Indiana Tribüne, Volume 6, Number 212, Indianapolis, Marion County, 20 April 1883 — Page 2

Indmna Triöimc.

Zäglicye und Sonntagsavsga?,. Ofssce: S2S. DelcwareTtr. Indianapolis, Ind., 20 ölpril 1883. Gould'S VuKe. lAuZ der N.V. Time Z.-) Herr Jay Gould versichert, daß er sich ttforniitt hat. Erird die Welt vtt' lassen (d. h. Wallstreet), wird keine Ei senbahnen mehr zertrümmern, leine Märkte mehr sperren und kine Zeitungen mehr auskausen. Den Sekt ivird er abschwören und reinlich leben, wie Jalstasf sagt, und ein so guter Mann sein, wie es ein reformirter Spieler über Haupt sein kann. Es ist ein rührendes Schauspiel. Jahre lang war war Jay Gould der Schrecken des Aktienmarktes. Unzweifelhaft freute er sich über die etwas übertriebene Reputation, die von seinen Agenten und Abgesandten weithin verbreitet wurde. Aber was auch von feinem Einflüsse auf den Aktienmarkt wahr sein mag und w verschroben auch die populären Ansichten über ihn fein mögen, jedenfalls war er ein böse? Fac tor für das ehrliche Actiengefchaft. Jetzt aber, nachdem er das mäßige Sümmchen von $100,000,000 erspart hat, wird sich Jay Gould vom activen Börsengeschäfte zurückziehen und ein ordentliches Privat leben führen. Möge ihn ein ruhiges Gewissen begleiten. Er hat manchen ehrlichen Mann ririniri, und die Zahl der von ihm geschorenen unschuldigen Lämmer entzieht sich jeder Berechnung. Es wird aus guter Quelle beglaubigt, daß Jay Gould 47 Jahre alt ist, also noch verhältnismäßig jung. Freilich ist er alt im Verbrechen, wie wir die Jahre und Verbrechen in Wallstreet berechnen, aber er ist hundert Millionen werth", und ein fo reicher Mann darf sich früh zur Ruhe setzen. Vor noch nicht zwei Jahren erzählte er einem westlichen Au ditorium, daß ihm der Gelderwerb um seiner selbst willen keine Zerstreuung mehr bereite. Er arbeite des Spasses halber in Wallstreet, sagte er. Das Geld brauche er nicht, aber Ausregung. Jetzt ist anscheinend auch das in feine? dyspeptischen Phantasie erblaßt. Er wird nicht mehr speculiren und nicht mehr spielen, sondern Bulls und Bears, Shorts und Longs, PutS und Calls hinter sich lassend, wird er über den blauen Ocean segeln, um fremde Länder und Städte zu venchUgen. Die Fabel erzählt von einer alten frommen Natte, die ihre Freunde und Kameraden zusammenrief und ihnen mittheilte, daß sie in Anbetracht ihrer Gewissensbisse über ihr räuberisches und nicht sehr ehrliches Leben sich in einem Kloster zu verbergen beschlossen habe. Sie wolle Die Welt abschwören und ein sam in erzwungener und schmerzlicher Juruagezogenhelt leben. Die Thränen abwischend, reiste sie ab, zum Schmerze und zur Erbauunq ihrer früheren Ge nossen. Vergeblich suchte, man Wochen lang nach der Zelle dieses selbstverleua nenden Eremiten, bis man ihn endlich mitten in einem großen Schweizerkäse fand. Und während der reformirte Stoa.Jobber seme heiligen Lippen ab wischt und allen bösen Künsten der Straße ein sentimentales Lebewohl sagt, hinterläßt cr uns als Testament folgende werthvolle Nachricht : ES wird bald einen großen Bullmarkt geben, und wahrend Jay Gould noch bis zum Oktober bei uns verweilen dürfte, wird sein Sohn das Geschäft am alten Platze zu mäßigen Preisen fortführen und zu Bedingungen, die den Verwöhntesten befriedigen müssen. Möge daher Niemand die Reue Gould's allzu . eilig für echt ansehen. Das tüöische'Männchen hat viele Schliche, und das ReueSp!elen kann sehr leicht einer davon sein. Wahnsinniger Massenmörder. Aus Rio Janeiro wird folgende 33liit that berichtet: Lieutenant Marrodino de Oueiroz Pinto, bei Orobo ansässig, ist einer der reichsten Plantagenbesitzer in der ganzen Provinz Bahia. Sein ülte ster Sohn, Paulo, der mit der Tochter einer der vornehmsten Familien verhei rathet ist, lebte bisher in glücklichster Ehe, bis er Ansang vorigen Monats plötzlich, ohne vorher Spuren geistiger Störung verrathen zu haben und ohne die mindeste Provokation Angrisse auf das Leben seiner Gattin und beiden Kinder machte, denen diese nur wie durch ein Wunder entgingen. Pinto brachte den Sohn nach seiner Plantage und ließ ihn durch zuverlässige Wächter überwachen. Mitte vor. MiS. war der Vater durch das Begräbniß