Indiana Tribüne, Volume 6, Number 227, Indianapolis, Marion County, 5 May 1883 — Page 2

Zndiana Hnöi'me.

FögliHe- und SonnlagsausgaS. Qfflce: tt2S. DelawareStr. Indianapolis, Ind., 5 Mai 1883 Neuer Seehafen.

-v . , y . . E "-c .71 rr.f:!. Von neu, aubcr ,ur oiz noruuui Staaten und Territorien der am günstigsten gelegerhafen des ganzen Landes. Nock vor zwei Jabren war die Stätte, auf welcher sich jetzt Newport News erhebt, eine Wildniß. Seit die Chesapeake und Ohio Bahn vollendet ist, hat sich die Stadt in Staunen erregen der Weise entwickelt. Docks von ungeheurer Ausdehnung, lange Wersten, geräumige Lagerhauser und Kohlenschuppen wurden errichtet und ein Elevator, 175 Fuß hoch, 400 Fuß lang und 126 Fuß weit c& ctne Kapacität Sön 1.500,000 BushelZ Getreide ist seiner Vollendung durch die Chesapeake & Ohio Elevator Co. nahe. Die Wersten werden mit elektrischem Lichte erleuchtet. Dit für das Einladen der Kohlen lt stimmten Werften sind 800 Fuß lang, und ihre Behälter können Millionen von Bushels der schwarzenDiamanten sassen. Die Tiefe des Wassers beträgt unmittelbar an den Wersten 40 Fuß. Ein Schiffsbauhof für den Bau eiserner Schisse wird ebenfalls etablirt. Seit dem 1. d. M. läßt die Dld Dominion Steamship Co." tägliche Dampser zwischen Newport News und Boston laufen, welche die Verbindung zwischen diesen Städten und den Zügen der Chesapeake und Ohio Bahn vermitteln. Ferner wird eine Dampsschisf-Verbmdung mit Brasilien eingerichtet, deren Dampser monatlich zweimal abgehen und ankom-, men und nach Brasilien Mehl, von dort aber Kaffee und sonstige südameriksnische Produkte befördern. Auch für den Westen ist Newport ews der am günstigsten gelegene Hafen. Die Producte desselben, welche über Baltimore befördert wurden, errei chen über Newport News Liverpool und andere europäischen Hasen einen Tag früher. Mit St, Louis und anderen großen Städten des Westens entwickelt sich eig. lebhafter Verkehr. Auch als Kohlenstation ist der neue Hafen von Bedeutung; die zwischen New Jork und Galveston fahrenden Dampser nehmen schon jetzt ihre Kohlen dort ein, da dieselben dort billiger abgegeben werden . können, als in irgend einem anderen Hafen an der atlantischen Küste. Englische, französische und spanische Dampser kommen in sich stetig vergrößernder Anzahl zu diesem Zwecke nach Newport News. 1,500 Arbeiter sind gegenwärtig allein am Hafen mit verschiedenen Verbesserungen beschäftigt, und die Zahl derselben soll verdoppelt werden. Die Stadt Newport News liegt 157 Meilen näher am Meere als Baltimore und ist mit New York. Boston, Philadelphia, Washington. Baltimore, Nichmond so wohl durch Bahnen, als durch Dampser verbunden. Die Chesapeake und Ohio Bahn verfolgt denselben Weg, den Gouverncur Spottswood mit seinen Abenteuern einschlug, als er im Jahre 1714 von Williamsburg aus durch die Halb insel nach dem Thale des Ohio vordrang. Derselbe ist die natürliche Heer straße zwischen dem atlantischen Ocean und dem großen Westen.' Die Bahn hat den am leichtesten zugänglichen, sichersten und tiessten Hafen an der atlantischen Küste zum Endpunkte, und führt in geringeren Steigungen durch das an Mineralien und Produkten reiche Virginien und Westvirginien, als irgend eine Bahn, welche die Alleghenies überschreitet. Die Länge der Bahn beträgt .vom Ocean bis an den Ohio 501 Meilen, doch sind hierbei verschiedene Zweigbahnen für den Localverkehr nicht mitgerechnet. Zur Zeit hat die Bahn nur ein Geleise, doch soll demnächst mit der Herstellung eines Doppelgeleises' begonnen werden. m m (sin langer Schlaf. Dr.' Porter in Louisville, Ky., Specialist für Nervenkrankheiten, schildert einen höchst interessanten Fall von "trance", jenem weder durch das Wort Starrkrampf, noch Schlafsucht erschöpfend bezeichnetenZustande, welcher in der gänzlichen Suspension des Bewußtseins und der - willkürlichen Bewegung besteht. Höhne daß gleichzeitig in dem Herzschlage, im Athmen, in der Temperatur des KörperS und in der Beweglichkeit der Glieder und Muskeln irgend welche VerSnderiing eintritt. Fräulein Annie Miller in Louisville versiel Sonntag, den 15. vor. Mon., in einen derartigen kataleptischen Zustand und verharrte in solchem bis Sonntag, den 22. vor. Mon., an welchem Tage sie gegen 7 Uhr Abends erwachte, die Glocken einer benachbarten Kirche lauten hörte, die Aeußerung macyte : Du Glocken läuten, eS ist Sonntag-, und unmittelbar darauf, ohne daß sie ihre im Zimmer anwesenden Eltern und Geschwister erkannt hatte, wieder in den vorigen ruhigen Schlum mer versank. Die äußerst anmutbiae Dame ist 19 Jahre alt; sie hat bis zu ihrem 15. Lebensjahre an wiederholten Anfüllendes Veitstanzes gelitten, war aber von da ab völllg von solche befreit. Wenige Tage vor dem 15. April chatte sie über leichtes Kopfweh, sowie Stechen im Gehirn und in der Wirbelfaule geklagt. Von dem Augenblicke an, da die Patientin plötzlich einschlief, bis zu ihrem kurzen Erwachen atte dieselbe das Ansehen einer Person, die sich des gesündesten und glücklichstenSchlummers der Jugend erfreut ; ein sreundli-

