Indiana Tribüne, Volume 6, Number 224, Indianapolis, Marion County, 2 May 1883 — Page 2
Hndicma Hriönne.',
FägliHe' und SonntagsauszaSf. Qsffce: 62 S. DelawareTtr Indianapolis,. Ind., :2 ÜKai 18S3. Linkshändig. Links oder linkshändig pflegen wir fteute zu nennen, eiche mit der linken Hand dieselbe oder eine größere Fertigikeit besitzen, wie die meisten Personen lmit der rechten Hand. Die naheliegende Frage, warum die meisten Menschen in der rechten Hand in untergeordnetem Grade auch im rechten Fuße jene grö Zere Fertigkeit besitzen, wurde bisher meist dahin beantwortet, daß dies ledig;iich von der Gewöhnung herrühre. Unser Körper zerfällt bekanntlich in zwei symmetrische Halsten. Die äußerlich sichtbaren- Körpertheile sind entweder doppelt vorhanden, oder zu einem in der Mitte des Körpers gelegenen Theile ver wachsen, wie das Brustbein, der Kops u. f. w. Die im Innern des Körpers be Endlichen Organe dagegen sind theils öoppelt vorhanden, theils unsymmetrisch, aber so vertheilt, daß beide Körperhälsten ein annähernd gleiches, nie, auch im normalsten Zustande des Körpers, ein völlig gleiches Gewicht haben. Unter allen animalischen Körpern sind nur die beiden Körperhaften derVögel ganz genau gleich schwer. DaS Gehirn ist un gleich in der rechten und linken Halste unseres Schädels vertheilt. Von dieser Thatsache ausgehend, hat Prof. Dr. W.1 E. Cahall eingehende Untersuchungen deö Gehirns und der mit ihm in Verbindung stehenden Organe mit speciellem Bezüge auf die oben angeregte Frage angestellt und ist zu dem Resultate ge kommen, daß die größere Fertigkeit, wel che die meisten Menschen in der rechten Hand besitzen, keineswegs auf Gewöhnung, sondern aus der physikalischen Beschaffenheit unseres Körpers beruht. Unser Gehirn ist in zwei Hemisphären getheilt ; die Nervenstränge gehen von beiden Abtheilungen aus und vertheilen sich über den Körper in der Weise, daß sie an der ihrem Ausgangspunkte entge-' gengesetzten. Körperhälfte verlaufen und sich in die Nervenfasern zertheilen, welche die Muskelbewegungen veranlassen und ausführen. Die linke Hemisphäre des Gehirns ist größer,mannichfacher gegliedert und entwickelt und enthält eine größere Masse grauer Hirnsubstanz als die rechte. Dieses Vorwiegen der linken Gehirnhälfte ist durch das Arrangement der Blutgesäße bedingt. Die Hauptcanäle, welche das Blut in das Gehirn leiten, sind die rechte und die linkeHauptschlagader, die Karotiden. Die linke KarotiZ sührtdirect aus der großenPulZadzr Aorta. die rechte vermittels einer Zwischenarterie in das Gehirn. Theils diese verschiedene Art der Blutzusuhr, theils der schon erwähnte Unterschied zwischen beiden Gehirnhälsten zu Gunsten der linken Hemisphäre begünstigt diese vorwiegende. Entwick lung der letzteren. Mit anderen Worten: Weil die linke Karotis der linken Gehirnhälfte mehr Blut zuführt, hat diese einen größeren Blutreichthum und tritt daher früher in Action und Func tion als die rechte Hälfte; dies hat ferner zur Folge, daß die von der linken Gehirnhälfte ausgehenden und über die rechte Körperhafte sich verzweigenden Nervenstränge besser entwickelt sind, als ihre College in der linken Körperhalfte, und wenn daher schon bei dem Kinde die erste Nerventhätigkeit die erste Muskel bewegung veranlaßt, so werden die Nerven der rechten Körperhälste zuerst auf die von ihnen abhängigen Muskeln ein wirken und die alsdann hinzukommende Gewöhnung wird der rechten Hand schnell jene größere Fertigkeit verleihen. Für die Richtigkeit dieser Theorie spricht die Beobachtung, daß es so außerordent lich schwierig, ja unmöglich ist, Kindern, die ausnahmsweise' in der linken Hand die größere Fertigkeit besitzen, den Gebrauch derselben ab und denjenigen der rechten Hand anzugewöhnen. Hätte dieses Linksscin- nur in der Gemöh nung seinen Grund, so würde eS sich leichter abgewöhnen lassen. Nunlommt es aber vor, daß die inneren Organe mitunter der Regel widersprechend im Körper vertheilt sind. Herzen auf der rechten Seite und ein unregelmäßiges Arrangement der Lungenflügel sind häu sig genug beobachtet worden. Auch im Gehirn hat sich bei mehrfachen Sectio nen herausgestellt, daß die rechte Gehirn halste besser ausgebildet war, als die linke. Dies würde alsdann bei dem Kinde naturgemäß zur vorzugsweise!! Benutzung der linken Hand sühren und dieser die größere Fertigkeit verleihen, die bei