Indiana Tribüne, Volume 6, Number 228, Indianapolis, Marion County, 6 May 1883 — Page 2
Der Egoist.
Ta kern Italienische d Calvatore Farin a von Ö 31. ruous. I. M e i n e G e g e n w a r t. Ich bin Marco Antonio Abate, Pro. f.ssor der Pöilosophie bei zwei PrivatLyceen, habe beinahe ein halbes Jahrhunder! hinter mir, bin seit 15 Jahren Witttütt und besitze irgendwo eine undankbare Tochter. Lassen wir indeß meine Tochter bei Seite ! . Ich weigere mich zwar nicht, von meinem Unglück zu sprechen, dachte schon viel darüber nach und es ist mir so Zar bis heute noch nicht gelungen, nicht Mehr daran zu denken, aber ich habe mir nicht vorzuwerfen das werde ich spä icr beweisen. Serasina ich hatte ihr diesen Namen gegeben, waZ aber auch nutzlos war ßerasina machte alle Hoffnungen, die ich ouf sie gesetzt hatte, zu Schanden., Heut ist Serasina fort und ich bin allein. ,. ' " Wenn ich sage .allein", so rechne ich dakei die dicke Anna Maria nicht mit, wel che mein Bett macht und mein Zimmer in Ordnung bringt. Sie besorat eS flink. eil ich allein bin. Denn da sie mich IS.. .' .t K.fci f r. l r . f x Zäuse und schäkerte mit meiner Tochter in der Kücke, wo sie wahrscheinlich die Reste des Mittagsmahls für sich sammelte. Je30 ft.ffte irfi fnr. ku,r, ofrnrfw -mt vit vivuV I V 14 14 Uff 4 kW 411 I tungen an, wenn die Alte, ein wenig un geduldig und verwirrt, die Hände in den Schürzentaschen, zu mir kommt und sagt : Ich bin fertig, Herr, und kann gehen.. Äettblen Sie nock etwas V .Ich brauche nichts." Anna Maria otht. indem fi rft in. Hand und dann die andere aus der Tasche nimmt. Sie trippelt lustig über den Hof manchmal läust sie sogar. . Ich habe noch dieselben Gewohnheiten uie vor dreißig Jahren. Wenn der Mor gen dämmert, verlasse ich das Bett. Kaum habe ich mich ermuntert, öffne ich daö Fen ster,um Licht und Lust ins Zimmer zu lassen, und zünde-weil mrin-m rL iinMü r,A ..f.. .. mi9mu i", m.iiifc Uiuu lllll Ulu. I beim ersten Moraenarauen erbebt schläfria und iämmerliÄ xwar aber dock icdenfalls alücklick das Xtutr uns h,r kleinen Kaffeemaschine nun selbst an, wel . ' . ?e ftets auf deMachttilchchett zwischen uneren Betten stehen blieb. - Ich ziehe mich nn und verliere dabei keinen Tou vom geheimnißvollen Gesang der Kasscema jchine. Beim letzten Ton bin ich immer sertia und blase mit einem NauckdaZ blaue S"in ais -jjmmwium - - I ni iuj Uiuuu , Meinen Kaffee trinke ich. indem ich im Schlafzimmer auf und ab gehe, immer vom Rachttischchen zum Spicgelschrank nd zurück. Dann schließe ich die kleine Spirituslampe in die Kommode und über lasse Anna Maria den Kaffeesatz, welche zwar sagt, daß sie ihn fortwürfe, was sie aber nicht thut; Ich lasse mich ruhig von dieser armen Anna Maria betrüzen, weil mir nicht unbewußt ist, was ' für eine schwere Last die Dankbarkeit für daö Herz eines ungebildeten Menschen ist. Während Anna Maria das Bette macht UNO um sirei Billa treffe ich meinen Freund der Bett' lervon Profession und Philosoph durch Instinkt ist (5r üeKt miÄ soaleick n. I. . iivy vvjwiuy, iu I hert sie) Mir, lächelt, um mich zu begrü ßen. . .Guten Tag, sagt er. .Guten Tag", antworte ich und gehe dann geradeaus weiter, oder bleibe auch zuiveilen stehen, um mich Mit ihm zu un lerhalten. ?i& babe Z5 no& nie einen Nfenn! rtftpfin aeben. were ibm auck nie einen Keller Z,h ,tmr, mii fnÄh-rn des Prinnvs wegen. Er weiß das und . J . - . I mebt mir nicut Unrecht. canchmal seke ! t; nnf rin. wnf ,r f.fint fi 'n eine nebenstehende Roßkastanie, und ich fr ifmSabtbr aestcrn viel eingenommen Er beantwortet meine Frage schnell und fünt MfAMmii. die leiten seiku schlecht. ..... 1-3- 1-7 -"."' V. ' -uji, lucu int jiiiiiuiu tmt Tjuiuji t..s V.A ftt. stfyjs4 mehr vor der Holle hatten. .Aber die Frauen V .Die Frauen 1" antwortet er mit einem bezeichnenden Lächeln. .Die Frauen thun ncch etwas, um ihre Seele zu retten. Man nun wirklich den tief troniichen iiimi) iviMWf ivmi vMti i Ton hören, wenn er sagt : .um die Seele zu retten". ' .Aber die Mildthätigkeit", sage ich, das i)tr m I m Ct 3 Die Mildtbätiakeit". .das He l".." UNd dann ttfiritrt tr mir seine 5benri. ' fr . i welche die reise Frucht einer dreiöigjähri gen Praxis ist. .Die Mildthätig ti".... n . a , uciicgcri er Mir, .in Nlculs, Uis oas I v :. ..v m-Ti: I den Sie den Instinkt des Aberglaubens", ! . 1. ... . K 9 . I tCUUC VJCUUCn vor UCUl ViltllU. jllll I ugi er mtr, UND vlUC weroen 0 yanoezn, l r?ie Sie mir k?m, Nsrnn! ii,b?n " !iaci) dem Spaziergang gehe lly I ohne Eile zur Scbule. wo ick erwartet . ,. -fJ i.....vj v w ... . ' . m - werde, obne aemünit zu kämmen van zwanzig Schülern, die gar nicht nach mei- . ' ' ' u --" - I ji.t vi en matt dürlten. a m . 1 w m . vi5 iji abgemachte Sache unter uns, r , - m - . M)!ern meiner Schiller nicht einer in davon ausgeschlossen dcn Aus . , i 1 , I vr.ill cii.er großen betrogenen Hoffnung. Sie hatten gehofft, daß ein Schnupfen,
das Zimmer aufräumt, aebe ich fort, """i" "a1"1 3lllöCIl.Ü3". 'UUlC'
ein wenig im Volksgarten herümzu ernpjaiji iyr, ficj nicoi zu vetruven vo ! jagte tch ihr eines Morgens, und
