Indiana Tribüne, Volume 6, Number 206, Indianapolis, Marion County, 14 April 1883 — Page 2
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Zndimm Hriöune.
FSgNHt' und SonntagsausgaSs. Office: 2S. DelawareGir. Indianapolis, Ind., 11. April 1883. DcrSHissScanal durch Florida In den nächsten Wochen wird die, Florida Ship Eanal Eo." nun doch an, die Ausführung des Unternehmens ye. hen, welches seit lanaen Jahren die M fentliche Aufmerksamkeit in hohemGrade auf sich gelenkt hat, in neuerer Zeit aber durch das Proiect, einen Eanal fürFluß-! barken herzustellen, verdrängt zu sein schien. Verschiedene Linien wurden für einen Eanal vermessen und abgesteckt, der Florida durchschneiden und den atlanlischen Ocean mit dem Golf von Mexico verbinden soll. Drei dieser Linien wur den als diejenigen bezeichnet, die mit dem geringsten Kostenauswande hergestellt werden könnten. Ein Gesuch an den Eongren um Ausführung des.Prolects auf Bundeskosten wurde bekanntlich abfällig beschieden, und es hat sich daher eine aus örtlichen Kapitalisten befleyenve Compagnie gebildet, welche und voraussichtlich mit vollem Rechte in dem Jötta des tianala em durchaus renladieZ Unternehmen erblickt. Die Concesno rnruna ver Ge ell hatt ist von der e- ' gislatur des Staates Florida genehmigt und der Freibrief vsn dem Gouverneur ausgestellt worden. Eine Anzahl fräs -tiger, durch Dampf getriebener Bohr Maschinen, welche bei den Ausgrabungen verwendet werden sollen, ist im Bau degnssen; lede derselben wird bei dem c . r c evr I usgraoen oes anaioeiles vie vuveii hrtn 1 III II 1 tlWAnnivn Inilfin cr . Itnrt! I vwii J.VW jvvuiiuiiii ajm viuimt i wird an seiner Oberflache eine Brette von 100 Fuß erhalten und die Tiefe des Fahrwassers wird 16 Fuß betragen; zahlreiche Ausweicheplätze werden angebracht, damit auch die größten Seeschisse ungebindert den Canal Passiren können, Ale Lange des Canals betragt von der atlantischen Küste bis zum Golf 1L0 Meilen, von denen jedoch nur L0 Meilen V j tfW . r r , . . . r I ourcy Ausgrasen yergeueur weroen muj fen, da die übrige Meilenzahl auf den Flüssen St. John's und Suwanee zu ruckgelegt wird. Der Canal beginnt von der kleinen Bucht Nassau, eine kurze Strecke südlich von dem Hafen von F:rnandine. Ein zehn Meilen langer Durchstich, der durch sumpfige Niederung fuhrt, erreicht den St. John's einige Meilen unterhalb Jacksonville, und der Canal benutzt diefen Fluß aus eine Strecke von Zwanzig Meuen btZ zu dem sogenannten Do:tor's Lake; in letzterem wird der Canal entsprechend vertieft und lauft dann water durch sumpfiges Land in den Suwanee, den er bei Hatch's Land erreicht; letzterer, dessen Fahrwaffer nur geringer Regulirung bedarf, stellt die Verbindung mit dem Golf her. Die Länge des Canals zwuchen dem St. obn's nnd dem Suwanee beträgt sonach fünfzig. Mei-'
len. Das ßLaucapital ist aus 14 Mi! vollkommen gerecht geworden. Die Erlionen Dollars veranschlagt und bereits fchließnng eines ganzen Continents für
gezeichnet. Die Beschaffenheit des Bodens bietet nicht die geringsten Schwierigkeiten, da derselbe lediglich aus Sand besteht, den die erwähnten Bohrmaschinen leicht be wältigen können. Die Compagnie.hofft, den Canal, deffen Bau bei der gewöhnilchen Arbeitsmethode drei Jahre rn Anspruch nehmen würde, dadurch in zwei Jahren vollenden zu konnm, daß sie unter Anwendung -von eleltrlsaiem Llckte und durch Eintheilung der Arbeiter in Tag- und Nachtschichten täglich zwanzig Stunden arbeiten laut. Was die Frage der Rentabilität an langt, so kommen folgende Momente in Betracht. Der Canal kürzt die Entfernung zwischen New Orleans und Mobile, resp, den Hasen an der atlantischen Küste einschließlich' New Jork, um ziemlich 10L0 Meilen ab. Die Schiffahrt um den südlichen Theil der Halbinsel ist äußerst gefährlich, indem sich zu den l fen und Klippen noch die zahlreichen Wracks gesunkener Schiffe gesellen. Die von den amerikanischen Küstenfahrern für die Versicherung der Schiffe zu bezahlenden Extra-Pramien werden auf 5 bis 6, der Verlust an Schiffen und Ladüngen, der bei dem Doubliren der Halbinsel alljährlich vorkommt, wird auf 8 bis 10 Millionen Dollars aeschätzt. Jeder Dampfer spart durch Benutzung CanalS 4, zedeZ Segelschiff 8 bis 10 Tage bei jeder Reise. ' Der Handel zwischen dem karaldllchen Meere und dem