den meisten Menschen die rechte Hand besitzt. Ist sonach in diesem Falle die Gewöhnung durch einen physikalischen Grund veranlaßt, dann kann eS nicht auffallen, daß es so schwierig ist, die Gewöhnung abzulegen und der rech ten Hand die ihr nach unserer Auffas sung im einzelnen Falle, aber nicht nach der Anordnung der Organe zukommende größere Fertigkeit anzugewöhnen. Papier. Das Papier g'.hört öekanntlich zu den. Erzeugnissen der Industrie, die alljährlich in immer größeren Masten ver braucht, immer theurer und immer schlechter werden. Es ist ein dünner Filz aus Fasern vorzugsweise vegetabi' lischer Art, der dadurch entsteht, daß man den Faserstoff mechanisch in viele feine Fäserchen zertheilt, diese mit Waffer mischt, in dünnen Schichten gleichmäßig ausbreitet und dann das Wasser durch Ablausen, Auspreffen und schließliches Trocknen dergestalt entfernt, daß eine gleichmäßige dünne Lage der filzartig dickt zusammenschließenden . äsercken zurückbleibt. Das vorzüglichste Material ist der Faferston oder die yoimer des öansö und des Flachses. DaS erste Papier wurde aus Binsen und der Pa
pyruS-Staude in der Weise hergestellt, daß man die äußerste Schicht ablöste und den Rest der Stengel ausbreitete, preßte und die auf diese Weise erhaltenenStrei sen aneinanderfügte. Bald entdeckte man jedoch, dafc man durch ein möglichst vollständiges Zerreißen der Pflanzen' fasern ein besseres Papier herstellen konnte, als durch das bloße Ausbreiten und Prtssen der Stengel und Blätter. Die immer größere Kostbarkeit der leine nen Lumpen machte es bald wichtig, Surrogate an Stelle derselben zu setzen. Von wollenen, seidenen, baumwollenen Lumpen mußte man zu Reisstroh. Maisstroh, den Kolbendeckblattern des Mai, ausgepreßtem Zuckerrohre, dem zähen Esparto'Grase, Zuckermohrhirsen, weichen Nadel- und Laubhölzern, Stop peln, Torf und Lederaifällen greifen ; in Schweden erschien bis zum Jahre 1866 eine Zeitung, deren Papier aus Pserdedünger hergestellt war. Mineral körper,welche jetzt derPapiermasse vielfach zugesetzt werden Porzellanerde, ungebrannter GypZ. gemahlener Marmor, schwefelsaurer Baryt, Speckstein und kieselsauren Kalk erhöhen das Gewicht und vermindern die Durchsichtigkeit des Papier?, schädigen aber, namentlich in übertriebener Menge zugesetzt, die Halt barkeit desselben. Das Maschinenpapier hat da? Handpapier verdrangt, und einzelne Sorten des letzteren werden nur noch in Holland und England in großer. Vorzüglichkeit angesertigt. Die Aus stellungen, die man an dem Maschinenvapier häufig machen muß, daß es schlecht geleimt und spröde sei, sind nicht Fehler der Methode an sich, sondern der schlechten Anwendung, wie sie sich bei großer sabrikmäßiger Erzeugung billiger Produkte so leicht einstellt. Diese schlechte Anwendung ist in unserer Zeit allgemein. SchnelZe Verwüstung.
Seit 120 Jahren bat der Holzhandel in den Thälern des Delaware und seine? Nebenflüsse fast ausschließlich den Unterhalt der Bewohner geliefert, noch vor 30 Jahren schien es, als ob die Wälder unerschöpflich seien, aber jetzt läßt eS sich nicht mehr verkenneu, daß ihre gänzliche Ausrottung in wenigen Jahren vollzo gen sein wird. Die Delaware LumverRegion" umsaßt die Counties Sullivan und Delaware in New Bork, und Pike und Wayne in Pennsyloanien. Bor 10 j Jahren wurden noch aus dem Delaware allein 100.V00.000 Fuß, meist Tannenholz, verflößt, Wayne- Eounty allein lieferte mehr als 100 Millionen Fuß, wovon etwa ein Drittel mit der Bahn, versandt wurde, doch in .diesem Früh jähre sind aus allen Thälern zusammen nicht mehr als 20 Millionen Fuß Mit' flößt und verfrachtet worden. Und selbst um dieses geringfügige Ergebniß zu er reichen, wurde weit und breit Alle nie! dergefchlagen, was nur Baum genannt' und zu Markte gebracht werden konnte.' Die treffliche weiße oder norwegifche5kie fer, die einst Urwälder in jener Gegend! bildete, ist schon längst verschwunden. Vor etwa 70 Jahren, als sie noch überall üppig wuchs, wurde die allerdings wesentlich geringere kanadische Tanne, (hemlock) von den Ansiedlern geradezn. mit Verachtung behandelt ; jetzt gilt diese schon als gutes Holz,und Kiefernstämme, die früher zu $9 für das tausend Fuß nach Philadelphia verkauft wurden. müssen bereits aus der Fremde für $10 das Tausend eingeführt werden. Diese unglaubliche Verwüstung hat sich in dem kurzen Zeitraum von 35 Jahren