Indiana Tribüne, Volume 6, Number 202, Indianapolis, Marion County, 10 April 1883 — Page 2

riölme ZüsliHt- üd SsvJtagsausgaSt'. Offtce: tt:2S. DclawareStr. Indianapolis, Jnd , 10 April 1683. Tcuiporärcr Wadl'.jliiit. In den V:r. Staaten tragen die Ee setze, viele sogenannte Sachverständige und die Advokaten dazu bei, daß bei Verbrechen die Beurtheilung der Zurech nungZfähigkeit der, Angeklagten nur zu häufig mit Erfolg benutzt wird, dem Rechte und dem Nechtsgefühle ein Schnippchen zu schlagen. Unsere Ge setze führen bekanntlich das intelligente Element des Volkes am wenigsten auf die Bänke der Geschworenen, in Ansthung der Sachverständigen begegnen wir bei den Jrrrenärzten, wie bei den Aerz ten im Allgemeinen aus der einen Seite hervorragenden Männern und Gelehr ::n, auf der anderen Ignoranten und Schwindlern, und die Advokaten beuten natürlich die Mangelhastieit der Ge setze und die in ihr Belieben gestellte Auswahl der Sachverständigen im In ,, y, . , , y trf icrcfte ihres Geldbeutels und ihrer Eli; enten au. So t es gekommen, oök , - . - ., v r ' , man beinahe gezwungen ist, den ; (sin--r ft K MIAHAIIIMA' rJltOAmMlfMA9lAlMAfflf i wand 7 oBsiuv.Bi 1 L. AIAA hrt1inVAthMnll ICiVAtlHA IMH ' in uuiu. uuia; auua u . , vc ,in wn I n cg tcn. Das bochinteresssnte Gebiet der gerichtlichen Medicin ist neuerdings ge zwungen, auch hypnotische und mes rneristische Erscheinungen in den Bereich seiner Erörterungen zu ziehen, und zu Urnen gesellt sich,, laut der neuesten Be obachtungen der französischen Aerzte Motet und Mercier, des englischen Arz teS Dr. Bucknill und der amerikanischen Aerzte Dr. Earpenter und Dr. ErstherS. eine neue Art temporären Wahnsinns. Dieselbe ist. in Irrenhäusern und in der M f fc iWA 9 tnAl.i ftAMHAAtlAi lAltM

Sndiana H S i '

uu) wuiucii schöne Geschlecht in der Politik keine UN und ußert sich darin, dap be, gewchen. liraeordnete Rolle. Die letzte Dame, nervös veranlagten Personen der Genuß die einen bedeutenden Einfluß aus die Utbst ck unbedeutenden Quantität Politik ausübte, war Madame Adam. Spirltuosen einen Zustand hervorbringt, die Freundin Gambetta's. Sie ist jetzt in dem der Betroffene Handlungen be. j so ziemlich vergessen, und heute spricht geht, und zwar ohne irgend welche äußere ! PiS nur noch von den .rothen Jung. Spuren .ton Geistesabwesenheit zu :ök-. freuen", von denen die eine allerdings rathen, deren er sich; tstnn ienet 3uPonb:bur Verheirathung aus dem Orden von ihm gewichen ist, auch mcht im Ent. , bereits ausgeschieden ist. DaS Schlag, ferntesten erinnert. Es handelt sich also ! nott mackt einen aewinen Eindruck auf

nicht um Fälle, in denen Uebermaß im r i oder gewohnheitsmäßiges Trinken das Gedächtniß schwächt, die Willenskraft und das Urtheil abstumpft, die Leiden, .schaft steigert, zu epileptischen und kata leptischen Zufällen führt und endlich im Säuferwahnsinn den Menschen noch unter das Thier herabdrückt, sondern um die durch kleine Quantitäten von Alco hol ausnahmsweise und nur bei gewissen Individuen herbeigeführte Willen, und Bewußtlosigkeit. Doch ein paar der interesmntetten Beispiele werden jenen Zustand besser erklären, als eS eine ein gehende Beschreibung vermöchte. Einer der angesehensten Aerzte in New York, (Dr. Erothers, verbürgt dieThatsache, verschweigt aber selbstredend den Namen,) fühlt, so oft er eine schwierige Operation vorgenommen oder ihn daS Studium eines besonders interessanten Falles in aufreibender Weife beschäftigt hat, das unabweisbare Bedürfniß, ein kleines Glas Cognac zu sich zu nehmen, speciell Eognac, nicht irgend welchen Wein, den er täglich, aber mäßig genießt. Er sucht demBedürsnijse zu widerstehen, ! aber eS gelingt ihm nie. Hat er nun den Cognac getrunken, nicht so viel, daß ein Kind davon betrunken werden könnte, so schließt er sich in sein Zimmer ein, verbietet, daß irgend Jemand zu j ihm gelassen wird, ladt sich die Mahlzei.

