Indiana Tribüne, Volume 6, Number 214, Indianapolis, Marion County, 22 April 1883 — Page 2

Asch uns die Sündflutl). Xcnsn v,n CFWAli gnft 83ttl. (18. Fortsetzung.) Am andern Morgen saß Gottfried mit seiner Mutter allein beim Frühstück.". Die alte Frau ansang? etwas wehmümüthig gestimmt, sie vermißte ihre Tochter, aber als sie deZ vergangenen, so fröhlich verlebten TageZ und des Glückes ihres ttindes gedachte, schwänden die Schatten bald wieder. Gottfried berichtete ihr. daß Paul bei seiner Rückkehr sie in seinem Hause zu finden erwartetem sie nickte zu. stimmend, ein heiteres Lächeln glitt über ihr gutmüthiges Gesicht. .Gönne mir heute noch Ruhe," bat sie, .morgen wollen wir dann mit den Ein? packen beginnen. Ich hätte es g?nre ab geschlagen, aber die . Kinder ollen.rnrn einmal nichts anders, ich soll bei ihnen wohnen, und für die kurze Zeit, die ich noch zu leben habe, wünsche ich selbst, ihnen recht nahe zu bleiben. Ich habe so viele trübe und schwere Tage mit Helene durchgemacht, daß ich nun auch gerne die frohen mit ih? erleben möchte. Im Ue brigen werde ich das junge Ehepaar seinen Weg gehen lassen und mich in seine An gelegenheiten nicht einmischen, selbst dann nicht, wenn mir etwas nicht gefallen Zollte

du willst qon wieder fort?" Gottsried hatte sich erhoben, er stand vor dem Spiegel und fuhr mit einem Ta schenbürstchen über sein Haar und den lan gen Äollbart. .Ja, Mutter,- nickte er, einen scherzen den Ton anschlagend, der etwas gezwun gen klang, .du kannst wohl ein frommes Sprüchlein' für mich beten, ich mache -ven recht schweren Gang." ' " ' ' -Wohin ?" fragte sie betroffen. .Zum Bankier Schlichter, ich will ein. uial mein Glück auf die Probe stellen." - .Gütiger Himmel, du willst doch nicht auch an der Börse speculiren V .An der Börse nicht, wohl aber in der Ehe, die a auch ein Hazardspiel genannt wird.. -i Ach, nun verstehe ick. du willst um die Toch!er,deS Bankier werben?" . . DaZ beabsichtige ich allerdings, aber ob mir diese Absicht gelingen wird, daß ist eine andere Frage. Na-, adieu, Mutter, wenn es nicht sein soll, dann ist es nicht." Er gab ihr die Hand, sie hielt sie lange in der ihrigen und blickte ihm voll zärtli cher Liebe in die Augen. .Was könnten sie gegen dich haben?" sagte sie. leicht das Haupt wiegende .Bist du nicht ein hübscher Mann? Hast du c . m - I niaji Dir lyren ant erworben i ttannft . I du nicht deiner Frau eine aeücherte Er n. .. .' i- r . r . . I dann sehe ich keine Hindernisse." ' . et 11 l .Wir werden ja-sehen," erwiderte er mit ehum trüben 9äAttn " 5krtb tnürt Zckon zufrieden, wenn nur ibr Nater es ist. Den Bruder babe ick freilich auck schon auf meiner Seite, aber die endaültiae Knt. sckcidung ,ruht in den Händen des Ban. kiers. und du weißt, mit solchen reichen Herren ist nicht gut Kirschen effen .Ich habe leine Sorae," sagte sie ruhig, aek' nur. wein Sobn. und Gott aeleite dick." j j r J .Wir werden sehen," sagte Gottfried -noch einmal, als er das ans verlassen m hatte, wagcn muß ich, wenn ich gewin nen will, aber ich sürchte. daß. ich einen r?ck! arob aeflocktenen Korb binweatra. aen werde. . r ß j i J i i I ltt Bankier Schlichter hatte eben die Geschäfte des Bormittags erledigt, als Goltsricd Neuber sich anmelden ließ. - Soll eintreten, istwillkommen'- saate der Bankier rasch, indem er eine Schublade seines Schreibtisches öffnete, aus der er einige Papiere holte, fassen Sie sich - ' . ' ' I kndti wieder einmal blicken? bearünte er den kintretcnden mit vertraulicher Freundlichkeit, während er ihn durch einen Wink einlud, Platz zu nehmen. .Ich habe Sie längst erwartet, um Ihnen ei - nen Borschlag zu machen, den Sie sichersich annehmbar sinden werden. . Goüsr.ed und Ot!o wechselten verstohlen einen verständnißvollen Blick, dann ließ der Erstere sich in einen Sessel nieder. .S ie werden doch den Muth haben, als technischer Direktor au .die Spitze einer großen Maschinenfabrik zu treten C fragte der Bankier. .Da müßte ich doch zuvor wissen, wie groß das Etablissement ist und welche Masch:::erien gebaut werden !" erwiderte GÄtsried ru?sg. - .Ach was, wem Gott das Amt gibt, dem gibt cr auch den Verstand'!' Und wer an der Spike eines solchen Unternehmens steht, dem liegen vor allen Dingen die Pttichten der Äepräicntative ob, die Ar teilen verrichten Andere für ihn, er braucht .enaeiellicha t anaciioten woroen tt. iLLMr werden dlkjes Werk vedeu. . . . . . , . . lend vergrößern, die Baupläne ,lnd tchon fertig, es sollen hauptsächlich Lokomotiven, aver auch andere M -lchinen gebaut wer den: das Etablissement von Aorua soll egkn das unsere verschwinden. Sie trc ken als technischer Direktor an die Spitze mit einem Gedalt von zebnkausend Tba. ler und Tantiemen vom Reingewinn. Sie erhalten ein kleines Palais iui Wob . r." . niing, quivaae und bei ieder Reiie im Interesse des Geschäfts hohe 'Diäten, V w . ' cic oamll zufrieden ? .)'.l o?r dat. ein verlockendes Aner. bieten, sür das ich Ihnen dankbar bin" sagte ollZried, mit der 5)and lana sam durch den Bart srabren. . ff fragt sich nur, ob dieses neu zu gründende iaotii,emenl o gute Geschäfte macheu wild. .Und was läae daran, wenn es in den ersten Jahren nicht der Fall wäre? Ihr Einkommen wird Ihnen kontraktlich ge sichert." ey? woyi, aver aeiekt. die Geiell. 9 f r . . ' r a t neiji iß) mon bald zur Liauidat on gezwungen, wer erfüllt dann die lontrakt' tlchett Verpllichtungen? .Pah, daran ist nicht zu denken !" er widerte der Bankier gerinaschäkend. Trauen Sie sich dennlo wenig zu .Das iit eine andere raae." unterbrach Gottfried ihn, .den Plk, aus dem ich jetzt rt.f. t!(i i 4 rinn itliv tl sl rtllä nf. ni stehe, fülle ich ganz und voll aus, aber wie

