Indiana Tribüne, Volume 6, Number 221, Indianapolis, Marion County, 29 April 1883 — Page 2

.

Starh ititr, h? S-Ühlftfliith I au) UUJ uii, Siivui). I

!:nH ton Sw-ld August S!a. (19. Fortsetzung und Schluß.) -' . - c v tx. : . . r.df , . te rewK .!:.?. f.A.i.i , .... . iuiuvit. y wiuuii tyuiit, luuuii sich nicht erinnern, ihn jemals so gesehen zu haben. Bald bis zur Ausge lassenhclt lustig, bald ernst und gedanken voll, hatte der hagere Herr den vortresslich zubereiteten Speisen und den köstlichen Weinen wacker zugesprochen, sein Ant' Iitz glühte, als er sich jetzt erhob und hin tcr den Stuhl des Doktors trat. Jelj habe Ihnen und unserem Freund Carljcn eine Mittheilung zu machen sagte er leise, .ich gehe ins Rauchzimmer, dort will ich Sie Beide erwarten." Der Doktor nickte zustimmend. Schlich' ter verlieh den Speisesaal, Niemand ach Cigarren an, und Bob Zervirte den staf see, und als die ersten Nauchwölkchen mit ihrem aromatischen Dust das Gemach durchzogen, holte der Armenpflege? einen Brief aus der Brusttasche. ' Mein Pflegesch'n Rudolf hat mir ge schrieben," sagte er mit geheimnisvollem Lächeln, .ich empfing den Bries .heute Morgen, er hat auch mir diesen Tag zu eii'.cm Festtage gemacht. - Der Brief enthält auch eine Nachricht für Sie, lieber seer h' itft hn unr Wt i ni Äcil 34 A f ,M rnA tiiAt f,rt r,ir nirf,t i. jett roch nicht thun, wenn ich mir nicht sa gen dürfte, daß sie, im Grunde genommen, Ihre Seele von einem schweren Druck be freien wird " .Na, rücken Sie endlich heraus mit der Sprache!" unterbrach der Doktor ihn un geduldig, .die. langen Einleitungen liebe ich nicht." ' .Nur Geduld, verehrtest? Fiennd, Ihre Neugier soll vollauf befriedigt werden. AlsoNudolf schreibt mir.daß er ernstlich sein hoffen dürfe,' glücklich zu werden. Und doch hat er in New-OrleanZ in einem deutschen Hause gleich eine Stelle gefun den, in demselben Bankhause, Vetter Carl sen, das Sie beauftragt hatten, Ihrem Spielhöllen, die ja sein Utialück gewesen sino. .Älso mein Bruder spielt wieder? fragte , r 4 iTtrm :;m.. v-rr . i I ! Äffi luCmr i." . . . " ?i.-.". . ' .1. .5-1 ... 7. ? jj... 0v.u.v. v, vy 1 .alle es befürchtet, wer diesem Laster ein mT ti.rfsfa.i ;n S. ....K i mal verfallen ist, der ann Nicht mehr von um: in miu,.w.i wu iiiv ui; ein ihm lassen. 8 Deshalb auch verharrte ich hartxäckig dabei, ihm das Geld monatlich auszahlen zu lanen. .Diese Vorsichtsmaßregel hat ihn ou5) nicht schuhen können,", snhr Schlichter mit gedämpfter Stimme fort, er ist am Spieltisch , mit Anderen in Streit gerathen und niedergeschossen worden. John Carlsen erhob sich hastig und wanderte einige Male auf und nieder. .Ja freilich, drüben macht man kurzen Prozeß." nickte der Doktor, mit dem Revolver und d.e uallunken qleich bei der Hand, rtiih iinh in MMmirfiniMi.ii 5s ,,5rf, fir rf Z S -a w ..ff L " .3 "J me mit der Hand langsam über Stirne und Augen, uud ein lieser Athemzug hob seine Bru,t. .Friede seiner Asche l" sagte er in tiefer Bewegung. Was er auch in seinem Le ben verschuldet haben mag. der Tod hat es nun gesühnt und wir wollen nicht über hn richte!Und so erschütternd auch die Ursache seines Todes sein mag, so gl.iube ich doch. caü kein besseres Geschick ihn treffen könn ojen X'eiocnchnun sich einmal so lies eingenistet, dann helfen auch die besten ooriae nicyl meyr. teiz haben Recht niate Carlsen, .es i)i rcr 0, u:iD nur rann es nur zum Troste und znr'Aeluhigung dienen, das; ich nnn melnen Brudcr al einen Todten betrauern darf. Ich will Ihnen wünschen. lieber Vetter, dan die Neue Ihres Pflege sohnes von Dauer y:h möge, vielleicht er leben Sie dann noch einmal die Freude, da& Sie ihm vergeben und vergessen kön neu .Vegcss'n? Nie!" senszte der Armen. pstkger. gedankenvoll vor sich hinblickeud, während der Doktor den Brief Rudolf'S las. .Den jähen Tod meiner guten Iran und Alles, was damit zusammenhängt. werde ich wohl nie vc genen können. Aber und trotzdem sein Gehalt kaum hinreiche, die nothwendigsten Lebensdcdülfnisse zu bcstreiten, werde er doch die Summe zu ersparen, suchen, die er mir entwendet habe." .Ra, daS sind wenigstens gute Vor pr.e.' pgtc der Doktor, den Brief zusam menfalteud. .10 wollen, wir denn hoffen, daß sie auch ausgeführt erden.. Was aber sagen S e zn Jdrem Bruder V .Zu meinem Bruder?' fragte Schlich ter überrascht. .Was ist mit ihm? ha ben Sie ihn lange n:cht gesprochen V Rein, ich hatte allerdings vor. ihn zu besuchen, aber Hertha s.gte mir. ihr Papa sei jcht immer schlechter Laune, und sür die Angelegenheit, über die ich mit ihm reden will, kann " ' Ich lcune diese Angelegenheit," unterbrach Carlsen ihn. ich habe mit Gottsried Neuber offen dauilm gesprochen, und auch derDoltor kenut; sie das G!iick seiner Toch tcr 5cdwig lmmt yx ebenfalls dabei in

iext hrtn.r nct tthi ht TnFos .nFnrf.nf.n I ..