aus seinem Zimmer serviren liest Sie ist, wie gesagt, schön und zeichnet sich und beschäftigt sich sonst wienschastllch, namentlich durch jenes rothblonde Haar bis er sich körperlich ermüdet suhlt, ge-ht aus, das in den Romanen eine Zeit langzu Bette und ist am nächsten Morgen Modefarbe für die Heldinnen war. Fer völlig gesund und wohl, hat aber nicht er trägt sie eine langwallende rothe die mindeste . Erinnerung, was m der . Feder auf dem Hute und besitzt eine sehr Zeit zwischen dem Trinken des Cognac gute Stimme. Zur Künstlerin ausge und dem Erwachen aus gesundem und . bildet, wurde sie von den Pariser Büh.' stärkendem Schlafe mit ihm ivorgegan. en zurückgewiesen, warf sich in Folgej gen ist. , Er sieht auf semem Tifche die dessen der Revolutio-n in die Arme und, Bucher, m denen e? studirte, er liest die sang längere Zeit hindurch in öffentliche Aufzeichnungen, er niederschrieb, die . Versammlungen die Marseillaise undi

imzn i nu ujuwistfcuii lvg! ll,, o l - r..n v:.rAlande ,cm Zimmer verladen uns Krankenbesuche gemacht hat. Niemand mtlt. c'??8 Auffallendes an ihm, er verfqriev Recepte, gav munoncye Än Weisungen und war am nächsten Tage erstaunt, dies alles zu hören und zu se hen, ohne daß auch nur der Schimmer einer Erinnerung an jene Vorgänge in ihm aufdämmerte. Er fürchtet, daß er in jenem Zustande gesetzwidrige Hand . . 5 1 ! i J i langen begehen könne, die ihm bis jetzt nur der Zufall erspart hat, und wird sich, falls eine von Dr. Erothers versuchte Cur den eigenthümlichen Zustand nicht beseitigt, in Zukunft unter zuver lässige Aufsicht stellen, bis ein mehrstün diger Schlaf, den Bann der Bewußtlo sigkeit von ihm genommen hat. Ein wohlhabender Farmer, 48 Jahre alt, deffe beide Eltern im Irrenhause gestorben sind, stand seiner Wirthschaft musterhast vor, lebte ' zurückgezogen, las viel und erfreute sich einer vortrefflichen Gesundheit. In der vorigen Ernte und zwar zu der Zeit, während welcher die Arbeit bei ihm und seinen Nachbarn am

streng wissenjchaftUch aber selbst diese Uch vom Gesänge zur .That" überging. ! !"t" o von Nmem tiefen Verstand. Zeichen vermögen mcht seine Erinnerung Die Pariser Preffe, die sich sehr viel mid mJle 'ut lt Bedürfnis derselben ge. zu wecken. Wiederholt ist eS dem Arzte ihr beschäftigt, hat glücklich herauSge UxitU schon vorgekommen, daß er in diesem krackt, dan die revolutionäre KeNnnun DaS von ibm im Jahre 1855 ocanm.

meisten drängte, arbeitete er mit seinen i einem predigenden Mönche gleicht aber 1).... , , l V.. cv . f .2. ... V 1 . '1k. r . i c r - rw ... . . i n

rulitl uu, vcul ytiuc uuo uaiu, le diese, ab und zu einen Schluck Whisky, cttfxi.r:& ruft v: oy-c.:. Piogiiq ueuie er vie Arvett ein, ging nach Hause, warf sich in seinen . Sonn tagsstaat und machte auf den benachbarten Farmen Besuche, die Frauen die allein zu Hause waren, durch seineLuflig keit in Erstaunen sekend. Er bat über all um die Erlaubniß, bald wiederkam men zu dürfen, die ihm natürlich gern ertheilt wurde, und manche Farmersfrau die heirathsfähige Töchter hatte, legte sich bereits den Besuch des sehr angefe tzenen ManneZ nach ihren Wünschen aus.

Er wußte am nächsten Tage nicht daS , Geringste von diesen Besuchen, hal aber dieselben in der Folge in demselben Zu stände noch mehrfach wiederholt, bis cr wiederum im Zustande eines wachenden