Golfe von Mexico einerseits und den BewegunLssreihelt der Studenten. FachStädten an der atlantischen Küste von gelehrte, die sich jetzt auf den Colleges
SMannah bis Boston andererseits wird den Canal der größeren Sicherheit der Fahrt und der Zcitersparniß wegen unter allen Umständen benutzen, und bei enie, vernünftigen Festsetzung der sür diesi Benutzung zu entrichtenden Gebübren werden letztere eine bedeutende Ein. nahmcquelle bilden. Litt SchViNdelgtsÄSft. Die auten ?.tnit in dem rnifcprfl isti, den und sich antediluvianischer 'gesellfchaftlicher Verhältnisse erfreuenden . . . Städtchen tot. Stephan in der canadi scken Vrovin, Neix29ni!inffWm fcpfin den sich in großer Ausregung.' Mehrere zu ihnen gehörige Gevattern Schneider und Handschuhmacher entwickeln plötzlich . 7 . . t T i et - weine unnyuiicn uxus. öic yaven Ncr Wagen und Pferde gekauft, gehen einher wie die Stutzer auf dem Broadwa . . - . I em ViorlZ uno bezahlen alle ihre Be dürfnisse baar. Dies ist um s? auffal lender, als sie lhre alten Geschäfte ver nachlässigen und von neuen Gründun' gen" nichU zu bemerken ist. Der Post, meiste? des Städtchens hat verrathen, daß die'Leute ungemein viele Briefe ab senden und erbalten. Niemand ermockte . aber einen Zusammenhang zwischen die 4. fen Briefen und oem goldenen egen zu errathen. Da brachte der in dem Stadt . . in kkklen lremv aren vertoe-.ttk -y... ... - r 1
Boston Advtttiser" Licht in die Angt.
legenheit. Unter der Ueberschrift In fame Gaunerei" theilte das Blatt mit. daß die sogenannte Koyal New Brunswick Distribution of Qasb Gifts" die ländlichen Bezirke der Ver. Staaten mit Circularen überschwemme, i m in venen zur elyemgung an einer äußerst vortheilhaften Lotterie, deren erste Ziehung in den nächsten Tagen stattfindet, eingeladen wird. Die diede ren Farmer sind zu Tausenden auf den Schwindel hlnemgcsallen und haben untn Einsendung von größeren oder kleineren Geldbeträgen Loose bestellt. Natürlich erhalten dieselben nie eine Antwort und lassen es bei einem etwaigen Erinnerungsbriese bewenden, der ebenfalls in den Papterkorb wandert. Der Schwindel wird auch nach seiner Enthüllunq durch das Bostoner Blatt mit ungeschwachten Krüsten fortgesetzt; die kanadischen Behörden kümmern sich nicht um die nur an Angehörigen der Ver. Staaten verübten Betrügereien, und unser Postdepartement ist in Folge der mit der ColonialRegierung beste henden Postvertrage nicht in der Lage, den Gaunern das Postdedit zu entziehen. Die Zeitungen haben in den Kreisen der ländlichen Bevölkerung ein Verhältniß mäßiq geringe Verbreitung und so.wer den die Gauner in S. Stephan noch voraussichtlich für lange Zeit gute Ge schäste machen. Bei dem Betrügen ist es genau wie bei dem Verleumden, nur uMM frech und unver chämt zu Werke gehen und ein, wenn auch nur vorübergebender, Erfolg wird nickt aus bleiben. Wer eine Zuschrift der Royal New Brunswick Distribution of Casli Gifts" erhält und nicht prompt in den Ofen befördert, mag sich den aröfs ten Gimpeln beizählen, die unter Onkel Sam's eigentlich so intelligenter Bevöllerung zu finden sind. m.ilu tuk..r!ni VtflllvHUl llll Vtl I14UI Ausländer, welche die Größe und Be deutung der Ver. Staaten anzuerkennen gezwungen sind, sprechen ihnen dennoch achselzuckend die höhere, die gelehrte,- die abstracte wissenschaftliche Bildung ab. Du Amerikaner, sagen sie, leisten un leuabar viel auf dem Gebiete der Natur Wissenschaften, aber nur deswegen, weil ? m v 4 iie oyne urfor qung oer caiurirufie keine praktischen Erfindungen machen können. Selbst ihre Wissenschastlichkeit ist nichts weiter als die Jagd nach dem Dollar. Abgesehen davon nun, daß sich dar über streiten läkt, was Wissenschaft überhaupt ist und in welcher Form sie Werth für die menschliche Gesellschaft bat, ist es durchaus unrecht, den Amerikanern alles uneigennützige Streben nach Erkenntniß abzusprechen. Wenn sie sich noch mcht m großer Zahl an der Entzifferung der Hieroglyphen und an dem Streite über die etrusklsche Sprache betheiligt haben, so liegt das einfach daran, daß sie zu fo eminent wichtigen, aber doch immerhin unsruchtbarenUnter suchungen