lieii; neicn vrs Null! nen nur. 00 oas VU3 """'ö UV, Uilv Vle lle e tture m V?ii uic .'nnvlillir

junge, in Bracht und Ueberfluö erzoaene scheu semen Brauen ließ nur zu deutlich Pah, Jeder ist sich s,

Madcktn mit dieser Eristen, frieden ist. erkennen, dav er dlcie BMe allttdinaS sebr fiel tm Vater ihm ach,,

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nur zu unterzchrelben. Wir, das helt uno or,iage elnzugeyc, nie ivoueii cer Neich und berühmt genug emiderte meine Geschäftsfreunde und ich, beabsich- be,oldee Ingenieur eines amerlkanlschett tx$ meine, das. was wir errungen hatigen eine große. Maschinenfabrik zu kau EtabllttementS bleiben. Sie werden me Un .gnnte uns nun genügen. 5Sre auf

sen, die uns zum Zwecke der Umwandlung mm ie.ler io mu t m stll3 stII biccn

in eine Alt

S;e selbst sagen, soll ich in der Stelle, die Sie mlr anbieten, 'nur rcpräsentiren und unterzeichnen, da bleibt mir also für eig neö Schaffen kein Raum. Und aufrieb

t'g gestanden, behagte mir das auch nicht, lch will arbeiten, um vorwärts zu kom wen und selbstständig zu werden, ein Sine eure würde mich erschlaffen.'" .Sie wollen also nicht?" fragte der Bankier ärgerlich. .Zch kann Ihnen darauf seht noch keine definitive Antwort geben, ich müßte zuvor etwas tiefer in Ihre Pläne eingeweiht V C - '4i usiucji. üic uiujrn mir oas nuqi ver argen, man gießt ja kein unreines Waffer fo?t,bevor man reines hat und es wäre leichtsinnig gehandelt, wenn ich meine au. genblickliche gegen eine fragliche Stellung qnittixen wollte, ehe ich weiß, ob das, was ich dafür eintausche, von Dauer sein wird .le werden es stch also überlegen r Ja, sobald Ihre Plänr mir voraele gen haben !" . . Wie kann ich Ihnen jetzt schon Pläne vorlegen ? Daran denken wir erst später. Sie müssen sich vorher entschließen, damit wir ,n unserm Prospekt daraus aufmerk, sam machen können, daß wir Sie als ta nischen Direktor gewonnen haben." .Und wann müßte dies geschehen ?' fragte Gottfried, den. warnenden Blick Otto's durch ein leiseö Ricken beantwort tend. , ., Binnen drei-Taaen." erwiderte der Bantier, .länger kann das Vroiekt nickt ausgelazoven werden, wenn uns nicht An. dere zuvorkommen sollen." W m . . I Binnen drel Taaen!" wiederbolte rT. . . r . " " I oiiineo jlnncnd. viun, wenn Sie auck auf dieses Anervielen nicht eingehen wollen, dann kann ich hnen nicht helfen," Tacte der Ban kler. indem er die Papiere in die Sckub. lade zurückwarf. SXcfi bätte kinen la gerne meinen Dank bewiesen, aber Sie wollen mir ju keine Gelegenheit dazu bie , - , -v i i len. Ich halte Sie beim Wort " erwiderte Gottfried rasch. .Ach, endlich ! darf ick nun bauen, dan Sie . eik,e Bitte an mick rickten werden. durch deren Erfüllung ich eine. Theil meineS Dankes abtraaen kann! ' Richt das allein. Sie würden mick auch sür alle Zeiten zu Ihrem Schuldner machen," fuhr Gottfried in erregtem Tone fort. .Es ist eine große und in Ihren Augen vielleicht' unbescheidene Bitte " Via, schienen Sie nun loZ !" unterbrack der Bankier ihn wohlwollend. Die Hand Ihrer Tochter Qertba V Von den Lippen des alten Herrn ver fcywand das sreundllche Lächeln so plök v.- rr 1 1. . ' T lülc onnenicuem an einem un trnv.; . ' . beständigen Apriltage ; hastig wandte er f.tf . 