ys s?. sr VrrnÄY I uno licu iiöct niujiä uimiiRc veoaiucii m als isl) inr U)f itcnt tti ote er irnrcn, ocoui
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daß das Wesen das Sein schasst. Aus nen durchnähten, vier Seiten langen Brief, sagte ich. .Du bist erst zwölf Jahre .Weißt Du?" wandte ich mich lau! zu Grund dieser großen Lüge ist unsere den ich im Kolleg vorfand. alt Serasina, welche, aus der Leiter stehend, Freundschaft nicht sehr aufrichtig und wird Dabei kam die Epistel noch drei Tage und ein halbes einen Bilderrahmen reinigte, in drei auch Nichten langer Dauer sein. Kaum zu spät an, weil sie falfch addressirt war. .Allerwenlk,stens mnpt Du doch dieEle Wochen mußt Du wieder zur Schule zu. .n den Lcbnaal eingetreten, leie ick ai:s llebrinen k?b mir der Nries Z,I den- incntarschule hinter Dir haben ! Aber rück, ab.r ich habe Mich entjchloffen. Dich
. Ringes ieler, oder sonst irgend ein unter ihren kuizrocklgen Genosnnnen war ; unvorhergelchener Zufall mich für -die sie, die nicht wagte, ihrem .Gute NachtDauer der Unterrichtszeit hätte ans Bett einen Kuß hinzuzusügen, wenn ich es ver
l,l.ii viliicu. Die Stunde Manchmal frage ich die Ausmertsamsten, .4 . . 'f . . venlnn n txt iu i.ty ja oerzeugen, cajj sie nichts ver standen haben. Dann trennen wir un ganz vergnügt O -f Trt X. V Ti-' CU QlstUDf. die CbldJiniltinTeif tnfrnfr r 1 f . - . . i,"" liuiuv Mllie? Inurh . ... ...wv Ultimi einem au ver e :-j iiiuii. . 0 : j. . Zm.lcyen dem vormittags, und dem Nachmttags-Unterricht nehme ick ein klei. nes Gabelfrühstück im Bierhaus Trenk zu mir.
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Ich befinde mich dort in zahlreicher Gefellschaft. Meine Genossen sind junge, heitere Ossiziere, denen eS nicht allzu schwer fällt, die Anwesenheit eines schweig samen Tischgenossen zu ertragend In ih rem Alter ist man noch so glücklich und sorglos, daß man beinahe vergißt, Egoist zu sein. Bin' ich ihnen im Wege,' wenn sie irgend eine Fopperei vorhaben, so se hen sie mich von der Seite an und lächeln, um mich im Voraus zu versöhnen. Ist die Neckerei dann vorbei,' so lachen sie mit großem Getöse darüber. Als Entschädi gung dafür bestehen sie darauf, daß ich mir Suppe und Nindsleisch zuerst nehme und erweisen mir noch sndere Freundlichkeiten in militärischer, aber sehr freundlicher Mattier. Beim Nachtisch erscheint regelmäßig der Prosessor Girolamo, mein guter Freund und Kollege, ein unermüdlicher Verleum der, der seinen Zuhörer vom Tisch abholt, um mit ihm durch die Felder zu strei '
en. . ' '.Hast Du eine Cigarre V fragt er mich, o wie wir im Freien sind. Nur eme einzige-, antworte ,ch ihm. Dann muß ich mir eine' kaufen 3, das wirst Du wohl müssen." Täglich vergißt dieser .Mensch, r - rr. . m i lausen. ..... ' ' ' ' II. , Meine V e rg an ae nb e! t m . . nc g a N g e N i) e t t. . I eine Kummernisse begannen mit dem Tage, an dem Faustina, die gute Seele, - " Faustma war vierzehn Jabre lang meine v VM vivjvn O v4' VfciyfV lin gewesen : sie würdigte mich nach cmani Verdienst' und ertrug meine Schwächen, Das Sprechen war zwischen uns fast un n5l$j3 geworden. Ich sah mich um, und l ue yervei, wen ne meine seoanlen errathen hatte. Ost gelang es ihr, uher aufzustehen als ich. Sie ließ dann bie Fensterläden verschlossen, kleidete sich im Dunkeln an und huschte auf den Fuß lhen aus dem Zimmer, um meine Ruhe mcht zu stören, welcher ich so sehr bedürftig war sie. behauptete es wenigstens hart näckia und ich widersprach ihr nicht, weil r . , r.. .P. r v I em angenehmes Gefühl ist, sich den Jartlichkelten ohne Widerspruch hinzuge den. Sie zartllchecatnr Faufllna's ver I . ,3 s. v:. : . jr. v I langte es so und die meine, war auch da m. r v rnil zusrieoen. r Da5 war eine glückliche Zeit ! Während 'der letzten Monate, die sie auf dieser Welt zubrachte, war die Stim muna meiner Gattin melancholisch : stc ' -w r, . -.... . ' I vervarg ucy o k, um unge lorr weinen zu können. In meiner Gegenwart lächelte r , r. . r - -1 . F. . t k? . ne iinliicr j mnncumai ,agle uc sogar, ne wolle meine Seele nicht betrüben. So lächelte sie mich bis zuletzt an. . Eines cn- i!.f r. ! x. nj-. !t m.n I morgens iiq ,ie nuej zu a) an iar c und kündigte mir an, da& sie nicht aufste hen würde, niemals wieder. Dabei bat sie mich noch um Entschuldigung als ob es ihre Schuld wäre., , Was wirst Du thun?" fragte sie mich. Was ich thun werde?" erwiderte ich r t. v c-. u 1 fazerzeno, .oa oas meroe ia) ryun und ich zündete die Kaffeemaschine an. Das ist recht , sagte it mit einem sehr " lonueni nur v ouio ai rnogiuu gesund zu werden, um mir aus der Ver t V . f. t.v .1. ; .f: . tegenueit zu yeifen. cr' ..i (T.. tlfl I H. C . I ic gui -uu uiji ; iiuuuicuc ie. Jawohl ! so sagte sie. Und diese Worte höre ich noch in dem dünklenNaum meines (Schlafzimmers. Ich höre lie und freue mich darüber, weil sie nicht lügen ; denn obwohl das l C rt-vi s . I cyllljal uno oie 'ccnlcyen 'Alles thaten, - Ji . : ; jr. v je. I um mich zu verderben-bin ich doch wirk "ch gut. : Faustina starb und legte mir ans Herz, mich nicht vom Schmerz überwältigen zu s r? rt i rf ? 