vollzogen. Vorher gab es keine Dampfsägemühlen mit Cirkelsägen, sobald jedoch die erste im Gange war, kamen von Jahr zu Jahr neue hinzu, und manche sägten bis zu 50,000 Fuß den Tag. Als man mit den Kiefern fertig geworden war, ging's an die canadifchen Tannen (Abies eanad.), die in Sullivcln und Wayne County eine förmliche Wlldnin bildeten. Wo sie wachsen, i)i der Boden höchst armselig ; ihr Holz ist nicht nur sehr weick.sondern splittert auch, und durch Bretter von 1 Zoll Stärke schlägt ein heftiger Regen mit Leichtigkeit durch. Dagegin ist dieRinde sehr reich an Gerbestoffen, und dieWald besitze? hatten daher in früheren Jahren Contracte mit Gerbern abgeschlossen, nach denen dieselben alle Tannen um schlagen dursten, dejen Rinde sie haben wollten. Eine Zeit lang war dieser Contract für beide Theile vortheilhaft. Die Waldbesitzer hatten aus den verhältnißmäßig werthlosen Holzbeständen eine immerhin noch bedeutende Einnahme, und die Gerbereien entwickelten sich zu hoher Blüthe. Bald nahm Wayne County hinsichtlich der Lederproduktion die zweite Stelle in den Ver. Staaten ein, und eine der dortigen Gerbereien war sogar die größte im ganzen Lande. Doch die beiderseitige Freude sollte bald in das Gegentheil umschlagen. Je mehr die Gerbereien wuchsen, desto mehr Rinde brauchten sie natürlich, und desto, mehr Bäume schlugen sie um. Die ab geschälten Stämme dursten nicht im Walde liegen bleiben, weil sie sonst werthloS geworden wären. Sie mußten also massenhaft auf den Markt geworfen und zu Preisen verkaust werden, welche die sogenannten Produktionskosten nicht einmal deckten. Jahre lang erlitten die Walddesitzcr durch ihren Contract mit den Gerbern große Verluste, doch sind sse jetzt im Unglück nicht mehr allein. Mit dem Tannenwald haben die Gerber die Henne vernichtet, die ihnen die goldenen Eier legte. Kein? Tannen mehr keine Rinde, und ohne solche keine Gerberei. In den frühesten Tagen der Holz sSUerei wurden die Stämme felbstverständlich nur in Flößen an die Seeküste befördert, und dieselben dienten zugleich als Transportmittel für sonstige Producte des HinterwaldeS". Ahornzucker, Wildpret, Felle und Häute schwammen lustig den Fluß hinunter. Die Wälder waren voller Wild, und an den Wasserläusen gab eS NSrze, Ottern und selbst Biber in Menge. Nicht selten konnte man große Bretterflöße sehen, die mit Hausen von Hirschen, Bären und ande xim Wildpret, oder mit Fellen beladen waren. AlS 1837 die Panik auSbrach, Holz schwer verkäuflich und jede? Gut
5aden nur mit Mühe einzuziehen war, drohte auch in jenen friedlichen Wäldern der Aufruhr, der sich in NhddiI bereits bemerkbar gemacht hatte. Aber während fast alles Andere in jenem Jahre mißrathen war, gab es ungewöhnlich viele Bucheneckern, und diese zogen die wilden Tauben an. Nicht zu Millionen, sondern zu Milliarden sielen dieselben über die BuchenbestSnde in Wayne County her. Jeder Ast wurde von ihnen besetzt, die Zweige wurden durch die endlosen Schaaren von Vögeln abgebrochen und mit verbundenen Augen konnte man letztere todtschlagen. Da hatten denn selbstverständlich die Hinterwäldler Andcres zu thun, als nach Brot zu rusen oder gar Plünderungs züge in die Nachbarschaft zu unternehmen. Männer, Frauen und Kinder zo gen mit Flinten, Messern, Knüppeln und Netzen a. würgten und mordeten Tage lang und schassten die Leichenhausen auf die Flöße die eben zur Abfahrt bereit waren. ., der unteren Flußgegend und im Osten überhaupt fanden die delikaten Vogel guten 'Absatz, und die Hinter wäldler lösten in jenem Spätherbst mehr Geld aus d:n Tauben, als aus ihrem Holze. Jedenfalls waren sie im nach sten Winter vor Mangel geschützt. Jetzt giebt es in jener Gegend keine Buchen mehr, keine Lucheneckern und keine Tau den. Als das Holzgeschäst am Delaware seine größte Blüthe erreicht hatte, waren nicht weniger als 10.000 Personen als Holzfäller, Sägemüller, .Fuhrleute und Flößer beschäftigt. Fast.alle Städtchen und Dörfer der Gegend hingen aus schließlich von dieser Industrie ab. ' Jetzt beschäftigt dieselbe noch nicht einmal ",000 Personen und viele der einst blüsenden Ansiedelungen sind vollständig verödet. Wo indessen die besseren Holz arten gestanden haben, eignet sich das Land sehr gut sür We'idezwecke. Die ehemaligen Hinterwäldler, oder so viele von ihnen als noch Übrig geblieben sind, i?rsi:chi'n es mit der Viehzucht.
