Indiana Tribüne, Volume 6, Number 216, Indianapolis, Marion County, 24 April 1883 — Page 2
Zndiana Hribnne. FSgliche- und Ssnutagsausgaör.
Offtce: 2S. Dela wäre Str. Indianapolis, Ind., 24 April 18S3. Oefllrrekäi'S Zerfall X Z der7ank-7ter Zeitung Wenn man sich an jenem von einem Diplomaten erdachten Worte, Qester reich müßte erfunden werden, wenn es nicht vorhanden wäre, genügen läßt, dann mag man in den nationalen Käm pfen, welche unseren Nachbarstaat durch toben, eine besondere Gefahr für dessen Bestand nicht erblicken. Wer aber weiß, daß die innere Wahrheit derartiger geistreicher Sentenzen oft eine sehr geringe ist, der wird die centrisugale Bewegung innerhalb der österreich-ungarischen Mo narchie in ihrer Bedeutung nicht unter schätzen. So weit ist eS in der That gekommen in Oesterreich, ta bte nationalen Parteien in kaltblütiger Gemüths ruhe den Verfall des Ge sa mmtsta at e S in Erwägung zie hen, auf dessen Trümmern sie ihre poli tischen Pläne zu verwirklichen gedenken. Dieser Gang hat nicht Wunderbares an sich. DS erste Stadium der nationalen Aspirationen war ein neugebackeneö Oesterreicherthum föderalistischer Observanz. Jede Nationalität, die Deutschen, die Polen, die Czechen, die Slovenen gaben sich und nur sich allein für die wahren" Oesterreicher au. Im Grunde ihres Herzen wollten sie sich mit Oesterreich doch nur identisiciren, wenn und soweit es je nachdem ein deut scheS, polnisches, czechischeS, flovenisches Oesterreich fein würde. Je mehr aber die eine Nationalität die Widerstands kraft der anderen zu fühlen hat, um so weniger kann sie sich der Hoffnung hin geben, die übrigen Nationalitäten unter sich zu beugen. Die logische Consequenz ' ist, daß sie ansangt, der Idee des Ge sammtstaates, wett veZjen Fagott ihren Wünschen nicht entspricht, kühler sich gegenüberzustellen und lediglich der Pflege des nationalen Gedankens sich hinzugeben. Gerade in lekter Zeit baben die cen trifugalen Wünsch: lauteren Ausdruck . . 1 . . - . . gesunden denn ze. Wie zahlreichen jungczechischen Albernheiten wollen wir ganzaus dem Spiele lassen; die Absendung von Beileidstelegrammen nach dem Tode Gambetta's,' zeigte eher, wie sehr man sich in manchen slavischen Kreisen in eine blinde Wuth gegen alles Deutsche hineingeredet hat. Ernsthafter ist, daß ein altczechischer Abgeordneter, ein Politiker also, der' zu den Stützen des Cabinets Taaffe zählt, im Reichs rathe mit einem Bunde der Slaven und Franzosen droht, die sich gemeinsam auf r- . J -. . r ' u , ' i 1 die verhaßten Deutschen werfen würden Die Polen sind um kein Haar breit bescheidener. Obgleich gerade diese Nation am we nigsten zu klagen hätte, da sie gezenwär ' tig die erste Rolle in Cisleithanien spielt, hegt sie natürlich viel weitergehende Wünsche. Herr Romänowicz, der an Stelle Wolski's zum Reichsrath candi dirt, hat mit köstlicher Naivetät den Standpunkt des PolenthumS gekennzeichnet. Als er auf den, seiner Mei nung nach unvermeidlichen Krieg zwi fchen Oesterreich und Rußland zu sprechen kam, meinte er, es würden in diesem Falle beide Mächte um 'die Bundes genossenschast der Polen werben; er fügte dann wörtlich hinzu : Wir müssen bei der Collision dieser Mächte ein für allemal den Grundsatz ausstellen: Wir gehören nur Polen. Polen allein verfügt über unser Leben undBlut." Die österreichischen Polen werden also, wenn die Ansicht dieses Politikers durchdringt, im Falle eines Kriege? gegen Rußland vielleicht gegen Rußland ziehen ; möglicherweise werden sie ihre Neutralitätwahren, oder aber sie werden aus Seiten Rußlands gegen Oesterreich kämpfen. Sollte es dem Grafen Taaffe nicht dann und wann unheimlich werden, wenn er die Leute, auf welche er sich stützt, bei Lichte betrachtet? Macht doch die slavische Begehrlichkeit selbst vor der Armee nicht mehr Halt; man fordert allen Ernstes ein böhmisches, ein polnisches Heer, wie die Magyaren täglich nach einem ungarischen Heer schreien, und slavische Blätter haben kürzlich den genialen Vorschlag gemacht, anstatt der deutschen Armeesprache, die naturlich das Ohr eines biederen Czechen beleidigen muß, eine neutrale Sprache die französische einzuführen. Der Armeeverwaltung