Indiana Tribüne, Volume 6, Number 215, Indianapolis, Marion County, 23 April 1883 — Page 2

Indiana Hriöune.',

FSglZcZe nud Sslagsausga5,. Office: DelawareWtr. Indianapolis, Ind., 23 April 1883. Unsere Csvallerie. Lieutenant Robertson von der Bundes'Armee hat den Dienst der sranzösi schen sowohl, als der deutschen C?valle rie während seines längeren Ausenthalts in Europa practisch studirt und bemerkt, daß da? Verfahren der Ossiciere und Mannschaften unserer Cavallerie wesent lich hinter den in den europäischen Armeen eingesührten Systemen zurückstehe. Bei uns werden die Pferde den verschie denen Regimentern zugewiesen, ohne daß von ihnen etwas weiteres bekannt ist, als daß sie bereits früher geritten und von der Prüfungscommission für gesund er klärt worden sind. Die einzelnen Pserde werden unter die Soldaten Vertheilt, und diese erhalten gleichzeitig das erfor derliche Sattel und Zaumzeug. Namentlich das letztere ist nicht dem Bau der einzelnen Thiere entsprechend einge richtet. Zaume und Gebisse werden nach einer Schablone gearbeitet und ge braucht, sie mögen passen oder nicht. So kommt e? vor. daß die Thiere mit schlecht sitzenden Kinnketten, zu scharfen oder zu leichten Gebissen, mit verletzten Zungen oder fortwährendem Drucke auf einen Theil des Körpers in den Dienst gestellt werden, und eS muß als ein Wunder bezeichnet werden, daß nicht noch mehr unserer Pserde schon nach kurzem Dienste wegen völliger Unbrauchbarst ausrangirt werden müssen. Die Un brauchbarkeit der Thiere resultirt natürlich auch auS anderen Ursachen, aber auS keiner so häufig, als auS der Mangelhaften Zäumung, welche auf die Bedürfnisse der einzelnen Thiere nicht die minbeste Rücksicht nimmt. Während in den europäischen Armeen die Cavallerie Ossiciere natürlich nicht nur gute Reiter sind, sondern auch Kenntnisse über den Bau des Pferdes besitzen und mit den Anforderungen,die an eine möglichst voll kommene Zäumung zu stellen sind, ge nau vertraut sind und -diese Kenntniß den Unterossicieren und Soldaten bei bringen, wird dieser Theil des Dienstes bei uns gänzlich vernachlässigt. Wir haben zwar außer den eigentlichen Ossi cieren auch Reitlehrer, aber auch diese können durch Unterricht und Unterwei sung nichts, aus der Erfahrung nach und nach nur wenig lernen." Aus dem Vosemite.Thale. Die wunderbare Erhabenheit der ZZo' semiteFälle hat die Indianer von jeher gelehrt, dieses Naturschausplel mit fast abgöttischer Verehrung zu betrachten. Ein Amerikaner, der die größten Natur wunder beider Hemisphären auS eigener Anschauung kennt, schreibt, daß der erste Anblick der Fälle in ihm dasselbe Gefühl hervorgerufen habe, welches fönst in dem Herzen des Mannes in dessen glücklich, ster Zeit nur der Anblick der Geliebten erregt. So großartig der Anblick der Fälle im Sommer ist, so wird derselbe doch durch die Pracht des Schaulvieles. das sie im Winterkleid? bieten, noch übertrosfen. Wie von Feenhänden er baut, ragt am Fuße des untersten der Fälle ein aus Eis'Krystallen gebildeter Palast über hundert Fuß hoch in die Lust, vieltausendsältig und in allen Far den des Regenbogens wirft er die Son nenstrahlen zurück, und der Dunst des Wassers, der im Fallen gefriert, gleicht einem Regen von Myriaden kleiner Opale und Diamanten. Aus einer Höhe von 2700 Fuß stürzt der ZZofemite Fall scheinbar direct herab und nur, wenn man an den Seiten desselben em porsteigt, wird man gewahr, daß das Schauspiel eigentlich auS drei Fällen besteht, welche durch kurze Strecken ebe nen Wasserlaufes von einander getrennt sind. Schon der oberste Fall versetzt indeß die Wassermassen in einen Zustand so tosender und schäumender Ausregung daß der ganze Fluß einen einzigen, un unterbrochenen Fall zu bilden scheint. Die Breite des Stromes beträgt da, wo er sich aus der Höhe herabstürzt 30, aber an der Basis des untersten Falles ziem lich 300 Tuß. Der oberste Fall stürzt 1.600 Fuß direct in die Tiefe, hier läuft der Strom ziemlich eine Viertelmeile in seinem wenig geneigten Bette abwärts und stürzt dann 600 und wiederum nach kurzer Unterbrechung 500 Fuß tief in die Schlucht. Die Höhe des Falles beträgt sonach 2700 Fuß. An beiden Seiten ist der Fluß von den herrlichsten Bäumen eingefaßt, die meist eine Höhe