Dynamit. ..Home Journal" in New Iork, leine Zeitung der Niemand auch nur entfernt den Vorwurf machen kann, daß sie .ein Organ der Fenier oder irgend einer extremen UmsturzPartei sei, enthältjin einem Dynamit im Parlor" überschrie denen Artikel folgende .Bemerkungen: Wir ögen gewisse Anwendungen deö Dynamits voll gerechten Unwillens ver dämmen ; wir müssen aber die Revolu tion anerkennen, welche es in der Kunst des Angriffs und der Vertheidigung be wirkt. Wie das Schießpulver und die gezogenen Kanonen und Eisenbahnen die frühere Kriegsweise verändert haben, so stößt dieses neue Agens das Gleichgewicht der Macht um und verringert aber mals die Uebermacht der rohen Gewalt und Kämpferzahl. Große Heere und Städte sind wirklich eine Quelle der Schwäche im Dynamitkriege, denn sie sind die sl:rchtbarsten Angriffspunkte sür Zerstörung im Großen. Beim ersten Blick erscheint die Dynamit'Bombe als ein teuflisches Werkzeug; bei näherem Zuschauen jedoch entdeckt man in ihr ein Mittel zum Guten. Alle Triumphe der Wissenschaft und Ersindung wirken am Ende zum Besten des Volkes. Diese wissenschaftlichen Siege haben das ar beitende Volk von heuteuS der Skla verei der alten Zeiten gerettet. Ohne sie wären die Könige von Gott?s Gnaden" noch heute Herren der Welt, die Arbeiter wohlseile Lohnsklaven zum Bau ihrer Pyramiden. Jeder Fortschritt in der .Wissenschaft hat dem Volke neuen Halt am Scepter der Macht gegeben." Alle strengen Gesetze Englands fön nen nur zeitweilig helfen. Am Ende wird die britische Regierung es wohlfeiler sinden, das Wohlwollen der Jrlän der zu cultiviren als ihre Abneigung, ihren Widerwillen, ihren Haß. Die Folge muß sein, daß die Regierungen eine Zeit vergleichsweiser Ruhe durch Zugeständnisse herbeizuführen streben, und daß alle ungerechten Gesetze abge schasst werden In Zukunft werden kleineAbtheilungen von Ingenieuren mit Teleskop, elektrischen Batterien und BallonS die Stelleder schwerfälligen Heere der Vergangenheit einnehmen und bin nen wenigen Tagen, vielleicht Stunden wird entschieden werden, was vor Zeiten ein Dreißigjähriger Kriez war." ES ist unglaublich, daß alle Unzusriedenheit, daß der einstimmige Schmerzenöschrei durch ganz Europa ohne eine -gerechte Ursache in schlechten Gesten vorhanden wäre. ES liegt nicht in der Menschennatur, ohne Schmerz auszu fahren. Zu allen Zeiten ist das gemeine Volk mehr bereit gewesen, Druck aus sich zu nehmen und' auszustehen, als ohne Grund sich zu empören gegen billige und gleiche Gesetze. Es ist eine Schwäche aller Regierungen, die Reichen ausKosten der Armen zu begünstigen. Monarchieen sind unzweifelhaft Regierungen der Vor rechte für die Wenigen ; aber selbst Re. publiken können nicht der Tendenz wi derstehen die Mächtigen mächtiger zu machen. Hier'ist New York, welches em Jahrhundert lang verlucht hat, Htne sreien Institutionen zu vervollkommnen, und doch wie viele seiner Gesetze sind trotz der Principien Vorrechte zumScha den der Armen ! Glücklicherweise ist hier .die Einmischung des Dynamits noch nicht nothwendig ; aber die Nachtheile, worin die Arbeiter sich befinden, erbit lern sie gegen einen Staat, welchen sie als ihren Schutzer betrachten sollten. Ohne ein solches Vertrauen selbst der aerinasten Bürger in der großen Masse ist keine Regierung ganz sicher. Und unsere Gesetzgeber sollten die Warnung beachten, die un? von Europa aus zukommt, und alle Spuren des Unterschieds zwischen Armen und Reichen aus unserem StaatSleben austilgend Die Heerden imNordwesten. Die Nachrichten darüber, in welcher Weise die großen Heerden im Nord westen den Winter überstanden haben. ',und in welchem Zustande dieselben sich, to. (innStn f1tfn ,,5 Vi' vnuiwn, MHmruusum
verschiedenen Dlstricten ziemlich wider-!