V m' r,::1" Bet er. er auben S it. dan ck S e nn er zu, uno varau vocyle oer

L? VyaJ 5. unlereiuan. b . m . c . - & s sln -ttcnn n zzie

uu illlztr: seinen Sckreibtisck. trat und ein UeineS anch nicht aanz so schlimm

V i, ? le AUs. nadtt M V,r Schublade nahm. .Es fürchte ; die nächsten Tage

k V ;UY. 2? " "c v ...r ist. heute ein GlückZtaa für mein aeliebtes Gewißheit bringen.-

waren vaw vaiau Kind irnd auch kürmick. ick noeitte nickt. .Und wenn es nun so

V". UVI ok44fcl VllllllUllllll, VUilllll VUl I

n m n r n i mvmvw r m m a i . v . r u .-i

!,... -...: Li.!.... i. i r i

nprii i iTn -Mir u v-mnni nrrfliir i. hiai i

"'vrv: " ' r ckon anae Kiiickler. nd wcnii d e e. wagle. darau mmdkute.

, ? , f :tm?,3- -I chichle losbricht dann sürchlc ich. werd. ich, immer rhcr überlegen. l$$'tJK$WXV-T iele. sehr Bie e an den Bettelstab lom- sag,. Unl. e-Z lag sei, ewige WÄtt1, "N. ti vielleicht ch i,i dieser Stande Drnck an, mir. d?r mich ,t de ?, " Ä'! ll"'!? ,,.,"Uijl"?a" davon träume,,, da sie bald Willi, na s, nabe zu bringe droht :

I,kt,, um ii luuiicii uiu c. tue er i

iHntnpr rri.tir.tii.fi . .niii ritmm ,, I

Ms, 5?:; "7 : :X V:Zrt ü. 3c treffen, die an der Bor e dem Geld: Bermogen allein.

K f:::r: r:L V "achjagen." rer Ehre, die dann

7. -7 : . ? n n1 "4 J:n Gegentheil !" sagte Carlsen blt. ist."

ll i i ?. . . ll ter,- .er trifft mtw. tt mW v .m in diesem

.T .V Z:L . llr : N"g waren, jenen Spekulanten Vertrauen sen. daß du ein Ma

t i,iiy vu ui 311 uivpui üuuyiu iui UCU

ii Ä'?1B'W tr " d chnch ü S , g . m! KrS o Wfaä . .Es ist .i... Qual, ..solchem Fest der Fre.d. ,i,zu..hm.w.rst d , , . ' s ?.' tlKiltttörneii 31t müfint, wtint uian sich bkgreise,!. überdies ermarle wir heule Ivtt wn.c er .led eworde,,, hl. die ,..', .,..i?.,.,.. "t,-, ..,k. . w. .;.:. .....

i

vergeben ? Gern, wenn er sich des en uij i yuwcn. uhuiüiuu. wiazi geiegi, ,ic vernninen iyn nur, legt wcrth zeigt ! Und ich glaube an den Ernst I ihn raiS, .der Tod ii Mutter brachte an den Rückzug zu denken, aber noch che seiner Reue." sichrer, das Haupt erhebend, "ch eine Aenderung m diVerhaltuiye ; Zeit fand, die ersten Vorbereitungen zu fort, und wie ein Sonnenstrahl glitt eö d iau blc J11' ÖS :bl! b.fn ?u j11 tressen, brach die Katastrophe herein, über sein treuherziges Gesicht, .er schreibt verlassen wolltest. ,t es so. w:e Papa Die Kurse aller Papiere sanken plötM mir, keinen Pfennig werde er annehmen, m Wird es ein Ende mit Schrecken rapide. Jeder wollte verkanfen. Niemand

Frage. Daist nun augenblicklich mchtS machen, wir müssen noch einige Tage . t t wp -.

warten, dann aber dürfen Sie es mir al lein überlassen, dieseAngelegenhett zu ord mw." Heinrich Schlichter blickte mit hochem a . ' . . . v . . ! '.,g'n." Bra'u bald l.m.n V...r. ba d den Doktor an. bald den Doktor an. 5tö versiebe von alledem nichts.- saate er. .ich glaube nur an au? Ihren Aeuße. runaen entnehmen zu müssen. das; meinen Bruder ein Unglück droht." .Ist es ein Unglück, so hat er eZ selbst verschuldet sagte der Doktor ernst, wäh reud er geräuschvoll eine Prise nahm, ri y , . l. r -- ! v . . . zcy giauoe gerne, oaß ic liiajis oavon wlnen. verehrter freund. kümmern sich ja auch nicht um die Händel der Welt, nickt um die Nolitik. nock um die. Börse, die Pflege der Armen macht Ihnen genug . 