Indiana Tribüne, Volume 6, Number 210, Indianapolis, Marion County, 18 April 1883 — Page 2
. CVißftftt itinCiHU l&UUtUL I
suC v Zözli?' nd SoAntsgSKUSgaöe. Qsssce: LG. DeZowareStr. Jndlanapolis, Ind., I April 1883. C-'j'cftttua in Jipan. Die Regierung von Japan hzt kürz lich die im Besitze unseres nationalen Erziehungsrathe besindliche Sammlung von Modellen, Zeichnungen und Be schreibungen übe? die Fortschritte der Erziehung und des Unterrichtes in Ja xan durch verschiedene Taseln vermehrt, welche die Abbildungen der neuesten in den dortigen Schulen zur Anwendung kommenden Lehrmittel enthalten. Die erwähnte Sammlung ist namentlich dadurch von hohem Interesse, daß sie den Zustand des ältesten UnterrichtssystemZ in Japan und die gegenwärtigeMethode durch Bild und Wort deutlich veran schaulicht. Als die erste japanesische Gesandtschast nach der Bundeshauptstadt kam, legten sowohl der Chef als die übrigen. Beamten derselben für die ame rikanische Volkserziehung das lebhafteste Interesse an den Tag.. Mit den ihnen bereitwilligst ertheilten Auskünften nicht zufrieden, besuchten sie die Schulen und studirten täglich die Akten des Erzie hunosrathes. Alles Material, welches die Japanesen auf diese Weise erhielten, bearbeitete ein hiermit speciell beauftragte? Secretär, und der desfallsige eeschd pfende Bericht wurde an die NegieruKp. .in Japan übersandt. Dieser Bericht war die nächste Veranlassung der Nesormatten, welche zunächst in Ansehung der Volkserziehung von den glücklichstenFol gen für Japan begleitet war und die von diesem Gebiete aus auch in socialer und politischer Hinsicht sich geltend machte. Auf der Centennial'Ausstellung war Japan durch eine Sammlung von Kar ten und Modellen vertreten, welche den damaligen Standpunkt seiner Schulen erläuterte; diese Sammlung wurde bei dem Schlüsse der Ausstellung unserem nationalen Erziehungsrathe zum Geschenke gemacht. 6he amerikanische und europäische Civilisation in Japan festen Fuß faßten, bestanden die dortigen Schulhäuser aus Räumen, die, von vier nackten Wänden umgeben, weder dem Lehrer noch den Schülern die Gelegenheit zu sitzen boten. Das einzige in demselben vorhandene Möbel bestand aus einem rohen Gestelle, aus welchem der Lehrer das einzigeBuch, das erbrauchte, niederlegen konnte. Lehre? und Schüler kauerten auf dem Bo den nieder, und die Unterrichtsmethode bestand lediglich darin, daß der erstere kurze Sätze laut vorsagte, die von den Schülern gemeinsam und laut nachge sprachen wurden. Auf diese Weise wurde theils Geläufigkeit im Lesen erzielt, theils den Schülern der Wortlaut be sonders wichtigerSäh? eingeprägt. Ueber eirre beschränkte Anzahl von Glaubens und Sittenlehren ging der Unterricht nicht hinaus. Jetzt entspricht daS ja panesische Schulzimmcr in allen seinen Einrichtungen und Einzelnheiten den Schulen in den Neu-EnglandStaaten ganz genau, und die Lehrfächer wurden ebenfalls nach amerikanischem Muster erweitert und behandelt. Der einzige Unterschied, der äußerlich zu Tage tritt, besteht darin, daß sich die japanesischen Schüler zum Schreiben nicht der Feder und Tinte, sondern des Pinsels und der Tusche bedienen. Die Lehrbücher sind nach den unsrigen bearbeitet und die Lehrmittel nicht nur ebenso zahlreich und mannichsaltig, wie in unseren Schulen, sondern umfassen auch tue verschiedenen Berussarten weitergehend als bei uns. Viele Gebäude, die früher in Japan als Tempel benutzt wurden, sind jetzt in höchst zweckmäßige Schulhauser umgewandelt worden. Die durch die neuesten Sendungen vervollständigte Sammlung ist eine der.bestgeottineten und instruc tivsten, welche die Bundeshauptstadt besitzt. . I d h o Die Acsiedelung des Westens und Nordwestens verspricht in diesem Jahre größere Dimensionen anzunehmen, als je zuvor. In den Zeitungen begegnen wir nun häufig Berichten, welche die Ver haltnisse in den westlichen Territorien in einem so glänzenden Lichte schildern, daß sie den Verdacht erregen, sie seien von Eisenbahn'Gzsellschaflen oder Grundbesitzern beeinflußt. Dieser Vorwurs wurde kürzlich auch verschiedenen Berichten über das Territorium Jdaho gemacht. Ein Eorrespondent der Chic. Times" in Eagle Nock in diesem Territorium greift dieselben auf und versichert, daß nach stehende