einer Tochter veranlaßt, sich von der Plantage zu entfernen, und eS gelang dem Pinto jr., die Ausmerksamkeit seiner Wächter zu täuschen und sich die Freiheit zu verschaffen. Er bewaffnete sich mit einer Axt, drang in das Schlafzimmer seiner Geschwister und erschlug und zerhackte seinen Ljährigen Bruder John. Der 12jährige Benedicto war Zeuge der grausigenThat, doch gelang es ihm, sich in den Wald zu flüch ten. Paulo drang hierauf in daS Schlafzimmer der Sklavin Lucia und schlachtete dieselbe in ähnlicher Weise ab, wie seinen Bruder. In einem benachbarten Zimmer schlief die Sklavin Bal bin mit ihren fünf Kindern, auch diese si Personen sielen Vaulo zum Opfer. Sein nächster Angriff galt seinem 13jäh rigen Bruder Joaquin, dem es jedoch gelang, leicht verwundet zu entkommen. Paulo begab sich hieraus nach einer be nachbarten Plantage, entlehnte sich dort ein Pferd, ritt nach Orobo und machte Jedem, dem er begegnete, von seinen Mordthaten mit der Bemerkung Mit Iheilung, er habe den Willen Gottes vollfuhrt und es bleibe ihm noch übrig, sei nen Vater zu tödten; er wurde schließlich überwältigt und gefesselt. l Berg Gespenst. Den seltsamen Eindruck, den daS

Brocken-Gespenst" macht, wird Niemand vergessen, der dieses eigenthümliche Na turjchauspiel in seiner vollen Entwickelung jemals gesehen hat. Dasselbe ist

nur dem Glpsel des yarzgevlrges eigen thümlich und besteht in einer Art Schat lenbild, welches in einer östlich vom Brocken siä? bildenden Nebelschicht zur Zeit des Sonnenunterganges hervortritt und in genauer Abbildung, aber riesiger Vergrößerung die Gestalt des Beobachters und desjen nächste Hinge bung zeigt. Die Erscheinung zeigt sich nur an wenigen Sommerabenden ln voller Deutlichkeit. An dieselbe erinnert ganz unwillkürlich em Phänomen, M ches der BundeZ.Geometer R. A. Marr kürzlich von einem Glpsel der Felscngebirge in Nevada beobachtet hat. Wäh rend ich das herrliche, vor mir ausge breitete Panorama überschaute, erschien über einem mir gegenüber gelegenen Berggipfel eine riesengroße Figur, die meine Gestalt bis in das kleinste Detail genau wiederspiegelte. Wie geblendet, legte ich die Hand über die Augen, um das Bild genauer betrachten zu können, und mein Gegenüber führte dieselbe Bewegung auS. Nun erhob ich die Arme f . c . tr r gen Fimmel uno mein rienges liormn that dasselbe. Rings um die. ganze Fi gur liefen zwei coentrische Kreise, deren äußerer die Farben des Regenbogens schwach und verschwommen, deren inne rer ab:r dieselben hell strahlend und scharf von einander unterschieden zeigte. Um den Kops war eine lichte Dunsthülle nach Art und in der Form eines Heili genfcheines" gebreitet. Die ganze Er scheinung machte einen mächtigeren Ein druck aus mich, als ich schildern kann. Kurz daraus habe ich mein Spiegelbild auch von dem Jess Davis Peak auS, aber nur schattenhaft und verschwommen üesehen." ffthlbetrag in i yostverwaltnug. In seiner letzten Sitzung verfügte be kanntlich der Congreß die Herabsetzung des Briefportos von 3 Ctö. auf 2 Cts. für je j Unze. Während nun von man cher Seite behauptet wurde, daß hier durch gar kein Aussall in den Einnah en der PostVerwaltung entstehen werde, weil der Verkehr colossal zunehmen müsse, waren die Sachverständigen weniger hoffnungsfreudig. Der Ausschuß des Hauses für Postämter und Postrou ten rechnete vielmehr einen Fehlbetrag von mindestens $3.000,000 heraus. Würden nicht mehr Marken verkaust als früher, so meinte er, dann würde der Auösall gegen da? Vorjahr 510,250.000 betragen. Diesen ganzen Betrag hätte indessen das Schatzamt nicht zu Decken, da nach dem alten System im Postamte ein Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben vorhanden sein würde, der aus $4,000,000 beziffert werden könne. Bringt man diesen in Abzug, so wäre noch ein Fehlbetrag von rund G Millionen vorhanden, und der Umsatz müßte sich schon sehr bedeutend steigern, wenn derselbe auf 3 Millionen heruntergehen sollte. So viel Zuschuß aber hätte das Schatzamt allerminstens der Postverwaltung zu gewähren. Doch diese ganze Berechnung wurde durch ein Gesetz über den Haufen ge warfen, welches der Congreß später er ließ, um die Bezahlung der