1 ' I zu schaffen. .3. ist. 6 t haben Neckt Und ehe ich's vergesse, mein liebster daß Sie einige Familien oder Persoiun kennen, die sich vergeblich nach einem Au. aenblick des Glücks .ebnen, trokdem sie desselben würdig wären ; so nehmen Sie denn die und n. nif.?n Si eimnt Wen schen damit alücklick in machen. Aber . w -v v - w 9 w m w nennen Sie den Geber nicht, Ze weniger Worte Sie ni(it. deNn hrfur wird kS sein .Dank, tausend Dank!" sagte der Ar meupfl-ger bewegt.. .Ich kenne einen bra ven Handwerker, der durch Krankheit zuven anowerler. oer ouraz scranlyeii znrückgekommen ist und dessen Habe überB,0r8?n steigert lUCrdCII soll .Nun denn, so helfen Sie ihm siel Carlsen ihm abermals ins Wort, .und wie ich Ihnen früher schon sagte, für die sen Zweck werden Sie meine yknd stets offen finden." Und in der nächsten Zeit werden Sie Arbeit gmug haben," sagte der Doktor, . i mehr, als Ihnen lieb ist. die Sünd luth kommt jekt, die Ihr Brnde? so oft srevent lich heraufbeschworen hat. In Wien soll eS faul ausleben, man macht auch hier ' sein werden." Das wollte der Ulmmel veibüken !" erwiderte Schlichter erschreckt. .Ich habe zwar auch immer voransaeich?n, dan die jer Schwindel nicht von Dauer sein kann, ober ich meine, der Verlust müsse doch nur zn schenken und ihr mühsam erspartes (Seid ihnen zu bringen.Vielleicht auch die Spekulanten selbst, uu tit sji lunviuicii uicic ViVlUUC l flltn.- insttt der Doktor hinzu, der Ais V t fr . C 9 fXi ( ! a I i;,nf,N S 1 sinnend den Nauchwolkchen seiner Cigarre ...xs-j,. cva r,...4 :.. at. nuv'. .l) ttv yetut tu uciu VDC l r1(f nn .7..-. n;Tn der ikatastrophe das Schlimmste befürch WMtlvlV JVV VII p Vi VUil I tet .Und ich vermuthe, daß er diese Besürchtungen jekt Ihrer Tochter mittheilt," erwiderte Carlsen, der am Fenster stand ; .er geht im Garten mit ihr spazieren, an dem lanten Jubel im Zvestsaale scheint er keine Freude zu finden. Ich wiederhole Ihnen, lieber Vetter, wir müssen noch einige Tage warten, der Augenblick des Handelns ist sur uns noch nicht gekom men. Sollen wir nun zu den Gästen zu ruck kehren r " " jiunuu, f fr , fr r ri v I Schlichter, der dieses iin beunruhigende Thema gerne noch weiter erörtert hätte, '"ub'e sich fügen. Inzwischen wanderte Otto mit Hedwig unter den Blüthenzweigen des Gartens langsam und in ernstem Gespräch auf uud nieder. Auch sie hatte seine sorgenvolle, um wölkteMiene bemerkt uud ihn aufgefordert, it in den Garten zu begleiten, in dem eine milde, würzige Frühlingsluft wehte. Nur zu gerne war er dlezer Aunorde rnng nachgekommen, er bot ihr den Arm, sagte er mit gcpreytcr Stimme, atte nicht die Gewißheit, dich hier zu sehen', mich hichergesührt, ja würde ich nicht gekommen sein. Weshalb befolgtest du nicht meinen Nath 5' erwiderte sie mit leisem Borwurs. Damals war es noch Jel: ; Papa sagt, heute sei es schon zu spät, denn das Ende, das er vorausgesehen habe, stehe vor der T .iir." .Er bat leider Recht, es ist zu spat," seufzte Otto. Aber ich konnte es auch damals nicht, meinen Wünschen und Vorschlügen trat der Vater so entschieden ent gegen, daß ich mit ihm hätte brechen miis sen und das dnlf e ich nicht. Äcin, 5,cdwiz. es würde kein Segen auf unserem Bund geruht haben werden?' .Mit Sicherheit läßt es sich nocht nicht sagen, aber ich furchte e Und 2h?? Mir V erwiderte Otto bitter. Was liegt an uns ! Wir waren die Faiseurs, und wie du es damals prophezeit yask, wird nun der Fluch der Betörten tausendfach uns treffen. Ich nenne es anch jetzt noch nicht Betrug, geliebte, souoeru nur Bethörung ; indessen, es kommt am Ende aus E us heraus, und uns wird man sür alles Elend, das nun sogt, verantworttich machen." Umsomehr. w'il Ihr im Uebersluß bleibt.- sagte Hedwig in demselben herben Tone. Das eben war es, was ich voraussah und lurchtcte, uno was mm) mit Groll gegen Ener Hans erfüllte." .So wird dein Groll wohl bald schwin. den, denn wir theilen das Schick, al der Uebriaen. Mein Vater behauptete immer, cr werde sich rechtzeitig znrückzie.