4 f f M 1 it m rfy ffrtSiii I '"N-", iy uuiii)iumiiii,imwiui , oyl unferes ZMldes ZU leben, welches damals 12 Jahre zählte ner iegle Wiln,a) memer armen Le bensgesährtm war mir heittg. Ich ließ "ch nicht vom Schmerz überwältigen, waazle Mlcu aucn nicnt lranr, onoem s.r.,. I icuic. Jcy vegann nun oas neue lioiterllcke r t I ajein, oaz icy feit funszeiinJayren führe, uno muiyig ms yeut ertragen Y2ve. l. I r W ' r t . I (sera ina war eine chwere Aufgabe für einen ciiijciiicu jyuwni , icu niiißlc lc IN ' . .i . m . . : i. x . . ?- l eine Erziehungsanstalt geben und erhielt . r tt --irr ru n m ne halbe reiztelle tn ctnem Institut met ner ctrnain, w ergc.mo. toie ging emend vortym und bcnepte beim Schet ucu utlllt vuuut --vium.n. .Denke an Deine Mutter", verzückte ich All ibr Alt sagen . . . .tote weinte nie. sie . - ging lächelnd durch's Leben, lerne auchDu Deinem armen verlassenen Vater immer ... s)ZF,.s y uujh. ' sfz trfirt Sa TiSf Cinn r. wvUiiv vs Vuku Vtyuuil llt von Neuem zu weinen und ließ sich durch crn:-f !. . f. .vi 0 j. iz.r. r-.. .ci. wuuu uuyuu.n. aj .ieß ic in den Armen der Norsseber'itt .nrnck 111'd - - - , - - - . r . a . s . oeenie r.iiaj, sorizuiommen, um micg nia;i zu dem Mittaaszua zu versväten. Dock nahm ich mir vor, ihr soaleich nach mei ner yetmreyr tn Mattano zu fcyreiven, v. " r w - k . - . l j. . ti . . V w r r w aoer nc mar tcuneuer ais icu uno icuiaie 1 rr- : . e.r mirnnry vier .agen einen ganz von yra . w . 0 v V ken. Ich glaubte darin einen vorzeitigen Ucberfluß von Phrasen und romantischen Worten zu. bemerken. Meine Tochter, welche immer das schüchternste Geschöpf gan, lie oazu zu ermuiii'gen ; ne, oie vor mir so viel Ehrsurcht hatte, daß es mich manchmal in Verlegenheit brachte ; sie, die in mir, ich wein selbst nicht warum, im mer mehr den Professor einer ersten Wis iiv;m, v .. -v . iv, k'.zv!. reti tn htim mrüf senschaft, als den Vater erblickte ne, UIV ÄllVIiUllUV, .vk.v , vt.ivu. V41VIW I. 1 J J.. . . ' , ' den Urheber ihrer Tage mit einer wahr foulle zärtlicher Wen ebenso, wie ihre selige Mutter schrieb nur : Du bist gut. Du hast etn ed leS Herz, und Achnliches. Der Fall schien mir so bedenklich, daß ich ihr eiligst an rieth, sie möge in der Wahl ihrer Lektüre v v . V . . ' . uno in oer Anwendung der Neoensarlen,
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die sie in Büchern gedruckt sände, vorsieh tig sein. ' .Man muß natürlich, einfach schreiben, mehr mit dem Herzen, als mit der Phan taste, und vor allen Dingen lernen, auf richtig zusein, den Redensarten nicht trau en, welche nach viel klingen und meistens nichtssagend sind. Bis Du die nöthige Erfahrung erlangt haben wirst, verzichte lieber auf jene Worte, welche auch nicht häusig gebraucht werden, weil sie nicht ech tes Gold sein können." Sie antwortete mir umgehend und er klärte mir, daß sie mich sehr gut verstan den habe und .-mir für meine kostbaren Rathschläge danke, welche, wie sie sagte, tief in ihrem Herzen eingegraben seien. Aber derBrief sing, wie solgt, an : .Angebetete Vater!" Diese Schreibwuth meiner Tochter nahm schließlich solche Dimensionen an, daß ich ihr mit Gewalt Einhalt thun mußte, schon um das Gleichgewicht meiner r-v r. t v r. .
oeionomie nicui ourcu aueraemoonlic Ausgaben in Freimarken zu stören. So hlelt ich denn mit meinen Antworten zu ruck und nahm mir vor, Seranna mein Herz erst wieder zu den Osterserien zu öff nen. Ein wenig unüberlegt hatte ich ihr ver P C v f . fV.' X. nicht mehr alle die Bequemlichkeiten von früher hätte, ich sie nicht ohne große Sto 5 in in2 ülc cmmsliigcn könnte. Ich mochte mich nicht zu einer förmlichen Absage entschließen, da eine solche dem kleinen phantastischen Köpfchen vielleicht einigermaßen hart erschienen wäre, aber es wäre mir lieb gewesen, wenn sieselbstver iv ttiV 44 4 V UVV lfclVtVlft IVVIM vv vv standen hätte, dan ihr Kommen mir eine schwere Last auferlegte. Sie hatte indessen nicht die Spur einer Jdeedavon. In ihrem kindlichenEgoismus wollte sie, dau ich auf leden trau meine Beschästigung verlassen und mein Ränzel schnüren, mich auf die Eisenbahn begeben und nach Bergamo fahren sollte, um sie zu holen. Als sie mich sah, klatschte sie in die Hände, siel mir um den Hals, wie ich es nach ihrer schriftlichen Ueberschwänglichkeit ia nickt anders erwarten konnte. Aber r f . r i- r- r v rv bald beruhigte sie sich ausfallend. Im Wagen, ,n der Eisenbahn und wahrend der Ferien zu HauS gelang es ihr, miflj vollständig zu täuschen, so daß ich sie sür 1. ? y. r . . ,,, . . r . - ! f. r oas vernunfligue Wezen oer cyopsung halten mimte. Ucbriaens sürckte ick. dan stck die Arme in jenen Ostertagen ein wenig langweilte, denn damals batte ick noch keine Hebung, - ' . . . I Mädchen zu unterhalten, uno m meiner Bibliothek gab es zwar viele metaphysische, , ... . i. r n . r . r ert aslyellfcye uno Mflige pyliofopyliHe VU cker. aber kaum ein dichterisches Werk. Beschäftigte sie sich einmal mit einem . c .w cm ... t . I zöuajc uno AN na 'jjeana lanx yerein, 0 wurde es irgendwohin aus den Tisch, auf das Sopha, auf einen Seffel geworfen, und Serasina lief voll freudigen Eifers fort, um die Betten au machen. Von diesem 'auten Symptom nahm mein väterliches Herz mit Wohlgefallen . " jcennlllln. Ich wollte ihr frühzeitig verständlich machen, daß sie ihre Gedanken jener Tha - p o. t . s.' r " I gungZivlen Anerrennung sreuoig ausgian zen sah, wiederholteich .bravo ! sehr vrav : Ihr weroel woyl tn der Pennon . M.u... l angeyaiien, oeilcn zu macuen ; I Sie bejahte diese Frage und sagte, dan unter den Genossinnen ein stummer Wett eifer herrichte, wer es am. betten und schnellsten könne. - Daraus begann ich : ' . 