Postmeister neu zu regeln. Viele Postmeister näm HX. tf.rit , sr-t um oezieyen rein oe limmres istvau, sondern nur einen Prontsatz der Ein . c rri . M . naymen, oie ne aus oem carienverkaui erzielen. In den ganz kleinen Aemtern, deren Umsatz sich auf nicht mehr als im Jahre beläuft, und Onkel Sam errichtet überall solche Aemter, wo die Bevölkerung es wünscht und ein verantwortlicher Geschäftsmann die PostmeisterStelle übernehmen will, in den Dorsämtern also erhielt der Postmeister bisher 00 Procent seiner Einnahmen als Entgelt. Dann giebt es noch zahlreiche Aemter, die einen arößeren Umsatz haben und dem Postmeister einen geringeren Procentsatz abwerfen, bis dann diejenigen Aemter an die Reihe kommen, die gerade Geschäfte genug machen, daß die Regierung den Post meiste? fest besolden kann. Nun sah aber der Congreß ein, daß ein Postm'eister, der bisher C0 Procent bezog, an dem Verkauf der neuen ZweicentMarken fo gut wie Nichts verdienen würde. Diesen Beamten" wurde somit der volle Erlös aus den Briefmarken als Gebühr zugestanden. In anderen Aem tern wiederum, die bisher dem Postmei ster $440, der Regierung $300 einbrach ten, wird nach dem neuen Gesetze der Verdienst des Postmeisters um $20 stei gen, der des. PopdepartementS aber um N80 abnehmen. Wenige der Aemter, die jetzt zwei Fünftel, ihrer Einnahmen an die PostVerwaltung abliefern, werden nach dem 1. Oktober irgend welche Ueberschüsse ergeben. Ueber das Gehalt deS Postmeisters hinaus werden wahr scheinlich nur 12z Proc. aller Postämter im Süden Einnahmen erzielen, 25 Proc. der Aemter im Westen, 30 Procent derer in den Mittelflaaten und 40 Procent derer in New England. ES muß dabei immer festgehalten werden, daß 95 Pro cent aller Einnahmen unserer Postver altung auS dem Briefmarken Verkauf fließen. Unter solchen Umständen dürste der Fehlbetrag auf Jahre hinaus sehr er heblich sein, sicherlich nicht unter fünf bis' sechs Millionen. Doch je mehr das Land sich eutwickelt, um so mehr gleicht das Mißverhältniß sich aus, und daS amerikanische Volk sieht mehr aus Post dequemlichkeiten, als auf Postüberfchüffe. Es wird namentlich auf .die kleinen Postämter nicht deshalb verzichten' weil sie nichts einbringen oder gar Zuschüsse ersordern, denn Land-Briesträger wür den noch mehr kosten und amerikanischen Ansorderungen nicht genügen. Grund der astheuerung. Da das Publikum so selten Gelegen, heit hat, in das Getriebe der GaSgesellschasten Einblick zu gewinnen, so ist eS dem Congresse zu besonderem Danke da für verpslichtet, tafe er die Washingtoner

uue!elijcyast zur Vorlegung ihrse Bü cher zwang. Die Bundeshauptstadt hat 180,000 Einwohner, aber nur e i n e Gasgesellschaft. Seit 1864 sind. 40 Bills im Congresfe eingereicht worden, welche die Anlage weiterer Gasgesell schasten bezweckten, aber die große na tionale gesetzgebende Körperschaft, die bekanntlich den District Coulumbia direct uegiert, fand es nicht unter ihrer Würde, die Wünsche der GaSlobbv"

denjenigen der Bevölkerung vorzuziehen. Doch der 17. Congreß entschloß sich XOf nigstens in Folge eines Skandals, die Bücher der Gesellschaft prüfen zu lassen. Es ergiebt sich nun, daß dieselbe im Jahre 1848 mit einem Capital von $500,CC0 gegründet wurde. In den ersten 20 Jahren wurden $722,500 Divi denden gezahlt und $500,000 in dieWcrle gesteckt. Dann wurden .$.jOO.ooo Dividenden aus das Actiencavilal geschlagen und von diesem neuen Capital wur den binnen 4 Jahren $025,000 Gewinn vertheilt. Ädermals wurde das Capi tal um $500,01)0 vermehrt, und jeder Besser von zwei alten Actien erhielt eine neue. Auf dieser neuen Grundlage wurden in vier Jahren $2.400.000 Dividenden erklärt. Im Jahre 1876 fce lies sich die Dividende aus 65 Procent vom neuen, oder nahezu 200 Procent vom ursprünglich eingezahlten Capital. Eine abermalige Actiendividende, drei alte Actien für eine neue, brachte das Capital aus $2.000 000, das Vierfache der ursprünglichen Höhe, und trohdem wurden 15 Procent Dividende gezahlt. Seit 1803 waren die Gewinne enorm. In zwölf Jahren bezogen die Capita listen, die $500.000 angelegt halten, $4,225,000 in baaren Dividenden und $1,000,000 in Actien, oder 87 Procent jährlich