keine Zeit hatten. Die hervorragenden Geister unter ihnen mußten an dem Ausbau des Riesenlandes ihtiU nehmen und sind dieser Aufgab? auch die Cultur nahm alle Kräfte inAnspruch, die sich sonst vielleicht als gelehrte Docenten niedergelasien und Vorlesungen über Archäologie gehalten hatten. Doch je gewisser der Sieg der Civilisation über die Wildheit wird, je mehr der Wohlstand wächst und die Vermehrung der Bevölkerung des Landes eme Theilung der Arbeit erlaubt, um so mehr steigt auch die Vorliebe für diejeniaen Wmenschaften. die emen dlrect nachweisbaren praktischen Nutzen nicht haben, um so mehr macht sich das Bedursniß geltend, die erworbenen Kenntniste zu vertiefen. Es ist daher keineswegs überraschend, daß der Vorschlag aufgetaucht ist eine nationale Hochschule zu errichten, die den besten euro Päischen nicht nachstehen, aber zugleich Fühlung mit dem Volke haben soll Da3 Columbia-College in New York, wie alle Anstalten dieser Art eine Verbindung von Gymnasium und Universität, soll dieses Charakters vollkommen entkleidet und in eine freie Akademie der Wissenschaften umgewandelt werden, Aus der Begeisterung, mit welcher dieser Plan allenthalben aufgenommen worden ist, läßt sich schließen, daß die zur Aus sührung des Unternehmens nöthigen 4,000.000 leicht zu beschaffen sein weröen. Alle Aorzuge ver deutschen Universitäten will man beibehalten, so na mentllch lyre Unabhängigkeit von Kirche und Regierung, die absolute Lehrfreiheit, das Institut der Privatdocenten und die mit Unterrichtsgegenständen befassen muffen, die leder Durchschmttsphllologe ebenso gut versteht, sollen dieser Routine entrlffen und m den Stand gesetzt werden, ihr besonderes Wissen in weitere Kreise zu tragen. Dahingegen soll nicht, wie in Deutschland, das Recht zurTbeilnähme an den Vorlesungen aus junge xcute beschrankt fein, du jahrelang die rrt. r; . v " . i v . gmnaiuuoan georual uno oie vor schristsmäßlge'Prüsung bestanden haben. Ge cha Meute oder Advokaten z. B., dle stch über Volkswirthschast. Gesellschasts. Wissenschaft oder Versassungsgeschichte A U L M 1 jf A A K fc . P jjf A s ff A . &a A Jt & Ah a uiuciruuien urnucn, uucn niu;i cii U beweisen haben, daß sie auch noch "lensa decliniren oder gar den Sophoks miueis einer oewayrnn uroeriegung bst Anmerkungen dem Sinne nach un.(XAi n(v4ftCf M fXnnin hn K.. b!"4, uyui um Schönheiten des Originals die geringste Ahnung zu haben. Wer überhaupt rt " . . r em'rr... . . v ruuen rn seinem umtn enroear uno ne auszufüllen bestrebt ist, erhält dazu unler . vorzüglicher Avlettung auörelchenoe Gelegenheit. Auf der nationalamerikonischen Hochschule, mit einem Worte, soll sich die Wissenschaft nicht auf den Katheder beschränken, diese Universität soll vielmehr eine Quelle der Erkenntnis sür Alle werden, die überhaupt wissenöI m f L . C ! W A A . . U. uiil'g ,lno. s i räum oaran zu Geiseln, daß der Plan verwirklicht werI X :v (T 1 - OC. ! - V -F v. . "U. ji aucoiic, vur oit lülli 5. L 1 ... . . ucnicn wcii noq vikt ZU jUNg ettN, UM
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lernen wollen, hat nicht mehr allzu viele Anhänger in den Ver. Staaten. Angesichts der auf den deutschen Universitüten erzielten Resultate neigt man sich immer mehr dem System der letzteren zu, wie überhaupt die deutsche Pädagogik von großem Einflüsse aus die hiesige ist. Fkinfüylige Canadier. In den guten alten Zeiten waren die Canadier stolz auf ihren langen Winter, und wenn sie sich für ihre europäische Verwandten Photographiren ließen, so bildeten Schneebänke, schwimmende 6iSberge und einige Eisbären gewöhnlich den Hintergrund. Auf nichts waren sie so stolz, als auf ihre Eisboote und ihre Schneeschuhe. Aber seitdem Capital und Einwanderer verlangt werden, um Wcst-Ontario, Winnepeg und Britifh Columbia zu entwickeln, haben die Prah lereien mit der Kälte und den Wintersports vollständig aufgehört. Im Gegentheile versichert man beständig, -daß die Kälte im allerhöchsten Norden v'el! leichter zu ertragen ist, als etwa in den Mittelstaaten der benachbarten Union,! und außergewöhnliche Kältegrade werden! ganz in Abrede gestellt. Daher wird! demnächst auch ein presbyteuanischer Geistlicher aus Linbrook, Ontario, von! seiner