir befinden uns in einem kolossalen Güter Gewölbe der LondonDockS,jener großen Central-Station auf der Heer straße Englands nach Ost und West. Beim Eintreten aus dem Gewühl und Sonnenschein da draußen und der fri schen Lust der Docks fühlen wir uns von der Stille und Dunkelheit seltsam de drückt. ' Die Lust ist mit Staub, mit sehr altem Staub, erfüllt, und die gro ßen Motten, welche in den Sonnenstrah len umherschweben, bewegen sich träge, fast feierlich. Grabesschweigen herrscht ringsumher. Hier giebt es keine ge schäftigen Packträger, keine Zollbeamten mit selbstbewußlen Amtsmienen,, und dennoch ist der ganze große Raum mit Frachtgut, Niemandes Frachtgut, im Werthe von Hunderttausenden von Mark aufgestapelt. Weshalb holen die Eigenthümer es nicht ab ? Niemand weiß es und Nie mand kümmert sich darum, und weil es Niemand gehört, so muß Niemand es auch am besten wissen. Viele von die sen nicht reklamirten Sachen haben fünf Jahre und darüber hier gelegen. Trotz dem kommt, außer in ganz seltenen Jäl len Niemand her, um sie abzuholen, und selbst dann weigert .Niemand" sich oft, die angesammelten Lagergebühren zu bezahlen und läßt lieber Alles liegen, wo es liegt. Die Gegenstände sind entwe der falsch oder auch gar nicht adressirt oder avisirt worden, oder, der Empsän ger ist gestorben oder bankerott, oder will die Dock'Spesen nicht bezahlen, und darum sind dieselben hier, zu sechZjähriger Haft verurtheilt worden. Die Dock Behörde hat das Recht, nicht reklamirte Waare nach zwei Jahren zur eigenen Schadloshaltung zu verkaufen und auf diese Weise die Spesen nachzunehmen, aber sie findet eS für vortheilhafter, Niemand'S Gut" liegen zu lassen, bis eS, wie sie sich ausdrücken, sich selbst aufgefressen hat", so daß,Venn Jemand wirklich einmal nach dem Verkaufe seine Sachen reklamirr,-er nichts mehr zu sordtrn hat und Null von Null ausgeht. Zu diesem Zwecke werden die Güter von Zeit zu Zeik revidirt und mit Etiketten versehen, welche besagen, wieviel das Lagergeld bis dato beträgt, und nur diejenigen Packete und Ballen, deren Werth die Summe der rechtmäßig zu fordernden Spesen nicht mehr übersteigt,werden dann veraultionirt. Und wahrlich. Niemandes Frachtgut bildet ein seltsames. Conglomerat! Man sollte naturgemäß erwarten, unter so vielem verirrten Eigenthum mindestens ein Paar wuchtige, .in Gedankenstehen gebliebene" Regenschirme zu finden, die sich sehnen, in die Arme ihres rechtskräf tigen .Schirmherrn" zurück zu gelangen. Aber nein, auch nicht ein einziger findet sich vor. Wohin' gehen ste alle, diese Verlorenen? Hierher kommen sie nicht. .Niemand' hat ste nicht bekommen ! Was beabsichtigte wohl .Niemand" mit jenen fünf Centnern Kautschuk zu thun? Und warum holt er sie nicht ab und wischt damit seine Schuld aus ? ' .Niemand- hat zwanzig Ballen syri schen TheeS ohne Adresse noch Fracht brief ausgegeben, hier liegt er in den großen, mit Haut überzogenen Packeten im Lagerhause. Sechs volle Jahre lang hat Niemandes Thee auf ihn gewartet. Will denn der Mann niemals zum Thee kommen, oder hat er längst in's Gras gebissen