Indiana Tribüne, Volume 6, Number 207, Indianapolis, Marion County, 15 April 1883 — Page 3

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Jahren in Wie, vorgekommenen Un der Wohnäume veranlag velch' letzte glücksfall : der in einem öffentlichen dann beträchtliche Mengen Grundluft TanzsgaleDnnst habende Polizei'Com (d.i. Lust au? dem Boden) afpiriren; iffär wurde des Morgens im Jnsvec diese kann unS, ie Pettenkofer sich aus UonS-Zimmer, aus dem Sosa liegend, drückt, .zeitweise allerlei Gäste in's Haus todt aufgefunden. Äls die Untersuchung tragen, die entweder sofort Schaden an der Leiche eine ttohlenoxydgaVergif richten können, gleich dem Leuchtgas, tung ergad. galt dieser Fall erst recht als oder auch, ohne den geringsten Geruch .mysteriös, weil da? JnspectionS-Local zu verbreiten, sich erst nach einiger Zeit keinen Ofen, überhaupt keinerlei Heiz zu feindlichen Elementen gestalten", anläge besaß, bis nach genauer Unter Ein höchst eigenthümlicher Fall von suchung eonstatirtmurde.dabdaSMauer chronischer LeuchtgaSvergistung wurde werk iener Stube an einer Stelle, wo kürzlich in den Berichten der .Deutschen ein NauchabzugZcanal durchlies, schad chemischen Gesellschaft" von Professor v. haft geworden war und den kohlenoxyd Than in Pest mitgetheilt, welchem (5 mit haltigen Rauchgasen den Eintritt ins Hilfe eines von ihm eigens hiezu conZimmerermoglichte. struirten Apparates gelang, in einem Jene Zufälle von heftigem Kopfweh, Zimmer die Anwesenheit von Leuchtgas Schwindel und sonstigem ' Ungemach, unzweideutig nachzuweisen, obwohl das welche so H2usig an Personen beobachtet letztere sich dort durch keinerlei Geruch worden, die mit jelbyeizenden .Bügelei bemerkbar machte und im ganzen Hause sen, das ist solchen, die nicht mit glühen keine Gasbeleuchtung? - Anlage vorhan den Bolzen, sondern mit in Brand ge den war.' Bald fand man aber an' der U setzten Holzkohlen erhitzt werden, han. der Strafe gelegenen, etwa itti Meter litten, sind nicht? Andere' als Kohlen entfernten GaSröhre eine bedeutende oxyd.Vergiftungen leichterer Art. weS Verletzung, welche die nicht unerhebliche halb vor dem Gebrauche jener sehr ver- Ausströmung ermöglichte, und merkmür breiteten (weil im Uebrigen billigen und digerweife hielt die Erde des Straßen bequemen) Plättvorricktungen nicht ge körperS, welche, das Leuchtgas bei seiner nug gewarnt werden kann. Auch der seitlichen Wanderung passirte. dessen rie von ausgeblasenen oder schlecht bren chende Bestandtheile zurück, so daß nur nenden Lampen, Talgkerzen 2C. sichrer vernicht condensirbare, geruchlose An. breitende Dampf, welchen' man in der theil (Kohlenoxyd, GrubengaS u. s. w.) Regel NNr seines widerlichen Geruches ins, Zimmer gelangen konnte. Der wegen meidet, enthält Kohlenoxyd, ist kränkelnde Herr, aus dessen Wunsch somit schädlich. Die Fachliteratur führt Professor v. Than die erwähnte Unter in dieser Hinsicht einen - bemerkenSver suchung angestellt hatte, verließ sogleich then VergiftungSfall an. Ein in der jene Wohnung und fühlte sich sehr bald Ecke schlafender Kellnerjunge wurde von wohl. muthwilligen Gästen durch Vorhalten Glücklicherweise werden ähnliche Fälle einer noch glimmenden Unschlittkerze sich nur überaus selten bei ganz beson vor die Nase geneckt, er bekam bald dar derer Beschaffenheit des Bodens, wohl us Athemnoth. Gliederzittern, KrSmpfe auch deS Leuchtgases ereignen; in . der und starb am dritten Tage. Regel verräth sowohl daS Kohlenoxyd . Das stets ö bis 22 Procent Kohlen als auch dasLeuchtgaS seine Gegenwart; oxyd enthaltende Leuchtgas, welches ersteres, weil es fast nie allein auftritt, nicht nur, wenn der Hahn nach Verlö sondern von mehr oder minder riechen schen der Flamme offen blieb oder die den Dämpfen begleitet wird; letzteres, Leitunasröbren schadhaft wurden, sich eil es schon an und für sich den be

der Luft heimischen, sondern bei starkem GaSdruck auch dem angezündeten Bren ner (mit pfeifendem Geräusch) in unver branntem Zustande entströmen kann, muß die Hygiene als schlummernden Feind betrachten. Eingeathmet, bnngt eine mit Leuchtgas verunreinigte Luft Kovslckmen. Mattigkeit, Schwindel und einen Anstand von Betäubung bervor, welcher, wenn der Kranke nicht alsbald aus der giftigen Luft entfernt wird, mit . . . . 9 . . . m ' Tod endigen kann. Pellemofer gao merkwürdiae Beisviele darüber bekannt, Eines derselben betraf einen Eaplan in . ' . r , Äugsdurg, welcher an emem legt lauen Decembermorgen in seinem Zimmer be wußtlos liegend gesunden wurde. Ein Wärter und nach ihm eine barmherzige Schwester wurden schon nach etlichen Stunden unter denselben Erscheinungen wie der Kranke, zu deffen Pflege sie be rufen worden waren, ohnmächtig und mußten fortgetragen werden. Offenbar waren auch sie von dieser bösartigen Form des Typhus so meinte der Arzt angesteckt worden. Als man den Geistlichen immer schlimmer wetden sah, wurden dssn Eltern telegraphisch an das Sterbebett ihres Sohnes gerufen, sonstige. Personen aber der Ansteckung? gefahr-wegen nicht zugelassen. Trotz dem ließ sich eine energische ältere Frau nicht abhalten, dem allgemein geachteten und beliebten Priester ihr letztes Lebe wohl zu sagen. Gleich beim Eintritte in das Zimmer ries sie : .hier riecht eö ja nach Gas !" Man erklärte ihr aber, oa& dies unmöglich sei, denn im ganzen Pfarrhofe be finde sich kerne einzige Gasrohre, und dak der eiaenthümliche Geruch vornehm lich von der Ausdünstung deS Kranken herrühre. Doch sie ließ sich nicht irre machen, sondern ösfnete rasch die Fenster r t : 1 . r fD d fl i. no lajmic logie i uit yuuiiuii, von welcher zwei SachvelsiSndige a!S

