Indiana Tribüne, Volume 6, Number 214, Indianapolis, Marion County, 22 April 1883 — Page 3

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Ansgvarze Fuvtl.

dgkschtchte. Der Mörder bin ich selbst; ich will d ese traurige Wahrheit nur sofort eingestehen. War eS zwar nur ein Pudel, oen ich getSdtet,geschah dies auch nur auS 1 1 . -i r . noevaqr, 10 verslriale miq oie unselige idat docy in ein jjecer von ugen und anderen Schändlichkeiten, wie sie in dem even emeS ehrlichen Mannes .memals vorkommen sollten. . 1 Ich bin Beamter und lebe als einziger Sohn mit meiner alten Mutter.- Wir bezogen vor mehreren Jahren nahe bei ?rv . : m : nr v fzi i I uct oiuui ciuc oiuu, ucicn uuiu von dem unseres Nachbars nur durch einen kaum mannshohen Zaum geschiz den war. Aus dem Lande ist ein Nachbar mehr wle eme Thur oder Hausnummer, It sonders wenn selbiger im Beslye einer hübschen Tochter ist. Oberst Leutmann konnte sich rühmen, daS schönsteMüdchen, das tch t geliebt, sein Klttd zu nennen f 4 rr w r - . Lili war ibr Name, blond ibre Locken und mir klopfte das öer, vor Entzücken, als ich bereits etliche Tage nach unserem Einzug erfuhr. Mama habe freund schaftliche Beziehungen mit Frau Oberst Leutmann angeknüpft, und mir sogar zu verstehen gab, man sei drüben m der Er Wartung meines Besuches. An einem heiteren Nachmittag stand ich vor dem Gitter der nachbarlichen Villa. Plötzlich vernehme ich nahebei ein vü thendeSGeklüffe und entdeckte unmittelbar darauf etwas Lebendiges zwischen mei nen Füßen. ES war ein schwarzer P11 del, em so häßlich ruppige Thier mit zertaustem Fell und einem bis m die Hälfte des Läppchens gespaltenen Ohre, der eS offenbar aus meme Waden abge sehen hatte. Nun bln ich etwaS nervös und nichts dringt mich mehr auS der Fassung, wie ein bellender -LSter. Mein Angreifer verbiß sich in den Zipfel meines Rockes und ichvar gezwungen,mltdiesem scheuß lichen Anhängsel meine Aufwartung xu machen. Allein die guten Leute fanden dies sonderbare Entrse ganz seldflver stündlich und die Hausfrau empfing mich mit enlaeaenkommendem Lächeln. .Ich sehe, Pirzi hat Sie bereits be. grünt. Herr Nachbar! Oh, fürchten Sie sich nicht ; das ist so Piezt'Z Art." Und zu Piezt gewendet : Lan doch los. klemer Schaker ! Komm her ! Setze dich zu mir und gieb dich zufrieden." So erfuhr ich, daß der kleine Schäker Pitzt hieß. Aber lch erfuhr im Verlaufe meine halbflulidkgenBesucheS noch mehr über Vie;i. denn daS Gespräch drehte sich ausschlieklich um diesen Musterhund, Und ein solcher war Plezr in Aller Au gen, selbst in den veilchenblauen der rei zenden L.li, die nun ebenfalls erschien und an Piezi's Seite Platz nahm. Ich vergaß ob dieser holden Nähe die scheuß tiche Bestie, die zähnlflelschend und leise knurrend mir gegcnüberjaß und zu über legen schienan welchem Theile meiner Beine sie bei meinem Rückzüge anzubei' ten gedenke. Trotz dieser feindlichen Gesinnung des LiedlingShundtZ der Familie wurde un sere nachbarliche Benehuna von.Taa zu Tag inniger. . Ich wagte, mich der sii ken Honnuna hinzugeben, daß der hold izliaen Lili meine lLesühle nicht unbe rannt geblieben, und daß weder sie noch ihre Eitern gegen meine Bewerbung et ma5 einzuwenden hatten. Auch meine aute Mutter nickte freundlich, so ost ich des Ueberdrusses erwähnte, die mir der Jungaesellenuand bereitete, und die Liebenswürdigkeit der schönen . Nachbar tochter pries. Nur ein Wesen gab e?, daS zwischen mir und der Erwählten stand : der lchwarze Äudel. Viezi fand meine Person dittchaus nicht nach seinem Geschmack, so Zehe ich mich cuich bemühte, seine Freundschaft zu erringen. Vergebens nahm ich dem Allaewltigen gegenüber meine zuvorkommenste Miene an, er blieb knurrend und murrend in feindseliger Haltung. Vergebens überhäufte lch ihn mit Süßigkeiten, er verspeiste meine Bon bons und haßte mich nach wie vor. Viel leicht saaie ihm eine Ahnung, daß mich das grausame Schicksal zum Werkzeuge seiner Vertilgung erkoren habe. . Das Verhangniß nahte. Unser Gar ten diente seit einigen Tagen den Katzen der Umgebung zum Orte ihrer Zusam mnkünfte, und da diese Thiere ihre Abenteuer bekanntlich mi: einem herz zerreißenden Miauen begleiten, so wur de der Schlaf meiner Mutter mehrere male ara gestört. AIS anerkannt zart licher und aufmerkfamerSohn verschonte ick mir eine Winddüchse : ein solches G eh? giebt keinen ttnall beim Abfeuern und ich war überzeugt, em einzig ßjt zenopfer würde genügen, die anderen für immer von unterem runde zu verscheuchen. Im offenen Fenster meines Arbeitszimmers auf der Lauer liegend, wartete ich nun die Ankunft der nächtli chen Ruhestörer ab. Sie ließen la.ige tu sich varlen, wie Alles, was man erwartet. Schon begai nein sanfter Schlaf meine Lider zu beschweren, da höre ich Töne und erspähe gleichzeitig einen dunklen Körper wenige Schritte von meinem Fenster. Ich drücke los ein erstick,' Stöhnen kin dumpfer Fall und Todesstille! Tiiumpsrend Zwinge ich mich über die Brüstung des ebenerdigen FcnsterS und eile siegesbiwuöt zur Stelle. .Habe ich Einen von Euch, Jbc zenmusilanten? I", ich hatte Einen, hatt' schwarzen Pudel den anb'eteten Piezi meiner holden Lili. 0 . . So ich die Wahrb-'jt M gan. jeSchwörzm Mem erstes G-' V:." .x.. r .,ühl nach dieser Entde ckung war V kN nnnntrhrnS (?ftnt 14 .... . ... . man tntch rantworUich machen für eiwnZusgz Halteich die leiseste Absicht gehab zu tödten ? Nein ! Und ich C0'. ihn los, den lästigen Patron, um dessen hündische Gunst ich nun seit Wochen buhle und der immer noch zwischen mir und der Heißgeliebten gestanden. Aber bald mischten sich doch einige Zweifel an die befriedigenden-Folgen dieses Morde?. Es war der Liebling Aller, eine Art Fetisch der Familie Leutntann.den meineUngtschicklichkeit getödtet. Wie, wann, aus welche schonende Weise