selbst sind die nationalen" Umtriebe innerhalb des Heeres offenbar in der letzten Zeit aufgefallen; darum hat man einen Armeebefehl an die Officiere erlassen, sich auch im Verkehre untereinander der deutschenSprache zu bedienen. Die Einheit der Armee und derFöderaliSmuS stehen eben feindlich einander gegenüber, und eS bleibt nur die Frage offen, welcher der beiden Faktoren sich am stärksten erweist. Bei dem Contakte, der in Folge der allgemeinen Wehrpflicht zwischen Volk und Heer herrscht, kann daS letztere auf die Dauer dem nationalen Einfluß nicht ent zogen werden. Schließlich bleibt dann noch die Anhänglichkeit an die Dynastie". Aber so ausgebildet das dynastische Gefühl in Oesterreich - Ungarn ist, es könnte im Kampfe mit dem nationalen Gedanken" unterliegen. Auch in Ungarn schwärmt man für die Dynastie; Conservative, Liberale und Unabhängigkeitsparteiler betonen um die Wette ihre Liebe zum Hause HabSburg. Und doch hat der ungarische Reichstag die Habsburger Dynastie seiner Zeit feierlich der Ste sanökrone verlustig erklärt. in noch ungelöstes Räthsel. Der Tabakhändler Thomas T. Smith in WestcheNer. Pa., ließ dieser Tage die
m lemem eicyättslocale ausqejtavelten Tabakballen,' Kijten und sonsti'ge'Vor räthe so arrangiren, wie dies durch eine bauliche Veränderung bedingt war. Hierbei wurde auch der seit Jahren im Gebrauch befindlichen Centesimalwaage ein anderer Platz angewiesen. Natür lich steht die letztere auf einer völlig ebe nen und festen Unterlage, sie befand sich aber bereits längere Zeit auf der letzte ren, als man bemerkte, wie der ungefähr einen Fuß lange Haken, an dem die Ge wichte befestigt werden, ohne daß die Wage im entferntesten bewegt worden wäre, in regelmäßige Pendelschwingun gen gerieth. Diese Schwingungen wur den allmälig größer und größer, bis ihre Anzahl 8t in der Minute betrug und blieben alsdann unverändert; sie gehen in der Weise vor sich, daß der eine End Punkt genau nach Nord, der andere ge nau nach Süd gelegen ist. ach den letzteren Nachrichten hatten die Schwia aungen 68 Stunden hindurch in größter Regelmäßigkeit angedauert. Die Wage ist seit Jahren im Gebrauche und ihr früherer Standpunkt befand sich nordwestlich von dem gegenwärtigen. Die eigenthümliche Erscheinung ist wohl so ziemlich von allen Einwohnern vonWest Ehester beobachtet und die verschiedensten Erklärungen derselben sind versucht wor den. Die größte Wahrscheinlichkeit hat diejenige für sich, welche die Thätigkeit eines schwachen electro magnetischen Stromes annimmt. In einem oberen Stockwerke deö Gebäudes befindet sich nämlich daS Bureau der Western Union Telegraph Co., und die Telegraphendrähte sind über der Thür in dem Laden an der Decke des letzteren entlang in das Bureau geleitet. Pros. Charpleß von Massachusetts widmet der Erscheinung seine besondere Aufmerksamkeit. Elsmvaytt-Jeit.
Bei der Abfassung ihrer Fahrpläne müssen die großen Eisenbabnen dieses ungeheuren Landes selbstverständlich auf Uebereinstimmung in den Zeltangaben bedacht sein, und sie richten sich aewöbn'lich nach dem Breitengrade, unter dem 'die mtttlere Hauptstatton der Bahn oder des Bahnsystems gelegen ist. Die New Nork Central z. B. hat Albann-, die Northwestern hat EhicagoZeit u. f. w. Nun bringt eS aber die große Menge der felbststandlg oder mit gewissen Zweig linien arbeitenden Bahnen mit sich, daß crv ? eine groc cannlazsanigien in vle,en Zeltangaben herrscht. Es giebt nicht weniger als 5) verschiedene Standards", vaS nicht nur für Leute,die viel zu reisen haben, Verwirrungen im Gefolge hat, fondern auch den sogenannten Durchbahnen äußerst unbequem ist. Um den Anschluß stets ausrecht zu erhalten und Verzögerungen zu vermeiden, müssen die Einzelnen Zugführer nicht nur die auf ihrer Strecke geltende Zeit, sondern auch den Standard" der nächsten Bahnen ,im Auge haben. Das wlll etwas heen ! . t -v ii w . n o r. - - . ai wenn man bedenkt, daß Züge z. B. von New Iork nach San Francisco, also auf einer Strecke von nahezu 4000 Meilen laufen. ES ist daher sehr erklärlich, daß in EisenbahN'Kreisen der Wunsch nach besserer Zeitregulirung längst rege geworden ist. Zwei Conventionen, die im Laufe dieses Monats