1 . . . I .Sieh', mein Tochterchen, das Leen r i o je. . . 1 . rv ? I ja sehr gut. Ich habe es Dir immer an empfohlen und empfehle es Dir heute noch; aber man mnn die Lektüre sorafältia aus wählen und zu lesen verstehen, sonst wird O OQ Jf fr, sZt a( t CT) a fr I cvc ouu.) zu (um vytuyi. dieweil ucii aelstiaen U:dungen muffen die Mädchen früh Sorge tragen die Entwi ckelunq jener anderen Talente, welche. M't .welche ging der Satz nicht, und ich verbesserte : .... jener Talente, mit wel chen....yiocr 10 nrnr: rn ;nu uern Zlltte aum ;jc .l k. f-i . . V . .. ' ' . ' nickt zu Stande gekommen, hätte chn Se rasina nicht beendigt: " . m Mit welchen man die Betten macht", sagte ste einfach und richtig. ,v. . . . m . . " .Mit welchen man die Betten macht-, wiederholte ich, .und das sind dann die selben Talente, durch die Hausfrauen das helfet, gute Tochter, gute Gattinnen, gute FamiUenmutter entstehen." Vater!" rief Serasina mit emem An flugienes Pat.yos, welches aus ihren Brie i ?. r . -r i. yi sen zu fprecuen pstegte : .zater, oars ta) I . t j.-i . bei Dir bleiben. Dir die Betten machen und die Wirthschast führen? Anstatt daß T. z ? l?rf itrrtuf ,,, flsOJtf tun ,", - I mju u uiwuuuu iutuy avi ww I htt in5r TStir snfnirttnrt fln ftr nitf I vvi ivi .v. 0" ...v.. .., UM uivsem Fleck. . Anna Maria wurde dlettuche I (..;ahi imXUi Iftr Ynfi Ti.Tf.t. k v. I v.jv.y.u ,' y i Ou Vennon babe ick aelernt. Rübrei Ziu ma. I ' ' . w . , , w .1 i u ... V.9iTi:. .x : jr k.. 1 u;m uu mwu uc.ut iuy uu uuuy lernen Dankbar küßte ich meine Tochter auf Kr. .t rt - '.v .r. . ote Vlirn, noer ,ic ivlevetuoite : iiit.iiift iiiu ? .viui. xju . i-i ii. ..- '.).;it...uri u : j. i v. .,. ui otf'" uyi ua , f 1 r-v V . " tr -1 ich verspreche Dir, daß Du den Plat; Dei ner armen Mutler einnehmen sollst, wenn ÄU großer geworoen mx oieien rost will ich Dir nicht versagen." JlbQS znm uCl mume ich nur der r 1 coolen cuuuyiicii . yici uiU ernpa zu o..,. f. v r r weinen an uno ture uranen no len tn strömen. - Als weine Tochter wieder fort war, wollte es mir soEinfall, .die Schule triften" 11m die .. ... " j - 1 j 1 ,isprnesmen" dock etwas lautes p,ne I mv.vm"" - - "7 Ö " I ? ... k . c . c. . . v-.. " sen sei. Ich begann, den Gedanken ernst' lieft zu erwägen. Wahr blieb es, daß ich mehr sür meine Bedursnizze ausgab. als meine Mittel erlaubten. Das Haus war für mich allein zu ge räumig, aber ich hatte mich doch nie mehr an die iSetangnlexi uenz eines ungge. vr r ' r r 1 . r fellen'Stübchens gewöhnen können. Das I t ... je. c s.'. tr. f 1 . . l cuulgelo iv?nu au au, vic ante er
einen, dap an Seraiina's Du brauchst die schule nicht mehr zu be
udruna der llttirtdickaft einzige Redmauna iit. oaft wir vorder ei
niedrigt, verschlang die Besoldung eines
Professors der Philosophie vollständig, und um den Rest zu verzehren, bedurste es kemeS großen Appetits meinerseits. Weil aber mein Appetit unglücklicherweise stark war, so verdankte ich es den Zinsen des Vermögens meiner verstorbr :n Frau, welche mir den Nießbrauch davon hinter lassen hatte, daß ich ihn überhaupt befrie digen konnte. Natürlich mußte meine Tochter ihrer seligen Mutter in allen Dingen gleichen : sorgsam und zärtlich genug sein, um meine kleinen Wünsche errathen zu können. Man würde weniger ausgeben, und sich doch besser dabei stehen ; ich hauptsächlich sie ! Ich konnte mich dieses Traumes bald nicht mehr entfchlagen. Wenn ich jetzt Morgens Anna Maria mein Haus betre ten sah, so träumte ich mich schon in den Gedanken, daß die große ungeschlachte Person schon unter dem Befehl eines klci ncnFräuleins stehe, und ich weiß nicht, wie so, ich fand Geschmack daran. Als ich eines Tages im Begriff stand, die Kaffeemaschine anzuzünden, geschah es, daß der Spiritus nicht nur in der Ma schine fehlte, sondern auch in der Küche keiner vorhanden war. An diesem Tage faßte ich einen Entschluß. Serasina", sagte ich zu . mir, 6e rasina wird kommen, um die Ferien bei ihrem Papa zu verleben. Aber sie soll fürs Erste ihr Glück noch nicht wissen. Wenn sie und ich zweifle nicht daran - die Hausfrau mit einer gewinen Anmuth und Würde zu machen versteht, wenn sie ferner in täglicher Prüfung beweist, daß ne wenigstens Das gelernt hat, was ei nem Mädchen nicht fehlen darf so ver spreche ich, daß ich sie künftiges