Kirche processirt werden, weil tv sich in einem Briefe an eine schottische Zeitung über die Strenge des canadi-, schen Winters beschwerte. Der axmt Mann wurde vermuthlich nicht gut ge, nug besoldet, um sich Pelzröcke, bidcn Flanell und Kohlen anschaffen zu lönnen, und um sich einen kleinen Neben verdienst zu verschaffen, schrieb er die erwähnte Correspondenz. Aber die PreSbyters entschieden, daß er keine gebührende Achtung für das Land gezeigt habe, in welchem Gott ihm seine Bestimmung anwies . Ob es dadurch wärmer werden wird in Canada ? Neu ist übrigens, daß eine Wetterkritik gottlos ist. Selbstmorde In oem mit dem 31. März 1882 endigenden Jahre kamen in den Vereinigren Staaten 817, in dem mit dem 31. vor. Mon. abgeschlossenen Jahre 1,606 Selbstmorde vor. Diese auffallende Zunahme m udenfalls auf Rechnung einer vollständigeren Berichterstattung zu setzen. Das in New Bork erscheinende Chronicle". eine Zeitung, welche die Interessen der LebenLversicherunasgesell schaften vertritt, veröffentlicht Verzeich nisse der sich ereignenden Selbstmorde und führt bei den einzelnen Fällen das Alter, die vermuthliche Veranlassung, die Lebensverhältnisse, Nationalität, den Beruf, das Geschlecht, den Ort und die Tageszeit der That an. Im August lamen lm letzten Jahre die meisten. nämlich 212, außerdem, nach den Iah rcSzeiten getrennt, im Frühjahr 388, im Sommer 514, im Herbst 424 und im Winter 280 Selbstmorde vor. Auf den sommer entfallen lonacy velnaye em Drittel, auf Sommer und Herbst über 63 Procent aller Selbstmorde. Das selbe Verhältniß zeigte sich im vorigen Jahre. Manche Aerzte suchen die Ur sache zu den häusigeren Selbstmorden des Sommers und Herbstes m den me teorologifchen Beryaltninen. Wie ge ringe Elasticität der Luft und der hier durch bedingte Stand des Barometers, die durchschnittliche hohe Temperatur, die häufigen' Wechsel der letzteren und die Feuchtigkeit der Atmosphäre werden für die Erscheinung verantwortlich ge macdt. Wer seld lmoro vlnoe: m an kein Alter, scheint zwischen 20 und 30 Jahren am häufigsten vorzukommen. fordert aber im Alter von 60 und 70 Jahren thatsächlich die meisten Opser. Im letzten Jahre begingen Selbst mord : zwischen 10 und 20 I. 65, zwi schen 20 und 20 I. 165, zwischen 30 und 40 1. 129, zwischen 40 und 50 I. 95, zwischen L0 und 70 1. 100, zwischen 70 und 80 I. 40, zwischen 80 und 90 I. 7 und zwischen 90 und 100 I. : Personen. Während so das Alter zwi schen 20 und 30 Jahren die höchste Zahl ausweist und zu dem Schlüsse zu berechtigen scheint, daß die ersten Mißerfolge und Täuschungen ,m Leben am häufig sten zur Abschüttclung desselben sühren. muß man doch berücksichtigen, daß über fünfmal mehr Menschen im Alter zwr ichen 20 und 30 Jahren in dem letzten Jahre in den Ver. Staaten lebten, als im Alter zwischen 60 und 70 Jahren, und da daher, wenn die Tauschungen der Jugend fo große Opfer forderten. ie die Noth und Muthlostgkeit des Al ters, bis Zahl der Selbstmorde zwischen 20 und 30 Jahren nicht 165, sondern mindestens 500 betragen mußte. Als Ursachen zum Selbstmorde sind unter den Fällen des letzten Jahres ol aendemit einiger Sicherheit ermittel worden : Familiensorgen und Zwist in 177 Fällen,Krankheit in 158 F., Wahn sinn in 156 F., lüderlicheS Leben in 131 F., Ge chä tssorgen in 127 F., Liebes gram in 109 F., Mutlosigkeit in 62 I In anderen Fällen war?n die Ursachen absolut nicht zu ermitteln ; dle angege Denen uracyen rönnen nur geringen Anspruch auf Richtigkeit machen, denn theils werden von den Hinterbliebenen häusig unrichtigen Angaben absichtlich gemacht, theils wird Geistesstörung in sehr vielen Fällen mitgewirkt haben,ohne daß sie vorher an dem Lebenden wahr zunehmen war. Im Uebrigen bestätig die Statistik der Selbstmorde des letzten Jahres die schon beiannten Erfahrungen. Die Zahl der männlichen Selbst Mörder verhält sich zu derjenigen de weiblichen wie 4 zu 1 ; die wenigsten sSelbftmorde wurden im Suden began gen; auf die Tageszeit entfallen mehr Selbstentleibungen als auZ die Nacht; die Deutschen stellten das Verhältnißmäßig stärkste, die Farbigen das schwäch, sie Contingent. Leute, die vorwiegend körperliche Arbeit verrichten, , sind der Gefahr, Hand an sich zu legen, weniger ausgesetzt, als Kaufleute, und solche die einem sogenannten wissenschaftlichen Be rufe angehören; aus 23,000 Zimmer-
