Indiana Tribüne, Volume 6, Number 214, Indianapolis, Marion County, 22 April 1883 — Page 4
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' LiBSTSL Gegen Thspep ste, Verstopftheit, bittSseSKopfwth, uvniiojr uciar thoe, Gelbsucht, Unreinheit des xifz. OluteS, ZQütttU neber, Vkalarie undalledurchTtö -tt Tttttfl er ever. FSre und Nlcre verursachten Leiden. CZNpwNe einer erlraattea Leber. XUiUx 2tikm ; CSmerz i der Ceite, juwelita unter ttxa Cchltrrblatte und wird dann mit Rheuma ttsmnS renrkchstlt; allgemeiner Apxetitverlust ; ge, SKnlich Verstcxftheit, zuweilen abwechselnd mit O?cnlbZeit: der stopf von SSmerzea belüstiqt, wtUi benöck-tticher Verlust deö LnnoerungSreruiö llZ; jntreile ;n schwacher, trockener Husten und da GtiiM ten Rötbe aberflogen, wa oft für Sltwwdfucht gehalten wird; der Patlent klagt über Wüdiqleit r.b Schwäche: ist nnrtt: Ute oder trcn nteS Eefähl in den Kühen, zuweilen eine stechendeEmxsindu.z: die Lebensgeister tederqescrlazen, und ennzleich mci tberjwijt ist, daß LeibeötewkArnz heilsam wäre, fojantt man sich kaum dajn aufraffen, ja, man m.bn iVjedem ciln:itic(. Verschiedene der ebigen Eymxtsme begleiten die Lranlhkit:'atcr eS ßnv FLe vorgekommen, tn denen nur wenige davon .crfcntcr: ircrrn; doch bat die Untersuchung ech dem Tsde ein beträchtliche Störung der Leber nach gewicssn. , Zaö SlUUl sollte von ellen Personen, Jung und Alt, gebrauet werden, sobald sich elneS ttt obigen Symptome zeigt. " Wer auf Vlcl:n ist oder itt ungesunder VegcNd wehnt,,wtrd durch gelegeuiliches Einneh ' wen einer u die Leber in gesunder Tbltig seit p lilicn, all- Malarie, gallige Ansälle, Ein?, Uebctteit, RikderJeschlagenhett u. s. w. ebden. T23 Mittel wird wie ein &l$8 Wcin krif tizrn. t,t avcr r;tn verausazenves etranr. Sowohl Zeit wie Toktorrechnungcn werden erspart, wenn man den Regulator st:tS vorrathig im Hause hält ! Tenn glki5viel wclöeS Leiden sich einstellt, ein durchaus fc?re4, adsülzrcnoes, Säfte vcrdcsz scruvcs unv ftärkeuscs Mittel rond nie unreöt metra sein. Das Mittel ist ngesährlkch und beiträchtigt weder die Sesch istSthätigkeit noch das Vergnüge. ?, ist rei veaetabttlsch und 8:i V.i gznze nft undSatsanteü ron Calemcl ederübtnia ebne irgend iue der fälfclitfccri Nachirkuuzea d erZeldcn. Zeugnlk von einem Vouverneur. .(3lu:?nS üiett öiegulator ist feit läuzerer Zeit bet cmcr Familie ta Gebrauch, und ich bin vierzeuqt, dß er eine Bereichernnz trr Arznkiw'sjensck'cft dil:et. 5k. tÄtllShorter, (oute rceur ron Al. Hon. Lllerander H. etepliens ro S'eer?ia z:;t : Ter lleorauch vo SimmonS Liver Regrla oi" ist mir iccijl bekomme und ich wünsche ihn eiter zu prüfen. ,?as Einzige daS niemal I Linderung versaat.- Ich taU viele Mittel gegen Tpsxexjia, Lkberleirkn ur.d Schwäche braucht, der n:e eines gefunden das mir so wohl komme ist wie un m?nS Lirer Rezulator. Ich ha?-? von' Minneseta bis t?eorgia danach gescbiZt und l..öch:e einer solchen Medizin we-ea och weiter sckicken ; auch möckte ich allen dbnlich keidente anrathn, Z mt diesem Mittel zu rersuten, da es daS einzlge zu sein schei-t, Ui n'a'.s Linderunz versagt. ?. M. I a a n e , Minaea?oliZ, MI: 2r. tt. Mason sagt : Durch thatiachl Lrsarunz in Ce6ran ?a TimmonS Lir:: RezulZi" in meiner Przrii bin ich oa seiner zr?endvnz desriediit und ich verordne ihn alZ eiu, SibfudruniS-Ärznei. . . . w Man nehme nur den echten, der sietS Ut totJl Z Handelsmarke und die Namensunter, schrist I. H. eilin & o. aus dem Umschlage Käst. !e! allen I? othe lern ju Haien. r7"'-' f V ' 1 W V?rP"TTT3 S"1 ünnii: H tlu schrre? Aurmittel nc all Kraukheitk der Niere nd der Leber. Dleie 2edizin bat direkten Einsiu auf dieS it wicktie Organ deS menschlichen Fiörvers,, nd erniöi!?ht eö.UnthZtigkeit und Erstarrung' d:isü::rn. eine Keiilame Absonderung der aue iu. ermöglichen, nud vaourcy vak ne den Aactn in freiem Zustande erhält, eine regeläplge Äbübrung aufrechtzuerhalten. j !tti ADIA Jeder von Malaria, rosischüt, HLAnlAi teln, schlechter Galle, Äageizväche, Verstorfung Leidende wird in Nieren prallt (XZäve Wort) ein sicheres Erleichterungd schnelles Heilmittel finden. k Uni im FrüKiahr daSMagensqstem gründlich zu Lö-rinigen, sollte Jedermann eine durchgehende :ur damit machen. (47) , t'ci allen Apothekern zu haben. PreiS kl. nicht. daS Leb n xeht schnell Vorüber, fljtj p r Woche, Ausstattung 15 0.1 unent geltlich, kein Riftko, Kapital nicht nothwendig. Wir lt fern Slllks. Viele msSen in SermS ,e Frauen szmohl w e Männer, Kna btn und icie " . Tian ende sich an H. Hallett C o.. 5o::5. 'Äa::?e. !3ttV!( Tu tnarhires8iipeciallTa'!lapledtothetifse et FAHMLRS and STOCK FEEDERS. Iti capaMe es fhellin an'i grinding tvrenty bnshela per kur, -Kith sour to t ix Lorae-power, and an be tun br Triter, 6teara or horse-power. Tha prisslirsg pUtc-a areof rrystallized iro, and cost $ i.