Indiana Tribüne, Volume 6, Number 207, Indianapolis, Marion County, 15 April 1883 — Page 7

Hin Lriegscorrespondent im FlnterroÄ. W!? bitte Lady Floren DZxZ de. -üthiglich um Verzeihung, wenn wir ihr mit der Ueberschrist Unrecht thun. 2Btr ennen Ihre Ladyship einen Kriegscor respondente im Unterrock. Zum Ersten wissen wir durchaus nicht, ob Lady Floren sich noch mit diesem altmodischen Kleidungsstück auSstassirt. Ist sie ein Mitglied der Gesellschast für Kleiderre form, so hat sie schon längst vom VLriUu xod Abschied genommen und hält sich an tho dividod gkirt, eine Kreuzung zwi schen Hose und Unterrock, wofür uns daS Wörterbuch keinen Ausdruck gibt. In ihrem Ritt durch Patagonien er zählt sie uns i drolliger Ungenirtheit, wie sie mit gespreizten Beinen zu Pserde sitzt ; aber in ihrem neuesten Buch bleiben wir über diesen Punkt ohne Ausschlub. -Lady Floren hat weder Pulver gerochen noch ttanonengebrüll gehört. Und wenn sie daS unheimliche Pseisen einer Firn lenkugel am Kopse vorbei hörte, so war dieselbe nicht einem Feinde deS Vater landeS, sondern der dicken Stirn eines Schlachtochsen bestimmt, von dem die edle Dame am folgenden Tage ein saftiges Beessteak zu tasten, nein zu ver schlingen hoffte. Vom Kriege hat die schöne Korrespondentin kaum das Schwanz ende zu sehen gekriegt. Aber ihre Absicht var gut, und gut gemeint. Sie wollte erst dem fernen Nordwesten Nordame rikaS einen Besuch abstatten ; die Beh. ringSstraße sollte überschritten und die arktische Küfte deS TuSki-LandeS durch, stöbert werden. Dort wollte die edle Dame sich von dem Ennui und der Unnatur unserer stolzesten Aristokratie er holen. Da brachen DonnerschlSge aus der Kriea.Solke, roelche seit Jahren über den britischen Besitzungen in Südafrika hingen. Die Boeren im Transvaal hat ten das britische Jvch abgeschüttelt; die Schilderhebung der holländischen Bevöl. kerung fand die englischen Garnisonen ebenso unvorbereitet, als die englische Regierung, und Sir George Colley, der zeitweilige Gouverneur von Natal, eilte mit ungenügenden Truppen gegen die Insurgenten. Der Nest ist ein trauriges Kapitel der neuesten Geschichte. La1)y Floren änderte ihren Plan ; sie wollte beim DreinZchlagen zugegen sein. Sie wollte den Verwundeten auf dem Schlachtfeld ihre Hülfe angedeihen las sen. Zu diesem Zwecke man merke die Logik ließ sie sich vom sashionablen Redakteur und Eigemhümer der fashio nablen .Morning Post- als Kriegöcor. respondent accreditiren und eilte im .Marwick Caftle' nach dem fernen Süd afrika. Aber bei ihrer Ankunft in der Kapstadt erreichte sie die SchreckenSnach richt von der blutigen Affaire auf dem Majubahügel, wo der tapfere aber toll kühne General Colley die vielen began genen Fehler mit seinem und seiner Soldaten Herzblut gesühnt hatte. So bald thunlich, reiste sie nach der Kolonie Natal, wohin in sieberhaster Hast die englischen Militärbehörden jeden verfüg baren Soldaten absandtm. Aber die Frau Correspondentin war nicht weit landein gedrungen, als ihr die unnrillkommene Nachricht zukam, daß Sir Eve lyn Wood in Neill's Farm mit den auf rührerischen Boeren einen .ehrlosen Frie den- abgeschlossen hatte. Mit der KriegScorrespondenz war eö damit. vorbei, und die enttäuschte Dame, welche schon von aufregenden Schlacht bulletins geträumt hatte, gibt ihrem Ekel und ihrer Abscheu über die Entehrung der britischen Flagge durch Mr. lad stone's Regierung unverhohlen Ausdruck. In Anbetracht der Umstände kann man der guten Dame einige starke Worte nicht übel nehmen. Doch besitzt Lady Floren genug englisch: Humor, um gute Miene zum bösen spiel zu machen. Wenn es nicht möglich ist, unter dem Schatten des siegreichen .Union Jack" ins wüst aeleaie Transvaal zu marschi ren, so benutze man die treffliche Gele genheit der militärischen Promenade nch Pretoria zu einem wochenlangen Pick nick im Veldt. Das ist es, wa3 Lady Floren that. Sie besuchte die ver schiedenen Schlachlfelder mit den zahl reichen Soldatengrädern, jammerte über das nutzlos vergossene britische Blut am Jngogoflusse, vergoß eine patriotische Thräne a:f den steilen Höhen deS Ma jubahügels und ritt dann, so oft eZ thunlich war. mit militärischer Beglei tung nach Potchesstrom und Pretoria, wo damals die gemischte Commission unter Sir Hercules Robmson die fünf tigen Beziehungen zwischen den Boeren und der britischen Krone ordnete; von da wieder zurück nach Heidelberg", Standerton und in die britische Colonie Natal. Ihre Beschreibung dieser Route ist höchst ledhast, wenn auch ihre Aben teuer in Folge der friedlichen Sage des Landes nicht so aufregend sind, als sie gehofft hatte. Sie hatte Verwandte un ter den Ossizieren und lobt diese ; aber für die gemeinen Soldaten hat sie nicht viel Sympathie. Und darüber kann man sich kaum wundern. Die Soldaten, welche unter General Carey und Wood den Feldzug mitmachten, waren meisten? junge Rekruten, Schwächlinge, welche den Strapazen nicht gewachsen waren. .Wir brauchen erprobte Männer, um Englands strebendem Namen Ehre und Ruhm zu verschaffen; wir brauchen Kno üen undMuökeln. um Englands ScklaS