in St. Louis, bezüglich New Bork stattgefunden haben, beschäftigten sich ausschließlich mit dieser Frage und führten sie ihrer Lösung sehr nahe. Der von ihnen befürwortete und sämmtlichen Eisenbahn-Verwaltern des Landes unterbreitete Plan rührt von Herrn W. F. Allen aus New Bork her und enthält folgende Hauptzüge : Das Land wird für Eisenbahn-Zwecke in fünf Abschnitte eingetheilt, die den Namen Provincial, Eaftern, Central, Mountarnund Pacchc führen. Zwischen jedem einzelnen beträgt der Zeitunterschied genau eine Stunde. Wenn eS also in der östlichen Section 12 Uhr Mittags ist, so ist eö 1 Uhr Nachmittags in dem Provincialabschnitte. d. h. von Halifax nach Quebec, 11 Uhr Vormittags in der Centralsection, d. h. von Chicago bis New Orleans, 10 Uhr Vormittags in der Bergsection, von Denver bis Salt Lake City, und 9 Uhr Vormittag? h dem ganzen Gebiete jenseits der Felsengebirge bis an den Stillen Ocean. - ; Um genauer zu sein, so hat der neue Standard folgende Bedeutung : ES wird die Zeit gewählt, die durch den fünfund siebenzigsten, neunzigsten, hundertund fünften und hundertundzwanzigsten Breitengrad bestimmt wird. Der Provincial'Standard gilt für alle Bahnen in der Dominion östlich von Quebec; der östliche für die Bahnen in den Neu England- und Mittelstaaten, die beiden' Virginias und die beiden Carolinas; der mittlere herrscht in den übrigen südatlantischen und den Golfstaaten vor sowie in den westlichen Staaten bis zu einer Linie, die von Nord nach Südwestlich vom Missouri-Fluffe gezogen wird, aber auch außerhalb gelegene Punkte in Dakota, Nebraöka, KanfaS und TexaS miteinschließt; der BergStandard hat seine westlichste Grenze in Missouba, Mont., Frisco, Utah, ,und Fort Juma, Ariz. Was westlich darüber hinaus liegt, gehört zum pacisischen Kreise. Die. Herren, welche diesem Plane beistimmten, vertreten Bahnen, die zusammen ö0.000Meilen lang sind. Es unterliegt also keinem Zweifel, daß er von sämmtlichen Eisenbahn-Verwaltern angenommen werden und im nächstenHerbst in Kraft treten wird. NnzusrUdeneS Blumenland. Daß Riesen-Staaten und Territorien, wie TexaS und Dakota, nach einer Theilung ihres Gebietes streben, ist am Ende begreiflich, namentlich wenn sich in verschiedenen Landestheilen von einander verschiedene Bevölkerungselemente entwickeln: daß aber auch in Florida TheilungSgelüste austauchen, ist ebenso unbegreiflich als- neu. Auch in dem Lande, wo im dunklen Laub die Gold-, Orangen glühen und in den Sümpfen die Moskito? schwärmen, macht sich der'
Varticularismus bemerklich. Das &ulf Coast Progreß" schrieb neulich : Mehj rere Ereignisse der letzten Zeit Haber deutlich bewiesen, daß Süd-Florida keine' Rechte hat, die der nördliche Theil des. Staates zu achten sich für verpflichtet hält.i' Wir sind unserer Zänkereien beraubt worden, um den unersättlichen Durst der gierigen Blutsauger au5 den nördlichen' und mittleren Theilen des Staates zu! befriedigen, und wenn wir den Rest un fereö Erbtheiles den Räubern entreißen wollen, so müssen wir erwachen und handeln." Obige Anklagen bestreitet nun der Jloridian" rundweg, aber doch giebt er zu, daß etwas faul ist im Staate Florida. Er sagt unter Anderem : Die Schwäche Florida's, wenn man so sagen darf, ist seine geographische Miß gestalt. Territorial ist es fürchterlich und wundervoll gemacht. Der Staat wäre nicht so merkwürdig gestaltet wor
den, wenn er zur Zeit, als die Grenzen Georgia's und Alabama's festgesetzt wurden, zu den Ber. Staaten gehört hätte. Da das nicht der Fall war, so konnten die Grenzen Alabama's nicht bis an die Meeresküste gezogen werden und den Hasen von Pensacola umschließen, und diejenigen Geor'ia's konnten nicht den mittleren Theil Florida's mit seinen Golshasen umfassen. Diese Ge biete gehören aber von Natur auS zu jenen beiden Staaten, und Florida sollte ausschließlich aus der Halbinsel, beste hen. So wurden wir übernommen, wie wir von Spanien kamen und müssen zusammenhallen, was wir haben, ob wohl es 800 Meilen lang um den EUbogen herum ist, mehr Land umfaßt, als die sechs Neuengland Staaten zusam men und so arrangirt ist, daß von Harmonie aus Grund gemeinsamer Handelsinteressen nie die Rede sein kann. At lantische, östliche und nördliche Verbindüngen ziehen nach der einen, Golf-, südliche und westliche Verbindungen nach der anderen Seite. Eine Section ist eiserfüchtig auf die andere, denn eine hat, 55.8 die andere nicht haben kann. Trüffel Andan. 