Indiana Tribüne, Volume 6, Number 207, Indianapolis, Marion County, 15 April 1883 — Page 4

DcsrbyS Mgsadic Mi t ei FKlrthschas!STeseftab f, allgemeinen Familiengedrauch.

i ege WöJdtidö) I ...t udivhS,Siebtt. I (?s merzt Diphtk,ie. pi I " chelftnb, Halsgtt S M?alar!a ÜUS. 1$"' Vo. arcairro hk ui ansteckenden?? Kette. Wer ffrank bedient, sollte es ichlich gebrauckeu. Gelde ,,k,r Ist damU (teilt reoibn. MdAlwm fe schwarze Erbrechen fiattgefnnden Kutte. Fiebernd nd krank Skarbnt kurirt. t)' CkCClUkVl. UHV , Wundliege verbötet . durch Bade tt .Dar bys luid. VretLsr untolb lichßkmachtn.gneiniat. 0,i glimme HA ek Ziidere btKxniUeU nsteckungSstols je ftört. Cn exfr Äft, Kroftbenle, Ha, Krrdoidcn, ausge, rieten Hant x. heativS ge heilt. Welcher. w?iberTe!nt durch dadrauch deS ftfnid erlangt. echiffsNebcrrnMt. 'vm einige dO . AthemA nv Sa j bern der Zähne ist i e9 uniliertreMich. ' Katarrh gelindert nd ' fteheUt. .Rose geheA. Brandwund auf der - Stelle gelindert. Narbe rerhüttt. Ruhrkurirt. 'könnden rasch stielst. t Ich habe das mluti wkhrrnd unserer fetztaea ScharZack'sieber eimsuchuizg ritt entschiedenem Ruhen gmendet. CJ ist l:ta$ örankenzimraer ncrlüich. Wm. F. Scnrss'.-d, Cvtit, Ala. Sin Mittel qege, thie, rte oder Pflaujifte, Stiche x. Poa'e nd Zto&tn Karde verhütet. öi MUzlUd rarin Familie bekam die Pocke. Ich wendete da fclKid aa : der Patient nsiel nicht in Fieberhitze, ie die keine Pkuarba, konnte nach etra drei Wochen wieder her he, nd die Andere km Hause blieben er ch0t. I. W. rkiu son, Pbilsd,lvk!a. 1 Die Aerzte hier e krauchen DardyS ,?Iatb mit großem Erfolge bei Diphtherie. .Stollennerk. Lreknsb?re. Ala Flechte ausgetrocknet, öholera rerhSiet. (Seschwüre gcnluizt nd geheilt. VeiTodeSsälle sollte der LkichuZA damit tt handelt werde ; es wird jeden widerliche Geruch verhüten. Der ausgezeichnet rzt Dr. I. Vkarto LimS. New Fcrk, att : Ich bin berjeuat, deß Vrof. DarbvS Pr?xbn lattte Flu'd ei werth volles Deöinftciruuzs Mittel lt.M nznsn Echnlachs sicbcr geheilt. anÄcrbUt UniverNtZt, SZashville, Tenn.: Ich beZchktntze die fcöfl ortresfiicheu ljigenschafjen rcn Prof. rZaxfni Prophylattie tzluid.- Sls DeS insirirnngS nd L-.eininagsmittet ist eS sowohl thecretiZch wie praktisch ,orzSgUcher alZ andere bc kannte Mittel. A. T. Lupton, Prof. der Wellte. DarbyS Flnid" wird empföhle von: !, on. Älexancer H. OterZs, Ckeiaa; , hin. Ehas. I. Dcems. LremtlingZ-Kirche, V. 1 a. - t i . . : . 1 1 1 1.. t s 7r i MOl. re iTNie, uoiamoidf unirtriuar.'prf j-, vi.v.; 'cllZoriea uuchallich. Zn innkriichem oder äußer, Kchem lSebranch für Mensche und Dieh. DaS .Fluid ist grüntlich erprobt worden nd wir hade Beweise vollaus, daß eS alle? daS iewirkt waS vier r?n ihm behauptet wird. Zur vollstantizere ölrft laffe man ftch bei seinem Apotheker ei, öxeinxl derBrcschüre gebe eder wende sich deshalb an die Ciacnlhümkr, I. H- Äilin & FatricireuoeShcmiker, Phttadelphta. mVSffifilfäSSmHR H MMiML 2cj groe Hk,ln:itirl fü: Nnonm atismus C iorol: euch ffir alle die schmerzlichen Krankhei!r der Nieren, der Leber nd des Z.'!ogen. r? c its rettiit denorper von be, v:ueren ste. wc!che die schrecklichen Schmerzen verursacht die nur von Rheumatismus Leidenden K t zci?.cii rocracii tonnen. ?Xt tanteu'bett hart 2kakl tr. der schliiTilllsicn AN dieser furchtbaren Krankfc azu uaren Die Jpicr jccncuc vnwiajicrunu u lall gründliche Heilung gesunden. Prei tzl. flüssig oder trocken. ZZon Apo!:hckkrn verknust. Ju trockenem Zustande pr. Post vkisezidbar. () 5 L U cliic auslöst & CO.. Bartington. r. nicht, LaS Leb? geht schnell vorüber. 566 x?r Woche, Ausstattung $5 03 unent geltlich, kein Risiko, Kapital nicht nothwendig. Wirke fern Lllts. Viele machen ein ZZermSgen. Frauen sowohl m e Männer, na den und 'tadche. Man ende sich an H. Hallett Jt Cc.. 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Dlphtjene verhütet.

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Kraftmesser für die Dtnkthättgktit.