von mehr als 200 Fuß erreichen. Viele Leser ha den gewiß die .NiagaraF2lle gesehen und können sich durch die Erinnerung an diese eine ungefähre Vorstellung von der Großartigkeit des ZZosemiteFalleS ma chen. Die Höhe der ersteren beträgt 162 Fuß, dieselben übertreffen aber den Bosemite-Fall an Breite ebenso, wie dieser ihnen in Ansehung der Höhe über legen ist. Der Huseisen-Fall der cana dischen Seite ist 2,100 Fuß. der amenkanische Fall 1,100 Fuß breit; die Gesammtbreite der NiagaraFälle beträgt einschließlich der Ziegeninsel 4,200 Fuß. m m m Das große Lleteor. Wiederholt schon ist der Vorschlag ge macht worden, das alte Wort: .Er lügt wie gedruckt mit dem modernen Worte: .Er lügt wie telegraphirt u vertäu schen. Wir haben nicht zu untersuchen. welche AusoruaSwelZe größere Berechti gung hat, glauben aber, der erst tele gravhirten und dann gedruckten falschen Nachricht den vlegeöprelS im Lugen zu erkennen zu muffen. Eine derartige. nicht uninteressante Nachricht verdankt dem humoristischen Journalisten Joe Mulhatton in Fort Worth, Tex., ihre Verbreitung, demselben, der vor ewiger Zeit berichtete, eine Aktiengesellschaft .habe die Mammuth-Höhle in Kentucky

angekauft und lasse dieselbe nach Eng land transportiren und dort gegen Eintrittsgeld zur Schau stellen. Die durch .Specialdepeschen in die englische Presse .übergegangene Nachricht hat namentlich in den Kreisen der Astronomen Aussehen erregt, und viele der letzteren waren bereitS mit den Vorbereitungen zur Reise nach der William Ranch in Tczas be schäftigt. In der Nähe derselben ist am 16. d. M. früh gegen 2 Uhr einMe teor gefallen, hat zahlreiche Viehheerden 'getödtet und das Wohnhaus des Mexi caners Martine; Garcia tief in den Erd 'boden hineingeschlagen. Garcia, dessen .Weib und fünf Kinder wurden unter den Trümmern des Hauses und der Riesen last des Meteors begraben. Einzelne Viehhirten haben den Fall deS Meteors beobachtet; dasselbe schoß erst eineStrecke in pzralleler Richtung mit dem Erdbo den dahin und stürzte dann, einenWinkel zu der angegebenen Richtung bildend, auf die Garcia'sche Besitzung herab. Der Fall ließ in weiter Umgebung denBoden wie in einem Erdbeben erzittern und ein donnerartiges Getöse ersüllte die Lust. Im Fallen glich das Meteor einer unge heuren glühenden Kugel. Die Erschütterung war sö groß, daß bis auf zwei Meilen in der Runde alle Fenstertafeln gesprungen sind. Die Bewohner der Häuser sprangen entsetzt auS ihren Bet ten und verließen ihreWohnungen, deren Einsturz sie fürchteten; zahlreicheSchup pen und Stallgebäude sind in der That zusammengestürzt. Die Viehyeerden ha den sich nach allen Richtungen hin ge flüchtet. Das Meteor ist über hundert Fuß tief in den Boden eingeschlagen und ragt noch einige 70 Fuß über denselben Mpor; dasselbe bedeckt eine Fläche von ungefähr einem Acker." So lautete die Nachricht, und sie wurde, wie gesagt, fast allgemein geglaubt.

(Srausamkiten in Irland. Wenn die irischen Dynamithelden nichts weiter erreicht haben, so haben sie es doch zuwege gebracht, daß die grau samen Pächtervertreibungen wieder in vollem Gange sind. Den irischen Parlmentömitgliedern ist der Mund verschlössen, das Cabinet dars es nicht wa gen, Vorschläge zur Verbesserung des Landgesetzes zu machen, und selbst die englische Arbeiterbevölkerung, die früher auf Seiten der mißhandelten Jrländer stand, ist ihnen durch die Mord und Dynamitattentate entfremdet worden. Diese Sachlage benutzen die großen Grundeigenthümer.um wieder mit voller Strenge gegen zahlungsunsähigePächter vorzugehen, und die Beamten, deren sie sich bedienen, scheinen an einer möglichst grausamen Behandlung der armen Leute, ihre Freude zu finden. Es sind neuer dings viele Fälle zur öffentlichen Kennt niß gelangt, die ein böses Licht aus die Lords und ihre Werkzeuge werfen. Im County Killarney sollte kürzlich ein Pächter vertrieben werden, dessen ILjährigeTochter todtkrank darniederlag. Umsonst bat der Vater den bei der Exe cution anwesenden Agenten des Grund besitzerS, doch wenigstens so lange zu warten, bis sein Kind etwas gesünder geworden gsei. Die Kranke wurde ge waltsam in'S Freie geschasst, trotzdem eben ein heftiger Schneesturm wüthete, und als der Vater die Thür aushakte, um