I nnrn fMriPni Hrtiifrn Ipnfp S? inr Vn I nnic mri iimi Y.it iinh ncni iirtm sSi-r

. r . . . I I I I II I 1 U1L l.lll UIIL ltl& t.V -.-l.l- .K1J-I-J-.I 1-I111& IILII. II IL Ul 111 lllll Kl-1'

i i- tj - w i - r -1 ' - " '

I ort , I . . . '

Hen, wenn er das Endi kommen sehe, nun hat eZ ihn doch überrascht, trotz seiner -jf. f ... T..r-t

chlanheit. Ein sehr großer Theil nn serer Fonds liegt lnPapieren fot, Die viel leicht gänzlich werthlos werden; Fall! mente werden überall au3brechen,nnd was i 5 - - f- r. . v da, 64HJ f.. nen Kredit mehr finden. nen Kredit mehr finde .Und dann droht auch Euch der Ban kerott?" fragte 5)edwig bestürzt. , .Das wäre freilich eine furchtbare Strafe " .Furchtbar, aber gerecht,- erwiderte er rn dumpfem Tone, wahrend er mit oer Hand über seine feuchte Stirne fuhr. .Wir haben uu5 überhoben, liebe Hedwig, wir n V ... t. JL. .. .1 &f. ! . . .MrM M u zn ypujuuuytij civr,. .az wem, ou yai oas nie neoiuigi; .Ich will mich nicht reiner machen, wie ich bin. ich habe auch den Kops hochgetragcn und erst später erkannt, wie thöricht . r , v tw r ..-.. ... oas war. a) lonnie.0le,er er,cyioeu ouna und Prahlerei aucy nicht iiiit.stii ge vielen, vas ioiir stov uns a in irornen 2i)sli immer. lleicht wird es wie ich e müssen darüber käme, wie du furchtest? - sagte Hedwig besorgt, inoejj ihr Blick voll herzlicher Theilnahme auf lhm ruhte. .Dann sind wir nicht allein entehrt. sondern öiira verarmt, erwiderte er. .unv i w mir bleibt nichts übrig, als in einer anderen Stadt eine Stelle zu suchen. Diese Stellen werden dann auch Nicht lM Ue berfluß vorhanden sein, und ich muß mich mit dem begnügen, was ich finde; leine beueidcnswertye Existenz, meinst du nicht auch?" Sie waren stehen geblieben ; sie standen vor einem ZkalycantyusNraucy, oer mit purpurrothen Blüthen über und über be deckt war. Man kaun auch in bescheidenen Ver yaltnljlett glucklich sein, wenn man nur zufrieden ist,- sagte Hedwig leise. .Ich werde eS niemals werden," ant wortete er bitter. -- .. . .Weshalb zweilclst ou oaran k' Du weikt e ! so gut wie ich, das hei er,ehute Ziel ist letzt nnr noch weiter ln die Ferne geruckt. Vergib, dan ich es - - . . man kann was man Tagen ein m Wahn ich wollte nur, wir hätten endlich volle Gewißheit, dann wird es bener werden. Wenn mir der Kampf mit dem Schicksal aufgezwun gen wiro, oann weroe ich nrnue ganze Kraft daransekcn, um zn retten, was noch gerettet werden kann, nicht von unserm sondern auch von nnse ja ebenfalls bedroht ampfe wirst du bcwei nn bist, dem die Ehre höher gilt, a!s alle irdischen Glücksgüter, erwiderte ste, die tief blauen Augen seit aus ihn heftend. .Das erwarte ich von Sit i 4 s u 1 4 f Tl ttvu, uitu luinu uii uiiiiii-tuii uuu dich nglüZ.ich sühls.. da tust mich. .,. ich werde an deiner Seite stehen. (Z .:., :.. r..:v- rr. ii icuyic iyi utiuc djuuuc, ciuiuc vsc r,.,,h... li,, K!, r.;s.r ?; VVf VIIV VllVItVIl IW V&ttMtkVVfc pivwi gend und tief in die Augen. .Darf ich das V fragte er lem .Du wirst nicht vergeblich rufen nickte sie, langsam die Wimpern senkend. .Wir wollen das Bejte hoffen, Otto, ,ch glaube auch, dan du zu schwarz nenn. Dem Ba ter wird seine Vorkehrungen getroffen ha ben, um sei i bedrohtes Vermögen zu rel ten. Ich weis; nicht, ob ich dir dkls wün schen soll, denn die Ehre würde in diesem Falle wohl unrettbar Schissbruch leiden, aber " Nein, nein, lieber arm. als ehrlos !" u.uunuv ,it iu,u,. . jiciiyiyuiH iuiiii fAf . r ?s & i x i. .. , man wiedergewinnen, aber die verlorene Ehre nimmermehr." .So .., wir dem, a!ar,n, ms die nächstenTage bringen sagte er in be ruhigendem Tone, laß uns nun in'S Haus zurückkehren." Er bot ihr wieder den Arm. sie schrit ten langsam aus die Villa zu, aus der Lachen und Gläserklang ihnen entgegenschallte. Du wirst mich entschuldigen, wenn nach mir gefragt wird," nahm- er das Wort, als si die Terrasse erreicht hatten. scheidend sind. Leb' wohl, yedmig. und vergin mich nicht, und wenn'das Schlimm sie eintritt, b mit urtheile nicht schrosf. sondern habe Mitleid mit mir. Che Hedwig ihm eine Antwort geben konnte, hatte er sich entfernt, uud fast in demselben Augenblick, in dem er die Villa Hagedorn verließ, wurden seinem Vater die Depeschen anö Wien überreicht, die den plötzlichen Ausbruch einer Alles ver züchtenden Katastrophe' meldeten. Achtes Kapitel. Sie Südfluth. Es war schlimmer gekommen, wie sogar Otto eS befürchtet hatte. Auf die ersten beunruhigende Nach richten hatte der Bankier kein großes Ge laufen, große Häuser mußten ihre Zah lungeu einstellen, weil ihre Kassen erschöpft waren, d e Aktien der kaum gegründeten Gesellschaften wurden von Tag zn Tag werthloser und bald ganz unverkäuflich. unfc die Gefährde? plötzlichen Verarmuna bedrohte zumeist die kleinen eute, die stch durch die Aussicht auf hohe Dividenden hatten verleiten lasten, ihre Ersparnisse jencn Geiellichasten anzuvertraueu. Nun besaßen sie als Lohn sür jahrclan gC saure Arbeit ein schön bedrucktes Pa pir, das leinen Werth hatte, nun begrif len sie nicht, daß sie so leichtsinnig gewe sen waren, nnd statt sich selbst auzullagen, fielen sie. mit ihrer Wnih über Diejenigen her, die jene glänzenden Versprechungen ihnen gemacht hatten. Und zn diesen gehörte anch der Ban kicr Hugo Schlichter, der ja sast bei jeder Gründung an oer sp,ne ge lanoen 11110 nach dem Urtheil der Bethörtcn Millionen ! verdient hatte. ?em Haus wurde form