Man sagt gewöhnlich : Handeln und Denken ist zweierlei". Dieser Ausdruck ist ohne Zweisel sehr treffend, aber meint Henri de Parville er ist doch nicht streng richtig. Da Handeln schließt einen Aufwand von Bewegung ein, aber auch der Gedanke an sich macht , einen Aussand von Kraft erforderlich. Man kann nicht denken, ohne Thatkraft aufzu zehren. Welches auch die psychologische Erklärung sei, die man dafür annimmt, der Gedanke erfordert eine Arbeit; das Gehirn tritt in Thätigkeit und'gibtKrast aus. Die aufgewandte Thatkraft hat zur Quelle die Nahrung; der Gedanke entspricht durchaus dem Aufwand eines bestimmten Gewichtes Beefsteak oder Cotelette. Dieser Satz ist übrigens nur dem Anschein nach materialistisch, er ent scheidet thatsächlich nichts über die innere Ursache des Gedankens, aber er drückt ein rohes Faktum aus, nicht mehr, noch weniger. Das Denkversahren ist ein mechanisches Verfahren. Die ganze Ex perimental'Psychologie hängt von der Mechanik ab. Das Gehirn ist schließlich nur eine Maschine von wunderbarer Vollkommenheit, welche die Thatkraft umwandelt. Ebenso wie alle Maschinen, braucht eö eine gewisse Zeit, um die Bewegungen zu übertragen, auch ist keine unserer Thätigkeiten wirklich eine sofortige. Die Ausnahme und dieLeitung der Erregung zum Gehirn erfordert eine sehr wahr nehmbare Zeit, und die Uebertragung eines vom Gehirn ausgehenden Befehls bis zu den Endpunkten des Körpers er heischt eine eben so wohl meßbare 'Zeit. Die Arbeiten von Hirsch undDonders haben dieS bis zur Evidenz erwiesen. E vergeht zum Beispiel eine Siebentel Sekunde zwischen dem Moment, wo der Wille befiehlt, und dem Moment, wo die Hand gehorcht und sich erhebt. Ein Ton, der das Ohr trifft, wird durch die Hand nicht eher als nachVerlaus einerSechflel Sekunde angezeigt; wenn ein Licht die Netzhaut trifft, dauert es eine Fünftel Sekunde, ehe die Hand sich erhebt. Der äußere Eindruck überträgt sich durch eine Reihe vonOrganen; er geht zumGehirn, von da zu den Ganglienzellen, zu den andern Nerven, dann zu den Muskeln, endlich zur Hand. Jede Denkthätigkeit, jeder Unterschei dungsAkt, jede Schätzung u. s. v. be nöthigen um so mehr Zeit, je mehr Ner venzellen sie in'5 Spiel bringen, mit einem Worte, je complicirter sie sind. Eine einfache Thätigkeit, das Erkennen eines Eindrucks kann nicht mehr als 75 Tausendstel einer Sekunde erfordern. Em Wmensakt braucht oft kaum fünf unddreißig Tausendstel einer Sekunde. Aber wenn es .sich darum handelt, ein Urtheil über zwer gleichzeitige Eindrücke desselben Sinnes zu bilden, so ist wenig flens ein Funsunozwanzigstel einer Se künde nöthig, und noch längerer Zeit bedarf es, wenn die Eindrücke nicht in demselben Smne stattfinden. Das Or gan, durch welches dieSinnesempfindun gen sich übertragen, übt seinen Einfluß. So ist mehr Zeit nöthig, um einen Buchstaben zu erkennen, wenn man seine Gestalt sieht, als wenn man seinen Laut hört. Man nimmt an, daß e.in Mann mittler., Alters ein Fünsundzwanzigstel einer Sekunoe braucht Zur einen einfachen Gedanken. Ein Gedanke ist augenscheinlich um so viel complicirter, als er länger dauert, aber die Dauer gibt doch nur eine sehr schlechte Vorstellung von der aufgewen dtten Thatkraft. Wenn eine Denktha jigkeit viel Anstrengung erfordert, bringt sie eine groe Zahl von Zellen in's Spiel, und das Blut, um diese wach zu halten, fließt zu. Der Blutzufluß ist proportional der aufgewendeten Arbeit und mittelst desselben ist es leicht mög lich, sich Rechnung zu geben von der durch das Gehirn entfalteten Energie. ES sind schon einige Jahre her, daß Dr. Moffo in Turin einen Apparat ersann. der getreulich jeden Aufwand von That krast, den das Gehirn macht, meldet. Ein Mensch kann nicht denken oder sin nen, ohne daß er eS weiß. Noch besser, man weiß selbst, ob die Arbeit, die daS Gehirn vollbringen mußte, eine einfache oder eine zusammengesetzte war. So mag man leicht von emem Menschen sa gen, daß er leichte Arbeit hat. Der PlethySmograph von Mono verräth die kleinsten intellektuellen Anstren gungcn. Und durch welches Mittel? Man beurtheile selbst die äußerste Ein fachheit des Vorganges : der Vorderarm der zu prüfenden Person wird ganz ein fach in einenMuff gesteckt, in einenGlaö Cylinder voll Waffer. Der Abschluß wird mittelst Umlagen von Kautschuk vollkommen erbalten. Ein Rohr aus demselben Stoff, ebenfalls voll Flüssig keit, verbindet den Muff mit einem Re gistrir Apparat. Jeder Zufluß 'oder jeder Abfluß des Blutes in den Vorder arm bringt, indem er daS Volumen mehrt oder mindert, das Wasser in dem Muff zum Abfließen oder Zuströmen. Die Flüfsigleit wirkt, indem sie vtt' drangt wird oder zurückkehrt, auf eine kleine Klappe, welche einen Stift