aus die ursprüngliche Einlage. Selbstversiandllch xt das von der ise sellschast gelieserte Gas schlecht uno theuer, und selbstverständlich kann sie auch etwas daran wenden, um keinen Mitbewerb auskommen zu lassen. Nicht mmder wird das Publikum in meisten anderen Städten betrogen. Lttt Künstliche Bewässerung. Die Kunst, wasserarme aber sonst fruchtbare Landstriche durch ausgedehnte JrrigationSanstalten sür reichen Anbau geeignet zu machen, wurde schon von den Völkern des Alterthums in ausgedehntesterWeise geübt. Dies beweisen die Be wässerungSsysteme im alten Karthago, in Egypten, bei den Römern, die unge mein ausgedehnten Bewässerungsanstalten in vielen asiatischen Ländern, von denen noch mehr oder minder ausge dehnte Reste vorhanden sind. Das Culturvolk, welches Mexico und die angren zendenden Länder vor der Eroberung durch die Spanier inne hatte, unter stützte den Anbau des Bodens ebenfalls durch künstliche Bewässerung. Viele Länder Asiens, Afrikas und des südlichen Amerikas harren nur der Anwen dung einer großartigen, durch die Mittel der modernen Mechanik unterstützten Jrrigation,'um sich in die ertragreichsten und Üppigsten Gesilde umzuwandeln. In den Ver. Staaten ist bisher die künstliche Bewässerung in denjenigen Landestheilen in großartigem Maßstabe emgesührt worden, die ohne derartige Anlagen absolut unfruchtbar sein wür den. Die Zuleitung von Wasser auf ertragsfähige Aecker behufs Förderung der Vegetation ist hier noch unbekannt, beginnt aber bereits, namentlich in den südlichen Staaten und heraus bis in das südliche Illinois, als em Bedürsniß erkannt zu werden. Verschiedene Frucht und FutterGattungen können bei dem Vorhandensein von Jrrigationsanlagen zur Reife gebracht wurden, bevor die ihnen ungünstige Hitze des Hochsom mers eintritt, die Ernten im Allgemeinen können ergiebiger gemacht, dem verhee renden Einflüsse dauernder Trockenheit kann vorgebeugt und der Gartenbau aus eine letzt kaum geahnte lstuse der Voll kommenheit und Ergiebigkeit gebracht werden. Derartige Anlagen zu schaffen, ist durchaus nicht so kostspielig, als vielfach angenommen wird. Wo nur ein Teich, ein Bach, ein Fluß vorhanden ist, kann man das Wasser durch Anlegung von Dämmen ausstauen und durch verschliek bare Qessnungen in offenen Gräben und Furchen über daS Land vertheilen. Außerdem kann man daS im Lause des Jahres durch Schluchten abfließende Wasser in der Weise ansammeln, daß man Damme vor den Ausgangen der r c Anlelven aniegr uno mir oem AZaner in der vorher bezeichneten Weise verfahrt. Das in. diesen Schluchten angesammelte Wasser könnte gleichzeitig mit Fischen, namentlich Karpfen, die jetzt überall zu haben sind, besetzt und im Winter zu? Gewinnung von Eis verwendet werden. Für Bewässerung im kleineren Maß stabe, namentlich im Interesse des Gar tenbaues, kann das Wasser jeder Quelle und ledeS Brunnens mittels der besann ten Windmühlen benutzt werden. Das Wasser der Flusie würde nicht nur die erforderliche Feuchtigkeit liefern, sondern die Fruchtbarkeit des BodenS auch da durch erhöhen, daß es die besten Düng stosfe in gelöstem und daher schnell wir kungssähigem Zustande enthält. Der Boden an beiden Usern des Nil besteht HÜ -i m i- v . t. 1 ücianniucy cucnu aus uno, wie Dtxt nige der Wüste, die ihn einschließt, und derselbe verdankt leme Fruchtbarkeit le d'lglich den Ablagerungen deS Stromes. .Wo daher Flußwaffer zur Bewässerung benutzt werden kann, würde dieses die Ausgaben für künstliche Düngmittel we fentlich vermindern. Natürlich fetzen serartige Bewas erungS-Anstalten die Kooperation der benachbarten Grundbe sitzer voraus. Dle neueste Nevolutlon. Für Hayti, den .Garten WestindienS" ist eine Revolution oder ein Revolutiön chen alljährlich etwas ebenso Selbstver ständliches wie für unsere großen und kleinen Städte das Erscheinen eines Circus mit der .absolut größten Schau stellung der Welt- im Frühjahre. So unbedeutend auch diese Revolutionen in

