Indiana Tribüne, Volume 6, Number 200, Indianapolis, Marion County, 8 April 1883 — Page 6

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Ja" undNin". Ion . Brachvogel. . Victurnian von TbiangeS war Vi cotnte und ein junger Mann von Lebens art ; daher wußte er auch, was er seiner gesellschaftlichen Stellung schuldig war, und gab, nachdem er am letzten Juli vo rigen JahreZ sein einsames Dejeuner eingenommen hatte, Befehl, die Jalousien in der Bel - Etage seines Palais zu schließen, seine Reisecsfekten zu vielen und nach Deauville, wo er sich der Nennen wegen mehrere Wochen auszuhalten ge dachte, vorauszusenden. Dann ging er, einig: unerläßliche Abschiedsbesuche zu machen. Lassen wir ihn ruhig bei seinemOheim, dem'Marschall, und bei seinem Vetter, dem UnterstaatssekretSr, sein Sommerfrische -Programm entwickeln; ich will inzwischen meinen Lesern die nöthigen Ausllärungen geben, damit sie wissen, mit waS für einem Menschen sie sich zu sammenbegeben, wenn sie ihn nach Deau rille begleiten. Wie sieht er aus? Was hat er für ei nen Charakter? Letztere Frage gleich zu beantworten, würde mich in Verlegenheit bringen; im Vertrauen gestanden, hat Victurnian eigentlich gar keinen Charakter. Was?" höre ich entsetzt rufen, und mit ein:m charakterlosen Vicomte sollen wir vier Wochen und länger in einem Orte wie Deauville in täglichem, ja stündlichem Verkehr zubringen ? Victurnian sieht sehr gut aus. Er hat schöne, große. Augen, natürlich schwarz und flammend, echt sranzösische Augen, dazu kurz geschorenes Haar Und einen langaedrehten Schnurrbart Beides so schwarz, daß der blasse Teint dagegen noch blässer und zarler erscheint. Der Teint ist von der Art, wie ihn, nach Hei ne's Auslegung, die Frauen einer un glücklichen, die Manner aber einer zu glücklichen Liebe zuzuschreiben pflegen. Victurnian hat eine vollendete Figur, reitet vorzüglich und ist der unterhaltendste Cavalier.ohne daß man ihm denVorwurf zu ausgebreiteterttenntnisse machen konnte. iKun zur zweiten Frage. Der Aicomte ist ein Lebemann, und das werden Sie ihm nie verargen, wenn Sie erfahren, daß er im Juni vierund zwanzig Jahre alt geworden ist. Trotz dem hat er keine eigentlichen Passionen das heißt, er spielt nur, weil er im Jockiy-Club von seinen Freunden keine Ausnahme machen will, er bewundert fcis Ballet und hält theure Rennpferde, weil es so guter Ton ist. Er trinkt maßig, wie die meisten Franzosen. Seit seine Mutter V07 wenigen Jahren ge storben ist, liebt er Niemanden, seit sich

sein alter pedantischer Gouverneur bei seinem Eintritt in die Armee aus ein kleines Landgut im Midi zurückgezogen hat, haßt er auch Niemanden mehr. Doch, doch, er haßt Jemanden. Da uns dies jedoch zu weit führen würde, wollen wir diesen dunklen Fleck in seinem Charakter einstweilen lieber übergehen. Es genüge, daß dieser Haß aus seiner Knabenzeit stammt, mit ihm groß geworden ist und nach und nach ganz bedenkliche Dimen sionen angenommen hat. Indessen ist Victurnian bei der geist reichen und schönen Marquise de Virof lay angelangt und wird eben von ihr empfangen. Also, Sie wollen reisen V Ja wohl, morgen, gnädige Frau!" Und wohin, wenn es keine Jndiscretion ist?" Ich gehe nach Deauville." Wollen Sie rennen .Ja." .Und Sie gehen allein?" Gewiß!" Wollen Sie eine charmante Frau kennen lernen ?" Mit dem größten Vergnügen!" Gut, ich will Ihnen eine Empfehlung an