lich belagert von denen, die ihr Geld von

ihm zurückfordern, ihre Aktien ihm vor die Füße werfen wollten. Wie schlimm es mit ihm selbst stand, wollte Niemand glau ben. ' Von jenen werthlosen Papieren hatte er selbst die Schränke voll. Ec hatte ne verkaufen wollen, wenn der Kurs den höchsten Stand erreichte, die Kataslrovhe war leider der Ausführung dieser Abficht zuvorgekommen. - Aber daS war es nicht allein, eS schweb ten auch eine Menge von Verpflichtungen, ' r-i . v oie nun eingeioi weroen mupien uno große Summen verschlangen und dle vle len Fallimente bisher hochangeseheuer Häuser entzogen ihm weitere groe Sum men, auf deren Eingang er nicht mehr rechnen durfte. Und wie Otto richtig vorausgesehen hatte, wurde diesem Bankhause nun auch der Kredit entzogen. Freunde hatte der Banlier Schlichter nie gcyavl, vor seinem Gluck uno seinem mis. . . v... .i . : I r t m .-- m vyoiuc zoa man ueu ui, laum ivnr er im Unguter, wanole man ihm achselzuaeno den Rücken. Er wagte nicht mehr, fich draußen sehen Er wagte nicht mehr, fich draußen sehen k.r?... ..ti. f.. ....!. ....V I zu tu cn. er zaoile. to ianac er ionnie. uuu arbeitete in Gemeinschaft mit seinemSoh ne rastlos, trokdem mit iedcm Taae ihm klarer wurde, daß er den Schissbruch nicht verhüten konnte. Nun war dieSündfluth da und fie ver schlang auch ihn, seinen Reichthum und seine Chre ; sie war über Nacht hineinge Krochen und hatte ihm keine Zeit gelaffen, an seine Rettung zu denken. Wenn er auch sein Haus nicht mehr verließ, fo wußte er doch, wie man dranßen über ihn dachte und urtheilte, jede Post brachte ihm Bricse, in denen ihm die viiieruen vorwürfe gemacyl wuroen. Und nicht immer konnte er diese Vor wurse zurückweisen, sie waren oft in eme Form gekleidet, in der sie mit furchtbarer Wucht ihn trafen. Oito litt sagbar ..., v:.;-.. i c r i j. .. : rr . .. r . - u : i-4 1 uiiicf uitcu occuuiiiiiiicii j er rnußic miyi nur die unabweisbaren Besucher empfan gen und die bitteren Anklagen, die seinem Vater galten, anhören, auch der Vater selbst in seiner fieberhasteii Erregung hielt ... n . 1 . . r- . lyu in imcr orge. Die Chess einiger großen Häuser hat ten den Tod der Schmach des Bankerotts vorgezogen, Schlichter lie nun auch Au deutuugen fallen, welche die Besorgniß nahe legten, daß auch er im letzten entscheidenden Augenblick zu diesem Mittel greifen könne. Es aoaren furchtbare Tage für den un gen Mann, aber inmitten all dieser Sor gen und Aengsten blieb er sich der ernsten Pflicht bewußt, dem Vater eine Stütze zn ' 1 , . lein uuo unveroro nen, mir unermuolicyer '.'lusoauer oes auC5 yre zu wahren.Das Geschehene ließ sich nun nicht mehr ungeschehen machen, und Vorwürfe än derten nichts, nur ernste Arbeit konnte t . r r I jetzt noch das Schlimmste abwenden. I Gluclllcherweise ano sich gerade ln Die fen Tagen ein Käufer für die Villa, der das Haus milder ganzen Einrichtung übernahm; der Kaufpreis war allerdings niedriger, wie der Preis, den der Ban kier leibst gezahlt hatte, aber er wurde sofort baar hingczahlt und manche Förderung konnte damit gedeckt werden. zahlreiche Dienstpersonal wurde entlassen, das Silbergeschirr sammt dem sehr werthvollen Schmuck derVerstorbenen verkaust, so mußte Eins zum Andern konl' men, damit die dringendse.i Verpflichtn gengelöst werden konnten. Und das Alles hilit uns doch nichts s igte der Bankier eines Abends mit einem schweren Athemzuge, indem er die Feder ,, , . . - r r-. . . ylniegie uno oas orgenvoue saupl . . e v . .. o.i nr.i.i. .0 r:v c , ,. Uiis ven mm kh uo um iup fen anf einen heilen Stem. Hier liegt die letzte Bilanz, sie weist allerdlngs einen respektablen IleberichuL für uns anf, aber was will das helfen ! Unsere Schuld- . 1 ... ..: .. . . t. r ... ....s .. w. ti.s..int luiuicu imyi juytcu uuu mivic viiuu biaer wollen keinen Ansjtans bewilligen, die guten Wertpapiere, ve wir besitzen, müßten wir verschleudern, und unter den augenblicklich ganz unverkäuflichen Aktien r- v x. f. r. 0". . . . :. ;Ji..:. Vielleicht wird uns der Ausschub beforschenden Es wäre sogar möglich, daß wir einen ... 1. . ... . i... u vlccoro Ml! lynen lajueucii loiimcii. ' Ein bitterer Zug glitt über das bleiche Gesicht des Bankiers. .Vielleicht!" antwortete er. .Dann aber müßte ich auS dem Geschält ganz auStreten, das ist die erste Bedingung. Ich habe dir die Briefe nicht gegeben, in denen diese Bedingung unverhohlen gefordert wird, du wirst das begreiseu. imch," fuhr er nach einer Pause fort, ich kann's den Lenken nicht übel nehmen, wenn sie mir kein Vertrauen mehr schenken wollen, ich kann ihnen ja auch nicht beweisen, daß sie selbst eben so cpfce Schuld an ihrem Unalück tragen, wie ich. So lange sie an den Aktien verdienten, war ich der Matador. nun die Sache plötzlich schief geht, ist Niemand da, der mich vertheidigt." Er wurde in diesem Augenblick durch hm Eintritt des Kasiendieners unterdra. chen. der die Herren Carlsen und Schlichter anmeldete. Sie mögen kommen," sagte der Bankier nach einigemZögern. Diese Beiden wenigstens haben keineForderung an uns," wandte er sich mit leiser Stimme zu seinem Sohne, und wenn sie sich auf ihre Familienrechte stützen und uns Vorwürfe machen wollen, so nein, nein, züude das Gas nicht an, eS ist noch hell genug." anzuvieten, nahm Zarinn oas ort, nachdem cr sich niedergel.isjen hatte, .,ie haben allerdings nicht darum angesprochen " Sie i,t drum mcht weniger willkom- -. r men, unterbrach vchllcyler iyn ei reut, Ich wollte Niemand darum ansprechen,

1!,io oonj niity nouj uicn, uic ivuicru; ic um oie yano ijrcr ocy er Hertha ren reelen Werth wiedergewinnen werden, bat. Sie mögen damals eine gewisse Be Wenn, man nur Geduld haben wllte !" rechtigung zu dieser Antwort gehabt ha-

willigt, wenn wir unseren Kreditoren die- es nicht verhindern können, das; das eut se Bilanz vorlegen," erwiderte Otto mit scheidende Wort zwischen den Beiden ge einem forschenden Blick auf deu Vater, sprachen und der Bund geschlossen wurde.

um mich leiner ablehneudenAntwort aus- ist er selbst ja ein ehrenhafter, kenntnißzusehen : wenn die Verhältnisse Ihnen be- reicher und energischer Mann. Und du ? . - v . . . . rr . - , . - i .-.

lannl uo, o lverocii ie wien, oav Ist es AZayryeir, oaß yeowig oiq giuuman mir kein Vertrauen schenkt. Und lich machen wird?"

doch thut man mirUnrecht; schenSie diese Bilanz, die gewissenhaft mit Ausschluß aller zweiselhas en Forderungen aufgestellt ist ; sallirt bin ich keineswegs, im Gegentheil, wenn man mir Ruhe Uiüi, so bleibt nach E:süllung aller Verpflichtungen noch genug übrig, um das Hans neu auszu bauen." . . j

