Indiana Tribüne, Volume 6, Number 214, Indianapolis, Marion County, 22 April 1883 — Page 6
:rPte Kultur der Flröewoyner
t " h-.:si.'-;--:-j-'; tWUllUU V. in h:nterlafs,nerls.ttz vo A.iedrich Q6fT. Während in der alten Welt jedem egyptischen oder chaidäischen Scherben ganze Abhandlungen gewidmet werden, zeigt sich, trotz Humboldt'S Anregungen, für die amerikanische Civilisation nur da und dort vereinzelt einiges Interesse, ob wohl sie der Jorschunfl ebenso würdig erscheint, als die alte Kultur imEuphrat oder Nil. Thale. Der Grund hiervon lag wohl einer seit in der raumlichen Entfernung, an dererseit in dem vernachlässigten Stu dirnn der spanischen Sprache, in welcher die Quellen zumeist abgefaßt sind ; ser per darin, daß die heiligen Bücher der Israeliten, welche die Unterlage des Christenthums bilden. daZ Studium des egyptiscben, chaldäischen, phönizischen Al terthumZ anregten, und endlich darin, daß die ersten Eroberer Amerika'S meist nur Abenteurer und Landsknechte waren, denen eS mehr um Geld, Sklaven und Land, als umGeschichte und Wissenschast zu thun war. ES lag zu jenerZeit, und es liegt heute nn ein reiches Material vor. das den Forscher auffordert, ein noch in derDäm merung liegendes Stuck Geschichte der Menschheit aufzuklären. Einige Andeu tungen über dieses Material verdrn hier am Platze fein. Jene Völker besaßen vollständige Geschichtsannalen, verzeichnet in eigen thümlicher Zeichen und Malscdrist, und in Peru die merkmärdigen QuippaS. Diese Litern bestanden mil einem singerbreiten, auS verschiedenen farbigen Fäoen gewobenen Bande, oder iner solchen Schnur, von welcher längere und kürzere, dickere und dünnere Schnüre der verschiedensten Farben und verschiedene? Gewebe ' herabhingen. Diese wnrden NUN aus die Ulannigsachsie Weise untereinander verknüpft, und diese geknüpf ten Zeichen vertraten die Stelle geschrie bener Mittheilungen, nicht nur von Ge sktzerr und Befehlen der Regierung, sonder auch die Staatsrechnungen, wie die Annalen und Chroniken wurden durch dieselben bewahrt; ja sie dienten als Lehrbücher der Mekkunst. Astronomie u. j. w. Kurz, Wissenschaft und Leben m taste mürben durch die Qulppas vermittelt. Ihr Verständniß wurde in den Schulen, mt Ui uns das Lesen, ge lehrt. Die Lehrer hießen Quipuca iuas?3, QuivpaS.Auslegcr. Aefte die ser - Ouippa'S haben sich heute noch bei den indianischen Schafhirten in Peru und Chllr erhalten, die vermittelst deiiel den ihre Hrcrden, deren Zahl, Ab- und Zugang verzeichnen. ic anocren Äöltt: ve anen eine eigenthümlich Schrift, eine Hierogly pden oder Malschrift, um Ereignisse oder Gedanken zu siziren, auf Papier, Zeug, Ve?gament, Leder. Holz, Metall ode? Stein. Die Tolketlichen Mayas desaeen soaar ein Alphabet von 27 Grundlauten' und merkwürdiger Weise nrf nfMiif rwnhnX nVr Pierin1 hhfcrt - Ms j I mvV W ff SJ 7 " 0 gleichsam zur Ergänzung des honeti 6m nfomSi ick mSAte (anen neSIr stenographischer Zeichen. Was nun ron allen diesen Urkunden der Abenteurer Rohheit. Habsucht,Geld gier und Jerstörungslust verschonte, siel dem Fanatismus bekehrungZwüthiger Mönche zum Opfer. Zumaraga, der erste Bischof von Mexico, ließ aller Or ten die Bücher und Handschriften dieser Völker einsammeln, aus 5 Städten al lein brachte er 16.000 Bände zusammen, die reichen Ärchive oder Bibliotheken von Tezcuco und Tenschtillan wurden -auaSeleeit und in haushohen Scheiter halfen diese, für die Geschicht? unfchätz baren und unersetzbaren Werke als Heiden- und Keerserk verbrannt, und fc ein würdiges Seitenstück zu der im 4. Jahrhundert durch den christlichen Bi fchsf Th?ophilu3 vollbrachlenZerftörung der alkxandrischen Bibliothek geliefert, in: Zerstörung, die viel schlimmes war, als.die spätere im 7. Zahthundert unter dc Khalifen Omar vollbrachte. Manches entging indessen der Zersiö wng?.:uch die noch vorhandenen Bau denkmale und Ruinen find mit Hiera slyph oder den Zeichen dieser Schrift bedeut, und harren der Entzifferung durch-e'.en zweiten Champollion, Lep siu?, Crotefend oder Rawlinson, und da erst .00. Jahre seit der Ecoderung ver sloffen-Sr.d, und die heutige Sprache der dottigenIndianervölker sich in ihre Wurzelnauten, Formen, Ton der jener Zeiten.. kau mehr unterscheidet, alS das Mutige Deutsch von dem des zwölften Jnrhundertö, so Ikgt für die flklehrje .Ffchung . hie? ein.SankbarcS Feld öS?. In der Srl'schrist .Europ habe ich schon früher ,. darauf hingewiesen, daß heute nsch fcrii niebesu?zte, von demVer kehr vxit denz'uropäischen Eindrnglin gen IjaringsJig abgeschiedene 'Wlker. schaften t.ch der WSter Weife irmerhalb der Vttgst!n,ir: unzugängliche -THS lirn lebe u'd Oaß mit hoher Wahr fchtinlichkeii ayzuiehmen.ist daß sieben , Schlüssel zu fkUFr räthselhaften Schrift ?nd j:nen Zeichen bewahrt haben, ur.d -Augenzeugen .berichten un, daß sie dt .in glänzende Tes'.velvvramiden den . ali:n Götter Uenen. und stolze Baute,' siUich den von Lm &jcntfam itrftnrftn. . emporragen. 3&$en Un vLffe?!(ichten Chroniken der Spanier und indianischer Prosely. .ten ltt noch, der Lussüchung und Ver .öhentliÄung harrend, .dae Material in lt'..u neuspanisihen Archiven und Stbllotkkn, wichtig Codices bieten ns der LZatican, Wien, Paris, DrcSden, Londcn, Berlin uud andere Bibl. Heien, .und ich schließe diese Einleitung rutt der Bechreibusa der Mucker iener QltaQerikanischen Kulturvölker. Zwischen im et CiRsn T rjtrt l.Kv. r I iiun mvt -ciwui ui (inoci YxQ, mt em Fächer gefaltet (unwillkürlich an die fkandinavischenBzlkenruinen erinnernd), das geschriebene vd?r gemalle Werk. Das Papler oder euz eines solchen ge f.ilteten Buches ist oft b C0 und lOFub lang und n bis 1$ Z.ill breit, (jse schloffen sieht das Buch 3 toie eine un serer Quartanten. Bei e?x,zet'.ien Schrif ten schkint es, bafc diese Zeiten nicht ge. malt, sondern gedruckt rsued.'-n. Der Schiefertafel bedientc-man sich im ge pöhnlichcn Lebe::., ?kehcn diese? Gchrift
veremlgten noch Aarden oder Sänger, die HaravecS, die Geschichte. und Thaierr !.... Dlf. V . n ri .