über eine in langsamer Rotationsbeweguug bchndliche Rolle hinschiebt. Wenn das Gehirn arbeitet, verläßt das Blut den Vorderarm und steigt, der Stift aber sinkt ; ist dagegen das Gehirn in Ruhe, so steigt der Stift. Die Li nien, welche er so aus dem Papier zieht, signalisiren die geringsten Aenderungen im Blutzufluß zum Gehirn. Die Fein heit dieser Art der Nachspürung ist wahr hast merkwürdig. Georges Baker citirte kürzlich in der amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wiffenschasten mehr als ew Beispiel dafür. Maffo bat eines Tages den wohlbe kannten Arzt Psgliani, seinen Arm in den Apparat zu legen. Jetzt," sagte er, .multipliciren Sie 267 Mit 8. Gut! Und er zeigte ihm die durch das Jnstru ment aufgezeichnete Kurve, welche sehr genau angab, wie viel Blut nöthig ge r . . m . ... C...m.fT! wefen, um oie cecynung zu Geram,icm gen. Ein weniger gewandter Kopfrech ner wie Pagliani wiederholte das Expe riment. Die Kurve verrieth einen urö ßeren Aufwand an Blut. Es gibt nichts bequemeres, als auf solche Welse den m tellektuellen Werth einer Person abzu schätzen. Gaskell bat sogar ganz ernstlich angerathen, das Instrument in den PrüsungSsSlen praktisch zu nujen, um

die Anstrengung, welche jeder Zögling zur Lösung einer Ausgabe machen muß. zu beurtheilen. Moffo erzählte einmal, daß während der Apparat in seinem Zimmer zu Turin aufgestellt war, ein Littrat ihn besuchen kam. Der . Ankömmling fragte, wozu dieses Gesäß voll Waffer dienen könne. .Um zu wissen, ob Sie griechisch ebenso leicht wie lateinisch lesen wurde ihm geantwortet. Sie lachen ? .Ge miß !" .So vollen wir denn sogleich die Probe machen!"'. Man gab dem Gelehrten ein lateinisches Buch zu über setzen.. Der Registrationö Apparat zeigte eine sehr leichte Depression der Kurve an. Man ersetzte daS lateinische Buch durch ein griechisches und sogleich trat die Kurve schärfer heraus. .Sie lesen leichter Latein als Griechisch, sagte Moffo, und der Besucher mußte die Rich tiakeit dieser Angabe zugestehen.

- Die Empfindlichkeit deö Apparates ist so groß, daß er die aus den Traumen resultirende Gehirnarbeit vollkommen aufnotirt. Paaliani scblies einmal ein mit dem Arm im Apparat. Bei seinem Erwachen versicherte er, ruhig und ohne den geringsten Traum geschlafen zu ha ben. Er war im Irrthum : der Appa rat hatte den Zustand seines Gehirns aufaeschrieben. Auch hatten sich die Lippen des SchläserS bewegt und angezeigt, daß er träume, und thatsächlich war gerade in diesem Moment auf dem Papier eine deutliche Kurve erschienen. Jede im Zimmer hervorgebrachte Bewe gung hatte in Gehirn ein Echo gesun den. DaS Klappern einer Thür, das Bellen eineS Hundes auf der Straße, das Fallen eines Glasfluckes hatten in der Kurve des Instrumentes Zuckungen veranlaßt. Alle Seeleneindrücke, alle Gefühle, werden in Stärke und Größe durch den Plethysmographen, : dielen einfachen Muff voll Wasser, enthüllt. Jeder see. lische Akt ruft einen Blutzufluß hervor, erfordert einen Aufwand von Bewegung und v.'N Stoff, wandelt die Energie, welche das fließende Blut herzuführt, um, und gehorcht schließlich dem allge meinen Gesetz, daß iede Aenderung eines Zustandes auf einen Krastverbrauch hinausläuft. Ob es sich um Nervensub stanz, um Gehirnzellen oder um Muskel' substanz handelt, iede Arbeit will bezahlt sein. Man muß efsen, nicht blos um zu marschiren, sondern auch um zu denken. Da frit Nahrung durch die Sonnen wärme producirt wird, so ergibt sich am Ende der Rechnung, daß jeder mensch' liche Gedanke das Universum einige Sonnenstrahlen rostet. War Adam eine Notyhaut? Don Rudolf Falb. Bekanntlich ist Adam's Nationalität noch nicht festgestellt. Laien in solchen Dingen halten ihn für einen Semiten und meinen, er hätte im Paradiese mit dem lieben Gotte hebräisch gesprochen. Allein so lange die geographische Lage des Paradieses nicht schärfer bestimmt wird, als durch den Baum der Erkennt niß, dessen urwüchsige Bedeutung zwar über allen Zweisei erhaben ist, wird man über die im Paradiese gesprochene Sprache nicht in'sReine kommen. Wenn orientalische Dichter behaupten, Adam und Eva hätten von der Liebe mit em ander arabisch, die Schlange, als sie Eva versührte, persisch, und Gott, als er Beiden die Thüre wies, hebräisch, das heißt, wie wir zu sagen pflegen, gut deutsch" gesprochen, so ist dies wohl eine treffende linguistische Charakteristik, aber die paradiesische Sprachenfrage scheint dadurch nur noch mehr m Verwirrung zu gerathen. Wir halten dafür, daß kdas Paradies in der heißen Zone lag und daß nur we aen der Vertreibung des Menschenae schlechtes aus derselben und der dadurch eingeirelenen ugemeinennerfqnupiung, aber keineswegs durch den bekannten . ? or . rr