Carlsen hatte einen prüfenden Blick auf

das Schriftstück geworfen, mit zustimmen dem Kopfnicken legte er es wieder hin. .Ich zweifle keineswegs daran erwi derle er, .aber diefe Nahe wird man Jh nen schon deshalb nicht gönnen, well die r . , . r TL m Erbitterung neacn Sie zu arok lt. .Und ist diese Erbitterung begründet? fragte der Bankier unwillig. Ja, lieber Bruder, es läßt sich nicht leugnen, daß sie e5 ist," sagte der Armen Pfleger . .dein Name stand uuter allen Gründungsprojekten, und aus deinen c.' .: r . . i criA - . m. Blumen yi yui x-uuiaec jcin lieines ner mögen gewagt " .Nicht mein Name, sondern die AuS sicht.auf hohen Gkwinn verleitete ihn da iu i .Dein Name aber verbürgte den Ge winn !" .Wir wollen über diesen Puntt jetzt nicht streiten sagte Carlsen in ernstem Tone. .Alle Vonvürfc. möaen Ne noch IT. . . P . . . . 9 so gerecyl sein, wuroen die Bergangen f..4 ..:xi ...nri... t . . ycu iiiuji uu5iuia;cn. uno oen otcicvi or wurse gerecyt sino, werden Sie selbst nicht leugnen können wandte er tick iu dem Bankier, der starr vor sich hinbtickte, .und Bankier, der starr vor sich hinbtickte, .u f Ant',i ViLC... rr- t .1 t u wum uui cii koiz mmi veliaaen. an man Ihnen kein Vertrauen mehr'schenlen will. So lange Sie an der SviKk diese 5n. ses bleiben, wird man nicht aufhören, Sie anzufeinden und zurZahluna zu drangen. und dies muß troh der gutenBilanz schließ lich zum Ruin führen. Ist aber ein Haus, wie das Ihrige, einmal.gefallen, dann erhebt es sich nicht wieder; auch das wer den Sie zugeben." Der Bankier blickte befremdet auf. Wenn Sie mit Ihrem Reichthum die Unterstützung gewähren, die Sie mir an. geboten haben, so ist alle Gefahr sür mich oejeingr,- erwiocrte er. Es ist möglich," fuhr Carlsen achsel znaeno fort, .aber das alte Vertrauen werden Sie trotz alledem nicht wieder ge innen. Ihre Zeit ist vorbei; grol i.n !. ... v - r. . n it mit maji, oazj lly zncn ohne Rückhalt die Wahrheit sage-, Sie müssen abtreten. Wenn Ihr Sohn an die SrnKe dieses Hauses tritt, so wird es sofort eine glänzende Empfehlung für ihn sein, oan .... ff - Ct . . . . . ouc elpsiicylilttgell ersullt. Seine Kennt sse und seine Ansdauer besähigen ihn, duse Stelle einzunehmen, und meiner Unterstützung darf er sicher sein. Ist das eine Bedingung.. die Sie mir stellen k' fuhr der Bankier grollend 'auf. Ja. und ich stelle diese Bedingung zum Wohle Ihres eigenen Hanfes. Ich stelle sie auch deshalb, um zwei Menschent. . yerzen giuaiicy zu machen. Sie wissen wohl, daß Ihr Sohn Hedwig Ladenburg liebt, nnd daß seine Liebe erwidert' wird: T 1 4. . ... . ' io lange oer uevermutb des leicht erwor. venen sceicykyums in diesem Hause herrsch te, trug Hedwig gerechtes Bedenken, die Gattin Ihres Sohnes zu werden, nun aber ist sie bereit, alle Sorae und Arbeit i r . mit ihm zu theilen und mit ihrer treuen. selbstlosen Liebe lhm in allen anten und bösen Stunden eine starke Stütze zu sein !" Ein leiser Freudenrus entstthr den Lip' pen Otto's, sein leuchtender Blick ruhte erwartungsvoll aus dem Antlitz Carlscns, .. .:. " . ' uci hui einem gullgen slcyein ujm zu nickte. Hm, gegen diese Verbindung ließe sich auch Manches einwenden sagte der Bankier mit wachsendem Groll. Doktor Ladenburg ist unbemittelt " Aber seine Tochter wird Ihrem Sah ne eine trene Gattin und eine soraiame Hausfrau sein, die sich iu alle Verhältnisse zu sinoen und ihnen Nechnunq zu tragen weisz. Fragen Sie nur ihn selbst, ob er nicht an ihrer Seite sein ganzes Lebens I f . ... 1 r ' r' r U giua juaji. I o j. c w 1 . my$a) weroe ine eine ;'iiiöerc als meine Gattin heimführen l". erwiderte Otto und der entjchloffene Ton. bei er anschlug, schien auf seinen Vater'einen liefen Eindruck zu machen. I . i: . . . -uns aio wart nieuic eritc -i5Cuin annq," fuhr Carlsen fort, als der Bankier schwieg ; ,ich habe noch eine zweite. Sie werden sich der Antwort erinnern, die Sie dem Ingenieur Neuber gaben, als dieser -- v -. t . ben, nichtsdestoweniger hat Ihre Antwor Gottfried Neuber ist der Sohn meiner I r v ..r:.Li... c:......o . i. 2 iigeiiugewcüicii, uiauu'j cnoucijs mir oie Verpflichtung, mich seiner anzunehmen Sie w gen aus eigener Erfahrung, daß ein reicher Mann Vieles vermag, so ,stes mir denn ' auch mit leichter Muhe qeluu gen, ihn an .dem Etabliljement, in denen Diensten er bisher stand, zn detheiligen. Die Verträge sind gestern aus Ehieago eingetrossen, Hollsrieo hat sie nnterzeich net, er ist heute der Associs jenes bedeu tenden Etnbliffemcnts, mithin, wie man zu sagen pflegt : für. Ihre Tochter eine Pj? tie, deren Sie sich nicht zu schämen hrauchen. Ich verlange nun Zhre Eliiwilli auna in diese Verlobung. Gottfried Neu der wird bis zum Herbst noch Hierbleiben, um neue Auftrage für sein Hnis auttu nehmen, bis dahin werden alle Vorberei tnngen für die Hochzeit getroffen werden können. Sie Zehen, meine Bedingungen fl"d nicht schwer zu crsüllcn, willigen Sie ein, o ittuie ia) stirem soyne unverzug lich die Mittel zur Verfügung, alle Verpflichtnngen Ihres Hauses prompt uud voll zu ersüllen und mit frifchen Kräften m . t rst -" y neu zu beginnen. Kredit und Aniehen werden dann rafch zurückkehren, und auch die Ehre des HiuzeS ist gerettet, .und wo bleibe ich selbst r fragte der Bankier argerucu. Bei mir," erwiderte sein Bruder treu!rzig. Ich bin allein in meinem Zanje, cs ist grok genug zur uns Veioe, wir woilen in brüderlicher Liebe nnd Eintracht den Nest unseres Lebens gemeinsam, verbrin gen. ' .Nun, wenn er Anoeie lenes bedeuten-. I r ..... . l . . den Etavllskemeuts Ist, oann lazji siaz I nichts mehr dagegen einwenden, überdies Es gibt 5c in größeres Glückauf Erden für mich," erwidert Otto, in' deffen Augen ti Heu aufleuchtete. ' Der Bankier trat an seinen Schreiblisch und hielt den Blick lange auf die Bilanz gchestet, dann fuhr er, tief ansscnfzend mit der Hand über seine Augen. Die "Ehre des Hauses und daZ Glück