Bemerkungen den thatsächlichen Verhältnissen genau entsprechen. Wie mand muß so ost und so schmerzlich die Wahrheit des Wortes : das Bessere ist der Feind des Guten) an sich erleben, als Deijenige. der hierzulande die Hei math ausgiebt, die ihm und denSeinigen ein bescheidenes Glück gewährt und un stetem Wandertriebe folgend auf neu Unsegen und den Landeslheilen, nach V. ...... C! l! i . . mi . - I i'vjic ic x) rsenoen, leine wohlthat. Für Alle dagegen, die sich noch nir gends seßhaft gemacht, oder welche durch die That und durch Erfahrung zu der Ueberzeugung gezwungen sind, daß sie bei ihrer ersten Auswahl des Wohnsitzes irrten, bietet Jdaho die Gelegenheit, sich ein glückliches Heim zu gründen und durch Arbeit und weise Benutzung der gegebenen Verhältnisse zu einer benei denswerth unabhängigen Lage emporzu schwingen. Von den Schätzen dieses Territoriums an Gold, Silber oder Kupfer für jetzt absehend, will ich die wirthschaftlichen Verhaltnisse desselben kurz, aber wahrheitsgetreu schildern. Eagle Nock. du bedeutendste Stadt des Landcstheils. bild:t den Mittelpunkt feines östlichen Gebietes, ist unter dem
.erloizenen anokrqebttlen goldene Berge sucht. Die solches thun, find in der Regel sich und ihren Familien ein
Gr. n. Ar. und in der Nähe derjeni. gen Stelle gelegen, an welcher die Utah l nr i r
uno loriyern ijcnoagn oen naie Fluß kreuzt. ,Die Winter sind kalt, aber weder ungesund noch unangenehm. Die herrschendeWindstille und die Trok v rn . i. . rr:t . t v. . kenhelt der Luft machen dle Kälte dem Organismus zuträglicher, als die häufig wechselnde Temperatur der Mtttelstaaten mit ihren Nebeln und passen Nieder schlügen. Der erste Schnee fällt m der Regel am 10. November, doch verschwin det derselbe bald und eine eigentliche Schneedecke hat sich vor Weihnachten noch niemals gezeigt. Während der Monate Januar und Februar und in der ersten Hülste des März beträgt der Schneesall durchschnittlich 8 Zoll. Heuer ist der'FrLhling ungewöhnlich .früh eingezogen, und üppiges GraS bedeckt schon s'it vier Wochen die -Fluren. Die Viehzüchter haben die Bestellung der zu ihren Weide gründen gehörigen Aecker und Gemüse gärten zum größten Theile bereits vollendet. Alles Land, welches jetzt für Weidezwecke benutzt wird, ist auch für den Ackerbau vortrefflich geeignet. An siedler finden überall mächtige Lehm lager, aus denen sie ihre Wohnungen beinahe ohne Kosten herstellen können. Die Bauten, welche an die mexikanischen Adobe-Bauten erinnern, 'sind dauerhast und im Winter warm. Die noch reich lich vorhandenen Fichtenwälder liefern 5)olz für Bau-, wirthschaftliche und Feuerungszweöe im Ueberslufse, und außerdem sind in der Nähe der Bahn Steinkohlen zu billigen Preisen vorhan den. Es giebt wenige für die Ansiede lung geeignete Bezirke, in denen der Co lonist so frühzeitig alles, dessen er zum Unterhalte bedarf, aus dem eigenen Grund und Boden erzielen kann, wie dies im östlichen Jdaho der Fall ist." Billigt ArdeZtSkräsie. Bekanntlich btmächtigtiate flfi vs? kurzer Zeit der BaumwollmaareFa brikanten in den östlichen Staaten eine so große Angst vor ihren südlichen Mit bewerbern, daß sie die Eisenbahnen er suchten, sie durch Herabsetzung der Frachtraten nach dem Westen vor ganz lichem Untergange zu schützen. Dieses Mittel erschien von vornherein als vollkommen unzureichend, denn die südlichen Lahnen konnten ja ebenfalls die Fracht preise ermäßigen, und hätten das um so eher gethan, als es sich für sie um die Begünstigung einer im Entstehen begrissenen Industrie handelte. Daher haben denn auch die östlichen Bahnen das Gesuch abgelehnt, und wenn billige Frach ten die einzige Rettung für die Neu Engländer wären, so müßten sie sich verloren geben. Doch die Aussichten für sie scheinen keineswegs so schlimm zu sein, als sie selbst glaubten und Andere behaupteten. Es ist allerdings unleugbar, daß die südlichen Fabrikanten natürliche Vortheile vor den östlichen haben, insofern das Rohmaterial sozusagen vor ihrer Thür wächst und die Wasserkrast im Winter nicht durch Fröste lahm gelegt wird. DaS aber, worauf sie sich hauptfächlich stützten, die dilligen Arbeitskräfte näm lich, erweist sich bei näherer Betrachtung als schwacher Anhalt. Gelegentlich der Besprechung dieses