e ... Apfeldiebstahl, die löbliche Schneider zunft in' Dasein trat. Als der Versaffer vor einigen Jahren seine Spaziergänge nach den Usern des Titicaca-Sees ausdehnte, verbreiteten europäische Journale die Nachricht, er habe daS Paradies gesunden. Nun, darüber ließe sich streiten. Allein, dem Baume der Erkenntniß ein bischen näher gekommen zu sein, das will der Verfasser nicht m Abrede stellen. Aus ienen Höhen es sind nahezu 12,000 Fuß über dem Meeresniveau wohnen die alten Jndianerstämme der Kltschua und Almara. Der Europäer wirft m seiner Vorstellung von den In dianern in Peru gewöhnlich alle in einen und denselben Tops. Er denkt sich dar unter nackte, höchstens mit einem Feder schürze und emerKrone aus dem Gesieder von Papageien bekleidete RothhSute, welche nicht nur dem Fremden, sondern der Kultur überhaupt unter allen Um ständen feindlich entgegentreten. DaS ist Nicht ver Fall. Nur der Indianer der Ebenen in der Tiefe de las valles, wie der Kreole sagt ISust mehr oder weniger lm Ko stum Adams dur H den Urwald, und selbst da ist der Verfasser niemals einer Indianerin begegnet, die nicht ihr auS Bast gewebtes Hemd getragen hätte, während er in der MagelhaenSstraße an einem kalten Wintertage,mit allen seinen Pelzen bekleidet, einer hübschenPesch'räh von etwa achtzehn Jahren ansichtig wurde, die nichts am Leibe trug.alS eine Schnur von kleinen Perlen, wie sie sich in den Muscheln daselbst finden, um den yalS und am Rücken ein SeehundLsell. Sie saß, ein Liedchen singend, im Kahne und hütete das Feuer. Die Bewohner der peruanischen und bolivianischen Hochebene, die Indianer des alten JnkaReicheS sind nicht nur bis auf diz Füße bekleidet, sondern gleichen auch in ihrer Tracht und in ihrem stillen. freundlichen und unterwürfigen Wesen vielmehr einem stemschen Bauern, als einer Rothhaut der Pampa. Selbst ihre Hautfarbe möchte man eher braun als roth nennen. Das sind Menschen, denen man eine uralte Kultur noch heute auf Schritt und Tritt ansieht, selbst wenn die Rie en ruinen von Tiahuanaco, in der Nähe des TiticacaSee's, oder von Cuzco, oder die Cultusstätten auf den Inseln iknes Sees nicht dasür m unwiderleg barer Weise zeugen würden. Deshalb sagt auch Alexander von Humboldt:

ES wäre zu wünschen, daß ein unter

richteter Reisender die Ufer des großen TilicacaSees, die Provinz von Coliao und ganz besonders die Hochebene von Tiahuanaco besuchen könnte, die das Centrum einer alten Civilisation rnSüd amerika ist." Wenn . man sich in Europa sträubt. einen Zusammenhang der Cultur der alten mit der neuen Welt anzunehmen, so geschieht dies weniger, weil eö hier an bestimmten Andeutungen mangle (waö keineswegs der Fall ist), sondern weil man von jenen Indianern eme viel zu tiese Vorstellung hegt. Em weiterer Grund, diesen' Zusam menhang in Abrede zu stellen, liegt aller dingS auch in der gangbaren Meinung, Amerika wäre zum ersten Male von Co lumbuS, oder wenn es hoch kommt von den Skandinaviern entdeckt worden, weil andere historische Beweise nicht vor liegen. Doch dieses negative Zeuanik kann den sich häufenden positiven Andeutun gen schon heute kaum mehr die Wage halten. UebrigenS vergißt man vollständig. daß das ungeheure Alter des Menschen geschlechts und sein ewigerWanderungödrang, zusammengehalten mit der selbst bei nur primitiven Verkehrsmitteln relativ kleinen Ausdehnung , der Erde zu ganz enoercn Schlußfolgerungen fuhren muß. Ll rnundo es poco, no es tan grande, corno dice el vulo" sagte schon Columbus : .Die Erde ist klein und durchaus nicht so groß, als das Volk es behauptet Wie man heute zur wissenschaftlichen Ueberzeugung gelangt ist, daß die einst für absolut starr gehaltenen Gletscher in beständiger Bewegung begriffen sind, so wird man dereinst sich auch davon über zeugen, dafc die Bevölkerung der Erde aus einer beständigen Wanderung um dieselbe in der Richtung des täglichen lembaren Sonnenlaufes : von Oft nach West begriffen ist und daß mit den Völkern auch die Cultur diesen Wea nimmt. Seit jenen Urzeiten, als der Mensch, nach Nahrung suchend, den sä kularen Wanderungen des Klimas folgte. mag das Menschengeschlecht nicht ein, sondern unzählige Male rund um die Erde gewandert sein. In der Behnngs straße in derselben nördlichen Breite mit Tornea, und von öammersest um ganze sünf Grade übertroffen, also noch keineswegs rm höchsten Norden ist Ame rika .PrinzWaleS'Kap" von Asien l.OstKap") nur zehn Meilen die dop pelte Distanz von CalaiS'Dooer entfernt. Daß hier eine Passage nicht rmr möglich, sondern von den jeweiligen An wohnern auch ausgenützt ist, kann kaum einem Zweifel unterliegen, selbst wenn die Zwischenstation der drei in dieser Straße liegenden Dlomed'Jnseln außer