! lflon in ocj Kugel wiüiiiui- xäusch oder Schütteln des Körpers ungelten .ötfannle Jg. Jj tbroen. Am 6. Tage konnte der .News ln Virgimen, welches chon 1621 tm Andrängen der Eltern nicht eme geregelte Colomalverwaltung hatte, mehr widerstehen und machte mittels einer 'begmnt endlich die Bedeutung zu erlan- electrischen Batterie Erweckungsversuche, gen, zu welcher er durch seine Lage und cMn QU( biefe hen nicht den mindesonjtige natürliche Vortheile, die er b:e- tCst gj1 tet, vrnchtigt ist. In der That ist New-, ach dem erwähnten, aus freien

, ches Lächeln verschönte die rothen Liv

pen. Nachdem der Zustand drei Tage angedauert hatte, drangen die Eltern in Dr. Porter, ErweaungSverjuche zu machen. Dieser, weigerte sich dessen, bezeichnete den Zustand als durchaus unbedenklich und ordnete an, daß der Kranken, von Zelt zu Zeit concentrirte Nahrungsmittel in flüssiger Form eingeflößt würden. Die Mutter richtete in ihrer Angst und Sorge die Kranke auf, der Körper derselben gab leicht nach,aber der tiese Schlaf wurde hierdurch ebenso Vrn hitrA Qfnritfn fifttnfi iÄ, ,4,w,,n vv """iv" w t;;rf, erfolgenden Krmacken wäbrte fcer Schlaf nicht ganz 24 Stunden, und . später trat wiederholtes Erwachen in immer schnellerer Aufeinanderfolge ein. Schließlich kehrte der Kranken, so lange sie wach war, auch das Bewußtsein zuruck, sie erkannte Eltern und Geschwister und gab auf an sie gerichtete Fragen richtige, wenn auch nur in schwachem Ja- oder .Nein" bestehende Antworten. Die Besserung schritt. von da an rasch vorwärts, und Dr. Porter ist überzeugt, daß die Patientin völlig genesen, auch Rückfällein den kataleptischen Zustand kaum zu fürchten haben wird. Derartige Zustände kommen in Folge von Verletzungen und Erschütterungen ziemlich häufig, im Gefolge langwieriger Krankbetten mitunter, nach vorausgegangenem kurzem und leichtem Unwohlsein äußerst selten vor. Die Behandlung der Trance muß nach Dr. Porter's Ansicht ganz zuwartend sein und endet in den meisten stallen mit (&tnrfnnn. m Kais!'.' 65 NÄötag. ffl 14. April verlas der Mn'chkr Scholz im deutschen Reichstage eine Botschast des Kaisers an die Volksvertreter, die diese im ersten Augenblicke vollstandig niedergeschmettert zu haben scheint. Wenigstens wußten sie nicht, was sie darauf erwidern sollten. Die Botschaft ermähnte den Reichstag, schon in der jetzigen Sitzung den Staatshaushalt sür 183485 festzustellen, damit er sich in der Wintersitzung ausschließlich mit dem Unfallversicherungs - Gesetz und dem Entwurf über die Einführung von In validenkassen beschäftigen könne. Sie enthielt in geschraubten Phrasen eine Rüge an dieVolkSvertreter, die Behauptung nämlich, daß sie ihre Zeit vertrö-, delten und den allcrwichtigsten Fragen nicht die nöthige Aufmerksamkeit schenkten. Der Kaiser aber fühle sich angesichts seines hohen Alters zu dem Wunsche veranlaßt, daß der Reichstag sichmit der Einsührung der socialpolitischen Re-, formen beeilen möge. Noch zwei Tage später wußte die li berale" Presse nicht recht, was sie von dieser ungewöhnlich: Handlungsweise Bismarck's denken solle, denn dieser hatte das kaiserliche Schriftstück unterzeichnet und war ohne Frage für dasselbe verant' wortlich. Dagegen legten ihm die reactionären Blätter sofort die richtige Bedeutung unter. Die Kreuzzeitung" schrieb ganz unverfroren : Das öffentliche Wohl verlangt, daß d e r R e i ch stag thut, was der skalier will", und die Nordd. Allg. Ztg." erklärte jede Kritik der Botschaft für verfassungswidrig. Und in der That, so sehr sich auch die ängstlichen Liberalen Mühe geben, das Ereigniß abzu schwachen, so mußten sie doch zugeste-i hen, daß das freie Entschließungsrechtj des Reichstags von der Regierung angetastet worden sei und der Kaiser sich an aemaßt habe, dieselbe zweilährige Budgetperiode dem Parlamente aufzudrängen, welche es,- als sie vom Bundesm c rr if 1 ralye vorgesazlagen wuroe, mli isniicnie denheit verworfen hatte. Wie schon so oft, hatte Blsmarck die populäre ffigur des veldengrelses vor geschoben, um sich 13 Monate lang von dem Geldbewilligungsrechte der Kam, mer unabhängig zu machen. Er wußte, dan die Liberalen e nickt waoen wür.'