iyiis -odie uno es ui niqi unmayr fchetnlich, daß einzelne Luder sich vlS heute erhalten haben. Mit Recht prot,stlrte Zuvtta, Mitglied des hohen Raths von Neuspanien, dagegen, daß man so hochgebildete Völker Barbaren nenne. Die zwischen den Jahren 955 11L8 nach Christo angeblich von Norden her in die Sitze der hochgebildeten Tolteken, aus die Hochebene von Anahuac einge wanderten kriegerischen Nahna oder Azteken-Stämme (Aztek don.ihtah, d. h. weiß) eigneten sich die Kultur ihrer Vor gänger an und gründeten die Reiche von Tezcuco, Tlaopan nd Tenschtillan oder Mexico und die Republik von TlaScala. Die drei ersten waren -Monarchien und bildeten einen K2isbnnd, an dessen Spitze die WahlMonarchie von Tensch tillan stand, dessen Kaiser von 4 Wahlfürsten irn Verein mit den Herrfchern von Tezcuco und Tlaopan gemahlt wurde. Die Krönung des Kaisers durch den Herrscher von Tezcuco mit der, der by zantinischen . oder päpstlichen ühulichen Mitra und der Sternbinde, die ebenfalls der der griechischen Kaiser gleicht, sand"-erst nach -rühmlicher KriegSthat statt, nach deren Vollbringung' er! in einem m Rom erinnernden Triumvhzuq in die Hauptstadt einzog. - Die Vilndiffe des TriumphatorS, Statuen und Haut reliess schmückten - die ' Tempel, wo auch die Aschenurnen der Verstorbenen Kaiser aufgestellt loaren, und heut weisen uns die iRmaenfiSdte solche Aufzüge. auf. Wie bei .den Türken wurde der Äachsol. ger des Kaisers auS der Zahl von besten Brüderjl öder Bruderkindern geväh'.t. Das ' peruanische Reich dagegen war eine Erbmonarchie. Dort wurde der Thronfolger schon in früher Jugend den Gelehrten. AmanlaS, übergeben, um ihn in den Wistenschasten, der Religion, Wassenübungen - und - Kriegskunst - gemeinsam mit andern Jünglingen zu un terrichlen und zu erziehen. Mit dem 16. Jahre desselben fand dann die Wehr yastmachung statt. .. Ihr . ging eine öffentliche Prüfung voraus. ES, folgte ihr ein feierlicher Tag, an welchem der Herrscher, umgeben von den Großen des RelchS, ,den . Jünglmg m ernster An spräche an die Herrscherpflichten er mahnte. Mit einem Psriemen durch' bohrte er ihm daS Ohr und befestigte in demselben das Abzeichen d?r kaiserlichen Familie, der Kinder der Sonne, eine runde, goldene Scheibe, wohl das Bild der Sonne, als Ohrgehänge. , Er wurde dann mit einem feinen weißen, auf der Brust mit Goldstickerei durchwirkten Ge wände aus glänzender VicunaWollc beklcldet, die reichen Sandalen mit gol denen Soblen und getriebener Arbeit, sodann der Gürtel und endlich die fu.st' liche Stirnbinde aus gelbgefärbter S3i cunaWolle wurde ihm angelegt, ein Ce remoniell, da sich in Byzanz wiederstn det, sodann mit Blumen und Immer grün, den Symbolen von Leben und Tod, geschmückt, und ihm von Adel und Volk knieend gehuldigt als Thronfolger. Von nun an tagte er mit imStsalsrathe und wurde unter Leitung erfahrene? Feldherren zur'Erlernung der praktischen Kriegskunst unter der siegreichen Regen bogensahne seines HaujcZ ins Feld ge sandt. Wir finden auch bei diesen Böl kern eine Art Ritterschlag mit dem Cere moniell des MUtelalters biZ herab zu dem Bade nd der nächtlichen Waffen wachr. In der folgenden Schilderung des taiferlichen HofeS ist zugleich da Leben i)erGroßen geschildert, die ja aller Orten den Hof im Kleinen nachahmen. Der kaiserliche Palast nahm einen großen Jlächenraum ein. An der Erdauung desselben in Mexico arbeiteten 200,000 Menschen, an dem von Cu,co in Peru -20000 fünfzig Jahre lang. Aus feingefügten Steinen, bedeckt mir Marmorskulpturen und wie Alabaster glänzendem Stuck, waren Gebäude und Räume gefertigt. Ueber dem Thorein gang prangte in Stein cehauen das kai ferliche Wappen, in Mexico ein Adler, der eine Tieerkatze in den Klauen hält ; in Peru z'vei Schlangen mit verfchlun genen Schweifen. Der Palast war ein stöckig. nur im Innern zeigten einzelne Theile zwei Stockmerke. Das Ganze umsähe eine .ohe Mauer it Brustwehr und Thürmen ,zur Vertheidigung; in Cuzco schützte, auf der Höhe gelegen, eine aus großen Quadern erbaute Citadelle Stadt und Palast. Meilenweit führten Röhren klares cifcheS Wasser zum Pa laste, die zahlreichen Bäder. Fontaine und Bassins der Höfe und Garten spei std. Die Wohnräume öffneten sich, es im Oriente, noch dem Hofe zu, und vor ihnen zoqe sich Säulengange. von zierlichem Gi!terwe2ke geschlossn!, hin. Den einen der HofrLume nahm die Leib olkde, gewählt 5 den Söhnen 4er Aeichsvasallen und deZ AdelS.ei, ihre Verpsiegung geschah auf Kosten bt$ Kaisers. In mem der andecn Höfe befanden sich d Hallen und S!e für Audienzen und Feierlichkeiten, die Wohnräume de5 Kaisers, US Hofstaats, der Kaiferl. Fa m'llie, des Harems, die zuk'botanischen und oolozischen Gärten, Schatzkammer und Magazine. Die Säle waren lustig und größter Boden mit weichen Matten. auch weichgegerbten Thierfellen be deckt, die Wnde mit kostbaren Decken WJ m ivon vunieer arvenpraazt, oenn 0!e 5?