Schlafwandlers von dem umzäumten Weideplätze eine Nachbars ein werth volles Pferd holte und in seinem eigenen Stalle unterbrachte. Am Morgen war cr estaunt, das Pferd in seinem Stalle zu finden, und brachte dem Eigenthu mer dasselbe zurück. In einem ähnli chen Falle hat er sich Pferd und Wagen eine hausirerS angeeignet, ist damit eine Strecke weit gefahren und am Abend aus einem großen Umweg: nach Hause zurückgekehrt. Auch damals hatte er nicht die leiseste Erinnerung an seine Handlungsweise, mußte es sich aber ein Stück Geld kosten lassen, den Haustier von gerichtlichem Einschreiten abzuhal ten. Dieser Farmer hat stch selbst ärzt licher Behandlung in dem Walnut Lodge Netreat" in Hartford, Conn., an vertraut. Dr. CrotherZ sührt noch zahlreiche ähnliche Beispiele an, wir aber schließen mit der Erinnerung an Edgar Allan Poe, der bekanntlich behauptet, sein prachtvolle? Gedicht : Da verzauberte Schloß" Ilaunted Palace im Zu stände völliger Bewußtlosigkeit geschrie ben, und sich der Umstände, unter denen dies geschah, auch dann nicht erinnert zu w MlwfMV 6st6e lmmm ba3 Manuscript in c,:Mm ArtMtfrf. ,s.,n,n kZ;,s,r i' ' i v f m'!" -. waltt, aber unglückliche Dichter t ' - . starb zwar im Delirium tremens, aber V - - - . . C5 ist kein Bei piel bekannt, dan in Die Zustande iemals eine bedeutende sem Zustande icmal! Leistung aeschasfen worden wäre. Da gegen ist oft behauptet worden, daß iedrr Dichter, der in den Zustand söge nannter Verzückung geräth, eigentlich verrinn ist. Die rotheu Iafrsuen So oft sich in Frankreich eine Nevo lution vollzogen oder vorbereitet hat, senden ftrniifn mit tfir in Nerbinduna. und selbst in friedlichen Zeiten spielt das . . - . m m . m m w ii die Menge, der die mystische Jungfrau von Orleans nicht mehr modern genug ist. Louife Michel, die erste, der die neue Bezeichnung beigelegt wurde, er. hielt bald Verstärkung durch Paula Minck, neuerdings aber sind beide durch Mademoiselle Derlincourt in denSchat ten gestellt.worden. Paula ist Mutter eines Knaben, den sie Vercingetorix Robespierre" genannt haben wollte ; sie zählt somit nicht mehr zu den .rothen Jungfrauen"; Louise ist weder schön, noch jung und vor allen Dingen viel zu ernst; die Pariser finden daher keinen Geschmack an ihr, Frl. Derlincourt da geg.en ist eine Schönheit, erst 21 Jahre alt, und im Uebrigen keine Pedantin. Sie ist jetzt Löwin des TageS". Während Louise Michel sich auf revolutionäre und anarchistische Reden be. schränkte, die mit ihrer angeborenen Ge. müthsweichheit in seltsamem Wider, spruche standen, während sie zwar eine glühende Enthusiastin war, aber vor dem eigentlich Unschicklichen stets zurück schreckte, führte sich Frl. Derlincourt sofort durch eine .That" ein. In einer öffentlichen Versammlung versuchte sie, einem Redner die Augen auszukratzen. der nicht nach ihrem Sinne gesprochen hatte. Dadurch ioa t Mi üttentllme Aufmerksamkeit auf sich selbst, auf ihre Geschichte ' und aus ibre Verhältnisse. andere revolutionäre L tder. bis sie end auf sie vererbt worden ist. 5lbr Vater. der noch lebt, gehört dem in Frankreich , nm ungewöhnlichen TypuS des Unters . beamten an. der anscheinend ein echter Spießbürger ist, in Wahrheit aber b'w Zustände haßt, die ihn in seiner untergeordneten Stellung halten. Herr Der-, lincourt verwendet alle seine Mußestun! den an die revolutionäre Propaganda,, t c5 auch schon mehrere Male mit der' ' .. Herausgabe eines radikalen Blättchens versucht, mußte aber immer väeder ent täuscht an sein Schreiberpult zurückkeh'. ren. Seinem ernsten Streben gelang! es nicht,' Anhänger zu gewinnen, die kühne Tochter aber erregte -mit einem. Schlage wenigstens die allgemeine Auf! merksamkeit. Für die Sache der französischen Ra dikalen sind - Erscheinungen, wie die' schöne Derlincourt, schwerlich ein Ge winn. Louise Michel mußte man ernst nehmen, ihre Nachfolgerin macht nur Sensation und läßt die ganze Bewegung als Posse erscheinen. Sie ist allerdings em liebliches Götzenbild, wahrend Louife . . w " v ' ' w r . i . oem sranzonicyen noile lyur vle erni haste Debatte sicherlich-mehr Noth, als r ... . T die schnell verklingende Begeisterung durch seurige Lieder. Zeugenyaft Zu den barbarischsten Geseken.die nock in einigen Staaten der Union' bestehen. gehört ncyerlich das, welches die Festhal tung unbemittelter und bürgfchaftSlofer Zeugen bis zum Tage der Verhandlung . verfügt. Der größte aller Staaten, ' New Bork, ist nochMt. einem derartigen