O ti lix.- m ?r- . Orn jt ? Vf. loniicjc inareiien oes ionarryrn in vie Geschäftsordnung sammt der Rüge still. sckweiaend bin. Wie der Krlak vom 4.. Januar 1782. so ist auch die Botschast vom 14. April eine Betonung der So. derrechte des Monarchen gegenüber der Volksvertretung. Der Reichstag soll lediglich das Recht haben, dem zuzuflimmen, was der Kaiser wünscht. Qppo rnirt er, so muß er aus dem Wege geräumt wttden. Man appelllrt an das Volk-, erzählt den Bauern, daß der gute Kaiser in Gefahr schwebe und setzt seinen Willen durch. Nur wenige Blätter haben den Muth, die Sache so darzustellen. Die demokratische Frankfurtur Zeitung- schreibt : Wer sich noch der Einsicht verschließt, daß wir vor einem kritischen Wendepunkt stehen und wer auS dieser Einsicht heraus nicht zu einem festen Entschluß kommen kann, dem wird 'licht zu helsen sein. Versassungsstaat oder Absolutismus mit Parlamentär! schen Arabesken das ist immer wieder die Frage; ihr ausweichen ist fast gleich bedeutend mit der Bejahung im Sinne des Absolutismus, denn auch hier gilt das Wort : Wer schweigt, stimmt zu, und je länger die Reihe der Präcedenzsälle wird, um so mehr festigt sich das Prinzip, das ihnen zu Grunde liegt. Auswandernde Canadier. Seit vier Jahren ist die Bevölkerung der canadischen Provinz Ontario, der reichsten und besten von allen, zum Still stand gekommen. Früher vermehrte sie sich um 35,000 bis 50,000 Seelen jähr. lich, 1879 aber fiel die Zunahme au 27,000, im darauffolgenden Jahre sand sogar eine Abnahme'von 000 statt, und 1882' betrug die Zunahme wieder nur 2000 Seelen. Das ist um so ausfallen, der, als die britische sowohl, wie die ca-

den, die sofortige Berathung deS Etats .gangenes erslanoniv oes volles sur für das nächste Jahr gegen den Wunfch" irgend welche sittliche Aufgaben des des Kaisers abzulehnen, und er hatte, Staates und der Gesellschaft können stck nickt geirrt. Stt nabmen da8 ver. nicht durch die ohnmächtigen Anstren-

nadische Regierung ganz besondere Anstrengungen gemacht haben, Einwanderer nach der Dominion zu locken. Sie hatten damit auch einigen Erfolg.aber theils gingen die Einwanderer nach Manitoba, theils kamen sie nach kurzem Aufenthalte in Canada in die Ver. Staaten hinüber. Dazu kommen dann noch die cingeborenen Canadier, die in den verschiedenen Industriezweigen aus dieser Seite der Grenze Beschäftigung suchen. Die Do minion ist eine der Hauptquellcn sür die