Betracht. gelassen würde. Wie m Grönland die durch Funde verbürgte Anwesenheit der Normanen ohne em müderes als sein gegenwartiges Klima gar nicht denkbar wäre, und auch die Bezeichnungen .Grönland- (Grün land), .Vinland" (Wemland) heute bereits sür diese Zonen unverständlich sind, so ist auch sür die Behrinzsstraße eine säkulare Aenderung der klimatischenVer Hältnisse sehr wahrscheinlich. Allein auch die geologischen Verhalt niffe sind aus der ganzen Erde gewissen Schwankungen unterworfen und Peschel hat daraus hingewiesen, daß im Allge meinen die Westküsten im Aussteigen, du Ostküsten im Sinken begriffen seien. Und wie dereinst das britische Eiland mit dem europäischen Continente verbunden war und eine Wasserstraße zwischen beiden gar nicht existirte, so kann man wohl annehmen, daß die Dlomed Inseln m der Behrinasstraße, gleichfalls solchen Schwankungen unterworfen, dereinst eine noch größere Ausdehnung hatten und die Verbindung von Amerika und Asten vollständig herstellten. Durch eine solche Annahme wird erst eine höchst beachtenswerthe Thatsache er llärlich. Der Versasser hat nämlich in einem jüngst erschienenen Buche auf ei nige scharf hervortretende Analogien zwischen der Sprache des alten JncaReiches der südamerikanischen Hochebene u. dem Sanskrit hingewiesen, die kemeS wegs dem Zufalle zugeschrieben werden dürfen. Aber auch die semitischen Sprachen finden sich durch zahlreiche Wurzeln im Kitschma und ihrer älteren Schwester, der Sprache der Almara-Jndianer ver treten. Und was hier ent cheldet dieser Zusammenhang ist nicht blos me chanisch, sondern organisch. Wir lernen nämlich durch diese Sprachen jede For men der Wurzeln kennen, welche, nach den laut vbvnologischen Gesetzen, als die älteren betrachtet werden müssen. Es hat sich unlängst Jemand darüber lustig gemacht, daß der Verfasser den Adam zu einer Rothhaut stempeln wolle. Nun, wenn eö uns blos auf einen Witz ankäme, würden wlr auf die hebräische Etymologie von Adam .roth sein" hin weisen. Allein der Naturforscher saßt die Fra ge ernster auf. Vom Standpunkte der thatsächlich hier in Betracht kommenden Faktoren hat die weiße, zarte Haut des Europäers wohl daS geringste Anrecht darauf, über die Knochen AdamS ge spannt zu werden. Der Urmensch ob er nun Adam oder Meyer geheißen trug gewiß eher jede andereFarbe, als die weiße, Ueberhaupt ist die Existenz der blon den Race heute noch ein physiologisches Räthsel. Wenn, wie Viele glauben, die weiße, zarte Haut und das damit ver bundene blonde Haar und die blauen Augen kurz daS, waS man einfach einen größeren oder geringeren Mangel von Pigment nennen kann nur von der geographischen Breite abhinge,dann müßten auch die Eskimos und auf der südlichen Hemisphäre die PescherähS und Patagonier blond sein. Wir fassen diese Eigenschaften unter dem Ausdrucke Titanen- oder Teuto neN'Male" zusammen und erklären ims das Räthsel einfach durch das Darwin' sche Prinzip, dem zufolge die Farbe des Bodens auch zum Theil die darauf le benden Organismen beeinflußt. Den ken wir uns nun zurück in die Epoche der Eiszeit, die sür die ganze Erde, auch die heiße Zone nicht ausgenommen, nachge wiesen ist, und wohl mit dem Diluvium der Geologen und Theologen im Zu fammenhange steht, so wird klr, daß

die nun durch lange Zeit veränderten Reflexionsverhältnisse des Bodens auch das Pigment der darauf lebenden Men schen beeinflussen mußten. Bei den wild herumschweisenden Stämmen gingen zur Zeit der wieder hergestellten Ordnung diese Male eher verloren, als bei kulti virten, dem Sonnenstrahle weniger preisgegebenen Völkern. Die Zeit des Diluviums und der allgemeinen Beeisung war eine Zeit deL Kampfes mit den Göttern, war die Zeit des Titanen. Kampfes. Und thatsächlich werden uns diese Kämpser als blonde Riesenrace nicht nur in den Mythen der alten, sondern auch in den Sagen der neuen Welt geschildert. Ja, sogar die Sprachsorschung ergiebt sür den Ti tanenstamm T1T oder Z1Z die allge meine Bedeutung .Auspreffung der Lava" und davon abgeleitet .Licht". Helles So heißt im Hebräischen ziz .schimmern", im Sanskrit didi keuch. ten", griechisch üto .Tag", Thitonia Morgenröthe. So heißen auch in Nordamerika die Urbewohner .Völker der rothen Hand", das ist der rosensin gerigen EoL. Die Aurora mit ihren rothen Strahlen ist dem Urmenschen eine aus der Tiefe austauchende Hand mit rothen Fingern und die Urzeit ist ihm der Tagesanbruch, der Morgen nach der ChaoSnacht des Diluviums. In diesem Sinne ist Adam einTitane, ein Urmensch, das ist der Repräsentant der aus dem Innern hervortretenden Höhlenbewohner, die im dunklen Schoße der Mutter Erde die Eiszeit überdauert hatten und dann lassen wir auch eine