sollte ich'daZ Geständnis meiner Unthat

machen ? Sollte ich den Körper des tobten Piezi mit einer Visitenkarte hinübersenden oder sollte ich selbst raZ erschossene Thier im Arme, vor L Pforte stehen und Buße thun? Wird man mir gfau ben, wenn ich, meine völlige Unschuld betheuernd, den Zufall anklagte T .Ach. l. . . . - . - - ver Fall schien mir nun doch nicht so gunstia für meine. Liebe.alS tch. unter dem ersten Eindruck angenommen hatte Noch kniete ich unentschlossen neben der erkaltend, 9ri&. . al fitfi. n!MiA -7 - i-. ober dem Gartenzaun eine Baßstimme vernehmen liefe. EZ war der Oberst, der nm diese Zeit die Abendpromenade Pk z? f z t . it a uuik, .Ei, Herr Nachbar. vaS treiben denn Sie noch so spät im Freien V Zum Glück herrschte dichte Fmsternld : er konnte nicht srhen.waS ich so spat noch im Freien getrieben, und ahnungslos suhr er fort : r .gaben Sie Plm nicht gesehen ? Der Schalk ist mir vor ein paar .Minuten davongelausen, ich glaube, er schlüpste in Ihren Garten hinüber. Das war der Wendepunkt memes Schicksals : jetzt hieß es bekennen, wür dig und reuevoll, mit gemäßigtem, glaub würdigem Schmerze. Der Muth feblte mir. Ich log. Und mit dieser ersten verhangnvollen Luge nahm das Un heil seinen Lauf. Ich erwiderte bietst 5-5?J1rrik Jhr Pudel. Herr Oberst ? Allerdings, ich habe ihn just gesehen: ich meine, er ist nach der Nichtung Ihres HaufeS ge laufen." Nun. dann finde ich ihn wohl auf der Schwelle; es ist em so treues, wohler zogenes Thier, daS sich noch niemal weit entfernte. Piezi, Piezi, wo steckst du nur V Und er ging davon, immer lauter rusend. Nun galt eS, einen Entschluß zu sas sey. Ich that daS Dümmste, was man in solchem Falle thun kann. Auf dem nämlichen Flecke, auf wklch:m der Mord geschehen, grub ich sofort ein Loch und verfcharte den Leichnam, nachdem ich dem selben sein silbernes Haisband abgenom men. Auch das war unklug, denn es ge sellte sich zum Todtfchlaa der Raub aber ich hatte eben den Kops bereits vollständig verloren. Ich nahm mir vor einen Rosenstrauch auf Piezi's Grab zu pflanzen, um dermaleinst in der Blüthe zeit der lilterwochen meme .Lrn vor denselben hinzuführen und daS GestSnd niß meiner Schuld abzulegen. In den Flitterwochen verzeihen Frauen ja alles. Dieser Gedanke tröstete Mlch emstwel len, aver Die worgen ttytten am Mor gen des folgenden Tages wieder. Soll te ich hinübergeben, nachfragen, ob der Pudel gesunden 5 Bewahre, Das halte entschieden Verdacht erweckt. Sollte ich den Unbefangenen spielen? Es schien das Beste ; nur sürchtete ich, es würde mir nicht gelingen, meiner. Zügen jenen harmlos thettnehmendenAusdruck zu ver leihen, welcher durchaus nothwendig war, meine Unschuld festzuhalten. Zci ganze Tage brachte ich hin zwi schenGcwisiensbisien und Versuchen, mein Herz pgen dieselben zu stählen ; zwischen dem Wunsche, mein Verbrechen zu gefle hen, und der Angst, Lili zu verlieren. Endlich mußte ich mich zu einem Be suche cntschlieken; ein längeres Fern bleiben meinerseits wäre zu aufallend gewesen. Zum Glucke fand ich die Fa milie Leutmann n einem desperaten Zustande, dan Niemand memen gezwun gencn Ton, meine verzerrten Gesichts muskeln,da-Z Beben meiner Stimme wahr nahm. Mit d:m Aufgebote all' meiner Unverschämtheit fließ ich die Frage her aus .Wo ist denn heute Piezi? Ich sehe den kleinen Schaaer garnicht. Der Oberst blies te zu Boden und er widerte mit verhaltenem Schmerze : .Er ist fort, schändlich desertirt; wir baden seit drei Tagm nichts von ihm ge hör!." 3, so ist es, schluchzte die gute Frau Leutmann, .er ging auf und davon, ohne Ablchled. .So kann man sich in Hunden tau schen fuhr der . Oberst fort. ,O, ich verachte ihn, den Ungetreuen. .Ach, Piva , sprich nicht schlecht vop Pini. es XMi mit thranenuberstrom ten Antlitz. Wer weiß, vielleicht hat man den Unglücklichen getodtet !" Getodtet Z" rief der Oberst mit wah' rem Entsetzen. Wer sollte es denn überö Herz bringen, ein so liebenswürdiges Thier zu todten O, daß ist ja undenk bar. Sie glauben daS auch nicht, bester Freund V Und ich Frecher, Unverschämter, ich betheuerte, es sei nach meinemDasürhat ten ein Ding der Unmöglichkeit, daß irgend jemand dem liebenSmütdigen Piezi ein Leid gethan. ES war leine angenehme Aufgabe für mich armen Sünder, die trauernde Familie zu trösten und die Nachforschungen zu keilen, die man mit Feuereiferbetrieb, um den Verloren? zu sieden. Ich tbat. was ich konnte, an Heuchelei und Verstellungen, allein Lili fand meine Theilnahme immer noch zu kühl und sagte mir eines Tages, da ich eben ver-. suchte, ihren Gram zu zerstreuen u ' 5"!ner Liebe zu sprechen V ?" ? lr'"' . rtfrslhe in' on IN'Z Gesicht: .M';,, den Armen nie geliebt, gesleö"-. Sie eS nur.- ; A$ stammelte eine Versicherung des Gegentheils. Wenn Sie wirklich den Wunsch hegten, uns den Verlornen zurückzugeben, so würden Sie nicht ruhen, bis Sie ihn gesunden. Wozu sind Sie RegierungSbe amter, a wofür giebt es überhaupt eine Regierung, wenn dieselbe nicht weiß, waS in ihrem Lande vorgeht? Doktor Trapper hätte Piezi längst entdeckt, wenn ich ihn darum gebeten hätte, sowie ich Sie gebeten." Dr. Trapper war mein Nebenbuhler, ein junger Advokat, und Lili'S Anspie lung auf seine Dienstfertigkeit jagte mir keinen geringen Schreck ein. Demüthig flehte ich die Hartherzige an. Theure Lili, seien Sie nicht so ungerecht, Sie wissen, daß ich Alles thun will, um Ihr Herz zu erringen .Alles ?' Gewiß, Alles!' Gut, dann schasse Sie nö Piezi wieder.-