sein Kind durch dieses NothWetter dach gegen den Wind zu schützen.ließ der unmenschliche Agent die Thur wieder an lhren alten Platz bringen. Nur durch ein dünnes Tuch gegen die Unbilden der Witterung geschützt, starb die Mißhan delte vor den Augen des unglücklichen Aaters. Nicht minder grausam ist ein anderer Fall. Ein 90jähriger Mann im Eounti) Cork, der seit fünfzig Jahren em gepachtetes Bergqutchen bewirth fchaftet hatte, wurde vor einigen Jahren von $100 auf $325 gesteigert. Anfänglich bezahlte er mit Hilfe seiner in Ame nla lebenden Kmder dte Pacht.aber durch schlechte Ernten und Krankheit kam er fchliefeltch so wett zurück, daß er Nicht mehr zahlen konnte. Da sein Pacht contract auf bestimmte Zett lies, konnte er sich nicht an das Landgericht um Er Mäßigung der Rente wenden und bat daher den Lord um Nachlaß. Er wurde abgewiesen und ,m kältesten Wetter aus dem Hause verjagt, ehe noch ein Karren ankommen konnte, den seine Kmder für ihn bestellt hatten. Als der Executor kam, lag der Greis bereits im Sterben. Dennoch ließ man ihm nicht die aerinasie qonung, nillzl einmal 10 viti nuancht angedeihen, daß man eine Stunde auf CT X . j r . YIm.r. den Wagen wartete. Im County Cläre wurde eine Wittwe vertrieben, deren Mann vor 37 Jahren ein Stück Torf moor gepachtet u. entwässert hatte. Kaum war das Grundstück anbaufähig gewor den, so steigerte der Lord die Pacht. Jahre lang arbeiteten die Armen für den reichen Aristokraten, bis der Mann krank wurde und fünf Jahre bettlägerig blieb. Die Frau pflegte ihn nicht nur, C'-V, t.I. itfX .ti.i. . rr, . vi!veili ccuaiiijujaiicic aucy oas düi chen und zahlte die Pacht, bis der Alte starb. Dann war die Wittwe so ver armt, daß sie die Rente nicht mehr aus' bringen konnte. Ihre Bitten um Stun dung waren vergeblich, ebenso weigerte sich der Lord, die Rente durch die Ge richte festsetzen zu lassen. Die Greisin wurde von dem Grundstücke verjagt, das erst durch ihre und ihres Mannes Arbeit Werth erhalten, auf dem sie länger als ein Menfchenalter gelebt hatte. Ein Arzt berichtet, daß er gerade eine, schwer kranke Frau besuchte, als die Executoren eintragen, um die Familie zu vertreiben. Obwohl er ihnen vorstellte, daß die Fortschasfung der Frau auS dem Hause mit deren Ermordung gleichbedeutend sein würde, obwohl auch der Gatte sie flehentlich bat. die Mutter seiner Kinder zu schonen, trugen sie die Kranke vor die Thür. Als später Nachbarn sie auf. nahmen, war eS zu spät. Die Aufre gung . und Erschütterung hatten sie ge tödtet. Aehnliche Fälle werden in solcher Meng.e berichtet, daß eS unmöglich ist, auch nur den hundertsten Theil aufzu zählen. ES geht Alles ganz .gesetzlichzu, uno wenn vle Vemerlung gemacht wird, daß ein Gesetz barbarisch ist, das

solche Wirkungen hät, so weist die Re gierung achselzuckend auf die Unmöglichkeit hin, es gerade jetzt zu ändern oder zu widerrusen. .Dagegen sucht sie den Verjagten in anderer Weise zu helfen. Die Stärksten und Tüchtigsten schickt sie aus ihre Kosten nachCanada und Austra lien, die Schwächlicheren und Untaugli cheren läßt sie in ganzen Schisfsladunaen naü den Ver. Staaten schassen. Erst am l gten Sonn!ag trafen i .Boston zwei Schisse ein, die nayezu tausend die ser irischen 'Paupers" ausluden. Nach dem der englische Lord die Leute wie Citronen ausgesogen hat, wirst er die Schalen den Amerikanern hin. Die englische Regierung hat es geduldet, daß arbeitsame und arbeitswillige Mei. schen zu Paupers gemacht wurden ; sind sie das, so sällt eS ihr gar nicht ein, ih nen wieder aufzuhelfen : Sie cxportirt sie einsach nach Amerika. Hier mag man sie unterbringen, wie es eben geht, im Nothfalle auch in den Armen- oder Zuchthäusern. Nur das Mitleid mit den Unglücklichen hielt die Ver. Staaten davon ab, ihnen die Landung zu ver weigern. Unsere Gesetze verbieten aus drücklich die Jmportation von Berbrechern oder Paupers auf Staats ode? Gemeindekosten, und zahlreiche Jndivi' duen beider Kategorien sind wieder nach den Ländern ihres Ursprungs zurück schickt worden. Doch die englische Rcgierung ladet uns nicht nur die Serge für diese Elenden auf, sondern nimmt sich auch noch l'.eraus, Vorstellungen darüber zu machen, daß die Ver. Staaten irischen Verschwörern ein Asyl gc währen. Staatsministcr Frclinghuyjen sollte ihr zu verstehen geben, daß den Ver. Staaten weder an den Spitzel diensten etwas gelegen ist, die ihnen zu gemuthet werden, noch an den Hilssbedürstigen, die man ihnen großmüthig zur Versorgung übergiebt. Freie Ein wunderer sind stets willkommen, mögen sie auch noch so arm sein, aber die aus Regierungskosten veranstaltete Einsuhr