lerne- kam z. B. ein Selbstmord, wäh-I v i. orjr. cv . i
reno uiuti ucii aiujuvucu, Ingenieuren und Journalisten einer auf blos 1,000 f.Ntsällt. Liebhabereien. Unsere heutige sogenannte Aesthetik ist insosern eigenthümlich und cbaracteristisch, als sie. irgend welche Regel und Richtschnur nicht anerkennt, sondern der Phantasie, den individuellen Einfällen eines leden ihrer Junger den weitesten Spielraum gestattet. So lange der Geschmack sich nach den Anschauungen des Mittelalters richtete und bildete, zeigte er eine gewisse Consequenz, mochte dieselbe sich auch consequent in das Bi zarre. Ungeheuerliche und Unschöne verlleren. Jetzt will man aus dem aronen Gebiete der Liebhabereien nichts mehr vom classischen Alterthume, von Roccoco und Renaissance wien, jeder Geschmack hat seine eigenen Bedürfnisse und Launen, und die Industrie schafft willig den Bedarf ; sie erzeugt egyptische Vasen, Stutzuhren aus der Zeit der Marie An toinette, Tische und Stühle ala Louis XIV., aber sie paßt dieselben ohueRück. sicht auf historische Treue dem Geschmacke ihrer Kunden an. Doch neu muß alles sein, was für begehrenswerth gehalten wird, und jede neueForm, jedeNotion", die Gememgut zu werden beginnt, hat damit ihren Reiz und ihren Werth ver loren. Die Sonnenblume, welche dem ästhetischen Oskar eine vorübergehende Beliebtheit verdankte, verlor dieselbe,als sie anfing, in allen Knopflöchern zu er scheinen. Wer vtorch, der m Deutsch land bekanntlich einen viel wichtigeren Beruf hat, wurde sashionabel, mußte aber demPfau weichen, und dieser wurde von kleinen, moaiiam unscheinbaren Hühnern aus dem Felde geschlagen. Der Inhaber eines bekannten Mode waaren-Geschästs in New Nork hatte in dem Schaufenster, das er für das Oster fest neu ausgeputzt hatte, kleine Käsige mit ganz ordinären Küchlein placirt. Die Damen rissen sich um diese Spielerci ;. die Inhaber künstlicher Brütöfen verlegten sich darauf, Zwerghühner aus brüten zu lassen, und als dieselben zahl reich im Markte erschienen, hatten sie ihre Anziehungskrast schon wieder ver loren. Die kleinen Alligatoren, welche zur Zeit modern sind, werden ob ihrer Häßlichkeit vielleicht länger beliebt blei ben, als alle ihre Vorgänger im Thier geschlechte. Unter den Hunden streiten gegenwärtig zwei Arten um die Palme der Beliebtheit. Die eine besteht aus möglichst kleinen, . dürstigen und zarten Kötern, die andere aus dicken, plumpen, fetten und ungeschickten Viechern, die häßlicher sind, als die einst beliebten Möpse und aus England eingeführt werden. Beide Sorten werden von den Damen mit einer Zärtlichkeit behandelt, die häusig den Neid der eigenen Kinder erregt. Aus den kostbarsten Polstern ruhend, werden die Krüppel von goldge rändertem Porcellan gespeist, und zu den dickenUngethümen spricht man nur fran zöstsch, weil dieselben angeblich 1a belle France ihre Wiege nennen. ii w An einem einzigen Tage voriger Woche liefen in dem Postdepar tement in Washington folgende Beste! lungen auswärtiger Postmeister., ein : Z3.O00.000 Briefmarken, 1.000,000 5??:empe!te Couverts und 2,100,000 Postkarten. Der Werth dieser ,Bestellungen beläust pch aus $700,000. oki Sechs Meilen von Los Ängelos, Cal., wurde dieser Tage die Leiche eines gewissen W. Axford ausgefienden; neben derselben lag der abgeschlagene HalS einer Flasche, mit dem sich der Mann eine Arterie geössaet hatte. An dem Rocke war mittels einer Stecknadel ein Papierstreisen befestigt, worauf ge schrieben stand, dem Schreiber fei da? Leben unerträglich, da ihn seine Frau verlassen und sich zu ihrem Onkel in Calaweras Co. begebt habe. Ein 90jähriger Greiö in Unity, N. H., der noch - ohne Brille anhaltend lesen kann, schoß neulich vier Eichhörnchen und zwar mit einer alten Muskete, die . sein Vater im Unabhän gigkeitskampse getragen hat. 6in dieser Tage in Port land, Me., verstorbener Neger war be reits Koch aus dem SchiffeConstitution", als dieses Lafayette nach seinem zweiten Ausenthalte in den Ver. Staaten nach Frankreich zurückbrachte. JnSalina, N.Y.,ist zurZeit ein künstlerisch aus Holz ausgeführtes Pferd