und trinkt nun Meth mit seinen germanischen Bätern? ' Dort liegt eine ganze Tonne Indigo in Bisonselle eingepackt. - Sieben Jahre liegt .sie da und wird vielleicht liegen bleiben .bis in die blaue Ewigkeit", ehe man sie abholt. Wird Niemand kommen, um .das Dutzend ElfenbeinZSHne mitzunehmen. welches ihm .Lang, lang m'S her ! in Segeltuch gehüllt, von Brasilien aus zugesandt ward? Oder wenn Nie mand den Preis nicht bezahlte, weil er knapp an Geld ist, weshalb reclamirt er dann nicht jene Kiste mit Goldstaub, numerirt und adressirt, doch halt! das ist ja DoaGeyelMNiß. . Aha, Herr Nie mand, du spitzest schon die Ohren ! Un ermeßliche Reichthümer harren deiner hier, und das Beste oder Schlimmste da bei ist, daß Niemand Anspruch darauf machen kann. Doch gleichviel, es wird eine gute Weile dauern, ehe die Kiste mit Goldstaub .sich selbst ausgefresien hat!" Zur Zelt, alS dieBaumwollenZufuhr ausging und viele kluge Köpfe nach einem Ersatz für die Baumwollenstaude suchten, hat ein sinnreicher Mann eine ungeheure Quantität kurioS aussehen der Wurzeln aus Westindien mit nach Hause gebracht. Sie sind äußerst fase rig und gehen in lange Fransen aus, stärker als Flachs und weich und fchim mernd wie Seide. ' Aber als er hier an langte, warder Bürgerkrieg in Amerika

jsnvj und M BaumwoU'IuMr

versprach wieder in Gang zu kommen ; l . c l.a cr-i . r c r

uaium yuu ci vas Proben aus uno ileg seine Wurzeln in Verlan kür die Sve sen. Und so liegen sie da bis aus den heutigen Tag. Am äußersten Ende deSGewölbeö ent decken wir einen kolossalen Haufen Stühle, es sind .Niemandes" Stüble. und ihre Zahl mag in die Tausende ge Cmmm IC ßk T . . T 1 t - . XX.. V!. vni. S wiu.jyr;ttü;ugic t ujcicgc oic aus Ostindien und lonllwo der beimkeb renden Passagiere gekauft und hier zu ruagelanm yaoen, um Nicht die Gebühr von sechs Pence für ein so ungeschicktes Möbel, als welches ein Deckstuhl auf dem Lande erscheinen würde. be,ablen ,u müssen. Da stehen sie in allen mögli qen agons und Größen, amerikanische, sraNiöslsche und indiscke. au Nimbus. Birkenholz, Draht, Rohr und Matan. tr - v v . . w r . . üie .lapprin iug zusammen , uno wie st man sie aucy m Massen versteigern mag, daS Gewölbe ist stets voll von nen. , Hier sind auck Matrosen. KiNen. Man schickte ste an die DockS für Seeleute, die niemals beimkebrten Nnrs,r Innen sie im Güterschuppen, bis es hieß: .Lasciate ogni speranzar und dann wurden sie bierber aelckafft: nun sind sie ds Eigenthum verwaister Kinder oder yeimalylos umherirrender Männer oder Knabe, und in jede hat die Londoner BibelGesellschaft daS neue Testament gelegt; aber selbst nach dem huligen Buche kommt keiner ,u fräsen bis zum jüngsten Tage. Bei dem letzten Verkaufe von .Nie mand'S" Gütern befand sich auch unter dem Bunterlei ausgestellter Waaren eine Hutschachtel, die, rathe, ' Leser ! ein Brauthäubchen enthielt: Fast sieben ayre lang hatte sie m dem oumpngen Gewölbe gestanden. Die Etikette war abgefallen, keine Adresse, keine Andeu tun zu finden, wober sie kam. nock wo hin sie gehen sollte, und so wurde sie