von Paupers kann der Republik unmö lich erwünscht sein. 3 5aS gröhte Teleskop. Die Optiker Clark & Sons in Cambridge haben das Objectwqlas, welches für die Kais, russische Sternwarte in Pulkowa, neun Meilen südlich von St. Petersburg, bestimmt ist, vollendet, und dasselbe hat sich bei derangestelltenPrü sung als vortrefflich gelungen bewährt. Es wird nunmehr über Hamburg und St. Petersburg nach Pulkowa Irans portirt werden. Die Sternwarte das. wurde im J.ihre 1S39 von dem Czar Nicolaus gegründet und hat bi 1862 unter der Oberleitung des au-gezeichne ten Astronomen Fnedr. Georg Wilh. von Struve, von da ab unter derjenigen seines ebenso bedeutenden Sohnes Otto Wilhelm von Struve gestanden. In der Absicht, das größte Fernrohr der Welt zu besitzen, hat die russische Regie rung das erwähnte Objectiv herstellen lassen; der Durchmesser desselben ist vier Zoll größer, als derjenige des Ob jectives in dem imJahre 1S73 vollendeten Teleskope auf der Sternwarte zu Washington, und um sieben Zoll größer als das Glas in dem groben Fernrohr des Observatoriums in Princeton, N. I. Der Ruhm, das größte Teleskop zu be sitzen, wird sür Pulkowa nur von kurzer Dauer sein, denn bekanntlich ist ein Ob jectiv mit einem Durchmesser von 3G Zoll, welches sür das größte Teleskop des Lick-Observatoriums in Californien bestimmt ist,- der Vollendung nahe. Der erwähnten Prüfung des dreißigzölligen Glases wohnte ein Correspondent des Scientisic American" bei, der die Vorgänge hierbei wie folgt beschreibt: Das Objectiv war in ein provisorisches Teleskop eingesetzt worden, welches 43 Fuß lang ist und einen Durchmesier von Zoll hat. Dasselbe ruht aus einem soliden Fundamente von 27 Fuß Höhe, welches auf dem Fabrikgrundstücke der genannten Optiker sür derartige Zwecke eingerichtet ist. Der erste Stern, der durch das Rohr beobachtet wurde, war der Saturn. Dieser Planet, der größte nach dem Jupiter, dessen größte Entfer nung von der Erde 229 Mill. Meilen beträgt, zeigte sich dem Auge deutlicher, als er je vorher beobachtet worden ist. Wie Gröe feiner Scheibe unterschied sich nicht wesentlich von dem Anblick, den er durch minder starke Röhre gewährt, aber sowohl der Planet selbst, als die ihn umgebenden Ringe und Satelliten traten glänzender und deutlicher beleuchtet hervor. In diesem Umstand liegt oer we entlichste Vorzug der großen Te leskope, welche eine größere Anzahl von Lichtstrahlen aufzunehmen vermögen, als kleinere Instrumente und daher die Objecte der Beobachtung schärfer und deutlicher beleuchtet erscheinen lassen. Der Jupiter erschien durch das Telefkov gesehen als eine Scheibe von größerem Umfange, als sich der Vollmond dem Auge darstellt; auch er erichlen glänzen der, als durch andere Fernrohre betrach tet, jedoch nicht in demselben Grade, wie der Saturn. Seine Gürtel unterschieden sich durch Farbentöne, welche bei kleine ren Röhren nicht annähernd so deutlich wahrnehmbar sind; schattenähnliche r r . i ; i tt. 1' jr w preisen varurien in roigucncn, vraunen und prachtvoll grünen Farbenlinien. Seine - vier Monde erschienen deutlich an seiner linken Seite, und zwar nicht wie Punkte, sondern ebenfalls wie kleine Scheiben. Der rothe Flecken, welchen gewöhnliche Teleskope an dem Planeten erblicken lassen, war durch das große Teleskop nicht zu sehen. Der TuUl des Orion" bildete einen be onoers interes santen Gegenstand der Beobachtung. Der kleine Büschel oder Bündel, welcher r jr . . . . . r rr i cvr . jicy oem unoewassnelen nuge zeigt, verwandelte sich in eines der herrlichsten Schauspiele, welche das Firmament dem Beobachter darbietet.. Die kleinen 'in dem Nebel vertheilten Sterne traten deutlich hervor und bestätigten gewisser maßen handgreiflich die Richtigkeit der Schilderung, welche der jüngere Struve von jenem Theile des Himmelsgewölbes ausGrund viel unvollkommenerer Beobqchtungen entwirst."