öo a pair. fcii c: CL-Iar giräg tsll deKrijtics. ST. JOSEPH MTG CO., IVÜSHAWAKA. IND. s THE HÜLL VAPOR COOK STOVE, l'-: CLULT ANU UNUT HtLIACUt, Is the only device of iiw kinJ that has stood TUE TEST OF YEARS, and earied universal public connnendation. Does erery description of Cookinp.Wash----m.-Yrult Cannini. ihS, w m oiner uouiesV , ti work hcrei - eMr iuiui ü i mj J thcor-lin irrcook stove, andwlthout its insufr. i i ' . A , f , U u ruiip hft, poot. asnes, CIC. F03 SUV.MER USE THEY A8E INDISPENSABLE. CsJ" IU üät.lf AciMila vnntril in nnocciinied territory. Addres. 1 'ULiii vjruft owv i Seneca Street, cor. Champlain, Cleveland, ühio. BLAHGHflRD CHURH Fire ri2e3 made for Family D&iries. 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Iur 0utt?ickelungsgesö)tchte der ttindsstele. - an Otto Zacharias. Was einer auf bloßer SelbstSeobach. !ung beruhenden und nur mit den That achen der .eigenen inneren Wahrneh Ntkng operirenden Psychologie niemals zelingen wollte, nämlich die Entwicke !ungsfolge der seelischen Vorgänge fest luftellen und ihren Zusammenhang unter einander zu ergründen : daS ergibt sich bei. Anwendung der naturwiffen Ichastlichiinductiven Methode wie von selbst, und es ist überraschend, wieviel der an der Wiege des Säuglings sitzende oder in der Kinderstube verweilende Be obachter lernen kann,wenn er dieZeichen schrist zu deuten vermag, die ihm in den primitiven Lebensäußerungen der kleinen Geschöpfe entgegentritt. . - - Zur Erhärtung des Gesagten kann ein interessantes Werk dienen, welches ein namhaster Phystologe, Professor Dr. Preyer in Jena, vor Kurzem veröffent licht hat (.Die Seele des Kindes). Dieses Werk enthält zahlreiche, völlig neue Beobachtungen über die Entwicke lung des Menschen in den ersten Lebens sahren und eröffnet uns eine unverffcg liche Quelle für das psychologische Stu dium.' In seinem ersten Theile handelt es von der Entwickelung der Sin n e, im zweiten von der des Will ens und im dritten über die allmäligeAusbildung derVerstandeökrSfre. Seitdem uns durch Charles Darwin's unsterbliche Forschungen die Tragweite des Evolutionsvrincips zum klarstenBewußtsein gebracht worden ist, hat unsere Auffassung deS Verhältnisses vonUrsache und Wirkung, unser Begriff von Crn salität auf organischem Gebiete, insofern eine wesentliche Modifikation erfahren, als wir nun den hohen Grad , deS Ein fluffes würdigen gelernt haben, den die körperliche und geistige Constitution .der Voreltern aus die Nachkommenschaft, auf Kinder, Enkel, Urenkel und noch weiter ausübt. -Jedes organische Individuum, es sei Thier oder Mensch,' ist das Pro dukt seiner Erzeuger, und es erbt von diesen nicht blos die allgemeine Körper
struktur, sondern auch specielle Anlagen und Neigungen. Das domesticirte Ka ninchen wird in Folge der permanenten Gefangenschaft, in der es lebt, zahm; der Huttd in Folge seines Umganges mit Menschen gelehrig ; und alle diese Fähigkeiten vererben sich weiter. Auch am Menschen findet daS Gesetz der Vererbung seine Bestätigung. Die Seele des neugeborenen Kindes gleicht nicht der berühmten Tabula rasa des Philosophen Locke, welche erst durch die Hand der Erfahrung beschrieben werden muß, sondern lange vor der Geburt, schon ist iene Seelentasel mit unsichtbaren Zeichen, den Spuren von Inschriften bedeckt, welche langst vergangene Gene raticnen daraus zurückgelagen haben. Der Sensualismus, wle er m der engll schen kisahrungSphilosophie des vorigen Jahrhunderts zum Ausdruck kam, findet durch die Beodachtungen Preyer's, seine cndgiltigewissenschastliche Widerlegung. Die Entwickelungsgeschichte der Kindes scele liefert uns einen positiven Beweis dafür, daß die Fähigkeit zum Empfinden, Decken und Wollen. angeboren ist ui.d r.icht etwa erst durch Sinneseindrücke erzeugt oder geweckt wird.' Kein Mensch sagt Preycr ist ein bloßer Emporkömmlina, der durch eigene Ersährung allein seine Psyche zurEntfaltung brächte, vielmehr muß jeder durch sie die ererbten Anlagen, die Reste der Erfahrungen und Thätigkeiten seiner Ahnen ausbilden und wieder beleben." Was ist nun im Kinde als angeboren und ererbt, was ist als erworbenes geistiges Besitzlhum anzusehen? Die Beantwortung dieser Frage hat nicht blos ein physiologisches, sondern ein ganz allgemeines . philosophisches Interesse. Sehen wir zu, was uns die aufmerksame Beobachtung lehrt. Angeboren is: dem Kinde zunächst und vor Allem die Beweglichkeit seines Rum pses und seiner Gliedmaßen; es krümmt und reckt sich, es bewegt Arme undBeine, spreizt die Finger, spitzt denMund, wen det die Augäpsel bin und her, übt die Stimme und macht noch eine Anzahl anderer Bewegungen, die Preyer als impulsive, d. h. als solche bezeichnet, die ohne auLere Anlässe zu Stande kommen. Bei diesen Bewegungen ist das Groß Hirn ganz unbetheiligt ; die Impulse dazu scheinen vielmehr von den motori schen Ganglienzellen deö Rückenmarks auszugehen. Während der Säuglings zeit vermindern sich diese Bewegungen immer mehr und beim Erwachsenen kom men sie höchste.