en:...!.,? m..L cnn v : :w i .yiicuiunu a virni. urrvings nrnu je des Stück von der Behörde geöffnet, ehe es in dieses Gewölbe wandert, und ein genaues Inventar des Inhalts aufge nommen. Aber em Posten in dieser Hutschachtel war dennoch der Beobach lung oes untersuchenden Beamten ent gangen. Der AukNonator nahm das Häubchen heraus und zeigte es den t B", vi . ttausiuillgen emst war es iamer wellze Seide und weißer Tüll und weiße Lilien gewesen, jetzt verstaubt und ganz gelb ein beschmutztes, jämmerlich aussehendes, altmodisches Ding. Ein Arbeiter er bielt es für zwei Schillinge tuaeicklaaen und wurde deshalb verhöhnt. Aber zu . r. . r i . . Tl .! yause angeiommen, sano er eine sulnee darin eiuaenäbt und aus dem Bavier. welches diese umhüllte, folgende Worte : rr r ir r iin zgoaMllsgeiqenr jur meint geileoie Alice." Weiter nichts. Wer war Alice? Hatte sie vor sieden ?iabren das Gesckenk erwartet ? Weinte sie, als es nicht kam, oder würde sie noch meyr gewelnl yaven, wenn es gekommen wäre? Wurde sie trokdem mit Nie mand getraut ? Und wie steht es heute ? iu sie noq immer Alemanv's liveiv 5.. . Niemand kann es uns sagen (D. Lesehalle). Die Internationale ?olonialAuS stellung in Amsterdam. Amsterdam, 10. April. Der 1. Mai, der osfizielle Erösfnungstag unserer WeltauSstellunq, rückt näher und im gleichen Maaße steigert sich die bereits sieberhaste Thätigkeit, mit welcher die Vorbereitungen zu dieser Feier unsere gute Stadt erfüllen. Ganz Am sterdam, ia ganz Holland blickt auf dies Datum wie auf ein nationales Fest, wie ,..e :, Tj.v.ii.. i v. t i. uu emen eoenlillg in oer nlwllle lungsgeschichte unserer Nation. Und mit Recht. Einer der ausgeprägtesten iZ.yaralterzUge unseres Boikes ist die Gastlichkeit. ' Ganz Holland erlüllt Freude bei dem Gedanken, dem friedli qen Wetlittttt oer Industrien so vieler mächtigeren Staaten in seiner Haupt stadt eine gastliche Stätte zu bieten ; eine Freude, nicht unvermischt mit demStolze des Hausherrn, dessen Kraft und Han delsgeist all diesen Industrien einen Ab fluß nach überseeischen Ländern eröffnet, der aber gleichzeitig den Schmuck seines Heimes, Schönheiten der Natur und der Kunst aufweisen kann, von welchen die Besucher vorher wenig geahnt. Holland ist bis jetzt dem Fremden ein fast unbe kannte? Land ; seine gesonderte Sprache und sein Abseitsliegen von der großen Heerstraße bildeten bis vor Kurzem eine Ringmauer, welche nur ion Interessenten durchschritten wurde und imUebrigen die albernsten AmmenMärchen im Aus lande fortbestehen ließ; diese endgiltig zu beseitigen, wird einer der ersten Er folge unserer Weltausstellung sein. Aber auch der Hausherr wird von seinen Gästen lernen können. Der Holländer reist wenig, vom geschäftlichen Besuche seiner Colonien und den Sommersahrten nach den Bergen deö Rheines und derSchseiz abgesehen, und diesem Fernbleiben vom Verkehre unserer Nachbarn unter einan der ist es zum Theile zuzuschreiben, daß trotz der grunUiberalen' Tendenzen un serer Nation gar viel verknöchertes For menwesen heute noch besteht gär manche das Leben verschönernde