Die Untersuchung der Verwaltung des Tewkesbury'Armenhauses bringt immer neue Scheußlichkeiten an den Tag. Bei dem letzten Verhör legte Gouverneur Butler ein etwa sechs Zoll im Geviert großes Stück sehr weichen und schmieg samen Leder vor, worauf John S.1 Mc(dovern bezeugte, daß dieses Leder ein Stück Menschenhaut sei, welches er von einem Harvarder Studenten, Namens Morrison, erhielt und in dessen Auftrag gerbte. Morrison sagte dem Zeugen, die Haut rühre von einer Negerleiche her, welche die Beamten von Tewkesbury an die Lehranstalt verkauften. Der schon früher verhörte Zeuge Barker wurde wie der aufgerufen und erzählte, daß er auf Geheiß des Eapt. Marsh eine Irrsinnige in eine unventilirte Zelle sperrte ; Dr. Lathrop bekümmerte sich von Juli bis October nicht um die Frau, welche krank war. und schließlich am ganzen Körper Geschwüre hatte. Zeuge sagte dies dem Eapt. Marfh, welcher antwortete, man solle das Weib ruhig sterben lassen. Zeuge mußte noch eine Frau, welche nicht irrsinnig war, in eine Zelle sperren; die Frau rührte mehrere Tage keine Speisen an und wurde nach vier Tagen von Marsh herausgelassen. John Eollins, ein Wahnsinniger, hatte die Ge wohnheit, in seine Kleider zu beißen und laut zu schreien; als Marsh davon hörte, sagte er, man solle den Kerl wärgen, bis er ruhig werde. Dr. Lathrop verschrieb ihm Bromcalium, und sagte, wenn ihn das nicht ruhig mache, solle man ihm die Kehle zuschnüren. Emmons Jrench fesielte eine Frau mit Riemen in solcher Weise an ein Bett daß sie sich nicht setzen konnte, und in dieser qualvollen'Lage ließ er sie einen Tag. Zeuge fuhr fort : Ich hörte oft 15 oder 20 Patienten in der Jrrenabtheilung aus einmal nach wärmere., Kleidern jam mern, weil sie froren; hörte, wie Dr. Lathrop anordnete, eine Wahnsinnige solle eingesperrt werden, und als die Unglückliche sich dagegen sträubte, trat der Arzt sie mit Füßen, bis sie nachgab. Fitz, einer der Trustees" der Anstalt, sagte mir, die Pflichten der Trustees seien, die Ansialt einmal im Mol.at zu besuchen, ein Diner zu sich zu nehmen und wieder nach Hause zu gehen. ' Es war Gebrauch in der Anstalt, alle Kin der, mit der Ausnahme von Säuglingen, den Eltern fortzunehmen, sobald letztere in die Anstalt kamen ; eine Ca nadierin wurde gezüchtigt, weil sie weinte, als man ihr das Kind nahm. Sie wurde drei Tage in eine Zelle ge sperrt und dann in das Jrren-Hosvital geschickt. Eine Frau, welche ihrer Niederlunst entgegenging, wurde bis zum letzten Augenblick gezwungen, von Mo? gens bis Abends zu nähen ; sie starb im Kindbett in Folge von allgemeiner Kö?' perschwäche, man hatte ihr nicht einmal täglich einen ll'.inen Spaziergang zur Erholung gestattet. Frau Marsh be kümmerte sich so gut wie gar nicht um die Kinder und die Irren." D i e i n O t t a w a, C a n a d a, g e trossenen Vorsichtsmaßregeln bei'm Em pfange der Prinzessin Louise werden auf das Gerücht zurückgeführt, daß man der Prinzessin bereits während ihres Auf enthalt auf Bermuda nachgestellt habe. Alle verdächtigen Personen wurden dort von i!zr sern gehalten. Die englische Regierung wittert jetzt allenthalben iri dyt Attentäter. - im . Aom Tn:aöe. I n der Te m p er en z - S t a dk Sparta im County Randolph in Jllinois wurden während des vorigen Iah tts acht Faß Schnapps mehr verkaust, als in Red Bud, einer in demselben County des südwestlichen Illinois gele genen Stadt mit 20 Wirthschaften. Nicht weniger a 1 247 Chinesen sollen sich gegenwärtig in den cali sornischen Zuchthäusern befinden. JnNewVork erklärten kürz lich die in der dortigen Germania Halle" versammelten 150 Abgeordneten der irisch -amerikanischen geheimen Gesell schasten : Parnell's gesetzliche Agitation sei ein verabscheuungswürdiger Schwin del, der Mann, dem sie mit Bcgeiste rung folgen wollten, sei Q'Donovan Rossa und das erlösende Mittel das Dynamit. Dynamit! Dynamit! Dynamit!" schrien die rasenden Iren und JrischAmerikaner, das ist unser Programm und wir tenUn es ausführen". Nun tritt aber demnächst, näm lich am 26. April, in Philadelphia die Generalversammlung der irischen und irisch - amerikanischen Lanö - Liga" zu sammcn und es muß sich dann zeigen, ob sie sich auch den