.sprechend. Den Mittelpunkt der colos ' lsalen Ranchos an beiden Seiten des 'Dellowstone bildet zur Zeit Miles City ' !in Montana. Dort sind im voriaen -Sommer ungeheure Heerden eingeführt 'worden, und schon jetzt werden neue 'Weidegründe in Besitz genommen. Aus -den Ländereien am Vellowstone'sind jetzt zeinige sechzig heerdenbesitzer und Com!pagnieen etablirt, von denen viele, z. B. -C. E. Newman, Lamphan & Howard, jdie Frewen Cattle Co. bis zu 20,000 iRinder und darüber besitzen. Der Zu'stand der Heerden in diesem Bezirke ist ivortrefslich, der Verlust erreicht durchlschnittlich nicht zwei Procent und hat fast ausschließlich die spät geborenen Kälber ibetrossen. ' In diesem Frühjahre wird namenlich ;das Land nördlich von dem Jellowstone "für Weidezwecke in Besitz genommen werden. Dort haben sich noch vor weirrigen Jahren viele Tausende von Büs fein gemästet, dieselben wurden durch die .bekannte Unvernunft der weißen und rothen JZger vernichtet und vertrieben, und Millionen von Ackern, bieten jetzt den zahmen Viehheerden die vortrefflich sten Weidegründe. Carpenter & Robinson sind bereits mit einer großen 5)eerde dahin unterwegs. Wesentlich anders lauten die Nachrichten aus den Bezirken von Piney -Creek, ungefähr 30 Meilen südlich von der nördlichen Grenze von Wyoming. Dort hat sich der vergangene Winter als einer der ungünstigsten herausgestellt, deren sich die Ansiedler erinnern. Der Schnee stellte sich srüher ein und lag höher als in den beiden vorausgegange nen Jahren. Die Kälte war unge:wöhnlich streng, sodaß das Thermometer an dielen Tagen 40 Grad unter Null 'zeigte. Alle Heerden sind bis aus's .Äußerste heruntergekommen, und wer den Winter mit durchgemacht hat, muß 'sich wundern, daß der Verlust an Thieren nicht noch wesentlich größer ist. Immerhin muß man denselben auf minde.stenS vier Procent veranschlagen, er er reicht aber' in vielen Fällen 8, für einzeln Heerdenbesitzer 10 Procent. Die Heerden, welche spät im Herbste anka 'men und nicht Zeit genug hatten, sich bei !noch reichlichem Futter von den Strapa !zen der Reise zu erholen, haben natürlich ;nn schwersten gelitten. Thiere, die von 'Texas kamen, haben den Winter besser .'überstanden, als diejenigen, derenWeidegründe sich früher in ?!evada oder Ore,gon befanden. Hätten die Heerdenbe.sitzer nicht einen ansehnlichen Vorrath Heu an Hand gehabt, so würde der Ver Inst in Folge des tiefen Schnees noch weit beträchtlicher gewesen sein. . Die Besitzer der Rancho's am Bello--fione gehen lebhast mit dem Plane um, 'in Miles City ein großartiges Etablisjement sür das Schlachten der Heerden zu Errichten und von dort aus den Osteri ;üb Chicago mit frischem Fleisch zu ver sehen. Die Lage von Miles City ist füt .die Ausführung dieses Projects vorzüg 'lich geeignet; DüngerFabri!en, Leim , siedereien und sonstige Anstalten, ir denen die Absälle beim Schlachten veriwendet werden, sollen zugleich mit det .Schlächterei errichtet werden und da! 'ganze Project ist, soll? es nur mit aus reichendem Capitale begonnen wird, troj der-seindseligen Haltung Chicago's unk der Eisenbahnen nicht ohne Aussicht au' Ersow. Vom2!andr. . Wahrend in der Nachbar schast von Readmg, Pa., wie bereits be richtet, in Folge der Entdeckung einiger Goldspuren am Felsgestein das Gold fieber ausgebrochen ist, herrscht im County Wyoming im westlichen New York daS Salzsieder. Fast jedes Städtchen und Dörschen längs der ErieBahn ist in Aufregung; denn man ist in jener Gegend allgemein der Ansicht, daß Salz in erstaunlicher Menge und von bester Beschaffenheit stellenweife nur 500 Fuß unter der Erde zu sinden sei. In Castile wird man sich sofort an's Graben begeben, und man hat Vorbereitungen zu einer 2500 Fuß tiefen Bohrung getrof fen. In Warfaw-Station hat man bereits oOO Fuß tief gegraben, doch ist man dort noch nicht auf Salz gestoßen. Das Salzsieber dürste sich bald legen, wenn auf anderen Punkten keine besieren Bohrergebnisse erzielt werden. Die Turnvereine der Neu England - Staaten haben neulich in Worcester, Masi., ihre Jahressitzung abgehalten. Der dabei veröffentlichte Bericht weist nach, daß die Turnvereine