bald erschienen und bestimmt erklärten, ruhigen, man warf sie mit Steinen und daß hier unerklärlicherweise eine beträcht, die Earabinieri gaben in. Folge dessen liche Gssausströmung stattfinden müsse. Feuer aus die Menge. Dies war der Hierauf fühlte der bisher phantasirende Anfang einer nun beginnenden Revolte, und theilnahmslose Eaplan bei offenem Die wüthende, nicht mehr zu zügelnde Fenster sich etwas wohler und .verlangte Masse vertrieb die Earabinieri mitSteinzudem ihm besreundet:n Dompfarrer würfen, zerschnitt die Telegraphendrühte, gebracht zu werden. Unterwegs fühlte bedrohte den Prätor mit dem Tode, rin

sich der Kranke von Minute iu Minute r ? j woyier uno nleg, ai nacq einer nayezu halbstündigen Fahrt bei ungewöhnlicher Kälte der Wagen hielt, zum größten i 1 r cn . . . : 1 c i . v . launcn jcincr cicuung oynr jcuc Hilfe aus, legte die Umhüllung ab und verlangte nach Speise und Trank. Der Eaplan erholte sich im Dompfarrhause vmnen wenigen Tagen vollständig. Unterdessen hatte man den hartge srorenen Straßenboden aufgerien und gefunden, daß oaZ etwa sechs Meter wett von der Grundmauer des Pfarrhofes gelegene GaSleitungsrohr geborsten war und dalz aus demftlven oas Leuchtgas sich zuerst seitlich verbreitete und dann durch vas Mauerwerr m oas ln Hochparterre gelegene Zimmer gesrungen war. Erwägt man. daß kalte Luft, weil schwerer, immer am leichtesten dahin strömt, wo sie von warmer, also leichte rerLuft gewissermaßen angelockt wird. so wird es klar, warum daS GaS nicht bis an die Oberfläche der Straße ge. .langte und in Folge deffen dort durch seinen Geruch sich auch nicht verrathen tonnte, sondern warum dasselbe von dem nächstgelegenen wärmsten Zimmer törmlich angesaugt wurde. So erklärte eS sich auch nachträglich, veßhalb daS Leuchtgas, nachdem der .Eaplan den Pfarrhof verlaffen hatte und die Fenster seiner Wohnung der Lüftung' wegen' auch deS Nacht offen blieben, nunmehr seinen Weg nach dem anstoßenden, von einem andern Geistlichen bewohnten Zimmer nahm, welches letztere hernach eben daS wärmste und derGaSauSströmung nächst gelegene war. In der That erkrankte nun deffen Jnsaffe schon in der ersten 9!acht unter gleichen Erscheinungen, wie fein College. Der Geistliche folgte aber dem Beispiele deS Copla, verließ rasch sein Zimmer, in welchem sich nun gleich, falls jene .Ausdünstung" bemerkbar machte, bezog eine andere Wohnung in derNachbarschast und war ohne ärztliche Hilfe bald hergestellt. Wie man sieht, spielt in solchen Fäl len die Kälte eine zweifache Rolle, indem sie einerseits durch Gefrieren deS Bodens das Bersten der Leitungsröhren begün stigt und andererseits stärkere Heizung

kannten charakteristischen Geruch besitzt, welcher schon bei einer Menge von nur zwei per Mille in der Luft, entschieden wahrnehmbar ist. Freilich ist es gera.