ausgestellt, welches der 92jährige Hill mit einem gewöhnlichen Taschen messer geschnitzt hat. JnBoston sind soebenzwei Einrichtungen in's Leben getreten, deren eine die Damen und deren andere die wirthschastlichen Haussrauen sehr unangenehm berührt. Sämmtliche Schnitt bändler der Stadt haben beschlossen, die in ihren Geschähen gelausten Waaren ihren Kunden nicht mehr in das Haus liefern zu lassen, und die Straßenbahn compagnieen fordern von jedem größeren Gepäckstück, das ein Fahrgast bei sich hat, eine Gebühr von 5 Cents. Die Schnitt Händler saqen, die Kosten sür die Liefe rung der Waaren seien zu bedeutend ge worden und die Ladies ließen sich häufig Gegenstände, die nicht größer seien als ein Nickel, meilenweit in ihre Wohnun gen bringen. Die Straßenbahncom pagnieen sagen, diePlatsormen derWa O t 9 4 mm yM gen wurden o mit Gepaanucren, na mentlich Marktkörben angefüllt, daß hierdurch das Ein und Auösttlgen mit unter unmöglich gemacht, immer aber erschwert werde. Fräulein iarrie iitnn t n New Hatten, Conn., ekneClavierlehrerin die in einer Kirche als Organistin fun girte, hatte in Folge eines NervensieberS ihr musikalisches Gedächiniß so völlig verloren, daß sie von Neuem begann, die Noten zu lernen und die ersten Uebun gen auf demClavier wieder zu vorzuneh men. DieserTage war sie wieder in dieser Weise beschäftigt, als ihr plötzlich wie durch eme Offenbarung ,hr ganzes mu sikalifcheS Wissen und. Können Lurück
kehrte und sie die schwierigsten Compo sitionen mit der alten Correctheit und Fertigkeit aus dem Gedächtnisse spielte. In Golionda, Humboldt, Co., Nev., wurde dieser Tage Frau Anna Slater von ihrem Ehemanne wegen der von demselben gegen sie verüb ten Mißhandlungen geschieden, während sie im Gesängnisse eine Strafe von 00 Tagen verbüßte, welche ihr wegen MißHandlungen zuerkannt worden war, die sie sich gegen ihren Ehemann hatte zu Schulden kommen lassen. Aus dem Bahnhose bei Car mi, Jll.. spielte kürzlich ein ohne Aussicht gelassenes Kind zwischen den Geleisen, als ein Expreßzug einfuhr. Die Leute, welche das Kind. und die demselben dro hende Gefahr sahen, waren zu weit cntfernt, um Hülfe leisten zu können. Da sprang ein schäbig und verhungert aus sehender Neusundländer zu, ergriff das Kind und trug es von den Geleisen hinweg. Der Hund, der herrenlos zu sein
scheint, ist tit 'jenem Tage der unzer trennliche Gksährte des Kindes. In Yazoo City, Miss, zankten sich kürzlich zwei Negerinnen und die eine schlug der andern mit einer Axt den Schädel ein. Eine intelligente Jury sprach die Thäterin frei, veil an einer Frau ein mansIauFlitor" nicht begangen werden könne. An den großen natürlichen Gasquellen im westlichen Pennsylvanien entwickelt sich eine Industrie, welche eines Tages große Wichtigkeit gewinnen wird. ES ist dies die Fabrikation von Menruß. ES werden einfach durch daS Sammeln des Rußes.'welcher sich durch die Flam' men' und den Rauch an diesen Quel len kondensirt, jährlich mehrere hunderttausend DoÜarS gewonnen. Wäh rend mehrerer Jahre wurde diesem Ge schäste wenig Bedeutung beigelegt, aber seit Kurzem begreifen Kapitalisten die Wichtigkeit desselben und kaufen oder pachten Gasquellen, um sie zum Zwecke der Erzeugung von Ruß zu benutzen, da sich gezeigt hat, daß der durch das Brennen des natürlichen Gases herge stellte Ruß weit besser Ist, als der aus andere Art gewonnene.' Beinahe das ganze Produkt wird- nach Deutsch land und anderen europäischen Ländern gesandt, wo eS zur Herstellung von Far.ben und Lederschwärze verwendet wird. Eine solche Kienrußsabrik befindet sich an der Station Saxon an der West Penn sylvania Eisenbahn in Butter County, achtunddreißig Meilen von Pittsburg. Sie besteht aus einem Gebäude von hunddertsünsundsiebenzig Fuß im Geviert. Von der einige Nards entfern ten Gasquelle führt eine vierzöllige Röhre nach der Fabrik ; bei ihrem ' Eingange ttoeigt sie sich in zweiHauptleitungsröhren ab, und diese theilen sich wieder in acht Röhren, an welchen sich nahe bei eman der winzige Brenner befinden, deren Zahl im Ganzen zwanzigtaufend be trägt. Ueber den Röhren sind Eisen blechplatten angebracht, an welchen sich der Rauch und Ruß der kleinen Brenner ansetzt. Nach und nach bilden sich