ten zu fechten ; und wir haben Unkraut und Schwächlinge in die Uniform ge steckt." Aber körperliche Schwachheit srneint nickt die ein,!ae Untuaend der britischen Soldaten zu sein. Auf ihrer Ruckree traf sie mit einem Wetacyement unter Oberst Curtis zusammen. Ein Boer kam und beklagte sich, daß die Rotyröae in sein Warmhaus emgeorun en Sren und dasselbe rein auSaevlün dert hätten. Der Oberst lieb sofort alle Zelte untersuchen, alle Hasersäcke öffnen. ,Und richtig kam der Plunder zum Vor schein. Ern tapferer Kriege? hatte eine esSlacktete Sau Rwischen den Wollen decken, ein anderer hatte sich eine Flin te (!) angeeignet, fein notier ou)ar war im Besitz eines Assorlemenks eidttn der. GeNoblene Messer. Gabeln und Löffel kamen ebenfalls aus dem Versteck hervor. ES war ein roayre? Jahrmarkt. Der Boer kam üdriaenS niüt zu fun. Er rrhll ein Entschädigung von 40

Lstr. und sein Plunder wurde ihm oben drein zurückgegeben. Die diebischen Sol baten dagegen kamen in Arrest. Aber mit dem Besuch in Pretoria war das Programm der unternehmenden Da me keineswegs erschöpft. Lady Florenee hatte dem gefangenen Cetewaylin Onde Molen, bei der Kap stadt, versprochen, das Zululand zu be suchen; da dieskö fcdoch nach der Rück kchr aus dem Transvaal nicht thunlich war, wurde ein fliegender Besuch nach den Diamantfrldern in Kimberley aus geführt. Roch vor fünfzehn Jahren war Kimberley ein ausgedehntes Veldt, mit einer Farm hie und da : 1857 jedoch fanden die Kinder des holländischen Far merS Jacobs einen glänzenden Stein,

der ihnen lange Zeit als Spielzeug dien te. Em Reisender wollte der Farmers frau den sonderbar aussehenden Stein abkaufen ; sie spottete über diese Zumu thung und schenkte ihm denselben. Er kam m die Hände des Doctor Atherstone m Grayamstown,. der ryn als einen echten, einundzwanzig Karat wiegenden Diamanten erkannte. 'Er wurde für zehntausend Mark verkauft. DaS war der Anfang der Entdeckung und AuS beutung der Diamantenlager in Kim berley. Aber daS Bild, das Lady Flo rence von diesem Eldorado in Südafrika zeichnet, ist in keiner Weise erbaulich. Sie beschreibt m seltsam kontrarnrender Zusammenstellung die Diamantengru den, vag öffentliche Spital und die Ge fSngniffe. Die Gier, in schnellen Besitz der Schätze der Erde zu gelangen, hat Alle ergriffen, selbst die Kaffern, deren yrgerz daraus ausgeht. Mit dem leicht erworbenen Geld Gewehre und Muni tion zu kaufen, um dem weißen Mann mit tödtlicher Waffe entgegentreten zu rönnen em eitler Traum; denn der weiße Mann, mit oder ohne EuropenS übertünchte Höflichkeit, ist der Herr der Welt. Ueber die schwarzen Arbeiter in den Gruben muß eine scharse Aussicht geführt werden; die Versuchung, die Diamanten zu entwenden, ist sehr aroß. Obschon vermuthlich die werthvollsten Edelsteine schon längst aufgefunden sind. so sind gleichwohl die Gruben noch jetzt sehr ergiebig. Der Ausseher einer Grude gab Lady Floren ein paar Häufchen Erde zu durchsuchen, und lnneryalb emer halben Stunde förderte sie zwanzig bis dreißig mittelgroße Diamanten zu Tage, von denen einige tresflich gestaltet waren. Der Aufseher machte ihr einen Diaman ten zum Geschenk, aber er ging auf der Rückreise verloren. Nun zum Spital. In einem elenden Gebäudekomplex, wo ävino und Regen ungernrt Eingang san den, lagen schwarze und weiße Patienten in großer Menge. Die Kaffern mußten sich mit einem scheuerartigen Hinterhaus zufrieden geben. Auf Matratzen lagen sterbende und todtkranke Patienten. Ein blinder Kasfer lag seit zwei Jahren in diesem elenden Loch und sein Wunsch, zu seinen tönern nach Montzburg gesandt zu werden, wurde von der Negierung nicht ersüllt, weil die Unkosten zu hoch waren. Wenn er setzt im elterlichen HauZ ist, so verdankt er seine bessere Lage der edelmüthigen Lady. Neben diesem Patienten jammerte ein Elender, dem am selben Morgen Arme und Beine waren amputirt worden, aber keine hkl' sende Hand befeuchtete die brennenden Lippen des zum Tode Erkrankten. Ein alter Mann und seine Frau waren die einzigen Wärter in diesem Spital. Sie hatten anderwärts zu viel zu thun, um sterbenden Kaffern die letzten Lebens stunden zu erleichtern. Einen nicht we Niger traurigen Anblick gemährte- daS StaatSgefängniß. Eine Menge Gefan gener, Männer und Weiber, einige den besten Ständen angehörend, saßen dort verurtheilt sür Diamantdiebstähle oder unerlaubten Handel in edeln Steinen. Auch zwei Häuptlinge des KfferkönigS Sekukuni befanden sich dort, würdevolle Gestalten. An Mördern fehlte es auch nicht. Und angesichts der Gier nach Gold, welche Weiße und Schwarze er griffen hat, kann man sich nur wundern, daß Mordthaten nicht hausiger vorkam nun. Auf der Reise nach Kimberley, zwischen