dezu unglaublich, aber wahr, daß manche Leute tagelang diesen Geruch er tragen, ohne feiner Quelle nachzufor fchen ; schlafen dieselben vielleicht über dies noch in ungesunden, zu kleinen Stuben, und ist keine genügende Venti lation vorhanden, so' ist's kein Wunder, r r c , . wenn x lieg man uno nicdi woyz yuoifn oder eS eines Tages gar zn einer Shnli chen schweren Erkrankung kommt, wie vr. . . ..ti!K..i. 01c ooengqcQUümc. Ein Monstreprozeß. Vor dem Schwurgericht in Eagliari in Sardinien wurde unlängst ein Vro zch beendet, den man den Hungerprozek genannt hat. In diesem Monstreprozeß fanden 2294 Vernehmungen statt. Am 7. August 188!. herrschte in der Stadt Sanluri. einem nicht unbedeutendenOrte der Provinz Eagliari, wilder Aufruhr, hervorgerufen durch eine Vermehrung der obnebin schon schwer drückendenCom munalsteuern. Um das Gleichgewicht in Ausaabe und Einnahme herzustellen. hatte die Ortsbehörde eineZuschlagsteuer ausgeschrieben, deren erste Rate im oben genannten Monat an den Steuererheber gezahlt werden sollte. Die Nachricht von dieser Steuererhebung erregte die Bevölkerung aus's Aeußerste, um so mehr, da in jenem Sommer die Ernte, großer Dürre wegen, beinahe völlig miß rathen war, und sie nicht einmal im Stande waren, die gewöhnlichen Abga den auszubringen. Die Massen der Un zusriedenen zogen an jenem Tage vor das HauS eines Unterbeamten und sin gen an, stcy mit Knitteln, Hacken :c. zu rr m - r . , oemassnen. zergeoens ivazien orn yer betaeeilte Earabinieri die Massen zu be die Mitglieder des Gemeinderaths auf I . . . . die strake und verlangte Abschaffung des Steuerzuschlaaes. stürmle in das Haus des Bürgermeisters Murru, zerrte I r . . r- . . u ngn auf 01c -öiraßc und schlug otn an glücklichen mit Knütteln. Endlich rück ten Soldaten im Eilmarsch von Eaaliari an, und kaum hörten die Aufrührer die Trommel, als sie auf der Stelle die Flucht ergrissen. Damit endete die Revolte und sofort beqann die trourlae Arbeit der Gerech tiakeit. Verhaftet wurden im Ganien 82 Personen und die Voruntersuchung dauerte zehn Monate. Am 8. Novem ber. 1832 erschienen 81 Personen vor I dem Schwurgericht zu Eagliari, die mei sten der Angeklagten Männer von 30 bis 60 Jabren. ein Greiö von 72 ?iab ren. Die Anklage lautete auf bewaffnete Rebellion, und 19 Personen unter jenen standm obendrein unter der besonderen Anklagenden unglücklichen Murru er mordet zu haben. Der am 8. Novem br1L82 begonnene Prozeß dauerte bis zum 26. Februar 1883, also 80 Tage, Für einige der Angeklagten ward die Anklage zurückgezogen. Die Geschwo renen beriethen volle vier Tage und sprachen das .Schuldia- aus über 50 Personen. Die Verlesung deS vom Gericht gefällten StrafurtbeilS dauerte drei Stunden und lautete für eine An zahl auf lebenslängliche Kettenstrafe, für anoere auf längere oder kürzere Ge fängnißhaft. Unsere modernenKinder. Bater : Litt, gieb mir die Zeitung; Du verstehst doch nichts davon. Llli (sechsjährig) : Gleich Papa, ich will nur die Kurse noch nachsehen. Zu viel verlangt. Ach, lieber Mann, laß doch den Doktor Grädle holen, ich möchte, bevor ich. sterbe, noch meinen letzten Willen aussetzen lasten " Das fehlte mir gerade noch ! Du hast Deinen Willen Dein Leben lang gehabt und jetzt willst Du ihn auch noch im Tode haben !"

Zer SchissörnH des Kent.

klit vs 3. 9. nf(. In der Geschichte der Seeunsälle ist der Schiffbruch des .Kent- einer der be rühmtesten und. merkwürdigsten auZ dem Grunde, well der Muth. Die Entfchlonenheit und Thatkraft der Offiziere, sowie musterhafte Disziplin der Mannfchast ves SchlffeS eS verhinderten, daß er emer oer schrecklichsten wurde. Der. Kent war ein großes. schoneS Transportschiff der ostindischenCompag nie, nach Bengalen bestimmt und am iv. Februar 1825 auS dem Hafen vonPortS mouth - ausgelaufen. Am Bord befanden sich 20 Offiziere und 344 Soldaten vom 31. Regiment, sowie 43 Offizier und Soldatenfrauen mit 70 Kindern und noch 20 Privatpas sagiere. .: Die Schiffsmannschaft, mit Elnchlutz ihrer Offiziere bestand aus 148 Seeleuten. . Das Fahrzeug war also überfüllt von Menschen. Eesührt wurde das Schiff von dem tüchtigenKapitän Cobb und als Befehls Haber fungirte .der Major Mae Gregor. Im Raume war eine ungeheure Men ae Munition verladen; Kanonenkugeln, gefüllte Bomben, Kisten mit Patronen und eme große Anzahl Pulferfässer. Der Kent segelte aus dem Kanal m den atlantischen Ocean, ' und ' während der ersten zehn Tage ließ dleFahrtmchts zu wünschen übrig. Am I.März aber er hob stch em gewaltiger Gewlttersturm auZ Südwesten, der das Fahrzeug zum Schlingern brachte und so umherwarf, daß unten im Raume trotz der guten Stauung die Fässer und Kisten durchein anderollten. ES war spät Abends und die Dunkel heit umhüllte das Schiff mit ihremTrau ermantel. Der Sturm beulte, der Don ner krachte und funkelnde Blitze, die vom rabenschwarzen Nachthtmmel. herunter schaffen, erleuchteten häusig geisterhaft die tosende Wafferwuste, den grandtosen Aufruhr der Natur. Der zweite Steuermann . wurde um zehn Uhr mit einigen Matrosen m die Branntweinkammer geschickt, um einige Tonnen beffer zu befestigen. Er stieg ylnav ln den Schiffsraum mtt einer Si cherheilslampe in der Hand. Sobald er m die Branntweinkammer getreten war, entdeckte er sogleich, daß einFaö aus der Reihe gerollt und zersprungen war. Der Branntwem floß auf d'm Fußboden um her. Unglücklicher Weise erhielt das Schiff in diesem Augenblicke einen so furchtbaren Stoß, da& der Steuermann der Länge nach hinstürzte. Die Lampe zerbrach und der glimmende Docht ent zündete den Spiritus. Alsbald verbrei tete sich die Flamme im Raume und leckte an den übrigen Branntweinfäffern empor. Der Kapitän wurde sogleich von dem Unglücksfalle benachrichtigt. Er eilte selbst zur Stelle und leitete die Loschver suche. Man versuchte, durch nasse Se qel und Hängematten das Feuer zu er sticken, und als es sich nutzlos erwies, pumpte man Waffer in den Raum. Doch vergebens war auch dies Bemühen! Die Flammen fraßen immer mehr um sich und schon drang der Qualm in dichten schwarzen Masten aus den Decksluken. Major MacGregor versammelte die Offiziere und forderte sie auf, dafür zu sorgen, daß unter den Soldaten keine Unordnung einreiße, da Rettung nur möglich scheine, wenn die Menschen aus dem Schiffe die Besinnung nicht ver lören.Dann ging er in die großeKajüte, wo die Offizierfrauen beisammen saßen in Todesangst bei dem fortwährenden Don nern und Bliden des Gkwitterorkans, der das Fahrzeug umwüthete, und ohne Ahnung noch, daß ihnen eine noch viel größere Gefahr drohe. Sie waren über dies alle feekrank. Der Major konnte es kaum über's Herz bringen, ihnen das Schreckliche zu verkünden ; doch mußte es geschehen. Er forderte sie auf, sich bereit zu halten, da es vielleicht bald nothwendig fein würde in den Booten das Schiff zu verlaffen. um das Leben zu retten. Die Damen schrieen , laut auf vor Entsetzen, als sie dies hörten. In der That schien es Wahnsinn, bei solchem Sturme m offenen Booten mehrere hun dert englische Meilen vom nächsten Lande entfernt, den atlantischen Ocean zu be fahren. Außerdem konnten die Boote ja gar nicht die Menschenmenge saffen. welche sich auf dem Kent befand. Und wie sollte unter solchenUmständen em hinrei chendes Quantum Trinkmasser und Pro viant mitgenommen werden können? Der Major mußte einräumen, daß er nicht wisse, wie Kapitän Cobb damit zu Stan de kommen würde. Er ging wieder an Deck und verspürte emen starken Theergeruch. Als er sich bet dem Kap.tätt nach der Ursache erkun digte, erklärte ihm dieser, daß die Theer kammer in Brand gerathen sei. Nach seiner Meinung sü das Schiff verloren und t mußten sich darauf gefaßt machen, alle mit einander zu sterben. Dies letztere sagte er jedoch nur leise, um nicht den Soldaten und Matrose gänzlich den Muth zu rauben. Er gab Besehl, die Seitenluken und Stuckpsosten zu öffnen, und liek Löcher in die Schiffswände des Zwischendecks hauen, was des tobenden Sturmes we gen nur mit großer Gefahr geschehen konnte. Mehrere Matrosen, die im Raume diese Arbeiten ausführten, erstickten lediglich in dem furchtbaren Qualm. Es fluthete nun der Sturm eine so ungeheure Waffermaffe in daSFahrzeug, daß es binnen einer halben Stunde weh rere Fuß tief 'sank. Man mußte bald mit äußerster Anstrengung die Luken und Löcher wieder verschließen, wenn derKent nicht gänzlich untergehen sollte. Aber selbst durch diese gewagte Maß regel hatte man die Feuersbrunst nicht ersticken, sondern nur etwas einschränken und vorläufig von dem Raume abhalten können, - wo die Pulsersäffer, Bomben und Patronen lagerten. Die Menschen aus dem Kent hatten jetzt gleichsam die Wahl zwischen zwei Todesarten. Wollte man das Feuer ganzlich löschen, so war dies nur dann möglich, wenn man das Schiff zum Sin keu brachte, also sich einem sicheren To-