Dynamit-Wütheri chen anschließen oder entschlossen die Rasenden verdammen wird. Mit bloßem Umgehen. der DynamitFrage wird sie sich schwerlich behelfen können. Das Verbot der Kuli-Ein fuhr auf den Sandwich-Jnseln ist wie der ausgehoben worden.' König Kala kaua hat umsonst versucht, portugiesische und andere weiße Lohnsklaven aus die dortigen Zuckerpflanzungen zu bekom men.. Aus diese Nachricht hin haben sich beieits drei bi? viertausend Kuliö im himmlischen Reiche eingeschifft, während andere Tausende nachBritisch Columbia als Eisenbahnarbeiter bestellt sind. Die Universität von Michigan zu Ann Arbor, eine der besten Höheren'Lehranstalten dieses Landes, wird gegenwärtig von 1410 Studeten besucht. Davon kommen: 671 aus Michigan, 12 auf Illinois, 12 Ohio, 90 In diana, 77 New ork, 68Pennsylvanien, 38 Iowa, 32 Wisconsin, 2 Minnesota, 19 Massachusetts, 12 Kansas, je 8 aus Californien, Kentucky und Maine; 9 auf West'Virginien ; je 5 auf Colorado, Connecticut, Dakota, Maryland, Ne braska, Texas und Utah; je 4 auf Ar kansas und das Washington Territorium ; je 3 auf Delaware, New Hampshire, Oregon und Vermont; je 1 auf Georgia, Louisiana, Montana, Nevada, New Jersey, NeuMexico, Nhode ISland. Tennessee und Virginien ; auf Missouri 22. Das Ausland ist wie folgt vertreten : Ontario 29; England

Das Armenhaus bei Boston.

2; Irland, Neu Äraunschweig, Neu; schottland, Rumänien, die Sandwich Inseln und Schottland je 1 Student. Die N. Y. Sun v erzeichnet 37 BinnensteuerDistricte in verschiede nen Staaten der Union, deren Einnah men $7,247,361.1 und deren Ausgaben 51,111,686.01 betragen. Sechzehn Procent der Einnahmen gehen zum Un terhalte amtlicher Drohnen d'raus. Bis vor Kurzem bezog Cuba seinen Bedarf an Schmalz im Werthe von ungefähr 7,000,000 jährlich von zwei Firmen in New Jork. Da die cu dänischen Importeure aber in Erfahrung brachten, daß sie die hauptsächlich von ihnen bezogenen Sorten zu bedeutend billigerem Preise in Chicago kaufen könnten, benutzten sie in der letzten Zeit diese Bezugsquelle. Vor etwa vierzehn Tagen nun war geltend gemacht worden, daß das von Chicago bezogene Schmalz gesundheitsschädlich sei, und die Behör-

den von Cuba ordneten in Folge dessen eine chemische Untersuchung, sowie vor lausige Suspendirung der Einfuhr von amerikanischem Schmalz an. Der dieser Tage eingetroffene Dampfer Newporr" brachte die Nachricht mit. daß die Analyse des von Clicago bezogenen Schmalzes ein günstiges Resultat ergeben habe und das Einfuhrverbot wieder ausgehoben worden sei. Wie nun verlautet, beab sichtigen die kubanischen Importeure, gegen die 2 New Jorker Firmen, welche sie srüher mit Schmalz versorgten, eine Schadenersatzklage anhängig zu machen auf den Grund hin, daß diese sie durch Aussprengen der Behauptung, das von Chicago bezogene Schmalz sei gesund heitsschädlich, beträchtlich in ihrem Ge schäst schädigten. Bei Gainesville, Fla., ist man bei dem Bohren eine? artesischen Brunnen auf eine Golderz Ader ge kommen, deren Proben einen Goldgehalt von 1,000 per Tonne zeigen. Vor einigen Monaten verbot das Seeamt Kriegsfahrzeugen,! Lootfen anzustellen; jeder Seeofsicier sollte ausreichend mit allen Hafen und FlußEinfahrten vertraut sein. Seitdem sind drei Kriegsschiffe nurmit knap per Noth dem Schiffbruche entgangen, und die Tallapoosa". auf welcher sich der Präsident und Kriegsfelretär selbst besanden, wäre neulich bei der Einfahrt in den Hafen von St. Augustine, Fla., beinahe auf einen Felsen gerathen. Wer neue zwrcyen Mexico und dem deutschen Reiche abgeschlagene Vertrag wird zetzt veröffentlicht. Er ge währt dem. deutschen Reiche alle Be günstigungen der bevorzugtesten Na tlon. Der Vertrag wird bereits von der amerikanischen Presse lrltisirt, und der N.'B- Herald- betrachtet denselben als ein Hemmniß zum Abschlüsse des neuen Reciprocltäts Vertrages zwi schen den Ver. Staaten und Mexico, so lange der Passus, welcher Deutschland in die Kategorie der bevorzugtesten Na tion- stellt, nicht aufgeklärt sei. Laut des letzten CensuSha ben folgende nordwestliche CountieS von TexaS die beigefügte Anzahl von Emwohnenr : Voakum 2 Personen; Perry, 5 ; Lubbock, ö ; Lamb, 4 ; How