Punktes wiesen wir darauf hin, daß es bei der Beurtheilung der Herstellungskosten und des Einflusses der Löhne aus dieselben nicht so sehr aus dle Lohnsumme ankommt, a!5 auf die für eine bestimmte Menge von Löhnen erzielte Arbeitsleistung. So ist z. B. festgestellt worden, daß der amerikanische Weber und Spinner einen größeren Wochenlohn erhält, als der englische, trotzdem aber eigentlich schlechter bezahlt . W 7 U. T- m wiro, weil er sur oaslelve iseio wesent lich mehr Arbeit liefert. Berechnet man die Kosten eines Stückes Baumwollzeug, so findet man, daß in der englischen Waare mehr Lohn verkörpert ist, als in - der amerikanischen, obgleich der 23dienst des Einz-elnen hier höher ist, als dort. Und genau dieselbe Ersahrung macht man jetzt im Süden ; auch dort bezahlen sich die billigen Arbeits löhne für denFabrikanten durchaus nicht. Herr Hanson, Präsident des Vereins südlicher Baumwollwaaren'Fabrikanten, macht darüber sehr genaue Angaben. .Wir haben billige Arbeilskrüste sagt er, aber in NeuEngland haben sie . 4. fi rt gurr Aroener. an unieren Werken arbeitet rncht em einziger Mensch aus dem Süden, der .$3 den Tag oder mehr erhält. Alle geschulten Kräste müssen wir aus dem Osten beziehen, und irofe -dem wir liberale Angebote machen, er L V!. . y!ieii mir oic oeien nocy lange r.icyr, denn die finden daheim, was sie suchen. Verlange ich einen Eiert für $50 den Monat, so melden sich 100 Bewerber, brauche ich aber einen Superintendenten für $300 den Monat, so muß ich mich nach dem Osten wenden. Und dasselbe Verhältniß obwaltet durch alle Grade hindurch. Unsere dilligen Arbeitskräste laugen nlcyis. Mit diesem Stützpunkte ist eS also nichts, und der billigen BetriebSkrast der Südländer und der Ersvarnlß an Fracht für das Rohmaterial stehen im Osten die vorzügliche GeschästSorganisation, die langjährige Erfahrung und die genaue Kenntniß des Marktes gegenüber. In Folge-dessen haben sich die südlichen Fabrikanten bereits gezwungen gesehen, m v. .!.. rJ:" . ' ic h,üuuiü rinzuirurailien,- well IC auf dem Weltmarkte, der nahezu über süllt ist, nicht durch billigere Preise Vor. theile erringen können, chie südliche Industrie wird sich ohne Zweifel aus bauen und fortentwickeln, aber nicht auf Grund dilliger Arbeitskräfte. Schlecht genährte, unwissende und bedürfnißlofe Arbeiter können Ausdauer, Geschicklich, keit und Intelligenz nicht aus dem Felde schlagen. Im direkten Zusammenhange mit die sem Gegenstande steht die Frage der Volksbildung. Billige Arbeitskräfte findet man überall da, wo die Volks müssen gar keine, oder eine sehr geringe Bildung haben, sowohl im Allgemeinen, als besonders auf technischem Kebietk. Und wenn man noch näher zusieht, soli.Ji r t M. A i enioeal man uniqwer oen Zusammen hang zwischen allgemeiner und technischer
.Bildung. Wer rein mechanisch arbeitet und sich durch Bücher. Fachschristen und IT!a..u&u . . iC . itM . . ff
ncnunacii iuiuct igcurciiicj oervou lommnen, noch über die Fortschritte und Erfindungen auf seinem Felde unterrich ten kann, der geht zurück. Mit seiner veralteten Methode kannr den Milbe werd nicht ausnehmen. Er arbeitet schwerer und länger als vorher, erhält aber trotzdem immer niedrigere Löhne. Daher kann sich trotz aller künstlichen Nachhilfe m Nußland, Italien undSpa nien z. B. keine blühende Industrie ent wickeln, daher sind in jenen Ländern die A.beitskräste so billig und so schlecht. Auf der anderen Seite hat die amerika nische Industrie ihre Erfolge vorwiegend der Intelligenz und der aus derselben entspringenden Geschicklichkeit ihrer Arbeiter zu verdanken, unter denen es nicht wenige Erfinder giebt. Die NeuEng land'Staaten ernten jetzt die Früchte ihrer früheren Vorsorge sür gute Schu len, sie haben bessere Arbeiter, als der Süden, der das Schulwesen vernach lässtgt hat, und können nur in Folge dessen siegreich aus dem Kampfe hervor gehen. Aber auch sie fangen neuerdings an, den intelligenten Albeiter für zu unbescheiden" zu halten und durch im portirte Fremdlinge zu ersetzen, die ihrer Unwissenheit -wegen fügsamer find. Statipische Nachweise lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, daß die Kinder die fer geduldigen Arbeitsmaschinen zum großen Theile aus den Schulen ferngehalten werden