de überlieferte. Man zog die Gefahr

des Feuers vor, welches noch einige Zeit arbeiten mußte, bevor eS an die Muni tionsvorrüthe gelangen und das Schiff in die Luft sprengen konnte. . Wie Besatzung, die Soldaten, die Passagiere, die Frauen und Kinder, zu sammen über 600 Personen, bildeten jetzt eine dicht gedrängte Maffe aus dem oberen Vea, denn m den Kajüten und Zwischendecken war eS wegen des entsetz lichen QualmS nicht mehr möglich, zu athmen. Wie bleiche Gespenster saßen die armen Offizier und Soldatenfrauen bei den Kindern auf dem geschützten - . . - ' J-veue oes Aeroeckö, betend und weinend, während feurige Blitze, die grausige nacyrncye vcene erhellend, vom vlmmel herab züngelten und derDonner üb:r dem erzürnten Meere majestätisch und furcht bar dahinrollte. Eme kleine Schaar der mulhiasten Seeleute und Soldaten hatte gerade über der Pulverkammer Station genom men. um emem raschen Tode geweiht zu r.: r t. . rv v : . -r. r . rt lein. uvui ui; piDion einirar. um alle diese Schrecken noch zu vermehren, überflutheten die haushohen Wellen häu sig daS unglückliche Schiff. Das Kom paßhäuSchen wurde über Bord gespült und die Ragen und kleineren Stangen fegte der Sturm fort. Doch gehorchte das brennende, von schwarten Qualm umwallte Schiff noch immer dem Steuer, wenn eS auch tau melte und schligerte wie ein hilsioses Utitaa. So verging eine qualvolle Stunde. Niemand hoffte mehr aus Rettung, zu mal nun die Meldung kam, daß mehrere mangelhaft verstopfte Löcher sich ge öffnet hätten, durch welche von Neuem Waffer in das Fahrzeug ströme. In de? That sank der Kent, der ohnehin 6 Fuß tiefer im Waffer ging, als er sollte, rasch um noch einen Fuß. Ein Matrose lag im Mastkorb des Fockmastes und durchspähte die Waffer wüste, wenn leuchtende Blitze darüber hinfuhren. Plötzlich schwenkte er seinen Hut und schne : .Ein Segel unter dem Winde Die Matrosen auf dem Kent ließen bei dieser guten Nachricht em donnerndes .Hurrah !" erschallen. ES wurden von Minute zu Minute Kanonenschüsse abgefeuert, um durch diese Nothstgnale das fremde Fahrzeug herbeizurufen, welches kühn unter halben Segeln den sturmgepeitschten Ocean durchpflügte. Einige Minuten vergingen in banger Erwartung. Wenn das unbekannte Schiff in dem Sturmgebrause die Noth schösse nicht hörte dann waren die Un glücklichen auf dem Kent sicherlich ver loren, denn nur eine kurze Frist war ih nen zur Rettung noch vergönnt. Doch auf dem fremden Schisse hörte man die Nothsianale. Dasselbe änderte sogleich seinen Kurs und kam heran, wie man bet dem Scheine der Blitze bemer ken konnte: - Es war die kleine, schnellsegelnde Brigg Eambna" von 200. Tonnen Last, ge führt von Capitän Cook und bestimmt nach Vera Cruz. An Bord befanden sich 25 Bergleute auS Cornwall's. die von emer englisch mexikanischen Bergwerks Compagnie angeworben und auf der Reise nach thremBemmmungsorte waren. Capitän Cook war ein ausgezeichneter Seemann, der rasch seine kleine flinke Brigg bis auf eine halbe englische Meile dem großen, dem Verderben geweihten Fahrzeuge nahe brachte und sich trotz der hochgehenden See und dem wuthenden SturmeZgebrause durch geschicktes Lavi ren in dessen Nähe zu halten wußte. Näher heranzusegeln durste er nicht wagen, damit nicht im Falle einer E5 ploston des Kent sein kleines Schiff mit in's Verderben gezogen würde. Auch hätte sonst leicht ein Zusammenstoßen der beiden Schisse erfolgen können, was natürlich den sofortigen 'Untergang der Cambna zur Folge gehabt haben wurde. Jedenfalls war er jetzt nahe genug, um das von Qualm umwallte brennende Fahrzeug beständig sehen zu können. Ebenso konnten die Leute auf dem Kent die Cambria sehen, denn beide Schiffe hatten alle ihre Laternen aufgehängt. Das Rettunasmerk konnte allo nun beginnen. Jedermann aber begriff, daß es außerordentlich schwierig sein würde. m der dunklen Nacht über Die empörte wilde See eine solche Menge von Men schen in denBooten nach der Cambria zu brmgen, zumal eS. kaum möglich war. Boote auszusetzen, da die tosende kturm see sie jeden Augenblick an die Schiffs Wandung schleudern und zerschmettern s r nn konnte. Jedenfalls spray tue Mogliq reit dafür.dak daS Feuer die Pulverkam mer erreichen und der Kent in die Luft fliegen würde, bevor das Rettungsverk zu Ende gebracht erden konnte. Und wie sollten überhaupt. mehr alS 00 Menschen von der kleinen Brigg, die wie eme Nußschale aus den Wellen tanzte, aufgenommen werden können i Dies schien ganz unmöglich, und doch mußte eS versucht werden. Kapitän Cobb und Major Macgregor hielten eine kurze kräftige Ansprache an die Seeleute und Soldaten, indem sie erklärten, daß die Rettung nur dann ge lingen könne, wenn keine Unordnung entstehe. Jedermann seine Ruhe bewahre und den Befehlen der Vorgesetzten un bedingten Gehorsam leiste. Zuerst sollten die .Frauen und Kinder nach der Cam bria gebracht werden, dann die Soldaten und Paffagiere, daraus die Ossiziere. Der Kapitän und der Major wollten bis zuletzt auf. dem brennenden Fahrzeug bleiben, damit ihr entschlossener Muth den Anderen als gutes Beispiel diene. Die Boote wurden mit großer Schwie rigkeit ausgesetzt und mit den besten Matrosen bemannt. Dann fand die Einschiffung statt. Die Ossiziere mit gezogenem Degen hielten Wache. Es kostete unsägliche Mühe, die jam mernden Frauen und Kinder in die Boote zu brmgen. Viele fürchteten stch mehr vor den schäumenden, brüllenden, ungeheuren Wogen, als vor dem Feuer und wollten an Bord des Kent bleiben. Ader man achtete selbstverständlich nicht auf ihr Bitten, sondern schleppte sie mit Geaalt in die Boote. Dann wurden die Taue gelöst und die drei kleinen Schaluppen verschwanden zwischen den Wellenbergen.