Neu-Englands gegenwartig 952 Mitglieder haben, eine Zunahme von 169 gegen das Vorjahr. Turner Huhn von Milmaukee hielt eine Rede zu Gunsten deö Organsder Turner, des Freiden kers". sür welchen eine Summe von $50 bewilligt ward. Springsield bleibt Vorort, wo auch im nächsten Jahre die Versammlung abgehalten werden soll. In Hartford, Conn., starb vorigen Jahres die ILjährige Tochter deö Kaufmanns Edgar Bremer, nachdem sie kurz zuvor den Wunsch ausgesprochen hatte, die Eltern möchten sie nicht in die Erde begraben lassen. Der Vater ließ die Leiche einbalsamiren, wies ihr in dem besten Zimmer des HauseS ihren Platz an und brachte an jedem Tage und in jeder Nacht mehrere Stunden neben derselben zu. Bremer wurde immer schwerwüthiger, aber weder seiner Gattin noch den Aerzten gelang es, ihn zu überreden. ! daß er sich von der Lerche trenne. Wie letzteren wandten sich schließlich an den Gesundheitsbeamten und dieser hat es dahin gebracht, daß Bremer in seinem Garten ein Mausoleum errichten, aber daS Innere desselben wie em freundliches Wohnzimmer ausschmücken läßt.. Zuraugenblicklichen Dampferzeugung hat man kürzlich einen Appa rat construirt, welcher unmittelbar ned(n dem Dampf'Cylinder angebracht werden kqnn und hauptsächlich auS zwei, sehr nahe sich gegenüberstehenden Metallplatten besteht, die von außen durch Feuer erhitzt werden. Zwischen diesen wird mit einer Pumpe eine kleine Menge Wasier eingespritzt, welches sich durch die fr . i ' i v . . t 'v rr i . apiuarwiriung oer veioen Ilq naye Zk
genübttstehenden Platten zu einer' dun nen Schicht ausbreitet und sogleich verdampst, ohne vorher die passiveTropfengestalt anzunehmen, wodurch der Ver dampfungs-Prozeß sonst verzögert wird. Die Cunards tragen sich ernstlich mit dem Plan, eine Dampser linie zwischen Triest und New Vork in's Leben zu rusen. Sie haben bereits in Wien um die Concession nachgesucht. Ob der Oesterreichische Llotod" seine Einwilligung geben wird ? Wienütz,lichdievomAckerbauDepartement gelieserten Sämereien zuweilen verwendet werden, zeigt eine kleine' Episode, die sich während der Sitzung des Congreffes in dem Zimmer des ExSenatorsChilcott von Colorado zutrug. Anwesend waren Chilcott's College, Senator Hill, und Andere. Der erstere hatte eben vom Ackerbaudureau eine große Quantität Sämereien empfangen und war im Begriff, sie
zur Versendung an leme Constltuen ten zu frankiren", als Senator Hill die Monotonie dadurch unterbrach, daß er seinen Abscheu darüber aussyrach, daß ein VolkZrepräsentant solche Arbeiten zu besorgen habe, und erklärte, er babe die Sache als nichtswürdigen Frohndienst aufgegeben. George", sagte Hill zu Chilcott, ich plage mich mit dergleichen nicht länger ab. Das Departement sandte mir vor Kurzem ungefähr eine Tonne Hasersamen, und ich gab ihn sosort meinem Stallknecht, der ihn an meine Pferde verfütterte.Ob andere Volksvertreter wohl auch so gewissenhaft mit den Sämereien umge hen, welche das Ackerbau-Departement zum Zwecke der Veredelung der Ge treibe-, Gemüse- und Obstsorten mir so großen Kosten anschafft? Laut des Berichts der Gru-ben-Jnspectoren des KohlenlagersPennsylvaniens, welches bituminöse Kohlen liefert, lieferten die vier Districte, in die der Bezirk eingetheilt ist, im vergange nen Jahre 21M0,905 Tonnen Kohlen und gaben 43,128 Kahlengräbern Beschästigung. Nichts scheint bei uns zu kostbar für einen Eisenbahn-Präsidenten zu sein. Herr Sidney Dillon von der Central Pacific hat sich eine Prachrcar bauen lassen, welche $15,MX) kostet und mit jedem Luxus ausgestattet ist. In England haben die Eisenbahnpräsidenten gewöhnliche Cars zu ihrem Privatgebrauch. Conirecticuthat nach dem letzten Census eine Bevölkerung von 22.700 und darunter 1790 öffentliche Arme. Maine hat 018,930 Einwohner und darunter 3221 öffentliche Arme. Connecticut gibt Licensen aus sür den Verkauf geistiger Getränke, während' dieser in Maine absolut verboten ist. Demnach kommt in dem Prohibitionsstaat schon auf 200 Einwohner ein Armer, in dem Licensstaat aber erst auf 350. Die Temperenzelei ist eben ein Schwindel, wo man sie auch anfaffen mag. EinGeschäfts mann inSan Francisco