Jahr nicht mehr zur Schule schicken werde. Serasina kam während. der Ferien und wurde, ohne das sie es merkte, einer Prüfung unterworfen. Ich mußte gestehen, das Mädchen war mit den Schlüsseln zur Speisekammer und Garderobe in der Tasche geboren. Kaum dreizehn Jahre alt, machte sie den Eindruck einer Fünf zehnjährigen. Wenn sie sich auf Fuß spitzen stellte, konnte sie nicht nur die höch sten Kästen öffnen und schließen, sondern sogar den großen Regulator im Saale aufziehen, lserasina konnte kein Stäub chen auf einer Leiste liegen sehen, ohne es zu entfernen. Wo sie nicht mit den Stüh len heranreichen konnte, bediente sie sich ei ner Stehleiter, oder erbat sich Anna Ma ria's Hilfe. Hatte sie dann ihre Absicht erreicht, so war sie doch noch nicht zuZne den, sondern sah überall hinauf, als gäbe es noch irgendwo einen emd zu entde exen. v . - m r . . . r- . . n r...r c . . er wei , iagie ne r?il icu,zcno, wie viel Staub wohl hoch oben am DeSensims ,? In negen mng:.Wer kann es wissen " antwortete ich scherzend. Jch hoffe doch. Du wirst nicht i .: v x. : c . rt ... I vl oa ijinnuj neuern looueu ; Mir schien nämlich dieser unbarmherzl ge Krieg gegen den Staub überflüssig. .Einst wird sich der Staub rächen" sagte ich meiner Tochter. Doch sie ver stand den tiefen Sinn meines Ausspruchs nicht, und ich selbst glaubte damals nicht. ic c . oaj er einen anoern yaven lonnie. eht mute man nur aus den Leisten nachjehen, um zu begreifen, wie er sich gc legt hat, jekt, wo er leinen andern Feind hat als Anna Maria ! Serasina führte über meine täglichen r V I 'usgnven mii oeiounoerungsioeriyer we nauigkeit Rechnung. Sie konnte mir auswenolg fagen, wieviel t an mm i.. I-S. OT . .t. . . til.ii. ag, in jcoer zouujz veruiiLgnvi uulle. Fragte ich sie aber : Wer war Sesostri?, wer war Tutmes oder wer war Demetrius Policorcetes V so verwandelte nch meine kleine Hausfrau im Handumdrehen in ein Kind. Sie ward dunkelroth und gestand . . , V mir nach einem verzwelseiten erzuq, es .if ... v . T. r? . .a . i. l zu errathen, daß sie es nicht wisse. . .Aber lernt Ihr denn-nicht Geschichte in der Schule ? .Ja, gewiß, aber von Sesostris und Vtt 1 1 a P Aahi Im t r( m!a M tfrfrfr . P a uiiao t;uu( iuit iiuuy iiiuua ijc dort. Ihre Kenntnisse gingen kaum über die An angsaründe hinaus. VZeicylchte, Ge ographie, Naturgeschichte. Physik und die drei ersten philosophischen Begriffe fehlten ihr vollftandlg. Sie weiß gar nichts : sagte ich zu mir verzweifelt. Was joll daraus werden ! Sie wein gar nichts ! Nein, sie wem wirklich nichts mit Ausnahme der vier SpezieS, tn denen sie Meisterin ist. Auch Decimalrechnen ver steht sie. Wenn ich ihr nun gute Bücher m die Hand gäbe und einen ernsten Pakt mit thr abschloß so wäre es vielleicht doch noch möglich, meinen Wunsch mit meiner väterlichen Psticyt tn Einklang zu bringen Vielleicht cy fay ste an, zagte aver nlazis. 1 rwi r i ? , . . r.ia Wenn Serasina bemerkte, daß ich sie betrachtete, fürchtete sie immer irgend einen s,!7tvl! S Mrsl?,in SviisTTfrtff I w.. A'-!'?'"V" u., I -.inh fiff ihre flslllJf Alls mt rf frtm 1 ui.v vvv.ov vy, " U d I -(' kett irgend einem Zkaztcn zu fchenken. So I rjs,,,. inrtli ninrtsi in ein ntthcn I u"vu iuiv mvyuu vj5 v viu rni.ma Zimmer. lutui uuiuuawiivvu, wuw vuiiu über die Dinge nach, die Mädchen wissen v - y . m , or rr.: ..... X vi ti.n inni IX, müssen, und fand nach reiflicher Ucberle I " i c V. n:.. gung. oaß ote Jayi ver inge, wetcue kl 11 " v -i. & M vm iktA ryfrv a 'jjtaoajcu nicui zu iuini iuuty.ii, u.u.u i i...v :a 1 icnu (jroiicr tu. w " glücklich zu machen. Komme herab und küsse deinen Vater. Zuerst verstand ste mich nicht. Dann Qt;er lDenbete sie ssck um. blieb mit offenen - - -- 1 , ' il Armen aus der Leiter stehen und warf 1 r . jch fast um, als sie von oben yerad prang. :s,? 'Km ick nickt mthr in d e Sckule ,n eben? l ff -fr-w fr frj t - v Nein" erwiderte ick, und versuckte ver gebens, ste von mir los zu machen. .Nein, nen Bertraa schließen." .Gern, laß uns gleich ans Werk ge ben." .Du mußt Getcy'.cyte uno Geographie zu pauS stiidircn ! .Ja. ia. ich will lernen Alles. Du mußt alle Bücher lesen, die ich Dir gebe." .Ja, ja, von Herzen gern alle." .Aucb kranzösisch muit Du lernen
vor der Zeit zu ver suchen. Bist Du damit zufrieden ? Die
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. Sie versprach AlleS. Wirst Du aber auch stets daran den ken", fügte ich feierlich hinzu, .daß, wenn ich Dir dies Opser bringe, ich es nur thue, we l ich Deiner armen Mutter versprochen habe, Dich glücklich zu machen? Und wirst Du auch stets bemüht sein, den Platz der lieben Verstorbenen in unserem Haushalt auszufüllen ? Versprichst Du mir das?" Sie bemühte sich ja zu sagen. Ich hob ihren Kopf in die Höhe und bemerkte da bei, daß sie angefangen hatte, zu weinen. ,S)u mußt mir auch noch versprechen, nicht so ost zu weinen. Sieh', Dein ar mer Vater arbeitet, um Dich glücklich zu machen. Du-würdest es ihm schlecht loh nen, wenn er Dich bei der Rückkehr aus der Schule in Thränen sähe. ..." - Da trocknete sie ihre Thränen und lachte. ,