'Her Franzose M. Chatin hat ein sehr interessantes Problem gelöst : den künstlichen Anbau von Trüffeln. Diese kugeligen, verschiedene Gattungen bildenden Pilze kommen in mergeliger Erde in Europa überall da vor, wo die Weinrebe gedeiht und die Traube regelmäßig reif wird. Da ein derartiger Boden tu vielen Theilen der Ver. Staaten häufig gefunden wirb, und die Cultur der Rebe sich schon so außerordentlich bewährt hat, so kann man mit Sicherheit annehmen, daß der Trüffel - Anbau auch hier mit Ersolg betrieben werden und den Farmern reiche Ertrüge von Aeckern liefern kann, deren Ergiebigkeit bisher nur äußerst gering war. Die Masse der Trüfsel ist fleischig, knorpelig oder hornig, auf lichtem Grunde dunkel gefleckt, oder auch violett und grau, in Italien weiß. Das feinste Aroma haben die in dem französischen Districte Perigord wachsenden Perigord - Trüffeln, und dieselben sind aus diesem Grunde am höchsten geschäht. Die Frage über die Entstehung und das Wachsthum der Trüffel had schon das Alterthum lebhast beschäftigt. Pliniu bezeichnete dieselbe als einen räthselhasten Auswuchs des Bodens, Plutarch sagt, sie entstehe durch das Zusammenwirken von Wärme, dumpser Feuchtigkeit und Donner. In neuerer Zeit nahm man an, die Trüffel entstehe dadurch, daß ein Jnsect die Wurzeln der Eichen dicht unter der Oberfläche anbohrt, um seine Eier in dle entstandene Oeffnung zu legen. Eine Autorität in der Truffelkunde, der Franzose Gasparin, sagte noch vor 40 Jahren : Wie die Trüffeln entstehen, misten wir nicht. nenn man aber welche haben will, muß rr " u rr. r man Llcyen anpnanzen. lkser bjo rie traten englische Forscher gegenüber. Der Engländer William Tillery stellte zuerst die Behauptung auf, die Trüffel sei ein Pilz und bilde stch ganz ähnlich aus Sporen, wie der Champignon. Um die Trüffel künstlich zu verpflanzen, grub er einen vollentwickelten Pilz aus .unh brachte diesen, sowie einen Spatender Erde, in der er gewachsen war, m vorder bearbeitete Erde, breitete die aanzeMasse aus und bedeckte sie mit Eichenlaub, daS er durch Bretter und Latten gegen das Fortgewehtwerden schützte. Er hatte mit diesen Versuchen mitunter den besten.' rr I " milunier avioiui reinen rsglg. Blanzend gediehen alle diese Pflanzungen aus. ooen, oer von einem ausgetrockneten Sumpfe gebildet wurde. Eme Unter suchung der Erde zeigte, daß dieselbe außerordentlich viel Jurakalk enthielt, w r.iii . r -r ' . ' UNS leuocm yaven unleriuqungen in verschiedenen europäischen Ländern bewiesen, daß der Boden überall da, wo die Trüffel gedeiht, kalkhaltig oder merl gelig, namentlich aber stark mit Jura-! ! kalk vermischt ist. In Frankreick icknei. det die Trüffelcultur überall da, wo eine andere geologische Formation des BooenS an Stelle der bezeichneten tritt, so scharf ab, daß eS keinem Zweifel mebr unterliegt, daß kalkhaltige Erde die we sentlichste Vorbedingung für das Ge dethen der Trüffel budet. Elchen, Bu chen und Kastanien fördern das Wacks thum des PilzeS, stehen diese Bäume' aber aus nicht mergeligem Boden, so ! kann weder die natürliche Verbreitung i . . k . " nocy o lunnllllze Anpflanzung der al5 rv- F" r i russeiiamen zu oezelcynenoen Sporen Trüffeln hervorbringen. Die Verbesserung, welche Chatin in der künstlichen Anpflanzung . der Trüffeln einaesübrt hat, besteht im Wesentlichen darin, daß er von Waldbeflanden, in denen der Pilz in vorzüglicher Weise gedeiht,' ! rf n ' icykin auiiammeii, roeiaze längere Zeit aus dem Booen gelegen baden. Diese1 Früchte, nicht die von den Bäumen gepflückten enthalten die Sporen den Trüffelsamen in großer Anzahl, können getrocknet und zerkleinert werden und bringen, auf geeigneten Boden gebracht, reiche Trüffel-Culturen hervor. Chatin beabsichtigt zur Zeit, auf die jetzt schon wenig werthvolle Trüffeln trscsenden Bodenstrecken in der Champagne und Burgund die' kostbaren Perigord-Trüf felnzu verflanun. Der Franzose