ärberku7.st de? AUeken. MayZZ und Peruner stand auf hoher Stufe, be hLclgt,'wohlauchLedertapeten '&Uz jenen Sückereien bedeckt, deren Pracht die Be wuderng Kais. Karls V. nd Phi lipps II. erregte. Das prachtvolle Ge sieder der Vögel der Tropen lieferte das Material dazu. D Wände glichen Gärte, und die in habener Stickerei dargestellten Thiere ur.d Vögel schienen zu leben. In dieser Kust der Stickerei Äurden Ut Mädchen zib Jungsrauen dir Kaisers. F-.milie von Jugend auf ULterrichtet. Sie war eine der Hauptbeschäftigunz! des Kaiserlichen Harem?, welcher neben btn zwei legitimen Kaife. rinne (in Peruiner) noch 1000 weitere Frauen zählte, daher die auö dem Kai serlicheu Geblüt Summenden sehr zahlreich sein mußten, wie uns ein Azenzeuge erzählt, dasz Msztezuma in kurzem Zeitraum 250 Tausfefle feierte. Du Kunstfertigkeit dieser VSlktt kann nicht bester charakterisirt werden, aS daß der stolz: Philipp II. die seinen veruani
schen VcunaGewebe als besonders prachtvoll, und -kostbar ' amLcibe trug
und als Bettdeckung ienutzte. und- dad unter den Geschenken an Kaiser Karl V. sich auch ein auS Gold und Silber tau fchend nachgeahmter Schrift und MaiL Stengel, Blätter' Hehren, -die Körner aus Gold. befanden,auf welchen Vögel auS gefärbtem Golde schwebte nnd.sich bewegten, 'als ob sie lebten. ' - Die Decke der Säle bestand aus wohl riechendem, Kefchnitztem,- reichverziertem Holzwerke die Sitze aus einen Stücke des edelsten Holzes - geschnitzt. : Die Betten bestanden aus dickgewobenen Matten, über welche bunte Decken aus eichen Geweben gebreitet wurden, dar über wölbte sich ein' Betthimmel aus gleichen Stoffen. In den prachtvollen Gärten voll- der herrlichsten Blumen, Sträucher, Bäume und Pflanzen aller Art, schwammen in den klaren Masterbasstnö : Fische und Wasservögel. Ein Steinkranz als Fußweg zog um diesel den, und treppen führten zum Wafferspiegel. Das Ganze war mit icher Skulptur verziert. Die kühlen lauschigen, KioSkS luden zu träumerischer Ruhe, zu Erfrischung und Genuß ein, wenn die Bewohner eö nicht vorzogen, sich an den Vogelhäusern zu vergnügen, in welchem vom Condor herav und zahlreichen Pa pageiarten bis zum kleinsten Sänger die ttmd?r der Wolken gehalten wurden. Die Fütterung der Raubvögel allein tv forderte täglich 500 Truthühner. In den Thiergärten waren alle Thiere des Reiches vertreten. ES ergötzte . den Be schauer das glänzende Fell der PuncaS, JaguarS und all die nilden Katzen, wie die Gnmasten zzhlreicher.Affen. Wenn auch die Logiken in Bruchium, jene felngeifllaen und seurnblgen Ptoio mäer in Eaypten, und die kunstsinnigen Medicäer Thier- und botanische Garten besagen, so exlstirte doch in der Zeit der Eroberung in Europa nichts, was sich mit den Garten von Anahuac und Peru vergleichen ließ; daher auch Philipp II. seinen Leibarzt Hernandez absandte, um nicht nur eine getreue Abbildung und Beschreibung dieserGSrtcn auszunehmen, sondern auch besonders die Heilpflanzen, welchen eine, eigene Abtheilung in den Gärten gewidmet war, zu-studiren. und viele derselben sind beute unsere heukriu tiqsten Mittel. Die Gemäldesammlung des Kaisers und Dichters von Tezcuco, Nezahuaccojott,.. erleichterte Hernandez das Werk. . .Er ließ diese, Bilder eopicen. Die Lustschlösser und Gärten von Huoxtepec, Chapultepec, Jtczlapalapan, Tezcnco und -besonders Jacay in Peru standen an Schönheit und Pracht hinter den Lustschkönern und' Gärten der Me dicäer und der Franzosenkönige nicht zu rück. In Jucay waren neben derPracht der natürlichen .Blumen und Gewächse Nachbildungen derselben in Gold und Silber aufgestellt, vor Allem die heilige MaiSfrucht mit Aebren aus Gold,Blät ter, Blüthen, Troddeln und Stengel aus Sllber. Das Hofceremoniell Ludwigs XIV. war kaum mehr pomphaft, als das von Mexico und Cuzco. Wenn Montezuma m selerllch?m Auszüge erschien, gingen vor femer Sänfte drer Edle mrt aolde nen Stäben, dem Symbol der Herr schaft, in den Händen. Er saß in dem goldbedeöten, mit grünem Federschmuck verzierten Palannn, an dessen Selten silberne Fransen herniederhingen, auf reich verzierten Kisten. Der Tragsesse! ruhte aus den Schultern in Prachtge wände? gekleideter Edler, welche den Fußschmuck abgelegt- hatten und barfuß ernherschntten ; vier andere hielten über feinem Haupte den reichaestickten Thron bimmel, strahlend von'Juwelen, Perlen, Gold und glitzerndem Federwerk. Wenn er auSflieg und, gestutzt aus die Bundes furuen. vorwärts schritt, wurden vor ihm Teppiche ausgebreitet. Die Um stehenden schlugen die Augen nieder oder