fand sich in einem ihn betrefsenden Zeitungsartikel beleidigt und resp, verleumdet und fragte einen Advo katen, ob er nicht zu einer Klage auf Schadenersatz .berechtigt sei. Der Anwalt versicherte ihm hoch und theuer, daß er mindestens zu $10,C00 Schadenersatz berechtigt sei und wurde beauftragt, eine desfallstge Klage zu erheben. Dieser Tage hat eine Jury dem Kläger einen Schadenersatz von $1.00 zugesprochen ; die ihn betreffenden Kosten belausen sich auf mehr als 500. Der Geschäftsmann bat NUN seinen Anwalt auf Ersatz dieser Summe verklagt; der Mann kann auf diese Weise noch ziemlich viel Geld loswerden. Phrenologi scher Schars blick. Ein Geistlicher aus einem Städtchen von Long Island, welcher auf fei nen pbrenologischen Scharsblic? sehr stolz ist, stattete kürzlich in Begleitung eines Freundes dem Polizeibauptquartier von Braoklyn einen Besuch ab, um die Photographien der Schurkengallerie" (rogue gallery) in Augenschein zu nehmen. Während sein ,Freund sich im Bureau des Inspektors mit demselben unterhielt, betrachtete der Geistliche mit großer Aufmerksamkeit die an der Wand hängenden photographischen Profile der Polizeikapitäne. Nach wiederholiem Putzen seiner 'Brille außerte er mit dem Tone vollster Ueber zeugung : An diesen Bildern kann ran aus's Deutlichste sehen, wie leicht eö ist, Verbrecher von ehrlichen Menschen zu unterscheiden ; die Verderbtheit spricht sich in jeder Miene dieser Gesichter aus."' Di' Phrcnologie scheint doch lein leerer Wahn zu sein. Vom Auslande. Das Mißvergnügen, wel ches die Ausweisungen dänischer Unter thanen militärpflichtigen Alters aus den nordschleswigschen Distrikten in Däne mark hervorgerufen haben, findet in einem Kommissionsberichte seinen ossiziel len Ausdruck, den. das Folkething (hie II. Kammer) in Betreff der genannten Angelegenheit hat abfassen lasten. Der selbe bemerkt, daß die Versicherung des deutschen Gesandten, wonach die am 7. Januar d. I. gegen die Dänen in NordschleSwig erlasiene Verfügung auf keiner feindseligen Gesinnung gegen Dänemark beruhe, zwar anzuerkennen sei, dieselbe jedoch nicht den geltenden Völkerrechtlichen Bestimmungen entspreche. Ueber die fürchterliche Pulver Explosion bei Rom wird vom 13. April berichtet: Unmittelbar beim Passo Corese, dem Grenzknotenpunkte an der früheren Kirchenstaatsgrenze, sind seit einiger Zeit mehrere hundert Arbeiter mit der Herstellung einer Wasserleitung nach dem Städtchen Moricone beschäftigt.' Die Arbeiten waren schon so weit gediehen, daß deren Abschluß nahe bevorstand und die Unternehmung dem Herkommen gemäß ihren Leutenein kleineS Fest zu bereiten sich anschickte,als eine furchtbare Katastrophe alle Freude mit
einem Schlage zu nichte machte. Von den Arbeitern wohnten 40 in einem dem Bürgermeiüer deö Städtchens gehörigen und unweit davon gelegenen Hause. In einem Verschlage zu ebener Erde, über dem sich ihr Schlassaal besa7.d, waren die Werkzeuge und zwei Fässer voll grob körnigen Minenpulvers untergebracht. Ein Mann brauchte eine Haue, begab sich während seine Kameraden sich imSchlas saale der Mittagsruhe hingaben, mit der brennenden Pfeise im Munde naÄ dem Verschlage und sperrte dessen Thüre aus; in demselben Momente ertönte ein furchtbarer Knall, die vier Mauern des Hauses wankten, brachen zusammen und begruben in ihrem Schütte Alles, was das Haus an lebenden Wesen barg. Von den 4 Mann wurden 18 todt aus den Ruinen herausgezogen, '21 sind schwerverwundet und nur vier mit un bedeutenden Hautschürfungen davonge kommen. Man kann sich den Jammer