-ls noch im traumlosen Schlafe vor. Eine andere Art von Bewegungen, zu denen das Kind die Fähigkeit auch gleich mit aus die Welt bringt, sind die foge nannten Rtflexbewegungen. Hierzu ge hört das Schlucken und Niesen. Diese Bewegungen sind sehr merkwürdig, weil sie eine angeborene, komplicirte Coordinalion vieler Muskeln benöthigen. Die Reflexempsindlichktit der Nasenschleim haut ist eine rein erbliche Eigenthümlich keit, ebenso die der Lippen und der Au genlider. Prcyer hat beobachtet, daß die Rkflkxmaschinerie, d. h. die Jähig keit, auf einen gegebenen Reiz mit einer Bewegung zu reagiren, beim Kinde ihre volle. Ausbildung mit Regelung der Athmungsthätigkeit. erhält. Die Uhr, die vorher zwar, schon aufgezogen ist, kommt dann erst in richtigen Gang. Die Rlflerbewegungen der Neugeborenen sind darum von großer Bedeutung sür die seelische Entwickelung, weil durch ihre hausige Wiederholung das harmonische Zusammenwirken vieler Muskeln als Mittel, Schädliches und Unlusterregen des obzuwehren, vervollkommnet und so die Willensausbildung ermöglicht wird. Zu den Reflexaktionen gehört auch das Spreizen der Zehen, welches man wahr nimmt, sobald man ein Kind an der Fußsohle kitzelt; ebenso das Lachen, welch:? aus demselben Grunde ersolgt. Das Erschrecken kleiner Kinder bei starken Tchalleindrücken. das. Zusammenfahren derfelben bei rascher Annäherung eines Gegenstandes u. s. w. lst auch, aus Vit flexthätigkeit zurückzuführen. Eine dritte Art von angeborenen Be wegungen sind die. instinktiven, welche gletchsalls nur nach gewissen sensonschen Erregugen, aber nicht um der typischen lLlelchsörmlglelt der Reflexe hervortre
ten. . Sie sind auch innerhalb gewisser Grenzen modificirbar, und eö ist wohl schwer zu entscheiden, ob eine Handlung rein instinktiv oder zum Theil beabsich tigt ist. . Ein gutes Beispiel für typi sche instinktive und angeborene Bewe gungen beim Menschen ist das Saugen. Beim Hühnchen muß das Scharren und Picken, sowie das Sich-Schütteln und Putzen als rein instinktiv gelten. Alle diese Bewegungen haben ein Ziel,, einen ausgesprochenen und deutlich wahrnehmbaren Zweck, sie sind aber den noch unbewußt und mechanisch, nicht ge wollt. Wenn das soeben aus dem Ei geschlüpste junge Huhn über sandiges Terrain laust, so muß es in Folge deS Reizes, den der Sand auf feine Fußsoh len ausübt scharren, nicht weil es ein Bewußtsein davon hat, daß durchSchar ren ein Getreidekorn entdeckt werden könne, sondern darum, weil alle seine Vorfahren zahllose - Generationen hin durch auf diese Weise ihre- Nahrung ge sucht und gesunden haben. Der Scharr Mechanismus ist vererbt und wird rein instinktiv in. Bewegung gesetzt. Dabei soll keineswegs in Abrede gestellt wer den, daß das Hühnchen, wenn eS älter geworden ist, nicht auch absichtlich den Sind auseinanderkratzen und Körner suchen könne. Bestritten wird nur, daß das kleine, eben erst aus dem Ei ge schlüpfte Thierchen,. aus angeborenerJntelligenz so handele, wie wir eS handeln sehen. -. Instinktiv sind unzweifelhaft auch die Greifbewegungen, welche der Säugling schon in der 17. oder 18. Woche seines LebenL macht.- Die geistige Entwickelung beginnt mit diesen Versuchen, das Wahrgenommene zu er und begreifen, und es ist kein Zufall, sondern tief be gründet, daß wir das letztgenannte Vcr bum auch in der Bedeutung es lateini. schen intellig&re und cognoscere ge brauchen. Nach Preyer entsteht die Bewegung des ganz jungen Kindes, welche wir Greisen- nennen, folgendermaßen : DaS Hin und Herfahren mit den Hän den, besonders gegen das Gesicht, ist angeboren und impulsiv. DaS Umsas
sen eines in die Hand des Säuglings gelegten Fingers (in den ersten Lebens tagen) rein reflektorisch. Hierauf folgt das mechanische (längere) Festhalten der in die Hand gelegten Gegenstände als unbewußte und lnstmrnve Bewegung. Allmälig kommt ein Bewußtsein von der Thätigkeit des Festhaltens hinzu und schlleßllch bethelligt sich auch der Wille aktiv an der komplicirten Handlung deö Greifens. Letzteres geschuht aber nicht eher, als bis wie es in der Sprache des Physiologen heißt die VerbindungS bahn zwischen den motorischen und sen siblen Nervenfalern lm Gehlrn hmläng lich wegsam geworden ist. Es ist dies eine Sache steter und unablässiger Uebung, wenn auch die. Tendenz zu einem harmonischen Zusammenwirken in den Tausenden von Muskel- und Nerven fasern, die bet einer Greisbewegung in Aktion treten müssen, als schon vorhan den und lange ererbt anzusehen ist. Erinnerungen an Karl Marx. Ton StephanBorn. Basel, 20. März. 