Rousseau desttzt ltt der !,caoe Von Car-1
pentraö rm Departement Vaucleuse eme große Strecke kieseligen und viel Jurakalk enthaltenden Bodens, der ihm für irgend welche Ackerbau- oder Weidezwecke keine fünfzig Francs im Jahre einbringen würde ; er hat 20 Hektaren dieses Bodens 1 Hect. 2 amerik. Acker mit Trüffeln bepflanzt und aus deren Verkauf im vorigen Jahre $10,400, oder beinahe $200 vom Acker erlöst. Die Trüsfel.Production Frankreich'S beziffert sich jährlich auf $4,000,000 bis $5,000,0000. Die beschriebenen Eicheln werden einfach in den Boden aesteckt und dieser muß 8 bis 10 Jahre lang einmal jährlich leicht umgebrochen werden, bis sich im geeigneten Boden die TrüffelPlantage zu vollster Ertragfähigkelt entwickelt. Während die Anpflanzung und die jährliche Behandlung außerordentlich einfach sind und nur höchst unbedeutende Arbeit verursachen, t die Ernte zeitraubend und kostspielig. Die Schweine empfehlen sich zum Ausspüren der Trüsfeln mehr als die Hunde, weil sie bester geeignet sind, die Schwämme aus dem Boden zu wühlen, verwüsten aber auch einen grüneren Theil der geförderten Früchte. Die Trüffelhunde eine be sondere Art langhaariger Wanerhunde werden dadurch dressirt, daß man ihnen frühe, ehe sie irgend etwas anderes aenonen haben, Trüffeln zu freuen giebt. Das Thier lernt hierdurch den Geruch der Trüffel genau kennen und diefe selbst mit Begierde sretn. und es spurt den unter der Erdoberfläche befindlichen Pilze gierig nach. Hat es einen solchen herausgewühlk, so muß man ihm denselben wegnehmen, ihm aber von Zeit zu Zeit gestatten, eine kleine Trüffel zu verzehren, weil eS außerdem seinen Eifer verneren und störrisch werden wurde. Die Trüffel erreicht ein Gewicht bis zu einem Pfunde, und das letztere kostet in Paris je nach Qualität zwischen $5 und $10. Hirsche, Füchse und wilde Schweine stellen den Trüffeln ebenfalls leidenschaftlich nach. 'Die Trüffel, der Brillant der Küche", wie Brillat-savarin dieselbe in in selnir geistreichen Physiologie des Geschmacks" nennt, wird jetzt in FrankKielfach nachgemacht und aus der Rinde &3 Nußbaume?, verschiedenen Rüsten, nikntlich aber QU? Kartoffeln hergestellt, die mit einer Eisen enthaltenden schwachen Säure gefärbt und mit Phenol und sonstigen aus Fuselöl hergestellten Bouque parfümirt werden. Diese Fälschungen waren schon im vorigenJahrhundert inFrankreich bekannt, wurden aber damals nur in sehr bescheidenem Maßstabe ausgeführt, während sich der Trüffelverbrauch so gesteigert bat, daß jetzt nur noch in den theuersten Restaurants echte Trüffeln verwendet und in den übrigen Unmassen gefälschter consumirt werden.' Die besten Trüffeln kommen in den StraßburgerGänseleberund in den Lyoner Pasteten in den Han del. Jntereffant ist daS Recept zur Trüffelbereitung, welches dem altenKochkünstler Chiromenes das atheniensische Bürgerrecht eintrug ; er umhüllte die Trüffeln mit Fleifchschekbchen von thessalischen Schweinen und ließ sie mit Knoblauch, Gewürzen, Honig, getrockneten Feigen und Rosinen, sowie einigen Gläsern korinthischen Weines in einem Pastetenteige langsam backen. Eine andere berühmte Art der Zubereitung führte die Bezeichnung: Trüffeln 'der WmmV. Van? :aM. E s werden hierzulande b ekanntlich eine Menge Lebensmittel ller Art, in Blechbüchsen eingemacht, aus d:n Markt gebracht. An solchen Lebensmitteln wurden im vergangenen Jahre in den Ver. Staaten verkauft : 50,000.000 Büchsen TomatoeS, 25.000.000 BüchsenWälschkorn, 53.000.000 Büchsen Lzchs, 35.000.000 BüchsenLobsters, 12.000.000 Fische aller Art, 30.000.000 Büchsen Austern, 50.000.000 Büchsen Pfirsiche, Aepfel, Birnen, Aprikosen und ähnliche Früchte, 30.000,000 Büchsen Gemüse als Bohnen, Erbsen zc., 25.000.000 Büchsen Beeren.zufammen ca. 300.000,000 Büchsen. Die zahlreichen Fleischsorten, die in Büchsen auf den Markt kommen, sind hier nicht mit eingerechnet, doch geht es auch in dieser Richtung in die Millionen Büchsen. Die Ausführung deSVorl-town-MonumentS ist der HalloweU Granite Co. in Maine contractlich übertragen worden ; daS Denkmal' erhält eine Höhe von 97 Fuß 2 Zoll, auf der Spitze desselben wird sich eine 13 Fuß hohe allegorische Figur erheben. Der Oelbaum