der Regel sind, so kann man sie doch als harmlos durchaus nicht bezeichnen, denn ohne etwas Blutvergießen geht es in den meisten Fällen nicht ab . und das Recht der Wiedervergeltung wird von der nach einem Miniaturkampse siegreichen Partei so consequcnt und gründlich geübt, daß hierdurch sofort wieder der Zündstoss für eine neue Revolution geschaffen wird. Sobald ein Präsident, fei es in Folge einer corrumpirten Wahl, sei es aus eigener Anmaßung und Usurpation die Zügel der Regierung ergriffen hat, ver bannt derselbe diejenigen seiner politi schen Gegner, die er nicht einkerkert, und diesen schließen sich die Anhänger derselben durch die Auswanderung nach einer der kleineren und schwer zugängli chen Inseln an. Ihre Reihen werden

durch zahlreiche.Mißvergnügte" verstärkt, und und von ihnen wird die alljährliche Revolution durch eine bewaffnete Lan dung auf Hayti eröffnet. Die gegenwärtig in Scene gesetzte Revolution wird von Boyer-BazelaiS, der schon wiederholt vergeblich als Präsident candldirt hat und von Boileau Lasorest. einem begüterten Mulatten, geleitet. Dieselben haben auf Jamaica Mannschasten gesammelt,ausgerustet und eingeübt, solche im Geheimen auf einer der kleineren Bahamas ausgeschlslt und von hier aus in einem kleinen amerikanischen Dampfer am 27. vor. Mts. in der Hafenstadt Miragoane gelandet. Die schwacheGar nison ließ sich ohne Schwertstreich überwältigen, die Bewohner schloffen sich. geschichtlichem Brauch getreu, der vi dahin ttsolgreichen Partei an und vereinlgten sich mit den Aufruhrern, um du Stadt gegen die Angriffe der täglich erwarteten Truppen des Präsidenten Salomon zu befestigen und zu vertheidigen. Bazelais und Laforest sind mit guten amerikanischen Waffen, mehreren Feldgeschützen und. ausreichender Munition versehen, und es ist daher leicht möglich, daß sich der Sieg ihnen zuneigt. Der schon bezahrte Prandent Salomon i)i seit drei Jahren im Amte und die gegenwärtige Revolution ist die dritte, welche er zu bekämpfen hat. Salomon gilt sür einen der besten Präsidenten, die Hayti noch gehabt hat; der hauptsächlichste Borwurs, der ihm von den Empörern gemacht wird, ist der, daß er die Neger zum Nachtheile der Mulatten begünstige) den letzteren keinen Einfluß aus die Re gierung einräume und sie principlell nicht blos von allen Aemtern, sondern auch von den Osucierstellen in der Armee fernhalte. Die Anhänger des Präsiden ten fpotten über diese Anklagen ; sie ver sichern, daß nur solche Mulatten von der Theilnahme an der Verwaltung ferngehalten werden und zum Theil verbannt worden seien, die bei den früherett Revoluhonen hervorragende Rollen gespielt haben, sowie, daß es den Empörern nur um die Beute" zu thun sei. Die Einnähme der Hafenstadt Miragoane ist sür den Handel der Ver. Staaten insofern nachtheilig, als die Verbindung mit dem Innern der Insel zur Jett abgeschnitten ist; die Fortdauer dieses Zustandes könnte die amerikanischen Interessen wesentlich beeinträchtigen, doch wird voraussichtlich auch die gegenwärtige Revolution so rasch beendet sein, wie jede srüherc. Bis dahin sind 5 Millionen neucr .,'enlZ-Äluae in Umlauf gesetzt worden. Das früher ausgelassene Wort (5entö" sehlt nicht mehr. Bm Aalanve. Der 52übnernuaendoktor John Brand in New )ort theilte mit der Farbigen Martha Riley eine Woh nung, die man durch eine morsche, mit einem wackeligen Geländer umaebene Treppe, die auf einer Plattform endete. um die sich em ebenfalls sehr alles und schwaches Geländer zog, erreichte. Samstag Abends fand sich bei Brand gewödnlick eine aus weinen Männern und Frauen bestehende Gesellschaft ein, die sich die Zeit durch Blertrinken. Munami und Singen zu vertreiben pflegte. Äerzangenen Samstag fand dfc übliche Zlbendunterhaltung statt. Um Mitter lacht hörten Nachbarn, daß Brand, auf Anrathen des im selben Hause wohnen)en Henry Deman, den Versuch machte, )ie sehr lärmend gewordene Gesellschaft zum Fortgehen zu bewegen. Er stieß iedoch auf Widerstand und eine Keilerei folgte, die sich bis vor die, Thüre fortsetzte. DaS fchmacheGeländer der Plat,'orm vermochte dem Anprall der Streitenden nicht zu widerstehen. Man hörte einen Krach und einen schweren Fall. Zlls die Nachbarn herbeieilten, sanden sie Lrand und das Frauenzimmer Riley am Fuße der Treppe liegen. Brand war so schwer verletzt, daß er bald nachher starb. Auch die Frau hatte schlimme Verletzungen erlitten. In Newburgh, N. Z)., wurde