Indiana Tribüne, Volume 6, Number 221, Indianapolis, Marion County, 29 April 1883 — Page 4

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Hin, ovrU-id, nufge tirfxuc fraut . ?Xat:S gesellt. t&tältt,iltrXtint nZ, de Sevrauch dS JXlrAV erlsuzt. liffKeber verbätet. nm tteinigcn des themik nv Süu . d" derSkne ift ,S rnutwrtttif't. Satarry zclisrert rnd rycilt. ose4k,!t. Vran??Vk'.Se aus e StceAend,?t. harten terbGUt. ! kuri:t. ZVttN)en rzsch zehcM. Ich bale Mi luliwihrrns Mieter jetzizkn Sch-'r'aevcr - Hriinsini c:it cz'skdeak fjirt a ic.?w?ndet. Z5 18 i'i fal Krcnt.ri3:ucr 15;.!- rT- FSö'sd. Fci!f,SrJ. cde, trab die Sinteren im Hvse dueven vc? schont.-J. W. Parki. 1.kma?rtpv'3. Diphtherie verhütet. LL Tie Sn.ite fcirr yk krauche DardyS .!udmit grvZ?m vrfekze tti Dipbtherie. .Stollenwerk. Crfcr.cr?Kla. Flechte au?t??c:mtt. t5holc:a re:h2:ct. " Geschw?e g?rkiizt und yedeilt. ?ciTo)5sZä2e foSte cer Vrichaam fcaxit dc tintclt werben; ti ird iicca teitcriul;ca ' ürjat:ttütcn. Dee auSqeeichnete rzt lTr. I. SZ.,rion SiS.N?wZ,:.s?zt: Jch b.'ü ttfcr-i& db Prrf. ?a?bdö Prexdq , lactic Z?w d ein trc:tb voNeZ ? 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ZritirzveC'Ji!ck, P b il d l h ua. y ist steteS t u rs ittc l f 2 r Osrffo&renaiy ' ?.sr..c er der? jr.:c::!:.:it herrscht hierzu ni ''o r:1 c r '1 e ?t u r. z e , :r dir-ict-. fr:.: 'tc '.; f .l:T'ict i: k dein Irrufca: 'er: H-tr:'.-. ':jvi r Vort) ßlcicLste temwf. S?? t:eÄT:i:vti a::l betrüb: ua- rr-f f.a'.:. cf:a l - s cu. g!$ et'T't'it r?- f c f:t; c, t:e-Si-3tr qolnclSrr-fV.rs -T!o3 fitifrv ff ,!!e'?. .'t -rr-.t'Tf rinüklT- Wert) f: trft v; t lj r.- tc.t Itrtüj um furirt die Irsntc llrbfttl't t3r'it t: i-I ij'tj .rii'n.-i nr fe ??.'sn?-.'. selbst T?e:nt .ctjlr uajitbijiuc;; : .'.-rr i rrr .i;ij rv.'rcn. t! Z v khH bi?r üranlbe irr :i M;it 'rjril;:;' 2'? ; ) 1 5 .Von v'.rot itir:i rettai.it. ii . pmwnBvnaanaB iBsSiSSLV ?S' IS lks.ÄS- ' nicht. bc8 Ledki ht schnell ruber. $66- trr Woche, Ausstattung 15 OJ unent gettltch. kein 3üfi!o, Capital ntcht notymendiz. spulte fern AllrS. Pieke machen riit VermSze:'. Flauen f ioht w e A:',ner, na u7,dÄä?che'-. 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XU Madagaskar Jrage. DaL westliche Europa ist seit einigen Jahren von einem förmlichen ColonisaL tiostS - Stcber arinen. Insbesondere ist es der .dunkle Weltthtil".den Living stone und Stanley in die Mode gebracht i haben und nach dem sich die begehrlichkn Allcke der Englander und Franzosen richten. , Beide Nationen überbieten einander in dem Bestreben, aus dem zu beiden Seiten des Llequators in mäch!: ger Maffe gelagerten asrikanischen Continente territoriale Erwerbungen oder, mindestens ihren Einfluß in jenen-sernen egenoen zum allelnyerricyenorn zu machen. Somobl Frankreich als .Eng land sind Industriestaaten, und da ihr europäisches Absatzzebiet in den legten Jahrzehnten thellS.ln olge des Erstar keu? der sestlandijchen Industrie, theils in Folge der .verneserten- Cont7nentalsperre, welche Fürst Bisniarck-, durch seine Schutzlllpalrtik inaugurirt hat, immer mehr eingeschränkt wurde so ist eS begreiflich, daß die mit einem klaren Blicke rn d:e Zukuns! sehenden Stsats. männer West -'Europa? ihren ganzen Witz aufbieten, um den Erzeugnissen ih l rer Länder neue Territorien zu erschtte ön. . Frankreich und England baben.zu die scm Behufe einen förmlichen Wcttkamps unternommen, dessen friedliches Ziel die Ausdehnung ihre Einflusses bis in da Herz Afrika ist. Frankreich hat im 5)andumdrchen da? Protektorat 'übn Tunenen erlanat und England sich hier auf in Egypten eingenistet. Französi.' fch: Forscher haben einen practicablen Weg von der Guinea - Küste nach dem mittleren Congo entdeckt und dadurch en.-AusaanaSpunkt für eine Wasierstraße qucr durchAfrikd bis zu den Quel !en deS Weisen Nil gewonnen, und schon beeilen sich die englischen Agenten in .Tüd-Asrika, die einheimisch? Kajsern Bevölkerung gegen die lzouanoljchen Boers zu Hetzen, um die junge, kaum w'edererrungene Unabhängigkeit der Transvaal und der Oranje Republik, wc'che den Engländern ein Dorn im Auqe lst. zu beseitigen und den britischen Traum, aus ganz Süd'Afrika ein zwei tes Indien zu machen, zu verwirklichen. Der leicht entzündbare Feuereifer der Franzosen begnügt sich jedoch nicht mit diesen bereits eingeleitetenUnternehmun. gen, denn gleichzeitig wühlen ihre Agenlenim Libanon, ergreift ein französischer Cznsul