gedeiht i m südlichen Calisornien, sein Anbau aber will sich nicht recht ausbreiten, so vortheilhast er auch ist. Theils ist er den Verwüstungen eines Jnsects, welches alle Qbstbäume heimsucht, des Schuppenwurms, ausgesetzt, theils ist das Baumwollsamen'Oel, welches höchst' wohlfeil hergestellt werden kann, dem Olivenöl ein gefährlicher Mitbewerber. Auch ist das Klima zu trocken, um ohne kostspielige Bewässerung? - Anlagen größere Pflanzungen von Oelbäumen erfolgreich zu betreiben. Einem Farmer in Kentucky ging seine ganze Weizenernte in folgender Weise verloren. Ein Regensturm, gefolgt von Kälte,bedeckte die dicbteSaat mit einer zusammenhängenden Eisdecke. Dann kam die Ueberschwemmung, bedeckte das Feld, das Eis stieg an die Oberfläche des Waffers und nahm mit sich alle die Weizenpflanzen empor, und fort schwammen sie. O'D on ov an Rossa, der iri sche Agitator, - legt seinen Freunden der Dynamit-Faktion folgenden Plan zur freundlichen Beachtung vor:-' Man tranöportire 1003 von ihren Farmen vertriebene Jrländer nach London und bringe sie dort in 1000 Hotels oder Privathäusern unter. Jeder dieser Jrländer erhält eine Schachtel Streichhölzer und hat den Austrag, zu einer bestimmten Stunde Feuer anzulegen. Eittr Feuersbrunst, die an 1000 Stellen zugleich in London ausbräche, würde die Engländer so einschüchtern, daß Irland Alles erhal-
ten könnte, was eS verlangt, und dabei kostet die ganze Geschichte 'nur Z80.000, also weniger, als eS schon manchmal gekostet hat, die lumpigste Bill im Congreß durchzubringen. EinMann in M an ch e st e r,N. H., hat es nach und nach, er begann mit einer kleinen Dosis im Jahre 1815, dabin gebracht, daß er pro Monat 1 Pfund Opium effen kann. JnPocasset,Mass., schlach. tete Chs. Freeman im Mai 1879 in einem Anfalle von religiösem Wahnsinn seine kleine Tochter. Er opferte sie dem Herrn," wie einstmals Abraham seinen SohnjJsaak aus der Welt schaffen wollte. Freeman wurde in eine Irrenanstatt geschickt. Nun erklären die BeHorden der Irrenanstalt, daß F. wieder geistig gesund sei. Ja letzterer Zeit hat F. häufig Besuche von seiner Frau er
halten, und Beide haben zusammen gebetet. Uebrigens war die Frau Zeugin der That ihres Mannes und,ebenso ver rückt wie er. hielt sie daS Licht, während der Vater seinem Kinde das Messer in die Brust stieß. Freeman soll nun noch einmal prozessirt werden, wird aber nicht auf den Grund hin, daß er zur Zeit der That wahnsinnig war, entkommen. Mann und Frau gehörten einstmals zur Sekte der Adventisten". Eine verständige Entscheidung fällte unlängst das Waisengericht in Alleghany-County, Penn. Ein Vater hatte vor Jahren sein Kind im Stiche gelassen und nichts zu seinem Unterhalt gethan. Großeltern nahmen sich des Kindes an und erzogen dasselbe in ihrer besten Weise. Jetzt fordert der Pflichtvergessene Vater sein Kind zurück, die. Großeltern, die mit inniger Liebe an ihm hängen, verweigerten dessenHerauSgabe. Das Gericht entschied zu Gunsten der Großeltern. In Philadelphia haben sechs Äraber, welche vor etwa sechs Monaten nach Amerika kamen, in der ausgesprochenen Absicht, sich Reichthümer zusammenzubetteln, beschlossen, nach New Aork und von dort nach ihre? Heimath zurückzukehren. Ihre Abreise wurde durch eine Entdeckung beschleunigt, welche die Behörde des CorrectionshauseS. welcher Anstalt das Gesindel überwiesen worden war, machte. Eine der Hauptregelndes CorrektionshauseS! ist Reinlichkeit, und da die Araber, c in Mann, zwei Frauen und drei Kinder, buchstäblich von Schmutz und Ungeziefer starrten und sich beharrlich weigerten diefe Regel zu befolgen, so wurde Ge walt angewendet. Ate man die Frauen entkleidete, fand man in den Kleidern der einen 800, in denen der andern $500 verborgen. Sie wurden sofort aus der Anstalt ausgewiesen und schienen eS gar nicht begreifen zu kstnnen.daß sie ihre Reisekosten nach New ZZork selbst zahlen sollten. ; Das P h. VolkSbl." bringt unter der Ueberschrist : Haben keine Armen Folgende: Da auS Deutschland, so viele traurige ' Nachrichten einlausen. mag es die Leser erfreuen, aucb einmal eine gute Nachricht Ziu bören. Ein durch seine Wohlthätigkeit sehr bekannter oeutsryer Bürger der