Klüm chen von der Größe einer Kirsche, die mittels emer finnreichen Schabevor richtung gesammelt, dann nach einem an dern Theile der Fabrik gebracht und dort m einen Behälter aeschuttet werden DaS Verpacken in Fässer ist eine schwierige Arbeit. Der Ruß ist so leicht. dak em Fan gewöhnlicher Gröke nur eine geringe Gewichtsquantität aus nehmen würde. Dieser Schwierigkeit wird zum Theil durch eine mit Dampf betriebene, aus Walzen und Stam pfen bestehende Maschine abgeholfen, welche den Ruß, so wie er in, das Faß fällt, so fest als möglich zusammenpreßt. Aber es gelingt trotz aller angewandten Mühe doch nur, fünfzig Pfund in ein Faß zu packen. . Die Fabrik in Saxon erzeugt täglich zweihundertundsunfzig Pfund .oder fünf Faß. Vor Kurzem reducirte ein Gericht m New yoxt die Gebuhrenfor derung eines Advokaten auf den vierten Theil des berechneten Betrages. DaS Obergericht des Staates Califo'rnien hat foeben eine ähnliche Entscheidung gefällt. Ein Anwalt in San Francisco hatte seinem Clienten b5,075 für geleistete Dienste berechnet. Aus Antrag de! Clienten ermäßigte das Gericht die For derung aus $1,060. Der Advscat ap pellirte und brachte eine- ganze Anzahl College' als Sachverständige bei, die übereinstimmend erklärten, die Kosten rechnung von $3,076 sei durchaus nicht übertrieben, sondern angemessen und so gar mäßig. DaS Obergericht entschied. dak eö bei der Feststellung des erst instanzllchen Richters . sein Bewenden, daß ein Gericht selbstständig die Höhe emer Gebuhrenforderung zu beurtheilen habe, und von dem Gutachten vonSach verständigen in dieser Beziehung völlig' unavyangig sei. ; 'i:i VluBIan?'. 55 e ch t ersreulich ist e . 6aß dle .Deutschen im 'Auslande, selbst i wo fie Mr einen geringen Bruchtheil der en . . ' -i ' r v ! i. . Vevonerung viioen. liaj rcorny ocuiuycii, ihren Kindern die Segnungen eines ge ceaelten deutschen Unterrichts zu Theil Äerden zu lassen. So giebt es in Ko w i i . T" x..r r.". oenyagen o oeuiiaje oajuicn, uci juc Knaben 'und zwei sür Mädchen, inStock Holm eine sür beide Geschlechter, deö gleichen in Mailand, in Rom, in Genua und Marseille: in Baris sind deren zwei. in London eine Reihe ' Elementarschulen und außerdem eme höhere Anstalt für Knaben, ihr Leyrplan entspricht im All aemeinen dem eines deutschen Realgym nanumS; in VeterSbura blüben mit Einschluß zweier Privat'Gymnasienfünf deutsche Schulen. Außerdem be sieben Säulen noch in Constantinovel. Neapel, Amsterdam, Warschau. Moskau, Aairutb. Jerusalem. Kairo. Alerandria und Livorno 2c. Die jüngsten deutschen Schulen im Auslande sind in ffloreni und Sosia eröffnet; in nächster Ze'ii wird auch die zu Adrianopel ihre Thä tigkeit beginnen. Der russische Schrift steller N. G. TschernyscheffSki ist mahn sinnig geworden. T. war wegen Ver breitung sozialistischer Ideen zu 14 Iah
ren Zwangsarbeit in den Bergwerken verurtheilt worden, nach deren Verbüßung er lebensKinglich nach Sibirien .zu verbannen sei; eine Strafe, die der Kaiser :n siebenjährige Zwangsarbeit ver wandelte, nach deren Verbüßung er sür den Rest seines Lebens nach Sibirien zu transpörtiren sei. Die Verkündigung des Urtheils erfolgte seiner Zeit (20. Mai 3.8G4) in Petersburg aus dem Schasfr t. Nach Verlesung des Urtheils befahl ihm ein Offizier, niederzuknieen, und brich dann über T.'s Kopf dessen Beamte.rdegen entzwei, zum Zeichen, daß T. von n:m an aller Rechte, Ehren und Würden bar sei. In diesem Moment siel zu den Füßen des entehrten" Schriftstellers ein prachtvoller Blumenstrauß nieder. Nun folgte ein . ganzer Regen von Blumen, die von allen-Sei ten aus dem Publikum auf das Schaffst geworfen wurden. Der Offizier ließ auSZ'orn den Staatsverbrecher- Tscher . nyscheffski sür einige Minuten an den