Bethlehem und Winburg, wur den die Paffagiere des Postwagens be waffnet. Wenige Stunden vor ihrer Ankunft im letztgenannten Ort, war ein junger Mann ermordet .worden. Er hatte unvorsichtiger Weise im WirthS hauS ausgeplaudert, daß er zweihundert Pfund bei sich führe. Unsere Reisenden trafen das reiterlose Pferd an, daS sei rien Weg nach dem Stall nahm. Der Leichnam wurde nicht aufgefunden. Das Veldt ist groß, und die Polizei gab sich nicht die Mühe, Nachforschungen anzu stellen, die sicherlich resultatlos bleiben würden. Nach ihrer Rückkehr von Kimberley konnte Lady Florence den letzten Theil ihres Programms ausführen. Sie be suchte in der Begleitung des Sir Evelyn Wood das verwaiste Zululand. DaS wir zur Zeit, als die von Lord Wolseley eingesetzten Duodezkönige, die vormals von Cetewayo ausgeübte KönigSwürde unter sich theilten. Hier notiren wir, zur volleren Würdigung des Charakters der edeln Dame, ihre Ansichten über Gladstone'S Politik gegenüber dem Transvaal und dem Zululand. Wäh rend sie über daS englische Cabinet die Schale ihres Zornes auSgießt, weil es den Boeren die geraubte Unabhängigkeit zurückgibt, schleudert sie gegen dasselbe Cabinet die bittersten Worte, weil eS nicht schnell' genug dem gefangenen Cete wayo die geraubte Krone restituirt. DaS sind Widersprüche, welche sich Politiker zu Schulden kommen ließen, die nicht, wie Lady Florence, in ihren Bewegungen durch Unterröcke genirt sind. Lady Flo rence hatte einmal an Cetewayo, dem schwarzen Fürsten, den Narren gesreffen, weil er schwarz war; während sie den dummen, halsstarrigen, groben Boeren keine gute Seite abgewinnen konnte. Doch war kein Boer ihr gegenüber so grob, als sie selbst ihnen gegenüber war, obschon ihr einmal eine Boerfrau die Thüre vor der Nase zuschlug. Erzählt t uns Doch selbst, daß sie im Transvaal, in Heidelberg, den Belagere? von Poi chefstroom, Cronje, so lange auf dem offenen Markte angestarrt habe, bis die ser tapfere Soldat vor ihren rollenden Augen daö Feld räumte ! Das kann nur me engllsche Lady (mit dem groben L) sich erlauben ! Doch zurück ins Zululand. Der Marsch oder besser Ritt durch diese

zweite .Land des Unglück' war in vieler

Hinsicht eine Wiederholung der Tour durch das Transvaal, außer dag das anhaltende Regenwetter die elenoen Straßen noch bodenloser als gewöhnlich machte und ein tückischer Nebel oft alle AuZstcht verdarb. Im Uebrmen hielt sich die Dame an die Eskorte des bri tischen Generals und schlug wohlweislich, so oft es sich thun ließ, ihr Zelt in der Nähe des Furgon auf, wo die Lebens Mittel akführt wurden. Was Lady Flo rence im Zululand fuchte, ist nicht so leicht zu sagen. t Antilopen jagen konnte sie dort wenigstens nicht, und verfönliche Abenteuer ließen sich mit dem besten Willen nicht austreiben, eS sei denn, man rechne daS Steckenbleiben im Schmutz als eine Merkwürdigkeit. Doch halt! Ein der Kupferstiche mahnt uns, daß auch das Zululand der Lady die er wünschte Aufregung nicht vorenthielt. Eln Maulesel stahl ihr Nachts den Brov sack aus dem Zelt ! Aber er war diesmal an den Unrechten gekommen. Auf springt die unerschrockene Dame, ergreist einen Stock, rennt den diebischen Bley und seinen Gefährten nach ohne ihre Reit stiefeln und Strümpfe blos in einen Ulster gehüllt jagt dem Thiere den Sack ab und trögt ihn im Triumph ins Zelt zurück. Nachdem man Schlacht felder besucht und an Gräbern geweint hatte, auch das Marmorkrenz an der Stelle, wo der Prmz Louiö von emem ZulU'Affegai getödtet wurde, erhielt ih ren Thränentribut war Lady Dixie des Zululandes müde und machte sich an die Rückreise nach dem Tugelafluß, ge folgt von dem Diener Tom und BlobbS ! Ja wer ist BloobS ? Das ist My Lady'S LieblingShund, dem auf dem Marsche die mühsame Aufgabe zufiel, zwischen seiner Herrin und dem Proviantkarren durch beständiges Hin und Herlaufen Fühlung zu behalten, wofür das artige Thierchen das oeneidenLwerthe Vorrecht genießen durste, in kalten Nachten seiner Herrin zarte Fuße mit seinem zottigen Pelz warm zu halten. Jawohl, englische Damen haben ihre Hausthiere am Her zen, und am Tugelafluffe ritt My Lady ohne Zaudern rn de hochgeschwollenen Strom, um ihrem .BlobbS", den die reißenden Wellen flußabwärts trugen, das Leben zu retten. Wie du mir, so ich dir. Dann gmgS zurück nach der Kapstadt, zu einem letzten melancholischen Besuch in Oude Molen, wo damals Cetewayo seine Ungeduld mit schwachen Hoffnungen nährte; und nach einer neun Monate dauernden Abwesenheit trug sie der Dampser, mit Tom, Punch, Nancy und BlobbS nach England, aus dem .Land des Unglücks" weg. Im Lause ihrer Beschreibung hat sie an der Politik englischer Staatsmänner viel auszusetzen gehabt. Eines sollte sie jedoch trösten. Hätten DiSraeli und Gladstone ihren Rath immer befolgt, so hätte eine drol llge Dame die Gelegenheit eingebüßt, ein recht drollige Buch zu schreiben. C. C. Schardt. Der