Leichtigkeit und Eleganz noch fehlt, welche hoffentlich in diesem Sommer der Erkenntniß näher gerückt werden. ...... Die Ausstellung ist kein staatliches, sondern ein Privat'Unte'rnehmtn. , Der Gedanke daran entstand vor kaum zwei Jahren bei unserem unternehmenden sranzösischen Mitbürger, Herrn Agostini, welcher die besten Kreise unserer Bürger und Kausmannschast sür seine Ideen zu gewinnen wußte. Der Staat sagte be reitwilligst seine volle moralische Unter stützung zu, welche zunächst in der osfici ellenEinladuna aller besreundetenMächte zum Ausdruck gelangte; die Gemeinde Amsterdam stellte ein großes Terrain an der RuyLdael-Kade kostenlos zur Verfügung. Alles Uebrige ist das Werk pri vater Thätigkeit. Herr Agostini gewann hiesige und belgische Kapitalisten zur Errichtung einer Aktien-Gesellschast mit 1.200,000 Francs Kapitas, welche zu nächst die Baulichkeiten herstellte und durch die selbst die Unternehmer über raschende außerordentliche Betheili gung fremd Aussteller an Platzmiethen bereits ihre gesammten Auslagen eingeholt haben soll. Daß letztere keines IwegS unerhebliH waren, wird dem

freundlichen Leser erhellen, der unS bei einem Gange durch die noch abgeschlos fenen Ausstellungsräume begleiten will. Als monumentalt Front der AuSflel lung nach der Stadtseite dient da an

der StadhonderSKade gelegene neue ReichSmuseum, ein imposantes Bauwerk in .holländischer Renaissance". Der Bogen-Durchgang dieseSGebäudeS sührt geradewegS auf den Haupt-Komple; der Ausstellung, die durch zwei hohe Thurm Pylone mit Symbolen des Orients und reichen Draperien am Eingang verzleete Central Halle. An diesen hohen und breiten, etwa 1000 Fuß langen GlaS und ElsenBau reihen sich rechts und links die. Seiten'tSallerien und Hole (auf jeder Seite etwa zwanzig), in wel chen Rohprodukte und fabricirte Artikel zur Ausstellung gelangen werden. Zahl reiche markirte Plätze sind bereits durch enorme Kisten besetzt; anfänglich schien daS größte Interesse im benachbarten Belgien zu bestehen, seitdem wurden aber die Einsendungen der deutschen und französischen Industrie numerisch am stärksten und verheißen einen interessan ten Wettkampf; charakteristisch. prakti sche SchciblonenAdresstn verrathen uns die noch unausgepackten Einsendungen Amerikas, mit welchem Lande die Bezie hungen hier jedes Jahr zahlreicher und inniger werden; England dagegen hält sich anscheinend im Hintergrund. DaS Hauptgebäude nimmt gerade die Mitte des zugestandenen Platze ein. Links vom Eingange wird sich der AuS stellungSgarten mit seinen Treibhäusern entwickeln ; dazwischen stehen die großen Maschinen-Gallerien, deren Bau aber noch ziemlich zurück ist, und nah am Eingange die fast vollendete große indi sche Abtheilung, welche in deutliches Bild des Lebens und Treibens in unse ren Colonien verheißt. Der Platz zur Rechten des Haupt'EingangeS wird fast ganz von kleineren Gebäuden und PavillonS ausgefüllt. Voran der im Roh bau vollendete, kleine aber sehr geschmackvolle Pavillon ; dahinter das große EmpsangsgebSude der Stadt Amster dam, das schmucke AuöstellungöhäuSchen