Einwanderung nach den Vcr. Staaten, Beweis genug, daß letztere nicht allein deshalb blühen, weil sie noch jung" sind und viel billiges Land haben. Im vorigen Jahre erhielten wir aus Großbritannien und Irland 179,423 Personen, aus Quebec. Ontario und Nova Scotia mit ihrer dünnen Bevölkerung 92,576 Personen. 188l betrug die Einwanderung avs jenen Provinzen 117,309,- und 1880 belief sie sich auf 92.791 Seelen. Allerdings waren das zum großen Theile Leute, die aus Europa über Canada nach den Ver. Siaaten kamen, aber die Thatsache, daß man sie nicht in der Dominion festbalten konnte, ist blzcichnend genug. Ferner hatten wir nach dem Genius von 1880 nicht weniger als 7I7,157Personen unter unserer Bevölkerung, die in Britisch'Amerika geboren waren. Diese vertheilten sich aus die ganze Union, waren aber meist in den Sägemühlen des Nord Westens und in den Fabriken NeuEnglands zu stoben. In Michigan stammte mehr als ein Drittel der ausländischen Bevölkerung aus Canada, in Massachusetts mehr als ein Viertel, in Vermont und New Hampshire sogar über die halste. Es sind des meist sogenannte französische Canadier, die Chinesen des Ostens die mit sehr geringen Löhnen zusrieden sind, dabei noch sparen, dafür aber auch ihre Kmder nicht in die Schule schicken. Die Canadier widerstehen dem civilisirenden Einflüsse der Ver. Staaten länger und erfolgreicher als. mit Aus nähme der Slovaken vielleicht, irgend eine Clane von Einwanderern. Zeichen der Zeit in China. Ueberall aahrt es auf politischem, ge sellschastlichem und kirchlichem Gebiete;, rn der alten Welt heftiger und gewalt samer als in der neuen, und selbst in der ganz alten Welt, mit welcher wir den Begriff deS Starren und Unwandelbar ren zu verbinden gewöhnt sind, drängen' neue Anschauungen einer neuen Entwlk kelung entgegen. Ueber diese Stimmung c i. rni . i t ir I lm Aklqe oer ncinc gievl oas qreioen eines jungen chinesischen Beamten i.'.te ressanten Ausschluß. Jan Phon Lee isi einer derjenigen Chinesen, welche aus Kosten der Regierung daS Jale College in New Haven, Conn., besuchten, jedoch von der letzteren vor der Vollendung ih rer Studien in ihr Vaterland zurückbe rusen wurden. Er hatte sich während seiner Studien als der begabteste unter feinenLandsleuten ausgezeichnet.nach der Rückkehr nach China eme Anstellung als Staatsbeamter in ' Canton erhalten. fühlte sich aber durch den Einblick rn die öffentlichen Zustände und speciell in die Korruption des BeamtenthumS so ange ekelt, daß er seine Stelle aufgab und im Begriffe steht, nach New yaven zurück zukehren, um dort seine Studien zu vol . a m i-w t m mm H lenoen. mn englischer li nonar in Canton, dessen persönliche Freundschaft sich Lee erworben hatte, machte demjel ben in der in Canton erscheinenden eng lischen Zeitung Vorwürfe über dieses, Verhalten und bezeichnete es als die Pflicht des iunaen Mannes, an dem Platze auszuharren, an den ihn Gott ge stellt habe und an solchem zum Besten semes Volkes zu wirken. Lee hat hier auf in einem mannhasten, offenen Briefe geantwortet, dem wir folgendes entneh men: Ein Patriot muß an dem gegenwär tigen Zustande der Dinge in China ver zweifeln. Eine Regierung, die vollkom men ohnmächtig ist, die Raubgier ihrer Beamten zu unterdrücken oder auch nur emzuichranken. eine energielose und !gleichgiltige Masse der Bevölkerung, eme usliz, vle oem wmig uno zu Ä)ien .Ilen in, oer sie am oesien oezayii, er kauflichleit der Aemter, em verloren ge rv m c r c . a n m. r ' Aiinnan tiniS ftl)nnS föna1na ''"' . ! Zum Besseren gelenkt und geleitet wer den. Die Uebel sind so tief m den be j stehenden Zuständen begründet und so uncnracjiurj geworoen, oap ocncre IN stände nur von einer gewaltsamen Um wälzuna zu erwarten sind. Selbst die vor wenigen Jahren erst emge uhrten Prüfungen der Beamten stehen schon vollständig unter dem Einflüsse der Cor ruvtion und die durch den Aberalau ben, eine Erbschaft der Jahrtausende, gebändigte Bevölkerung ertragt wider standslos die von den Beamten täglich und stündlich an ihr verübten Sünden. Der Beamte selbst kann emporkommen. aber nur, wenn er seme Augen vor der seinen Stand beherrschenden Corruption verschließt, dem Beispiele der übrigen solgt und an Stelle seines Patriotismus unbedingte Loyalität setzt. In den Beamlenprüfungen wird lediglich aus die Handschrist und einen gewissen Vorrath rw r . je V . o TAUC. tt an usspruryen vrs uini,iuiu3 croic) gelegt. Die Regierung hat einer Anzab ihrer Unterthanen nur in der Hoffnung und Voraussetzung Gelegenheit gegeben, sich amerikanische Bildung anzueignen, daß diese Leute um so sähigere Werk zeuge mt Ausbeutung des Volkes werden würden; als dieselbe inne wurde, daß die jungen Leute auch ein gewiffeS Maaß sreisinniger Anschauungen in den erwarben, bat sie btt elven zurückgerufen Für keinen Chinesen, der aus Kosten der Regierung in den Ver. Staaten stu dirt hat, ist hierdurch die Verpflichtung erwachsen, dieser Regierung in deren Sinne zu dienen, sicherlich so lange nicht.' als es ihm auch bei den ehrlichsten Ab. sichten unmöglich ist, dem Bolke zu die-' nen. Wenn der Apostel Paulus davon spricht, daß es unsere Pflicht sei, der Regierung Unterthan zu sein, so hat er da mit sicherlich nicht an eine Regierung