Kofgartner. Bon org v. tolp. Der rauhe Herbstwind psiff und die Sommerresidenz Pillnitz und die gelben Blätter tanzten bereits in den langen Alleen des Schloßparkes, und noch war August der Starke,König von Polen und Kurfürst vonSachsen, nichtnachDresden übergesiedelt, sondern bewohnte noch im mer seine Sommerfrische. Inzwischen begann in dem prächtigen und vergnü gungssüchtigen Dresden bereits die Win tersaison mit ihren Bällen, Concerten, Opernaufführungen, Carouffells und Lustbarkeiten aller Art, deren Mittel Punkt und Leben gebendes Prinzip König August sonst zu sein pflegte; in die sem Jahre aber schien eZ. als sei er der Zerstreuungen üderdrüffig und wolle gar nicht an den Freuden der Saison theil nehmen. Die Leute in Pillnitz sowohl, wie in Dresden steckten darob verwundert die Köpfe zusammen und munkelten von allerlei unangenehmen Vorfällen, die in Warschau paffirt sein sollten, ja, man sprach sogar von Rebellion der polni schen Magnaten und der Hinrichtung des Hauptschuldigen. Ganz so schlimm lagen die Dinge nun zwar nicht, aber immer schlimm genug, um dem König die gute Laune völlig zu verderben. König August war bei sei nem letzten Allsenthalte in Warschau mit dem übecmüthigen und stets aufsässigen polnischen Adel in ernste Conflickte gera then, deren Folgen sich noch nicht absehen ließen. Besonders waren drei der Un botmäßigen, die beiden Grasen v. So lenky und der Graf v. RomanSky, nur durch Anwendung der schärfsten Gewalt maßregeln zum Gehorsam zurückzubrin gen gewesen, und entwickelten jetzt, nach zuverlässigen Nachrichten, unter ihren StandeSgenoffen'eine lebhaste agitato rische, dem König feindselige Thätigkeit. Seit etwa vierzehn Tagen waren sie obendrein aus ihren Schlöffern ver schwunden, und Niemand wußte, wohin sie sich gewandt. König August befand sich daher in steter Aufregung, fürchtete jeden Augenblick die Kunde von einer in Polen ausgebrochenen Empörung zu er halten und empfand begreiflicherweise unter diesen Umstanden venig Lust, sich an den Vergnügungen in Dresden zu betheiligen. Der König war indessen nicht derEin zige, der in Schloß Pillnitz trübe und mißmuthig vor sich hinblickte. Unten in den Parterreräumen, wo die Bediensteten des Hofes ihre Wohnungen hatten, faß in einem mit Hirschleder ausgeschlagenen Lehnstuhle der Hofsilberbewahrer, Her? Christian Birklaub, in übelster Laune. Auch ihn plagen Sorgen, freilich nicht solche, welche ein Königreich betrasen, sondern nur solche, bei denen es sich um das Regiment in seiner Familie han belle. Er hatte (3 immer straff nnd sicher gehandhabt, Zucht und ehrbare Sitte ausrecht erhalten, und nun aus einmal versuchte seine TochterClementme ihre eigenen Wege zu gehen. DaS war unerhört. Die Thörichte hatte eS ge wagt, hinter dem Rücken des Vaters ihr Herz zu verschenken, noch dazu an einen ganz armseligen Gärtnerburschen, der mit einem Bündelchen Sachen in Pillnitz einmarschirt kam und völlig mittellos var. Ein schmucke? Bursche ar er ja.

dagegen ließ sich nichts sagen, auch tüch

tig in semem Geschäft, wie der alte Hos gärtner versicherte, aber das änderte nichts an der Sache, denn er blieb da rum doch immer ein armer Schlucker, dem .der Hofsilberbewahrer Christian Birklaub nun und nimmermehr feine einzige Tochter zur Ehe geben konnte. Bis hierher war der entrüstete Vater gerade mit seinen Gedanken gelangt, als sich die Thür öffnete und Clementine he reintrat. .Nun," rief ihr Birklaub entgegen. wie steht'S, bist Du noch immer nicht-zu Verstände gekommen V DaS Mädchen wurde roth bis über die Schläfe und sQua die großen blauen Augen nieder. .Nein, Vater sagte sie leise, aber fest. Nein ? Ist das eine Antwort sür ein Kind, da? den schuldigen Respekt vor einem Vater hat ? Ist das der Dank sür die Liebe, mit der ich Dich groß gezogen nnd gehütet habe bis heute V Ader, lieber Bater ! Bist Du in die ser ernsten Sache, die mein LedenSalück betrifft, nicht vielleicht zu hart " Au hart? Ei. seht mir doch !" polterte der Alte. .Ich habe sechzig Jahre die Welt mit offenen Augen angesehen, weiß. wie es darin zugeht und habe oft genug erzayren, was es nachher für emen Jam mer gab, wenn ein junger Mensch, der nichts hatte, leichtsinnig daraus loS hei rathete. DaS Elend will ich Dir er sparen.Du hast mir schon ost gesagt, .Du hättest für mich gesorgt und würdest mir einst ein anständiges kleines Vermögen hinterlassen." Das schien den Alten auf'S Höchste aufzubringen, zornig sprang er auS sei nem Stuhle empor. Also auf meinen Tod wartet ihr schon ? Ihr wünscht womöglich, ich segnete heute schon das Zeitliche !" .Vater 1" rief Clementine schluchzend. .wie kannst Du so etwas denken !" Er wandte sich ab, sie aber ergriff sei ne Hand, die er ihr in dem Gesühle, zu weit gegangen zu sein, willig überließ, und Clementine suhr bittend fort: Lieb ster Vater, bedenke doch, es ist ein ordent l ich er, braver