weiße Haut ungeschoren und haben sogar nichts dagegen einzuwenden, wenn ihn Herr Professor Friedrich Müller selbst zu einem .Kakerlaken" stempeln sollte. Aus dem Lebe eines armenTeufers. Wien, 20. März. An einem April tage des Vorjahres entsernte sich der Sicherheitswachmann Joseph Hirsch, ein lustiger, lebensfrober Mann, der sich auch in geordneten Verhältnissen besand und sogar Ersparnisse besaß, aus der Kaserne, indem er sagte: Ich gehe heut' einmal nach Nußdorf zum Heurigen und werde mir einen vergnügten Tag ma chen." Hirsch kehrte nicht mehr zurück, und drei Tage später wurde sein Leich nam von den Wellen der Donau an's Land geschwemmt. Ein Selbstmord war mit Rücksicht auf die Verhältnisse des Hirsch gänzlich ausgeschlossen; es blieb nur die Annahme übrig, daß er entweder verunglückt oder ermordet worden sei. Doch die Frage fand trotz der eifrigsten Recherchen keine Beantwortung, und fast hatte es den Anschem, als sollte sie em ungelöstes Räthsel bleiben. In den letzten Wochen ging aber plötz lich die Nachricht durch die Blätter, daß der Tod des Wachmannes Hirsch seine Erklärung gesunden habe und daß der selbe in treuer Ausübung seiner Pflicht das Leben geopfert hatte. Man hatte m Andorf einen ausweislosen Vagabun den verhastet, und dieser gab. um, wie er sagte, sein Gewiffen zu entlasten, fol gende gruselige Geschichte zu Protokoll: Es war m der Nacht des 10. April v. na I., als Q zum onau iranoe ging, um mich zu tödten. Ich hatte keine Arbeit, kein Geld, keinen Unterstand.; ich befand mich im tiefsten Elende Und wollte das selbe nicht länger tragen.' Deshalb wollte ich mich ertränken. Es war eine stürmische Nacht und es regnete hestig, so daß man keinen Schritt weit sehen konnte. Als ich eben im Begriffe war, in die Wellen zu springen, da legte sich eine yano aus meme cyuiter, uno eine Stimme sagte : Lassen Sie das gehen. vielleicht ist Ihnen zu helfen. Ich wen t m ma dete euch um und sah einen cann vor mir stehen, der mich am Arme faßte und mich mit Gewalt von der Uferböschung wegnehen wollte, ch suchte mich los zureißen, da glitt er plötzlich auf dem T m . w ein r Jfc Veroue aus uno fiurzie uoer ore oeQ ung hinab. Ich erschrak heftig, aber ich konnte nichts zu seiner Rettung thun. denn ich kann nicht schwimmen. Ich sah den Mann in den Wellen verschwinden, und der Unfall regte mich so auf, daß ich ganz aus meme Selbstmord'Absicht ver gaß und betrübt fortging. Mein Ge wissen hat mir aber bisher keine Ruhe gelassen, und ich hoffte, durch dle'ks offe ne Geständniß dasselbe zu entlasten. Nachdem der Mann von der Verun glückung' des ' Sicherheitswachmannes Hirsch ersahren, vermuthete er sofort. daß dieser sein Netter war. Der Mann, welche? alles dies ange geben hatte, der 46jahrige Bäckergeselle aus Suben, Johann Rieß, der wegen seiner Taubheit nirgends Brot finden kann, wurde dem LandeSgenchte emae liefert und gegen ihn die Untersuchung wegen Todtschlages eingeleitet. ES kam indeß nur zur Erhebung emer Anklage wegen sahrlaspger Tödtung, gegen wel che sich Rieß gestern vor emem Erkennt nißsenate verantworten sollte. Eine Mitleid fordernde Erscheinung zeigt sich im Gerichtssaale. In die höh len bleichen Wangen dieses Jammer menschen hat das Elend tiese Furchen gegraben ; der zum Wahnsinne treibende Hunger starrt unS auS semen einaefal lenen Augen an. 'Da die Lumpen, in die er gehüllt war,' zu defect waren, um seine Blößen zu decken, hat man ihn mit einem SträflingSgewande bekleidet. DaS Gehör hat der Aermste sast gänzlich ver loren, so daß er selbst die lauteste An spräche des Vorsitzenden nicht verfleht. und deßhalb der Justlzwachmann, uel cher die Escorte bildet, ihm Alles inS Ohr schreien muß. waS der Vorsitzende gesagt hat. Unter der Beihilfe dieses Dolmetschers entwickelt sich nun solgen des Verhör: . Landesgerichtsrath Ganahl : Beken nen Sie sich schuldig ? Angekl.: Ja, meine Schuld war's daß das 'Unglück geschehen ist, wenn auch nicht meme Ab ficht. Votant Ober Landeegerichtsrath Gernerth : Warum haben Sie denn den Selbstmord aussühren wollen?- An gekl. : Weil es mir so schlecht gegangen ist, so elend. Ich möchte ja gern arbei ten, aber kein Bäcker nimmt mich auf, weil ich dörrisch bin. Votant Gernerth : Nun, und warum haben Sie den Selbstmord nicht mehr ausgeführt, nachdem das.Unglück gesche

he ist? .Angekk. : Da hab' ich nicht