Besitz von'der Tadschurc-Bai am Eingänge zum Rothen Meere, landen französische Truppen . Verstärkungen in Conchinchlna, um daZ Könlgrelch Anam wegen angeblicher Unterstützung derSee räuberei zu .züchtigen", und kreuzt vielleicht schon in diesem Augenblicke eine französische EZcadre an den Küsten der Insel MadagaScar, um die Anerkennung der Rechte Frankreichs durch die Königin der yowaö zu erzwingen. Seit fast 350 Jahren arbeiten die verschiedenen Regierungen Frankreichs ununterbrochen daran, sich auf dieser Zauvermsel dauernd festzusetzen. Col der! hat dieses Ziel ebenso hartnäckig r . r . . M w veriolgr, rote sparer oer ruyne Aventeu rer Graf Moriz August Benjowsky dies m Frankreichs Namen gethan. Em geborener Ungar, hat Benjowsky durch sttne Kühnheit Nicht nur die Schergen Rußlands in Sibirien und Kamtschatka in Erstaunen gesetzt, sondern es auch erreicht, dak er, der weike Abenteurer, von den Bewohnern Madagaßcars zum Kö nige ausgerufen wurde.' krst 1841 ge lang es den Franzvsen, durch die Erwttbung der an der Nordküste MadagaScars gelegenen kleinen Insel Nossi Be sich wenigstens in der Nähe des herrli chen Eilandes festzusetzen. In den dar auffolgenden Jahren schlössen sie mit den Häuptlingen der an der Nordwest kuste Madagascars selbst wohnenden Sakalawas Verträge ab, durch welche sich diese verpflichteten, gegen Erhalt von Jahresrenten von 900, 1200 und 5000 Francs auZ dem franlösiscben Staatsschätze, die SchutzherrfchastFrank ichs anzuerkennen. Die Franzosen hatten jedoch trotz ihres Rufes als die galanteste Nation der Welt Unglück bei den Beherrscherinnen von Madagaskar. Während nämlich die yowas'Könige Radama I. und Radama II. den Iranzosen überaus freundlich gesinnt waren. wurden si: von den Königinnen Rana valo I. und Rosaherina, welche sich, trotz dem das Christenthum bei den Howas ossiciell" eingeführt ist, durch das wenig christlich: Mittendes lHattenmo:des auf den Thron ihrer Vorfahren schwangen, verfolgt. Die schönere Hälfte des HowaS'schen KönigSgeschlechteS ist dafür den Engländern in zarter Huld ergeben. Auch gegenwärtig verschönert eine Königin, Hamens Ranavalo II., ihren getreuert Unterthanen das Dasein. Auch sie will von den flatterhaften Iran zosen nichts wissen, und ihre Regierung verweigert nicht nur die Anerkennung der Verträge von 1862 und 1803, durch welche den Franzosen daS Recht eingeräumt wurde, auf Madagaskar Grundbesitz zu erwerben, sondern sie bestreikt auch die Gilligkeit der vorangeführtcn Conventionen, durch welchen die Häupt linge der Sakalawas sich der Schutz Herrschaft Frankreichs unterworfen hat len. Bekanntlich hat die HomasKöni gin 'im vorigen Herdft eine Gesandtschaft nach Paris entsendet, welche mit der Regierung der Republik einen Ausgleich herbeiführen follte. Die Abgesandten haben eS sich eine zeitlang im Pariser Grand Hotel" auf Kosten Frankreichs sehr gut gestehen lassen, schließlich aber Herrn Duclerc, dem damaligen Minister deZ Aeußern, keine anderen Concessionen gemacht, als daß sie den Franzosen einen sünfundzwan ziajährigen Pqcht einräumen wollten. Herr Duclerc braö die Verhandlungen ad und die madagassische Mission mujiU ganz plötzlich die Prachlraume des Grand Hotel" mit der schmutzigen War tehalle des WestbahnhofeS vertauschen und eine Nacht dort verbringen, um die Zlbfahrt des ZugeS nach Calais zu erwarten. In London, wohin sich die Gesandtschaft begab, erreichte dieselbe nichts Anderes, als daß zwischen den Cabinetten von St. James und Paris über die MadagaScar-Frage ein überaus lebhafter Depeschenaustausch be gann, so daß man eS in der Periode vom Juli 1832 bis zum 28. Februar d. I. aus die ganz stattliche Zahl von 68

Dep:schen brachte. Lord Granville wich

jedoch allen Falle.?, welche ihm diese orientalischen Diplomaten, legten, ge schickt au?, verpflichtete sich zu nichts und mahnte nur die madagassischen Abgesandten, ihre Regierung zur größten Vorsicht aufzufordern, um eine so mächtige Nation wie die Franzosen nicht zur Ergreifung von Feindseligkeiten zu provociren. Als die Madagassen England einen Vertrag anboten, durch welchen den Engländern alle jene Vortheile eingeräumt wurden,welche man den Iran zosen verweigertes griff Earl Granville mit beiden Händey. .zu, : ebenso wie die Regierung der Pereinigteki. .' Staaten in Washington, wodin sich die madagassische' VNssion'Ivo'y London aus begeben-, hatte. . " . ' ' ., Irgend ein Versprechen zur Unterfiützung