ard,7; Hoskley5; Hale,4; GaineS,5; Dawson, 7 ; Cochran, o ; Bauen, 3 und Andrews 6. ' In Los Angeles, Ca l., wurden vorigen Sonntag sieben Chinesen als Mitglieder der ersten Presbyterianer Kirche ausgenommen und getaust. Behufs einer Vergröße rung des Harvard College, durch welche dieses auch letzt d:m weiblichen Ge schlechte zuganglich gemacht werden soll. wurden bisher 545,000, die Hälfte der erforderlichen Summe, durch freiwillige Subscnptlonen ausgebracht. Aus Li ttle Rock. Ar k.. wird berichtet, daß die CreekS Anstalt treffen. den von ihnen neulich in emerVersamm lung gefaßten Beschluß, alles den Ehe rokees gehörige Vieh, welches sie auf ih ren der Creeks Ländereien an treffen, zu consisciren, zur Aussührung zu bringen. Es wird befürchtet, daß dies die Veranlassung zu blutigen Kämpfen zwischen den beiden Stammen Zwerden wird. Die kürzlicheReise desPrä sidenten und seiner Begleiter durch Flo rida hat einen Hotelbesitzer an den Rand der Verzweiflung gebracht. Derselbe hatte in .seinem Hotelcegister eine frische Seite mit künstlichen Arabesken und Schnörkeln versehen lassen,und derName des Präsidenten sollte sich hierdurch von allen übrigen Namen im Buche in auf fälliger Weise abheben. Kurz vor der Ankunst deS Präsidenten kamen jedoch in Abwesenheit des Wirthes zwei ganz gewöhnliche Sterbliche in das Hotel und, dies? schrieben ihre Namen auf den für! den Präsidenten bestimmten Platz. Vom Auslande. Als Sicherungsmittel zegen Gefahren zur See wird im H. Cour." eine interessante Neuerung im Schiffsbau empfohlen, welche darauf hinausläuft, em Schiff im Schiff? zu schaffen. Zu diesem Zwecke wird auf das auf jedem größeren Seeschiffe befindliche überdachte seetüchtige und sehr räumliche Hinterdeck hingewiesen. Dieses Hin terdcck bildet schon setzt ein halbe? Schiff auf einem Schiffe und kann durch Anfügen deS .Unterfchiffes- und der son stigen nothwendigen Einrichtungen unschwer zu einem vollständig selbstständi gen Nebenschisse umgeschassen werdend .Die Construktion deS Haupt und Ne benschisses so fährt der Autor jeneSArtikels fort, .wie wir sie intmdiren, würde alsdann gestatten, daß daS Nebenfchiff im Fall der Noth sich durch einen Druck der Hand augenblicklich vom Haupt schiffe lösen ließe, wodurch einRetlungSMittel geschaffen würde, welches geeignet wäre, sämmtliche Schiffbrüchige aufzunehmen und deren' endliche Rettung zu ermöglichen. Daß die BefestigungSart deS Nebenschiffes an demHauptschiffe htm behebenden ernUmn. ver Silber beit weaen. mcbts. aW nickt viel. nach, geben darf, ist selbstverständlich. Unsere BesestigungSart und LozlSsungSmethode hier zu beschreiben, galten wir nicht sür

angezeigt, erbieten uns jedoch, dieselbe

dem sich dasür Jnteressirenden mitzu ...:r. - erz. v: r r: x. v : . uciicii. Jtufc uic -ocuuuiuiy ung die er Idee aus allerlei praktische Cchwie rigkeiten stoßen würde, ist unstreitig; edenfallS enthalt sie eine Anregung. Eine schreckliche G a S erplosion fand am 21. v. Mts. in der baltischen Stadt Reval statt. An die em Tage fand m den Sälen des dorti gen Vereins Lotus" ein Concert statt, zu welchem an 200G Personen erschienen waren. Mitten im Concert erfolgte plötzlich eine erderschütternde Detona tton, worauf alle Gasflammen erloschen und da? anwesende Publikum in ein ver zwklflungsvolles Jammern ausbrach. Der Wirrwar und die Panik deS Publi kumS, die dem Knall und dem Erlöschen der Gasflammen folgten, sind nicht' zu betchreiben. Man hörte nur ein schreck licheS Brüllen, wie von wilden Thieren. Als nach Verlauf einiger Minuten in den Saal Licht gebracht wurde, bot der selbe emen schreckenerregenden Anblick. Hunderte von Menfchen lagen Haufen weise an den Wänden und zwischen den Sesseln besinnungslos herum, während ein Theil des Publi kumS über die Liegenden hin und herrannte. Ueber eine Viertelstunde blieben die bewußtlosen Personen liegen. und als man dieselben nach und nach ins Freie brachte, constatirte man bei den Meisten schwere Verletzungen. Viele waren bereits todt. Als der Saal von Menschen geräumt wurde und man an die Untersuchung des Saales ging, ent deckte man, daß die Guttaperchasäcke, in denen das Gas behusS Erzeugung des Drummond'fchen Lichtes in