meine Schwägerin mitgeben." Ihre Frau Schwägerin ?" Ja, die Baronin de la Hausiage, meines Bruders, des Admi rals Wlttwe." Du Dame lebt in Deauville?" Nein,in Trouville, aber daö ist ja keine Entfernung." Sie werden mich durch die Empfehlung zu großem Danke verpflichten." So nehmen Sie heute den Thee mit uns ; ich werde Sie Florestinen als den liebenswürdigsten Cavalier schildern, und sie wird Ihnen ihren mütterlichen Schutz gern angedei hen lassen." Es wäre unhöflich gewesen, hätte Vic turnian diese liebenswürdige Offerte, die ihm mit schelmischem Lächeln gemacht wurde, zurückweisen wollen, daher erschien er Abends zum Thee bei der Marquise. : Am folgenden Tage verließ 'der Vi comte Paris mit dem Mittagstrain; seine Pferde und Jockeys waren schon vorher nach dem Bestimmungsort abge ganzen. Deauville hatte eine glänzende Saison ; der Prinz von Wales, die Herzöge von Mouchy und Montmorency und wie sie alle heißen, die großen Herren, bildelen den Mittelpunkt der Gesellschaft, trodem verlicß Thianges Deauville bereits nach dem ersten Renntage, um sich nach Trouville und dort ganz unter dem mütterlichen Schutz" der Admiralin Florenstine de la Haussage zu begeben. Er that dies nicht etwa aus Galanterie gegen seine schöne Freundin Viroflay, sondern weil er bei Uebergabe des Em vfehlunasbriefes aeseben batte, daß es sich in Trouville bei der einen Baronin weit besser leben würde, als . bei dem in Deauville herrschenden embarras de noulesse. Seit seiner Uebersiedeluna nach Trou ville waren drei Wochen veraanaen. Wir brauchen uns kein Gewissen daraus zu machen, va& wir den Vicomte so lange allem geladen haben, er war bet Ma dame Jlorestine ganz vortrefflich aufge hoben. Die Admiralin saß an einem heißen Attt,usttage m lhrem Salon und lang weilte sich ; doch nein, daö wäre ebenso unaenau, wie ungalant, denn eine aelst reiche Frau langweilt sich nie, wenn sie allein ist und für geistreich hält man die schöne 'Wittwe allgemein. Sagen wir also, sie sehnte sich nach Gesellschaft und Unterhaltung. Vor einer halben Stunde war der Friseur von ihr gegangen, dann hatte sie einige Takte aus dem Erard'schen Flügel . . . . n 's i ev . . gespielt, ein paar O"" lgaro fle lesen und schließlich ein kleines Blüm chen in der seinen Pointöftickerei vollen

det. Zwischen den Papilloten und Brennscheeren des redseligen Haarkünst lerS jedoch, durch die langhalstgen Noten dks Cbopin'jchen Walzers und die geist. reiche Plauderei Albert Wolff'S, ja sogar auS dem graziösen Blattwerk ihres duftigen Spitzenmusters hatte sie sortwäh rend ein schönes, uns wohlbekanntes Mannersntlitz angelächelt; eS .wollte auch jetzt noch nicht aus ihren Gedanken weichen, als sie träumend, die Hände im Schooß, gefaltet, vor sich hinstarrte. Der scharssinnige Leser ersieht hieraus, daß die Empfehlung der Marquise Viroflay ihre Wirkung nicht verfehlt hat. Aber Jlorestine wollte sich vor dem Verfolgerretten; schnell entschloffen erhob sie sich und setzte den Haustelegra phen in Arbeit, um ihr Kammermädchen herbeizurufen. Sie wollte Toilette machen und dann, um ihren Gedanken eine solidere Richtung zu geben, ihr Dejeuner in einem der vornehmen Baderestaurants am Strande einnehmen. Die Thüre öffnete sich, Clairette trat ein, und über ihren schmalen Schultern lächelte dasselbe Gesicht, dem die Baro nin zu entfliehen bemüht war. Dieses Mal sah sie jedoch den schönen Vicomte nicht nur mit ihrem verliebten Herzen und ihrer lebhasten Phantasie, sondern ganz klar und deutlich mit ihren glän zenden blauen Augen. Clairette zog sich sofort wieder in ge rechter Würdigung der Verhältnisse bescheiden zurück. WaS bringen Sie mir Neues, lieber Vicomte? fragte die Baronin sich erhebend und ging ihm entgegen. Nichts Neues, meinte er klagend mit zärtlichem