scheinen , die Abgesandten der Königin Ranavalo II. in Washington ebensowenig erlangt zu haben,' . wie in London'.. Die französische ' Regierung hat sich auch, um ihken Forderungen Nachdrück zu verleihen, beeilt, eine aus drei Schissen beflehendeEscadre nach den Küsten Madagaskars zu entsenden. Ob diese EScadre nun bestimmt ist, nur eine Blocade der Häsen der Insel zu bemerk stclligen oder, wie versichert wird, den an der Östküste gelegenen und durch ein aus Korallen und Sand erbautes Fort geschützten Haupthafen der Howas, Ta matave, zu bombardiren, wird sich wohl bald zeigen. Die Howas selbst rüsten sich zu einer verzweifelten Gegenwehr. Da? in Tamatave erscheinende Journal La Cloche vom I. Januar enthält einige Daten über die Kriegsvorbereitungen, sowie auchDroyungen gegen die fremden Ansiedler und die Missionäre. Schließt doch die Cloche ihren kampfmuthigen Ar tikel mit den Worten : Nehmt euch in Acht, Franzosen " Die Rücksicht auf das Schicksal der aus der Insel befind lichen Europaer und Amerikaner dürste auch dreFraznosen bisher vor einer energischeren Action zurückgehalten haden. Die Warnungen der englischen Journale vor emer Beschießung der 20.0G0 Einwohner zählenden Hafenstadt Tamatava wurde übrigens von Paris aus sehr rasch mit dem Hinweise auf das Bombardement von Alexandrien, daS ja 200,000 Einwohner zählte, beantwortet. Wenn die Howa8,durch daSErscheinen der französischenEscadres eingeschüchtert, sich den Forderungen der Regierung der Republik fügen, dann wird wohl die madagassische Frage im Sande verlau fen. Sollte die Königin Ranavalo aber Frankreich Widerstand leisten und die unter dessen Schutz stehenden Sakalawas belästigen, dann könnte eS sich sehr leicht ereignen, daß dieBegehrlichkeit derFranzosen nach dem Besitze der herrlichen Insel sich steigert. Madagakcar, das einen Flächenraum von fast L00,000QuadratKilometern hat, also größer alsSpanien ist und etwa 3j Millionen Einwohner zählt, gehört nämlich zu den gesegnetsten Theilen der Erde. Abgesehen von der sumpsigen und ungesunden Küstenzone, ist daS Innere der Insel, das sich zu einem 3- bis 4000 Fuß hohen Plateau erhebt und bis 12.000 Fuß hohe, mit Schnee und Eis bedeckte Berge trägt, ein tropischer, durch nie versiegende reiche Quellen bewässerter Garten, der die Naturproducte von drei Welttheilen (Asien, Afrika und Australien), hervorbringt. Der üppige, vegetationsreiche Boden könnte leicht die zehnfache Anzahl von Menschen ernähren, als die ist, denen er gegenwärtig als Hermath dient. Für den Frieden Europa kann es gewiß nur von Vortheil sein, wenn das Uebermaß von gallischer Ecoberungsund Unternehmungslust sich in entfernte Zonen ergießt und wenn die Blicke der Franzosen weniger luttern nach ElsaßLothringen, als nach dem Congo, nach Anam und nach Madagaskar sich richten. ES fragt sich jedoch, ob es auch im Interesie der französischen Republik und der franzöuschen Nation liegt, wenn sie ihre edelsten Kräfte in unzähligen Unternehmungen zersplittert und vergeudet, anstatt sie auf wenige durchführbare Auf gaben zu concentriren. Wir denken, die Organlsirung Tunesiens und die Clvlli sation Algeriens sollten den Franzosen gerade genügen, um sie auf Jahrzehntc hinaus zu beschäftigen und sie von tollen Revar.che'Gelüsten abzuhauen. (Wiener N. Fr. Presse.) Der erwartete Brief. lPariser GerichtSH:lle.) Bei' der naturgeschichtlichen Einthei lung der Menschen hat man bisher noch übersehen, zwei sehr wichtige Hauvtklas sen von einander zu saeiöen. Die Klasse der Menschen, welche erwünscht kommen, und derer, welche zu ungele gener Zeit sich einftnden, d. h. der angenehmen und der unangenehmel.Besucher'. In die Kategorie der ersteren gehört die ersehnte Geliebte und der lang erwartete Geldgeber; zu der anderen rechn'? ich den Kohlenmann und den Herrn, der sich in der Etage geirrt hat. , Daß man den unglücklichen Ankömmlingen der letzt ermähnten Spkzics keinen besondere freundschaftlichen Empfang zu bereiten Pstegt, setze ich als bekannt voraus, aber man braucht deswegen noch Nicht so er regt zu werden, wie der brave Herr Des godinZ, der, nachdem er etllchcMale ver geblich den erwarteten Concierge, der ei nen Brief an ihn abgeben sollte, entgegengeeilt war, mit steigenden Ingrimm in seinem Ziemer herumrannte und bei jedem, abermals verfehlten neuen Post bestellgange von stets höherer Ungeduld ersaht wurde. Das konnte nichts Gutes stiften! Und man wird auch