dem Saal aufgestellt und die behufs Aus Pressung deS Gases mit Steinen bis zu 3z Pud (140 Psund) Gewicht belastet wurden, zerplatzt waren und die Explo sion des GaseS zur Folge hatten. Der Druck der Explosion war so stark, daß die centnerschweren Steine bis zum Pla sond hinausflogen, denselben durchbra chen und dann aus da? Publikum und aus die Buhne medersielen. Die von den Herabsallenden Steinen getroffenen Personen wurden förmlich zermalmt, während die Bretter der Bühne inStücke zersplittert wurden. UeberdieS war der Druck des ezplodirten GaseS so stark, daß Hunderte von Personen, welche in der Nähe der Bühne und der GaSsäcke saßen, an die Wände geschleudert und verletzt wurden. Die Leichenverbrennung wird in Japan immer allgemeiner und eS werden jetzt jährlich im Durchschnitt etwa 9000 Leichen derbrannt. Die Leichenverbrennungskammer ist aus Steinen und Ceme.-.t gebaut und hat einen sehr hohen Schornstein in Folge dessen sie wie eine Fabrik aussieht. Im Vestibül werden rothe Steinguturnen und kleine Schaufeln seilgeboten, welche die Angehörigen der verstorbenen Per sonen kaufen, um die Asche der ver brannten Leichen zu sammeln und aus zubewahren. Hinter diesem Vestibül befinden sich vier Kammern, deren größte mit Granitsäulen geschmückt ist. In dieser Kammer werden Leichen gegen Entrichtung einer Gebühr von einem Yen (etwa 3 M. 50 Ps.) verbrannt ; Familien, welche eine Privatverbren nung wünschen, zahlen 5 en. Nach tder Leichenfeier im Hause des Verstor denen wird die Leiche nach der Verbren nungskammer getragen, wo ein Priester bis 8 Uhr Abends bei derselben wacht. Zur erwähnten Stunde wird das Jeuer angezündet und daelbe brennt die ganze Nacht hindurch. Um 6 Uhr Morgens wird die Asche gesammelt und in eine Urne gelegt, welche ost mit vielem Pomp aus dem Friedhofe beerdigt wird. Kein unangenehmer Geruch entströmt weder während, noch nach der Operation, und dieS wird dem hohen Schornstein zuge schrieben. Wie französischen Blat tern auS Madrid gemeldet wird, hat der päpstliche Nuntius in einer längeren Un terredung, welche er mit dem Minister Präsidenten Sagasta hatte, gegen die Einführung der Civilehe in Spanien Einspruch erhoben, wie solche in der vor geschlagenen Revision des Civilgesetzbu cheS in Aussicht genommen ist. Sagasta bedauerte dem Nuntius gegenüber, daß er nicht länger mit der Aussührung einer Reform zögern könne, die ja in mehreren katholischen Landern, Frankreich z. B., bereits durchgeführt sei, ohne daß irgend welche Nachtheile sich daraus ergeben hätten. Uebrigens, fügte er hinzu, sei nach dem Entwürfe den Katholiken die Wahl gelassen zwischen der kirchlichen und der bürgerlichen Trauung, die beide leich gesetzliche Krast haben ssllten. Nur die Führung der Standesregistcr solle in Zulunst ausschließlich den civilen Behörden zustehen. Bezüglich der Ent scheidung über die Gesetzlichkeit oder Un giltigkeit geschlossmer Ehen sollten allein die Gerichte zuständig sein. Vor eini gen Tagen hat in Petersburg ein Pistslenduell zwischen dem auS einem früheren Proceß besann ten Fürsten Scherwaschidse und demFlü geladjutanten und Ossicier im Preobra schenski'schen Regiment, Reuter, stattge funden, in welchem Fürst Scherwaschidse verwundet wurde. Der Fürst, ein Rausbold erster Classe, aber besonderer Liebling deS Kaisers, hatte vor ungesähr anderthalb Jahren zu Petersburg in dem Restaurant Cascade einem Kaus mann, der unberufener Weife die Thür zu dem Zimmer öffnete, in welchem Zi geunerinnen einigen Ofsicieren des Leib Husaren - Regiments Lieder vorsangen, nicht allein mit dem Säbel den Kopf ge spalten, fondern den zu Boden Gefchta genen dann noch fortgesetzt derart mit der scharsen Wage bearbeitet, daß die Zigeuner später aussagten, Scherva fchidse habe sich wie ein .Fleischhackerbenommen. Der tapfere Fürst wurde damals zu 1 Jahren Arrest verurtheilt (er hatte einen Menschen getödtet ünt einen zweiten sehr schwer verwundet), allein nach drei Monaten bereits erwirkte ihm Woron;offDaschkoff die Begnadi gung des Kaisers. Scherwaschidse uat unter den alten Verhältnissen wieder in da Leibhufaren Regiment zurück und.hatte vor einigen Tagen den bereit; er ' wähnten Zvtikampf.