und in Unwissenheit auf wachscn.ost sogar schon in srüherJngend durch Fabrikarbeit geistig und körperlich verkrüppelt werden. Falls dieser Tenden.z nicht Einhalt gethan wird, dürften schon in wenigen Jahrzehnten die Ver haltnisse sich zu Ungunstcn der östlichen Fabrikanten umgestaltet haben. S o billig,' wie die Südländer, die wenig Schutz gegen die Unbilden berWitterung denölhigen, können die Nordländer nicht arbeiten,und wenn sich letztere nicht durch ihre Intelligenz urd bessere Leistungen zuLznchnen, so müjsen sie ohne Zmeiscl unterliegen. Der neueste Ex- und Import. Dieser Tage landete der von Bermuda kommende Dampfer Orinocco" in New York. Achtzehn Fuß tief ging das Schiff im Wasser, und es mußte daher eine ungewöhnlich gewichtige Ladung an Bord haben. Es ist jetzt allerdings die beste Zeit der Ernte sür Bermuda und alle die Gemüse sind dort schon reif, die hier kaum noch gepflanzt sind. Tausende von Kisten Zwiebeln und Tomatoes,sowie von Fässern Kartoffeln kommen von Bermuda hier an und dringen den Bau ern aus den fruchtbaren Inseln gute Preise. Aber Ladungen von. solchem Gewichte, wle sie der Ormocco" an genscheinlich trug, waren denn doch in New Bork noch nicht vorgekommen. In der That entwickelte sich, nachdem der Dampfer kaum an dem Pier der Que dec Dampsschiff Compagnie angelegt hatte, eine lebhafte Thätigkeit auf dem Verdecke des Schiffes und auf dem Lan de. Zwiebeln, Tomatoes, Gurken und Kartoffeln waren ausgeladen, aber das Schm lag fast noch ebenso tief lm Was ser, als vorher. Da entstiegen Fässer, endloser Anzchl ?m Schiffsräume, wurden durch dle Krahne nach dem Vier befördert und bort in unendlichen Nei hen vorläufig aufgestapelt. Diese Fäs ser enthielten keine Kartoffeln, sondern Whisky und zwar denselben, der erst vor wenigen Wochen ln den Ormocco eln geladen und nach Bermuda gebracht worden war.. Im letzten Congreß ist bekanntlich der Plan der Brennereibesitzer gescheitert, eine längere Stundung der Steuern auf den m den Bundesmagazlnen lagernden Whisky zu erlangen. Die Besitzer des Whiskys sind zum Theil außer Stande, die Steuern sür die ungeheuren Maffen, die sie aus Lager haben, zu bezahlen und es liegt in ihrem gemeinsamen Interesse, auch nicht irgend einen Thett des WhlSkys, für den der Steuercredit abgelausen rst, unter den Hammer kommen zu las sen, weil dies den Preis enorm herun terdrücken würde. Um diesem Dilemma zu entgehen, exportlren dle Whtsky Producenten die von ihnen im Ueber maße producirte Waare unter sogenann ten .Ursprungs'Zeuclnissen" nach dem Auslande und lmpcruren dieselbe wie der. So entgehen sie dem Einsuhrzolle und sichern sich dennoch einen weiteren zweijährigen Steuercredit sür die impor tirte Waare. Abgesehen sür jetzt von der Frage, ob die fragliche Manipulation über jeden zurlstlschen Zweifel erhaben ist, war es nach Versicherung des Capitän Fräser vomÖrinocco interessant, das Staunen und Befremden zu beobachten, welches die Ankunft der ersten colossalen Ladung amerikanischen Whiskys in Bermuda er regte. Bermuda ist absolut kein Markt für den letztiren. Man kaust dort vor treffliche Spiritussen im Kleinhandel zu 50 Cents das Quart.. Wie welken Be wohner von Bermuda sind gelegentlichen Herzstärkungen durchaus nicht abgeneigt, sie ziehen aber Gewohnheit ist unsere zweite Natur rrlandl chen und schont sehen Whisky, sogenannten französischen Cognac, an besten Erzeugung nicht nur die Trauben, sondern auch die Trebern unschuldig, sind, und DemararaRum dem besten amerikanischen Whisky vor. Als die Leute in Bermuda vollends sa hen. daß kein einziges,Faß vom' Pier entfernt wurde, daß vielmehr sämmtliche m l V- ! Barrels, nacyoem innen oer amerllanl sche Consul einen Besuch abgestatte hatte, wieder in das Schiff eingeladen wurden, da glaubten sie, der Capitän und die Offiziere des Orinocco hätten den Verstand verloren. Selbst dle Ar beiter. welche daS Aus und Einladen der Fässer b:sorgten, schienen mit Unlust an eine Arbeit zu gehen, die ihnen zwar bezahlt wurde, für die sie aber einen ver nünstigen Zweck zu entdecken nicht der mochten. Aus die ungefähr 8,000 Köpfe zählende farbige Bevölkerung von Ber muda hat daS neue Geschäft noch einen weiteren, nicht gerade vortheilhasten Einfluß ausgeübt. ' Dieselben sind in ihrem Geschmacke