warsen sich zu? Erde, denn er war Kaiser und Oderprlkster zugleich, König und Papst. Aus dem Vaupte trug er cntmeder die strahlende T'.ara oder eine Helm artige Kopfbedeckung, von welcher grüne Zedern tfus seinen Rucken yerabwallten. Seine Stirn umgab die L)u.'purne netz artige Binde, deren Fransen bis zu den Augen niederhingen. Der Kaiserliche Kopsschmuck von Peru, die Borla, war diesem ähnlich, und em Turban von buntfarbigen Falten, überragt von zwei mächtigen Feo?rn, deckte das Jnca Kaiserchaupt. Um dienenden schlang sich der rastbare Gurte: und daS Ober gewsnd, Tilmatli, auS feinstem Woll oder BaumwollstofZe gewoben, dessen Ende reich gestickt And im 5!acken in einen Knoten geschürft waren, bedeckte den Körper ; goldeue. von Perlen und Edelstein strahlende S-andalen schützten seine Fuße. E:n wei und blauer Man tel hing von seinen Schultern hernieder, zusammengehalten durch eine Spange mit großen kunstvoll geschnittenen Edel steinen, Ohalchivitl. Und wie sein Ge wand strahlte von Smaraaden, Türki sen, Perle und Gold, so varen seine Arme und' Beine mit kostbaren Reifen und Geschmeide geschmückt -und schwere Qhrgeyange erglänzten. ln semenOhren. Ein reich verzierter Dolch und anderer Waffenschmuck hingen am Gürtel. Sei ner nahte dem Priester Kaiser anders. als nachdem er sein Prachtgewand abge Uüt und ein geringeres angelegt hatte. oder in Peru noch mit einer Last auf der Schulter, zum Zerchen der Unterwürfig keit, ud dann nur mit zur Erde gefenk tem BUcke; keiner redete ihn ohne Er laubn'Qn, und dann beginnend: .Herr, mein Herr, mein großer Herr !" Sein Antlitz mußte unöerwandt dem Kaiser zugewendet bleiben, und nur langsam rückwärts schreitend. gelangte er nach beendigter Audienz durch den Eingang hinaus, den statt der Thür, wie in allen Häusern, diente eine Decke, verziert mit Metallpücken, welche beim Etu , und Ausgang klingelten. Welch ein Bild despotischen yomps ud mißtrauischer Königs 'Tyrannei ! Solch ein Reich konnte keinem Stürm von Auen widerstehen, darum erlaa es einer Hand voll Abenteurern. Kein Glanz, keine Pracht und Macht undAer. feinerung in einem Reiche sichert besten Bestand : den Angriffen und Stürmen aber gewachsen ist ein Verband frei heitLstolzer, gleichberechtigter, vater landöliebender Männer. Auch ein hoch rnj-jhigks Riljtf und Königthu erlag
den Streiikolben.der.freien Bauern des fre!t-Alffen7ändeS.'-'" ' " '
Vergebens suchte Jnca Atahualpa seine und seines Reiches Existenz zu er kaufen, indem er ' ein Gemach von 17 Futz Breite und 22 ffuk Tiefe und 9Zuk Höhe, gleich 3360 Kubikfuß. voll Gold und ein kleines voll Silber füllte und anbot, er konnte'den Sturz nicht auf halten, und die von Pizarro nach Spa nien ' abgelieferten 15 Millionen Gold und 51.610 M. Silbers, was halfen sie, was haben alle Schätze Indiens dem von weltlichen und geistlichen Despotismus getretenen Spanien genützt? Wenn der Kaiser speiste, saß er aus weichen Kisten an einem mit seinem Taseltuche. und Servietten bedeckten, niedern Tische, ine reich verzierte - spanische Wand schützte ihn vor prosanen Blicken; nur einige seiner vertrautesten Räthe waren in respectvoller Entfernung anwesend. Mit ihnen unterhielt er sich und sandte idnen ron seinen Speisen. Bier durch Schönheit und Grazie aus gezeichnete Mädchen bedienten ihn und reichten ihm vor und nach der Mahlzeit das Waschwaster in silbernen Gesäßen. Zwei andere bereiteten für ihn das dünne wasfelartige.gerollte Brod aus seinem Maismehl. Ein Haushofmeister nahm die hundert Gerichts Meisterstücke der weitgehenden Aztekischen Kochkunst in Empfang- und' fekte sie aus die Tasel. Zahmes und wildes Geflügel, W'ldpret und dre Produrte des Meeres, durch Schnellläuser befördert.Pasteten, Sü&'t keilen, alle Früchte der Tropen und der gemäklgtenZone' bedeckten die Tasel, und aus goldenen Bechern schlurfte er als Gelrä7.ke mit goldenen oder aus Schildpatt gefertigten Löffeln die kühle. zu Schaum geschlagene, mit Vanille und Gewürz versetzte Cbccolade, als Llba tion den ersten Bissen und den ersten Trunk.Xinteucli. dem Gatte des FeuerL, weihend. Gaukler, , Sänger, Tänzer, Zwerge ergötzten ihn mit wunderlicher Kunst beim Mahle, be: besten Beendlgung lhm zwtt kostbare Pieisen mlt am bradustendem Tabak, und die Cigarette in kunstvoller Mundspitze gereicht wnr den. Wenn er sich zur Siesta zurückge zogen, speisten Hof und Garden. Die Mahlzeiten . fanden namentlich, bei den Peruanern MoraenS Attischen 8 und 9 Uhr u. beiSonnenuntergang statt. Man trank bei Tisch den beut noch ' beliebten Pulque und andere starke. auS gegohre nem MaiS - bereitete Getränke (Chicha), und wenn- der Jnca bet Hossesten die Großen deS Reichs bewirthete, präsidirte er an der Tasel