der Diamant'Jndustrie, der Pavillon der Stadt Paris; während nach dem Hintergrunde zu zahlreiche Restaurants, Musikhalle, eine altdeutsche Weinstube 2c. uns heute bereits auf das fröhliche Treiben hinweisen, daß sich diesen So mer in den Abendstunden nach Schluß der Ausstellungshallen im Freien entsalten wird. An der Rückseite des Gartens bietet sich die langgestreckte Kunsthalle. ES ist bekannt, daß mit unserer mercantilen Ausstellung eine ästhetische verbunden wird, ein Gedanke, den wir als sehr glücklich bezeichnen müssen. Wie schon die Hauptgebäude nicht allein die Waaren und Fabrikate, sondern auch die Le bensgewohnheiten der ColonialVöller zeigen werden, von welchen erstere st ammen und sür welche letztere bestimmt sind, dient die Ausstellung auch ethnographi schen Zwecken, welche namentlich auch durch verschiedene Congresse gehuldigt wird. An diese Erweiterung des ur sprünglichen Programms ist aber mit Recht die Abtheilung Retrospektive Kunst geknüpft, welche die zahlreichen im Pri vatbesitz befindlichen antiken Kunstschätze vereinigen soll. Natürlich wird diese Vereinigung einen Hauptreiz sür den besuchenden Fremden bilden, und trägt zur Verwirklichung der oben ausgespro chenen Absicht bei, nicht allein mitder Ausstellung, . sondern durch diese mi' Holland den Fremden zu befreunden. 'i DaS Wunder. In dem Eisenbahncoupe Finden sich vereint drei Herren, Zwei davon sind schmucke Lieutenants, Und der cnti' ein Knecht des Herrn. Und die Lieutenants dreh'n die Bartchen. Machen Weltverachtungsmien', S.lll und ernst der Andere sitzet. In die Hand gestützt das Kinn. Beide reißen schlechte Witze, Lachen ob dem alten Zeug, In Gedanken stille sitzet lStets der Knecht sür's Himmelreich. Das verdrießt die beiden Lacher, Und der Eine flüstert leis' : .Wart', Du alte Hubelseele, Wart', ich stell' Dich noch in's Gleis." Und das dünne Bärtchen drehend, Macht sich unser Lieut'nant breit : .Der Herr Pater wohl erlauben, Mir ein Wort an seine Zeit ? Mit dem alten Wunderglauben Ist's doch jetzo abgethan; Glauben Sie noch an die Sachen, Wie man's früher hat gethan ? .O, an Wunder glaub', ich immer," Sagt in ernstem Ton der Greis. .So! na, gibt'S denn jetzt noch welche. Gerne möcht' ich dann Beweis ? Wunder sieht man alle Tage,' ;. Und ich selber habe h?ut' Eins erlebt, da? munderseltfam, ' DaS mich inniglich erfreut..Wirklich ! Wollen Sie 's erzählen ? Lacht mit Spott der Lieutenant. .O gewiß, es ist sehr lehrreich Für die Herren von Ihrem Stand. Wie ich heut' bie. Messe lesse, Seusz't und fuhr sich in das Haar, ' Mir zur Seit' ein schmucker Lieutenant, Daß mein Herz voll Mitleid war. Als der Gottesdienst zu Ende, Seh' ich nach dem armen Mann, Um ihm Trosteswort zu spenden, Wie eö Gottes Wort stets kann. Doch der Lieutenant war verschwunden. Und es lag ein Stück Papier Just auf dem verlassenen Platze, Das der Mann verloren hier." .Na, daS wa? ein Liebesbriefchen, DaS denJungen abfolvirt !" .Nein, Herr Lieutenant, 'S war 'ne Rech. - nung. Und die Rech nuna war quit t l r V Mez. Blätter.)

in Mann aus dem regten Fleck.