weniger wühlerisch und voreingenom-1
men, wie die Weißen; su? sie. hat der amerikanische Whisky eine außerordent liche Anziehungskrast, spielt auch die Preisfrage nicht die geringste Nolle. Der Pier in Hamilton, dem LandungSTa4j in ririltSr iff iah tintm v? ! ftUgV I VktUlUVU) i VVII null. ijivpvil eisernen Dache überspannt, hat aber keine Seitenwände. Die Polizeimacht in Hamilton besteht aus zwei Mann, die abwechselnd, bei Tage und bei Nacht für die Sicherheit der Stadt sorgen. Kommt nun der Wächter über Ordnung und Gesetz ln emem von dem Pier entfernten Stadttheile feiner beschaulichen Pflicht nach, so wird es auf dem Pier lebendig, zahlreiche Gestalten huschen die Reihen der Barrels entlang und verschwin den zwischen den Fassern. Seitdem der amerikanische Misky sich Bermuda zum klimatischen Kurorte für e!nen allerdings nur sehr vorübergehenden Ausenthalt erwählt hat, fuhrt jeder Farbige einen Bohrer und einen .Strohhalm, wenig stens zur Nachtzeit, mit größter Gewissenhastlgkeit be; sich. Daß der Bohrer ein Faß öffnet und de? Strohhalm das Feuerwasser den durstigen Llppen zu führt, ist bekannt-und so hat sich jetzt schon in Bermuda 'ein neues geflügeltes Wort gedlldet, das.von einem nuchternen Neger sagt : D Kerl hat seinen Bohrer vergeben. m m m Der satirische Gouverneur. Einem uralten Brauche entsprechend. erließ General Butler, der Gouverneur des Gemeinwesens" von Massachusetts. wie der Staat sich im Gegensake zu allen übrigen nennt,' einen Ausrus an sein Bolk, worin er dasselbe ermähnte, einen bestimmten Tag dem Fasten, Ge bete und der Demüthigung" zu widmen. Diese Proklamation erregte durch ihren Wortlaut den Zorn namentlich der Geistlichkeit und der vornehmen Clas sen. Sie enthielt u. A. die. Mahnung an die Prediger, von der 5t"anzel herun ter keine Politik zu treiben, aber dieser Satz war den. Dienern Gottes, wie sie wenigstens selbst sagten, keineswegs so anstößig, wie alle übrigen Theile der Proclamation. Letztere wurde als das niederträchtigste Machwerk geschildert, das noch je ein Gouverneur geschaffen, als Gotteslästerung und frecher Angriff auf die heiligsten Gefühle des Volkes. Der Gouverneur steckte Alles ruhig cin, und als ein Reporter ihn darüber in terviewte", welchen Eindruck das Gezeter auf auf ihn gemacht habe, erwiderte er kaltblütig : Als ich die übliche Proklamation erlassen sollte, suchte ich nach einer Bibel, fand aber keine im Staats Hause. Da ließ ich mir die Aufrufe früherer Gouverneure kommen, las die selben durch und wählte endlich den des Gouverneurs Gore vom Jahre 1810, emrs sehr gelehrten und frommen Man nes, nach dem sogar eine Halle im Harvard College benannt worden ist. Diese Proclamation schrieb ich wörtlich ab und fügte nur den einen Satz hinzu, daß die Geistlichen nicht über weltliche Dinge predigen sollten. Es ist also des from men Gouverneurs Gore Aufruf gewesen, der so scharf kritisirt wurde. Schade, daß ein Vorurtheil Menschen so verblenden kann." Die Geistlichen und Respektablen in Massachusetts sind seitdem merkwürdig still geworden. Three MilBay, Jtffer son Co., N. Y . hat vorigen Winter 135 Tage lang ununterbrochen Schlittenbahn gehabt. - Born Anlande, i sf a n y in 5! ew A o r k besitzt den größten Diamanten innerülilb der Ver. Staaten ; derselbe wiegt 125 Ka rat und ist $1 10,000 werth. Ein Cadet in West P o int beginnt seine Carriere mit demselbenGe halte, den ein Hauptmann der preußi sehen Armee nach 20iährigem Dienste be zieht. Im County Pemb ina in Da kota wurde kürzlich der deutsche Farmer Caspar Mantel nur 15 -Ruthen von seinem Hause erfroren aufgefunden. Der Unglücklicherer 'eine Wittwe und zehn Kinder hinterläßt, scheint sich auf dem Heimwege - verirrt zu haben und war wahrscheinlich von dem zur Zeit Herrspenden Schneesturm fo geblendet, daß er sich weit von seiner Wohnung ent' fernt glaubte, als er sich todtmüde- nieversetzte, um nie wiederaufzustehen. Die englischen Zeitungen New Vo'rks'betonen die Nothwendigkeit der Gründung einer Hochschule ersten Ranges, einer Universität nach deutschem Muster, mit. überraschender Einmüthig keit. Die .Tribune." sat rund heraus, daß man sich hüten muffe, .Columbia, ode? Harvard, oder Dale als Universi täten zu bezeichnen.