gesachi, die sich den Negierten felvstsucy-

uu unu ciuuicuu ucucuuuciiuui. mzm freisinnigen Chinesen, der zur Zeit no, als freisinniger und pfllchtgetrener Bi der Sache, der man sich opfert, vorhanden ist, ist nicht Tugend, sondern UnVernunft. Ich erwarte von der Ver breltung des Christenthums die Aus breitung der Freibett. In Europa und Amerika hat die christliche Lehre als Sauerteig eme Währung in den Massen hervorgerufen und von unten nach oben gewirkt ; in China kann noch heute eine Lehre nur dann zu einer besieren Getaltung der Veryaltrnsse führen, wenn sie, gleichsam mit hydraulischem Drucke von obett nach unten arbeitet. Ein. Wort des Kaisers ist noch heute mächti' ger als Beispiel und Lehre begeisterter' MMionare m hundert Jahren. Dieser Zustand der Dinge ist aber auch in Chi na unhaltbar geworden, und eine politi' sche und religiöse Revolution bereitet $ vor, weicye . nacy Jahrtausenden der. Stockung den Grund zu der nicht lanael mehr hinauszuschiebenden Neugestaltuna i er . i irr. i oer Äeryailnisse legen 10110. M t v eri a Anfangs dieses Monats sind zwei ssr. bige Frauen, Wittwen mit sieben Kindern, von Liberia kommend, wieder in Concord, N. C., ihrer alten Heimath. angelangt. Vor zwei Jahren waren, dieselben durch die Briefe Verwandter, die vor ihnen in die NegerRepub!ik ausgewandert waren, veranlaßt worden, ihre bewegliche und unbewegliche Habe zu veikausen und sich nach Liberia zu wenden. Jene Briefe hatten unbegreifjC.-. T 's- - l i ' inner veise iverla ais ein ano, M oem Milch und Honifl fließt, geschildert, und die Einwanderer sanden dort die herbsten Enttäuschungen. Aus ihre Jammerbriete hin hatten wohlhabende Bewohner von. Concord die Mittel zur Rückreise der Un glücklichen aufgebracht und diefen ge. sandt. Dieselben boten einen unbe-. schreiblich elenden Anblick dar; ihre Kleider waren abgerissen, sie waren sämmtlich im höchsten Grade abgemagert und die Beine undFüße der einen Frau,! sowie dreier Kinder waren in hohem. Grade angeschwollen und mit bSsarti! gen Geschwüren bedeckt. Ein Kind hatte mehrere Zehen verloren. Di: Fauen theilten mit, diese Krankheit werde durch den Stich eines giftigen Jnsecls veran' laßt und komme in Liberia febr häufig vor; alle versicherten, ihr Besinden sei jeht schon wesentlich besser, als zur Zeit ihrer Abreise. Die Bewohner von Concord hatten. Wohnungen für die Rückkehrenden in Bereitschaft und die Aerzte haben sich derselben angenommen. Die Reise von Liberia nach Concord hat genau zwei Monate in Anspruch ge nommen. Die Leute waren nickt im Stande, genaue Auskunft über denTheil-. von Liberia zu geben, in dem sie sich' wahrend lhres Aufenthaltes daselbst befunden haben; jedenfalls muß dieser Theil der ungesundeste und schlechtestes der ganzen Republik gewesen sein, denn. obwohl langst bekannt ist, dan die Ver Hältnisse in Liberia keineswegs glänzend sind, ist doch von so abschreckenden Zu-! ständen, wie sie von den Farb'gcn ,ivs Concord vorgefunden wurden, früher nie klN??3 n,,nt i;?'plir e. Vo,n Jnlande. HerrnWilliam Mckckintosh in Providence, R. I., ist das von ihm ersundene Verfahren der unterirdischen Legung der Telegraphen- und ähnlichen Drahte patenürt worden. Macklntosh war 16 Jahre lang Vetriebsdirector der Western Union Telegraph Co.- und ihm steht eine 33jährige Ersahrung im Betriebe' der Telegraphen zur Seite. Die Grundzüge seines Verfahrens sind. daß er die von einem Bureau ausgehen den Drähte in einem Kabel natürlich unter sich is'olirt vereinigt, und diese verschiedenen Kabel in Behältern unter bringt, die aus künstlichem Steine ange fertigt werden. Die Masie, aus welcher letztere hergestellt werden, besteht au5 Sand, pulverisirtem Quarz, Cement und zwei ihrer Natur nach nur dem Erfinder bekannten chemischen Beimischungen. Diese steinernen Behälter werden drei Fuß unter den Trottoirs der Straßen gelegt; an den Stra ßenkreuzungen werden kleine unterirdische Kammern angebracht, m die man durch Oeffnung eines Deckels gelangen kann. Von diesen Kammern aus können neue Kabel in die Behälter einzesügt und Re paraturen vorgenommen werden, so daß das Au reißen des Pflasters der Tret toirS unter allen Umständen vermieden, wird. In den Behältern sind natürlich ÄeserveOeffnungen oder Röhren ange bracht, die für die Leitungen neu etablir ter Gesellschaften oder Bureaux benutzt werden können. Dieselben Behälter sind auch bestimmt, die Drähte der Tele Phonleitungen und sär die elektrische Be leuchtung aufzunehmen. Austernschalen wurden biL her zerkleinert und sür Düngzwecke, zur Herstellung künstlichen Marmors und zur Ansertiguug billiger Zierrathen ver wendet. Jetzt hat man entdeckt. dakdie selben daS denkbar beste Fundament für cw s . r n . .. uie nicgung neuer nuiiernoanie onoen. Im Juni und Juli werden daher ganze Schiffsladungen von Austernschalen an der Küste versenkt und mit Austernbrut bestellt werden. sw A . rv m Crwas recyl nusilcdes ver sprechen die neuen viermastigen Schoo ner, welche aushilflich Dampfkraft. füh ren, für dieWiederbelebung unseres See Handels zu werden. .Es liegt soeben ein solcher bei New Vork vor Anker, der am 22. Febr. d. I. ln mwmt., vom Sta pel lief und seitdem seine erste Seereise nach Cuba und zurück vollendet hat. Schooner an sich sind den gleichgroßen Seglern mit QuerRaen deshalb vorzu ziehen, weil sie fast ganz vom Deck aus die Segel stellen, reffen und einziehen; können,a!so yicht viel mehr als die Hälft der Mannschaft gegenüber diesen brauj chen. Ihr einziger Nachtheils liegt da-'-