'Ich habe Karl Marx im Herbst 1847 in Brüssel kennen gelernt. Aller Orten spürte man in jenem Augenblick schon die Vorzeichen des Sturmes, der bald darauf losbrechen, Louis Philipp seinen Thron und manchem deutscyen Fürsten die absolutistische Herrschaft kosten sollte. In den Klassen, die man speziell die'arbettenden zu nennen pflegt, regte sich zugleich das freutet) noch dunkle Verlangen, theilzunehmen am Bankett des Lebens. Der Ausruhr lebte überall in den Gemüthern, er konnte heute oder morgen in die Straße hinabsteigen und sein sröhlich'düfleres Banner auf eine plötzlich aus der Erde emporgewachsene Barrikade pflanzen. In Bern hatte lch eben die Mlln zum Sonderbundkriege ausmarschiren sehen. Die schweizerische Republik war im Be griff, die Fesseln zu brechen, die ihr der Wiener Kongreß angelegt. Nach Niederwersung der Jesuitensreunde und Ver treibung der Jesmten sollte .sie als ein fester gestaltetes, dabei doch freieres und nach außen hin unabhängigeres Staatswesen aus dem kurzen, wenig blutigen Bürgerkriege hervorgehen. Die Bataillone, die ich in Bern gesehen, waren. ohne dan sie selber es ahnen mochten, die Avantgarde der politischen Bewegung deö Jahres 1848; der Mann, den ,ch in Brüssel kennen lernte,stand damals schon im Vordertreffen einer neuauftauchenden socialen Bewegung und bildete emJahr zehnt später das Centrum, um welches nach und nach zablreiche streitbareSchaa ren sich gruppirten. Er, Karl Marx, war sicher nicht im Dunkeln über die Rolle,die ihm vorbehalten war;, er selber hatte sie sür sich in Aussicht genommen, sie mußte ihm zufallen. Geist und Charakter,.natürlicheegabung und ein starker Wille bestimmten üjn zum Herrscher in einem von ihm selbst gegründeten Königreich. Dies Reich war damals, im Herbst 1847, freilich noch sehr unscheinbar. Das schönste darin war die Königin. Konnte er väterlicherseits seinenStamm bäum bis auf die Makkabäer und noch weiter zurückführen, so entstammte sie, Jenny von Weflphalen, einem alten Adelsgeschlecht, das vielleicht vor sechs hundert Jahren mit dem Kaiser Barba rossa nach dem gelobten Lande ausgezo gen war, aber in den Nüchternen Tagen nach den napoleonischen Kriegen seine Söhne als strebsame Land- und Regie rungSräthe,'ja den vielgenanntesten derselben, den Schwager des Sozialistenführers, in unserer Zeit als den unerbittlichsten Reaktionär im Ministersessel lah. Frau Marx war eine ungemein gewinnende Erscheinung. Schlank, blond, blauäugig, 'ohne die Beihülfe glänzender Toiletten von innerer Vornehm heit umstrahlt. Muthvoll war sie ihrem Manne in die wild-wogende sozialpolitische Bewegung gefolgt; sie hatte, das Muster einer am Geistesleben und der Thätigkeit ihres Mannes sich ver ständnißdoll betheiligenden Frau, in al len Nötben und Bedrängnissen an seiner Seite ausgehalten. Und bei alledem .. '. -w . rr .'t i. x. izalte tte tta) ven tzscymacr reinere, elviiq
keit ungetrübt bewahrt. Keine Sucht, durch kleine Mittelchen zu glänzen, durch emanzipirte Allüren die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken; hübsch, klug und brav, so lebt sie nach fünfunddreißig Jahren, die ich sie nicht gesehen, in meiner Erinnerung fort. Neben dieser echt germanischen Frau enblüthe hatte Marx etwa auffallendes Meridionaleö. DaS dunkle Kolorit des Gesichts von tiesschwarzem Haar und Bart umflossen, Nase und Mund sokra tisch, im kräftigen Kinn und ebenso in den Wangen bildeten sich Grübchen, wenn er lächelte, die dunklen warmen Augen lichtsprühend, aber auch leicht in Zornesgluth flammend, die Stirn eines Gelehrten und Forschers; ich glaube damit das Porträt von Karl Marx, insosern dies nach Verlaus 'eines halben Menschenlebens überhaupt gestattet sein kann, immerhin getreu gezeichnet zu .ha
bcn. Eine unverkennbare Heiterkeit der Seele mit Willensstärke gepaart, -war damals in seinem ganzen Wesen ausgedrückt, und das machte ihn mir und Jedermann sogleich bei der ersten Begegn'ung sehr sympathische Auch er gab sich, wie seine Frau, natürlich, einfach, als ein Mensch, der seiner Krost sich bewußt ist und weder der Phrase noch der Pose bedarf. Und die - zärtlichen Ehegatten, die nicht minder zärtlichen. Eltern, sogleich zwei Wesen verrathend, die weit über der großen Menge stehen, leb ten damals in einer Brüsseler Vorstadt in der vulgärsten Einfachheit, wie sie etwa einem kleinen Handwerker oder Schullehrer anstehen mag. Keine Spur von Luxus, aber auch keine Spur von dem Zigeunerhasten, daS so leicht aus einem gezwungenen Wanderleben sich entwickelt. Alles ausgesprochen spieß bürgerlich, und der Umstand, daß die Magd aus der deutschen Heimath der Familie überall hin treu gefolgt war und trotz Wetter und Sturm,trotz ministeriel ler und polizeilicher Willkür bei ihr aushielt,. gab dem kleinen Hauswesen einen echt deutsch'gemüthlichen Zug, den wohl Niemand bei dem Gründer der Jnternationale gesucht hätte. Und wie sollte es anders fein ? Marx selber hatte eine durch und durch deutsche Bildung. Wenn er während seines er sten Aufenthalts in Paris sich dort we sentlich dem Studium der französischen Nationalökonomcn