Allck und küßte ihre Hand, .bafc ich öie liebe, ist ja schon eine alte Geschichte. Sie lieben mich also wirklich?" fragte sie zweifelnd. Mehr als mein Leben ! Und wie lange wird diese Liebe bau ern ?" Ewig, ewig !" Ewig ! wie derholte die schöne Frau sinnend, wie schnell sind die Männer immer mit diesem Wort bei der Hand, wenn sie von Liebe sprechen. Wiffen Sie denn auch, mein theurerFreuttd, was Sie da sagen? Ewig ewig, das ist, meiner Meinung nach, doch ein Begriff, der einer kurzen Ueberlegung wohl werth ist. Sagen wir nun, Sie läuschen sich in mir oder inJHren Gefühlen für mich und müßten ewig eine Feffel schlcpp-n, die Sie aus Leichtsinn für. Rosenketten gehalten haben, müßten ewig neben mir wie ein Galce ! rensträfling neben seinen Nachbarn angeschmiedet leben !" Ich täusche mich weder in Ihnen noch in meinen Gefühlen, Jlorestine", ver sicherte Victurnian. Also, Sie wollen mich heirathen ?" Ich wäre der glücklichste Mensch, wenn ich das erreichte !" Nun, einstweilen wollen wir uns setzen meinte die Admiralin lächelnd, nahm ihren Platz wieder ein und war ete, bis Victurnian ihr gegenüber saß. Ich habe ein passables Vermögen," uhr sie dann fort, mein Palais de Haussaqe in Paris, in dem meineSchwägerin Viroflay wohnt, diese Villa, und ein Landgut im Departement BassesPyrennecs. Die Welt ist so liebenswürdig, mich für schön und geistreich zu halten was utzen Sie dagegen ?" Nichts als meine Liebe." Da es die Ihrige ist, so weiß alle Welt, daß damit eines der größten Ma orate Frankreich? verbunden izt gut, ch nehme Ihre Werbung an," damit reichte sie dem Vicomte die Hand. Victurnian starrte ne einen Augenblick erschreckt an ; er glaubte, sie treibe einen grausamen Scherz mit ihm. Wann wollen wir uns heirathen?" fragte sie dann mit lächelnder Ruhe. Ich denke, sobald wie möglich," stam melte Thianges fassungslos. Jawohl, sobald wie möglich; wir haben den 20. August, am 1. Oktober können wir bereits verheirathet sem. So viel Zeit brauche ich mindestens zur Her pellung meiner Toiletten. Und wo soll die Trauung stattfinden. in der Madelaine oder in Sl.Clothilde?fragte Victurnian, dem die leidenschastsi - , r r n r loze svraazwel,e Hloreiilnens jetne ganze Ruhe wiedergab. Ich liebe das große Publikum nicht, es hat mich vor vier Jahren erst mit meinem lieben Admiral in derMadeleine bewundert. Ich bitte daher, daß die Ceremonie in meinem Palais vor sich geht." .1 . . m m m Wie Sie beschien, schönste tfiore stine !" ... m Noch eins. Mein Schwager Äiroslay wird so gütig sein, die nöthigen Schritte zu thun ; er hat meine Papiere in Verwahrung, wollen Sie ihm die JH rigen zusenden V Gewch !" Sie können ja auch Alles mit ihm verabreden, denn Sie werden wohl heute nach Paris zurückkehren ! Weshalb zurückkehren r Weil es unpassend wäre, wenn wir als Brautpaar hier allein zusammenblie ben," meinte Jlorestine lächelnd. Daran dachte ich nicht.Wir werden uns überhaupt bis zu unserer Vermählung wohl kaum wiedersehen!" Ach rief