9iftM;h u v:. i:.t. ... i. I unde,chelden sand. . . cn ! n . . . ein Äucr tireifte das Äntlitz feines Sohnes, er erwartete offenbar, auck bier Entrüstung zu finden: die alelckmäniae Ruhe, die er statt ihrer fand, mußte seinen Groll nur noch steigern. I CsT . . . t m , . . I melnyerlya vere ,3, vaß'sie dle,eBltte an mich richten wollen fragte er nach einer langen Pause, muhfam sich bezwin S"io. . . . .. ' erwiderte Gottfried, deffen Liv i. s ' .. pen elu uervcr Zug umzuZte, ich will zu ?0r Gewißheit haben, ob das Jawort ft Jk am 9 1 Wm I v"1"5 rechnen ?le so sicher aus dieses Ja NCii lniiciDracü Der Bankier ihn. Ich glaube, es zu dürfen." m ' UtA ÜnUAt.t. J l .u : X V Tl I I t oui"y mii oer onrneo oute Antwort gegeben hat e, schien auf den al' errn einen peinlichen Eindruck zu machen, er erhob nch von , einem Sitz und oo ncu von , einem (sitz und ourchmaö einigemal kas Zimmer mit aroourcumaL einigemal ras Zimmer mit aropen schritten. lind ein Mann von5hre," sagte er endlich, .lch erwarte von Ihnen, daß T ! - l. rv . I irnrV mori nlcyr soroern werden, wenn ich meine Zustimmuna verweigere, ein. laen Sie mich ausreden," W er fort, als er bemerkte, daß Gott. . . r.- . ,, m Iric vcla aussayren wonie, .5s,e vurten blinde fordern, lch werde mir stets U loiiti vieioen, locio)' großen ank lch Jy T t w r - . . nen 1,0)1110?, ole,es m uiii wild nun j ei ner drückenden L st für mich, weil ich die len Dank nicht abtragen kann. Wenig Tl ... . . t V r tVY . 4. . stens auf diesem Wege nicht, auf dem Sie ihn fordern ! Gegen Ihre Person würde . , . . icu ourcuauz rncijis elnzuwenoett yaden, aber haben Su denn selbst nicht daran gedacht, daß .die Verhältnisse zu ungleich sind ? Was. können Sie meiner Tock t.'r bi'tcu, die l!! Wohlleben und Ue!erfluß aufgewachsen ist ?" . Wenn Hertha mit dem, was ich ihr bieten kann, zufrieden ist Sie k a es nicht lern ! Wenn ic ja auch im ersten Auaenblicksich bereit erklärt, Ihnen die,es Opfer zu bringen, die Reue wird nachhinken, ich kenne das Sie haben sich ceweigert, auf meine Pläne S""i u..vczu uveu , vyu;uu I T .. . . J. 1 . . il1.V...sW L . . ........ noer rriil Nlum Ui uve.geiv ,ur meine ocyier au. unier loiqen eroatlncn muß ich meine Zustimmung verweigern. wenn ich die Pflichten emeS Vaters ge wmenha t erfüllen will, und ich bemerke nochmals, da& ich m.t Sicherheit erwarte. le werven q oie,er vrnijceioung w gen." .Wenn Sie dies verlangen, so müsten Sie den heiligsten Gefühlen meines Her 4 . a " W m STt ens aevielen lonnen, erwiverle sokrieo. dem daö Blut heiß in die 'Stirne stieg, I l . . t. r - . etr. .. . m. c-t " .oazu aver yaoen ie irog zyres elq tdums keine Macht : Wenn yertba metne Liebe erwidert, wie ich wohl mit Sicher heit annehmen darf, wenn sie zufrieden ist mit der einfach büraerlichen. aber soraen freien Existenz, die ich ihr bieten kann. wer darf dnn zmi chen uns treten k An I dieser Grenze enden auck'd!? Nekkte der Eltern, ne dürfen nickt dem Glücke deS Kindes vernichtend ent egentreten !" Der Bankier war stehen geblieben,doch die Schatten auf seiner Stirne waren noch tlnuerer und drobender aeworden. I - ' - .Glauben Sie denn, daß meine Toch ter glücklich werden kann, wenn auf ihrer Ehe der Fluch ihrer Eltern ruht?" fragte er. . Hoffen Sie nicht.' Qcrtba ni diesem ! crfiritt l, , kn, den sich bitler getäuscht sehen. ' Ich habe andererZeitZ nitZ d,,,, . Sie wur gleichwohl nach diesem Ziele streben wol I I.. . V1..4C . v , r, . len ; Muth und Ausdauer habe ich stets