und trank ihnen auf ihre Gesundheit zu. Die Frauen, sowohl die legitimen Kaiserinnen als die Nedensreucn, mahlte der Herrscher unter den schönsten Mäd chen des Landes, zumeist, wenn auch nicht alle, unter ; dem Adel aus. Die Mädchen wurden unter Aufsicht von Matronen oder Priesterinnen in eigenen Instituten erzogen in allen weiblichen Künsten, Arbeiten, insbesondere der Ge wandstickerei, in Religion, Ceremoniell und sonstigem Wissen unterrichtet. Sie stickten die Tempel-, Altar und Opfer gemänder. Inspektoren überwachten die Anstalten, in die nur Kaiser und Kaise rin persönlich Zutritt hatten. Sie dt:n ten bei religiösen festlichen Auszügen, Gefangen und Tänzen, und bei Schmu ckling der Götterbilder und Altäre. Sie hatten das heilige Feuer zu bewahren. Waren sie nicht zum vestalischen Dienst bestimmt, so wurden sie bei den Azteken im Alter der Mannbarkeit in die Welt entlasten. Anders mit denen zu ewiger Keuschheit verpjlichleten Briesterinnen des heiligen Feuer, den Sonnenjungfrauen. Nur der Kaiser konnte sie dem Cölibate entreißen, wenn er sie der Zahl seiner Frauen beigesellte. Entließ er sie wieder ans seine? Kemenate, so wurden sie aus Staatskosten erhalten und nah men eine geehrte Stellung ein. Bruch des Keuschheitsgelübdes der gottaeweihtenJungfrauen wurde, wie bei den Römern, mit Begraben bei lebend! gem Leibe, an dem Verführer aber mit Erdrostelung oder Tod durch Aufhän gen bei den Beinen bestrast, seine Heimath aber der Erde gleich gemacht und zum Zeichen ewigen Fluchs der Platz mit Steinen besäet. Die Ehe war diesen Böllern heilig, sie wurde festlich begangen, Ehebruch wie beiden Jsraeliten mit Steinigung bestraft, und die Chronisten haben uns me Beschreibung des Verfahrens und den Vollzug der Todesstrafe an einer ehebrecherischen Kaiserin ausbewahrt. Ehcgerichte wachten über' Zucht und Sitte, schlichteten Ehestreit und sprachen die Scheiduna aus. Ais zur Sorostö waren diese Völker noch nicht durchgedrungen, und die .freie Liebe wurde streng bestraft. Eine eigene Be stimm-ung galt im Peruanischen Reiche. An einem bestimmten Tage wurden alle Jünglinge von S4 Jahren, alle Jungfrauen Don 1820 durch den Jnca oder lassen Stellvertreter seierlich und ehelich verbunden. Der H:rzcnSwahl wurde Nückjicht getragen und d Eltern Zustimmung war erforderlich. Diese Bestimmungen galten für die kaiserliche Familie, wie für daS ganze Volk. Eine mehrtägige ffeier schloß das Hschzeits fcst. Die Bevölkerung- des Distrikts -hatte dem jungen Paare das Haus zu .errichten, die übrige Ausstattung beson der an Land, besorgte der Staat. Starb der Herrscher, so wurde bei den Azteken seine Aschein Urnen in den Tempeln, bei den Peruanern uur die Eingeweide in goldenen Gesäßen in dem SonneN'Tempel beigeseht, der Leichnam selbst aber so kunstvoll einbalsamirt. daß. wie Garcilasta unö sagt, die versteckt gevesenen und sufgefundenen Körper der langst verstorbenen Jnca Tupac Jupa nae und Huzana Capac Lebenden fo sehr glichen, daß nicht ein Haar, nicht eine Augenbraue fehle. Die Munien wurden ml allem Schmucke und allen Abzeichen d Hoheit in dem kaiserlichen Grabgewölbe beige, setzt. Dort säße sie, die Arme üöer die Brust gekreuzt, da Haupt vorwärts ge beugt, auf goldenen Stühle!., rechts die Kaiser, links die Kaiserinnen. An hohen Festen wurden sie mit aller Pracht und Ehrfurcht, als ob lebten, in rei chen PalankinS in seierlZchtt Prozession durch die Straßen getragen. Wer erin nert gch hierbei nicht der Kaifcrgruft zu Aachen, als Otto III. des großes Carolinger's Grab öffnen ließ und Carls
grimmig.ernste .Gestalt., inemodge-j . . . ' - - mW " m M - t. ' - A R
fchmöcklen- Atarmmilennv, viz '7 r ' m 1 . KA niia tnH Nigrer seiner yiuyc un Entsetzen ersüllte. Die Pariserin in ver Vyarwochk. Die Pariser Boulevard'Blätter halten eS in den Tagen der Charwoche und deS Osterfestes für ihre Pflicht, aus Kirch lichkeit und Frivolität , ein Elixir für ihre Leserinnen zu brauen und daS Herz derselben', durch ' religiös sein sollendes Gefasel zu rühren. - So erzählt der .Fi garo- eine Geschichte, welche dem fkep tischsten Blatte nicht Übel anflehen wür de: die Geschichte einer sungen Frau, welcher, der Gatte am Tage nach der Hochzeit einen Fächer sür den Besuch der Bälle und ein Gebetbuch für den Besuch der Kirche schenkt. ' Dieses ist ein wahres Kleinod, innen ' mit Mmlaturblldern, außen mit Juwelierarbeit und einer win zigen Uhr geschmückt, aus der ihre Be stZerin. wenn sie in der Kirche kniet, mindestens ein Biertelstündchen verstreichen lasten fall. In den ersten fünf Jahren ihrer Ehe thut sie dies sehr ge wistenhaft; dann schenkt sie der reli giösen Pflicht fünf Minuten mehr, weil der Spiegel ihr gesagt hat, daß