Von uftav a. ?ln den vier,iaer5!abren unseres glor reichen 19. Jahrhunderts waren die er waazsenen zsraeillen raascuum ciiu ri's zur Vorstandswahl in der Synagoge von Meseritz. versammelt. Die Wahlen wurden mit zornglühen den Augen und so leidenschastlich betrie ben, daß der allttstamentllqe vpruq: .Aug' um Auge Zahn um Zahn! die prägnanteste Anwendung erhielt. In diesem Stadium der Wahl begab es lick. daü die bedrohte Minorität Suc cur heranholte, und daß auch Frauen mit ihren damals modernen latteryau ben. sowie die leichtbeiniaen Sprößlinge angetrabt kamen und in Ansehung ihrer bedrängten Familienhäupter sogleich im hellsten Diskant einen weithin hallenden euttlärm" anstimmten. Als nun der hochvermögende Herr Bürgermeister, der nicht unsern der Wahljtatl yopageru, den bundertstimmiaen Notbrus vernahm. spähte er in höchsteigener Person zum Fenster hinaus. Er war seinen Meseritzer titburgern, soweit dieselben dem mosaischen Glau bensbektnntnisse zugethan waren, ein Dorn im Auge, denn er setzte der weite ren podolischen Einwanderung, sosern er eö an der Hand der. Gesetze vermochte, einen starken Damm entgegen. Auch hatte er es imGemeinderath durchgisetzt, daß der Bauplatz für die Synagoge ge gen angemessenes Entgelt bezahlt und Nicyl, wie oie Peienien es veriangr yai . . len, nur ivren gerlngeilen oaen zu Liebe, unentgeltlich abgetreten war. Darob erzürnt, hatten ihm die Kinder aus dem Stamme Levi eine solenne ctafeenmuiif daraebrackt. Da tbat er einen geheimen Schwur, ihnen früher der später diesen tzschimps heimzuzahlen. Der Herr Bürgermeister also stierte in die Abendlust binaus und lauschte auf die immer deutlicher erschallenden Nothruse. Aber was hatte das heute sür eineBe wandtniß mit seinen Augen? Aergerlich wischte er an den kreisrunden Gläsern der Hornbrille hin und her, allein er vermochte weder Rauch noch Flamme zu entdecken, trotzdem die Nuse ücucr, Feuer" aanz deutlich ertönten. ..Aba so also !" dachte er endlich. nachdem ihm durch verschiedene vehemente Strömungen nach der strafe hm die Situation klar geworden .nun, wie ibr wollt !" Er ging in seine Stube zurück und pochte laut an der Thür seines Famulus" Klobn. als wel chen die ehrliebende Bürgerschaft den Stadtdlener, tzstadttrommler und (spn kenmeister resvektsvoll titulirte. Der uerr Buraermemer dockte, da er keine Antwort erhielt, rasch zum zweiten Male. Leider stand ihm kein anderes als dies höchst primitive Mittel, sich nach außen hin mitzutheilen, zu Gebote. Denn wie der öerr Doktor, oder, vro fan gesprochen, der Barbier, Fremden im Vertrauen bei Ausübuna seiner Kunst versicherte, hatten die wohlweisen und wohlerwägenden Stadtväter wegen anderer dringlicheren Ausgaben, sowie aus 'tzsparsamttttLtugenoen uveryaup die beaebrte Rusklinael als einen must kalischen Luxusartikel" verweigern zu muffen geglaubt. Alsdann schritt der Serr Büraermei sier aus und ab, lachte sonderbar in sich hinein, schnalzte sogar öster mit seiner wohlgenährten Zunge, sneß ome aucysträhnen aus dem linken Mundwinkel und rieb sich die Hände, als wäre mitten im Sommer ein arimmiaer Wintertaa ausgebrochen. Was ging nur in ihm vor? Sollte unser Herr Bürgermeister, vor dem sogar Kadi und Musti die Plätze rückten, und dem man selbst bei dickem Nedelwetter aus oer gerne mtt gebeug tem Rücken den Gruk Ziuschwenkte : soll te dieser hochgeehrte und ernstbllckende Herr den Schalk im Nacken fühlen? oder sich von irgend einem boshaften Teufe reiten lassen ? 