Schaum und Gischt sprikten in die

Fahrzeuge, dieselben gelangten' jedoch wohlbehalten bei der Brigg an und wur den dort ausgenommen. Hierbei leiste ten die Bergleute aus CornwalllS efent liche Hilfe. Die muskelkräftigen Män ner hielten sich mit einer Hand an den Wandtauen und Ketten uud hoben mit der anderen die Frauen und Kinder an Bord, so daß die Boote bald zum Kent zurückkehren konnten. . Die wüthigen und geschickten Matro sen mußten die gefahrvolle Fahrt oft wiederholen, um die Hunderte von Men schen nach der Brigg zu brmgen. Sie wurden auch alle gerettet bis auf drei Personen. Ein Matrose siel, weil er zu hastig über Deck sprang, durch die große Luke und wurde im Nu von den unten wüthendenWellen verschlungen, als ob er in den Krater eines Vulkans gefallen wäre. Ein Anderer stürzte beimRieder kaffen in daS Boot, zerbrach das Rückgrat und war auf der Stelle todt. Der Dritte that einen Fehltritt, und die Folge war, daß ihm der Kopf zwischen der Schiffs wand und dem Boote zermalmt wurde. Als die letzten Seeleute und Offiziere mit Kapitän Cobb und Major Macgre gor das brennende Schiff verließen, bra chen die Flammen bereits durch das Verdeck. ES war jetzt vier Uhr Morgens. Das Schiff brannte seit sechs Stunden. Die Boote mit den letzten Geretteten erreichten die Cambria und die Ossiziere blieben auf dem Deck stehen, da die Katastrophe des Kent jeden Augenblick ein treten mußte. , Endlich, um halb fünf Uhr Morgens ertönte ein furchtbarerKnall. DaS Feuer hatte die Pulverkammer erreicht und der Kent flog in die Luft, feine brennenden Trümmer weit umherschleudernd, ein grandiöseS Flammenschauspiel. Also war die Cambria gerade zur rechte Zeit gekommen, um 600 Menschen aus TodeSnoth zu retten. Nur die gute Disciplin, in welcher die Soldaten und Matrosen selbst m Ange sichte deS Todes verharrten, machte unter den schwierigsten und gefährlichsten Um standen daS NettunäSwerk möglich. Daß Kapitän Cobb und Major Mac gregor diese Disciplin ausrecht zu erhal ten wußten, verdient die höchste Aner kennung. Die kleine Brigg war nun aber so mit Menschen beladen, daß man sich kaum auf ihr rühren konnte. Die F.-auen und Kinder wurden in der Kajüte und im Raume unterbgeracht, ebenso die älteren und schwächeren Personen. Auf dem Verdeck standen die Matrosen und Sol daten dicht gedrängt beisammen, daß sie im Stehen schlafen mußten, weil kein Platz zum Sitzen oder Liegen war. Doch das Leben war gerettet und die großen Unbequemlichkeiten wurden des halb ohne Murren ertragen. Noch immer wüthete der Sturm aus Sudwesten fort. Der nächste biscayfche Hafen war etwa 200 englische Meilen entfernt, jedoch des Südweststurmes halber nicht so rasch zu erreichen, wie em englischer Hafenplatz. Kapiiän Coole setzte also möglichst viele Segel bet, die Cambria flog dann wie ein Sturmvogel vor dem heulenden Winde bin nach Englands Kreideküste, wo der Hasen von Falmouth nach wem gen Tagen erreicht wurde. Eine Ksmödte der Irrungen. (Vreslauer Gerichtshalle.) An einem Decembertage des verflösse nen Jahres schritt die Frau Kommer zienräthin v. L. in ziemlicher Aufregung in ihrem Voudoir aus und ab. Ein ganz eigenthümliches räthselbastes Er eigniß hatte sich abgespielt, eS schien, als habe em neckischer Kobold das kommer zienräthliche HauS zum Schauplatz einer seltsamen omoole der Irrungen auser sehen. Vor wenigen Minuten war der Por tier des Hauses vor der Frau Kommer zienräthin erschienen. - Jch weiß nicht. wie das zugeht, gnädige Frau hatte er gesagt, schon seit zwei Stunden erscheinen fortwährend Leute, dle bestimmt behaup ten, hierher bestellt worden zu sein. Vor hin war einTapezierer da, der den Auf trag erhalten haben will, die ganze erste Etage neu zu tapezieren. Es war mir kaum gelungen, ihm begreiflich zu machen, daß ein Spaßvogel sich einen Scherz mit ihm gemacht habe, als ein Maler kam, der ebenso bestimmt erklärte, daß er hierher beschicken worden sei, um die Deckengemälde auszubessern. Der Mann wollte sich gar nicht abweisen las sen und ich war noch im lebhasten Dis put mit ihm begriff:!,, als sich ein Ofen setzer meldete, der den Austrag erhalten haben wollte.die sämmtlichen Oefen aus zubessern. Zu gleicher Zeit meldete sich ein Klempner. Er gab vor, daß er so eben durch einen .Boten eiligst hierher gerufen werden sei, weil unsere Dach rinnen in der größten Gefahr schwebten. Ein Schneidcr.l er gleich nach ihm erschien, will den Auftrag erhalten haben.sür das ganze Dienstpersonal Livreen anzaferti gen. Ich weiß gar nicht, gnädige Frau, was ich mir von alledem denken soll, eö scheint, als habe sich irgend Jemand einen schlechten Scherz erlaubt. Der Frau Kommerzienräthin erschien diese Vermuthung sehr begründet, denn thatsächlich hatte man nach den Diensten der Personen, die sich gemeldet, kein Verlangen getragen. ES war kaum eine Viertelstunde ver flössen, als der Portier abermals erschien. .Diesmal sagte er, .bin ich doch nicht so recht in Klaren, ob ich dentzerrn, der sich soeben gemeldet hat, abweisen soll. Der Wildprethändler Adler hat zwei Hasen gebracht, er behauptet, daß sie be. stellt worden seien." .Keineswegs!" rief die Kommerzienräthin; das ist ja aber ganz unbegreiflich, wie solche Dinge vorgehen können .Und dann,, sagte der Porlier. .ist ein Schlosser gekommen, der sich durchaus nicht abweisen lassen will. Er behauptet ganz bestimmt, daß er den ?5ustrag erhalten habe, einige Schlösser in Stand zu setzen. Er hat sogar dem Boten, der ihn hierher geru sen, ein Trinkgeld gegeben." .Das ist ja höchst sonderbar," rief Frau v. L., .Die Leute sind alle getäuscht worden. Weisen Sie jeden ab, der sich etwa noch melden sollte - "