sofort sehen, daß der Zustand fieberhafter Aufregung, in welchem DeSgodinS sich befand, große Unheil stiftete. Viel fehlte nicht, so hätte sDeSgodins seinem Concierge die Rippen rm Leibe gebrochen, und wenn es auch dahin nicht gekommen ist, so ist eS doch schlimm genug geworden, denn Desgo dins muß heui die Folgen seiner Hestigseit auf der Anklagebank sühnen. Da sitzt er nun, der erme Sünder. Sein Zorn ist längst verraucht, ja der Angeklagte muß selbst zugeben, daß er sich zuwcit hinreißen ließ; aber seine nervöse Unruhe scheint ihn dennoch nicht gänzlich verlassen zu haben. Offenbar bemüht er sich stark, dieselbe niederzu kämpsen. um die Erinnerung an jene fatale Begebenheit zu bannen. Aber

die Erinnerung ist mächtiger als er;

kaum ist er vom Vorsitzenden auf die Frage nach feiner Schuld oder Unschuld losgelassen, als er wie folgt dalztnstürmt: Ach meine Herren, die Erbitterung, die mich beherrschte, Sie hätten sie an meiner Stelle ebenfalls gefühlt; denn Sie sind nicht uithr als ich vor dieser schrecklichen Plage gesichert, die uns Alle verzehrt. Doch ich will hiervon nicht sprechen, es gehört nicht zur Sache ; ich verjage jeden Gedanken dieser Art, um die Ruhe zu bewahren, die meine Vertheidigungörede zieren soll. .' , .Meine Herren! Meine Frau hatte, wie sie mir sagte, eine Reise zu ihren Verwandten angetreten, etwa 100 Mcilechvon Paris entfernt, und sie sollte mir am !!age ihrer Ankunft schreiben. Der Tag, an welchem ich den Brief em psangen soll, kam, der Brief nicht, weder früh, noch Mittags, noch Abende Am folgenden Tage immer noch keine Spur vom Briefe, der dritte. Tag, der vierte, der sechste war vorüber kein Weib, kein Brief ! Ich wollte selbst schreiben oder eine Depesche schicken, aber ich sagte mir : die Briefe werden sich kreuzen. Und dann, ich war so aufgebracht, daß ich mich vielleicht nicht zart genug geäußert hätte". Hier beginnt Herr Desgsdins deS Längeren zu schildern, wie er stets in athemlosen Lauf nach der Thür rannte, fo oft die Glocke ertönte, und welche Wuth ihn erfaßte, da die eintretenden Personen ihm theils ungelegen kamen. Heils völlig gleichglltlg oder auSgesprochene Dummköpfe waren. ' Es wurde mir schließlich", sährt er o:t, mo schlecht zu Muthe, daß ich mei nenAppetit verlor und die Nacht in Fie bcrhitze zubrachte. Mir träumte von Briefträgern, die aus Strickleitern in mein Fenster kletterte und in Reih und Glied anmarschirten, um mir Briefe von meiner Frau zu bringen.. Ich hörte Postkutschen vor dem Hause halten, schwere Schritte die Treppe hinaufkommen." Präs. :.Schon gut, kommen.' Sie end-lich-zur Sache. Angekl. : Ich bm schon dabei. J5, hatte meinem Concierge energisch einge schärst, daß er mir sofort die für Mich einlaufenden Briefe herausbringen solle. Man schellt! ich renne an . die Thür und öffne. Noch eine Täuschung ! Einer meiner Freunde tritt ein, beunruhigt darüber, daß er mich seit acht Tagen nicht gesehen hatte (denn ich war in der Erwartung meines Briefes nicht mehr ausgegangen). Er srägt, ob' ich krank bin, meine glanzlosen Augen, mein blas seS Gesicht bestärken ihn in dieser Meinung. Ich erkläre ihm indeß meine Be unruhigung.z ein Brief r frägt er, als ich den Concierge nach Dir fragte. sah ich auf seinem Tisch einen Brief an Deine Adresse." Sie werden begreifen. daß es mir schwer fiel, eme Aufwallung des Zornes gegen diesen Concierge zu unterdrücken, der den Brief, den ich erwartete, auf seinen Tisch behielt. Ohne meinem Freunde ein Wort zu antmor ten, springe ich die Treppe hinab, immer zwei Stufen auf einmal nehmend, ich gerathe in Schwung, meine beiden Füße springen gleichzeitig los, ich falle auf's Gesäß und rutsche so in rasender Ge schwindigkeit, trotz aller Versuche, mich festzuhalten, die drei übrigen Stockmerke der Wendeltreppe herunter. So komme ich fluchend, schreiend unten an, alle Miether waren aus ihren Wohnungen gekommen, um zu sehen, was passirt war. Sie können sich wohl denken, in welcher Laune ich mich befand, als ich vom Concierge den Brief forderte und ihn seinBenehmen vorhielt. Ihr Brief!" sagt der Portier ruhig, hier haben Sie ihm, ich hätte ihn ohne Ihre Aufforde rung selbst heraufgebracht!" Ich öffne den Brief mit höchster Eile; ich springe, ich platze, ich werde roth vor Wuth; der Brief war dei PrciScou rant eines Hutmachers (sich mit Mühe fassend) und auf dem Coudert war eine Briefmarke von drei Sous, um mich zu zwingen, den Prelscourant zu