Mensch, und ich liebe ihn mehr als mein Leben. Er möchte heute noch einmal mit Dir reden ; höre ihn an, weise ihn nicht ohne Weiteres rauh ab. Ich bitte Dich von ganzem Herzen darum.Birklaub konnte den flehenden Worten nicht widerstehen. Ein .Nein" lag ihm zwar auf der Zunge, doch er vermochte es nicht auZzusprechen. Clementine nahm sein Schweigen sür Zustimmung, drückte einen dankbaren Kuß auf seine Hand und eilte davon. .ES ist doch ein schweres Stück, mit Weibsleuten fertig zu wer den murmelte der Alte, während er im Zimmer auf und ab zu gehen begann. Schon nach wenigen Schritten blieb er wieder stehen, denn es pochie an die Thur und auf sem .Herein!" trat der Gärtnerbursche Werner Thalau m'S Zimmer, ein junger, wohlgebildeter Mann und, wie sein Austreten zeigte, von guten Manieren. Der Alte muster te ihn mit einem scharfen Blick und er widerte seine l'öfllche Verbeugung nur mit einem kurzen Kopfnicken. Weiß schon, warum Ihr kommt rief er barsch. .Hättet Euch den Weg ersparen können.DaS würde für mich und Eure Toch ter ein großer Schmerz sein, Herr Hof silberbevahrer", versetzte der junge Mann. Sie hat mir, dem schlichten Gärtner, ihr herz geschenkt und mich dadurch hoch beglückt. Durch Ihren Widerspruch würden Sie alle unsere Hoffnungen natürlich gänzlich vernich ten." Der Alte blickte ob dieser rubiaen Re de verwundert darein; er hatte einen stürmischen Liebhaber erwartet und sah sich einem besonnenen Mann gegenüber, der leidenschaftslos seine Sache vortrug. Seine Entgegnung war oayer auch yö licher. als er beabsichtigt. Es thut mir leid. Euch enttäuschen zu müssen", sagte er. .Doch kann ich's nicht ändern; alles weitere Reden ist überflüssig." .DaS kann Ihr Ernst nicht fein, Herr Hofsilberbewahrer", entgegnete Werner, obne sicb abschrecken zu lassen. ?ich möchte Sie noch einmal recht herzlich bitten, nicht o kurzer yano eine isrn r r . . i.tr. v: t.:.rr.: i iqcioung zu ikkltt, Uic vsl unimtyi später bereuen werden .Derartiae wohlweise Warnungen behaltet hübsch sür Euch, ich bin alt ge nug, um keiner Belehrung von einem jungen Menschen, wie Ihr seid, zu be dürfen. Zudem jage xq tzuq noch ein mal. ich gebe meine Tochter keinem Ha benicht?, keinem Handwerksburschen, der so dahergewandert kommt mit seinem Bundelchen und von dem man weder weiß, wo er daS Licht der Welt erblickt, noch was er für eine Vergangenheit ge habt. Die Tochter des Hofsilberde wahrerS Birklaub kann höhere Anfprü che machen. Da habt Ihr meine Ant wort kurz und klar und ich kann Euch nur rathen. Euch danach zu richten, da mit Ihr nicht schneller, als Euch lieb ist, wieder von dannen ziehen müßt." Werner war leichenblab geworden. So schwer hatte ihn noch Niemand be leidigt; aber mit aller Kraft zur Ruhe zwingend, antwortete er : .Meine Eltern sind in Zittau anfäßige. ehrenverthe Leute, die mir, obgleich mit GlückSgü tern wenig gesegnet, eine gute Erziehung haben zu Theil werden lassen. Meine Lehrzeit als Gärtner habe ich bei einem wackeren Meister in Schlesien durchge macht und dann mehrere Jahre in einer Gärtnerei in Warschau gearbeitet. DaS ist mein schlichter Lebenslauf. Wenn ich Ihnen zu gering bin, so muß ich freilich auf Clementine verzichten. Damit wird aber nicht nur mein, sondern auch daS Lebensglück Ihres Kindes zerstört, was i ck einmal in bedenken bitte. Wollen Sie Ihre Tochter um äußerer Klücksaüter willen zu einem verhaßten Ehebunde mit einem Andern zwingen, fo " n,kn?t,t Gurt Weiöbeit für foiäV. unterbrack ibn der Alte heftig. .Ihr wikt. wa ick aefaat habe, und damit basta. Gott besohlen, Monsieur Wer ner !" Diele schroffe Abweisung schnitt ie deS weitere Wort ab und stumm verließ der junge Man das Gemach. Als cr

draußen den Corridor - hinunterging, fühlte er plötzlich von zwei weichen Ar men feinen Hals umschlungen und Cle mentinenS thränenfeuchte Augen schau

ten , hm m'S Antlitz. WaS sagte mein Vater?' Nu terte sie angstvoll, .hat er Dich angehört ? Ist Hoffnung sür unS?" .Ach. Alles ist verloren!" seufzte Wer ner, die Geliebte an sich drückend, und meines Bleibens kann hier nicht länger fein. Noch heute bitte ich den Hofgärt ner um meine Entlassung." So willst Du fort? O, ich ertrag' es nicht !" schluchzte Clementine. Halte Dich ausrecht, Geliebte. Wandere ich auch jefet von dannen, mein Herz bleibt stets bei Dir und auch Du wirst - . 