Der Portier ging, kaum hatte er in

seinem Stübchen Platz genommen, als eineDrofchke vorgefzhren kam, der eiligst eine Dame entstieg. Sie trat auf das Thor zu und zog die Klingel. Der Portier witterte em neuesUnheu. .Was wünschen Sie? fragte er die Dame, nachdem er die Thür' geöffnet hatte. .Führen Sie Mich schnell gnädigen Frau entgegnete Gefragte ; .ist der Doktor zur die schon da? .Welcher Doktor?.Nun, der Doktor ! Ich bin die Hebamme Kitschner .Wa was ?" rief der Portier, .hat man Sie etwa auch hierher bestellt Y Nun allerdings ! Aber beeilenSie fich.suhrenSie m,ch zur gnädigen Frau, es ist 5eineZeit zu verlieren. Der Bote hat die. größte Eile anbefohlen." ' Dem Portler varheute schon so manch Wunderdares pasfirt, aber dieser neueste Vorfall übertraf denn doch alles Voran gegangene. .Gute Frau" sazte er. man hat' Sie irreal uhrt. Glauben Sie mir.in unserem 5ause ist man Ihrer schätzenöwerthen Silke nicht benöthiat." .Aber ich muß doch sehr bitten rief die Hebamme .ich bin extra hierher be stellt worden, es ist em sehr dringender Fall, derArzt muß sogleich nachkommen." .Aber die gnädige Frau ist wohl und munter." entgegnete der Portier, .gehen Sle nur getrost nach Hau e. Sie sind übrigens nicht die einzige Person, die man heute unnüzer Weise hierher g: schickt hat.- ' Eme halbe Stunde mochte seit diesem Auftritt veiflossen sein, als abermals an der Zhür . geklingelt wurde. Der ge plagte Portier öffnete und eine steund liche Dame kam ihm entgegen. ' .Nun. ,ch komme hoffentlich noch zur rechten Zeit, habe mich ohnehin sehr de eilt,- sagte sie geschäftig, .bitte. lassenSie . ft n v . . v . 1 will) icyieunlgir anmeiven.iq weroe uun aend erwartet. Ist wohl alle? in axo ßer Aufregung ? Natürlich! Läßt sich ja denken ! Besonders der gnadme err. Aber bitte, lassen Sie mich doch nicht so lange warten.- Aber wo wollen Sie hin, liebe Frau ? Wer. sind Sie denn ? .Ich ? Ich bin natürlich die Hebamme Habicht. Bin soeben gerufen werden zur anädlgen Frau, soll ein ormgenoer Fall fein. Aber bitte, zögern Sie doch nicht so lange, jede Minute.Versäumniß bringt Gefahr.Der Leser kann sich denken, welcher Bescheid der guten Habicht zu Theil wurde. - 'Sehr verstimmt über den ihr angethanen Streich, kehrte sie nachHause zurück. Am anderen Tage spielte sich in dem Hause deS Branntweinbrenners Müller eine ähnliche seltsame Scene ab. Eine Frau mit sehr betrübter Miene trat in die Stube und sprach' mit bewegter Stimme : .Ach Gott, so ist's denn wirk lich wahr, der gute'Mann ist gestorben? Ja, ja, wir müssen Alle einmal daian glauben, aber traurig und schmerzlich ist'S doch immer. .Wen meinenSie denn, liebe Frau? fragte HerrMüller, .wer ist denn gestor ben V .Nun, wir sollen ja den Grabstein sür ihn anfertigen,- entgegnete die Frau, es war ein Bote bei meinem Manne und er hat ihm auch ein paar Böhm Trinkgeld gegeben. Ich soll eben ausrichten, daß v r. - ;n mein 'jjtann lpaicr kommen rouu, er im Augenblick verhindert. .Sie müssen sich in der Adresse geirrt haben,- sagte HerrMüller, .denn hier im Hause ist Niemand gestorben.. .Nein, nein,-sagte die Frau, .ich bin schon richtig hier, der Herr Müller ist ja gestorben, sür ihn soll mein Mann eben den Grabstein machen." .Ich ?- rief der Brennereibesitzer, .ich wäre gestorben? Na, hören Sie, gute Frau. daS ist keine angenehme Nachricht, die Sie mir da bringen, aber ich will hoffen, daß sie falsch ist. .Wie ? Sind Sie der Herr Müller ?" . .Allerdings ! Und mit meinem Grabstein will ich noch eine Zeitlang warten; ich will hoffen, daß es noch, eine gute Weile damit hat Aber das begreife ich gar nicht,- rief die Frau, die sich jetzt als Gattin des Stein metzmeisters R. vorstellte. Vor einer halben Stunde war ein jungerMensch bei uns und hat gesagt, daß der Herr Müller gestorben sei, die Familie wünsche ihm einen Grabstein zu setzen. Man sollte gar nicht glauben, wa3 es heutzutage für schlechte Menschen giebt. Am Nachmittag desselben Tages wur de an der Thür der HebammeRömer ge klingelt. Als man öffnete, trat ein jun ger Mensch in ziemlich reduzirter Kleidung in die Siube. .Sie sehen, ich bin ganz außer Athem,-rief er, .ich bin ge lausen wie ein Postpferd. Die Frau Römer möchte sofort zur Frau Kaufmann L. kommen, aber schnell so schnell wie möglich. Es ist die größte Gefahr im Römer fab sich den jungen Mann von oben bis unten cm, und schüttelte mißtrauisch den Kopf. .Sie meinen doch die Frau L. am Ringe fragte sie. .Allerdings, die meine ich..Die Sache kommt mir aber nicht richtig vor,- sagte Frau Römer, .wenn die F?au Kaufmann L. in die Lage kommt, daß sie meine? Beistandes bedarf, wird sie mich wohl schon einige Tage vorher be nachrichtigen .Es ist aber sehr plötz lich gekommen,- sagte der junge Mensch, .ich soll auch gleich zum Doktor Asch gehen. Frau Römer besprach sich mit ihrem Manne, der in der Stube anwesend war. Auch diesem kam der junge Mensch ver dächtig vor ; er war der Meinung, daß L'S wohl einen anderen Boten geschickt haben würden, alS einen so zerlumpten Menschen. .Gehen Sie nur wieder nach Hause .wenn Ihnen wirklich der Austrag ge worden ist, mich zu bestellen, so bringen Sie etwas Schriftliches.- .Nun, wie Sie wollen,- erwiderte der Bursche, .da mit ich aber den Gang nicht ganz umsonst gemacht habe, geben Sie mir wenigstens ein kleines Trinkgeld .Aha dachte Herr Römer,' .darauf war's abgesehen.- Natürlich kam er dem Verlangen .nicht nach. Der junge Mensch entfernte sich brummend,HerrRö mer folgte ihm unbemerkt nach. An dem nächsten Hause, an welchem ein Thürschild verkündete, daß sich allda der Wohnsitz einer Hebanme befinde.

blieb der verdächtige plM kurzem Besinnen trat er ein. Vr mer wandte sich nun an einen in d Na flehenden Schutzmann, dem er sttne