lesen, der Elende ! (mit höllischem Lachen). Oh, jene? Preiscourant ! Ich habe ihn in Stücke zerrissen, ich habe ihn zer pflückt mit meinen Nägeln, meinen Zäh nen. Präs. : Aber was hatte der Conciergc hiermit zu thun ? Angekl.: Dc? Concierge ? Erstand dabei.und lachte aus ckelhaste Weise und meinte mit cincr ganz abgefeimten Miene : Sie nti:n, wie eilig die Sache war. Was wissen Sie davon f schrie ich ihn an, gerieth in Entrüstung, lärmte und warf ihm die 10 Francs, die ich ihm l alö Trinkgeld gegeben hatte, vor. Meine Herren, er.holte sie aus skiner Kommode und warf sie mir in's Gc ncht. Der Concierge : Weil Sie mich einen rohen Menschen, einen Wilden nannten und. mir Tarmschmerzen bereiteten. Präi. (zum Angeklagten): Und hier? auf haben Sie den Zeugen geschlagen i Anaekl. (ohne die Frage zu hören): Ach ! wer wird ans von dieser Pest der Preislisten befreien, die uns - überallhin verfolgt? Wo? nützt es. daß ich sie den Leuten wegreiße, die sie mir bringen, sie vor ihrer Nase zerfetze. DaS Gericht verurtheilt den Ange klagten zu 50 Franc Geldstrafe und 50 Francs Privotdube. Angekl. (der nichts davon gehört hat): Man schickt sie uns mit einer Drei SouS-Marke und dem Vermerk persönlich" ins Haus, damit wir gepreßt werden, sie zu lesen. Präs. Die Sache ist beendet, Sie kön nen gehen. Angekl.: Welche Pest ! welche Pest ! Gerade wie da? Geschlecht der Weiber. Denn meine Frau hat mir nie geschrieden ; sie war mit einem Musikus durchgeaanaen. Der Gerichtsdiencr führt ihn sacht j hinaus. ' i ' Eine stamesiscye Llevesgeschichte mit Hinderuissen. s c.'jLhll v?n Victor öden. Wie. sehr sich auch die siamesischen Zwillinge", Chäng und Eng einander anS herz gewachsen" waren, ihre Lage finde ich doch nicht allzusehr beneidens werth. Denn wer sollte den beneiden, d?r thun muß, was ein anderer will, oder

mindestens, was der andere euch will;' der bei jeder That einen Zeugen. haben und immer der Zeuge der That eine andern sein muß 5 Da ist eS wahrhaftig gut, w:e seiner Zeit ein Freund mir gegenüber äußerte, daß die beiden Siamesen Brüder sind ; wie erst, wenn die sich ganz wildfremd wären?

So sehr haben jedoch die beiden Bküder nie ihre Freiheit vermißt, wie bei Gelegenheit einer Episode, die mirChang (der sich, nebenbei bemerkt, rühmte der Aeltere zu sein), persönlich erzählte. Im Juli deö Jahres 1860 be anden. sich die Zwillinge in New York. Sie waren damals zwar noch leoig. jedoch von. der europäischen Cultur schon ziemlich veleclt. An einem schönen Abende machten tte einen Spaziergäng durch die nicht sehr. belebte 43. Straße. ... r Da hörten sie aus einem geöffneten Fenster zwei liebliche Mädchenstimmen, die em Duett aus derHo?ett des Flgaro" sangen. .Allerliebst," sagte Chang, der der Rechte.war. In der That allerliebste sagte auch Eng, der Linke. Sie blieben stehen und lauschten dem hübschen Gesänge. ' I., hübe eine Idee," sackte Chang. In der That, ich habe eine Idee," sagte auÄ Eng, und beide zugleich sagten: .Was kann da sem? Sehen wir einmal, wer diese beiden reizenden Mädchen sind'. Denn Madchen müssen es sein, und' reizend müssen sie auch sein !" Wahrha tig ein Glück, daß die beiden Herren Brüder diesmal eine und dieselbe Jdee.hatten. Wie wenn der Eine hinauf zu den Damen, der Andere aber an eine öar hätte gehen wollen ? !. . Die Beiden- gingen nun auch wirklich hinaus. Die Siamesen konnten, .sich so twas erlauben; sie machten damals , äerade Sensation und' dachten mit Recht, daß man ihnen eine kleine Ungehörlgkeit verzeihen werde, insbesondereda sie sich als geborene Chinesen über manche Förde-rung-der Etiquette hinwegsetzen dursten. Im ersten Stockwerke angelangt,, ver.nahmen sie die beiden lieblichen Stimmen sehr deutlich und klingelten daher bei der ersten, besten Klingel.'', Ein reizendes Stubenmädcheu öffnete, nicht nur die Thüre, ' sondern ..