Gesetze behaltetund es ereignete sich'im

vorigen Monat, daß eine arme Frau, die als Zeugin dienen sollte, achtzehn Tage im sogenannten Detentionshause eingesperrt wurde. Während sie ihrer Freiheit beraubt war, wurde eine Zah lung an einen Möbelhandler auf der Bowery fällig, dem sie nach dem allmäIigen Abzahlungsplan Möbel abgekauft hatte. Obwohl nun die Unglückliche schon mehr als die Hälfte abgezahlt bat. te, benutzte der Händler ihre Abwesen.. beit, um die Möbel laut Contract mit Beschlag zu belegen und wieder in sein Waarenlager zurückzubringen, sodaß die Eingesperrte Alles verlor. Ein einziger derartiger Fall dürste genügen, um den meisten Leuten die Ueberzeugung beizubringen, daß eS höchst lächerlich wäre, sich als Zeuge zu melden. Wer es ir. gendwie vermeiden kann, sagt nicht auS, daß er von einem bestimmten Falle Kenntniß hat, damit er nicht eingesperrt wird. Der Staat verliert durch die Zeugenhast mehr Zeugniß.als er je durch die Jnhaftirten erhält, abgesehen davon, daß eS ganz unmenschlich ist. Jemanden nur deshalb seiner Freiheit zu berauben, weil er Zeuge eines Verbrechens gewor den ist und keine Bürgschaft für sein Erscheinen vor Gericht stellen kann. Als Charles Dickens die Ver. Staaten be. suchte, war er erstaunt über diese Bar barei und machte einige sehr abfällige Bemerkungen in seinen .American No. tes"; seitdem ist geraume Zeit verflossen und doch besteht das Unwesen selbst im fortgeschrittensten Staate des fortschritt lichsten Landes noch sort. England, auf daS sich ja unsere .Rechtsgelehrten" so gern berufen, hat die Zeugenhast längst abgeschüfft, und wo sie in den Ver. Staaten beseitigt wurde, sind die be fürchteten üblen Folgen nicht eingetre ten. In JllmoiS z. B. wurde das Ge. setz vor sechs Jahren aus den Statuten gestrichen. Seitdem sind nach Angabe des Staatsanwalts von Cook County nur zwei Zeugen entflohen, die wichtig für den Staat waren. Ptter Cooper. In Peter Cooper hat zunächst die Stadt New tyoxt ihren populärsten und am höchsten verehrten Bürger verloren. In den Kreisen der Geschäfts, und Handelswelt und der Wissenschaft hoch geschätzt, nahm er in dem Herzendes Volkes, der Arbeiter, der Armen einen Platz ein, wie keiner neben oder nach ihm. So oft Cooper's altmodischer Wagen durch die überfüllten Straßen der Weltstadt fuhr, schätzte es sich jeder Kutscher eines Lastwagens oder eines Omnibus zur Ehre, diesem Gefährt aus weichen zu können ; ja wenn der lang same Paßgang seines Gespannes der Eile der nachfolgenden Caroffen Ausent halt bereitete, wurde kein Rus nach Be schleuniguna der Fahrt laut. Niemand unterfing sich, die Gewohnheit des alten Herrn zu stören. Niemand mißgönnte ihm feme Millionen, Jeoer nahm an seinem Wohlbefinden den herzlichsten Antheil. ES ist nicht wahr, daß die Be sitzlosen auch in den Ver. Staaten sich als die natürlichen und geschworenen Feinde des Besitzes betrachten. Nur wenn der Reichthum im Angestchte des Elends sich ausbläht, wenn sein Besitz zur Geringschätzung und Verachtung der nicht von dem Schicksal Begünstigten sührt, die öffentlichen und allgemeinen Interessen für seinen Nutzen ausbeutet und vor keinem Mittel zur Vermehrung der Macht zuruckfcheut, welche der Reich thum verleiht, fordert dieser Mißbrauch den berechtigten Groll der Zvcafsen her aus, die es müde werden müffen. Men schenkraft und .lölut und -Herz von dem goldenen Götzen ausgebeutet zu sehen. Peter Cooper verdankt seine Volksthum lichkeit im besten Sinne desWortes nicht nur seinen philanthropischen Schöpfun gen, sondern seiner ganzen DenkungZart, die ihn nie vergeffen ließ, daß er ein Mensch und daß nichts Menschliches ihm fremd, sei. Nie hat er vergessen, daß er selbst emst arm war, nie versucht, dies Andere vergeffen zu machen. Wie jede erbärmliche Vornehmthuerei, war das wohlseile Buhlen um VolkSthümlichkeit ln gleichem Grade ihm fern. Sein gan zeö Herz hat immer dem Volke gehört. und bte großen Wohlthaten, die er dem selben erwiesen, wurden von dem Be bursnisse, seinen Mitmenschen u nützen. dete CooperJnstitut hat seinen Name, weit über die Grenzen der Ver. Staaten hinaus als edlen Wohlthäter und Ver ehrer der Künste und Wissenschaften be kannt gemacht. Als Mitglied des Schul ratheö in New Nork hatte er einsehen ae lernt, daß die städtischen Schulen kein Institut zu chanen vermöchten, m wel chem der Jugend Gelegenheit zu technisch praktischer Erziehung gegeben werden könnte. Deshalb schuf er auS eigenen Mitteln ein derartiges Institut, ließ das große schöne Gebäude errichten, welches ungefähr 52.000.000 gekostet bat. stiktete ferner ein Legat von $15tyKX) und trug lange Jahre hindurch zu den Kosten des Unterhaltes jährlich Z0,000 bei. Die m dem Gebäude befindlichen Abendschu len ,ur .WiZfenschaft und Kunst" werden jährllch von etwa 2.000 iunaen Leuten besucht, welche verschiedenen Geschäfts zweigen angeyoren. Wer reguläre au ö Jahre berechnete Studienvlan umka Algebra, Geometrie. . Trigonometrie, analytische Chemie, Astronomie. Mecba. nik und Zeichnen.Unterricht. In der unst,qule für Jünglinge wird nach Ab gössen gezeichnet und Persvective. arcki. tektonischeö Zeichnen, sowie Modelliren gelehrt. In der Kunstschule für Mäd chen werden etwa 250 iunae Mädcben jährlich kostensrei unterrichtet. In der großen Halle des Instituts wird in je dem Winter ein CycluS von Vorträgen aus den Gebieten der Wissenschaft, Kunst und Politik gehalten. Die Bibliothek, welche ebenfalls kostensrei benutzt werden kann, enthält gegen 15.000 Bäne und wird im Durchschnitt von 2.500 Perso nen benutzt. Die Räumlichkeiten im ersten Stockwerke sind für. die Ausstel