5. C! ! im "... mir rreu vielven, oaoon ein x, uuci zeugt, bis einst bessere Zeiten für uns anbrechen." Das werde ich, ich schwöre eS Wir. Aber meine Hoffnung auf bessere Zeiten ist gering; der Vater scheint unbeug samFasse Muth, treues Ausharren mutz uns doch einst zum Ziele führen," trö stete Werner. Erwarte mich heute Abend um sieben Uhr hinter dem BoS quet am neuen GewächShaufe, damit ich Dir noch einmal Lebewohl sagen kann. Bis dahin behüt' Dich Gott." Er löste sanft lhre Armr von semem Halse, drückte einen Kuß auf ihre Llp pen und schritt schnell den Korridor hin ab. DaS Herz klopfte ihm stürmisch. er hatte Muhe, seinen Schmerz von er nem lauten Ausbruch zurückzuhalten. Doch er hielt sich tapser. Nicht so Cle mentine. Als der Geliebte ihrem Auge entschwunden, lies sie auf ihr Zimmer und gab sich dem vollen Auebruch ihre5' Jammers hin. Der Abend senkte sich au das Elbthal und Schloß Pillnitz herab, ein kalter Nordwind rauschte durch die hohen Bäume der Alleen und bald' war daS Schloß und seine Umgebung in Dunkel gehüllt. Wie verödet war der lange Bau; nur aus einigen Fenstern des obern Stocks, den der König bewohnte, und des Erdgeschosses, welche die Be diensteten des Hofes inne hatten, schim merten Llchtstrelsen heraus und nelen auf die entblätterten Baumstämme deS ParkS, der völlig menschenleer war. Doch nem! Dort bewegte sich eine. Männergestalt vom neuen Gewächshaus nach dem großen BoSquet zu, und kaum war der nächtliche Wanderer hinter dem Bokquet angelangt, als eme Frauenge stalt auf ihn zueilte und sich rn feine Ar me warf. Gott sei Dank, daß ich Dich finde. Was habe ich schon für Angst ausge standen. Du könntest verhindert sein, zu kommen." ., ArmeS Kind," versetzte der Mann, Du bist ja ganz außer Dir. Und in solchem Gemüthszustande muß ich Dich verlassen!" Ist Dem Fortgehen unwiderruflich, Werner. Mir ist'S immer, als könnte ich Dich nicht von mir lassen und als würden wir, einstmal getrennt, unS nie wiedersehen. O, bleib noch, warte ab. ob sich d?r Sinn meines Vaters nicht ändert, 00 ' sie schrak zusammen und schwieg. ES war, als wenn drüben an der anderen Seite des BoSquets das welke Laub unter Tritten geraschelt hätte. Beide traten dicht hinter einen TaruSbäum und lauschten. Sie sollten nicht lange in Ungewißheit über die Natur deS Geräusches bleiben, denn wenige Seiun den später schritten zwei in Mäntel ge hüllte Männer vorsichtig an ihnen vor über, dem Schlosse zu. Da wurde plötz llch lm Schlosse laut gesprochen und die Thür geöffnet wahrscheinlich trat em Lakai irgend emer Besorgung wegen in's Freie nnd die beiden vermummten Männer sprangen schnell, um sich zu verbergen, in das Bosquet. Nur we nlge Schritte von den Liebenden ent fernt drückten sie sich in das Gebüsch. Beide sprachen hastig und gedämpft mit einander. Anfangs vernahm Wer ner wohl die Laute, ohne jedoch die Worte zu verstehen, bald aber erkannte er : die unheimlichen Gäste sprachen pol nisch. Was wollen sie, was beabsichtig ten sie hier? Werner, der wahrend seines früheren Aufenthaltes in Warschau jene Sprache gelernt hatte, lauschte ange strengt. DaS weiß ich ganz genau," sagte der Eine, nach seiner tiefen Stimme zu ur theilen, der Aeltere, , .dort drüben ist das kleine Portal, aus dem er heraustritt, wenn er nach der Tafel feine gewöhnliche Spazierfahrt unternimmt. Wenn man sich hinter dem Bosquet gedeckt hält.kann man ihm bis aus zehn Schritte nahe kommen." Dann sind wir unserer Sache so gut wie sicher," versetzte der Andere, denn auf zehn Schritte treffe ich den Punkt über dem i." Und wenn ich hinter dem kleinen Pförtchen dort die Pferde bereit halte, so kannst Du sicher entfliehen, denn oyne Zweisel wird man sich in der ersten Ver wirrung nach dem Schuß gar nicht um Dich bekümmern, soudern Alles wird dem König zu Hülfe eilen." Werner zuckte zusammen. Jetzt wußte er, waL die beidcn Polen im Schilde führten. Auf das Leben des KSnigö hatten sie eS abgesehen und sie orientirten sich jetzt, um daS Attentat so sich? als möglich ausführen zu können. Ein Glück, daß Clementine nichts von dem Gesprochn nen verstand, sie würde sonst schwerlich ihre Aufregung haben bemeiftern kön nen. .Wir müssen noch heute RomanSky benachrichtigen nahn der Eine der Po len wieder daS Wort, .damit er Pferde zum Wechseln auf der ganzen Strecke bis Hamburg bereit hält. Du bist dann sicher, nicht eingeholt zu werden, und das englische Schiff erwartet nur Deine An kunst, um sofort unter Segel zu gehen. Hier nimm den Brief, er enthält genau die Route, die Du nach Hamburg ein schlagen mußt und wird Dich auch dem englischen Kapitän gegenüber legrnmr ren. Wenn dann in Warschau die neue KönigSwahl vollzogen und unser Vetter DemetriuS auf den Thron gelangt ist. kehrst Du zurück und eS wird an Beloh nung für uns nicht fehlen Bei diesen Worten hatte er einenBries hervorgezogen und id.n seinen Begleiter