der 40 Jahre alte Patrick Purcell vor zwei Monaten von einem Hunde in den Finger gebissen. ' Die Wunde heilte, am Donnerstag aber, als Patrick in Glas Wasser trinken wollte, wurde er plötzlich von der Hundswuth ergriffen und liegt nunmehr im Sterben. VorKurzemist von demschulrath eines im Innern des Staates Kalifornien belegenen CountyZ an den Staats'Schulfuperintendenten dieFrage gerichtet worden, ob es die Pflicht der Schulbehörde ist, chinesischen Kindern den unentgeltlichen Besuch der Volks' schulen zu verwehren, und ob es diesen Kindern gestattet werden kann, gegen Bezahlung einer Summe Geldes an dem Unterricht (heilzunehmen. Der Staats Schulsuperintendent hat diese Fragen jetzt in einem längeren Schreiben-beant wortet. Er sagt, daß allerdings kein Legislatur.Gefetz besteht, welches chme sifchen Kindern den Besuch der Volks schulen verbietet, behauptet aber, daß die Staatsversaffunq es thut. Er beruft sich auf Artikel IX Section 1 der Ver. fassung, in dem die Bildung und Er Ziehung des Volkes" als eine unerläßliche Maßregel zur Aufrechterhaltung der Freiheit bezeichnet wird und be hauptet,daß unter dem Worte .Volk",

in diesem Falle, die Leute und deren

Familien zu verstehen sind, welche des Bürgerrechtes theilhaftig wetden kön nen. Daß Chinesen nicht zu - dieser Klaffe von Bürgern gehören, beweist der StaatS'Schulsuperintendent durch Be rusung auf Artikel XIX. der Staats Verfassung, wo ausdrücklich erklärt wird, daß Chinesen nie Bürgerrechte erlangen können. Wenn der Staat Geld sür die Erziehung von Kindern verausgabt, az aumentirt Herr Welcker, so erwartet er dafür eine gewiffe Gegenleistung, diel Mli h rt (ilntn (T)t.iam MttHn.i I lUiii luv uuti iiuu jufciui yvuuyn werden kann, oder von solchen, die das Bürgerrecht erwerben können. Ferner verweist das Schreiben auf die Stelle in der Versaffung, wo die Anwesenheit der Chinesen in unserer Mitte für einen ge sährlichen Uebelstand erklärt wird, und schließt daraus, daß die Anwesenheit von chinesischen Kindern in den Volksschulen ebenso nachtheilig, und verderblich sein müffe. Die Versaffung mache es den Beamten zur Pflicht, die Einwanderung vsn Chinesen durch alle gesetzlichen Mit tel zu verhindern, und in dem Schreiben heißt eö, daß schon aus diesem Grunde der Besuch von Volksschulen durch chine sische Kinder unzulässig ist. Die Frage, ob chmenschen Kindern gegen Bezahlung gestattet werden darf, die Volksschulen zu besuchen, wird gleichfalls verneinend beantwortet. W e l n u. s. w. i m Sonnenlicht zu altern, wird neuerdings beson ders von den Rumhändlern in Mittel amerika practiart. Viele Weme und Svirituosen verdanken ihren Werth hauptsächlich ihrer Ablagerung. Da je doch Zeit bekanntlich Geld bedeutet, so suchte man die Ablagerung mit anderen Hilfsmitteln billiger herzustellen. Man ozonosirte ihn, erwärmte ihn adwechselnd. behandelte ihn in Centrisugalmaschinen, leitete elektrische Ströme hindurch, ohne jedoch den gewünschten Erfolg vollkom men zu erzielen. Schon vor langer Zeit sollen die Negersklaven in Jamaika ver standen haben, den Rum durchUmgießen im direkten Sonnenlichte zu verbessern, ein Verfahren, das bis vor Kurzem aber wohl nur in dieser primitiven Weise zur Anmenduncr kam. Neuerdings hat man hierfür besondere Apparate, in welchen die Getränke bei Durchfließen zwischen zwei nahen parallelen Glasplatten deSonnenstrahlen ausgesetzt werden. Hier durch soll das Produkt um 75 Prozent verbessert werden können. In jenem Klima soll besonders die Morgensonne hierfür nützlich sein, während-zu heiße Strahlen den Rum verbrennen. Die Maine.Legislatur hat eine Bill passirt, welche die Thierquäle rei verhüten soll. Der Begriff Thier wird darin so desinirt : jedes lebendige Geschöpf. Jetzt wissen wir, wohin sich die Herren Gesetzgeber in der Naturge schichte rechnen. I n dem Regier ungs Schiffs bauhofe aus League Island herrscht gegenwärtig eine rege 'Thätigkeit. Die Dampf'Corvette Ossippee-, ein zman zig Jahre altes Schiff, wird von der. Wosser-Linie an neu gebaut. Das Hin Urtheil, welches früher gerade nbge schnitten war, wird jetzt abgerundet, wo durch das Schiff um vier Fuß verlängert wird; außerdem ist