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Schiffsverlader in den Häsen gemiethet zu werden. Wie Fahrt kann immer hinlänglich schnell sein, also kann man Reisende an Bord nehmen und dadurch sie einträglicher machen. Der oben er wähnte Schooner vollendete eine. Reise von Baltimore mit Kohlen nach Cuba und von Euba mit Zucker hierher in we niger als einem Monate.-' Die Hinreise' dauerte 7, die Rückreise 6 Tage, was im Durchschnitt sich gleichbleiben und im Handel mit Westindien 12 Reisen im Jahre gestatten würde. Ausgeladen wurde in einem Fünstel, eingeladen in einem Drittel der bei Segelschiffen gewohnlichen Zeit. Die aushilfliche Dampskrast befähigt das Fahrzeug auch zum Besahren der großen Ozeane, welches ihnen bisher nicht zugemuthet werden durste. Da sie nicht so groß sind. inden sie leichter und rascher em volles Cargo aus beiden Wegen. Ein einziges viereckiges Segel am Vorderwüste macht den Gang vor dem Winde stätiger. Hier bietet sich ein Mittel, den Seehandel der Ver. Staaten wieder emporzubringeli. AufderAnfang dieser Woche in New Nork eröffneten 3. Jahreöausstellung der amerikanischen Taxidermisten sind G(to verschiedene Thiere und Gruppen ausgestellt. Dieselbe liefert den Beweis, daß das Ausstopfen von Thieren thatsächlich zu einer Kunst' oder doch zu emem Kunstgewerbe geworden ist, fo doß ausgestopfte Thiere nicht mehr wie .ruher lediglich ihren Platz in naturge schichtlichen Museen, sondern auch in eleganren Gemachern wie m bescheidenen Räumen als Zierrath Verwendung sinden können. Wie Ausstellung umsaßt eine große Menge höchst natürlich ausgestopfter Thiere. Vierfüßler, Vögel und Reptmen sind rn großer Menge da zu sehen und .eine Anzahl schön zusam mengestelltcr Gruppen zieht die Aufmerksamkeit der Beschauer auf sich. Da, fällt vor Allem die bekannte Gruppe des von Tigern angefallenen Arabers von William Wallace auf, welche von dem American Institute mit finem Preisegekrönt wurde. Andere barocke Grup' pen reihen sich sich diesenGegenstünden an. Tiger und Hundeköpfe m zierlichen Me daillonrahmen, Hirsch- und Rehköpse mit, Geweihen, Vögel m Relief auf Kissen von Atlas mit Blumenstiaerel, letztere von F. W. Webster in Rochester ausgestellt, sind wahre Kabinetstücke der Taxidermie. Zierliche Stühle mit Rehsüßen, Staubbesen von Pfauenfedern Mit Fu ßen von Wildkatzen als Griffe, Lampen schirme und spanische Wände aus Pfauen-, Paradiesvogel- und Eulenfedern würden iedem Zimmer zur Zierde gereichen. DerFarmer Albert Doughty bei Connersville, Ind., der als ein durchaus zuverlässigerMann bekannt ist. ierburgt die Wahrheit nachstehender. unglaublich klingenderGeschichte: Dieser Tage war Doughty ln emem Schuppen beschäftigt, der im August v. I. mit Grummet bis unter das Dach angefüllt . v in v.rr. cr ... ivoroeii i l, oe eri zorralye aocr im Laute der Winters sebr zmammenae schmolzen sind. Plötzlich vernahm er ein' schwachesGerausch,das aus demGrummet herausdrang und an das Pipen junger yuhner erinnerte. Er räumte ..das Grummet hinweg, das Geräusch wurde em wenig starker und schllekllch entdeckte der Farmer dicht an der Wand in einem Pferdestande.über welchem das Grummet at i tn ? (rn.f . . eine ri eae geouoei vaue, ore: rui Hühner, die sich nicht bewegen konn ten und lediglich aus Knochen und Federn zu bestehen schienen. Dough ty brachte die Thiere vorsichtig ins Freie, wo das cine derselben kurz daraus starb. Den beiden anderen sekte ' r cm rr.. rr oer Farmer vaer vor, sie sieien gierig darüber her, waren aber nicht imStande, emen Tropsen hinunterzuschlucken: es ge lang schließlich, ihnen kleine Quantitäten lauwarmen Wassers kunstlich einzustö ßen. Die Thiere haben natürlich .von Ende August bis Ende April vonGrum met gelebt, unglaublich scheint es aber, daß dieselben im Stande waren, ohne die geringste Flüssigkeit so lange am Le ben zu bleiben. Superintendent Warne rt vom Allegheni) (Pa.) Zuchthause sagt, daß Sträflingsarbeit im Durchschnit, nicht über 40 Cents den Tag werth sei, und duß er die geschickte Arbeit freier Personen zu 2 den Tag vorziehe. Die neisten Siräflinge hätten wahre Unlust x Arbeit sich angeeignet. Vom Auslande. Diejenigen Fra uen, die für die Antheilnahme des weiblichen Geschlechtes an der Besorgung der Staatsund 'Gemeindeangelegenheiten schwärmen, werden die Nachricht, daß in Jta lien soeben ein Schritt in dieser Richtung gethan worden ist, welcher das ersehnte Ziel ein wenig näher bringt, mit Genugthuung begrüßen. Man hat dort eine Vorlage über die Neuorganisation der Provinzial und Gemeindeverbände dem Parlament gemacht und darin das aktive Wahlrecht der Frauen zugelassen. Für sie ist jedoch ebenso wie sür die Männer diese Vergünstigung an das Alter von 21 Jahren, den Genuß der bürgerlichen Ehrenrechte und die Einschätzung zu einer Steuerquote, die mit mindestens fünf Franken betragen muß, geknüpft, außerdem müssen die Wähler und Wählerinnen, analog den im politischen Wahlgesetz gemachten Klauseln, lesen und schreiben können. Die Frauen genießen dagegen in Hinsicht auf die Form der Abstimmung eine Bevorzugung, die den Rücksichten der Galanterie entsprungen ist. Sie können entweder in Person votiren oder an den Präsidenten' des Wahlbureaus dlrect oder durch Vermittelung eines Dritten in verschlossenem Couvert ihren Stimmzettel mit ihrer vom Sindaco (Bürgermeister) beglau bigten Unterschrift schicken.