und Sozialisten widmete, so kam er doch sehr bald zur eignen, aus' dem Boden geschichtlicher Entwickelung fußenden Anschauung. Mit den Franzosen hatte er wissenschast lich nichts gemein. War ja doch in Proudhon's Haupte sogar die Rousseau'sche Jdeeom Gesellschaftsvertrage noch nicht ganz erloschen und plagte er sich ja noch mit Plänen zur Konstituirung einer neuen Gesellschaft, während Marx die menschliche Gesellschaft als einen leben digen Organismus auffaßt, der in sei nem fortwährenden Werdeprozeß sich durch den Klassenkamps zu vollkommeneren Formen entwickelt. Für's Erste freilich war der Klassen kämpf" auch für den kleinen Kreis, in welchem Marx in Brüssel lebte, nicht viel mehr als ein philosophischer Begriff : Der Jugend, die gern dem Meister zuhörte, war es überhaupt um einenKamps gegen drückende Gewalt zu thun, ohne daß sie um die theoretische Begründung und Rechtfertigung oder gar um das letzte unendlich entfernte Ziel ' dieses Kampfes sich wesentlich kümmerte. t In Preußen herrschte damals noch der'uneingeschränkteste Absolutismus, überall in Deutschland befand man sich.. im Polizeistaat. Den Mittelstand verlangte es nach Verwirklichung des Verfassungsund Rechtsstaats, nach gewissen unentbehrlichen politischen Freiheiten, wie sie die Nachbarvölker im Westen schon besaßen. Der Arbeiter hatte aus der Marx'schen Schule gelernt, daß er vor Erlangung dieser politischen Freiheiten leine seiner eigenen Forderungen durchsetzen werde, und so sammelten sich um Marx nicht blos diejenigen, welche die äußersten Konsequenzen seiner Kritik der Nationalökonomie anerkannten, fondern überhaupt alle diejenigen, welche derFrei heit eine Gasse bahnen wollten. Im zweiten, dritten und viertenJahr zehnt war es in Deutschland die studi rende Jugend, welche den liberalen Ge danken lebendig erhielt in der Nation; v?m fünften Jahrzehnt ab sind es die Arbeitervereine, welche diese Aufgabe übernehmen. Die propagandistische Arbeit des Berliner Handmerkervereins in der Johannisstraße während der vierzi ger Jahre ist nach den Kämpfen von 1848, die er hatte vorbereiten helfen, lange nicht genug gewürdigt worden. Die Arbeitervereine, Arbeiter-Bildungö vereine, Handwerkervereine vor dem Jahre 1848 waren der Versammlungsort aller liberale Elemente, auch solcher, die sich nicht sträubten, gelegentlich selbst die eZchukwasse mitreden zu lallen. Im Auslande, in der Schweiz, Frankreich und Belgien hatten diese deutschen Ver eme mehr oder weniger einen ausgespro chenen revolutionären Charakter. Wer vorübergehend als Besucher in sie hin einblickte, hätte nur deut che Gemüth lichkeit wahrgenommen. Man sang in vlerulmmigem Chor, man spielte Thea ter, man deklamirte, hielt Festessen und harmlose Tänzchen. Aber man war im Grunde der Seele gar sehr geneigt, noch ein ganz anderes Tanzchen zu wagen. Die Ueberzeugung, daß eine Katastrophe nicht gar fern sei,, lebte ausgesprochen und unausgesprochen m aller erzen. Auch in Brüssel existirte ein deutscher Arbeiter. Bildungsverein. Er war nicht blos von Arbeitern im engeren Sinne des Wortes besucht. Dort war Marx mit seiner Frau ost. zu sehen. Dort traf ich wieder mit Marx' rechter - Hand, mit Friedrich Engels zusammen, mit dem ich ln Paris über em halbes Jayr m ver trautestem brüderlichen Verkehr gestan den und den Herr Guizot eben über die Grenze gewiesen. Der Brüsseler deutsche Verein war aus den mannigfaltigsten Elementen zusammengesetzt. Gar man cher blonde Jüngling war ihm beigetre ten, allein um sich mit Landsleuten zu sammenzufinden, und nahm dort unbe wußt eine Summe von Ideen auf, die auf sem spateres Gebühren m der Hei math nicht ohne Einfluß bleiben konnten. Da sah man auch die beiden Wölse. Der kleine oder KasemattenWolf, söge nannt wegen seiner Gesängnißleiden als Burschenschafter, war em biederer Schle
ier,der den jungen Bouraeoislöbnen
Unterricht in Latein und Griechisch aab. Der äußeren Erscheinung nach einTypus deS deutschen Philisters war er der un versöhnlichste Tyrannenbekrieger, - im t. e n uevrigen oic veue s?eele von der Welt. Neben dem einen Wolf existirte noch der auö Paris herübergekommene zottel bärtige!. Wolf. In der französischen Hauptstadt hatte er sich wohl die elegante ir-. i . l . Ti . rr 7 J? plauz l oes zamers in yoyem Graoe angeeignet ; er sprach und schrieb fran zöstsch wie Herr Albert Wolf vom .Figaro7 was um so auffallender war, als er das Deutsch mit unverfälschtem Köl ner Dialekt auSsprach. Im Uebrigen hatte er von französischer Kultur sich ganz uno gar unbeleckt zu erhalten ge wußt. - So lebten wir Deutschen in nemlick engem . Kreise unter nns. nur mit der belgischen Demokratie einige Fühlung' fit V -f VV . . yaileno, qjs ,ur oic Polens! vom 29. November, an welcher in Brüssel nach herkömmlicher Weise der hohe Stadtrath sich betheiligte, die Anfrage an Marx gelangte, ob er nlcht