5eitunaen waren damals noch nick recht in Mode, mit den Nachbarstädten war man nur durcb eine traae und un zuverlässige Post verbunden, und auS den Dörfern kam wegen der verschlamm ten und sandigen Wege etwas Neues erst recht nicht zum Vorschein. Und doch sehnten sich seine Mitbürger nach Unter Haltung und Kurzweil; sie wollten auch, wie der Herr Doktor meinte, ein men schenwürdiges und kultivirteS Dasein führen, eS blieb ihnen also in Ermange lung auswärtiger Neuigkeiten nichts an deres übrig, als selbst einmal etwas Lu stigeS zu erfinden und activ zu sein. ES hatte sich ein stillschweigendes und nicht erst durchSiegel und Unterschrift bekräs tigteö Uebereinkommen ausgebildet, demzufolge jeder nach seinen Fähigkeiten zur Kurzweil beitrug und seine Mitbür ger vor geistiger Versumpfung bewahrte, daher es auch nicht befremden darf, wenn der Herr Bürgermeister, dem das Wohl seiner Unterthanen überaus am Herzen lag, zu seinen schweren und zeitrauben den amtlichen Obliegenheiten auS freiem Antriebe noch die weitere Pflicht über nahm, zeitweilig und angebrachtermaßen kür eine angenehm und anregende Ab ivechfelung, die der Herr Doktor gelehrt .Verlustirung" nannte, im schläfrigen Einerlei zu sorgen. .Nach dieser kritisch philosophischen Abschwenkung' kehlen wir wieder zum vorgeschriebenen Gegenstande zurück. Famulus Klohn stellte sich endlich ein. .Klohn," sprach ihn sosort sein Chef Veränderten Blickes an, wobei er den rechten'Daumen in tit Seite stemmte und die Unterlippe vorschob. Ob solcher Positur bekam es Klohn in die Kniee. Aus langjähriger Erfahrung wußte er nämlich, dav sein Vebieter sie nur dann einzunehmen pflegte, wenn es sich meine Staatsaktion oder, was in der Reel der Fall war, um ein krästi ges Donnerwetter handelte. Letzterem wellte er vorbeugen, daher er mit ' be henden Worten sein verzögertes Eintre ten mit einer Besorgung sür die Frau Bürgermeisterin zu entschuldigen suchte. .Ach waS !" siel ihm der Herr Bür germeister in'S Wort. Ich frage Ihn: hört'erwaS?" Klohn streckte das gesunkene Haupt empor und nahm eine aufhorchende Miene an.

.Ja woll, Herr Burmeifier !" versetzte

er dann. .WaS hört er denn ?" .Sie schreien Feuer und immer wieder Feuer !" Wo ?' .In Tempel." .Hab mir'S doch gedacht. ES muk chsn schlimm brennen, weil des RusenS ein Ende ist. .vm, das a'rad nich, Herr Äurmeister sie walken sich nur 'n bitzken, wie ch beim Wasserholen für Frau Burme,lern seh'n bahr." .Was untersteht Er sich zu meinen k Weiß Er Einfaltspinsel nicht, daß da, wo Feuer! gerufen wird, auch wirklich Feuer ist? Verfahre Er nach Seiner Inflrumon ailcrns! Halt! Unv orge Er ich bmd'S ihm auf die Seee , daß tüchtig gespritzt wird, und der Brand nicht weiter um sich greift." lohn hatte beatmen, und aus beson derer Besorglichkeit sür die Israeliten, die daher stammte, daß ihm einst der Cantor Löb Hirsch aus dem Schützenplatze wegen formidabler Beneielung bei einem Eyes denunzirt hatte, eilte er asch die Stiegen hinab. Gleich darauf geruhten der Herr Bür germeister eine frische Pseise anzuzünden, daS verlassene Fenster wieder em zunehmen und nach dem Brande aukzuchauen. Vom Thurm läutete es Sturm, au dem Schuppen rasselte die Spritze her an, die Kübel schleiften nach, und die öschsählgen Bürger, gefolgt und begleitet von gaffendem Publikum, stellten sich mit Handspritze und ledernem Feuereimer ebenfalls ein und faßten Posto an der Synagogevthür. X,oZr tommandirte lohn. Unter .Hurrah" zischte ein krästiger Strahl in den Tempel hinein, woselbst im selbigen Augenblick eine besangene T itr . . sv w i-i r Vilue elnirar. uann aver eryov q ein langes Wehgeschrei, das sich gar bald in das der Entrüstung und der Wuth hmubermodullerte, als die Wassermassen