überreicht, der ihn in die Hintere Rock tasche stecken wollte, dieselbe ber ver fehlte und,ohne eS zu merken, daSSchrist stück auf den Boden fallen ließ. Gleich daraus erhoben sich die Män ner, um sich zu entfernen. Werner, der Alle? gehört, auch das Niederfallen des Briefes bemerkt hatte, zitterte vor Be gierde, sich deS wichtigen Schriftstückes zu bemächtigen. Kaum hatten die Ber fchwörer das BoSquet verlassen, als er sich auf den Brief stürzte. Se leise er aber auch seine Bewegung auszuführen versuchte, die Ausregung hatte ihn die nöthige Behutsamkeit vergessen lassen. Ein trockener Zweig zerbrach unter sei nem Fuße und im Nu drehten sich die beiden Polen um. .Jesus Maria l Wir sind verrathen !" stieß der Aeltere hervor, während er wie ein Tiger auf Werner zusprang, der, den Brief in der Hand, nach dem Ge vächShsuse zu entkommen suchte. Allein der jüngere Pole warf sich ihm in den Weg. In dieser verzweifelten Lage tönte plötzlich ClemenrrnenS angstvolle Stimme hilferufend durch die Nacht. Das junge Mädchen begriff von dem ganzen Vorgang nur soviel, daß ihrem Geliebten Gefahr drohe und ließ, fo laut sie es vermochte, ihrenHilferuf erschallen. Die Polen stutzten, im nächstenAugen blick war Werner mit einem schnellen Seitensprung an dem jüngeren Polen vorüber. Er glaubte sich gerettet; da knallten zwei Schüsse hinter ihm, er fühlte einen stechenden Schmerz im linsen Oberarm, rannte ausschreiend noch ein Dutzend Schritte weiter, ann wurde eö ihm schwarz vor den Augen, er tau melte und stürzte ohnmächtig zu Boden. Aber schön waren durch das Geschrei und die Schüsse die Bewohner des Schlosses alarmirt worden. Die Thü ren flogen auf, eine Anzahl Diener stürzte mit Lichtern heraus und die Polen, ein sehend, daß ihreSache verloren sei, such'

ten ellig ihr Heil in der Flucht. D r Verwundete wurde aufgehoben und die Bersolguna der Verbrecher versucht, wel chen es jedoch im Schutz der Dunkelheil gelang, zu entkommen. Werner erdachte, nachdem er von der geschickten Hand des Leibarztes verbunden worden, bald aus seiner Ohnmacht und vermochte nun über ds Vorgefallene, das Allen noch immer ein Räthsel war. zu berichten, sowie den verhängnißvollen Brief, den er krampf hast rn der echten festgehalten, vorzu weisen. AuS dem Schriftstück eraab sich unwi derleglich, daß es auf ein Attentat gegen den Snlg und eme Emvöruna des vol nischen Adels abgesehen war. ES wur den daher schleunigst alle Maßregeln ge troffen, die drei Hauptschuldigen, die beiden Grafen SolenSky'-eS waren die Beiden, welche Werner belauscht hatte und den Grafen RomanSky aussindia zu machen. Man fand die Hochverräther schon am nächsten Tage in einem Dorfe bet Dresden versteckt, tranövorhrte sie in Ketten nach der öauvtikadt. und das Ge richt verurtheilte sie zu lebenslänglichem Kerker aus der Festung Köntgsstem. RomanSky und der ältere Solensly star ben Dort bereits nach wemaen 5labren. der jüngere Solensly aber hat über vier zig Jahre aus der Bergveste an der Elbe zugebracht. Werner qenaö unter der Pfleae Clementinens sehr bald von seiner Wunde. Der onig beschenkte ihn schon am nächsten Tage nach dem eben erzählten Bor soll mit einer Summe Geldes und er nannte ihn nach seiner Genesung zum yosgartner vonPillnitz, da der bisherige Hofgärtner feines AllerS wegen schon wiederholt um seine Pensionirung nach gesucht hatte. ES war nur natürlich. da& unter so bewandten Umständen auch der Hossll berbewahrer. Herr Christian Birklaub. andere Saiten auszog. Als Werner abermals der ihm anklopfte, rief er gar freudig .Herein!", reichte ihm die Hand und versicherte, daß er einem so wackeren jungen Manne, der seinem Könige das Leben gerettet habe, von Herzen gern das Lebensgluck semer Tochter anver trauen wolle. Daraus gab es alsbald in Villnik eine fröhliche Hochzeit, und Clementine wurde ihrem Gatten eme liebevolle, bescheidene und fleißige Hausfrau. Der neue Hof aärtner verwaltete sein Amt zur arökten Zufriedenheit feines königlich? Herrn. Er suyrte verschiedene geschmackvolle Parkanlagen auS, legte eine große Baumschule an, beförderte besonders die Obstbaumzucht und unterwies viele junge Leute darin. Er hat sich um die da malS noch sebr vernacklässiate Vsieo.e deS ObstbaumeS in ganz Sachsen so verdient gemacht, daß auch heute noch sein Name von den dortigen Gärtnern mit Achtung genannt zu werden verdient. tax m. Mir träumt', der Himmel sammt der Erd Sollt' eine Bowle sein ; Dazwischen flöß daS weite Meer Und ser von lauter Wein. Die Sonn" sei eine Apselsin' In üppig goldner Gluth, Und stiege selbst herab, und ernt Sich mit dem Traubenblut. Draus baU ich von dem Firmament Den Mond herabgespießt. Der hätt' als großer Zuckerhut Mir das Getränk versüßt. Und als der Stoff beisammen war. Hätt' ich mich hingesetzt. Und mit manch ungeheurem Zug Mein durstig Herz geletzt. Und hätt' nicht ehe? aufgehört. Bis daß die Bowle leer; Und was dann das Merkwürdigste Dabei gewesen wär: .Daß Niemand nach der Zeche mich Für solchen Trunk gefragt. Und baß am andern Morgen auch Kein Kopsmeh mich geplagt ! " Ermahnung. Nichter : Ich mache Sie nfmerksam, daß Sie die Wahrheit zu sagen haben Sie könnten sonst zu einer FreiheitS strafe verurtheilt werden und hätten außerdem in diesem, wie in jenem Leben noch andere Fatalitäten zu gewärtigen

O5ktlsänaerlied. Qto iurtl infctj