vtaot Plzilaoelpyla wurde, ionjie seine ffrau. in Erkeln. einem ungefähr 700 Einwohner zahlenden' Sorse nahe Brake: rn Westpnalen, geboren. Um nun auch fernem Geburtsorte eine milde Gabe zuzuwenden, beschloß er, in demselben, da er wußte, daß das ilte Armenhaus ziemlich zerfallen mär,' aus seine Kosten ein neues Armenhaus i.u erbauen und der Gemeinde ein Kapital als Stiftung zum Geschenke zu ma-! chen, um aus dessen Zinsen den Unter' halt der armen Leute zu bestreiten. Derdeutsche Büraer theilte nun diesen Vlan dem Bürgermeister von Erkeln brieflich mit, erhielt aber vor einigen Tagen z; seinem größten Staunen die Antwort Saß es in diesem Dorse keine Armen gebe' and deshalb für ein .Armenhaus kein Bedürfniß vorhanden sei." DieWeißen, welche auf der. Llleghany Jndianer-Reservation woh-' iien, außerhalb der Dörfer Red House, Salamanca, West Salamanca, Greot' Zarrollton und Vandalia, haben, wie ins Busfalo gemeldet wird, vom De?artement des Innern Befebl erhalten,, innerhalb dreißig Tagen die Refervationiu verlassen.- Falls sie nicht gehorchen,. z?ird Militär gegen sie gesandt erdenk t' können dann auch vom Bundeszerichte um je .D1000 gestraft werden. Die Leute haben zwar das Land unge-' setzlicher Weise in Besitz, viele werden )urch diesen Befehl aber hart betroffen;ie wohnen seit dreißig Jahren dort undjatten.in der Hoffnung, daß das längst' lls todter Buchstabe betrachtete Gesetzne angewendet werden würde, großes Verbesserungen gemacht, Fabriken ange-' egt u. s. w. Qom Auslande. Einer der eigenthümlichsten Fabrikationszweige der Welt dürste die Wurmfabrikation für Angler sein. In Paris giebt es ein Etablissement, welches sich ausschließlich mit derselben beschäftigt und sich im Besitze eineS Mr. Salin befindet. ES wohnen nämlich in Paris mehr als 2000 Liebhaber des Angelsports. Mr. Salin fabriz'ut und verkaust seine Würmer an den Ufern der Seine. Er hat aber auch Privatkunden, denen er den Würmerbedarf in's Haus stellt oder aufReifen nachsendet. Salin'S Fabrik befindet sich in dem obersten Stockwerke emeö vorstädtischen Hauses. Auf dem Dache hat er eine Art vonTrockenhauS angelegt. In diesem Häuschen bewahrt Vater Salin die Leichen voir Hunden und Katzen so lange auf. bis ste in Fäulniß übergehen. Die Würmer, welche sich in dem faulenden Fleische bilden, sammelt der Fabrikant in kleinen, mit Vignette und Fabrikmarken versehenen Blechdosen, den sogenannten Ca lottees", für welche 10 bis 40 Sous bezahlt werden. Die Fabrik wirst ihrem Erfinder und Eigenthümer während der Sommersaison einentäglichen Verdienst von durchschnittlich 15 Franks, während der Wintermonate dagegen einen solchen von nur 8 Franks täglich ab. Geht nämlich die Angelsaison zu Enhe, so U
ginnt seine Wintercampagne. Salin paßt seine Fabrikate der Jahreszeit und dem momentanen Bedürfnisse an: er erzeugt Mehlwürmer für die Singvögel, von welchen man daS Hundert zu 10 SouS, verkauft. Auf diese Weise ist es Herrn Salin möglich, stch den Winter ' über zu ernähren. Eine e l e k r i s ch e Eisen
bahn unter der Themse ist das neueste Vroject, um dem immerfort steigenden Verkehr Londons zu Hufe zu kommen. Es soll zu diesem Behufe ein Tunnel unter der Themse, zwischen Charing Croß und Waterloo, angelegt und in demselben ein Doppelgeleise geführt werden, auf dem einzelne Waggons der elektrischen Buhn in rascher Nacheinandersolge mit einerFahrgeschwindigkeit von 12 Meilen per Stunde verkehren würden. Die Stationen der Verbindungsbahn wären am linken Ufer Northumber land Avenue, gegenüber dem Grand Hotel, und am rechten Ufer die Water. loo - Eisenbahnstation. Die Baucon tracte sind bereits abgeschlosten. In England haben die Vorkommnisse der letzten Tage und die bedenkliche Gestalt der beständig zunehmenden Geheimbünde die Regierung veranlaßt, eine sehr wichtige Aenderung in der Organisation der Geheimpolizei in ScotlandZ)ard vorzunehmen. EZ soll nunmehr in der kürzesten Zeit eine eigene Abtheilung der Criminalpolizei errichtet werden, welche sich nur mit politischen Angelegenheiten zu besassen und namentlich die politischen Verbrecher und Agitationen zu überwachen haben wird, die hier aus aller Herren 'Ländern eine