- Die Times" sagt : .Jeder junge Mann, der Prosessor wer den will, geht zum Zweck seiner Ausbil vung nach Deutschland." Die Woild" vergleicht die amerikanischen .Universitäten" mit den deutschen Gymnasien, und deutet an,daß ein Mann,der einenGegenstand gründlich studiren wolle, nach Ber lin gehen muffe.- Die .Evening P&st" endlich, welch dieses Problem gründlich erörlert, macht die Thatsache geltend, daß an einer Universität denn, doch Vor lesungen und nicht Recitationen vorHerr schen sollten. Mit einem Wort, die englischen Zeitungen sind der Ansicht, daß die amerikanischen Colleges" noch lange keine Universitäten sind. : ; C h i n e fische Reporter am Strike. Die Chinesen in New Z)ork akttimatisi ren sich merkwürdig schnell : Eine chine sische Zeitung, chinesische Theater und Spielhäuser giebt - es bereits außer den Opiumhöhlen und Waschanstalten ; die neueste Errungenschaft auf dem Gebiete der Civilisation ist aber für die Chine- ' . r sen em Reporter virne ln irer chinesischen Zeitung. Die Betreffen en hatten mehr Lohn verlangt und, als ihre Forderung abgewiesen .wurde, die Arbeit-eingesteUt. . Der Redacteur und Herausgeber dieser Zeitung, Wong Chin Foo, gab aus Besragen die Richtigkeit der obigen Mittheilung zu und bemerkte, daß der Ausstand ihm leid thue, ihn aleichzeitig aber dennoch sreue. .Es thut '.ihm leid, daß das Bekanntwerden des
Ausstandes kem günstiges Licht aus ihn selbst wie sein sonrnalistisch's Unterneh men wirst, dafür ist er aber ande rerseitö froh, mehrere unruhige Gei
fier losgeworden zu sein. Herr Wong ! Chin Foo hob serner hervor daß die Herausgabe eines chinesischen Blat tes Schwierigkeiten mit sich bringe, von wachen wir abendländischen Barba ren" kaum tint Ahnung haben. Da die chinesische Schrist 0,000 Wortzeichen kennt, so ist eö begreiflich, daßTypen für die Chinesen ganz unmöglich sind. Das Manuscript des Blattes wird von dem Redakteur zuerst mit Blei niedergeschrir ben und von einem Schreiber aus das .Pauspapier" übertragen, von welchem einAbdruck aus den Stein gemacht wird. Jede einzelne Nummer des Blattes wird aus lithographischem Wege hergestellt. Der Schreiber, Namens Leong, welcher bis vor Kurzem $15 per Woche erbielk, forderte kürzlich eine Gehaltserhöhung und es wurden ihm $17 bewilligt : da mit noch nicht zufrieden, forderte er in der nächsten Woche abermals mehr, doch wurde dies abgeschlagen, woraus Leong mit Platten, Manuskript und sonstigem Geräthe verschwand. Herr Wong Chin Foo erhöhte hieraus die Gehälter seiner unzusriedenen Reporter um je $1 per Woche, und wird das Blatt in Zukunft ohne Unterbrechung erscheinen. Ein großer Libelprozeß in Detroit hat kürzlich zu Gunsten des Klägers, des Proseffors der Heilkunde, Donald Maclean von der Universität von Mlchigan, geendet. In einem Ar tikel in der Detroiter .Evening NewS" war der Kläger beschuldigt worden, seine ärztliche Stellung, m der llrnverfttäts stadt Ann Arbor zu einem verbrechenschen Verhältnis mit einer sich dort zu ihrer Helluna aushaltenden verhelrathe ten Dame ans Canada mißbraucht zu haben. Der Gatte dieser Dame ist durch die Ausregung, m welche ihn dieser Zel tungsscandal versetzte, wahnsinnig ge worden und besindet sich jetzt in einem kanadischen Irrenhause. Pros.Maclean verklagte die genannte Zeitung aus Schadenersatz rm Betrage von 50.000. Die verklagte Partei suchte m dem Pro zeffe die Wahrheit der erhobenenen Be jchuldigung nachzuweisen, was ihr aber nicht gelang. Der Prozezz endete damit. daß die Geschworenen die verklagte Par tei z.lr Leistung eines Schadenersatzes von s'20,000 an den Klager verurtheil tcn. Eine Prüsung der Elementarschüler in den Bostoner Volksschulen durch Dr. Stanley Hall ergab die That sache, daß 18 Procent noch nie eine le bendige Kuh gesehen hatten, 61 Procent och nie eine Ameise, 05 Procent hatten nie Korn wachsen sehen; 90 Procent wußten nicht, wo ihre Rippen wären und was sür Drnger das wären, und 0 Pro cent konnten nicht sagen, wo sie ihren Magen hätten. Wie solche jungeStadtkinder in einer Großstadt,welche aus 5 bis 10 Meilen in derRunde keinen Raum für denAckerbau übrig läßt,die erwähntenNa turgegenstände kennen lernen sollen, das braucht durchaus keine Verwunderung zu erregen. Ebenso