JUVUUJ, VUQ fck u" ' . der reise, mittheilte. AlS dkk juNgt 9 . f Jttary Trt rt nTTi ftAt n :irrnnp au a AttttZq aus oem yauie zuiuu...., ihn der Schutzmann in EmpsaNg. Der Verhastete war der Maurer und Ofenbauer Karl Lewandowskl. X.m .sin hurnitinrnrnfttftl ÜBCCC0( VIUI mit lyui vuiyuivuiui- f räumte er ein, bei einer großen Anzahl. m . r r 1 - ka.tt.N. rttlT von Personen jingmc ! gegeben zu haben, um sich ein Trinkgeld zn erschwindeln. In sechs Fälle 2?; ihm dies gelungen, er hatte im Ganzen die Summ? von 1,90 Mark geerntet . - 1H...C... i . rrtt gcroijj eine geringe ausaeme, ui in Betracht zieht, das er unzählige änge verrichlet hatte. 1 - l?r wurde von der Strafkammer wegen. vollendeten Betruges in 6 Fällen und - . 2- . . rvn wegen versuchten Betrugs in y üüuc11 gu einer Gefängnisstrafe von einen, Jahr und 2 Jahren Ehrenverlust ver" urtheilt. Zum Tode verurthellte Marwölle von ffrankrelcy. Acht Marfchälle sind in Frankreich in nerhalb vier Jahrhunderte zum Tode verurtheilt. Den Reigen derfelben-erSff-j nete G'lled de Laval, genannt der Mar, schall von Retz, geboren HOL der flch besonders in den Kriegen gegen England'. und namentlich bet der Belagerung von Orleans (1429) auszeichnete. Später haarsträubender Verbrechen, Meuchel, mord und dergleichen angellagt, wurde er 1410 zu Nantes gehängt und feme' Leiche verbrannt. Im Volk nannte man ihn den Blaubart. Ihm folgte Louis de Luxembourg, Graf von St. Pol Connetable von Frankreich, . geboren 1418. Er wurde am IS. Dezember 1475 am GrevePlatze wegen Complots und Rebellion gegen Karl VII. und Ludwig XI. enthauptet. Der Dritte war CbarleS de Gontaut, Herzog von Biron., Er war der Sohn des CapitainS, vondem Heinrich IV. sagte : .Biron hat die rechte Hand an meine Krone gelegt".' Der Bearner bezeugte ihm die lebhafteste Freundschaft. Sie kämpften in den schlimmjien Tagen nebeneinander, Hein rich rettete ihm dreimal das Leben, namentlich in der Schlacht von Fontaine: FranZaise (15). Mit 33 Jahren war Biron Marschall von Frankreich. 1598 machte ihn der König zum Herzog und Pair. Biron, von ungezügeltem Ehr' geiz beseelt, glaubte sich durch seine Würden nicht genügend belohnt und' konspirirte wiederholt mit den Fremden' gegen Heinrich IV. Der König verziehe ihm. Sein letztes Verbrechen war aber" von ausnahmsweise? Größe. EZ handelte sich darum, Frankreich mit Hülfe' Spaniens und SavoyenS zu zerstückeln.D Preis dieses Handels sollte für Biron die Hand der Tochter des Herzogs' von Savoyen und der Besitz von Bur gund, Limousin und Perigord sein.; Heinrich IV. und Sully, von diesem Handel in Kenntniß gesetzt, .beschieden' Biron nach Jontainebleau und suchten ihn durch Milde und Schmeicheleien zu gewinnen. Er blieb jedoch unbeugsam, und suchte sich, nicht einmal zu v:rthei. digen. Kein Freundschastöbeweis konnte feinen Stolz beugen. Das letzte Zu--sammentreffen der beiden Wasfenksähr', ten war ein sehr erregtes. 53iron c:rlic& das Cabinet des Königs und Heinrichrief ihm noch unter der Thüre z'.i : Sa gestehe doch, gestehe Keine Antwort.! Adieu, Herr von Biron', rief ihm nun der König mit besegter Stimme zu und das TodeZurtheil war beschlossene Sache. Biron erhielt von seinem früheren königlichen Freunde nur die Gnade, im Innern der Bastille und nicht am Ereve Platz geköpft zu werden. DieS geschah' am 11. Juli 1602. Airon L?ar vierzig Jahre alt. Der Vierte war Heinrich II., Herzog von Montmorency, er wurde in der Schlacht von Castelnaudery, die' gegen die königlichen Truppen geschlagen war, zum Gefangenen gemacht und an 30. Oktober 1632 in Toulouse, erst 37 Jahre alt, enthauptet. Als der Fünfte in dieser Linie erscheint der Marschall von Marillac, der inmitten seiner Armee wegkn eines Komplots gegen das Leben' des Kardinals voi? Richelieu verhaftet wurde. Er wurde am 10. Mai 1032 am Gceve-Platz enthauptet. Der Sechste ist Baron Lackner. Marschall von Frankreich, der unter Friedlich II. während des si?benjährigen Krieges dien te. Einige Zeit vor der Revolution trat er als General'Lieutenant in die fran zösische Armee. Er schlos sich der Revo luiion an und commandirte 1792 als Marschall von Frankreich die Nord ?lrmee. Er nahm Menin und Courtrai und vernichtete bei Valenciennes ehr österreichisches Corps. Späterourde er in Paris verdächtigt und durch daö Ne' volutionS'Tribunal verurtheilt. M21V guillotinirte ihn 171M. Philippe de NoailleS, Herzog von Mouchy, geboren 1716, ist der siebente der französischen Marsäälle. die hingerichtet wurden. E? war iiS 1769 Gouverneur der Bastille Er vertheidigte trotz seines hohen Alters Ludwig XVI. gegen die Angriffe des Pöbels. 1794 verhaftet, starker mit seiner Frau Anna von Arpajon auf dera Schaffst. Der Letzte endlich war der Mcrschall Ney. Nach den Feldzügen ;?l3-16 unterwarf er sich Ludwig XVIII., ruckte Napoleon bei seiner Wiederkehr von Elba entgegen, ging dann zu ihm über, ward nach der Capi tulation von Paris geächtet, zu St Alban verhaftet und am 7. December erfchoffen - Das verhängnibvolle ?r!?-?lffeur: .Sagen Sie doch, veßhalb denn das schallende Ge lächter des Publikums bei Ihrem Ab gange von der Scene? Was war's denn "ur wieder ?" Schauspieler: .Mein altes Verhangnlß. der Dämon des Ber' sprechen-.! Ich hatte zu sagen : Wer fie Sie Nicht Herr Präsident, daß ich Vater zweier Kinder bin und sagte. ? 3jpnw: .o& ich Kater zweier Finder bin! In meinem Entsetzen will ich mich.verbeffern und sage : .Daß ich Jinder zweler Kater bin!- : Du, warum sind denn Vii Kannne so hoch ?"-.Ei, damit bei einer. Ueberschwemmung das Waffer nicht hin-' einläuft