Ich bat. flehte, beschwor umsonst. I

Ihre Einwilligung, die Meine zu erden, hing von der Erfüllung dieser einen Be dingung ab, Piezi zu finden.! -Ach, um'S besser kannte, als ich selbst. : Und leich ter wäre eS gewesen, einen Stein zu erweichen, als da? eigensinnige, ttöpfchen meiner.SchSnen zum Nachgeben zu beroeaen. r. : . ;".-.- :.: .Schaffen Sie Piezi und ich bin die Ihre' lautete ihre Antwort aus alle Borstellung meinerseits. Zwei Wochen vergingen, ich nng an zu verzweireln. . . . m 4 1 Dr. Travver kam bereits taalich zu Besuch da spazierte ich eineS Tage? in melancholischer St'mmung durch . eine . . . tm. mir j . v.. I entlegene oruaoi, ais MkiN iiaan oer Thüre einer Schaubude haften blieb, Auf der ; Schwelle dieser Thüre ich konnte meinen Auaen nicht trauen aus dieser Schwelle erblicke ich emen Pudel, schwarz, mit einem gespaltenen Ohr, aani von der Grööe. Gestalt und dem Aussehen Piezi'S, ganz so häßlich, so ab flond häßlich und ruppig, wie der e mordete. Da durchsuhr mein Hirn ein diabolt scher Gedanke. Ich trat aus den Eigen thümer der Bude zu und kaufte ihm nach mancherlei Unterhandlungen seinen Pudel ab, packte denselben in einen Wagen und suhr nach Hause. Verblendeter, der nicht ahnte, eich m 1 einen Dämon ich an meine Füße gehestet ! Erstlich schien der Pube! ganz wobl aeartet, hatte nicht eine Spur von Piezi's bissigem Humor und zeigte auch keine besondere Antipathie gegen meinePerson, obschon sich derselbe, je näher ich ihn be trachtete, als ein getreues Ebenbild des Verstorbenen erwies. Kaum in mein Zimmer angelangt. schmückte ich meinen Fund mit Piezi's Halsband und rieb mir die Hände still vergnügt über die Voraussicht, die ich entwickelt, da ich dasselbe an mich genommen. Alsdann hielt ich meinen Einzug, den falschen Viezi an der Leine hinter mir herzerrend. ' Meine Feder vermag cS nicht, den Jubel der so schmählich getäuschten Freunde zu schildern. Sie erkannten ihn aus den ersten Blick, sie schoben die Scheu, sein hm m . ... verändertes Wesen, seine Zerstreutheit, . r r m V i r. 'f-r . . . oem schlechten gewissen oes ungetreuen zu. Aber sie verziehen ihm Alles.- überwachten und übersütterten ihn nachMSg lichkeit und Lili fiel mir gerührt in die Arme und duldete, daß ich den ersten Kutz auf ihre rosigen Lippen drückte. Dabei flüsterte sie beschämt : ' .Verzeihen Sie mir, daß lch an .JH rem Eifer gezweifelt !" Ich hatte die Frechheit zu verzeihen ; ich, der Mörder, der Betrüger, ihr, der Reinen, Makellosen. Aber die Strafe nahte, langsam zwar, doch unabwelsllch. TagS darauf machte uns dek Oberst mit seiner Familie einen Besuch ; auch der unvermeidliche Dr. Trapper war ....... , , . - mitgenommen uno icy mupre zuyoren, wie man denselben die Adenlheuer Piezi's erzählte. Er sprach kein Wort, aber seme Miene em rechtes, spitzttndlges Advokatengesicht drückte erst Staunen, dann Befremden, endlich gerade Unm ' m. t f f , tfW P giauocn aus. em sazarses '.inge nxlrte mich ununterbrochen und schien zu sa gen: ' . .Dummkopf, der ich gewesen, vatte mir daS nicht auch einfallen können? In viel kürzerer Frist hätte ich ein dutzend fchwsrzer Pudel aufgetrieben. Nun hat cw v w cr-if. .:r v t .-. c a v : . cm miuticc vm oviiym mw uyii uic Braut heim." Aber Keiner der harmlofenLeute hatte eine Ahnung von diesen Gedanken meines Rivalen. M . m t Unvesangen und heiter plauderte Lm : C!. !ft Kf.sl V Piezi in wie ausgeioemieil uno ganz melancholisch geworden ; seit er zurück ist, bat er noch niemanden gebissen." Man muß dem Aermsten Zeit lassen, sich zu erholen ; ich bin überz:ugt, er wird binnen einigen Tagen wieder der alte weroen, vemertte rau leutmann und Lili memte : .Er jagt nicht einmal mehr die Ka tzen ApropoS, Katzen siel hier meine Mutter ein ; die vollführten heute Nacht wieder einen Höllenlärm. Hast du denn deine Windbüchse nicht in Stand, lieber Sohn? Mir war die Erwähnung meinerWind buchse eben nicht erwünscht ; ich versuchte die Frage meiner Mutter zu überhören, aber der teuflische Advokat rief laut : m m. c.c, cmivt.tjtf. v !k uvril znz viuvvuu)z uno machen Jagd ans Katzen V .Zuweilen.zuweilen," erwiderte ich und bot ihm eine Cigarre an. Jetzt aber nahm der Oberst daS Wort V f je. V 0' uno Ipraro, Mit oem Finger oroueno : Sie schießen aus Katzen ? Nun, da nehmen Sie sich, nur in Acht, lttbt?! ffreund, meinen Piezi nicht etwa aus Versehen zu treffen. Ihn noch einmal zu verlieren, das wäre zu hart sür mich." .Aber wo ist er denn, der armeDulder," vann Lili von neuem, .ich sebe ibn g.nichk. s.nbliev er doch'7mmer h. o.r (Mefenfmaft Aller Augen suchlirl- ach Piezi; ich aber, ich sah ihn tzhl und mir wurde etwas schwül zu Muthe bei seinem Benehmen. Piezi stand lm Nebenzimmer aus zwei Beinen, hielt die Vorderpfoten graziös in die Höhe, wiegte den Kopf taktmüsLig hin und her und vollführte in dieser Stellung einige höchst geschmackvolle PaS, die. er mit einer schwierigen Atti lüde beendete. . '.Da seht nur, seht," rief Litt. .Piezi tanzt, er tanzt wirklich," bestä tigte der Advokat. .Barmherzigkeit." kreischte die Ober pin, "er ist verrückt geworden. Zeit sei nes Leben? hat Piezi keinen Geschmack zum Tanzunterricht gesunden .Jedenfalls hatte er solchen Firlefanz nicht vKn mir gelernt," brummte der Oberst.' .Vielleicht ist es ein momentaner AS bruch des Entzückens, sich wieder unter seinen Lieben zu finden," bemerkte ich schüchtern. Aber der heimtückische Dr. Trap per schüttelte den Kops in einer Weise, die sür mich beinahe verletzend war. . .New, alS Ausdruck der Freude lernt