ihre Jugendblüthe hin ist, und abermals fünf Minuten, als der Arzt ihr wegen Blutarmuth rohes Fleich und reinen Wein verschreibt. Jetzt zeigen sich o Jammer ein paar Silderfäden in den dichten Hzaren der Marquise, ihre Alldacht erstreckt sich auf eine halbe Stunde und immer weiter von Jahr zu Jahr je mehr Zeichen deS nahenden Alters ihre Stirn und Schläfe durchfurchen. Beim 10. Jahr angelangt, entschließt sie sich mit der Erlaubniß ihres weitklugen Ge mahls, die Reste einstiger Schönheit und Jugend ganz dem Kloster zu weihen. Der GauloiS" seinerseits, liefert einen Modebericht für die Charwoche. Er konstatirt, daß die Pariserinnen trotz der Kälte muthig ihren religiösen Pflichten nachkamen und in ihrer Toilette ' die Regel befolgten, welche will, daß nur Gewander von ernstem Schnitt und be scheidener Farbe getragen werden. Di Pariserin, die fromm erzogen ist-, sagt er, ist in der Kirche wie zu Hause. Die Frommen, welche dre Zerstreuung-elneS großen Hausstandes sürchien, ziehen sich sogar sur diese Tage ganz zu den geist lichen Genostenschaften zurück, welche ihnen nichts bieten als eine Zelle und Pflanzenkost. Dreimal des Tages treten dann dlt Nonnen in Sie Zelle der Welt dame, welche die Einsamkeit gewählt hat, und sagen zu ihr: .Schwester, Du mußt bereuen Und wenn man dann am Osterdienstag die Elegantesten unter den Eleganten wieder auftauchen sieht, frisch. rosig und ausgeruht, dann kann man überzeugt fein, daß sie im Kloster Buße gethan haben . ES llmgt ganz so, als ob der .Gaulois" dieses neue Wiederaufblühen aus den Ausenlhalt im Kloster schieben wolle. Gegen das Beschlagen der Pferde. Durch europasche Blätter läuft aeaenwärtia eine Notiz aus der Fe der von Sir George Cox.eines bekannten lvvoloaen. bit aewlk mit JntereNe ge lesen, in ihrer praktischen Nutzanwen duna aber ebenso aemiß mit aller Neser ve aufgenommen werden wird. Der Verfasser erklärt nämllch.daß daS für das Beschlagen der Pferde verausgabte Geld ln England Wahrlich an neun Millio nen Pfund Sterling aerade hinaus geworfen sei und nicht nur nichts nütze fondern sogar schade. Sir Georg versucht den Beweis seiner Behauptung, miltelst Ziffern und Thatsachen, welche er aus der Geschichte aller Zeiten und Länder entnimmt; von Xenopfon an, der mit seiner .unbeschlagenen" Kavallcrie von Kunaka über das armenische Hochland an die Thore von Trapezunt zog, bis zu den .Freilanzen- der heuti' gen Zeit, welche ebenfalls die Hufe ihrer Pferde nicht beschlagen. Der Verfasser behauptet, unter allen Umständen fei eS billiger, sicherer und nach allen Seiten hin richtiger, die Pferde unbefchlagen" selbst über dir härtesten Straßen gehen zu lassen, insbesondere aber über daö Londoner Asphaltpflaster. DaSErzparniß bestände aber nicht blos in Geld.sondern durch das .Nichtbefchlagen wür de siez auch die Arbeitszeit des Pferdes verdreifachen lassen. Pferde, die jetzt mit zwölf Jahren unbrauchbar werden, könnten vierzehn Jahre langer arbeiten, wenn ihre Hufe ohne Eisen blieben. Den Werth der Verlängerung der ArbeitS. kraft der Pferde berechnet der Verfasser mit sechs Millionen Pfund Sterling pro Jahr. Wunderbare Ovationen aiebt eö in Cbina für beliebte Beamte. Es ist im Reich der , Mitte bekanntlich Sltte, daß man über dem stadklyore einen Käsig aushängt, der das Haupt eines hingerichteten Verbrechers enthält. Als der russische ForschungSl eisende SoSnowSkiLei leiner neuesten Expedi tion mit seiner Karawane vor der Stadt Barkul ankam, bemerkten die Reisenden. daß der Käsig übe? dem Thore ein Paar Streskl enthalte. Aus lhre fragen nach der Aedeutuna des wunderlichen Thor schmuckes erfuhren die Reifenden, daß dies die Fußbekleidung eines vor Kurzem von hier nach euu anderen Orte ver setzten Mandarinen gewesen sei, der von seinen Untergebenen und der ganzen Einwohnerschaft besonders geliebt, ihnen nach altem symbolischem Brauche die Schuhe, die er bei Verlassen der Stadt an den Füßen trug, als Andenken hinterlassen hatte. Recept füreinen tüchti' gen Gmeinderath. Nach einem alten, erprobten Recepte soll man den Gemein berath au? folgenden Gewerbetreibenden zusammensetzen: 1) Aus einem Krämer, weil dieser alles genau abwagt. 2) AuS einem Jnßrumentenmacher, weil er im mer neue Saiten aufziehen kann. 3) Aus einem Schuster, weil der weiß, wo der Schuh drückt. 4) AuS einem Schlaf ser, weil der immerAufschluß geben kann. 5) AuS einem Böttcher, weil der alles reiflich überlegt. 6) Aus einem Wundarzt, wett der für jede Wunde das rechte Pflaster weiß. 7) AuS einem Nagelschmied. weil der den. Nagel aus den Köpf trisst. 8) Aus eiem Musikanten, weil er Takt haben muß, und 9) aus eine Gastwirthe, weil der, wenn er nur will, reißen Wein einschenken lann.