der kleinen Stadt denken, in ker die meisten der Verunglückten Weib und Kind zurückgelassen. Der Selbstmord eines Cousins des englischen Premierministers, so schreibt man aus London, 10. April, erregt überall das peinlichste Aussehen. Der Verstorbene, Mr. Hugh William, son Gladstone. ein Theilhader der Rhe derfirma I. M. Gladstone Söhne in Liverpool, trat am Sonnabend in ein Wirthshaus in Liverpool und bestellte ein Glas Bier; kaum hatte er auögetrunken, so sank er stöhnend zu Baden. Man schaffte ihn nach dem Hospital, wo er angab, Strychnin genommen zu ha ben. Alle Rettungsversuche waren vergeben?, und er starb nach Verlauf einer Viertelstunde. Der Selbstmörder war erst 3 Ja...c alt, und soll ein Zwist mit seinen Eltern die Ursache seiner Unglücklichen Handlung sein. ' W i e ein Stück aufpolirten Mittelalters liest sich die Nach. ' richt, daß man in Dänemark Versuche gemacht habe, Schilde zum Schutz gegen Jnsanteriefeuer einzuführen. E3 handelt sich dabei aber um ernstgemeinte Wirklichkeit. Die betreffenden Schilde sind nach den Angaben eines Kapitän Holstein construirt. Sie bestehen aus Stahlblech, bilden an den Ecken abgerundete Vierecke, haben eine Höhe von 40 Centim:ler und eine Bc?ite von 37, .Centimeter. Aus der oberen Kante ist ein Ausschnitt angebracht zur Stütze sür daS Gewehr, um in liegender Stellung zu schießen, außerdem sind zwü Stützen vorhanden, um die Schild ein die Erde spießen zu können. Der Schild ist LU' ßerdem zum Zusammenlegen eingerichtet und vizt sieben Pfund. In der dänischen Armee sind Versuche mit diesem Schilde gemacht worden. Bei sprungweisem Vorgehen sind in der Entfernung von 400 Meter bis auf 180 Mcter von dem Schützen mit dem Schilde r dem ohne Schild 67 Schüsse abg worden, beide mit gleicher Trefsw'..':..g. Auf 150 Meter wurde hieraus dr Schild mittelst Hinterlader beschossen und er wies sich dabei als widerstandsfähig. Am 21. Dezember 1870 vor Paris, bei dem Ausfalle von Le Bourget, solle die Franzosen ähnliche Schilde mit sich geführt haben, wo dieselben von wtsentlichem Nutzen gewesen sein sollen. Ueber den Tod des Dr. Kaiser, den wir vor einiger Zeit gemel det, sind jetzt nähere Angaben au Zanzibar eingetroffen. - Der Afrikareisende ist am 8. November 1882 einem Schlagflusse erlegen. Die geplante Reise nach dem MoeroSee erleidet durch diesen schmerzlichen Verlust offenbar neuenAusschub. Der Verstorbene. früherAssistent an der Sternwarte in Bonn, trat im Frühjahr 1880 an Stelle deS ursprünglich in Aussicht genommenen Dr. med. Fischer jener Expedition bei und tras Anfang? Juni inZanzibar ein. Auf dem Marsche in das Innere hatte er zuerst von heftigen Fieber- und Dysenterie Anfällen zu leiden, nahm aber doch seinen Marsch bis zur StationKakoma und später (1881) seine Reise zum Tangan jikaSee aus und legte dieselben als Astronom von Fach durch eine Reihe von noch unveröffentlichten) Positionsbestimmungen sest, wobei er der Stanleyschen Karte recht beträchtliche Fehler snachweisen konnte. Auch umfangreiche mcteorcloglsche Beobachtungen hat er angestellt. Den letzten Nachrichten zu solge hatte er am 1. September 1882 eine Reise nach der Landschast Fipa an getreten, war aber unterwegs am F eber erkrankt. Sein Verlust ist um so mehr zu beklagen, als nur die allerwenigsten ! Äfrikareisenden so wie er zu brauchbaren 1 M.. jr fY .c jr. l.ÜC'.i zuronomlillzen eooacyluagen oqagigi sind. . Recht bezeichnend sür die durchgreifenden Polizeimaßregeln, mit welchen für die KrönungSzeit in Moskau Sicherheit geschafft werden soll, ist unter Anderem der Umstand, daß mehr als zweitausend Personen im Lse der letzten sechs Wochen aus Moskau administrativ verschickt wurden, und wie man annimmt, wird diese Zahl bis zum Mai sich mindestens noch um Hunderte steigern. Die meisten der so De portirten werden in den nördlichen Gou vernementS Archangelsk, Olonetz, Wo. logda, besonders aber in Perm und Wjaetka eingesperrt werden. Man hofft daß es der Mehrzahl der so rücksichtslos. Gemaßregelten nach glücklich überstan .dener Krönung wohl erlaubt werden .dürfte, dann wieder frei über ihre Per son und ihren Aufenthalt zu verfügen, um so mehr, als. sie eine Kategorie von Leuten bilden, gegen welche keine greif i baren Schuldbeweise vorliegen. Die ! Polizei ist nur der Ansicht, daß die Be 'treffenden nicht genügend zuverlässig .für einen Aufenthalt in Moskau während i dec Krönung erscheinen, weil sie sich an l geblich nicht hinlänglich über ihren Erwerd und thre Beschäftigungen legitimiren konnten. Eine Bittschrift an'S Britische Parlament, welche den Schluß aller Werkstätten und Geschäfte am Sonntage verlangt, trägt 590,032 Unerfchrgten, ist 2Z Meilen lang und mußte von vier Polizisten ins Unterhaus getragen werden.