-erstaunt auch ' den Mund, ja sie vermochse sogar vor. Erstaunen nicht einmal nach dem Begelzren zu fragen, ließ die beiden Herren unge hindert eintreten, und als diese bereits die Zimmerthüre öffneten, -dachte sie: das kann schön werden!" Chang und Eng klopften. kühn an die Thüre, es ertönte ein doppeltes, sonores .Herein !" sie traten ein, und öffneten ebenso wie das hübsche Stubenmädchen den Mund. Aber nicht nur sie allein thaten dies, nein, noch zwei andere Per sonen mit ihnen sie standen zwei allerliebsten Weibchen gegenüber, reizenden, zusammengewachsenen Schwestern ! Diese vier Personen hatten sich nie vorher gesehen, auch nicht von einander gehört, und man wird es . daher begreiflich finden, daß sich acht Lippen gleich zeitig zu einem erstaunten ah!" öffneten, als sich gerade diese vier Personen sahen. Die Siamesen. faßten sich zuerst. Meine Damen," sagte Chang, der .Rechte", .verzeihen Sie unsere Kühnheit,".und dabei blickte er verstohlen aus die .Rechte" der Damen, die den Namen Jcssy trug. Ebenso bemerkte Jane die Linke", daß sie mit glühenden Blicken' betrachtet werde, als Eng, der Linke" nunmehr begann : Wir hörten Ihre lieblichen Stimmen, wir konnten diesen Lurleiklängen nicht widerstehen, und wir kamen." Und wie wurde Jessy über und über roth, als Chang, der rechte Rechte" in seines Bruders Worte einsiel : und wir kamen. Sollte Ihnen jedoch unscre Gesellschaft nur irgendwie ünangenehm sein, dann wollen wir uns sofort entfernen." - Aber bitte." bittet tönte es wie au8 einem Munde, bleiben Sie nur, und nehmen Sie gefälligst Platz." Chang wollte nun nach cinemStuhle, der rechts stand. Eng nach einem, der links stand eilen, keiner konnte vom Flecke,' und wer weiß, wozu dies geführt hätte, hätten nicht die beiden Schwestern eiligst einen höchst praktischen Dopp.'lsitz ! ' c n j. v:. r. oerangerulll, woraus neu vir yerir nie verließen. Jhnrn gegenüber, ebenfalls auf einem solchen Sitze, nahm das Schwesternpaar Platz. .Gar bald waren diese vier interessanten Personen in ein mindestens ebenso interessantes Gespräch vertieft. Während dessen blickte Chang immer mehr und mehr der allerliebsten Jessy, Eng der piquanten Jane in die feurigen Augert. so daß sich im wahrsten Sinne, des Wortes ein Kreuzfeuer entwickelte. Der geneiate Leser möge sich nur ge fälligst die Situation vergegenwärtigen; Chang und Jessy waren die beiden .Rechten", Eng und Jane die Linken"; die mit einander Coquettlrenden konnten sich also nicht direct vis-a-vis setzen, wenigstens nicht gleichzeitig mit dem anderen Paare. ' Es ist nun klar, waL ich unter Kreuzfeuer verstehe: Die beiden .Rechten" und die beiden Linken sympath'sirien immer mehr und mehr mit einander, und als sich die Brü der ziemlich spät entfernten, waren die respectiven Paare schön bis über die Ohren verliebt! Die Herren Siamesen wiederholten ihre gerne gesehenen Besuche des öfteren, und um den geneigten Leser nicht mit der Schilderung des Liebesgetändels zu er müden, so will ich nur kurz' mittheilen, daß nach wenigen Tagen Chang seine? Jessy und Eng seiner Jane in optima iorma eine Liebeserklärung machie, daß die. Mädchen ihre Gegenliebe gestanden, und daß sich die beiden Paare verlobten.' Aber 0 Himmel !- V -. , Als Chang seiner Jeffy den VerloiungSkuß auf die Lippen drücken wollte, gedachte, wie begreiflich, auch Eng das selbe seiner Jane zu thun. DaS ging aber nicht gleichzeitig, und eS mußten daher immer je zwei von den vieren trübselig als Flügelmänner dreingucken, wenn sich die beiden Anderen an Küssen erlabten.

. Allein am . ersten Tage setzten sich die

Liebenden darüber hinweg, und dies um so mehr, als sie-wirklich ein äußerst netteS AuskunftSmittel erfunden hatten : Die Brüder stellten sich nämlich hinter die Schwerern, und da kam Chang hinter seine Jessy, Eng hinter seine Jane zu sieben; dann neigten die buoen vchweflerchen ihre ollerliebsten Köpfchen gra ciös nach rückwärts, und wer beschreibt die Poesie dieses Doppelkusses ! Des andern Tazes wollten sie sich als Verlobte ihren Freunden vorstellen; aber 0 Jammer ! Der Bräutigam konnte unmöglich neden seiner Braut gehen. Braut und .Bräutigam waren immer durch eine Person getrennt. - ' Es. sei dies ad oculos demonstrirt : rechts: 'links :'- rechts : linkö: JeffY Jane . - Chang Eng ''. ode , Chang Eng Jessy Jane. Jetzt . wurde die Geschichte . schon be deutend unangenehmer:" Chang mußte seiner SchwSgerinin spe den Arm rei chen, und wenn die Paare wechselten, passirle daS gleiche Malheur dem armen Eng. . Die Verlobten kamen, wie di:S nicht anders zu erwarten war, von ihren Besuchen in die Wohnung der Schwestern etwas verstimmt zurück.