meiner Kinder !" saate' er leise mit zittern

dt? Stimme. Wer hätte daS gedacht, daß eS so kommen könne? Vor Kurzem loch ein vielbeneideter Kröius und nun ? Bielle'.cht morgen schon ein Bettler!" So schlimm ist eS nicht," erwiderte Olto bewegt. Wenn jenes Opfer dir zu chwer ist, fo werden wir fortfahren zu ämpfen, und wie es auch kommen mag. vor oem Äettelltao will i.h uns icyon vevahren." Und wenn uns dies gelange, wie viel oürden wir aus dem Schissbruch sür uns retten können ? Unser großes HauS würde znitt kleinen Geldwechs'ergejchäst heruntersinken, und sür den Spott brauchen wir nicht zu sorgen. Das aber könnte ich Nicht ertragen fuhr er, wie von einem plötzlichen Entschlufse beseelt, sich hoch auflchteud fort, lieber in Ehren abdanken. als unter dei Hohn der Menge unterlie gen." Er see sich hin und schrieb rafch einige Zeilen nieder. Sind alle Tagesgeschäste erledigt?" ragte er, die Feder wieder hinlegend. Otto nickte zustimmend. Gut, dann soll der Kassendiener einen Wagen holen und Hertha sich bereit halten, wir fahren zur Villa Hagedorn hinau. i)ier, oieses Eirkular kaun heule Abend noch zur Druckerei gefchickt werden, ich zeige dann unseren Geschäftsfrennoen nn, daß du von heute zb der alleinige Inhaber der bist, die ich dir mit allen Aktiven und Passiven übertragen habe. Ich lade damit eine schwere Last anf deine Schultern, aber ich zwnste auch nicht, da Carlsen sein Versprechen halten und dir tragen helfen wird." Otto hatte beide Hände deS VaterS ergriffen, fein ganzer Körper jittcrte vor tiefinnerer Bewegung. Ich werde dir für dieses Opfer dankbar bleiben, so lange ich lebe," sagte er mit bebender Stimme. Wenn auch die Lasten des Geschäfts sortan aus meinen Schultern ruhen, fo wirst du mir doch beistehen mit deinem Rath und deinen Erfahrungen, nnd sei versichert, daß meine Liebe Hedwig's vereint, dir Alles fernhalten wird, was dich betrüben oder nur einen leisen Schatten aus dein Lebensgliick werfen könnte." Eine halbe Stunde später rollte 'der Wagen zur Villa Hagedorn, in der an diesem Abend abermals ein Freudenfest gefeiert wurde, ein Fest der Liebe, dessen Mittelpunkt zwei unnenbar glückliche Brautpaare bildeten. Und Carlsen hielt Wort. AlZ im Herbst die Doppelhochzeit gefeiert wurde, stand das Haus Schlichter wieder hoch in Ansehen und Achtung und Niemand dach te daran, dem nunmehrigen Chef die Sun den vorzuwerfen, denen die vernichtende Sündfluth gefolgt war. Schlimmer als ihm war eS dem ehema ligen Prinzipal Paul Jammersegen'S crgangen, dessen Villa und Equipage sammt allen übrigen Schätzen die Sündfluth hin weggeschwemmt hatte, und der nun seinen neuersundcnen Magenbittern braute, um sein und seiner Angehörigen Dasein in Noth und Sorge kümmerlich zu fristen. - (6 11 d e.) Wrief eines säumigen Zahlers. (u den B.'lliner Wessen.') Hochgeehrter Herr ! Ich muß es leider für ganz unmöglich halten, daß ein Anderer an meiner Stelle wie ich handeln würde. Mir aber liegt daran, ei Unglück, ein Verbrechen zu hindern, fönst hätte ich wahrlich längst den lästigen Mahnbriefen meiner zahl, reichen Gläubiger durch Uebersendung von barem Gelde ein Ende gemacht. Da Sie aber in Ihrem geehrten letzten Schreibenden nicht genug 'u empfehlen' den unschädlichen Weg der Grobheit ver lasten und mit eine? Klage (!) drohen, so antworte ich sofort, freilich ohne meine Antwort mit Kastknscheinen oder ähn lichen, die bösen Dämonen weckenden Werthgegenständen zu belasten. Seit Sobbe's That verme.de ich jede Zahlung, durch die einGeldbrieftröger zu e nem ihm s.e ndenManne g t ieben wirv, denn ich will nicht, wenn auch nur indi nct, Schuld an einem Verbrechen sein. Noch hat die Postbehörde kein Mittel gefunden, ein solches, zu verhindern. Und so werde ich durch Nichts zu bewe gen sein. Summen zu verschicken und damit einen, braven Beamten in die Hand seines Morders zu liefern. Sie werden mir sagen, daß Sie nicht daran denken, sich durch ein Verbrechen zu bereichern, und ich glaube eSJhnen, obfchon Ihre Drohung.mich verklagen zu wollen, kein sehr. sanftes Gemüth venä'h. Aber sind Sie denn der Einzige, zu dem der Geldbriefträger mit meiner klingenden Sendung käme ? Er kann vorher überfallen werden, und dann ist mein Harmloser Geldbrief einer der Verführer ge wesen. Bis also der Herr Generalpos! meister Stephan ein Mittel gefunden bat. den Geldbrieftrager in Sicherheit zu bringen, sollte kein Ehrenmann seine Schulden bezahlen ! Wenden Sie mich noch verklagen? Sei eS ! Aber während der Jahre, welche ich Sie hinziehen wurde, werde ich mix m mer sagen, daß ich recht that, Ihnen nicht die Hand zu einem Beivrechen zu reichen. indem ich Ihnen daS Opfer zuführte. Es wird sich la in der G.'richtsverhanü lung herausstellen, das Sobbe auch ein mal im Leben als Gläubiger einen Men schen meuchlings verklagthat ! Indem ich Sie bitte, mir alle Zei tungsnotizen über daS, waS zur Sicherheit der Geldbrieftrager geschieht, sranko zu übersenden, gruse ich Sie alS Ihr unveränderter Schuldner HanSFasel. Ne ue' Lesart. Intendant : Nun Fräulein, schon ein gewöhnt ? G Monate Urlaub und 10, 00l) Mark Spiel-Honorar ich vermuthe, daß. Sie - damit zufrieden sind. Wie? Fräulein : O ja, Excellenz ich denke mir halt : Ubi pecunia ibi pa tria! ' Der NeichStagSabgeördnee : Antoine(Metz). Wenn er in Reden und in Schristen Revanche predigt und den Brand Versucht von Neuem anzustiften, Glaubt er, mit solchen Attentaten Hab' er besondern Muth verrathen, Doch er verrieth sein Heimathland.