immer dichter einströmten, so daß schließlich die Schreienden keinen trockenen Faden mehr am Leibe hatten. Man versuchte den Ausgang zu ge winnen; aber Klohn und seine Heiser hielten Stand und spritzten die Andrin genden immer weiter m den Raum zurück, so daß sich diese schließlich durch die zertrümmerten Fenster flüchten mußten. Die Glocke schwieg, dieSpritze knarrte ab, und die erholungsbedürstigen Bürger füllten die Kneipen. Auch der Herr Bürgermeister geruhten, sich vom Fensterbrett zu beurlauben und huldvoll Klohns Rapport entgegenzunehmen. Er befand sich in überaus glücklicher Stimmung; war doch, wie er sich ausnahmsweise mittheilsam zuKlohn erwies, die Stadt durch sein schleuniges und entschiedenes Eingreisen vor Einüscherung bewahrt geblieben. Es begab sich, daß sich andern Morgens Freund und Feind heute aber nach Auslöschung des Hasses, ein Herz und eine Seele aus Ansage des Tempeldieners im Hause des Schächters zu sammenfand und einzüngig ausrief: .Der Mann muß 'runter von seinem Popen, weil er unseren Tempel entweiht hat!" Die Regierung forderte nach Empfang der Beschwerdeschrift den Angeklagten ob des Unerhörten in keineswegs gnädigem Tone zur Rechenschaft und dieser antwartete kurz und bündig : Er habe streng seine Pflicht gethan und die Verordnungen über den Ausbruch eines Feuerlärms strikte befolgt. Dahingegen hätte die Wahlversammlung groben Un fug getrieben, indem sie einen blinden Lärm angezettelt, durch den das Gottes hauö entweiht worden fei; außerdem aber sei nicht durch ihn, sondern nur durch die von Klägern vorher in Scene gesetzte Rauferei ein öffentliches Aergerniß geboten worden. Daraushin trat der Fall ein, daß die hohe Regierung den Klägern zu verstehen gab, sie müßten sich beglückwünschen, ob eines Beamten, der wirklich .ein Mann aus dem rechten Flecke sei", weil er nicht lange zaudkre, wenn Hilfe begehrt werde. Nach Eintreffen dieser hohen Resolu tion betrat der Herr Bürgermeister, welcher den ihm vor Jahren angethanen Schimpf gründlich abgevaschen hatte, mit jovialstlr Miene sein Stammlokal zum rothen Ochsen" und ließ sich einen steifen Grog geben, mit welchem er die in den letzten Tagen ausgestandene Besorgniß, er möge auch mit einer so .langen Nase" beglückt werden, wie solche die Mehrzahl seiner Mitbürger schon besaß, vergnügt hinunterspülte. Ein armer R eisende r. Während einer Vulobungöfeier erscheint ein armer Reisender und bittet um eine kleine Gabe. Die Hausfrau, in de? Freude ihres Herzen, eineTochter an den Mann gebraAt zu-habe läßt ihm durch den Diener ein Almostti und ein GlaS Punsch reichen. Am andern Morgen erscheint besagter Reisender wieder und verlangt die Frau des Hauses in einer uichtigenAngelegen hei: zu sprechen. .Ach-, sagt er zu dieser, .ich erhielt gestern Abend ein GlaS Punsch von Ihnen, daS mir außergewöhnlich gut gemundet hat, und da möchte ich Sie nur fragen, ob Sie nicht so freundlich sein wollten, mir das Recept davon zu überlasten !" Bedienten. Humor. .Fräulein Irma lassen fragen, wie eS der jungen Frau Wöchnerin geht?" Herr Gott, ist das ein Gefrag' den ganzen Tag ! Soll'n selber heirathen, dann werden sie 'S schon sehen gut geht' !" Die Durchschnittszahlen. Ich werde Ihnen jetzt an einem Beispiel den Werth der Durchschnittszahlen zeigen. Stellen wir den Satz auf, ein Beefsteak genügt, um einen Menschen zu sättigen. Nun haben wir zwei Männer, wovon der Eine zwei, der Andere aber kein Beefsteak gegessen hat, mithin haben Beide zusammen zwei Beessteaks gegessen und weil auf Eine:: dersel?n hiernach ein Beefsteak kommt, so sind beide. I Männer satt."