mehr den Muth gehabt. Präs. : Sind Sie schon so taub von Geburt aus ? Angekl. : Nein, das ist mir vor 17 Jahren geschehen. Da war ch bei einer Hochzeit und hinter mrr ist ein Pulver kosgeschossen worden, das hat mir daS Trommelfell erschüttert. Votant Gernerth : Haben Sie viel eicht damals, wie Sie den Selbstmord unternahmen, einen Rausch gehabt 7 Angekl. (die Hände erhebend): O nein, wie söll ich einen Rausch gehabt 'haben, wenn ich mich nicht satt essen kann ? Seit wanzig Jahren habe ich keinen Rausch gehabt. Immer nüchtern. Nüchternheit st schön! Votant Gernerth : Weßhalb haben Sie die Augen zugemacht ? Angekl. : Weil mir mein Gewiffen keine Ruh' ge geben hat. Votant Gernerth: Nun und was ist eö jetzt mit Ihrem Gewissen ? Anaekl. : Ich dankeschön, eS ist schon ein biffel besser. . Votant Gernerth : Nun, wenn daS Urtheil gesällt ist, wird es noch besser em. Der Vertreter der Anklage, Staats anwaltS'Substitut Dr. Grobmann, be antragte die Schuldigsprechung, der Ge richtshos fällte jedoch ein freisprechendes Urtheil, und zwar auS folgenden Grün den : Die Angaben ' des . Angeklagten boten keine Gewähr dasür, daß daS, waS er erzählt, auch wirklich geschehen sei. E? ist sogar sichergestellt, 'dah jener Mann, den er in'ö Wasser gestoßen haben will, nicht der 'Sicherheitswachmann Hirsch gewe en sem kann, da sich dieser zur Zeit, da die That geschehen sein soll, noch in der Kaserne besand. Wenn man aber selbst annehmen wurde, daß sich dieSache so verhalten hat, so würde doch der sub jective Thatbestand mangeln, da man dem Angeklagten den in Folge eines un glücklichen ZusalleS ersolgten Tod jenes Mannes nicht zur Last legen konnte. . Der Justizwachmann brachte dem Angeklagten diese Freisprechung mit folgenden Worten zu Gehör : Du bist frei gesprochen, dein Gewissen kann dir schon Ruh' geben, du hast keine Schuld." Nie rm Leben aben wir eme betrüb tere Miene gesehen, als die, welche der Angeklagte bei dieser sreudigen Eröff nung machte. Er war fast nicht zu be wegen, den Saal zu verlassen ; draußen aus dem Gange fing er laut zu tammern und zu lamentiren ar. Jetzt hab' ich'ö da so gut herin g'habt und soll schon wieder sortgeh'n, ich bin wirklich der un glücklichste Mensch auf der Welt. Wenn i nur a Stell' als Gassenkehrer finden könnt', aber rnt amol als dös nehmen s' mi, weil i da zu leicht z'sammeng'führt werden könnt'." Einige mitleidige Herren aus dem Auditorium veranstalteten eine Collecle sür den armen Teufel, dessen Elend so groß ist, daß ihm schon der Aufenthalt im Gesangenhause ein Paradies er scheint. Auch die Mitglieder des Ge richtshofes gaben ihrem Mitleid sür den wider seinen Willen Freigesprochenen in einer Spende Ausdruck. Er dankte un ter Thränen und bat, man möge ihn nur noch über Nacht im Hause lassen. Sem Wunsch wurde erfüllt. (N. Wiener Fr. Pr.) Die Lustwandlerkn (BreSlauer SertchtShalle.) Es war an einem häßlichen, kalten Abend, ein scharfer Wind fegte durch die Straßen und rüttelte an den Fenstern und Thüren der Häuser ; der Mond war von dichten Wolkenschleiern verdeckt und nicht ein einziges Stcrnle'.i blinkte vom Himmelszelt hernieder. Die Straßen und Gassen der Stadt waren sast men schenleer, das böse, abscheuliche Wetter hielt Jeden zwlschen seinen ;u: Psahlen gebannt. Welche Veranlassung rooft!: wohl das junge, zarte Mädchen, das dort einsam durch die Straßen schleicht, in die unfreundliche Winternacht hinausgetrieben haben? War eS eine Unglückliche, die kein schützendes Obdach besaß und nun verzweiflungsvoll umher irrte m Wmo und Wetter? Wenn man die Toilette des jungen Mädchens musterte, so mußte man wohl eine solche Annahme als unbegründet zurückweisen. Die junge Dame war gut, sast elegant gelleidet, ein warmer Mantel umschloß ihre schlanke Gestalt und em Pelzbarett zierte das blondlockl ge Haupt. Des scharfen Windes nicht achtend, schritt sie langsam, in der Gangart einer harmlo Promenirenden, durch die Straße. Hin und wieder blieb sie aushorchend stehend, und wenn sie in der Ferne Schritte schallen hörte, beschleunigte sie ihren Gang nach der Richtung hin, wo der einsame Wanderer zu ver mutben war. ES schien, als sühle sie das Bedürfniß, die Nahe von Menschen auszusuchen. Jetzt bog ein junger Mann um die Straßenecke, er kam dem jungrn Md chen entgegen nnd nach wenigen Sekun den standen sich die beiden gegenüber. Die junge Dame hob plötzlich den Kops und ließ ihn im nächsten Moment mit einem kräftigen Ruck und einem eben so. kräftigen Hatzi!" wieder sinken. Sie hatte geniest. . : . Prosit !" rief der junge Mann, der, von der Gewalt der Explosion überrascht, stehen geblieben war. . Ich danke", flötete das Mädchen. Ah, das war ein kräftiger Nieser. . DaS hat wohl gethan." '- Ich furchte", sagte der junge Mann, daß Sie sich bei diesem Wetter einen bösen Schnupfen holen weiden. Es wäre allerdings yernünstiger, an einem solchen Abend in der Stube ' zu bleiben", sprach die Schöne, aberözu Hause ist es zu langweilig, mir sehlt Ge sellschast." Wenn Sie mit der einigen vorlieb nehmen vollen," sagte der junge Mann schnell,, so wurde ich mich sehr glücklich schätzen." DaS jungeMädchen überlegte. Gut," sagte sie endlich, Sie haben mir so herzlich Prosit !". zugerusen, daß ich Ihnen gern vertraue. Sie dürfen aber nicht unartig sein." Arm in Arm schritten sie die Straße entlang. Der Wächter verkündete eben die zwölfte Stunde, als sie die Thür