wenig, daß sie ihre eigenen Rippen, die sie. nie gesehen ha ben, nicht gut zu finden wissen. Ein verständiger Mann erwartet diese Kennt niffe auch in diesem Alter und beiStadt klndern gar nicht. Aber selbst manche Lehrer können sich so wenig in den An schauungskreis der Jugend hlnemdenken, daß sie solche Kenntnisse bei ihr voraussetzen. Jungamerika's Heldenth-a ten oder vielmehr Greuelthaten mehren sich täglich in erschreckender Weise. In Arkansas versuchte ein ILjähriger Jun ge. Namens Philipp Reisenhoover, die Post zwifchen Hope und Lowesville zu berauben, wurde adgesap, verannte sich schuldig und erhielt von dem Bundesbezirlsgcricht in Little Rock 1 Jahr und 1 Taa Zuchthaus. In Austin in Texas brachen vor einigen Wochen vier jugend liche Desperados einen Eisenbahnwagen auf. Einer derselben, der 15jährige Ed. Sheehan, wurde unter $900 Bürgschaft gestellt. Letzte Woche machte derselbe' einen Angriff auf ein .jähriges Neger! Mädchen und richtete es schlimm zu. Eine neue und recht nütz liche Erfindung ist die von Schoonern,, welche für gewöhnlich mit Segeln bewegt werden, aber in Windstillen auf Damps, kraft eingerichtet sind. Der Mittelmast ist von Dampskeffel-Eisen und dient zu gleich als Schornstein ; der Dampfkeffel und die Mafchinerie dienen als Ballast ; die Schraube kann, wenn sie nicht ge braucht wird, festgestellt werden. 15 solche Schooner, in den Delamater El senwerken gebaut, sind im Fruchthandel mit Westindien beschäftigt, wo Wind stillen häusig vorkommen. Mehr der glelchen sollen in San Francisco für die Beförderung der, Steinkohlen auö Ore gon gebaut werden. . Vom Auslande. Die Fröste der letzten drei Wochen vor Ostern haben im Sü den Frankreichs, wo die Vegetation schon weit vorgerückt war. einen Theil der diesjährigen Ernten zerstört. So soll es in der Provence keine Früherdbeeren ge ben, welche man in Paris um Ost:rn er wartete, und eine ebenso bittere Enttäu schung harrt Derer, welche bald frische Zuckererbsen und grüne Bohnen zu bekommen hofften. Der Schaden, den die Kälte den Gartengewächsen und Blu men zugefügt hat, ist ungeheuer, und manche Blumenzüchter in der Gegend von Cannes und Nizza sind halb ruinirt. . , EinspanischerMagistrat hat folgende Proklamation erlaffen: Alle ZPaaren, wie Wein, Spezereien undNah rungömittel, welche bei der chemischen Untersuchung als gesundheitsschädlich er kannt sind, sollen aus der Stelle konsis cirt und an die verschiedenen Wohlthä .tigkeitsanstalten vertheilt wnden." Man kann daraus ersehen, wie ausge zeichnet dort die Wohlthäligkeitsanstalten versorgt sein müffeu. In der landwirthschast lichen Hochschule Nowo Alexandria in Pulawy, im .russischen Gouvernement Lublin. sind ernste Studentenunruhen
ausgebro'chen, well dcrCurator des Warschauer LehrbezlrkS, Geh. Rath von Apuchtin, den versammel'.en Studenten
gedroht hat, sie prugelu zu lasten, wenn sie sich seiner Verfügung, betreffend Ad kurzung der Osterferlen, wlderfetzen mürben. Durch diefe Beschimpsung wurden die Studenten so aufgebracht, daß sie m W m. den Kurator lamml seiner umgevung aus der Stelle zur Aula hinauswarsen und sich in coi-pcre zum Friedensrichter be gaben, um bei ,hm wegen persönlicher Beleidigungen seitens des Herrn Apuch t:n gerichtlich Klage zu fuhren. Nachdem dies geschehen war, begaben sie sich zum Direktor der Anstalt und verlangren. daß man sie sämmtlich aus der Liste der Studenten streiche. Der Direktor wollte dies natürlich nicht thun, besonders da der Curator unterdessen militärische Hil fe gegen die Studenten holte. Zu Rei bereien mit dem Militär kam es jedoch nicht, da die Studenten keinerlei Widerstand leisteten und gutwillig auseinander gingen, ab:r sich auch zugleich zur Abrei se vorbereiteten. Gegenwärtig ist nicht ein einziger Student in Pulawy, sie ver ließen alle den Ort und dem Curator blieb nichts Anderes übrig, als die Anstalt sür geschloffen zu erklären. Wie vertäu tet,hat die Staatsanwaltfchaft die Klage der Studenten angenommen, und wird eine ernste Untersuchung gegen den Cu rator wegen Mißbrauchs seiner Gewalt eingeleitet. Englische Adelige schei nen in der letzten Zeit, wie aus London berichtet wird, Gesallen an BeschÄstigun gen zu finden, die entschieden plebejisch sind. Das Neueste in