luna des .Jnventor'S Institute" riser- l

virt, welches Cooper in' Leben gerufen hat, um unbemittelten Personen Gele yenheit zu geben, Erfindungen vor daS Publikum zu bringen, die sonst unbenutzt bleiben und verloren gehen würden. Das Cooper Institute" ist ein Denk mal, dessen segenbringender Einfluß all gemein anerkannt wird und das für die hohe Humanität und daS richtige Ver ständniß seines Gründers lauter spricht als Erz und Marmor. CooperS langes Leben war reich an Wechselfällen, Thaten und Ehren. Als er am 12. Februar 1791 in New York geboren wurde, hatte diese Stadt noch nicht den fünften Theil ihres gegenwär iaen Umfangs und seine Mutter bat hm oft erzählt, daß sie sich noch der Zeit erinnern könne, in der die Nordseite der Stadt durch Pallsaden geaen das Em dringen der Indianer geschützt war. Er gehörte einer Familie an, die. wegen ih rer unwandelbaren Treue den Princi pien der Unabhängigkeits-Erklärung ge genuber hochgeachtet war. Peter er ernte die yutmacherel. AleBrauerel, wurde Wagenmacher. Drechsler, fabri cirte TuchfcheerMafchinen, errichtete ein Matenalwaaren Geschäft und kaufte endlich eine Leimsiederei, durch deren Be rleb er den Grund zu semem Reich thume legte. Außerdem baute Schmelzöfen und Fabriken zur Herstellung von aesrifchtem- Ellen und gina fast biS zum Ende seines Lebens eifrig feinen Gefchaften nach, dabei für seme philan thropischen Pläne und die Politik immer noch Zeit und Muße findend. In der Politik nahm er lebhaften Antheil an der Greenback'Agitation und wurde von dieser Partei 187 als Präsidentschasts Kandidat aufgesteut. Er wukte. vak er nicht gewählt werden konnte und äußerte selbst wahrend der Campagne: Ich brauche wohl nicht zu sagen, daß daS Opfer, welches ,ch jetzt bringe, mir den Rest meines LedenS kosten kann." Er befürwortete und unterstützte die Einwanderung und war dasür. daß den Einwanderern und nicht den Eisenbahn Gesellschaften und Landspeculanten die Bundesländereien zur Verfügung ge stellt werden sollten. Ein vortrefflicher Familienvater, konnte Cooper den Cha racier femer nacn vdjayrlger ye im Jahre 1669 verstorbenen Gattin nicht hoch genug preisen; er Pflegte von ihr zu sagen, daß viele Ideen, welche er auS geführt, in ihrem Kopfe entstanden seien. Von Cooper's Erfindungen erwähnen wir das Verfahren, daS Steigen und Fallen der Fluth nutzbar zu machen, um Kraft aufzuspeichern; die Anwendung endloser Ketten zur Fortbewegung der Kanalboote, und em Torpedo Boot. An der Ausdehnung des Telegraphen Netzes nahm Cooper großes Interesse: er war in seinem 65. Jahre Präsident der North American Telegraph Co." und hat die telegraphische Verbindung der alten mit der neuen Welt theils durch seme pecuntäreUnterstutzung, theils durch persönliche Überwachung der Arbeiten im Golfe von St. Lawrence und durch semen Rath wesentlich gesördert. n Neenay und m t n t p a, WiSc., wurden vorigen Samstag früh x rv vm gegen 4 Uhr drei ziemlich heftige Erd stöße wahrgenommen, welche in kurzen Intervallen aufeinander folgten und von heftigem, unterirdischem Donner begler tet waren. Bom Anlande. 4) e r e i i tz e r einer Uran genPlantage in Enterprise, Fla., hat den Boden unter seinen blühenden Bau men mit großen Tüchern bedeckt, sam melt die abfallenden Blätter und benutzt diese zur Herstellung von Paisum. Die Un ter suchung i n Sa chen des StaatSarmenhauses von Mas sachusetts in Lewisburg. welche Gouver neur Butler beantragt hatte, hat mit der Vernehmung emeö der gewesenen dortl gen Nachtwächter begonnen. Bishe wird Alles bestätigt, was von diesem Marterloche verlautet hat. Dte lm Gesängnisse geborenen Säuglinge wur den dem Hungertode überliefert. Die Armen, welche in dleAnstalt noch brauch bare Kleidungsstücke, Andenken und an dere Habseligkeiten mitbrachten, mußten sie hergeben, um sie nicht zuruckzubekom men. Die Ernährung der Gefangenen war allieit so durstig an Menge und Güte als möglich. Mit den Wahnsin nigen wurde verfahren, als wären sie Sträflinge. 65 Leicheu innerhalb 8 Mo naten Verstorbener wurden scheinbar be graben, in der That aberNachtS der Ana tomie in Boston überliefert. Die Klei dung und das Bettzeug waren dünn. schmutzig und ungesund, auS Calico zu sammengeslickt. Die Strafzellen waren abstoßend schmutzig. In einer derselben war r.ne Frau em Jahr lang vollkom men nackt gehalten worden und sa zum Gerippe abgemagert, daß sie nicht mehr als 40 Pfund wog ; denn man gab ihr nur eine Mahlzeit den Tag welche aber von einem wahnsinnigen Mädchen ihr gebracht und von diesem meist selber ver zehrt wurde. Als der Zeuge ihr Speise brachte, genas stk. ' Und ähnliche Unge heuerlickkeiten mehr. Vor mehreren Tagen tauchte in FreLno, Cal.. ein hübsches junges Mädchen auf, welches sagte, sie heiße Mamie Stanton. komme von tzsanzzran cisco und suche einen Dienst. Sie hatte mehrfach Gelegenheit, einen folchen zu finden. ,oa es aber vor, sich in ein luder lickes jdaus der Stadt zu .verfügen. Einige Tage später betrat ein Fremder dieses Haus und fragte, oo stcy eme Frau Shea" in demselben befinde. , Die Vitaat wurde verneint, der remoe oe aab sich aber in mehrere Zimmer ; durch die halbgeöffnete Thüre des einen erblickte . ' l f r. . cm '. . er vt angevliaze wiymK lunlvn, si xs ,; Tifc 9nifAn !" ff JllUllil HUB, Min " und schoß ihr aus einem Revolver zwe Kuaeln in die Brust. In der Vervir rung gelang eS dem Fremden, sich zu entsernen und Mamie starb kurz darauf, ohne daß sie wieder zum Bewußtsein ge kommen wäre. Mit Gefahr ihres eigenen Lebens retteten dieser Tage zwei brav?