eines Hauses öffneten und in demselben "3Sfl elunbw Tpaier hatte sich die Gewalt des stürmischen Webers gelegt,die Wolken waren verschwunden, und der Mond warf seine Strahlen Lernte- . der a V. m. 5.s, in welche? u die

JUt V , m Mitternachtsstunde daS junge Paar nnnd ,in Mann Mit ow ! ucuciut wu, --71 cm tem Jilzhut und schrie : Wachter,WSch. ter, zu Hilse! Die Frauensperson hat mich begossen ! Sie wollte mir die Uhr aus der Tauche stehlen. Wächter, Wächter,n Hilse!" . . , . Der Mann mit dem breiten Fllzhut sah zum Verwechseln dem jungen Menschen ähnlich, der vor zwei Stunden zu der jungen promenirenden Dame Prosit' gesagt und ihr alsdann seine Begleitung angeboten hatte. Der Wächter kam auf sein Hilsege schrei herbei. WaS ist denn loS ? Warum machen Sie einen solchen Skan" dal?" rief der Mann der öffentlichen Ordnung. . Hier in dem Haufe,", entgegnete der junge Mann mit dem breitrandigenFilz Hut, wohnt ein Frauenzimmer, daö mich' hierher gelockt hat. Sie wollte Geld von mir haben, aber ich hatte keines. Dar aushin wollte sie mir die Uhr stehlen und als ich mich widersetzte, hat sie mir ein Geschirr über die Ohren gegossen. Seh'n Sie nur, wie ich ausschaue. Ich verlange nun, oafc toic du Person verhasten." Warum lassen Sie sich aus solche Geschichten ein, ich kann die Person jetzt nickt verbasten, wenn 5lbnen etwa? vassirt ist, so machen Sie Anzeige." Wie k was r m nun ver junge Mensck erzürnt. 6ie wollen mir nickt beistehen Sie wollen das Frauenzim- .. :xi .:r o cro : rr . rr: i uic iiiuji ciufiiicji j u)i;cn vic, uuun schrei' ich o lange, bis ganz Breslau zusammenläuft." Der zungeHerr schrie, aber nicht lange, denn alsöald nahm ihn der Wächter am Rockkragen und brachte ihn auf die Azaqe. Vor einiaen I'aaen stank der ssammiS -4 - O " " w w -w Eduard N.. iener unalücklicke Zerr !t dem breitrandigen Filzhut, unter der Anklage der Beleidigung und der Erregung ruheflörenden arms vor dem Schössengericht. Er wurde in Summa zu 20 Mark Strafe verurtheilt. Märzen Veilchen. Schwer lag der Winter auf den deutschen Landen Und auf den deutschen Herzen doppelt schwer; Was jene trugen, und was die empfanden. Fest hielt er es in gleichen starren Banden Und eisig schnob'S von Norden drüben her. Tief lag die Nacht auf Deutschlands weiten Gauen Und auf den deutschen Herzen doppelt tief; Am Himmel selber, am yewittergrauen. War kein Gestirn der Hoffnung mehr zu schauen Und uns'reS Volkes guter Engel schlief. Da über'n Rhein her fängt eS an zu schweben. Wie wrmer Westwind, der den Frühling bringt; Und neu beginnt sich jedes Herz zu heben. Und jeden Keim durchströmet neues Leben. Daß donnernd schon des EiseS Rinde springt. Und über'nRhein her wird eS dämmernd helle. Herüber ruft der immer wache Hahn ; Ein Funken schimmert auf der grünen Welle, Und mit deS Blitzes ungemessnerSchnelle Wie eine Glorie bricht der Morgen an. Wie eS schon grünt ! AuS allen Knospen drängen Sich Blatt und Blüthe tausendfach hervor. Und wunderbar, als o! die Siegel sprängen Von einer Gruft, tönt in gehalt'nen Klängen Im Morgenglanz befreiter Herzenchor. Umarmet Euch der Winter ist zu Ende, Zu Ende ist die sternenlose Nacht; Umarmt Euch, Bruder und der Him mel sende Den Engel uns, der alles Unheil wende. Der sür die Blüthen und die Herzen wacht! Zur Organisation der Arbeit. Edeward, velcke Ansicht hast du eigentlich von der Organisation von der Arbeit." . Siehst de, Willem, des will ich dir sagen, in wenig Worten diese: DeS Morgens, wenn mer umme Achte ussteht,' was Gut'S z'essen un S Glas Doppelkimmel, un denn mache mer 2 Spazier gängle. Umme Neine ä GlaS Pomeranzen un wiedet was Gut'S z'essen, un wkder ä Spaziergängle. Umme Zehr : wieder ä GlaS, enwedder Anis, oder Goldwasser, oder Pfegermünze, oder Vpsilanti, un des so von Stunde zu Stunde, un immer wag Gut'S z'effen dazu un S Spaziergängle druf. Verstehst des Un derzwischen per LS im mer de ordentlichen Mahlzeiten mit was, Gutem.' Sicheres Erkennungszeichen. Student : Kellner, ist mein' Freund Müller nicht dagewesen V Kellner (sich besinnend) : Müller, Müller, ja ganz recht, der Herr hat eben bezahlt und ist' gegangen ! Student : Bezahlt hat er ? dann war er'S nicht !" Richtiger. Baron: Johann, führe den Levy in'5 Empfangszimmer !" , Levy (sür sich) : Wie haißt Empfangözimmer, sollt' doch haißen Warte zimmer; empfangen habe ich da noch nichts, aber warten soll ich immer l