das Deck um 14 Zoll erhöht worden. Die Corvette wird eine Bewaffnung von 21 Geschützen er halten, darunter ein LOpsündiges Jagd' geschütz im Vorderkastell, ein Drehgeschütz auf dem Mitteldeck und außerdem 19 Ge schütze verschiedenen Kalibers an den Breitenseiten. Sie wird in jeder Hin sicht stärker und diensttauglicher werden Außerdem sind dort mehrere kleiner Fahrzeuge für das Zeug Departement zu Annapolis önd den Marine-Secretär gebaut worden. Zufolge eines Congreß Befchluffes sollen folgende alte dienst untaugliche Schiffe in League IS land auf Abbruch verkauft werden: DaS alte Ferryboot Burlington", die Schleppdampfer Glance- undSorrel", das Panzerschiff Dictator" und das Segelschiff Supply". Die Fregatte Anlietam" wird als Schul und Re krutenschiff in Dienst bleiben. Außer dem liegen bei League Island die Cor vette OssippK", das Rekrutenschiff St. Louis" und die Monitors N hant". Jassn" und .Montaul". Etwa 400 Arbeiter sind gegenwärtig in der Navy.Yard beschäftigt. König Kalakaua läßt in Philadelphia neue Münzen seines Rei chcs" prägen : Akahi", Hapalua" und ,HapahaSDalas" ganze, halbe und Äiertel-Dollars. Auf der einen Seite sollen die Münzen das .Kopfbild Sr. Majestät", aus der anderen das Reichswappen" tragen. Vor der Hand soll eine Million Dollars geprägt werden, ln demMaße, als der Zuckersürst Sprek kels und andere Günstlinge Kalakaua' zahlen, mehr. Vom Auölanse. - Die Londoner .P a ll Mall Gazette" veröffentlicht einen in tereffanten Brief über die Germanist rung des Elsaß, der ihr von einem viele Jahre in dem Reichslande ansässigen Engländer zugeht. ES heißt darin u. A.: Ich stimme der allgemein gemach ten Behauptung bei, daß die Antipathie gegen die deutsche Annexion nicht abge nommen habe; dagegen glaube ich, daß die Bitterkeit eine wesentliche Abschwa Hung erfahren hat. ES ist jetzt mehr eine Art chronischen Leidens, eine Ange wohnheit über die Preußen., zu klagen, wie wir Engländer dies in Bezug auf das Wetter thun. Die Ursache des antideutschen GesühlS ist jedoch bei den oberen Klaffen eine andere, als bei den unteren. Die Ersteren Haffen die Ver bindung mit Preußen, weil viele ihrer Angehörigen in der französischen Armee und als Civilbeamten dienen. Gerade diese in Frankreich lebenden Elsässer machen aber den meisten Lärm, und die Schmerzensrufe" stammen aus 'Paris, wo die Elsässer den Druck der Lage mehr empfinden, als die Elsässer im Elsaß selbst. Unter der Mittelklaffe und den niederen Volksschichten ist jedoch ein Ge fühl des Haffes kaum zu sinden,und was die Leute veranlaßt, über die Grenze zu

olicken, ist die Republik in Frankreich. Der Clsäffer ist nämlich ein eingefleisch ter Republikaner, und wenn heute in Frankreich die Monarchie an die Stelle der Republik träte, so würden dliKlagen Über die deutsche Annexion ganz, ver stummen. Trotzdem glaube ich, daß die Deutschen Recht haben, wenn sie denken, daß die nächste Generation sich wenig um Frankreich kümmern w!rd,wenn man den Elsässern eine gewisse Autonomie ge Währt. Die deutsche Verwaltung behagt den Leuten ; wenn sie auch strenger ist. so ist sie dafür doch weit gerechter, und dies sindet allgemeine Anerkennung. Ueber die Entd eckung einer Nihilistischen Hutsabrik meldet man

aus Petersburg : In emem vom Cent rum der Residenz ziemlich entfernt lie genden Stadttheile, am SabalkanSly Prospekte, in der Nähe des Umfassungs canals, liegt ein 5)äusercomplex, der unter oem Flamen Siskow'S Häuser be kannt ist. Diese stattlichen Häuser eS sind ihrer sechs oder gar acht enthalten in ibren fünf bis sechSStockwerken durch wegS kleine, mit modernen Bequemlich leiten eingerichtete Wohnungen für Junggesellen oder unbemittelte kleine Familien. Die Bewohner dieser Häu sercoloffe bestehen vorzugsweise auS Be amten der benachbarten Bahnhöfe der Warschauer und Baltischen Bahn, aus Studenten des am Sabalkansky gelege nen technologischen Instituts, Handwerkern, Grisetten u. A. Im Souterrain und in den Hofwohnungen hausen Ar bklter der am Canal liegenden Fabriken. In einem dieser Häuser hatten sich auch Nihilisten festgesetzt und eine Fabrik zur Anfertigung von Hüten mit dynamitge füllten Böden eingerichtet; diese