geachtet, ich'verlange diese Tugenden von dem willensfesten Manne. Wohlan.su. chen Sie selbstständig zu werden, erwerben Sie sich ein Vermöaen. daß Sie in den

Stand setzt, meiner Tochter eine standes gemäße Existenz zu bieten; wenn Sie das erreicht haben, dann wollen wir weiter re den. Damit lassen Sie unsere Unter. dung über diese Angelegenheit beendet sein, ich möchte Ihnen aegenübe: nicht gern schroff werden, und Sie werden mir nichts sagen können, was mich veranlas sen dürfte, meine Entscheidung zu ändern. vi r r t. ? . f. sollen sle aus oey oriaziag eingehen, den ich Ihnen vorhin. schon gemacht habe, so bin ich auch jetzt noch bereit, -meine Versprechungen zu erfüllen und Ihnen weiter zu helfen, denken Sie darüber nach - .Es ist unnöthig !" fiel Gottfried ihm m die Re, der ,nzw scheu seine yanv schuhe wieder aenommen und angezogen und seinen Hut aenommen hatte. .Ich werde mich niemals an einer derartigen Gründung belheiligen." ' ' " .Nun, dann wären wir ja fertig mit einander." fuhr der Bankier, ihm den Nü cken wendend, fort, .meine Dankbarkeit wird Ihnen bleiben, ich hoffe, Sie werden sich auch meine Achtuna zu erhalten toll i ' . . . . - - , ixi und nrt) nun mHt zwlZcyen mica und- meine Tochter drängen. Leben Sie wobl und nehmen Sie die aufrichtige Veksicheruna mit. daß ich bedaure, Ihnen diese Bitte versaaen zu müssen." ' . . ' " " . . Gottfried blickte fragend den Bruder an, der ihm durch einen Wink zu verstehen gab. daß eS wobl das Beste sei. wenn er sich letzt 1 ' . " - . . . entferne, mit einer cerenioniellen Äervcu auna verlieft er das ttablnet. .Unverschämt !" sagte der Bankier un wirsch, sich zu seinem Sohne wedcnd. Hatte ich Nicht Ruckuchten nehmen muj. len, wurde ich ihm mit andern Worten die Tbure gezeigt haben Und wenn er nun deinen Vorschlag annaume r traate Otto ruma. .Dann liehe sich eher über die Möglich. keit seiner Verlobung mit Hertha reden. Ick würde in diesem Ialle ihn mit nam haftenSummen an anderenUnternehmun gen betheiligen und ihm binnen Kurzem ein bedeutendes Vermöaen v'rschaffcn. Sollte alsdann das Wcrk, an deffen Spitze ich ihn gestellt habe, liquidiren wüsten, so könnte er es in der Versteigerung ankau. sen und das Gejchüst sür eigene Rechnung fortsetzen." Das und weitgehende Plane, und aus richtig gesagt,, wollen sie mir schlecht ge fallen," erwiderte Otto kopfschüttelnd. Sie gründen sich auf dl( Voraussetzung, daß die neu zu errichtende MaschinenFa brik schlechte Geschäsre machen und über kurz oder lang liquidiren wird, somit wür v:. Mh:...:. m klbst der Nächste ! :lzuaend ln die Rede. Die ersten Zeichner werden ihre Irw.. . . l & .. . nmen verlaufen, man wiro oaum an oer Börse bandeln, wie mit ieder andern Waare, und wer zuletzt darauf sitzen bleibt der muß eben den Schaden tragen. IU briaenS ist auch durchaus nicht gesagt, daß i r . . . . . . oie iquioallon erlolgen m u &. lcy woule nur ein Beispiel ausstellen, wie diesem amerikanltchen Ingenieur geholfen iver oen rann .So weit ich seinen ehrenhaften Eha - . . . . - ralter kenne, wird er niemals jolche Hülfe annehmen," sagte Otto ernst. r II I . - I - . . . - - W . - W DerBankler, der sich vor seinemSchreibtisch wieder niedergelaffen hatte.blickte &e fremdet auf. Ehrenhast ?' fragte er scharf. - Was soll das heißen ? , Du hast in den letzten Tagen ost daraus hingedeutet, daß unsere Unternehmungen nicht so ganz ehrenhafte lelen, lcu mnzj seien, ich mnzj mir solche Urtheile entzchie den verbitten. Un,ere Ansichten über du,e Unterneh mungen und ihr muthmalkches Ende und verschieden," antwortete Otto ; .wäre es , rr , . oa mmi ve er, roenn im auslraie uno ei eiacit Geschäft anlndcte? Die uö thigen Fonds lleen Uch ja abzweigen .Ha, blst du mcht mehr bet Sumen? fuhr sein Vater zornig auf. '.Wer hat dir diese verrückte Idee IN den Kops gc seht ? Du der einzige Sohn und Erbe dieses allen, berühmten Hnises, anZtre ten und ein besonderes Geschäst gründen? Wie darfjt du nur wagen, nur dsen Vor schlag zu machen ? Wenn du auch nicht mit Allem einverstanden bist, was ich thue, 1. ?js. . k. fc , 0 i)ai ru oennocu zu iqwelgen mo oicu meinen älteren Erfahrungen unterzuord nen! Wahrhäslig, Otto, das war ein toller Gedanke, ich hätte dich vernünftiger gehalten. Welchen Vorwurs kannst du mir denn machen ? Ist nicht drch meine Unternehmungen unser Haus noch reicher und berühmter geworden r Otto hatte vor dem zornflammenden I Blick seines Vaters die Augen niederm: schlauen, er besaß nicht die Eneraie. diesen Vorwürfen entaeaen zu treten und seinen Willen durchzusetzen. ftrüiidiinaS und Svckulat onsaeschZften I I I l ,XIX m du ein Amt als Au sichts' oder Verwaltuuas'Nath hast, lege eö nieder. laß uns auf die alte, solide Bahn zurück kehren. .Hast du Furcht?' spottete der Bankier. Ich nicht! Ich sehe keine Gefahr, im Gegentheil, wir stehen mitten in der Blüthezeit und eine re:che Ernte erwartet uns. Soll ich aus die . Ernte derzichten, weil einige Dummköpfe - ihre Groschen dabet verlieren können? 9iim mermebr Wenn ich die Ernte einge heimst habe, mag die Sündfluth kommen, was lieat mir daran. Ich werde m mel ner festaezimmerten Arche obenauf fchwim men uno mein scyasazen in's .roaene . , - bringen. Laß die.Narren schwätzen und höre nur aus mich. Ehe Otto Zeit fand, eine Erwiderung darauf zu geben, wurde die Thüre geösfY " . ern: v... -rs . net uno Mit ernlicr 'muni iral oer wdi tor Ladenbürg ein. Bestürzt ging der Bankier ihm entge gen. .Sie bringen un3 schlimme Nachrich ten?- fragte er, ihm die Hand bietend. Eine Trauerbotschaft,- nickte der Dok tor. .Sie waren allerdings darauf vor bereitet, Sse mußten eS sein." .Aber so plötzlich hatte ich eS nicht er wartet." unterbrach der Bankier ihn mit . aknrcs-tkr Glimme. .Gestern Abend noch war keine Verschlimmerung einsetretcu.