Finden wäre mir nicht bange gewesen, ein jgr gespalten, aver es war das unif, aber ich sollte meine Kraft an eine Sache während dieser schwarze Pudel in dem wenden, deren Erfolalosiakeit Niemand rechten einen Riß yAat.m

man keine so schwierigen Stellungen ;

da? will mir gar nicht gefallen: Und dann, was ist da, bitte, sehen Sie ihn nur yenau an. Piezi hattt'zwar auch Alle standen wie vom Blitz gerührt ; ich aber rief wüthend und aller Fassung bar : Was vollen Sie damit saaen. mein Herr; wessen beschuldigen Sie mich?" Mit schadensroher Ruhe aber sprach der Advokat : Beschuldigen? Ver denkt daran. m 7 m . . uein man rann sie getauscht yaven vas ,1 vielleicht ein anderer und. .Woher aber hätte ein solcher Pi,zi'S Halsband," flötete Lili und sah mich zäetCT : . r . i . ujun. gzauoie nory an Mlly, iro aller belasteten Jndicien und ich fühlte mem Lügengebäude unter meinen Füßen zusammenbrechen. Alle stützten sich nun .um den sal'chen Pl,zl, lyn genau yi untersuchen und nach anderen Merkmalen zu spähen. Den aber schien die ganze Geschichte zu lang weilen und ohne sich an die Rufe zu kehv . y ren, oie man ,ym naazsenvete, lies er zur Thüre hinaus. Ich wischte mir den Schwein von der Stirne. Meine Mutter, welche mein Unbehagen bemerkte, machte den Vor schlag, in den Garten zu gehen und et was srisaze ust zu schöpfen. ck. M . m m m . Trapper aver entwickelte eine wahrhaft diabolische Advokatenweisheik. Es ist offenbar ein anderer Hund", erklärte er dem Obersten; an diesem Irrthum liegt auch durchaus nichlSStau nenöwertheö. Ein schwarzer Pudel steht auf den ersten Blick dem andern gleich, Aber das Wunderbare an der Sache bleibt der Umstand, dab dieser falsche Piezi daS Halsband des echten iräat. Wie ist er dazu gekommen? Können Sie mir daö erklären V Der Oberst konnte es nicht und sah immer befremdeter drein ; auch Lili, darüber war keine Täuschung möglich, sing an, mich mit scheuen, uichtSweniger als zärtlichen Blicken zu betrachten. Mir wurde immer unbehaglicher zu Muthe. Da Lili neben meiner Mutter herging, bot ich der Oberstin den Arm und führte die etwa? korpulente Dame im Schatten einiger Akanen auf C . m I uno ao, immer nocy in der Hoffnung, Iv 1 V. M mt - oen zermaimenoen Annagen des teuf lischen Advokaten zu entrinnen. Da entfuhr pl.öhlich meinen Lippen ein lauter Schrei. Entsetzen ! ' Mein Pudel, der seit einer Vieltelstunde nicht sichtbar gewesen, ist zwischen dem Busch wttk des Zaunes in vollster Arbeit, ein srischausgewuhlleS Loch noch zit vertiefen, Niemand würde eS bemerkt daben. bätte ich nicht aufgeschrien. Nun eilte Alles zur Stelle, ich natürlich nicht der lekte. Wie ein Löwe pflanzte ich mich vor dem Houunderflrauche aus, unter dessen Zwei gen ich den Gemordeten vergraben. - .Oh, eS ist nichts, gar nichts, rief ich mit bebender Stimme. Piezi hat nur I Tl . ... .. . " 7eine sruoe gegraoen, eine ganz einfache. lieme lLttive. Wieder