Männer den bejahrten Sölomon Fagly ni rv . v n i.

m Peru, 5N0., aus einem orennenoen Wohnhause. Der Mann war halb er stickt: als er aber wieder u na kam. war sein erster Ruf - ich muß zurück, um Geld, das ich aus dem Boden versteckt habe, zu retten." Er riß sich von seinen Rettern, die ihn zu halten juchten, mit der Kraft emeö Wahnsinnigen los. vrana die Leiter, an der man ihn bcr abgetragen hatte, hinaus und verschwand im oberen, brennenden Stockwerk. Es gelang ihm, bis zu seinem Schatze vor zubringen, denn als man feine Leiche im Schütte fand, umfchloffen die halbver brannten Sünde noch krampfhaft eine Partie Gold und Silberstücke. Conlul Taintor i nLü tti ch hat an unser Staatsdepartement be'rich et. dak omerikamfche mvort'Waaren in Deutschland und Oesterreich gefälscht, und ebenso deutsche Waaren für den ErPort gefälscht werden. Die Kleider deutscher Blatternkranker würden als Lumpen ausgeführt, und amerikanisches Petroleum, stark verdünnt, als echtes amerikanisches verkaust. Es muß daran manches Wabre sein; aber wober der Consul in Lüttich (Belgien) das aus eigener Beobachtung oder sicheren Quel len wissen kann, das bleibt räthselhast. LucieTutaine, welche wie derholt und gewerbsmäßig in dem San Georgio Passe die Welchen an der sud liehen Pacificbahn verstellt hat, um Züge zum mgleijen zu vringen uno m .oer entstehenden Verwirrung Gelegenheit zu Raub und Diebpahl zu finden,, ist entlasten worden, da sich auch in ihrem zweiten Processe die intelligente Jury nicht einigen konnte. Als dieselbe auf der Straße erschien, wurde sie von einem BundeSmarschalle verhastet, um in San Francisco unter der Anklage, die Be förderung der Post beeinträchtigt zu ha ben, vor ein Bundesgericht gesteh zu werden. -LP- , A u f e i n e r F a r m b e i S y racufe, N. N., befindet fich eine Kuh, die statt des rechten Hinterbeines vom Kme abwärts einen Stelzfuß hat. Das Thier wurde vor emem Jahre von ememElsen bahnzuge überfahren, der ihr den Unter 7 . enttt zermalmte : lyr Be mr, em Thierarzt, amputirte daS Glied und ersetzte eS, nachdem die Wunde geheilt war, durch einen Stelzfuß. Die Kuh läuft jetzt auf demselben munter und sicher einher. Ein Prediger in Toronto hatte angekündigt, daß am nächsten Sonntag eine große Sünderin, die sich bekehrt habe, öffentlich in der Kirche Buße thun werde. Die Leute zerbrachen sich die Köpse, wer wohl die große Sünderin sein möge und am Sonntage war die Kirche gedruckt voll. Die ,bu ßende Magdulena" ließ aber melden.daß sie durch Unwohlsein am Auftreten be hindert sei und die andächtige Gemeinde machte ihrem Unwillen über den Ausfall des Zugstückes dadurch Luft, daß sie sich an emer von dem Rev. veranstalteten und warm befürworteten Sammlung so gut wie nicht betheiligte. Eine neue Methode, Geld für kirch liche Zwecke aufzubringen hat eine Me thodisten'Gemeinde in Massachusetts er funden und dieselbe hat fich bewährt. Am Sonntag Nachmittag schicken die Frauen und Mädchen der Kirche zierliche orvqen, welche em Souper für zwei ff ' w m Personen enthalten, in die Kirche. Im Parlor der letzteren werden, diese Körb chen an die Männer versteigert. In denselben bennden sich auf Karten die Namen der Spenderinnen und der Er stehe? hat das Recht und die Pflicht, die betr. Dame zu Tische zu führen und mit ihr das Souper zu verzehren. Thee und Limonade kann zu den üblichen Preisen von der Frau Pastorin gekauft werden. Die Einrichtung findet vielen Anklang, doch sollen sich unter den Mahlzelten ebenso große Unterschiede bemerkbar machen, als unter den Damen, m deren liebenswürdiger Gesellschaft dieselben verzehrt werden. Durch Zeugen verneh mung", sagt die Electrotechnische Zeit schrift", ist unzweifelhaft festgestellt wor den, daß Explosionen schlagender Wetter in den Kohlengruben wiederholt veran laßt worden sind durch die Entladung von atmosphärischer Elektricität, welche ihren Weg durch Drahtseile im Schacht und längs der Eisenbahnschienen in den Stollen bis vor Ort" gefunden hatte. Dagegen giebt es nur genuaende Vor kehrung durch gute Blitzableiter an allen Schachten, deren Anlegung aber nicht den gewöhnlichen Verkäufern von Blitz ableitern, wie.sie in Amerika gebräuch lich, sondern nur bewährten Sachver ständigen überlassen werden sollte. Wie Kodlenvrod ucti on in den Ver. Staaten belief sich im vorigen Jahr auf 77,000,000 Tonnen. Cjsn Auslande. Dem französischen Kriegs Ministerium ist ein neues Gewehr zur Prüfung vorgelegt worden, welches eine Fachautorität, der GeneralFrebault, un ter feine Protektion genommen hat. Die neue Waffe führt den Namen Mitrail leufen Gewehr- und . soll den Mann in den Stand setzen, dreißig Schösse in der Minute abzufeuern. Wer aber ist der Erfinder der interessanten Waffe, die, wenn Alles klappt, dreißig Menschen in der Minute , das Lebenslicht . auöblafen könnte?Ein Soldat ist'S nicht, der sie erfunden hat, sondern merkwürdigerweise ein Theologe. , DieErnennung deS Prin zen von Wales zum preußischen General Feldmarschall erweist sich, wie jetzt auS Berlin gemeldet wird, trotz der Sicher heit, mit der sie aufgetreten, als eine fal fche Nachricht. Die Uniform der Blü cherhusaren, welche der Kaiser dem Prin zen zumGeschenke machte,irägt allerdings die Abzeichen eines Genera! Feldmar schalls, aber nur deshalb, weil der Prinz in der englischen Armee dieselbe Würde bekleidet und eS höfischer Brauch ist, daß Mitglieder fürstlicher Häuser in anderen Armeen stets denselben Rang bekleiden, den sie im heimischen Heere einnehmen. Der Prinz von WaleS ist deshalb eben

io wenig preutztfcher General eiomae schall, wie z. B. der Kronprinz von c .n .ix , : 'n. rz . .