Victurnian erschreckt. Ich gehe aus mein Gut, um mich und das Meinige vorzubereiten." . Wie Sie befehlen," flüsterte der Vi comte traurig.. .Ich danke Ihnen, mein lieber Vic turnian!" Sie reichten, sich die Hände und waren so mit einander verlobt. Der Vicomte hatte sich seine Verlo bung zwar anders vorgestellt, ein wenig üürmischer. leidenschaftlicher er fühlte sich so aber doch auch , recht glücklich. Der letzte September begann im Pa kais de la Haussage schon lange vor Sonnenaufgang. ..... Der große Saal mit den gemalten Rundbogensenstern war in eine Kapelle verwandelt : dicke Guirlanden von Myrthengrün und Orangenblüthen wanden sich um die den Plafond tragenden Säulen und umschlangen den improvisirten Altar. , . . : Gegen Mittag versammelten sich die beiderseitigen Familien. Die Admiralin war Waise und konnte nur mit den Ver wandten ihres ersten Gemahls, dessen älterer Bruder ihr -Adoptivvater gewe len war. aufwarten ; Victurnian dage gen hatte unzählige Oheime und Vettern ü i . r . . v ? . i v -r- r? ttNQ enliprrqeno oici Manien unu ouji

nen.Gegen ein Uhr war die ausgewählte Schaar der Geladenen vollzählig man konnte geblendet fein von den blitzenden Familienbrilltanten, von den prunkenden Ordenssternen und den strahlenden Uniformen. Die Marquise Viroflay stand umge ben von den intimsten . Freunden des Hauses, erzählte . in p!quantester Weise die Historie von dem Empfehlungsbrief, um die plötzliche Verlobung und schnelle Vermählung zu commentiren, und lernn te nicht aushSren, die Fügung des Geschickes zu preisen und zu bewundern. Victurnian wurde von FlorestinenS beiden Schwägerinnen, diese von des Vi comteS Oheim und Vetter, dem Mar schall und dem Unterstaatssekretär von Thianges geführt. Die Braut sah wundervoll auS, und Victurnian konnte seinen Blick gar nicht von der reizenden Gestalt und dem glück strahlenden Gesicht abwenden : aber auch Florestinen's Augen hingen fast unver wandt an dem schönen Manne, dem sie im nächsten Augenblicke sür das ganze Leben angehören sollte. Da-dachle sie an irgend eine drollige Scene aus ihrer Kindheit und mußte, als sie an den Al wr trat, lächeln. Müßige Seelen unter den Geladenen konnten nicht umhin, die ses inconventionelle Lächeln als ein bö ses Omen zu deuten, und hätten, wären sie historisch gewesen, wahrscheinlich an das Beispiel der armen, schönen Winter königin von Böhmen erinnert, die auch gelacht hat, als sie in Whitehallzu London mit Friedrich V. von der Pfalz zum Altar trat.

Die Rede deS Priesters war recht er baulich, und die Admiralin hielt es in diesem Augenblick für ihre Pflicht, dem Andenken ihres seeligen de la Hausiage einige Thränen der Dankbarkeit zu wei hen, weil er sie so schnell zur reichen Wittwe gemacht. Man fand daS ruh rend von der schönen Braut, und manches Auge roeinte aus ' Sympathie mit. Endlich kam die Ceremonie ; der Geist iche wandte sich voll Salbung an 53icurnian und richtete an ihn die ernste Frage, ob er die neben ihm stehende Baonm, Wittwe Florestine de la Haussage, Adoptivtochter des verstorbenen Napo eon de la Hausiage, Tochter deS gleich alls verstorbenen Senators Henri Ehe votier de Grandson und der Florestine, geborne de Belport, zur ehelichen Ge mahlin begehre. Wenn dies sein Wille wäre, möge er es durch ein lautes Ja bezeugen. . KZ erfolgte ern Pause. Florestine, der das Zögern ihres Verlobten unbe greiflich