ich wollte gleich hinausfahren, lieber Gctt, wie ist eS nur möglich

.Eine Lunaenlähmuna. verebrtestee Herr ! Niemand hatte eine Ahnung da von, daß dieser betrübende Fall eintreten könne, lndesten bietet er doch den Trost, daß die Heimgegangene nun von ihren Leiden erlös't ist, Hoffnung auf Genesung war schon längst nicht mehr vorhanden.Ja, darin liegt ein Troit.- nickte der Bankier, starr vor sich hinblickend, wäh rend der Doktor zu Otto trat und auch ihm die Hand druckte. Wur Allemussen ja einmal, sterben, wenn nur nicht die Ursache dieses Todesfalles so erschüt ternd wäre r DaS ist eS. was stets ans daS Andenken an die theure Mutter einen finsteren Schatten werfen wird !- sagte Otto, mit der Hand die Augen bedeckend. .Wir werden vielleicht manches bittere, scharfe Urtheil hören müssen und nicht immer die sein Urtheil entgegentreten können "., .Ach was, lern die Leute schwatzen, wir können ihnen nicht Schweigen aebieten,siel sein Vater ihm ins Wort. .Wir konnten leneS Fest geben und wir thaten eS, da für, das es so trauria endete, darf unS Niemand verantwortlich machen. Wenn beim Kirchbau ein Maurer verunglückt, so darf man deshalb doch auch nicht behaup ten, die Kirche hätte nicht gebaut werden Zollen! Na, wir müssen gleich hinaus. Hertha erwartet, uns - .Ihre Equipage steht vor der Thüre," sagte der Doktor, .sie brachte mich hieher .Desto besser. Beeilen wir unS, Otto! Ich kann leider das Geschäft nicht schlie-ßen,-wandte er sich zn dem Doktor, der am Fenster stand und sinnend in den schneeumhüllten Garten hinausschaute, die Störung würde zu tief einschneidui .Das wird ja jeder einsehen !- erwi derte der Doktor trocken. .Und wer das nicht einsehen will, der muß eben seiner Zunge freien Lauf las sen,- fuhr der Bankier fort, während er seinen Pelzmantel und die Handschuhe anzog, die ein Diener ihm aus dem Vorzimmer gebracht hatte. .Erinnere mich daran, Otto, daß wir bei der Rückkehr bei einem Schneider vorfahren, er muß sofort die Trauerlivreen für das Dienstpersonal ansertigen.- ...... Er nahm auS seinem Schreibtische ein Päckchen Banknoten, da' er achtlos in die Seitentasche seines Pelzrockes schob, dann verließ? die Herren das Kabinct, und die schimmernde Equipage rollte gleich daraus mit Vater und Sohn fort. Der Doktor blieb vor der Thüre des Bankhauses stehen und schaute mit unwilligem Blick dem Wagennach. . .lucv rn vieler stunde denkt er nur an seinen Mammon, ruht die Todte erst unter dem Nasen, wird sie rasch vergessen sein !" brummte er. .Na, vielleicht werden die Erinnerungen wieder erwachen. wenn die Sündfluth, die er so ost verspättet, den Mammon hinweggeschwemmt hat!Er schüttelte nach diesem kurzen Selbstgesprüch ärgerlich das graue Haupt und ging mit raschen Schritten von dannen. Siebentes Kapitel. Die 5Zsrbota des turmes. Gotlsried Neuber war keineswegs gesonnen, sich mit der Entscheidung des Bankiers zn begnügen und nun seiner Liebe zu entsagen, und Otto bestärkte ihn in seinen Absichten und in seinen Hoffnungen. Er wollte die endgültige Entscheidung von Hertha selbst abhängig machen, aber so rasch, wie er wünschte, konnte dies in Folge des Todesfalles nicht geschehen, er mußte einige Zeit nach der Beerdigung verstreichen lassen, bis der. hcrbe Schmerz und die Trauer in der Seele Hertha's milder geworden waren. ' "Aber wenn er hoffte, daß es ihm später ebenso leicht sein werde, wie bisher, mit der Geliebten zusammen zu treffen, so sollte er in dieser Hoffnung sich getäuscht sehen, denn aulTage nach der Beerdigung der Frau Schlichter wurde die Villa ge schlössen, und Hertha kehrte in das GeschältShaus des Vaters zurück. Frau Neu ber war entrüstet über dieAntwort, die ihr Sohn vou dem Bankier erhalten hatte, sie . , . s iY a r theilte oiejelve oyne Auayail lyremreunde Carlsen mit, als dieser sie einige Tage spater besuchte. John Earllen erwiderte wenig daraus. aber er sprach später mit Gottfried ein gehend über dessen Verhältniffe, und was er im Stillen that, um auch das Glück dieses Menschcnherzens zu begründen. erfuhr einstweilen Niemand. So gingen die Dinge ihren Gang welter. Paul Jammerjegen lehrte mit seiner glückstrahlenden jung'n Frau seelenvergnügt von der Reise heim und ärgerte schon am ersten Tage seinen Provisor, der Bankier gründete und spekulirte uuverdrosten weiter, oyne aus die Wunsche seiner Kinder die mindeste Rücksicht zu nehmeu, und in der Villa Hagedorn trieb das Liebelcben seine süßesteu Blüthen. Die Hochzeit Eugens und Ellens war aus Mille Mai festgesetzt, ste sollte im enggen Freundeskreise in der Villa gefeiert werden. Man hatte bereits mit den Vorbereitungen begonnen, als Otta eines Abends wieder einmal mit Gottsried zusammentraf und dieser den Freund beschwor, ihm eine Zulammenlunst mit Hertha zu verschaffen. Er sagte ihm, daß er nicht lange mehr in Deutschland bleiben könne, da seine Geschäfte nun bald beendet seien, daß er aber vor seiner Abreise Gewißheit haben müffe, da er später sobald nicht in seine Heimath zurückkehren werde. Otto nickte gedankenvoll, er befand sich an diesem Abende in seltsam' ernster und gedrückter Stimmung. ' - ' .Hertha erwidert deine Liebe, ich habe offen mit ihr darüber gesprochen, pe ist unglücklich über die Antwort,. die mein Vater dir gegeben hat. Sie wird dir das Jawort geben, ich zweifle nicht daran, ob sie aber auch den Muth haben wird, dich gegen den Willen des Vaters in deine neue Heimath zu begleiten, das ist jedoch eine andere Frage, die ich dir nicht beantworten kann. Und ich kann auch in dieser Angelegenheit nicht rathen, du wirst das begreifen, ich muß neutral bleiben, wenn nicht später alle Vorwürfe des- VaterS mich treffen und mir daS Leben verbittern sollen . .Gib mir nur Gelegenheit, Hertha zn sprechen,- drängle Gottfried, das liebn et sei dann unsere Sache. Ich kann nickt