war es der Advokat, der mein Äkloerben beschleunigte. Er beugte sich über die fatale Grube und zog einen schwaxz?n Körper, den Körper n T w . oes emoroeien yervor. Trotzdem mein Opfer mehrere Wo chen unter der Erde gelegen, war es den Augen der Liebe noch vollkommen erkenntlich. Lili siel in Ohnmacht, die Oberstin brach in Thränen aus, ihr Gatte fluchte, rrn ..n rj. ",i.,. , , -r . uicuic imicr icyuiieiic ociruDi ihr eyr würdiges Haupt und ich war vernichtet Als ob dieErrynyen hkller mir her seien, eilte ich in's HauS und schlok mich in mein Zimmer ein. Dr. Trapper aber I . . .. . - - hielt meine Lili in den Armen und sucht ste zu trösten ich habe sie niemals wie Iv f.. 1 .... . oergeseyen. )as Vewumseln meiner Schandthaten hatte mir den Landaus enthalt verleidet, ich zog mitten in den H'undstagen nach der Stadt und mich überläuft eS noch heute eisig kalt, roenn mir ein schwarzer Pudel in den Weg taust. e?le Rose. Ss uzust Storm. Von Rom aus hätte sich der Rosen cultuö über die Lünder verbreitet, die unter der Herrschaft der Cäsarenstad seufzten: so auch nach Frankreich. Hier fand die Rose namentlich in der Pro vence, der Rhone entlang, eine Zu fluchtSstätte. Die Rosenfeste der Römer I t.t .... - r . v . 1 w ,.,. ourgerien naz ein uno Ivurvrn uiui oiic lieb. DaS Christenthum als solches durfte zwar die Rosalia, die man zu Ehren der Todten feierte. Nicht dulden. Da das Volk sie aber nicht missen wollt?, I . t i- t n... wuroen sie zu cyrislüqen Listen umze schössen, ähnlich wie das WeihnachtSsest. wes-ÄeS ursprünglich als Saturnalia zu Ehren beS Saturn als des Urgottes, unter d'eiskn'kttksSaN' aldene Zeitalter.- lübte und kein Unlerschlev z?ilien Herr und Diener yorhinden r y. . x. rt:a.siftvnu war, geieieri wurvr lillv, tt,,utzuilg des Christenthums nl8 GkbUMtag des , c c . irnM'..t.!ui.e V seiianos, oes xoirvaviiuvi uihheit. fortbestehen bNeb. Der heilige M e d a r 0 u s , Bi,qos von Noyon, stiftete im Jahre 538 das bekannte Rosensest, bei welchem das unschuldigste Mädchen deS Ortes den Tu gendpreis erhielt, der auS einer Rose und 25 LivreS bestand. In Frankreich gelangte der Rosen cultuS überhaupt zu ungemeiner Blüthe. Rouen z. B. entfaltete im 14. Jahr hundert einen LuxuS mit Rosen, der jenem der altrömischen Käiserstadt fast gleich kam. Die Parlamente wurden in mit Rosen geschmückten Sälen eröffnet. Ja, die einst in der Cäsarenstadt übliche Mode, Rosenwaffer zur Bereitung der Speisen zu verwenden, tauchte wieder auf. Man fertigte sogar RosenpuddingS. Wie beliebt die Rose in Frankreich war. beweist auch die Thalsache, daß nach den alten Gewohnheiten der Au vergne, von Anjou, Tours und Maine ein Adeliger seinen Töchtern keine an dere Mitgift zu geben brauchte, alS ein Rosenhütchen oder ein Rosenbarett. ' Dem heiligen Bischof Ludwig, einem Nissen König Ludwig's. IX., sproßte, wie die Sage erzählt, nach btm Tode eine Rose aus dem Munde. ' .