an der Feier, ..:fx v:.r .9 cm. . luiiiyc uut einen iniernailonalen Charakter tragen sollte, als Sprecher der deutschen Emigration sich betheiligen ff- v: t sr.si. rr . . , , roouc, iue Ilunzonillze Migration yave ihren Redner bereits bestellt. Marx lehnte ab unter dem Vorwande, er müsse eine Reise unternehmen und schob mich, einen jungen Menschen von 22 Jahren. f . : cri.ff. tn ... v an jcinc oicuc. damals, ill) war N0ll) ganz ohne alle Lebenserfahrung, erklärte ich mir nicht recht, warum Marx an der internationalen Feier nicht hatte theil nehmen wollen. Heute ist mir die Sache klarer. Die ganze Polendemonstration mit dem ultramontanen Grafen Merode, dem kindisch gewordenen GeneraljSkrzy neckt und einem von dessen Landsleuten, den wir .die Trauerweide" nannten, war ihm in der Seele zuwider. DaS Leiden Polens berührte ihn wenig, seine Gedanken bewegten sich in einer ganz andern Richtung, an demselben Tage sollte auch Bakunin in Paris etwas ganz Unerhörtes im Namrn der russischen Demokratie am Pvlenfeste reden. Und Marx war der Name Bakunins schon verhaßt. . Ich sollte mich bald davon überzeugen. Baulnln, wegen seiner Reoe vom 29. November aus Paris ausgewiesen. kam nach Brüssel. Karl Marx errichtete eine Scheidewand zwischen sich und ihm. Emem langen belgischen Gelehrten, seinem treuen Anhänger, der sich aber auch Bakunin freundlich genähert, machte er m Engels und meiner Gegenwart wegen dieses Verbrechens eme fürchterliche Scene. DaS erklärt sich nicht blos aus dem Umstände, daß Marx, wie alle stark angelegten Menschen, sehr autoiitar war. Das llndurch lchtlge m des Russen persönlichen Verhältnissen, das Gemisch von grand seigneur und aventurier4 ein gewisses Etwas, das Baku nin ohne seine Schuld den Schein des ageni provocateur gab, flößte ihm Mißtrauen ein. Und Bakunin hatte sich unter seinen moskovitischen und polnischen Freunden stets als eine Art Ober knäs vergöttern lassen und einen ganzen Schweif von Trabanten hinter sich her geschleppt. Dieses ganze Gebahren des nordischen Volksführers, der auch mit seinen sozialistischen Gedanken von dem Boden russischer Verhältnisse sich nicht loszulösen vermochte, war dem deutschen Gelehrten mit seinen einfachen Lebensgewohnheiten, sriner Verachtung alles Schems und seiner gesunden hlstorischen Weltanschauung unerträglich. Er haßte Bakunin. Ich habe den Einen und den Andern gekannt, ich bin dem Letzteren noch vor etwa zehn Jahren m der Schweiz wieder begegnet. Er hatte wieder ein ganzes Geschwader von problematischen Naturen in seinem Gefolge. An Marx als Menschen, unsere Wege haben sich seit fünfuiddreißig Jahren getrennt, habe ich nie anders als mit großer Hochachtung gedacht. Bakunin war eben Bakunin.. . Uebrigens waren wir - Deutschen in Brüssel diejenigen, die es mit den zu er wartenden . Ereignissen am Ernstesten nahmen. Als die Nachricht vom Aus bruch der Februarrevolution in der bel glschen Hauptstadt anlangte, eilten wir, ein Dutzend etwa, auf den Bahnhof, um Nachrichten einzuholen. Der Pariser Zug ließ lange auf sich warten. Endlich dampft er heran, zu langsam sur unsere Unaeduld. -La reüubliaue est vroclamee a Paris !" SVixe la republique !" schrieen zwölf deutsche Kehlen aus vollen Leibeskräften. Wir waren allein auf dem Perron des Bahn Hofs. Doch nein! Da standen zwei todtblelche Menschen, letzt gingen sie fort' lautlos, ins tiefste Herz erschrocken. ES war der französische Gesandte am Hofe deS Königs Leopold, General Rumigny und Gemahlm. In Brüssel folgte zwei Tage darauf ein Aufstandsversuch,' man kann es eigentlich nur einen Auflauf nennen. Der Leser wird sich nach dem oden Erzählten nicht wundern, wenn ich ihm in allem Vertrauen mittheile, daß Marx und wir vaar Deutsche auch dabei waren. Es wurde nichts Rechtes daraus. Der Bruf seler Janhagel, und es giebt kaum einen pöbelhafteren in derWelt, brüllte, heulte, psiff, trompetete, warf hie und. da wohl elnenSteln aus etc yerannayenoeTruvve; aber das war Alles. AlS die Reiter der lärmenden Menge auf den Leib rückten, zerstob diese wie Spreu im Winde. Da, wir waren eben noch zu Dreien neben einander gewesen, Engels, der kleine Wolf und ich, da sehe ich, wie ein langer Arm vom hohen Roß sich plötzlich auf den Rockkragen- meines theuren Wolf niedersenkt und sein Opfer gefangen mit fortnimmt. Sie haben ihn in den Amiao abgeführt ruft Freund Engels ausgeregt mir zu. .Wir müssen ihn herausholen !' Wir kamen wohl biZ ans Gefängniß, daS die Brüsseler in spanischen Zeiten Mit emer Art Galgen Humor den Amigo getaust haben; aber den kleinen Wolf. Niemand wird,.. meine Versicherung in Zweisel ziehen, ixn retteten wir nicht mehr auS den Klauen des. Ungeheuers. Nach einigen Tagen aber ließ man ihn unaufgefordert wieder loS und gab ihm ein Ehrengeleite bis an die französische Grenze. Der arme brave Wolf ist jetzt todt. Marx wurde in einer der folgenden Nächte verhastet. Eine für Frau Marx sehr schmerzliche und sür die Brüsseler