war, sah ihn an und bemerkte rotz ihrer Thränen, dag er sehr bleich geworden war und sichtlich nach Fassung rang, während seine Lippen leise den Namen Grandson"' murmelten. Plötz ich rassle er sich aus und sagte laut und vernehmbar : Nein r Allgemeines Entsetzen, schadenfreudi ges Lächeln, Erbleichen und dergleichen olgle. Der Priester wiederholte in trengem Ton seine Frage. Victurnian em Nein . Der Priester wandte sich um, belete still für sich und verließ mit den Ministranten den Saal der Skandal war fertig. Unerhört!" rief die schöne Marquise Viroflay und ver leß mit ihrer Schwester den Platz neben dem Bräutigam. Sie glaubte und boffte, Florestine würde mindestens in Ohnmacht fallen, um sich über die fatale Situation hinwegzuhelfen. Die Admi ralin war jedoch zu erstaunt, als daß sie im ersten Augenblick an diefes praktische Auskunftsmittel Kälte denken können. Sie blickte Victurnian noch immer starr an und flüsterte: Ewig, ewig!" Unterdessen hatten sich die Familien gesondert und bildeten um das ehema lige Brautpaar zwei feindliche Chöre, zwischen denen die Gäste in der größten Verlegenheit nickt wußten, was sie von der peinlichen Scene halten sollten. Victurnian wollte ledenfalls etwas zu seiner Entschuldigung vorbringen : bei den beiden leisen Worten der Baronin zuckte er aber heslig zusammen und wandte sich ab. Die arme Braut faßte sich viel schneller ; noch immer sehr blaß, aber voll Festigkeit trat sie aus Viroflay zu und sagte mit metallhart klingender Stimme : Ja, das hatte uns der Herr Vicomte vorher sagen sollen, dann hat ten wlr uns die Mühe ersparen können, hier eine schlechte Comödi aufzuführen. Ältte. bealelten bie nuQ nach meinen Zimmern." Die Familie der Barornn, sowie die meisten Gäste waren über das Beneh men des Bräutigams empört, weshalb die de Thianges das Palais in eiliger Flucht verluden, um sich bei V.iclurnian zu versammeln, aufklären zu lasien und zu berathen. Florestine wurde' in ihrem Zimmer wirklich ohnmächtig, erholte sich aber bald und erschien nach einer halben Stunde wieder unter d?n Ihrigen. Niemand wußte den Grund von des Vicomte'S Slnncswandlung. und man zerbrach sich allgemein den Kopf, um dieselbe zu er klären, wagte eS aber nicht, Florestine darnach zu fragen. Die Marquise hatte den Namen Grandson von hm verstanden. Sollte er denn nicht gewußt haben. daß sie von meinem Bruder Napoleon adoptirt worden und eine geborene Grandson war?" meinte sie, kurz ehe Florestine eintrat. . Nicht lange darauf meldete der Haus Hofmeister, daß servirt sei. Die übrig Gebliebenen nahmen das kostbare Hoch zeitsdiner ohne den Bräutigam ein, und es soll nicht an Toasten, nicht an Heiter seit gefehlt haben, ja die Admiralin selbst lachte, so wehe ihr um'S Herz war, und obwohl sie ueber hätte wemen, mögen. Als man bei' Dessert angelangt war. wurde der Oheim Alcturlan'S, der Mar schall, gemeldet, der im Austrage des Vicomte mit der Frau Baronm zu re den wünschte. ' Ich bin nicht aufgelegt, den Herrn Marschall zu empfangen", entgegneie die Admiralin hart: Sie würden aber gut thun, wenn Sie wenigstens die Gründe für des Vicomte'S bubenhafteö Benehmen anhörten", rief Viroflay, der selbst zu neugierig war. um nicht auf eine Aufklärung der mysteriösen Angele genheit zu dringen. ' So empfangen Sie den Herrn Mar schall hie? in Gegenwart meiner Gäste ;

ich will mich solange zurucrziehen.'