unicrrciaj prcuiiur vscnci-aimajoi i ; Letzterer trägt zwar auf seiner preußi schen Uniform die entsprechenden Abzei chen, steht aber nicht in der Rangliste unter den Generalmajoren. Ueber den neuen Chef der deutschen Marine, Generallieutenant von Caprivi, werden in den Blättern olgende Personalnotizen mitgetheilt: Der zum Chef der Admiralität ernannte Generallieutenant von CaprivioCaprara de Montecuculi ist am 24. Februar 1831 in Berlin geboren. Sein Vater war Ober.TrlbunalSrath. seine Mutter die Tochter des GymnasialDirektors Pro. fessor Köpke zu Berlin. Herr von Ca privi verließ das Werder'sche Gymna sium mit dem Zeugniß der Reife und trat, wie sem zetziger College, der Kriegs minister von Bronfart, am 1. April 1849 in das Kaiser Franz Gren. . Rgt. ! CO-JCV. w T - . ? ein rv ? ein. uuutui uun uuuoi am 25. uni 1865 zum Compagnieches im 8. Bran denburgischen JnsanterieRegiment No. 04 ernannt, dann am 3. April 18LS zur Dienstleistung denn großen Generalftad commandirt wurde, wurde er am 20. Mai 1866 in den großen Generalstad einrangirt und dem Stäbe des Ober commandos der ersten Armee überwie sen. Seit der p re ußische Volks. wirthschastsrath sich gegen das Tabaks Monopol erklärte, ist er nicht wieder zu sammenberusen worden. DaS ist jetzt ein gutes Jahr her. Obgleich die Re gierung inzwischen für Preußen Licenz gebühren auf geistige Getränke und Ta bak vorschlug, welche sicherlich auf die Wirthschastsverhältnisse erheblich einge wirkt hätten hielt sie eS doch nicht für nöthig, über diefe Steuerprojecte sich ein vorheriges Gutachten ihrer vielgerühm ten ökonomischen Rathgeber zu besorgen. Nachdem aber der Landtag das Geld für den VolkSwlrthschastörath abgelehnt hat. scheint der Letztere dem Fürsten BiSmarck plötzlich wieder völlig unentbehrlich ge worden zu sein. In der Nordd. Allg. Ztg." ist Folgendes zu lesen : Wie wir erfahren, sind dem Herrn HsndelLmini ster, nachdem das Abgeordnetenhaus die Bewilligung der für den Volkswirth schastsrath. geforderten 16,000 Mark ab gelehnt hat, zur Deckung der Ausgaben für den letzteren von Privatpersonen be reits namhafte Beträge zur Verfügung gestellt worden. Nach der Höhe der er sten Zeichnung läßt sich die Deckung deS vollen Bedarfs mit Sicherheit voraus sehen, sobald die zunächst von landwirth schaftlichen Kreisen genommene Jnitia tive öffentlich bekannt geworden sein wird." Also ein VolköwirthschastSrath durch Selbsthilfe der Agrarier, denen sich vielleicht etliche Großindustrielle a la Stumm zugesellen ' werden, wenn die Sache öffentlich bekannt geworden sein wird ! In Taganrog (Südrußland) wurde von Gymnasiasten am 9. März ein Dynamit Attentat ausgeübt. ES war um 2 Uhr Morgens, sagt eine dor tige Zeitung, als ein donnerähnlicher Knall die ganze Einwohnerschaft auS dem Schlafe weckte. Alles stürzte