Volitti beschämende Evisode aestaltete
diesen Akt der auS den Aengsten einer ohenoen Revolution erlösten Behörde : einer Barbarei. IXcb babe Zkrau Marx und ihre Kinder am folgenden Morgen nach Paris begleitet, wohin uns Marx selber bald nachgesandt wurde. (Berl. Montagöbl.) China. Eine ethno und geographi sche Studie. lAuS dem Kladder:detsch.) Da zur Zeit dunkle Wolken den nack China zu belesenen Theil unseres poli tischen Horizontes umsäumen und ein Krieg mit dem mächtigen Reiche derMitte m durchaus mcht mehr allzuserner viat)t deutlich zu liegen scheint, so haben wir es unö angelegen sein lassen, über die Sitten, geographische Lage und sonstige Gebräuche dieses in mehr als ein bis zwei Beziehungen merkwürdigen Landes sichere Nachrichten einzuziehen. Wir Alle wissen, wie oft wir durch Reisebe schreibungen von Männern, die wirklich dort gewesen sind, irregeführt werden ; schiefe Auffassung, mangelnde Objectlvitöt, schlechte Launen, Betten undSpeisen trüben den Blick des Beobachters; in der Ferne macht sich die Sache per spectwischer und unparteiischer. Unser Bericht stammt deshalb von einem Tis fot, der nie in China gewesen ist, der also über dieses Land und seine Bewoäner ebenso objectiv als zuverlässig ur theilt, und dabei von einer ubersichtti chen Kürze ist. China uegt an dem Ostrande vrn Asien und ist sehr geräumig ; es würde jedoch noch größer sein, wenn es nicht durch das Meer verhindert wäre, sich so auszudehnen, wie es wohl möchte. Sei nen Namen hat es von der bekannten Chinarinde, m welche die dortigen Dich ter ihre Liebe gern anschnitten ; allein es ist dies nicht gestattet. Die Sprache des Volkes ist die chinesische; sie ist sehr schwer, wird aber trotzdem von den Ein geborenen mit großer Geläufigkeit gesprachen. Die Hauptstadt deS Landes istPeking. Diese Stadt gehört zn den Wasserköpfen, weil ln ihr sowohl die Morgue, als auch die Hochschule sür Musik sür das ganze Land sich befinden. In ihr wohnt einen Theil des Jahres auch der oberste Würdenträger des Reiches, der erste und wichtigste Mann nach dem Kaiser. Ihm sind alle anderen Würdentrager Unterthan, und wenn es ihm gesällt, werden sie plötzlich so krank, daß sie ihr Amt niederlegen müssen; sie thun dies stets freiwillig, da der oberste Wür denträger Niemanden zwingt. Merk würdig ist, daß sowohl die oohen Wür denträger, als auch das Volk in bausäl ligen Häusern wohnen; wenn es dort regnet, so regnet es faule Balken, Stuck rosetten und eichene Thürverzierungen. Der Rang der Chinesen bestimmt sich nach Zahl und Farbe der Knöpse, die sie tragen. Je mehr Knöpse Jemand hat, desto angesehener ist er. Von den Mandannen sind die Krieger und die Priester am mächtigsten. Die Priester, an deren Spitze em Oberbonzenrath steht, sind die wahren Volksbeglücker. Die vornehmsten von ihnen sind die Hosbonzen, welche gleichzeitig den Aichungsämtern sür wissen schaftliche Forschungen vorstehen. Jede Entdeckung auf dem Gebiete der Wissenschaft muß ihnen zur Prüfung vorgelegt werden, ob dieselbe nicht den Traditio nen der Bonzenkreise widerspricht; sonst enthält sie den Aichungsstempel nicht. und ungeaichte Entdeckungen sind un gültig. Wie die oberen Mandarinen dem höchsten Reichswürdenträger, so sind die unteren den ersteren unbedingt unterthan ; sie dürfen sich ihnen nur knieend nahen und werden von ihnen mit Ihr" angeredet. Gegen fremde Nationalitäten und fremde Religionen ist man in China sehr unduldsam; 'sie werden geschimpft, gehauen, verachtet. Nach außen hat sich Chma mit emer Mauer umgeben, die wegen ihres intoleranten Zweckes der unbedingten Schließung, chinesische Mauer lzeikt. Sie ist nämlich bestimmt. Jmde und deren Erzeugnisse vom Reiche abzuhalten, und auS Zöllen zusammengesetzt, bis sie endlich fußhoch geworden ist. Die Fremden dürfen nur hinein, wenn sie ihren Zoll auf die Mauer Niedergelegt haben.' Ist der Fremde, welcher Einlaß begehrt, ein Schwein, fo muß er ein Ursprungszeugniß vorzeigen; stammt er noch außerttm auS Amerika, so wird er schroff zurückgewiesen. Der Schnaps heißt bei den Chinesen Opium, der KaffeeThee und die Schreibseder Pinsel. Zu bemerken ist noch, daß die Chinesen einen Zopf tragen. Derselbe hängt ihnen hinten. Sonst ist Alles wie bei unS. Die Bäter heirathöfähigee Töchter werden in ihren Hoffnungen oft . bitter -zetäuscht. Ein solcher Märtyrer schreibt dem D. MtgS. Bl." : .Ich besuchte mit meiner Tochter Eva in diesem Carneval mehrere Bälle, und da lernte Eva einen jungen Mann kennen, der durch ein elegantes Exterieur und tadellose, ge wandte Manieren auffiel. Seine Karte enthielt nur die Worte .Friedrich Mül ler Generalsekretär." Unter einem .Generalsekretär" stellt man sich doch Etwas vor; nun machte er mir außerdem den Eindruck eines Menschen, der vor einer ehelichen Verbindung nicht zu rückschreckt ; wir näherten uns, es schien, daß er auch an mir nicht nur an Eva Gefallen fand, und da ich auch bei dem Mädchen ein gewisses sympathisches Interesse zu entdecken glaubte, war ich zu geheimen Hoffnungen berechtigt, die dem Vater eines fast 23jährigen Mädchens nicht übel gedeutet werden können. Mein Herr Müller machte Visite, er kommt ein zweites Mal und beginnt im Beisein meiner Tochter die nur . die ersten Worte hörte und dann indignirt und verlegen das Zimmer verließ : .Mem Herr, das Glück der Jb rigen, welches Ihnen ja nicht gleichgilti sein wird, sollte. Sie bestimmen, einerü Antrag näher zu treten, den ich Ihnen I hiermit unterbreite Daki griff er