todt' bringenden Erzeugnisse waren bestimmt, während der Krönung in Moskau lustig in die Lust geworfen.zu werden und nie dersallend zu explodiren. Der Umsicht der Polizei gelang es, die. Fabrikanten sammt ihren Erzeugniffen in die Hände zu bekommen. Wie aus den Veröffent lichungen des Jntransigeant, dessen Re dacteureLouise Michel verborgen hielte, hervorgeht, hatten deren Freunde die größte Mühe gehabt, sie zur Flucht aus ihrer Wohnung zu veranlassen, als der Haftbefehl gegen sie erfolgte. Sie kamen nur dadurch zu ihrem Ziele, daß sie ihr vorstellten, ihre Verhaftung würde einen höchst schädlichen Einfluß aus die Gesundheit ihrer alten kranken Mutter ausüben, und nur aus diesem Grunde ließ sie sich bewegen, die Gastsreundschast eine Redacteurs des Jntransigeant. Vaughan, anzunehmen. Als nun aber die Regierungsblätter verkündeten,Louise Michel sei aus Furcht entflohen, da hatte Vaughan und wie es scheint auch Henri Rochesort sehr böse Tage, denn Louise Michel war nicht mehr in ihrem Versteck zu halten. Alle Bemühungen Röche sortS waren vergeblich und so erfolgte denn der classische Besuch der von allen Polizeibehörden Gesuchten beim Polizei präsecten Camescasse, wo sie bekanntlich ihre Verhaftung nicht durchsetzen lonr.te. Als sie nun am darausfolgenden Tage ihre Mutter ganz öffentlich besuchte, wurde sie von den Po!izciAgenten ver hastet. Wir entnehmen einer der Handelskammer von Marseille zugegan genen Statistik folgende interessante De tails über die Phylloxera und den Wein bau in Frankreich. Trotz des OidiumS. (Traubenpilz) , gab es im Jahre 12G9 in Frankreich doch 70 Millionen Hectoliter Wein. Das Umsichgreifen der Phyl lorera reducirte die Zahl auf 25 Millio nen, die sich seit einigen Jahren wieder auf 30 Millionen erhöhte. De? Werth des ErgebniffeS der Reben unter der Herrschast deS OidiumS belief sich noch auf i Milliard'e 400 Mill. Franken ; im Jahre 1569 ergaben sich aus der Ernte fogar 2 Milliarden 100 Mill. Franken. Obschon der Preis des Weines gestiegen ist, ergaben die letzten Ernten, die zwi schen 23 und 30 Millionen Hectoliter variirten, nur 1 Milliarde 200 Milli. Franken. Der jährliche Verlust beträgt daher- !00 Millionen Franken. Alle Culturen in Frankreich zusammengenom men erzeugten 7 Milliarden ; der Ver lust durch diePhylloxera beträgt 117 deS allgemeinen Ertrages. Andererseits er leiden die Eonsumenten, da, der Wein im Preise gestiegen, den Ausschlag eines DrittbeilS oder 300 Millionen. Vor dem Ueberhandneymen der Phylloxera belief sich die Einfuhr von fremden Wei nen auf nur 810 Millionen; jetzt importirt Frankreich für 352 Millionen Franken. Gegenüber den 25027,5 Millionen Franken, für die Frankreich Wein ausführt, bleiben noch 100 Mil lionen Franken für Wein, die dem AuS land bezahlt werden. Wir haben also 900 Plus 300 Plus 100, in Summa 1 Milliarde 300 Millionen jährlichen To talverlust durch diese? schreckliche kleine. Jnsrkt. Ueber das große Unglück bei St. Dizier, welches uns das Kabel bereits kurz gemeldet, berichten sranzösi sche Blätter vom 3. April: In dem Hüttenwerke von Marnaval bei St. Di zier (HauteMarne) hat eine Kesselex plosion stattgesunden, durch welche, wie ein erster Bericht sagt, 2 Personen -ge tödtet und 38 verwundet wurden. Nach einem zweiten Bericht stellt sich indeß die Zahl der verunglückten Personen weite ren Ermittelungen gemäß bereits aus 96, darunter 31 Todte. Von den Verletzten dürsten noch mehrere ihren Wunden erliegen. Der explodirende Keffel riß die an ihn anschließenden Puddelöfen mit, deren glühende Trümmer ringsum Zer störung verbreiteten. Auf den Knall eilten di: Frauen und Kinder der Ar beiter herbei und fanden dieselben, welche eben nach beendeiem Frühstück die Ar, beit wi?der aufgenommen hatten, grüß lich verstümmelt am Boden liegen. Ein wohner der nahen Stadt Samt Dizier strömten sofort in Masten herbes und brachten Verbandzeug und Cbarpie zur Stelle. Die Ursache der Katastrophe ist noch unaufgeklärt. Wie durch ein Wunder blieb der Oberpuddler, der an einem der Oefen arbeitete, sast'unverletzt. Er fand sich auf eine ihm selbst unerklär liche Weise nach der Eiplosion an da Ufer der nahen Marne ve.-senr.