Zufluchtsstätte suchen. DaS neue Departement soll nach dem Muster der zu gleichem Zwecke in Paris und Berlin destehenden Polizeiabtheilungen eingerich et werden, und die Adoptirung eines besonderen Gebäudes für diesen neuen Zweig der SicherheitSwahe ist schon in Aussicht genommen. Am Jahresschluß 1832 hatte Norwegen eine Bevölkerung von 1,922,400 Einwohnern. In den sieben vorangegangenen Jahcen wurden 190, 731 mehr geboren als starben ; eS wanderten aber auch 95,136 aus, so daß der Zuwachs der Bevölkerung nur 103,500 (wovon 97,000 allein in der Zeit von 137679) betragen hat. In den letzten drei Jahren war der Zuwachs nur sehr gering, da 75,100 Menschen auSwanderten. Im vorigen Jahre 1882 allein verminderte sich die Bevölkerung um 4,100 Seelen, ein Fall, der feit 1844 nicht mehr vorgekommen war. Am 5. April ist in Nizz a das dortige Castno gänzlich niedergebrannt. DaS Feuer griff so schnell um sich, daß die Flammen bald durch drei Stockwerke sich ausbreiteten und die Hitze so groß war, daß von der Promenade der Engländer und vom Süd-Quai sich Niemand heranwagte. Dadurch wurden trotz des guten Willens die Löschversuche des Feuers sehr dürftig und die Zerstörung des ganzen Gebäudes war die Folge davon. Die Feuersbrunst bot einen höchst romantischen Anblick: der Zink des Daches schmolz und troff herab ; daS eiferne Rüstwerk des Hauses bog sich in Rothgluth zusammen, die Meeresfluth in der nächsten Nähe schien zu kochen, die Niesenflamme, die himmelan schlug, spiegelte sich im Meere ab. Jetzt steht nur noch das eiserne Gerüst des CasinoS, verbogen und noch von Flammen umspielt. Das Castno war zu mehreren Millionen versichert ; der Verlust wird aus 5 Millionen veranschlagt. Die Ursache des FeuerS ist noch nicht bekannt. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. A n dem in Kopenhagen vom 30. März bis 1. April abgeholtenen Congreste deutscher Socialdemokraten haben u. A. auch die Reichstagsabgeordneten Blos, Liebknecht, v.Vollmar, Hasenclever, Kräcker, Kayser, Geyser, Grillenberger, Frohme, Tietz und Stolle theilgenommen. Ferner waren Auer, Bebet und Viereck anwesend. Die Verhandlungen des Congresses betrasen dem Vernehmen nach die Stellung derPartei zu den Reichstagswahlen im Jahre 1884, und zu des Fürsten Bismarck sozialpolitischen Vorschlägen, welche letztere man aus das Bestimmteste zu bekämpfen beschloß. Gegen die Kapitalisten ent schied man sich, den Kamps zu forciren. Während des CongresseS liefen Adressen von russischen und französischen Sozialisten ein. Nach Schluß des Congresses gaben die dänischen Sozialisten ein Festmahl zu Ehren ihrer deutschen College. Besonder betont wurde, daß die däni sche und die deutsche Sozialöemolcatie Parteien auf streng parlamentarischem Boen seien, ohne Sympathie sür und ohn.' Anschluß an die Sozialrevolutio näre. . Bei derBerathung des MittelschulgesetzeS im ungarischen Abgeordnetenhause wurde die Frage gestellt, ob die deutsche Sprache in den Gymnasie als obligater Lehrgegenstand beiznbehalten wäre. DaS gesammte Haus ohne Unterschied der Parteien stimmte dasür, nur 15 Deputirte blieben sitzen. Gegenüber dem Antrag Madaraß. dß von 1887 an die ungarische Sprache in sämmtlichen Mittelschulen die Vortragsspräche sein soll, erklärte der MinisterPräsident TiSza, er müsse den Antrag ablehnen, da es unstatthaft fei, weiterzugehen, als das Interesse des Staates unbedingt erheische. Den Schülern con sefsioneller Mittelschulen die Möglichkeit zu benehmen, ihre Studien in der MutUrsprache fortzusetzen, müsse als ungari scher Chauvinismus bezeichnet werden, würde auch nicht zum Ziele führen. N a ch d e n bereits erwähnten M 'Vilungen sind nunmehr 36 dänische Unterthanen auS Nordfchleswig ausgewiesen, weil sie sich nicht der landräthlichen Aufforderung gemäß in die preußischen Stammrollen haben eintra gen lassen. Wie jetzt die .Vossische Zeitung" erfährt, gab es überhaupt in NordschleZwig im Ganzen nur 57 Däni sche Unterthanen, welche dort ihren dauernden Ausenthalt genommen und in diesem Jahre das militärpflichtige Alter erreicht hatten, 19 hben sich in die Stammrolle eintragen lassen, bei zweien !K die Sache noch nicht entschieden.