Im voriaen Jahrhundert war Mont

pellier der Mittelpunkt der französischen Rojenkultur. Eine einzige Gärtnerei daselbst soll, um ven.Ansprüchen ge. nügen zu können, 40.000 Rasenstücke kultivltt haben. .Gegenwärtig machen stch Lyon und Brie.Comte. Robert bei Paris den Rang streitig. In dem letz teren Orte, wo ungefähr 110 RosenPächter wohnen, die jährlich gegen 2, 500.000 Rosen verkaufen wird tedeS Jahr ein Rosenfest, verbunden mit einer großen Ausstellung von Rosen, -abge hätten. Durch Benedlctmer Mönche wurde die Rose nach England gebracht, in deffen Geschichte sie. eine große und Mu tige Roll, spielte. Im Jahre 143 entspann sich zwischen Heinrich IV..auS dem Hause Lancaster.und dem Herzoge -- c..r vv :r.t.i it.: von V011 ClN lUHIUNÜÜltlRlUIUUUUtt Kamps, der Krieg der weißen . und der rothen Rose, der mit der Schlacht von BoSworth, worm Richard Ul. den Tod fand, sein Ende erreichte. ttönig Jacob II. von Schottland verlieh einem Sir Walter Scott die Ba ronie von Branksome gegen die Pflicht, ihm jährlich eine rothe Rose zu liefern. Em Rosenstrauch bezeichnet tm Park zu Roxvüry die Stelle,' wo der eben ge nannte König starb. AlS Konto, tzarl 1. von ngland tm Jahre 1649 das Schaffet bestieg, riß ein junges Mädchen, um dem unglücklichen Fürstin ein Zeichen lyres tlesgesuylten Schmerzes zu geben, eme Rose von th rem.Mieder und warf sie aus das Blut aerust. Der Erzbischos yoton pflückte, als 01c Prinzessin Galiczin um . seinen Segen bat, eine Rose und gab ste ihr mit den Worten : Nehmt Euer Ebenbild !" Von England und Frankreich auS wurde die Rose in Deutschland und Belgien' emgeführt. - Karl der Große besah! nicht - nur die Anpflanzung' der Rose in seinen Gärten, er besahl auch m seinen Capitularien die Anpflanzung der Rose im Allgemeinen. Thüringen war der vauptsik der Rosencullur in Deutsch land, wie eS- auS der Legende von der heiligen' Elisabeth hervorgeht.' Diese Landgrasin von Thüringen, welche, von ihrem Gemahl wegen ihres Almosen geben? oft hart getadelt,' dennoch ihrer zur Leidenschast gewordenen Mildthätig. keit nicht widerstehen konnte, wurde eines TageS von ihrem Gatten dabei über rascht, wie sie mit einer Schurze voll Brod die Armen erquicken wollte. ' Auf die Frage ibreS Galten, was sich in der Schürze befinde, entgegnete sie auch eine eilige oarl unler umslanden zu einer Nothlüge ihre Zuflucht nehmen ! Rosen seien darl?. Und siehe da, als der mißtrauische Landgraf, sich mit dieser Antwort nicht begnügend, den Inhalt der Schürze revidirte, fand er statt der erwarteten Brodstücke nur Rosen vor. Nehnliche Wunder werden auch in ande ren Legenden berichtet. Uebrigens ermähnt, was nicht verhehl werden darf, schon die alte nordische Mythologie der Rose. Freilich ist diese Rose nicht unsere Girtenrose, sondern blos-die aewöbnllche Hundsrose, der Hagedorn.. Mit ihm wurden die hei Ilgen Haine eingehegt, in welche nur de Priesterinnen eintreten dursten. In der Nibelungen'Sage kommt der Rosengarten der Ebriemhild vor, ' in welchem ein großes Turnier abgehalten wurde. In Worms, wo Chriemhild ihren gehörnten Siegfried kennen gelern . . m nM V yatte uno sein Amo geworden war, feierte man noch bis in dieses Jahrhun dert ihr zu Ehren em Rosensest. In der Türkei, wo die Rose nn delsjwecken. zur Bereitung von Rosenöl Roknwasser u. s. w., stark culllvlr wird, steht namentlich die weiße Ros: in hohem Ansehen. Kein Türke wird au ein weißes Rosenblatt tretender wird es aufHeden, weil er die Ansicht Flrdusi theilt, die erste Rose, eine weiße,- sei aus eineLl Schweißtropfen Mahomed's ent standen Griechenland, das heutiae, kennt die Rose ebenfalls man bepflanzt insbe sondere die Gräber mit ihr; allein sie erfreut sich bei Weitem nicht der Verch rung, die sie im alten Griechenland ge noß. 1l:bergab man doch der jungen Gemahlin des Königs Otto bei ihrer Ankunft in Äthen im Jahre 183 einen Strauß von Kartoffelblüthen, in der Vorausskhung, daß man ihr etwas sehr Seltenes und sehr Schönes böte. Aller dings war die Kartoffel erst 1831 in Griechenland eingeführt worden. In Persien werden noch heute be feierlichen Gastmählern statt der Stöpse rothe Rosen in die Flaschen gesteckt. nm m w t. cv t n 'uaireno oes Avr,zan tfe ies, oas im Herbst, gelegentlich der Tag und Nacht gleiche gsfeiert wird, statten sich die Per ser gegenseitig Besuche av. wobei man sich Nozen ln'S G ficht wirft. In Ezlna. woher viele unserer CulturRofen stammen, wird seit dem höchsten Alterthume die Rose mit Verliebe gezo gen. Die kaiserliche Bibliothek enthält !'n!er den im uu über Blumen. jilHt und Botanik allein 500 üocr specielle Pflege der Rosen. Die Chinesen exportiren große Quantitäten Rosen' waffer, ' machen auch Rosenbulter und Riechkiffen, welche nicht nur die NachtS UM die Häuser schwebenden bösen Geister, sondern auch Krankheiten . und schlimme iSedanken vertreiben sollen. Rlisen werden in den Glrten deS chineMchen Kai erS in solcher Menge gezogen. daß die Essenz dieser Blumen jährlich '' ä." , , . . n.. V. an 12U.U-U ranten elniragi. ur vie kaiserliche Familie und die Mandarinen dürfen sich dieses ParfumS bedienen; die übrigen Chinesen werden schon hart beflrast, wenn sich in ihren Häusern ein Fläschchen dieser Effenz befindet. Die ' Nordküste Asrika'S zieht eben, falls Rosen in bedeutender Menge, aber, gleich der Türkei, fast nur, um sie zur Gewinnung des Rosenöls zu benutzen. Jeder Fremde, der zu St. Jago in Chile zum ersten Male von einer Familie empfangen wird, erhält von der Dame des Hauses als Zeichen, daß sein Besuch ihr willkommen sei, eine Rose. In Australien hat die Rose gleich. falls Eingang gesunden, so dak man getrost von einer Verbreitung der Rose über die ganze Erde sprechen darf. Prinzessin Nurmahal ließ, wie die Sage erzählt, einei: ganzen Canal mit Rosknvaffcr füllt. Von den Sonnen

strahlen destillirt, schwamm' aus der Oberfläche das köstliche Oel, deffen Dust sich durch daS Land verbreitete.