Schandpsahl binden, damit er die ihm zugeworfenen Blumen nicht auflesen könne Vom Schanot wurde Tsche: nyscheffskij direkt nach Nerxschinsk in Sibirien geschont, wo er sieben Jahre lang in den urnerirdischen Bergwerken unter Knutenhieben und schrecklichen gel stigen und materiellen Entbehrungen graben mußte. DanZ wurde er von einem Gefängniß in Sibirien zu dem anderen herumgeführt und dabei so ge martert, daß er endlich physisch und gei stig herabkam und wahnsinnig wurde. -Das .Britikb Medical Journal" bringt anknüpfend an den vlelsach bezweifelten Mordansall, welchen Lady Jlorence Dixie erlitten haben soll. folgenden Bericht über ln letzter Zelt in Paris und London vorgekommenenFälle von Sinnestäuschung : Ein Mann fand seine junge Frau mit blutbeflecktem Ge sichte bewußttos im Zimmer liegen; zu sich gebracht, erzählte sie, daß ein bewasf neter Mann sie überfallen habe, und schilderte der Polizei den Attentäter auf'S genaueste. Die Aerzte jedoch fan den sofort heraus, daß die in hohem Grade hysterische Frau sich die Wunden selbst beigebracht hatte. Man fand eine junge Frau in einem Eisenbahn Waggon mit einer tiefen Wunde in der linken Seite; sie wollte von drei Män nern angegriffen worden sein. Doch auch hier erkannte man sofort die Täu schung. Ein Kaufmann in Waker Street kehrte am Abend heim, da lag sein Stubenmädchen geknebelt, mit ge bundenen Händen und Füßen,'mit Beu len bedeckt, hinter der Thür, das unter Schaudern von zweiRäubern mit schwarz gesärbten Gesichtern erzählte, welche eö in so erbärmliche Lage gebracht. Auch in diesem Falle war kein wahres Wort an der Geschichte. Dr. Tardieu er zählt von einer vornehmen Dame, zu welcher er in der Nacht gerufen wurde und die in Folge eines Anfalles die Sprache verloren hatte. Sie schrieb, wie sie von Männern verfolgt, am Halse gewürgt und durch zwei Messerstiche ver wundet worden sei. Wirklich waren Kleid und Hemd durchbohrt, doch nicht in gleicher Richtung. Tardieu sagtet .Wenn .Jemand in dieser Weise die Sprache verliert, muß sosort zu einer Operation geschritten werden." Im sel ben Moment begann die Kranke höchst geläufig zu sprechen. Derwissenschastliche Nachlaß von Karl Marx dürfte bald zum Eigenthum der Menschheit werden. Fr. Engels wird, wie aus London gemeldet wird, die hinterlassenen socialökonomi schen Arbeiten des großen Denkers, un ter denen sich bekanntlich die Fortsetzung des Kapitals- befindet, baldmöglichst herausgeben. Die Hinterlassenschaft an derartigen Arbeiten 'soll zwei starke Bände betragen. Potsdam, 27. März. Im Wild park bei Potsdam ist einer der berüchtigt sten Wilddiebe, 'Namens Berlin aus Bornim, durch den zum Forstschul) ab commandirten Jäger Krause vomGarde Jägerbataillon in der Nothwehr erschos fen worden. Berlin, welcher in der dortigen Gegend als verwegener Wild dieb weit und breit bekannt war, wurde mit der Flinte in der Hand vom Jäger Krause im Wildpark angetroffen. Bei dem hierauf sich entspinnenden WortWechsel, welcher noch in einiger Entsernung glsührt wurde, da Berlin, als er fich ertappt sah. versuchte, (ich aus dem Staube zu machen, erhielt der Jäger Krause einen Streifschuß in die Lenden gegend, der ihn jedoch nicht hinrte, di: Verfolgung fortzusetzen. Diese führte denn auch sehr bald zu einem HanVge menge aus Leben und Tod, da Berlin nunmebr dem Jäger die Büchse zu ent reißen suchte. Beide starke, krästige und gewandte Männer kämpsten nun eine Zeit lang Brust an Brust, wobei Jeder sich in den Besitz der Jägerbüchse zu set z'en suchte. Endlich gelang es dem Jä ger Krause, die Mündung seiner Büchse dem Wilddiebe zuzuwenden und abzu drücken, wodurch dieser aus nächster Nähe den tödtlichen .Schuß durch die Lunge erhielt. ' D a n i g, 26. März. Der nahegelegene Ort Zigankenberg ist an zwei aufeinanderfolgenden Tagen von gro ßen Feuersbrüsten heimgesucht worden. DaS erste Feuer war in einem Gebäude der Wittwe Kraft auSgebrochen und legte die gantt Hoslage, Wohnhaus und drei große Wirthschaftsgebäude mit aU Um Inhalt an Getreide und Futtervor räthen und dem gonzen Viehstand in Asche. Tags darauf brachen auS zwei Gebäuden des Amtsvorstehers Foth gleichzeitig die Flammen hervor ; Wohn hauS, zwei Scheunen und ein Stall, so wie Scheune und Stallgebäude des Hof besitzers Röll wurden ein Raub derselben, und nur den Anstrengungen ei ner aus Danzig herbeigeeilten Abthei lung Pioniere, sowie der städtischen Feuerwehr ist es zu danken, daß nicht vag ganze Dorf niederbrannte. ,Der 60jShrige Schneidermeister Jakob Hein zuS Zigankenberg hat bei den RettungS arbeiten seinen Tod gesunden. Die Dienstboten Geschwister Mangler. welchr der vorsätzlichen Brandstiftung verdach tig find, find verhaftet worden.