Man witterte als Grund dieses neue

sten Skandals einen weit piquanteren und setzte sich in Positur, um kein Wort der Unterredung zu verlieren. Mein Herr Marqurö !" begann der Marschall, als man ihn den Entschluß der Baronin mitgetheilt hatte, nicht we nig erstaunt über die gar nicht so trüb selige Stimmung der Versammlung, Jcy stehe hier im Namen meines Neffen und betraut mit einer delikaten Mission. Statt, wie ick bis vor ixotl Stunden ae hofft, die edle Frau Admiralin als meine Nichte zu umarmen, muß ich. gegen sie Partei nehmen und Victurnian vertheidiaen. 5lck bitte Sie daber. mein Amt. denn ein solches kann ich meinen Aus trag nennen, von meiner Person zu schel den und meiner Versicherung zu glau ben. dak eS keinen aröneren Nerekrer der Frau Baronin de la Hausiage giebt, als den Marschall von Thianges." Ohne auf die Phrasen deS alten Herrn einzugehen, meinte der' Maraais voll Würde: Sie sehen mich bereit, Ihre Erklärungen lm Namen merner Sckwä' gerin entgegenzunehmen." vier, m die er Ge ell ckalt?" sraate der Marschall und runzelte, mit einem Btia uver die Anwesenden, die 'Stirn. Meiner Sckwäaerin kann bei dieser Verhandlung die Äeuaensckaft dieser Herrschaften nur erwünscht sein. fcie rennen ihn seit Jahren und wissen,daß er der gutmüthigste, harmloseste und herzlichste Mensch d:c Welt ist. Der Vicomte hat keinen Feind." Ich bitte Sie. mein Herr Marschall", unterbrach der Marquis den weitschweisigen Rhetor, kommen wir zur Sache." Ich bm ganz bei der Sacke. Al o mein Neffe hat keinen Feind und auch umgekehrt kannte er keinen Haß, außer aeaen eine einnae Verson. die ibn vor Jahren tödtlich beleidigt hatte." Aber mem Gott, was soll daS Alles hier V rief der MarquiZ voll Ungeduld. Vlk e Per on itt dle Barontn morestine de la Hausiage." ThcllS Empörung. tbkilS lauteö Ge lächter waren der Erfolg dieser patheti schen Erklärung des Marschalls. Das ist nicht wahr!" rief b c Mar quise Viroflay erregt dazwischen, der Älcomte rannte oie Baronm bis vor acht Wochen. aar nicht und lernte sie erst ken nen, als er ihr einen Brief von mir nach Trouville brachte. .Das ist Alles in seiner Ordnung. meinte der Marschall, ohne seine , süße Miene zu verlieren, wenigstens glaubte es der Vicomte auch bis vor wenigen Stunden, und die Baronin hat jeden Versuch, ihm diesen Glauben zu nehmen unterlassen. MeinNesfe kannte einmal vor langer Zeit in Blarrtli eine Wemol sellc de Grandson und wurde von ihr be leidlgt in einer Weise, wie sie e.n Mann nie vergeben oder vergessen darf wie. mag Ihnen Frau de la Haussage crzah len. Darauf lernte der Vicomte vor acht Wochen eine Admiralin de la 5)aussage in Trouville kcnnen.er wußte.daß sie vor ihrer Äcrmaylung denselben Namen getragen, er sah auf dem Klingelschild ihrer Villa und auf ihren Visitenkarten. daß sie eine geborene de la Haussage war. Er verliebte stch rn sie. verlobte sich mit ihr wie schnell, wissen Sie selbst am besten und erst am Altar ersuhr er. daß ec im Begriff war, seine Todfein bin, jene Mademolselle de Grandson, zu heiraihen." Das wäre ia em vollendeter Noman". meinte Madame de Viroflay erregt ; weshalb hat sich denn der V.comte nicht früher nach den Verhältnissen meiner Schwägerin erkundigt? Es muöte ibm doch nicht gleichgültig sein. Wen er zur Komteß oe Thianges machte. Verleihen Sie. Frau Maraulse". entgegnete der Marschall galant, .der Name de la Haussage, den auch Sie vor Ihrer Äermaylung getragen haben.burgt für Alles. Außerdem denkt ein junger Mann, wenn er so von einer alübenden Liebe eingenommen ist, nicht an irgend etwas Anderes, als an seine Lerden schalt. .Dle uck so scknell abkühlen konnte. dab der