Gegen Ä e n N e c t o r P r o f. Maaßen an der wiener Hochschule hat am 14. April die burschenschastlichePartei der wiener Studentenschaft eine

emonstration inscenirt. Als Maaßen in den Hörsaal zur Vorlesung des zweiten Semesters über Kirchenrecht eingetreten war. erhob sich ein wüster Lärm,begleitet mitPereat rufen. Stampfen mit den Füßen,Poltern mit Stöcken und Schirmen, Pfeifen und Zischen. Es dauerte lange, bis sich der Rector Ruhe verschaffen konnte, um folaende Ansoracke an Karten : .Ich bin nahezu sechzig Jahre alt geworden. Ich bin bald drei Decennien Lehrer der akademischen Jugend. Glauben Sie, daß ich mich vor Ihnen fürchte? Glauben Sie, daß ich überhaupt Furcht kenne, wo ich daS Bewußtsein habe, meine Pflicht gethan zu haben? So viel von mir.' Jetzt von Ihnen. Sie machen sammtlich darauf Anspruch, ehrenhaste junge Männer zu sein. Halten Sie: es sür ehrenhaft, halten Sie es für.männlich,' die Stimme eines einzelnen Mannes mit so und so viel hundert i zu übertrumpfen? Lasten Sie uns nit so viel von Deutsch" reden, lasten S'. uns lieber deutsch handeln. Deutsch würde eS sein, wenn Sie Mann sür Mann hintreten, wenn Sie mir etwas zu sagen haben. Ich werde Ihnen jederzeit Rede und Antwort stehen. Sie wissen, wo Sie mich zu suchen haben. Nur im Hörsaale ist dazu nicht der Platz. Und nun zuletzt noch Eines. Ich bin sehr geduldig, sehr nachsichtig und langmüthig,wo es sich um meine Person handelt. Wv ich aber in meiner Person mein Amt und' meine Autorität zu vertheidigen habe, da kenne ich diese Nachsicht nicht, und ii) bitte, meine Herren, zu beherzigen, daß Sie es nicht dayrn treiben, mich von dieser Seite kennen zu lernen.Die Ruhestörer entfernten sich" hieraus undder Rector nahm seine Vorlesungen auf. Ein Anschlag des Senates am schwarzen Brette stellt heute, im Falle der Wiederholung derartiger Excesse energische Repressalren'M Aussicht. Jn.Folge dessen verlief die heutige Vorlesung deöRectorS ohne Zwischenfall. In Rußland macht sich wieder einmal der GeistdeS Widerstandes gegen die ordnungsmäßige Gewalt unter den Studenten in bedenklichem Grade geltend. Diesmal ist nicht Petersburg, sondern Warschau der Schau platz tumultuarischer Vorgänge gewesen. Wie man von dort meldet, versammelten sich am 16. April gegen 300 StuRenten im Universitätsgebäude und verlangten vom Rektor Auskunst über die in Folge der Untersuchung wegen Jnsultirung des Universitätscuratorö Verhafteten. Diesem Verlngen wurde nicht entsprochen und das Universitätsgebäude durch Polizei und Militär beylls fiÄ citripn 9sfinh ht- ßtii y w v v n w denten durch ein Einschreiten des Mili tärs bedroht sahen, zerstreuten sie sich. Es ist ein Namensverzeichniß derselben aufgenommen worden. Am folgenden Tage erneuten sich die Demonstrationen. Ueber 200 Relegute, denen der Eingang in das Universiätsgebäude