- ' DieVerstimmuNg erhielt uberhjeS noch dadurch ?Zahrpng, daß die Verlieb len eifersüchtig aufeinander wurden'.' Ging nämlich Chang neben Jane, so glaubte Eng zu bemerken, daß dieBeiden sich mit verliebten Augen anblickten, und im umgekehrten Falle glaubte Chang dasselbe von Eng und Jessy. Und wenn gar die beiden Nebeneinan vergehenden leise' sprachen, konnten die zwei Anderen nichts hören, und - dies steigerte noch die Eifersucht. - Jedenfalls Ist eS doch interessant, daß die Zusammengewachsenen ein Gespräch ihres Bruders .oder .ihrer Schwester weNiger belauschen konntcn als andere Menschenkinder, die sich einander nicht so nähe standen ! Als sich nun die Brüder entfernen und den Schwestern den Adieukuß 'auf die Lippen drücken wollten, .ärgerten sich abermals die Wartenden;' denn das le bende Bild des graciösen Doppelkusses aufzuführen, waren sie wahrlich nicht ge-launt.- , . ' " ' ' " ' So würden sie denn noch' mürrischer, und' die beiden Brüder kamekr. in.-der übelsten Laune nach "Hakse. Einer zürnte dem Andern, und sie begannen zu streiten : ff ! Ich kann nicht mehr mit Dir zusarnmenleben," rief Chang. '. . " Ich nicht mit Dir," ries Eng. .Sage mir, wa? geht Dich'meine Jessy an?" - f Sage Du mir, was geht -Dich meine Jane an ?" ' ' ' Sie wurden immer erregter und erreg ter und schließlich forderten sie . sich auf Pistolen. . . Am andern Morgen um 10 Uhr Vor mittags sollte das merkwürdige Duell stattfinden. . " . Schon standen sich die feindlichenBrü der schußbereit gegenüber, da kam ein Brief : Meine Lerren! Unsere Herren ! Ein ungütiges Schicksal 'lenkte un sere Herzen derartig, daß wir unsere Liebe nicht genießen können. Es kann dies nur zu Mißhelligkeiten führen, und wir haben.. eS daher vorgezogen, New Dort zu verlassen k. :c." - . '? !; - 1 v Wie ein Alp siel .es den Brüdern vom Herzen, sie rußten uno . umarmttn und waren von ihrer unglücklichen Liebe für immer geheilt. '' - Zwei Jahre später feierten sie die bekannte Doppelhochzeit .mit zwei Schwestern, die glücklicher Weise, nicht zusäm mengewachse waren. Achtzehn kernge sunde Kinder waren der Segen dieser glücklichen Doppelehe. ' ie Bärengeschtchte. Der Schauplatz ist daS kleine StSdtchen Ustjuschna an der Moloqa, einem Nebenflusse der Asolga, etwa 58 deutsche Meilen südöstlich vön St. Petersburg gelegen, mit . ca. 5-0000 Einwohnern. Ende October 1881 trat bereits, scharfer Frost ein, dem in den nächsten Tagen ein starker Schneefall folgte, der c; 243 Fuß die Straßen des Städtchens bedkckie. Vom Marktplatze läuft die verhältnißmäßig breite und beste Straße in ziemlich gerader Linie nach Osten dem Konarker Walde zu ; die letzten Häuser sind hüttenartig und bereits von Bäu men und Gebüsch umstanden..- Am ö. November früh Morgens wurden nun die Bewohner dieser Straße durch ein Hilsegeschrei geweckt und gewahrten beim Ausblicken aus den Fenstern zu ihrem Entsetzen mitten auf der Straße einen, gewaltigen Bären in kauernder Stel lung; ihm etwa 25 Schritt gegenüber, an den steinernen Brunnen gelehnt, fast bewegungslos, einen Menschen. Der Bär hatte, durch Hunger getrieben, sich die Straße entlang gewagt, bei einer Straßenecke war ihm plötzlich der Mann, ein armer Brodverkäufer, in den Weg gerathen ; ' der Bär. hatte ihn. gewissermaßen gestellt, und ein Entrinnen war kaum möglich. Langsam, aber jede Be wegung seines Opfers beobachtend, be wegt sich der Bär jetzt näher, schon ist er bis aus 10 Schritt herangekommen,' da kommt dem Mnn in seiner Herzensangst ein Gedanke. Er greift in seinen Korb und wirft seinem vis-a-viZ ein kt:ines Brod zu. Der Bär stutzt, hockt aber nieder und verschlingt den. Bissen ; ein zweites, ein drittes Brod folgt, aber der Vorrath geht zu.Ende und der Bä-' renhunger der Bestie ist nur erst ange reg! ; daS Schicksal des Armen scheint nur aufgehalten zu sein. Schon macht der ungeduldige Bär Miene, sich auf sein Opfer zu stürzen, da öffnet sich ein Fenster'. und ein Bissen' wird dem Bären zu geworfen.Sofort-vird die Speisung von anderen Nachbarn fortgesetzt ; was gerade zur Hand, Fleisch, Fische, Talg lichter werden auf die Straße geschleudert. Mit'großem Wohlgefallen nimmt Meister Petz die Gaben entgegen ; währenddem concentrirte sich der Brodver käuser langsam und .vorsichtig nach rückwärtS ; eine Thüre wird schnell geöffnet I und der Mann ist gerettet. Aber Petz

ist nun auch gesättigt und troddelt langsam und behaglich brummend dieStraße hinunter dem Walde zu. Die ganze ausregende Scene hat ca. 12 Minuten gewährt. Einige schlecht gezielte Flin tenschüsse werden ihm noch nachgesandt, aber Petz nimmt die? in Anbetracht der empfangenen Gastsreundschast weiter nicht übel und verschwindet, wahrschein lich übe? den Wankelmulh der Menschen nachsinnend, im Walde. Er hat übrigens den Besuch nicht wiederholt.