Nun begann meine zweite Glücksperi ode. Sechs friedliche Jahre waren es, in de nen meine Tochter heranwuchs, bis sie seinen Stuhl mehr brauchte, um den Thür sims mit dem Federwisch abnistäuben. was sie übrigens sehr anmuthia und schon machte. In allen Dingen glich sie ihrer seligen Mutter, und mir kam es vor, als hätte ich die Zeit lviedergesunden, in der ich, junger Gatte und junger Professor, gleich zufrieden mit meiner Frau und meinem ttatheder war. ,.Spä ter ertrantte meine -rau uno meine Philosophie, und noch später sollte mir auch jener Schatten der ersten Glückseligkeit streitig gemacht werden, indem meineToch tcr erkrankte. Sie erkrankte plöklich. an einem schö nen Makabend, als sie an meiner Seite durch die Galerie Vittorio Emanuele chritt. Es war wie eine Art Sonnen stich im Schalten. Als sie, durch die sein lica atiinjigrin meiner laiklilt oeieyri, es mir weinend gestand, glaubte ich meinen Ohren nicht zu trauen und bat sie, es zu a 1 r....n y t wiederholen. Sie weinte nur um so lies lgertlo!) in ihr Zimmer und iicn mich im verschränkten Armen auf dem Stein Pflaster stehen. Ich schaute ihr wie einem zerbrochenen Splelieua nach. ' 1 - . . - , . eranna ncinc icd, kanm neunzenn Jahre alt, verliebt und dachte schon daran. yren Vater zu verlassen .' Und mit wem ? Mit einem innaen Menicken. den sie aum ae ehen, der aber ein vllzes Bärt chen hatte, einen Kneifer auf der Nase trug. braun, klein und dick war. aus Zeitver treib vielleicht Barito.iist oder Tenor, und 1.. S. T . r rv 1 1 r in ucc v2)üi?riciüiiiorto manueie woynte. Jener Herr hatte meine Tochter gesehen und ste ihn ich hatte nichts gesehen. Er war uns bis an die 5)austhür ae folgt und begann von jenem Tage an meiner Tochter Fensterpromenaden zu machen. Er lief mir immer in den Weg. wenn ich zur Schule ging, und hatte eines Tages sogar die Unverschämtheit, mich zu grüßen und anzulächeln. Anfangs hatte ich noch immer aebosst. daß meine Tochter zur Vernuft kommen ivuroe. (sie vernachlässigte mich in kei ner Weiie, war stets aufmerklam und pünktlich, stand immer noch mit demStaub im yaufe auf dem Kriegsfune, aber sie sang jei)t häusig Romanzen, während sie sonst nie gelungen hatte. Desgleichen weinte sie öfter als sonst. Es war klar, daß meine Tochter begriffen hatte, ihr Ge liebter fei ein Sanger, und ich fürchtete, daß sie bereits sein Repertoir kannte. Gegen Anna Maria hegte ich Verdacht. Ich beobachtete die dicke Person mit Arg wohn. Es wollte mir scheinen, als sei sie mit Briefgeheimnissen vollgestopft". Ei nes Tages nahm ich sie bet Seite, jtarrte ihr ins Gesicht und sagte : .Anna Maria,' ich will die Wahrheit wissen ! ' Sie wurde dnnkelroth, antwortete m:r aber freimüthig, sie sei nicht gewohnt, zu lügen. .Nnn, so sage mir, wer der Herr ist. der vor meinem Fenster aus und ab geht. ?v . ri r?i . t r jüu lenni lyn, u mupl iyn geeyen ya den, leugne eS Nicht r .Ein dunkler Herr, ein fchoner tunger Mann?...." .Nein, der ist es nicht. - Im Gegen theil, er ist häßlich, aber dunkel ist er und klein und hat ein Spitzbartchen !" .Ja, Herr, den, habe ich geiehen .... Ein schöner, junger Mann, etwas klein. aber nicht zu sehr, mit einem spitzen Bärtchen Ja, Herr, den habe ich ge sehen..Gut hat Dir der Herr Niemals ei nen Brief für meine Tochter gegeben V .Er hat mir einen geben wollen, ich wollte ihn aber nicht annehmen und habe ihm gesagt, daß er sich einen Anderen su chen möge, ta wohl, das habe ich ihm gesagt und daß Anna Maria derglei chen Dieiilte nicht thäte !" .Und glaubst Du, daß er eine Andere gesunden hat !" .Weiß ich nicht, Herr." .Und meine Tochter ? Wie steht eS mit ihr? Hat sie Dich n:e gebeten, ihr.... V .Das Fräulein kennt mich besser, als Sie. Im Uebrigen bin ich der Ansicht, daß, wenn zwei Verliebte stch schreiben wollen, sie die Postazu benuhen können, oder Dienstmänner " Daran hatte ich wirklich gar nicht ge dacht! Der Verführer meiner Tochter konnte ihr sehr gut in der Zeit, die ich in der Schule zubrachte, Briese schicken und auf Antwort warten. Ja, er konnte eines TageS dann noch Schlimmeres thun nämlich : den Brief perjönllch abgeben. .Anna Maria", sagte ich, .hast Du je mals während meiner Abwesenheit Dienst männer ins Haus kommen sehen V Ich erwartete bebend die Antwort. Einen habe ich kommen sehen einen einzigen-, fugte sie hinzu, wie um da Schmerzliche der Aussage abznsckmächen. .Nur einmal, nicht öfter?- fragte ich dringend weiter, um die ganze Größe mei nes Unglücks kennen zu lernen.. .Ich glaube zweimal .... oder viel leicht auch dreimal; aber es war im mer der gleiche Dienstmann Danle, Anna Maria, danke !". Ich Sing 'geraden Weges nach ' dem Zimmer meiner Tochter, hinter mir Anna Maria. .Sehen Sie nicht, wie das arme We sen leidet?" sagte sie zu mir. .Wüßten Sie nur, wie viel sie sich grämt und wie bitterlich sie darüber weint, daß sie Ihnen Kummer bereite. Und es muß doch auch wirklich ein braver junger Mann sein,
den anderen mein' ich.. V. Lassen Sie doch die beiden Leutchen heirathen !"