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ertrag Hrn. Lieutenant aift üitt seine Drch!?ejus 5 öquatorialen Afrika, spalten uf de III. Deutschen eosr,hntage. Wie bekannt, hat sich die Afrikanische Gesellschaft in Berlin zur Aufgabe ge macht, hauptsächlich das Flußgebiet deS Conao zu erforschen.- Zu du em 3? wurden verschiedene Expeditionen aus aerüstet. die mehr oder weniger m oaS Innere vordrangen. Ein großer Theil des südlichen Flußgebietes des Congo war derart schon entdlckt, bevor durch Stanleys veldenreise. der ganze Laus des Stromes klargelegt wurde. Der Congo ist der zwe.tgrößte Strom der Erde und steht nur dem Maranon an Wassermassenach. AlS sein Flußgebiet entdeckt war, sandte die Geographische Gesellschaft im Jahre 1880 die Herren Dr. Pogge und Lieutenant Wißmann auS mit dem Auftrage, ?u dem König Matajambo zu gehen, den schon Dr. Pogge und auch Dr. Büchner besucht hatten. .Ersterer kannte dieVerhSltniste und eignete sich in dieser Beziehung am besten zu diefer Reise ; der Vortragende wurde ihm damals als Geograph beige geben. Im November 1880 traten beide ihre Reise an und gingen von Loanda am Congo auswärts bis nach Dondo, wo selbst sie ihre Geschäfte schnell erledigten und sich auf die große ihnen bevorste hende Ersorschungsreise vorbereiteten. Dondo ist eine der ungesundesten Städte die es gibt, und wird in Vezuq daraus von den Portugiesen die Hölle der Welt" genannt. Um vorwärts zu kommen, mutzien sich die Nelsenden der Üblichen Art, in diesem Lande zu reisen. unterziehen. Dieselbe besteht darn, daß sie sich der Ttpoja, elner Art Tragbahre, bedienen mußten, welche von zwei Ne gern mlt großer Geschwlndlgkett getra gen wird. An einem Tage wurden in solchen Tipoja's 10-12 Stunden zu rückgelegt; der Schritt der Träger ist ein kurzer Trab. - In Malange, der Grenze der Civilisation, versahen sich die Reiienden mit den gangbarsten Tausch Mitteln, die sie für die Forlfetzung ihres Marsches unumgänglich nöthig hatten und die hier am besten zu finden und. Hier trafen die celden Reisenden auch mit Dr. Buchner zusammen, der auf großem Umwege nach Malange gelangt war. Ebenso tras vonNorden kommend Herr Maior von Mechow mit zwei deutschen Begleitern ein. Es fanden sich so an der Grenze der Civlllfatton sechs Deut sche zusammen. Sie trennten sich nach einigen Tagen und unsere Reijenden nahmen ihren Weg nach Kimbundu und gelangten damit m das Land etwas hö her in der Civilisation stehender Neger, die sich europäisch kleiden, wenn man, weil sie europäische Beinkleider tragen, das so nennen will. KriegsvLrwicklun gen zwangen die beiden Forscher, ihre ursprüngliche Route zu ändern und aus andern Pfaden vorzudringen. Eine neue Carawane mußte zusammengestellt werden, da der größte Theil der mltge nommenen Neger sich' weigerte, ihnen unbekannte Länder ZU betreten. Nach dem diese Arbeit vollendet, gelangten sie in das Land der Kiokos. Auch hier wurden den Reisenden große Schmierige keilen bereitet, weil die einzelnen Stäm me aus Handelsinteresten aufeinander neidisch sind. Durch energische Demonstrationen gelang es der Carawane, durchzubrechen und über die Calunda Sperre zu kommen. Das Land der Calunda ist äußerst schwierig zu passiren, da sämmtliche Ca i v -c.". n v . ri..ri... NZ .e.t., mnuuutic ucii ucjiyu jccyi vvti dem König des Landes haben, keinen Reisenden durchzulasten, sondern ihn nach der Stadt Muatiamvo zu dirigi ren, wo er ganz nach Belieben die Rei senden ausplündern kann, um sie, wenn sie ihrer Habe vollständig entledigt stnd, wieder nach derKüste zurückzuschicken. Den beiden Forschern gelang eS trotzdem, vorwärt zu kommen, bis ihnen ein neuer Aufintbalt am Kastai wurde. Das
Passtren eines Flustes gibt nämlich den. der Civilisation sein werde. Wenn man . n . . -et. ftt . frx v.m ro . x v .. - vi. fr: : i : r t : -
Vlngeoorenen iieis oz willkommene wh1 ui -ouvciv umuy uic vmuuuuuuü,
leaenheit, die Reisenden zu brandschatzen Wahrend unsere Forscher im Begriffe waren, überzusetzen, kam ein Bote von den Kiokos, der dem Häuptling der Fähre ankündigte, daß wenn er die bei' den Europäer passtren ließe, man gegen ihn Krieg machen und den Reisenden auf der anderen Seite des Kastai mit Gewehrseuer, begegnen müßte. Als der Bote jedoch sah, daß er zu spät gekom men und unsere Landsleute schon die andere Seite erreicht hatten, ergab er sich in das Unvermeidliche. Von hier ge langte die Carawane in daS Land der Tuzchilange ; es sind dies die ersten Ba luba-Völker. Ihre Fürsten Tschingenge und Mukenge verlangten den Besuch. Jeder drohie dem Andern mit Krieg. wenn Dr. Pogge und Wißmann sie nicht ! auisucken würden. Um dieS zu verhm dern. beschlossen, dieselben, daß Dr. Pogqe den Mu?enge und der Vortragende den jungen Häuptling Tschin genge besuche. Hier bildeten die Relienden den Mittelpunkt einer Fabel. Die Vorgänger beider Könige waren nämlich nach der Westküste gegangen zu den KiokoS und waren verschollen; wahrscheinlich waren sie todtgeschlagen und beraubt worden. Dr. Pogge galt nun sur den Verstorbenen ostongo Muneme und Wißmann . für Kabassu Babu, die nun ihre Metamorphose durchgemacht und er chienen seien in ih ren alten Reichen, um sich über deren Zustand zu überzeugen. Beide Reisende wurden demnach wie Fürsten begrübt. Der König Tschingenge setzte Lieutenant Wißmann aus einen höheren Stuhl, während er stch selbst niedriger setzte und sich mit Staub bedeckte und Wißmann als Kabastu Babu anredete. Einige Tage später langte die Mutter des Letzteren, eine alte Negerin an. um ihren wiedererstandenen Sohn zu be grüßen ; Wißmann empfing ste selbst verständlich sehr freundlich. Da Küsten bei den Negern nicht Sitte ist, so ver ehrte er ihr eine breite Perlenkette.' sie dagegen versprach ihm seinen Reichthum in möglichst kurzer Zeit zu senden, derselbe bestand in 4050 Frauen und etwas Elfenbein. Unser Reisender er suchte ste, sich nicht zu sehr zu beeilen und