In Wahrheit gewannen die Alten da Rosenöl dadurch, dasie Rosenblätter in Oel legten und letzteres verwendeten. wenn , es : genug no endust . euiaetoaen hatte. ' Dieses Oel darf deshalb mcht .!.-- - . im m mir oem ronoaren lurliscyen cosenole verwechselt werden. DaS ' echte türkische Rosenöl (Attar oder Gial Jugli, d. h. Aether bei den Türken ' und ' Persern) wird gewonnen aus den Blättern der Centisolie und der MoschuSRose, auch aus. denen der Damascener Rose,' und zwar vorzüqllch-in der Ebene' südlich vom Balkan in der Türkei, namentlich in Kasanlik und an mehr alS hundert anderen Orten RumelienS, sowie in Persien, und - Kaschmir. w ' v" IN . ''.' Aucy vuo'üranlttlly. Aeayplen' uno Ostindien liesern Nasenöl. - Die genann ten Gegenden der Turket bringen au? ihren sorgfältig gepflegten Rosengärten jährlich 60 1500. Kilo Rosenöl her vor.. Trotz der strengen auf Verfälschung gesetzten Strafen wird daö Rosenöl, be sonderö in Constantinovel, . mit Spar maceut und GeraniumEsfenz arg ver fälscht.' Vom stark vermischten bis zum echten Rosenöl giebt es viele Abstüfungen. Ersteres enthalt oft kaum ein Pro cent des echten Oelö. Weil die Rosen blätter nur wenig Rosenöl enthalten, kostet das Kilo 150 200 Dollars ; (an Ort und Stelle kostet 180 Gran Lot.h 5 Dollars) ; deßhalb ist es bei uns nur versälscht zu erhalten, 'vsS schon auS dem niedrigen Preise hervorgeht. DaS unverfälschte Oel erscheint bet gewöhnlicher Temperatur von weißer, but teröbnlicher, stets wie geronnener Be scyaffenheit. Bei 10 Gr. R. ist eS noch krystallinisch, d. h. eS zeigt keine 'spießsörmigen Krystalle im Innern. Die.Ver Wendung des Rosenöls zu den kostbarsten Parsumerien ist bekannt. : Sultan Saladin zog 1187 in das von ihm eroberte Jerusalem, etst dann - ein, nachdem alle Wände der von den Kreuz sahrern in eine Kirche verwandelten Mo schee Omar's durch Rosenwaffer gereinigt waren. Sanul berichtet, , daß 500 Kameele kaum im Stande gewesen seien, da? hierzu nöthige Rosenwaffer herbei zuschleppen. ; Auch Mahomed II. ließ nach der Eroberung ConstantinopelS am .29 . Mai 1453 die Kirche der heiligen , Sophia durch Rosenwaffer zur Moschee ein weihen. Der Papst weiht am Sonntag Laetare, um die Allmacht Gottes zu bezeich nen, der aus Steinen Brod .und aus Brod Rosen erzeugen kann, in der Caraera Papagalli eine goldene Rose (eine Ceremonie, die ihren Ursprung aus dem elften Jahrhundert, von Leo IX. herleitet). Diese geweihten Rosen verschenkten die Päpste an Fürsten, die ste sür die Kirche gewinnen wollten z. B. Alexander III. im Jahre 1177 an Lud. wiq YiL von Frankreich, Jnnocenz VIII. 1483 an König Jzcob III. von Schottland, Leo X. 1518 an den Kur sürsten Friedrich den Weisen von Sachsen, Gregor Xlll. 1571 an Heinrich von Valois, König von Polen, u. s. w. In sklscher Erinnerung ist noch die Tu gendrose" Vius' IX., welch: er derKö nigin von Spanien, JsabeÜa II , fand te. Der betreffende Sonntag erhielt von dieser Feierlichkeit den Ramen Ro sensonntag (Dominioa ili lioZ). Die Rose von Cagliari heit in Sardinien daS Verzeichniß dreier Candida ten, von denen einer gewahr werden muß, wenn ein Mitglied des Stadtraths gestorben ist. Wenn im Engadin in Graubündten ein unschuldig Verhafteter freigesprochen wird, überreicht ihm ein junges Mädchen zum Zeichen der ihm wiedergegcbenen Freiheit eine Rose. Auf den rhodischen Münzen war die' Rose deshalb angebracht, weil die Insel Rhodus so großen Reichthum an Nosen hatte. , König Eduard III. von England ließ eine Rose auf seine Go!dmünzen!(l!0senobles) prägen, und Martin Luther, der Resormationsheld, eine Rose aus sein Petschaft stechen. - Um das Jahr 1481 stiftete Christian Rofenkreuz, ein adeliger Mönch in Iran ken, eine geheime Gesellschaft, die den Stein der Weisen und eine Panacee zum ewigen Leben gesunden zu haben vorgab und zu Ende des 18. Jahrhunderts in großes Ansehen kam Die Mitglieder, die stch Rofenkreuzer nannten, trugen ein Ordensband, an. dem ein goldenes Kreuz und eine Rose besestigt waren. E!ncr der letzten Matadore dieser Gesellschaft war der berüchtigte Giuseppe Balsams, genannt Vicomte Phenix, Marquis Ana, Graf Cagl'ostry. . Im lö. Jahrhundert entstand in Pa riS ein Dichler-Verein, deffen Mitglieder sich Rosati und den Ort ihreS Stelldich-, eins daS Rolenbo5quet nannlen. Jeder Poet mußte, um aufgenommen zu wer den, wie Horaz, ein L'kd zu Ehren der Rose dichten. Im Jahre 1760 creirte der Herzog von ChartreS einen Rosenorden, der bald so verrusen wie sein Stister wurde. Die Mitglieder des berüchtigten Ordens nannten stch Chevaliers etNymphes de la Hose. -. Minder ünrüchia war der deutsche Ro senorden,0gestistet im Jahre 1781 von einem Herrn von Grosstng. Dom Pedro, Watier- von Brasilien, schuf zur Feier seiner Vermählung mit der Prinzessin Amelie von Leuchtenb:rg emen Rosenorden sur die Kavaliere t nes Hofes. Eine der schönsten Apotheosen dieser Blume befindet stch in dem altfranzö' sischen Roman de la Rose und in Schulze's preisgekröntem Gedicht: .Die bezauberte Rose". Aber auch der schönen, weltgeseierten Blumen'Königm hat eS nicht an Geg nern und Feinden gesehlt. Der alte Balzac theilt im zweiten Kapitel seiner .Eatretien eine Liste von Personen mit, welche Rosen weder sehen noch rie chen konnten. Zu diesen Rosenfeinden gehörten der Cardinal von Cardonne, Herzog Heinrich von Guise und Maria von MediciS, die zweite Gemahlin Hein rich'S IV. von Frankreich. Letztere, eine Freundin aller anderen Blumen, wurde ohnmächtig, - so oft sie eine Rose sah.