Vicomte eben dieselbe so ylü hend geliebte Frau aus dle schlmpfllchst: Weise beleidigte," rief die Marquife er zürnt. Mein Neffe ist bereit, der Frau Ad. miralin jedwede Genugthuung zu ge den." Es giebt nur eine Genugthuung.meinte Airoflav. Aus diese wurde Blclurnlan aver nie eingehen. Aber er wurde sich Mit uns gewlv gern tm Bols de Boulogne ttesien ? ! rief erhitzt ein jüngerer de la Haussage, --.... t . " . f V eryieii icooai oaiur einen verweiienoen Blick von ÄlroNav. Was versteht der Vicomte uoerhaupt unter Genugthuung r Nun eine Erklärung " Aha, eine Annonce im Figaro"!' fuhr Viro flau sckneidend aus. Streuen sie nicht, meine Herren-,fiel in die em vluaenblla die melodl cke Stimme der Admiralin ein. Sie war unbemerkt zurückgekehrt und lehnte bleich. noch immer ,m Vraullleoe, an oer Thu re. schöner nock als sonst immer. .Die Varonm". ertönte es nnaöum. Langsam schritt Florestine auf den Abgesandten lhreZ Bräutigams zu und sagte freundlich aber bestimmt : .MeinSerr Marsckall. ich erinnere mich der Scene, die der. Vicomte zum Vormande eines Bruches mit mir nimmt, recht gut, obwohl ich damals zehn . oder e t :ahit alt war. rann oer elven aber unmöglich eine so weitgehende Bebeu t tf. v u IX V.. Oft: liiiill oeiirueu. veilli. ukuh iuj ueu u comke auch beleidigte, so war ich doch der zuerst beleidiate Tbeil. Hören Sie selbst, meine Herrschasten : Auf einem lnderballe, ben meme Butter iööu in Biarritz arrangirt hatle, forderte mich öerr von TbianaeS. der wenig älter war als ich, zu einer Quadrille auf, vergaß es zedoch und tanzte mit lern ' Viounne Adelaide wofür ihn ! in'S Gesicht zu scklaaen. ick mick binreinen . lieö. ' 5t war eben eine kleine wilde Creatur und finde mein Benehmen sicher recht unar tia. aber ick war ein Kind und batte nie einen Mann kür so kleinlich aebalten.dan er so etwas - nachzutragen im Stande wäre. Sie, mein Herr Marschall, sagten vorbin. meine Beleidiauna wäre derar tiä aewesen. daö sie ein Mann' weder vergeben noch vergessen, dürste ein

Mann ? Ja, aber Herr von Thianges

war damals ein Kind wie ich, und Knabengeschwätze pflegen sonst nicht so weitreichend zu sein. Ich habe sür eine sol che Denkwelse nur eine Bezeichnung, sie ist in meinen Augen einfach kindisch. Doch genug davon. WaS nun, die Kränkung anbetrifft, die ich heute erlit ten haue, so könnte sie der Vicomte durch Nichts wieder gut machen, wenn ich sie ihm nicht freiwillig vergäbe. Ich würde daher auch nie daran denken, eine e nugthuung zu fordern, wenn ich es nicht der hier anwesenden, sehr ehrenwerthen Versammlung, dem Andenken meines Gemahls und meiner Familie schuldig wäre." Die Familie nickte beistimmend mit den Kops. Ich fordere daher . fuhr Florestme, indem sie einen Blick über die erwar tungsvollen Mienen der Ihrigen gleiten ließ, daß morgen um dieselbe Zeit, wie heute, die Trauceremonie in derselben Weise noch einmal stattfindet, daß der Vicomte von Thianges auf die bewußte Frage mit Ja antwortet, und es mir überläßt, die Ehre, seine Gemahlin zu werden durch ein lautes .Nein" zurück zuweisen . Viroflay runzelte die Stirne, seine Gattin lächelte dagegen triumphirend, und auch den jüngeren Herren gefiel der Plan. Der Marschall nahm den ge machten Vorschlag an und verbürgte sich sür des Vicomtes Einwilligung. Sofort wurden sämmtliche Verwandte und Bekannte, die Zeugen der ersten verunglückten Trauung gewesen, zu der zweiten eingeladen; auch der Priester er hielt dle Nachttcht, daß sich das Mißverständnik gelöst und das Brautpaar ver söhnt habe. Als die Sonne am nächsten Morgen durch die gemalten Nundbogenfenfler des PalarS de la Haussaqe schien, erblickte