mehr in Euer HauS kommen, ich darf nicht

mich der Gefahr auStek'n, daß ich mit vekeidigenden Worten hinausgeworfen werde " .Kennst du meinen Onkel, den ArmenPfleger " unterbrach Ot?o ihn. Ja, ich bin mit ihm befreundet, lch oefnche den alten, einsamen Mann häufig, er sieht daS gerne, und mich drängt's, ihm dieGüte zu vergelten, die er meiner Mutter erwiesen hat." Gut, du sollst Hertha morgen gegen Abend dort antreffen. Sie hat den On kel längst besuchen wollen, aber in ihrer -.. s m v r I eigenen iruoen Vlimmung surchiele le, : . ! fXf.jf.i- m.T.Ht j. r, ' ... r . I circ icyicajic yncu amncrin zu uin. Ich will ihr sagen, Onkel Heinrich er warte sie morgen, sie wird sicher hingehen. Kennt der- Onkel dein 5)erttnsaebeim 4. " " ' Nist?" .Ich habe ihm kein Hehl daraus ge machte .Und wie denkt er darüber?- - .Er zweiselt nicht daran, daß Hertha an meiner Seite glücklich wird..Gut. dann wird er Euch zu einer beimlichen . Unterredung Gelegenheit geben'" nickte Otto. ' .Im Uebrigen glaubeich, daß du auch ohne diesen Umweg zum Ziele kommen würdest, wenn du noch einige Zeit dich gedulden wolltest," fuhr er mit geprcßter Stimme fort. .Die Herrlichkeit scheint dem Ende ui naben. aus Wien sind fo J F I.V unruhigende Nachrichten eingetroffen, man erwartet dort eine plötzliche Katastrophe, sollte diese eintreten, dann werden wir hier auch nicht verschont bleiben .Bis dahin wird dein Vater sicherlich seine Maßregeln getroffen haben !" sagte Gottfried in spöttischem Tone. .- .Nein, nein, eS wird so kommen, wie ich es befürchtet habe. Wir sind mit enormen Summen engagirt, die wir bis aus den letzten Pfennia verlieren können, Aber dieser Verlust wäre daö Wenigste, wenn nur aus unsern camen k Makel siele. Auf. uns werden alle Vorwürfe und Schmähungen niederreancn, denn unter unseren Gründungen sind viele, die beim ersten Stoß zusammenstürzen müsT iW . . T, . " I len, uno viuifn oieer Gründungen werden dann völlig werthlos fein - I Otto hatte sich bei den letzten Worten hastig erhoben, er nahm mit kurzem Gruü von dem Freunde Abschied und eilte von dannen, es tchien fast, als ob er fürchte, daß man schon jetzt ihm Vorwürfe machen könne. Aus dleier Aufregung deS Freundes l erkannte Gottfried deutlich, daß die Vorboten des Sturmes sich schon zeigten, und daß der Bankier Schlichter nicht so vorsichtig gewesen war, wie er eö zu sein so ost behauptet hatte. Sollte er warten, bis die Katastrovbe eintrat, die vielleicht den hochmüthigen Mann von seiner Höbe binunterstürzte ? Es war sehr wahrscheinlich, daß der Bankier dann gerne seine Zustimmung zur ! Verbindung leiner Tochter mit dem Manne gab, der ihr zwar keine glänzende Stel luttg, aber doch eine sorgensreie Existenz bieten konnte. . Aber diese Katastrophe konnte noch lange aus sich warten lasten, wohl auch ganz ausbleiben und Gottfried wollte Gewißheit haben. Nach jener Unterredung zwischen den beiden-Freunden in welcher Otto ihm ein Zusammentreffen mit Sertba bei dem Onkel zu ermöglichen versprochen, trat Gottsried am Abend des nächsten Tages in das kleine 'Haus des ArmenPflegers und cjn sreudiges Gesühl durchströmte seine , Seele, ats sein erster Blick auf 5)erlba fiel. die. mit einer Handacbeit beschäftigt, dem hageren Manne aeaenüber auf dem alten, bequemen Sopha saß. Er wurde von Beiden mit herzlicher Freude empfangen, der. Armenpfleger bot ibm ein Glas Wein und eine Cigarre an. er achtete kaum darauf, er hielt die Hand ertba'S in der lelniaen und blickte lbr freudetrunken in die leuchtenden Augen. Wenn Sie wünten. wie bei ich mich danach gesehnt habe. Sie wiederzusehen !" sagte er mit vibrirender Stimme. .Sie Wissen ja, weshalb ich nicht wagen durste, Sie in 5brem väterlichen Hause zu besu chen, und nie wollte es mir gelingen, Jh--nen an einem anderen Orte zu begeg nen.. Ueber daS hagere Gesicht,des Armen Pflegers glitt ein bedeutungsvolles Läch eln. .Ich werde wohl selbst gehen müsten, um den Wein zu holen brummteer, und da Niemand dran dachte, ihn zuruckzu halten, hatte er m der nächsten Minute schon das Zimmer verlasten. Hertha hatte verwirrt die Wimpern gesenkt, dunkle Glutb eraon sich vlöklich über ihr Antlik, aber ste zog die Hand nicht - j j m w zurück, die in der Hand Gottsried's ruhte. v : .'sie weroen mir verneigen, wenn ich nicht viele W?rte n ache fuhr er leise fort, Sie wljzen. wie heiz; und mnig ich Sie liebe. Hertba, wollen Sie mir diese Hand sür das gauze Leben anvertrauen ? Sie kennen die Antwort, die br Wava mir gegeben hat, mich schreckt sie nicht zurück, ich wage Alles für Sie und mit Jhnen. und wenn es sein muß. werde ick in treuer Liebe ausharren, bis ich Sie heimführen darf Gif. 1 na die Auaen aus. ein Rl tinTs inniger Liebe traf ihn. , I ' j r a. darren Sie auS." bat Vxt: Zürnen w-w ' i --F"4j-""-"i mir niffir. ntnn i hi n?li,,n hKinde treu und aew'lss.nkgst .rküll,n will, mir tnnTTm otmennm M.rfitrfifn dZ, Hinderniste zu besiegen, vielleicht verwei- ' ' 1 ' . gert mein Bater un seinen Segen nicht länger, wenn ich meine Bitten mit den lbriaen vereine . w -- . So bist du nun mein, du süßes Lieb ? fragte er, ihr tief in die feuchten Augen schauend. .Kann ich denn anders ?" flüsterte ste. .Deine Liebe, du kühner, edler Mann, macht mich ja unsagbar glücklich. Als der Armenvfleaer Heinrich Schlich ter mit der Weinflasche in der Hand in seine Wohnstube zurücklehrte, fand er die Beiden Arm vx Arm als ein giuauray lend es Brautpaar auf dem Sopha, und es blieb ihm nichts weiter übrig, als durch seine Seaenswünsche ihnen zu be weisen, wie innig er sich über diese That sache freute. Auch er verkannte die Schwierigkeiten nicht. d:e noch zu überwinden waren, ehe