Als ich dieZimmertbür meiner Tochter erreicht hatte, wendete ich mich zu ihr hin und sagte einfach, ihr fest ins Gesicht se hend : .Ich danke Dir, Anna Maria ! Ich wagte kaum zu athmen, klovlte aber an die Thür. . ..Herein !" rief Serasina'S Stimme. Ich trat" ein. Meine Tochter stand rechts von ihrem Bett mit rothen, vom vielen Weinen ganz geschwollenen Augen, uno auf oem ikopskisjen waren noch die Spuren ihrer Thränen und die Stelle, aus der ihr Kopf gelegen, zu sehen. .Bin ich nicht dein Vater?- sagte ich ohne Zorn, .lebe ich nicht für Dein Glück ? Hast Dtt Mir nicht versprochen, mich als Deinen besten Freund zu betrachten ?" .O, Papa .' lieber Papa !" rief ste au, indem die sie Armrgegen mich ausstreckte; doch blieb sie-regungslos stehen. Ich sah in ihren Augen eine unvernünf tige Hoffnung aufleuchten; die unver nünstigen Hoffnungen glänzen ganz eben so, wie die vernünftigen. .Ist es möglich, daß meine. Tochter sich so vergessen konnte, Briese von einem jun gen Manne zu empfangen, ja ihm viel leicht selber Briefe zu schreiben !" - Sie beugte den Kopf auf die Brust, widersprach mir aber nicht. .Weißt Dn denn, wer dieser Mensch ist, den Du von der Straße aufgegriffen hast, um' ihn zwischen Dich und Deinen Vater zu stellen? Weißt Du, daß er ein Komödiant ist, ja noch Schlimmeres, ein langer vielleicht ein Tenorist, der gestern noch Perrückenmacher oder Flei scher war und morgen in irgend einem Theater der Provinz fingen wird.Serasina schüttelte den Kopf, wagte aoer nicyt zu antworten. .Wo sind die Briefe, die er Dir ge schrieben hat?" forfchte ich.' C X. t- - LL- . . ja) qciiic lau IN erwartet, oan t mir die Briefe anvertrauen würde. Aber schon zog sie sie aus ihrem Busen, und die romantische Art, wie sie daö tbat. machte mich stumm vor Staunen. Ich nahm die Blatter mit den Fmaerwiken und betrachtete sie von allen Seiten. Ich hütete mich, die stumme Bitte in den Au gen meiner Tochter zu erkennen, denn ich wollte mich nicht von väterlicher Schwäche besiegen lsssen, und verließ ruhig, wie ich gekommen war, das Zimmer. Als ich die Thür hinter mir geschlossen, hörte ich ein Schluchzen und das Fallen eines Körpers t C . - VI 1 1 ' auf oas etl. Ich ging auf mein Zimmer, schloß mich ein und las die Briefe. Es waren im ganzen nur drei. Im ersten fragte sie Signor Eurtl, ob er das Glück gehabt habe, von ihr bemerkt zu sein, oder nicht. und im dritten hielt er bereits um sie an. Nur diefen letzten hatte meine Toch tcr beantwortet. Es ging deutlich aus den beiden ersten Briefen des Tenors her vor, daß man sich zuerst begnügt hatte, sich 1 fV 1 . 1 . 1 ' nrn Nilcien uns Seufzern zu antworten. Wenn sie an meiner Seite durch die Ga lerie ging, oder wenn ich arglos Wiener Bier im Eafs Guccchi trank dann hatte sie das Vertrauen ihres Vaters ver rathen. ' Aus den drei Briefen schloß ich, daß Jginio Eurti weder Tenor noch Bariton, wohl aber Baß sang, daß er komische Rol len hatte, mit anderen Worten .Buffa" war. lr fei aus auter ffamtlte. saate er. seinVater seiAdvokat, und nur dieLiebe zur Kunst habe ihn auf das Theater geführt. ".- r ' , r. f 1. C.r .r .. zz u iiicui r.lcn, oesiye oocy aver ein tiei nes vermögen, Alles lege tr meinet Tochter zu Füßen, das Gegenwärtige und das Zukünftige .seine Zukunft", sagte er. Diese Zukunft müsse schön werden. Er habe schon in Vigevano und in Lccco gesungen mid dort Aufsehen erregt (trotz seiner Bescheidenheit müsse er daS einge stehen). An Engagements könne es nicht fehlen. Im Frühjahr solle er den Bar bicr von Sevilla singen und dann die Falschmünzer zu Taganrog. Er mache den Vorschlag, sich bald zu uerheirathen und den Honigmond in Taganrog zu ver bringen. Ein andere Müdcben von neuzehn Jahren siele vielleicht aus den Wolken, wenn es einen .Buffo" sände, wo es einen Tenor suchte, sie aber überwand alle Schwierigkeiten, und das Ucbrige be greist sich leicht. Jginio Eurti war, waö man gewöhnlich darunter versteht, ein jun ger Mann, voller Uebermuth und im Stande, dem Mädchen einetl ziemlich geist reich stilisirten Brief zu schreiben und ihm die berauschenden Gedanken einer bald! gen Heirath und einer langen Hochzeits reise, auf welcher man die Flitterwochen im Auslande verleben würde, aufs Schön ste auszumalen. Ich faßte sofort die reale Seite des Ge schreibsels ins Auge: nämlich das En gagement in Taganrog. Ich verbarg Jginio Eurti's Schriftstücke in einet Schublade und verbot meiner Tochter, in meiner Abwesenheit Briese zu empsangen. (Fortsetzung solgt.) Ueberrascbender Ealcül. .Hier bring' ich Ihren Hund wieder, der Ihnen verloren gegangen i-.! Dank' schön-adieu!" .Ja, erst möcht' ich meinen Finderlohn für der. Hund. Geben Sie mir lieber den Finderlohn und behalten Sie den Hund. Angenehme Einladung. Kunstenthusiast : .Ach, gut, daß ich Ihnen begegne, lieber Freund ! Vesu chen Sie mich doch heute Mittag, und sagenSie mir,was Sie von meinem kürz lich gelausten Rubens denken. DerMa ler Müller der unverschämte Krittler sah daS Bild gestern, und behauptete, ek sei nur eine Copie. Denken Sie sich . .. sin . r . . . eine iopte : uer ficy untersteht, mein Bild eine Copie zu nennen, dem schlage ich alle Nippen im Leibe entzwei ! Also, lieber Freund, Sie kommen heute, und sagen mir Ihre aufrichtigeMeinung übet mein Viio rt DiLcrete Bettelei. .Herr Baron, ich möchte unterthänigss um ein Almosen bitten." .Nun hier aber warum kommt Ihr nrcht in mei ne Wohnung, 0 ich allein bin, und im mer, wenn ich Gesellschaft habe ?" ,E3 wäre gemein von mir, Irre Barm Herzigkeit aus die Probe zu stellen, vah rend ich überzeugt bin, daß Euer Gna den mir ein Almosen in Gegenwart der hoben Gaste nicht verweigern."