der ottine. Tn Cut n? Die organische Natur zersällt inzwei große Reiche, in das Thier, und Pflanzenreich, während die unorganische Ja. tu? daS Mineralreich allein umfaßt, n der organischen Natur, im Pflanzenreich sowohl wie im Thittreich nehmen wir täglich den Prozeß deS Wachsens wahr und Jeder weiß, daß alle noch so große Individuen einst eine kleine Gestalt ge habt haben, daß ste, gewachsen sind; und es witst sich hier die Frage auf, ob eS sich im Mineralreich auch so verhält, ob der Schluk seine Berechtigung hat, da?, weil der Vorgang dcö Wachsens im er. sten und zweiten (xistirt, er auch im drit ten Naturreiche existiren muß. Wir wollen versuchen, ob wir on der Hand der NaturwisZknschafte'n eine genügende Antwo nus diese Frage finden werden und wollen zu diesem Zweck daS Mineralreich etwas näher ins Auge sassen. Genetisch unterscheiden wir zwei Arten von Gesteinen: Plutonische und neptu nische, d. b. solche die durch die Elnwirkang des Feuers, resp, solche, die durch , die Einwirkung des Wassers, entstanden sind. Die Plutonischen sind die ältesten, während die neptunischen sich dann erst gebadet haben, als die Erde so weit er kaltet war, dav sich die Wasserdämpse condenstren und daS gebildete Wasser verdunsten konnte, wodurch die aufgelö' sten Substanzen niederschlugen. HieiauS beantwortet sich die ' Frage dahin, dab p'utonische Gesteine nicht mehr waschen können; denn um zu wachsen, um grö ßer zu werden, brauchen sie die Substanzen, auS welchen sie bestehen und selbst wenn auch dieselben in ihrer Umqebuna vorhanden sind, so werden die Gesteine ebenso wenig wachsen, wie ei Stuck Messing, welches in einem Gemisch sei ner Bestandtheile, in sein zertheiltem : ttupser und Zink, liegt und wenn selbst die etsorderliche Temperatur vorbanden ist, wobei das betreffende G?stein sich gebildet hat, so ist hiermit nur die Mög lichteit gegeben, daß neben diesem schon vorhandenen Gestein stch ein ganz glei cheS bilden, ja selbst mit ihm verlchmelzen kann, wie eS etwa mit dem Messing in dem Gemisch von Kuvser und Zink der Fall sein würde. Jedoch ist dieser Vorgang nicht mit dem Wachsthum des Thier und Pflanzenreichs zu verglei chen, um so mehr, als diese Verhältniste, die zur Bildung neuer plutonischer Ge steine nöthig stnd, nicht mehr auf der Obeistäche unseres Planeten, sondern nur noch in seinem Innern eristiren und wir unter Wachsen da? Größermerden eines betreffenden Individuums verste den, welches durch seine eigere flrast Substanzen, Nahrung,' aufnimmt, die selben mechanisch und chemisch modificirt und die ihm nöthigen Stosse von den unnöthigen und schädlichen scheidet ; wir verstehen aber unter Wachsen nich! etwa das Aufschichte oder Anhäufen von Stoffen zu einem ihrer chemischen Natur nach gleichem Stoffe, welches durch eine andere, sei es mechanische oder intkllcc tuelle.Kraft, blwttkstelligt wird. Wenn wir also sagen, daß diese oder jene Pflanze wächst, so bezeign?:: mi? damit den Vorgang, wo die Pflanze mit ihren Wurzeln also vermöge ihre? eigenen Krast die ibr nothwendigen Sub. stanzen auS der Erde aussaugt 1 :d sie sodann mechanisch oder chet,isch umformt, wobei sie die unr.S:bigen oder schädlichen abscheidet u.-.d auf diese Weise sich ihrem Stoffe gleiche chemische Ver bind'ingen bildet, wodurch sie sich ver größert. Etwas anderes ist eS aber mit den neptunischen Gesteinen, da die zu ihrer Bildung nothwendigen Bedingungen noch auf unserer Erdoberfläche herrschen ; wir haben Master, die Substanzen ge. löst enthalten oder mechanisch mit sich' führen und die bei ihrem Erkalten oder Verdunsten diefelben absehen und so die Schichten vergrößern. Trohdem können wir nicht davon reden, daß eine kohlen saure Kalkschicht wächst, denn hier führt eine andere Krast die mechanische Krast deLBasters immer neue Massen von gleicher chemischer Zusammensetzung in diesem Falle kohlensaurer Kalk hinzu, der sich bei der Verdunstung dcö WasterS absetzt, ebenso wenig wie wir von denk Wachsthum eines WaldeS reden können, der durch eine neue Anpflanzung vergrößert worden ist. Aber da dieser in nere Vorgang in der unorganischen Na tur sich den Blicken deS Volkes entzieht. ;) ist e nicht zu verwundern, daß daS Volk, welches gewohnt sst, in der orga nischen Natur jedes Individuum erst alS winzigen Keim oder tleineS Ei zu sehen daß das Volk durch die Analogie irre geleiiet, daS im Acußercn ieh? ähnliche Aussichten deS Tropfsteins sachlich mit .Wachsen" bezeichnet. Bei diesem steigt. dS kalkhaltige Wasser vermöge der Kapillarität h den Poren dcsT.cpf fteinS empor, verdunstet dann, während der Kalk sich absetzt und so .wachsen" in den Tropsfleinhönlkn die sstabgrnte und Stslactitcn, so lange das Wasser noch neue Mengen von kohlensaurem Kalk binzusührt. Im Auge des Volkes bleibt Stein Stein, es kümmert sich nicht . . r. 'ts..rT r . . um seme yemisyeJUsammensexung oder genetischen Ursprung und so schließt x. n v e.-i 1 Z es weurr waqil jcucr icin uns alle auS Gemische von Stern zusammengo setzten Gesteine, ja die ganzen Gebirge find noch tm wachsen begriffen. Wen bei man gegen diese Behauptung ein, daß dieses bei keinem Steine wahrge nommen worden ist, so erhalt man zur Antwort, daß unendlich viele Zeit dazu eisorderlich ist und gerade so wie daS Wachsen deS Tropssteins im.Verhältniß zu den Pflanzen verschwindend klein ist. so ist das der übrigen Steine noch viel kleiner und nach Aeonen von Jahren wird aus dem .winzigen Sandkorn ein riesiger Ouarzblock. Wir haben also gesehen, daß von einem Wachsen in der unoraanisüen Natur nicht die Rede sein kann, daß der einmal plutonisch gebildele Stein nicht mehr wächst, und daß es sich bei. den ncplunischen Gesteinen nur um ein Zusammen tragen. Ausschichten und Äbschen von Stoffen durch daS Waffer handelt, und daß eine jede Aenderung in der Größe der Berge stets auf Hebungen und Sen kungen zurilclznsühren ist.

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