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das ersehnte Ziel erreicht erden konnte, abcr er äußerte auch die zuversichtliche Hoffnung. daS es dem Muth der Liebenden gelingen werde, alle Hinderniffe zu beseitigen. Er selbst wollte mit seinem Bruder ein ernstes Wort reden, die Gelegenheit dazu hoffte er auf dem Hochzeitsfeste in der Villa Hagedorn zu finden, za dem die Einladungen bereit ergangen waren. .Ich fürchte nur, daß Ihre Fürbitte wenig fruchten tvird,- sagte Gottsried

kop jchuttelnd, .Hertha'S Bater ge wohnt. AlleS durchzusetzen, waS er will, Vf Cf f .1 JC!mw D Vi i"i fi uno vas viuu jcmci mvsi umum y t ! i wenig,, wuiu .Saae das nicht bat Hertha, ihm Zn die Rede fallend, .Papa ist nicht herzlos. und wenn er sich vor emer hatjache tlevk, die er nicht mehr ändern kann, dann wird er sie wohl auch anerkennen. Wir sind eS ihm und UNS selbst schuldig, diese Thatsache ihm mitzutheilen, wenn wir unS dabei auch auf herbe Worte gefaßt machen müsten ; HSrenwir, was er daraus erwi-dert.-.Und wenn er abermals Nein sagt? fragte Gottsried erwartungsvoll. .WaS dann, mein süßeS Lieb V .Wir wollen jetzt nocbkeine Pläne machen," antwortete sie lächelnd, .dazu wird es immer noch früh genug sein, wenn die ablebnende Antwort erfolat ist. Und w V hier können wir ja nun täglich zusammen kommen, Onkel Heinrich wird uns seinen Schutz nicht versagen." .Nein. Kinder, gewiß nicht sagte der Armenpfleger, der seine lange Pfeife an gezündet hatte und sein graues Haupt immer ' dichter in Rauchwolken . hüllte. .kommt nur hieher. so oft.es Euch beliebt, Und wie gesagt, geduldet Euch noch einige Tage bis zurhochzeit, ich finde taun wohl (selegenyelt, mit meinem Bruder recht gründlich über diese Angelegenheit zu re den. tzr aivt doch etwas auf meinen Rath. .Wenn er nur zu dem Fest kommt? warf Hertha ein. .ES ist noch Zweifel hast, ich glaube, er hat im Geschäft viele Jt l . 11 . f M. ! unanneymiichlkilen jiio ipraa? wenig stenS davon, auch er ist seit einigen Ta gen verstimmt und einlilbig Gotlsried wollte die Geliebte nicht be unruhigen, er warf dem hageren Herrn einen bedeutungsvollen Blick zu, den die ser sofort verstand. .Da ist eS wohl bester, daß auch ich noch einige Tage warte sagte er, .ln fei ner Verstimmu"g würde dein Vater mich jetzt nicht einmal anhören, und eine höflicht Antwort hätte ich nicht zu erwarten ' Hertha pflichtete dieser Ansicht deS Ge liebten bei, und auch ihr Ou'el gab seine Zustimmung, man wolle warten, bis die Stimmung, des Bankiers eine beffere g: worden war. Während dieser Berathung ward Abend angebrochen, Hertha mußte jetzt au brechen, sie bat den Onkel, sie zu be gleiten. Die Begleitung des Verlobten glaubte sie ablehnen zu müffen, es war ja keine NvegS unmöglich, da ue einer be kannten Pot begegne e, dann abe, wäre durch die Bcglei uug Gottsricd's das eyelmniß der Verlobung getahrdetwor den Die Trennung wurde Beiden schwer, sie verabredeten noch, daß außerOttoNie mand das Geheimnis erfahren und am nächsten Tage im Hause des OnkelS m'e der eine Zujammenknst stattfinden solle, Wie Gotlsried es vorausgesehen hctte. berichtete Hertha ihm am anderen Tage, daß die Schatten aus der Stirn ihres Va lers nur noch finsterer geworden seien. aus dem plötzlichen, raschen Fallen der Course lieu sich dies ja leicht erklären. Am Tage darauf hatte er auch schon die Einladung Carlsen'S zur Hoch' zeit für sich und seine Tochter ablehnend beantwortet und dabei den Todesfall sei ner Frau zum Vorwande genommen, nur Otto louu kommen, und Damit waren auch die Pläne des Armenpslegeis durch kreuzt. Bon einer Katastrophe war freilich noch nichts zu entdecken, nur an der Börse sah man besorgte Mienen, das große Publi kam achtete wenig auf daS Sinken de, Course, es hatte keine Ahnung von dem furchtbaren, verbeercnden Slnrme, der seine Vorboten schon voraussaudtc. Und tn der Villa Hagedorn lzatte ma von diesem Sturme nichts zu fürchten, kein Schatten truote das Gluck des lchonen Brautpaares und die Heiterkeit der Theil nehmer an dem ttillcn, linttlgen Feste. John Carlien fühlte sich an diesem Tage neu verjüngt, voll inniger Liebl I ruhte )ti iüaa ost aus dem zungen Ehe paar, oas leije mileinanoer stusterno, nur Mit dem eigenen Glucke beschäftigt wa, - - w v und der Umgebung nicht achtete. Der alte Doktor brauchte auch hier sei I . c -?i:xä.. r-:..:. f. ci.i. nen ijumouiuiycn ,iiiuyniu, iuw lugn Carlsen in ernster, von tiefer Bewegung zeugender Nede, woraus Paul Jammer fegen auch seinen kecken, übersprudelnden Humor im Brillantfeuer leuchteg ließ und die Er adrunaen de eigenen lungen oestandeS in zahllosen Citaten zum Besten gab. . - Madame Neuber, die jetzt in der Apo theke .Gnädige Frau betitelt wurde, wai stolz auf ihren Schwiegersohn, sie sagte das eoem, oer es yo.ru ivvulr unv ivuroi - -w .a . P m tkt gefragt, so zuaie sie laqeino ou Achteln uno erwloerle. eoer yave zvn . . . r . P Schrullen uno man weroe woyi lange ,:i chen können, ehe man einen besseren Gat ten finde, wenn dies überhaupt möglich sei. Nur eine Schwäche habe ihr Gemahl. I . ... .W. äTT M 4 A A m ÄlllDAMAlMtMAI aNa mour, v..... Tag eine su&e Suppe : aus Um Sifchc haI oen, auu yiuuvc, uj u ui von oannen uno aus die en 'ugenoiw . P rtrf 4 1 schien der Armenpfleger gewartet zu ha ben. (Schluß folgt.) Verschte Deine armen Anver. wandten nicht ! Sie könnten p'ökliq reich werden, und dann dürftest Du et schwer finden, ihneo Dem Betragen zr erklären. Wenn Jemand mit dem Kopf ge gen einen Pfahl rennt, dann schimpft n zuerst auf den Pfahl, dann auf die ganz, Welt, dann auf noch etwas, denkt ode, gar nicht daran, aus sich selbst zu schim pfen. ES ist viel leichter, auf Niedere ra!t Mitleid zu blicken alö aus Höhere ohni Neid.