Das Lffizier-Eorps. I. Jrthe rrn . v der a,ttz. Der als MilitärSchriststeller höchst vortheilhast bekannte Major im Großen Generalstabe, Freiherr Colmar von der Goltz läßt demnächst in Berlin ein grö-
ßereö Werk, betitelt: .Was otr ,n Waffen" erscheinen, welches mtltlartfchr wie nichtmilitärifche Kreise gleichartig intcresstren und über die Organisatiot? V. (Vf.... itf9 ?? nfr uct ucui0jcji airnic, WH UV.t. derne Landeövertheidigung, endlich über alle Organe des großen H?erlorperL Aufklärung zu verbreiten bestimmt ist. Ueber das .OsmierEorps" schreibt Freiherr von der Gol) Folgendes : .Der Geist der preußischen Armee sitzt tn ihren Ossiziers."- Dieser Ausspruch RüchelS mag zu seiner Z.it wegen der etwas possirliche', Form belacht worden sein. Der Inhalt jedoch ist vortrefflich. Der Zustand des OssizierkorpS ist entscheidend für den Zustand des ganzen Heeres. . Es wiederholt sich hier, was im politischen Leben allgemein zu beobachten ist. So lange die gebildeten, führenden Klassen Tüchtigkeit bewahren, bleibt auch das Volk brauchbar und stark. Hinge ger zieht der Verfall der herrschenden Schichten den der ganzen Nation nach sich, es sei denn, daß eine große sociale Revolution jene beseitige und durch andere ersetze, wodurch zeitweise ein Aus schub erlangt, niemals aber dauernde Abhilfe geschafft wird. Am Schicksale der heutigen Türken kann man lernen, welches L00S einem ehrlichen, stolzen, tapsern und tiesreligiösen Volke bevor steht, wenn es der Führung höherer Stände entbehrt. Das tresslichste Sol datenmatcrial unter schlechten Ossizieren liefert immer nur eine höchst mangelhaste Truppe. Das OsfiziercorpZ uß daher den be sten Theilen des Volkes entnommen wer den, denen eine natürliche Autorität über die Massen auch im gewöhnlichen Leben schon zur Seite steht. König Friedrich Wilhelm I. und Friedrich der Große, die Schöpfer des preußischen Ossiziercorps, wählten dieses ganz aus dem erblichen Adel, der zu zener Zeit den gebildeten Theil der Nation fast ausschließlich re präsentirte. Als dieses Verhältniß sich änderte, wurde die Zusammensetzung des Ossizier. Corps eine andere. Wird die s:s in Deutschland auch beute noch der Aristokratie des Volkes entnommen, so ist darunter die Bildungö.Aristokratie zu verstehen, welcher im gesellschaftlichen und politischen Leben die Führung zu gefallen ist. Mit Recht wird auf Bil dung ein vorzüglicher Werth gelegt, weil sie die Grundlage für veredelte. moralische Eigenschaften ist. Aber man soll sich dabei nicht ausschließlich an die wissenschaftliche Bildung halten, sondern auch die des Herzens und des Charak ters gebührend berücksichtigen. Von dem Ossizier wird verlangt, bah er int In teresse seines Dienstes auf persönliche Vortheile, auf Erwerb und Wobleroeben verzichte. ES werden daher alle diesem cv t. tr. . . . . gen nrucoiyetie oer Bevölkerung geeig. tat Ca.M Xüm CC m. Z . L. f " V . f 1 11. 4 iin, .il .U0 ui oas jinztcr corps zu stellen, welche durch ihrenBeruf darauf verwiesen sind, nicht ihrem per sönlichen Vortheil, sondern dem Nutzen einer größeren, gemeinsamen Sache zu dienen. Hier werden die Söbne schon durch daö Beispiel der Väter zum Ge suhl der Pflicht erzogen. Der ärgste Feind der Tüchtigkeit des Ossiziercorps ' ist unstreitig der Egoismus; jede Be schäftigung, welche geeignet ist. dielen ,u fördern, ist jenem feind. ES war deS halb auch sehr zweckmäßig, dem Offizier corps oen yaralter eines Standes zu aCm m k.f Cvy c . ycun, 111 tütiicin CCC5 'jjaigiico Cent andern gesellschaftlich gleich estellt ist. welcher gemeinsame Pflichten hat, und in welchem die Gemeinickast sür htn Einzelnen verantwortlich gemacht wird. Dadurch erhält das OfsiziercorpZEigen it.". : je '1 ... . r jl . w . lyurnumiuicii, i?..cye an oie alten Jr densbrüderschasten aus ihrer besten Zeit erinnern. ES soll ein ächtes Ritterthum darstellen. Ein idealer Zug muß seinem aan,en Wesen eigen sein, sonst kann' es seine Aufgabe nicht erfüllen. Man veraeaen ... - . nx. . . . w . . roarnge neu, roorin olee vkfteyt. In der schwierigsten Lebenslage, die eS aiebt. nämlich angesichts der Todesgefahr, soll . im . . - - 1 i es oie cenge fuyren uns Jemen Einfluß auf diese bewähren. Dazu aehören vor zügliche Eigenfchasten, welche bei einer so großen Zahl, wie daS Ofsieiereorps ausmacht, nicht überall angeboren sein können, welche aber auch zum großen Theil durch Erziehung,vor.iehmlich durch den fortdauerndenVerkehr mit den besten Männern des Volkes, zu gewinnen sind. Das ist nur durch die StandeSgemein schast ermöglicht. Der Einfluß auf die Soldaten muß schon im Frieden durch den richtigenGe kxauch der überlegenen Eigenschaften des Geistes und Charakters bei seiner Er Ziehung und Anleitung gewonnen wer. den. Vor allen Dingen muß dieser Gebrauch sich auch auf die Sorge sür dasWohlergehen desSoldaten erstrecken. Der Verfall eines Ofsiciercorps be. ginnt, sobald die Ofsiciere ansangen, sich um d.n gemeinen Mann nicht mehr zu kümmern, sondern sich auf das Befehlen zu beschränken. Wenn ihre Herrschaft über die Truppen sich erst geräuschvoll geltend macht, pflegt sie insgeheim schon auf schwachen Füßen zu stehen. Je schlechter die Zucht im Heere, desto mehr nimmt ste despotisches Gewand an Im Kriege wird neben diesem erworbenen Einfluß noch mehr als im Frieden das Beispiel nothwendig. Der Ossicier darf das Leben nicht achten. Nur um seine Leute anzufeuern, muß er sich oft der Gefahr ausfetzen,als es der Gefechts zweck sonst im Augenblicke erheischen würde. Dadurch, daß er sich unge. wöhnlich furchtlos und aufopfernd zeigt soll er die edlen Triebe im Herzen der Soldaten anregen; denn nur durch diese sind große Leistungen zu erreichen. Muß nun der Ofsicier ferner daraus verzichten, ein Vermögen, ja selbst eine dauernde Heimath erwerben, die Zukunft seiner Familie sicher zu . stellen, wie eö dem Grundbesitzer, dem Kaufmann, ' dem Gewerbtreibenden möglich ist, so erscheint es nur recht und billig, für diesen Verzicht ihn durch äußere Auszeichnun. gen zu entschädigen. Gerade diese sind es, die dem Stande am häufigsten den
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