diesem Kapitel ist ein Mylord, der mit Droschkenbesitzern konkurrirt. Lord Shrewsbury, in Spor ting Kreisen sehr wohl bekannt, hat sich ein halbes Dutzend Cabs angeschafft und seine Miethwagen sind bereits aus dem Cabstand. Seine Pserde sind präch tiae Thiere und bilden einen seltsamen Kontrast mit den abgemagerten Gäulen der nebenstehenden Hansoms. Der Ei genthümer ist eben ein Lord und hat nicht nöthig sich zu lumpen." Ob der Drosch kenbesitzer, dem er das Brod streitig macht, ihm nicht auch ins Handwerk psu schen kann. Das Ha zard spiel in Frankreich hat ollmälig so kolossale Dimensio nen angenommen, daß selbst die Pariser Boulevardpreffe, die sonst sehr gern ihre Spalten mit allerlei Tripothistörchen füllt, einen energischen Feldzug 'gegen dieses Laster inaugurirt hat. Albert Delpit theilt im Figaro" mit, daß er augenblicklich an einem größeren Werke über Das Spiel und die Spieler" ar beite, in welchem er statistisch nachweisen werde, wie weit dieser Krebsschaden be reitZ gesreffen habe. Ich berechne die Zahl der Gewohnheitsspieler, die Ver mögen, welche verloren gehen, die ehren werthen Existenzen, die am grünen Tische vernichtet werden, die Schande, die dort erworben wird. Dann will ich dieselbe Berechnung für die benachbarten Län der, sür England, Deutschland, Spa nien und Italien, ausstellen und man wird den beschämenden Unterschied zwi schen uns und jenen Ländern wahrneh men. Bei uns sitzt das Uebel überall in allen Gesellschastskreisen, in allen Berussklassen, in allen Provinzen. Man spielt bei uns überall. Es giebt Tri pots sür Diebe, ebenso wie es Tripots sür Gentlemen giebt, sür Künstler, sür Schauspieler, für Bürger, für Arbeiter, für Dienstboten. Man spielt beim Ren nen, man spielt im Salon, man. spielt an der Börse, man spielt im Eisenbahn wagen und in den Kneipen. Der Kampf gegen dieses Laster, zu dem sich unsere ganze Presse verbünden muß,wird vielleicht langwierig und schwierig sein, aber er wird zum Siege führen. Denn unter allen Umständen muß die französische Gesellschaft von dieser Pest besreit werden, die bereits bis in das abgele genste Departement, bis in da kleinste Dörfchen des kleinstenBezirksgedrungen ist. Das Unterrichts wesen in den Niederlanden liegt noch sehr im Argen. Schrecklich hoch ist z. B. bei der jährlichen Militäraushebung noch im mer die Zahl derjenigen, von denen sich ergiebt, daß sie weder lesen noch schrei ben können. Nicht wenig dürste den deutschen Les'.r die Aeußerung eines Deputirten der zweiten Kamme? überraschen, welcher kürzlich gegenüber einer Petition zurEinsührung der allgemeinen Schulpflicht die Behauptung aufstellte. Schulpflicht. sei identisch mit Sklaverei. Dabei sei nur daran erinnert, daß in dem Städtchen Arnheim von den ca. 5000 Kindern zwischen 612 Jahren am 1. Januar d. I. 1195 gar keine Schule besuchten. Noch viel schlimmer sieht es in den ländlichen Gemeinden aus. In Veenendaal z. B. betrug die l Zahl der Kinder im Alter von -12 Jahren 592, von welchen 157 gar keinen Unterricht genoffen, in Leersum 200 resp. 35; in Amerongen 322 resp. 48 ; in Woudenberg 341 resp. 8; in Maari: 91 resp. 14; in Wageni.-igen 8G6 resp. 71; in Doorn 184 resp. 13; in Scher penzeel 172 resp. 12 :c. Auf die Frage . ob die Stenographie ihre Berechtigung hat, wird wohl Jeder unbeöenllich mit Jaantuorten ; ebenso unbebedenklich wird man wohl die Frage verneinen, od sie nographische Drucksachen harmlosen InHalts von der Censurbehörde beanstandet werden würden. Hierin würde man sich jedoch irren, wie daS Folgende beweist. Dieser Tage hatte eine Persönlichkeit in Petersburg eine Sendung ihr aus dem Auslande zugeschickter stenographischer Bücher zu empfangen. Die Schlüsse! zu denselben wurden ihr ausgeliefert, die stenographischen Drucksachen aber als verboten- (st steht es im Schein, aus drücklich gesagt) vorenthalten, obgleich der Inhalt die-ser Sendung Lason tainische Fabeln, Chamissos .Peter Schlemihl, die Geschichte eines Mannes' der seinen Schatten verloren hat", eine .Humoristische Anthologie-, eine Num mer eines stenographischen Journals diese Strenge gar nicht erwarten ließ, so daß man unwillkürlich zur Annahme ge langt, die Censurbeamten hätten an den krausen Schristzeichen selbst Anstcß ae snmen.