i . t. i,. . . r:..M. m).hiii

Den Nonitcucult aentrt so etvsß nie! Zzir FTier Uz Srncnnan bei 3:erlluUattl Taxri,l 35nttcucaH m btrKfem'lr liWt nch itUnrUxVltU X fin. Käm' plötzlich aus dem Meer Ein Regiment daher Zu Fuße und zu Pferd. DaS wäre unerhört. Das wäre wunderbar. Vielleicht unmöglich gar. Allein in fetz'ger Zeit Was ist Unmöglichkeit? Wir haden ja geseh'n Der Wunder viel gescheht So könnt' auch auf dem Meer Anrücken mal ein Heer, DaS uns're Flotte dann Im Sturme griffe an. Das wäre sehr fatal Dem Flottenadmiral, Den Monteeueult Genirt so etwas nie! ES könnte auch geschehn. Zufrören alle Seen, Wo heute Wellenschlag. Wär' EiS am andern Tag. Auch (wie'ö schon ist passtet, Da'S LkstepS jetzt studirt) Könnt' wandeln stch im HandUmdreh'n daS Meer in Sand. Dann müßt' der Seesoldat Zur nächsten Hafenstadt Marschiren Tag und Nacht, Bis er den Matsch vollbracht. Bis er hat Land erblickt Und in den Hasen rückt. So'n Marsch wär sehr fatal Dem Flottenadmiral, Den Montecuculi Genirt ss etwas nie! Wer stets, jahraus, jahrein. Muß auf dem Master sein. Und nie ein Fräulein liebt, Weit'S das auf See nicht yiebt. Kennt gar nicht sogar recht DaS weibliche Geschlecht. Und taucht nun aus dem Grund ' Zu mitternächtiger Stund' " Ein Meerweib, käm' auf Deck , Und kokettirte keck. . ; Wie es gar ost erschien Auf Bildern von Böcklin, Und lockte immerfort

Mit feuchtem Blick und Wort: Das wäre hr fatal , Dem Floltenadmiral, i Den Montecuculi Genirt so etwas nie! Bricht los auf See der Stur, Daß selbst der Elsenthurm DeS Panzerschiffes wankt Und Alles kracht und schwankt. Tanzt in der Welle Schooß Der eiserne Koloß, Dcr Element Spiel Im heulenden Gewühl, Steht, der Erschöpfung nah, RathlsS die Mannschaft da, Weil daS Commando bald In Finsterniß verbellt, Und rollet immerfort Die Sturmflulh über Bord : Solch Wetter ist fatal Dem Floltenadmiral, Den Montecuculi Genirt so etwa? nie! Wenn'S morgen wieder hieß': Gegröhlt wird in Paris, Verführt von Thiboudin. Der Kriegsruf : a Berlin ! Dann, rasch mobilisirt. Rollt, reitet und marschirt DaS deutsche Heer hinein Nach Frankreich üb' Rhein, Und in dem Land erscheint'S DeS überraschten Feind'S, Und wenn'S dann weiter hießt Auf. Flotte, nach Paris Und hole mit Hurrah Dir gleichfalls Lorbeer da: DaS wäre sehr fatal Dem Flottenadmiral, Den Montecuculi Genirt so etwas nie! (Weepen.) Die 83er Weinjahre. Die Jahre. 83 sollen seit jeher als gute Weinjähre bekannt sein. In Bezug auf daS Jahr 1733 steht ein illustres Zeugniß aus einer hochberühmten deutschen Dichtung zu Gebote. In Goethe'S .Hermann und Dorothea" findet stch, und zwar im ersten Gesang deS EpoS, fok gendes Wort, das der behäbige Wirth zum .Goldenen Löwen" an den würd'kgen Pfarrherrn und den geschwätzige Apotheker richtet : Tretet berein in den hinteren Raum, daS kühlere Sälchen, Nie scheint Sonne dahin, nie bringet wärmere Lust dort Durch die stärkeren Mauern ; und Msi terchen bringt uns ein Gläschen Dreiundachlziger her, damit wir die Grillen vertreiben." Hoffen wir. daß sich da? laufende Jahr 83 feines illustren Vorgängers aus dem vorigen Jahrhundert würdig zeigt. Pariser Weißwein. Au relian Scholl erzählt im .Evsnement": Bor einigen Tagen defeunirte ich zu Hause. Meine Köchin setzte mir gebra tene Nieren vor, die mir schon bei dritten Bissen HalS, Schlund und Lipden verbrannt hatten. Auf die Frage, wo mit ste die Sauce zubereitet hätte, ent aegnete die Magd, sie hätte, weil der Kellerschlüstel ihr eben nichr unter der Hand lag, eine Flasche ChabliS beim Spezereihändle? qekaust. Wie theuer? Anderthalb Franc?. Ist noch ein Rest davon vorhanden ? Eine gute Hälste. So bringen Sie mir den ChabliS ! Ich kostete den Wein, der ganj geschmacklos war, keine Spur von Tran bensast, nicht einmal vor. Trestern ; da gegen verbrannte er mir die Zunge ganz gehörig. Ich hatte die Neugier, einen Apotheker über daZ geheimnißvolle Ge tränk zu Rathe zu ziehen; es war ganz einfach Brunnenwasser mit Schwefel, säure gemischt. Der Fabrikant hatte sich nicht einmal den LuxuZ von ernera 17 - " . 0- w ( . BiSchen Rosinen oder einige Alkohol vergönnt. Die Erfahrung ist eine gute, aber schrecklich langsame Lehrerin. Ehe wir mit ihren Lectionen zur Hälste durch sind, tönt die Glocke und die Schule ist aus.