aus die Gaffe, und bald darauf bemerkte man in der MonastyrSkajagasse Rauch wölken aussteigen. Den Personen, wel che dahin eilten, bot fich ein schreckliches Bild dar. DaS große schöne HauS des Kaufmann? Jsfaja war an seiner ganzen Front zerstört; das Hauptthor war in Stücke gerisien und die Fenster theils gänzlich zertrümmert, theils eingedrückt. Im ganzen Hause war nicht eine Fen sterscheibe ganz geblieben. Auch in den übrigen Häusern der Monastyrskasa Gaffe wurden die Fensterscheiben zer irümmert, während viele Häuser starke Risse bekamen. Der Apparat, mit Hilfe dessen die Sprengung bewerkstelligt wor den war, wurde am nächsten Tage ge funden. .Er besteht auö einer Blech büchfe, an deren Boden ein cylindrifches Röhrchen angelöthet war. Die Explo sion enthüllte sich fpäter als ein Attentat der Taganroger Gymnasiasten. In dem Hause Jssaja's wohnt nämlich der Pro fessor der griechischen Sprache, Urban, der ungemein streng und ein geborener Czeche ist. In der letzten Zeit erhielt Professor Urban zwei anonyme Briefe, in'welchen'ihmmit dem Tode gedroht wurde, wenn er nicht seine Strenge ün dere. Es wurden bereits diele Gymna siasten vernommen und bei einigen der selben ganze Haufen von Sprengstoffen entdeckt. WaS soll auS den Lon doner City'Commis werden, wenn leib hastige Barone mit ordinären Sterbli chen in Concurrenz treten ? Sir Havel Fitzgerald, Baronet,' ist Theilhaber in einem Wechselgeschäst. in Cannonstreet ; Sir George Augustus LeedS, Baronet, ist CommiS in der Bank of England und ist jeden Wochentag auf seinem gewöhn ten Drehstuhl vor dem gewohnten Tisch zu sehen, und Sir William Johnstone, Baronet os Caskiben, dessen Stamm bäum hinaufreicht bis zu den Tagen des ' großen Bruce, verdient ein ehrliches Stückchen Brod als Schreiber in der Orient! Banking Corporation. DerNe st orderdeutschen Botaniker. Geh. Rath Dr. Göppert in Breslau, hat dieser Tage dem Comite der Schsesischen Gartenbauausstellung in Liegnitz eine Sendung von verschie denen Sorten Theesamen aus der Um gebung von Peking zugehen lassen, da Kulturversuche mit dem Anbau des Thee in Deutschland beabsichtigt werden. ES sollen Versuche über das Wachsthum des TheestandeS im Freien angestellt werden. Prof. Dr. Göppert, .der die sofortige Aussaat in warme Beete empfiehlt, ist der Ansicht, daß der Sache schon wohl gedient sein würde, wenn eS gelänge,biS zum Herbste PflZnzchen zu erziehen, die eine anziehende Dekoration der Auöstel lung bilden würden. Die Vertheiln des Samens an geeignete Gärtner ist bereits erfolgt und es ist nun abzuwar ten, ob chinesischer Thee in . Deutschland zuakklimatisiren ist. Einige Jahrewer den, selbst wenn e gelingen sollte, ver gehen, ehe in Deutschland gewachsener Thee gewonnen werden kann, da der Theestrauch erst im dritten Jahre brauch bare Blätter gibt.