Küritliü ist einunae-

treuer Lohnkellner aus eine eigenthüm liche Weise bestraft und befchämt worden. In einem Berliner vottl war ei gre. berHochzeitkfchmauS hergerichtet worden, bei welken zur Bedienung der Gäste, wie dies gewöhnlich geschieht, mehrere Lohnkellner engagirt waren. AlS bei dieser Gelegenheit einer der Kellner 'nt dampfende Schüssel mit Redhühnern zm Präsentiren sür die Gesellschalt erhalten hatte, vermochte er dem Gelüste nach die sem Leckerbissen nicht zu widerstehen, wickelte auf dem Gange eiligst ei Hühn chen in Papier und praktizirte dasselbe in die Hintere Tasche seines saubern Fracks. Aber sein Unstern wollte, daß der Hotelbesitzer Me3 Manöver durch eine halb geöffnete Seitenthür vollständig bemerkt hatte. Derselbe folgte daher dem Kellner sofort nach dem Saale, nhm eine gefüllte Saueicre und leerte dieselbe in die Tasche dcö servirenden DiebeL mit den lakonischenWorten: Lieber Freund, damit Sie daS Huhn nicht so trccken herunterwürgen, habe ich Jhnen etwa? Sauce dazu gegeben." Natürlich folgte dieser Scene ein schallendes Gelach! der anvesendktt .Gäste. welches den untreuen Kellner bewog, den Saal schleunigst zu verlosten und von da b das Hotel zu meiden. Das originellste aller russischen Iahrmarltvergnügen ist jeden falls das Rutschen von den Eisbergen.' An den beiden entgegengesetzten Enden des MarsseldeS zn. Petersburg ist je ein enorm hoher Berg ausgerichtet. Wochen vorher wird bereits daS hölzerne Gerüst mit der hinaufführenden Treppe gebaut. daS Ganze dann mit Schnee und Erde anSgesüllt, und aus Eisplstten eine Bahn von der steilen Böschung herab über den ganzen Pün bi3 zu dem gegen überliegenden zweiten Eisberg gelegt, so daß also zwei solcher Eisbahnen dicht nebeneinander herlaufen. Von der stei len Höhe nun saufen wie von einer Pi' stole geschossen, die niedrigen eisernen Schlitten hinab; vorn sitzt der Pasta ra r t i r- m m . r t gier, ylnler lyrn oer len!enoeiLlulscher,' deffen Hände, mit liesigen Fausthand schuhen auS dem stärksten Sohlenleder versehen, zu beiden Seilen aus der Eis bahn schleifen und das leichte Gefährt dirigiren. Schneller als der schnellste Kurierzug sausen die Schlitten an dem Beschauer vorüber. Jubelndes Ge gröhl aus der Volksmenge ertönt, so est eine Dame unter den Vergnügungöreisenden entdeckt wird : die meisten dersel ben sind halb betäubt von der schwin delnd schnellenFahrt und liegen wie ohnmächtig hingestreckt halb auf dem an derartigen Situationen bereits gewöhn ten, freundlich grinsenden Lenker. Am Endpunkt der Bahn angelangt, pflegen die Paffagiere gewöhnlich den zw'iteo Eisberg zu besteigen, um sofort die Retoursahrt anzutreten. DaS Ganze ge währt einen höchst spahasten Anblick. , Sonderbare E h a r s r e i tagSgebräuche bestehen zum Theile iu London. Am Friedhofe von St. Bar tbolomäuS werden am Morgen nach deu Gottesdienste 21 neugkprägte Sechs Pence-Stücke niedergelegt und von der gleichen Zahl der ärmsten Wittwen des PsarrsprengelS ausgehoben. Eö ist dies eine seit 400 Jahren bestehende Stif tung. Das Grab schließt die Asche der Stisterln ein, deren Name jedoch im Lause der Zeit verloren gegangen ist. Einer anderen im Jahre 1836 von Peter Simonds errichteten stistung gemäß werden am selben Tage 50 Knaben der mit dem Ehrist'Hoipitale in Verbindung stehenden Jrcischule vom Lordmayor mit je einem neugeprägten Penny und einem Päckchen süßer Rosinen beschenkt, für welche reiche Gabe sie dersprechen muffen, das Jahr über fleißig und sittsam zu sein und den Kirchenbenicht such zu verabsäumen. In einem Berliner R eftaurant wurde jüngst zu einem wohUhä tigen Zweck eine merkwürdige Urkunde versteigert, sür welche der Jnhaber,Kaus mann M., 132 M. 75 Schillinge erzielte. ES ist dies ein im Jabre 1739 zwei Kölne? Bürgern für eine Reife nach Berlin ausgestellter P,ß der freien NeichSflaZtt Köln, deffen Wortlaut, nach der .Post, folgender ist : Wir Bürgermeister und 'iath dieser des heiligen Reichs Freyer tadt Köllen, ersuchen hiermit Alle und Jede Hohen und Niede: , Standes Per sonen, denen diescs offene Patent für kombt, gebührlich bittend, sie wollen Vorweisern Baltbasarn Nkynforth und dessen Brüdern Pittern V, welche bey Gott Lob gantz gesund und frischer Luft vo hier nach Pärlin zu rlysen VoihabenS sammt allem denen,so denenselben an und zu gehörig, nicht allein zu Waffer und Land frey, sicher und ungindert paßund repaffiren zu lasten, sondern ihnen auch in Falle der Not auff geziehmen des Annfuchen allen günstigen Willen, Vorschub und Beförderung erveysen. welches Wir umb eineS j.kden Standes Gebühr nach hinwieder zu verschulden nicht wollen unterlaffen. Zur Urkundb Unseres uffgetruckten SigulumS. Siz? natum 23 Marty 1739. R. W. Ti!S, Dr. juris." Das Sigvlement, wel ckeS über Statur, Alter, Ober Kleyd. Parüque, Haar und Augen Auskunft geben soll, macht alle sechs Puncte nlt der Anmerkung ,cessaf ab. Folgende hübscheSchul anecdote wird, vom .Deutschen Tage blatt" ohike Quellenangabe erzählt : Der Lehrer fragt den Schüler Schmitt : .aS versteh! man unter den drei Gra zien V .Es waren Göttinnen in Grie chenland." .R.'cht. mein Sohn. Nun bilde mir mal daraus einen Satz." Schmitt : .Die drei Grazien wurden in Griechenland als Göttinnen verehrt .Schön, mein Sohn. Nun. Müller. nenn' mir mal das gerade )?gentheik von den drei Grazien.- Müller, nach einigem Bedenken: .Die Furien." .Recht, mein Sohn. Nun. Eohn. bilde mir einmal daraus einen Satz Eohn : .Furigen Montag hat Locwitz pleite ge?,.ockt." -7" Ja so! . A : .Das ist aber doch der reine Schwindel! Behauptet der Badearzt Michll, er habe im vorigen Jahre die Halste seiner Patienten vollständig qtiiese n lassen ! 93 : .Glaub's schon er hat eben nur zwei Patimten ge habt , '