seine Schätze, vorläufig noch' in ' ihrer
Obhut zu. beyalten. . Nachdem Pogge. -und Wißmann derart einige Zeit in höchst angenehmen Verhältnisten gelebt, mußte zur Weiter--reise geschritten werden. Die Neger, welche sich im Dienste beider Asrikaforscher befanden, fingen an, schwierig zu werden; sie wollten nicht Weiterreisen und man mußte sich gegen die Leute zu den energischsten Mittel entschließen, um Gehorsam zu erzwingen. Jeder Meuterer wurde einfach ohne Hilfe zurückgelasten uv.b mußte sehen, wie er zurückgelangte. Nun trat eine andere Frage heran. Jeder der beiden Fürsten, bet welchen sich Dr. Pogge und Lteute nant Wißmann aushielten, wollte es sich nicht nehmen lasten, sie auf ihrer Weiter reise zu begleiten. Gemeinsam wollten sie e5 aber nicht thun, sondern zeder allein, denn sonst müß!e einer den andern mit Krieg überziehen. Da der Vor tragende den meisten Einfluß bei Tschingeuge besaß, so gelang es ihm, denselben zu beruhigen und dahin zu bringen, daß er nichts dagegen einzuwenden hatte, daß der altere Mukenge mit dem sie lieber gingen dieKaramane begleitete. Neue Auflehnung der Träger brachte. wieder einige Verzögerung, namentlich weigerten sich die Träger, in das Land der ttannibalenStämme einzuziehen. Ein großer Theil derselben mußte deshalb entlasten werden, nur 20 btleven bei den Forschern. Mukenge Mit 200 Männern und Werbern fchion iQ nun der zusammengeschmolzenen ttaramank zu deren Schutze an. Junüchlt wuroe der sabelhaste See, von welchem schon Ingenieur Schütt und Dr. Büchner ge hört hatten und von welchem die Net senden fortwährend mrt Lügen unterhalten wurden, besucht. Der Name deS Sees Mukamba drückt aus, er sei so groß, daß ein Vogel ihn nicht udelstie gen könne, ohne hineinzusallen; eS hieß metter, es ser unmöglich, auf ihm zu fahren, denn AlleS würde durch die Macht der Wellen an'S Land geschleudert, Thiere wie Flußpferde, Krokodile finde man nicht. Als man glücklich an diesem See angelangt war, zeigte sich die ganze UnHaltbarkeit dieses Mär chenö. denn in fünf Stunden wurde er von Wißmann umritten. Kurz daraus erlebten die Reisenden die lekte Meute, rei ihrer Träger. Die Unverbesserlichen wurden zurückgelassen, und zwar wie ek ihnen angedroht war, .ohne jeglichen Schutz und ohne Existenzmittel. Sollte der Zweck der Reise erreicht werden, so mußte zu solch energischen Mitteln ge griffen werden, denn sonst wäre man je den Augenblick in die Gesahr gekommen, aufgehalten zu werden. Nun ging es weiter in daS Land der Tufchilanges. Dies ist ein wilder Stamm, die Männer wild bemalt und prächtig bewaffnet, so daß sie der Begleitung Farcht einflößten. Zu Tau senden standen die Männer da und staunten die Weißen an, wie sie aus ih ren Stieren ritten, die sie nur als wilde unbändige Thiere kannten. Wenn die Masse die Fremdlinge et'.?as unbequem belagerte, so wurde ein Schuß abgege ben, welcher des Zeichen einer panischen Flucht von Tausenden von Menschcn wurde. Das gab den Leuten der Reisenden Muth ; sie machen sich sogar hin und wieder das Vergnügen, die Strohmatten mit einem Stock auszuklopfen, was einen Knall ähnlich einem Gewehrschuß gab, worauf die Menge auseinanderstod. Auf demWeitermarsche gelangte man nun zu dem Jluste Ludi, wo man ans ein neues Volk, das sich Vasonge nennt, stieß. Dasselbe schilderte Redner als außerordentlich hoch stehend. ES wohnt in großen, schönen, geräumigen Häusern, in schönen, rein lichen Dörfern zusammen, die von Palmen und Bananen umgeben und überschattet sind. Die Bewohner derselben machen einen im höchsten Grade freund lichen, glücklichen Eindruck, so daß man als Reisender, wenn man in diese Dörser plötzlich hineinkommt, sich manchmal fragt, von welchem Vortheil für die ar men Eingeborenen der erste Eindringling wenn sie zuerst in diese glücklichenDörser hineinkommt, vergegenwärtigt, so uber schleicht einem ein unheimliche Gefühl. Von da gelangte die Karawane in das Gebiet der Kafchitch, Hier wurden ihnen die Kähne und der Weitermarsch ver weigert. Selbst Mukenge erklärte, zurückkehren zu wollen, da er nicht in die Länder der Kar.i.?alenStämme hinein wolle. Nach vierzehntägigem Ausenp halt gelang eS ihnen doch dadurch, daß sie Feuerwerk und Schnellfeuer machten, den alten Fürsten Katfchitfch in Angst zu versetzen, und da sie den Trägern die weiteren Existenzmittel verweigerten, letz tere zu zwingen, ihren Conlrakt zu Hai ten. Mukenge wurde kirre gemacht mit der Feindschaft des Tschingenge. Dies schlug durch. Durch diese Mittel gc lang es, das Land zu passiren, und ge langten die Reisenden nun an den Lu bilasch, einem riesigen Strom. Die Bevölkerung des Landes ist sehr dicht, stundenlang hatten die Forscher durch ein Dorf zu marschiren. Manpasstrte nun Lomani und wollte weiter gegen die Lualaba (Congo) vor dringen, doch durch große Ueberschwem mungen war neuer Aufenthalt geboten. Acht Tage mußten sie liegen bleiben, um zwei Kanoes zu bauen, wobei sie nicht unbedenklichen Hunger litten. Nachdem die Fahrzeuge fertig, konnte man den Fluß glücklich pafsiren und kam nach Njangwe, wo die Reisenden zwei Monate blieben und ausmachten, daß Dr. Pogge zurückkehren solle zu dem Lande Mu kenge'S, vo ein Dolmetscher zurückge lasten worden war. um eine Station it die Asrikanische Gesellschaft zu gründen. Nu.- drei Mann ließen sich be wegen, Wißmann zu folgen. Die Trennung der beiden Reisenden erfolgte also fast in der Mitte de? Continents. Sie wurde übrigens durch eine blutige Scene fehr beschleunigt. Die beidenReisendeiz konnten kein Canoe bekommen, wie sehr sie verschiedene Canoebesltzer darum anriefen. Als alle Mittel erschöpft schienen und ein Canoe wieder vorbei kam und die Leute sich nicht zum Ueberlasten desselben entschlie ßen wollten, ließ ein Gastfreund der Gesellschaft ein Araber Feuer ge