Empfindsamer Brief des ffräulkln 1?u,tpo!dtv. Setflause an ihre Freundin Hilde gard Stoobkübel. Um Lerliner Nl!.) O DuLbglanz meines WtlhnenS! . Haft Du gelesen, was es sür schlechte Menschen giebt ? O bis zu welcher Höh? der 'sittlichen Verkommenheit müssen sie hinaufgesunlen sein !- Kannst Du Dir in Deinem reinsten aller Herzen vorstellen, daß es nöthig ist, in Kassel einen Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke zu errichten ? Es leben also wirklichMenschen in un screr civilisirten Atmosphäre, welche daS geistige Getränk mißbrauchen ! O, das betrübt mich äußerst ! . DaS heißt nicht immer. Ich wette zum . Beispiel, daß der Wein hierbei häufig eine Ausnahme bildet, versetze Dich, 0 Du mein Lichtstreif, in Bezug aus ihn mit mir gemeinsam in einen süßen Traum. Nimm an. Gras Adolar sähe Dich, aber' seine Seele verharrte Dir gegenüber in blöder Verstocktbeit. Da kredenzest Du ihm ein Flacon der feurigsten' Rheinrebentrepfen ; er trinkt zwei, ja über drei! Sein Gemüth erwärmt sich. Er empsi.idet alle Wonnen der Seligkeit. Er 'oi:H Dir, oder sa gen wir: mir. um Dich nicht unnöthi gerweise in holder Scham erröthcn zu lassen (Du siehst, wie ich mich für Dich opfere) Herz und Hand zum ewigsten ,aller Bunde!. Ich gäbe ihm in der übli chen Verwirrung das zarte Jawörtlein ! Würdest Du das für einen Mißbrauch hes. geistigen Getränkes erklären? O nie! . Es giebt aber noch andere Flüssig! ten : DaS plebejische Bier und den ganz ordinären wie sage ich doch gleich ? Ach waS ! Ich kann mir ja die Feder nachher mit Eau. de Cologne cmSvaschen L doQo, Schnaps. . - Vermagst Du es zu fassen, 0 Tu mein Idol, wie es möglich ist, daß Menschen so. tief fallen können ? Mir ist es eine Charade! Denke Dir nur, Schnaps! Lorrour! Gesegnet sei der Verein, der diesem entwürdigenden Skandal steuern wird! ES geht daS Gerede, der Arbeiter, der ja allerdings nur ein sehr niedererMensch ist, brauche dieses Getränk und könne eS nicht entbehren. Glaubst Du das ? Ich keineswegs. Unsereins hat doch am Ende auch seine Erfahrung und kann mitsprechen. Sage mir. 0 Du mein süßer Schneck, es ist Dir in Deinem reichöewegten Leben gewiß auch schon kein bis einmal vorgekommen, daß Du gezwungen warst, in herber Frohne des häuslichen Lebens schwere, niedere Ar beiten zu verrichten, etwa ßhocking! wie da6 allergewöhnlichste DienstMädchen Knöpfe anzunähen oder gar Du lächelst ungläubig Strümpfe zu stopfen, wäre es Dir je in den Sinn gekommen. Deine dabei sklavisch ange strengten Kräfte durch den Genuß eines äh Schnapses zu ersetzen ? Dein ganzes Interieur würde sich hiergegen empört haben. Meines auch ! ' Siehst Du, 0 mein Lieb, das ist die Stelle, wo der Verein seine Hebel anzu setzen hat. Dieser 0 Gott Schnaps ist nichts als eine spirituose Illusion, ein suselhastiger. Aberglaube. , - Denke Dir einen solchen Arbeiter, der sich beispielsweise dazu hergiebt, die ge wiv recht schweren Ziegelsteine zum Bau eines Hauses auf schwanker Leiter big unter das noch nicht einmal fertige Dach hinaufzutragen. Von ihm geht die Sage, er müsse der Flasche zusprechen, weil er eS sonst nicht aushielte. Ja, warum überläßt er dann dieses Metier nicht Leuten, die kräftiger sind ? Wenn anders in diesem elektrischen Zeitalter dergleichen überhaupt noch von Men schenhünden vollbracht werden muß, waS ich entschieden anzweifle. Da wird eS dann Sache des Vereins sein, helfend aufzutreten. Wenn ein solcher Arbeiter keine Kraf.'e hat, nun, so wird man sie ihm anschaffen. Sobald er sein Tagewerk beginnt, wird der Ver ein ihm eine reichliche Portion Kaffee geben und einen Zwieback. Zum zwei len. Frühstück ein weiches Ei und ein Sandwich'Butterbrot, zu Mittag ein Hühnchen, zur Vesper eine Stulle um'S ganze Brot und zum Abend eine Tasse Thee. Du wirst mir zugestehen, daß daL sehr anständig und mehr als reich lich ist. Ich wenigstens brauche kaum die Halste. Glaube aber ja nicht etwa, daß ich einem solchen Manne, trotzdem er bei dieser kräftigen Kost eigentlich seinen Anspruch darar-f machen kann, jeg licheö Getränk entziehen würde. O nein ! Die Mänuer sind nun einmal unmäßig veranlagt. Also Vormittag ein Schälchen Orgeade und gegen Abend ein Glas Himbeerwasser. Das ift aber dann die Grenze ! . So denke ich mir die Thätigkeit de Vereins gegen den Mißbrauch der geistigen Getränke. Anders wird, kann und darf es nicht sein. Ist jeder Arbei ter erst so verpflegt, dann. 0 Du mein Herzpunkt, ist der schöne Traum ersüllt.' Das grüßliche Laster der Trunksucht hat daS Feld geräumt und aus den Scherben der letzten Liqueurflasche erfleht daS neue Zeitalter der ästhetischen Weltordnung und des moralischen RassinementS. Bis dahin in Bälde mit Zeder Faser meines Ichs ' Deine zärtliche Luitpolde v. Seeslauge. . De r Bauer vor Bericht. Amtsrichter : Also Sie sind von Jh. rem Nachbar durch Schimpsreden öffentlich beleidigt worden ?" Rauer ? mrf,t nfcer tr! rt.t .

- - - y tuu V ! wissen S'. Herr Amtsrichter, ich thät' !mir nichts d'raus machen, wenn sie nicht I meine Frau war'."