Nichts verteuert so daö Lebe, w . - jT ww Als oas vleie vi"' Hat man dann nichts mehr zum Vleqm cvaffi rxü.ciiX C Tcrnr(fltn. tjam man ojiubiu , , . . Endet mit der Galgenfchnur, Wie dies LehmannS Fritz erfuhr. Nämlich dieser LehmannS Fritze Kaust oft bei der Sommerhitze Theurer Kirschen manche? Schock Und befleckt damit den Noa. Aber da die Kirschenkerne Er aß meistens garnicht eherne. ozog er mit dem atapuir Sie nack seines Lebrers Vult? Kaufte Würste auä in Masse, & sie gierig auf der Gaste, Denn der gute Fleischer Degen Hatte weiter nichts dagegen. ' Wab da'S Taschengeld Nicht xtiQK, Wozu er doch Sehnsucht zeigte. Und nun bald begann zu stehlen. Brauch' rch nicht erst zu erzählen. Einmal siabl er örsierS DSchsel Und ost macht er falsche Wechsel. Warum gmg mit dem GenScarm Er so ost auü Arm in Arm. Dies macht' seinen Muth nicht klein. Brach die Noth auS, brach er cmSo kam er in große NothUnd schlug einen Juden tobt r Als er ihn darauf bedieMe, Half ihm Malchen, die Geliebte Solches sah ein Detectiv, . Der just in der Nähe schlief. Dieser führt' bei Mondeshelle Beide nach der stillen Zelle. Nun gebt Acht und zittert nicht. Jetzt kommt'S heimliche Gericht, Erst schloß man sie ganzlich lruQA' Bor dem ganzen Publikum, Daß selbst Lenchen, FrijenS TanteRies: Ach nee, iS das 'ne Schande.' Foltert d'raus sie bis zum Rasen, Mit dem schars gespickten Hasen.' Als das holde Paar gestand. Fertig schon der Galgen stand. Hier hängt Fritz nun an dem Galgen, Nebst dem heißgeliebten Malchen, Raben, Krähen, groß und klein, . Hacken gierig ihr Gebein. Seht, hier hackt 'ne Mandelkrähe Just an Malchens großer Zehe Und ein Rabe zerrt mit Kraft Hier an Fritzens Stiefelschast. Der Hinrichtung sehn w Ruh Auch die lieben Eltern zu Und sie rufen : Welch Malheu? i Ach nee. so was lebt nich mehr. Doch nun ist des LeidL genug. . Steckt jetzt ein das Taschentuch, Aber merkt euch die Moral : Nascht niemals, 'S ist ein Skandal l Unverbesserlich. Wenn ich einer Frau in'S Auge feh'. Einer hübschen, daS versteht stch Fühl' ich mich krank, mir wird so weh'. Mein ganzes Wesen verdreht sich ; Ich möchte bis auf deS Herzens Grund Hinab durch'S Auge ihr tauchen, Und werd' ich drunten nicht gesund. Dort meinen Geist aushauchen. Jedoch gesetzt, ich würde heil Dem Abgrund mich entrafsen. So wär'S nur, um in aller Eil' Mich wieoer krank zu gaffen. CrassuS. Von dem wegen seiner Gutmütigkeit bei seinem Volke in au tem Andenken fortlebenden König Max von Baiern cxistirt u. a. folgende recht artige Anekdote : Einst weilte der König am Tegernsee. Auf einem Spazier gange begegnet ihm eines Tages ein Bauer jener Gegend und theilt ihm mit, wenn er eine schöne Aussicht liebe, so möge er ihn doch einmal besuchen; sein Haus stehe auf einer Anhöhe, von der aus er eine weite Aussicht habe. Der König gab der Einladung Folge und fand in der That die Aussicht dort herrlich. Der Bauer aber war traurig und klagte, daß ihm ein Stuck Rindvieh gefallen. Der König tröstete ihn und er setzte ihm den Verlust mit Geld. Einige Zeit darauf kam der König wieder. Der Bauer war abermals traurig, denn eö war ihm ein Pferd gefallen. Wieder tröstete König Max ibn und kaufte ihm ein anderes Pferd. Zum dritten Male kam der König, und zum dritten Male jrmmerte der Bauer, daß ihn ein Unfall getroffen. Da meinte der König : .Da mir, so oft ich zu Dir komme, ein Unfall vorangeht, so will ich lieber nicht mehr zu Dir kommen, sonst könnte nach und nach Deine Wirthschast zu Grunde ge hen Sprach's, ging und kam denn auch wirklich nicht wieder. Richter: .Ihr Alter Dame : .Ich stehe in den Zwanzigern!- Rich. ter : .Ich ersuche Sie, stch bestimmter auszudrücken ! Dame : .Ich bin 1853 geboren Richter : .Sie sind also 30 Jahre! ? Dame : .Nein, noch nicht, das werde ich erst morgen !" Ein Paar P?öb chen ane rikamschen WitzeL entnehmen wir einer, westlichen Zeitung : .Ich glaube nicht, daß du dem Wasser die richtige Temperatur gegeben hast sagte die besorgte Mutter zu der neuen farbige Würterin ; .du mußt daö Ther mometec hineinhalten." .Was das für ein Instrument sein? .Ein Jnstru ment. an welchem man sehen kann, ob das Wasser zu heiß oder zu kalt ist." .Ich das ohne Instrument sehen ; wenn Baby blau werden, dann Wasser kalt; wenn roth werden, heiß..Nun, mein Junge,- sagte Jemand, der sich vor einem Hotel die Stiefel pu jen ließ, zu dem jugendlichen Wichsier, .wenn ich dir einen Dollar für deine Arbeit gebe,- so wäre wohl dein erster Gedanke ein Gang nach dem EircuZ V .DaS nicht,- lautete die Autwort, .mein erster Gedanke wäre der, daß Sie ni: eine falsche Note gegeben hätte..Wie kurz dem Pferde der Schwanz abgeschnitten ist ! .Sein Herr gehört zum Thierschujverein ; er meint, daß durch diese Maßregel die armen Fliegen am venigsten zu leiden hätten.- . .Orpheus zog Baume nach sich durch die Allgewalt seiner Musik. Die Musik des harmlosen Kater ist noch vlelmäch tizer, ihr folgen Schüreisen. Stiefel, lnechte und allerhand andereStgenpändt. 'znach- "