an seine linke Seite, aber nicht um dle ..nfe s,;n? fimenS anzudeuten, son
dern um ein dickes Portchuille herauszuziehen, welches mit Schriften :c. ge- ' . r C . i . CV X. füllt war Dann suyr er . im ämTiA Menerallekretär der Ameri kanischen Versicherung? - Gesellschaft .Ohio", unsere Bedingungen find die coulantesten ; wir versichern für Leben . 1 . r- ? . i C JC und Tovtssau... ie Ivlilirn ,tv, denken, daß ich diese AuSeinandersepngen, welche Mich übe? ven aecr seiner Annäherung Mit ememMale ylnrelcyeno belehrten, bei dem ersten ?omma,welcheS er sich gestattete, abschnitt. Ich geleitete ihn zur AuSgangSthüre, nicht aus Höf Vt(11tt- fnnhrn um mf j flfi'rJ-lirterT. f VIIVII I Q daß er wirklich gehe. O, meine Jllusionen ! !" FrüylingS'stimmen. Frühlingslied. Nach Heine. Leise ziet durch mein Gemüth Wonnig Lenzeshossen, Kling' hinaus du Frühlingslied, Such' nach warmen Stoffen ! Wo du einen Wirth erschaut. Welcher hat zum Frommen Seiner Gäste Grogk gebraut. Sag', ich werde kommen ! 4 Lob des Frühlings. Nach llhlsnd. Schneegestöber auS'Nordost, Windesbrausen, Hagelschlag,' Zehn Grad Kälte, EiS und Frost ! Wenn ich solche Worte finge. Braucht es dann noch großer Dinge, Dich zu preisen, Frühlingstag ? Getäuschtes Hoffen. Die Frühlingslüste find erwacht, EL kam. der Lenz Iris' über Nacht Aus woll'nen Wintersocken; Nicht hat er, wie zu andrer Zeit, Mit Blüthen sich den Weg bestreut. Ach nein ! mit schneeigen Flocken. Es stürmt und friert an jedem Tag, WaS erst der Sommer bringen mag, O weh ! wer siebt dahinter ? Die Kohleurechnüng schwillt und schwillt, AuS tiefster Brust der Seufzer quillt ' Ach ! wär' es doch erst Winter ! Das erste Veilchen. An einem sonn'gen Wiesenhang Wußt ich bei alten Linden In jedem März beim Lenzansang Veilchen genug zu finden. Doch als ich diesmal suchend kam. Versank ich fast im Eise, Und über mir rauscht' wundersam Die Linde diese Weise : - WaS will der Fant ? Der blöde Thor Sucht Veilchen hier am Hügel? Ihr Winde, klatscht ihm um daö Ohr, Peitscht ihn, ihr Sturmesflügel! Und sieh ! fort war mein Hut geweht, 'S wa? einer von den besten Wohin die Weltgeschichte geht. Entflog auch er : gen Westen. Da riß ich aus, dem Hause zu. Erfaßt von jähem Schrecken, Doch einen Gummi-Ueberschuh, Den ließ im Schnee ich stecken. Wanderlust. Nach Eeibel. Der Lenz ist gekommen, die Schlitten heraus. Wie läuten sie lustig in's Schneefeld binauS ! Wie tanzen die Flocken und wirbeln so wild. Wie schimmern srostbläulich die Nasen fo Mild : Frisch aus d'rum, hinaus auf die blin kende Bahn, Am Wege derSchneemann glotzt freundIlch mich an. Und hoch in den Lüsten begleitet den Zug Der Raben Geschrei und ihr kreisender Flug. Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott Euch dehüt'. Ich fahre gen Lappland, wo die Sonne noch glüht. Wo der Frühling noch leuchtet aus saftigem Moos, Beim Rennthier, ich ahn' es, da ist noch was loS. Und Abends im Städtlein verklammt kehr' ich ein. Wie weit noch, Herr Wirth, mag's bis ry Hammersest sein ? Ich suche den Frühling, möcht' einmal noch seh'n Den Reaumur. über dem Nullpunkte steh'n. Im Süd ist er nimmer, wo soll er denn sein? Bei den Robben am Nordcap, da schlief er wohl ein ! Greif auS d'rum, mein Rößlein, und fliege die Bahn, Wie Thauwind schon weht eS aus Norden heran. O Wandern, o Wandern, du freie Bur schenlust. Im lenzlichen Rauhfrost, wie hebt sich . rnn n . 1 oie. rusl : Wenn Rum und heiß Wasser die Kehlen frisch hält. Wie klingt da und jauchzet der Sang durch die Wett! ' Wahr. Bei einem Begräbnisse oebt der Arie per etwas schnell; der Leichenwagen hingegen sährt seh? langsam, so daß bald eine größere Distanz zwischen beiden entn.tt cz ctw. rt.;i.t.nliiyi. viiu wiener ver eiecneiiuitungsanstalt geht daher zum Priester und svricbt : ockwürden. bitte etwa langsamer zu geh'n ; der Todte kann Niyt nachkommen !" Ungerechter Vorwurf. Mann : .Freue Dich, liebes Weibchen, ich habe soeben mein Leben versichern lassen." Frau : .Da kann man 'mal wieder sc recht deutlich sehen, wie rücksichtslos Ihr Männer seid ! Immer denkt Ihr doch nur an Euch ; m e i n Leben versichern zu lassen, fällt Dir natürlich nicht ein !4