verwehrt wurde, bildeten den ganzen Tag über Zusammenrottungen und zerstreuten sich erst gegen Abeud, als die Polizei, Gen darmerie und Kavallerieabtheilungen die Krakauer Vorstadt und die umliegenden Straßen besetzten. Ueber den Vorfall in der WarschauerUniversität mit Apuchtin verlautet, daß der Kurator in seinem Audienzsaal im Universitätsgcbäude, in Anwesenheit vieler Personen, darunter auch Damen, vom Stud. med. Zuko wicz, einemRussen, wiederholt geohrseigt worden sei. Die Heilsarmee in England macht, dank ihrer wachsenden Verrücktheit, entschiedene Rückschritte in der öffentlichen Meinung. Während sie im vorigen Jahre noch vom Primas von England als einFactor angesehen wurde, welchen die englische Kirche nicht übersehen dürse, eiklärten sich die aus der Synode von Canterbury versammelten Bischöfe in jede? Weise gegen die Secte als einen faulen Auswuchs am Körper der Kirche. Der Bischof von Lichfield sührte an, daß er jüngst aus einem der Spielpläne" der Armee die Ankündi--gunz gelesen, daß der Hauptmann derselben in Derby zehn Minuten lang auf dem Kopfe stehend die Bibel erklaren werde und sein Versprechen aussührte. -Alljährlich im Frühjahre kommen amerikanischeGeschäftsleute nach Sonneberg, um den zahlreichen Spielwaarengeschästen Lieserungsaustrage zu ertheilen. Die größeren Spielwaarengeschäste arrangiren dann förmliche Aus stellunc:en, und alle Gegenstände, vom einfachsten Spielzeug bis zu? kostbarsten Puppe in schwerem Sammet, werden vor den fremden Handlern zur Prüfung ausgebreitet. Von den Aufträgen, welche die Amerikaner ertheilen, hängt c dann vorzugsweise ab. ob die Arbeiter bis zu den nächsten Weihnachten genügende Arbeit haben. Bis jetzt sind die Handler in geringerer Zahl eingetroffen, wie in den Vorjahren. Sollte dieser Vorgang mit unserer neueren Wirthschasts Politik zusammenhängen? Bei Gelegenbeit des Einfuhrverbots von amerikanischem Schweinefleisch durch den deutschen ,Bundesrath haben verschiedene amerika Nische Zeitungen den Vorschlag gemacht, dadurch Revanche zu üben, daß seitens der amerikanischen Regierung die Einsuhr deutscher Weine ihrer durchgängigen Verfälschung wegen verboten werde; ferner solle.dies Verbot auf deutsche bunte und farbige Strumpswaaren und aus angestrichene Spielwaaren ausgedehnt werden, weil die Farben, welche dazu verwendet werden, Gist enthielten. Bei einer gesundheitspolizeilichen Prüfung in Berlin hat sich ja kürzlich herausge steZt, daß in den Farben eines großen Theiles der in berliner Geschäften aus gestellten .Svielmaaren Gist sich befinde. Sollten jetzt schon die amerikanischen Kaufleute Privatrevanche üben, da ihnen das oeutsche Gist ebenso gefährlich erscheint, als der deutschen Regierung die amerikanischen Trichinen? Sicherlich wäre Deutschland dann in großem Nach, theil. (Berl. VolkSztg.) '