sie dieselbe exquisite Gesellschaft, dieselbe strahlenden Bnllanten, zum Theil sogar dieselben Toiletten, nur die Gesichter hatten sich ein wenig verändert, sie drück ten die gröste Spannung aus, und man sah ihnen an, daß es sich hier um mehr als eine gewöhnliche Trauung handelte. Als Viroflay seine Schwägerin ab holte, sagte er : Mir gesällt eine solche Comödie, wie wir sie vorhaben, sehr wenig, aber Sie werden freilich ewe glänzende Genugthuung erhalten." Ich werde Victurnian noch einmal sehen", entgegnete Flarestine einfach und neigte traurig den Kfyf. Gott weiß. wie schwer Mir dieser Faschingsauszua wird. Aber kommen Sie, man wird die glückliche Braut bereits erwarten." Der Vicomte blickte, als er zum Altar schritt, seufzend zu ihr herüber und fand. daß sie noch nie so schön gewesen war, wie heute, daß er sie w lhnsinnig liebte und ebenso wahnsinnig haßte, daß er der unglücklichste Mensch von der Welt, aber in diesem Punkte unzurechnungssähig wäre. ' Die Admiralin dagegen dachte, als sie Victurnian verstohlen betrachtete, daß er gar nicht bei Sinnen gewesen sein mukte. wie er gestern mit einem kleinen Wort eme ganze Zukunst voll Gluck und Seligkeit zertrümmerte, st: suhlte, dav sie ohne ihn nur noch ein Schattenleben führen werde. Heute war die Nede des Priesters we niger erbaulich ; er sprach sehr eindring lich von der Heiligkeit der Ehe und theilte gar empfindliche und verständliche Sei tenhiebe auS aus jene Leute, die es nicht so genau damit zu nehmen pflegten. Florestine weinte nicht, sie dachte in ihrer schmerzlichen Aufregung nicht einmal an ihren seligen Admiral. Der Vicomte antwortete Mit einem lauten .Ja" aus die bewußte Frage. AIS der Baronin dann die Ihrige vorgelegt wurde, wandte sie sich halb um und bf gegnete mit einem ernsten Blick den Au gen Victurnians, sie stockte und vermoch te es nicht, sich von dem schönen blossen Gesicht deS Vicomte abzuwenden : dar über vergaß sie vielleicht die Abmachung mit dem Marschall kurz, sie sagte so laut, daß Jeder im Saale es hören konnte: Ja!" Jetzt wäre Victurnian bemahe n Ohnmacht gefallen, das hatteer sich nicht träumen lassen. Q diese Teufelin! Welche Falle hat sie ihm gestellt! Doch nein, es wäre Verläumdung, wollte man beHäupten, daß der Vicomte das gedacht hätte; er Fachte nämlich anfänglich gar nichts, er war nur erstarrt über dieses Ja" und den dadurch herbeigeführten Ausgang, ganz wie die Gäste und die beiderseitigen Familien. Und in dieser Erstarrung hcn er es sich ruhig gefallen. daß der Priester ihm einen Ring an den Finger steckte und seine Hand mit der Florestmens vereinigte und segnete. - Als er wieder Herr seiner selbst qe worden, war Florestine de Grandson s?in angetrautes Weib; ihre kleine linke Hand ruhte bebend aus seinem rechten Arm, und ihre blauen Augen blickten wie flehend und von aufquellenden Thränen verschleiert zu ihm empor. Wie bestrickend schfa waren diese Augen ! Er wußte im Augenblick nicht,, sollte a W er vor wiua ooer vor mrea au ßer sich sein, er wußte nicht, wie ihm ge schehen war, und dankte aus - die Glückwünsch? wie im Traume. Als die groke Gratulatlonscour U endet war. flüsterte Florestine dem Mar quis Viroflay die Bitte zu, : sie zu vertreten, zog ihren Gemahl hastig aus dem Saale, durchschritt mit ihm, ohne em Wort zu sagen, den langen Corridor und sührte ihn nach ihrem Boudoir. Wir sind allem-, sagte sie da. vor ihm stehen bleibend, athmete tief auf und sah ihn mit leidenschaftlich flammenden Augen an. Er antwortete mcht. Victurnian!" flüsterte sie zitternd. Florestine " entgegnete er. Sie streckte beide Hände au, und er ergriff sie mechanisch. ' , Ist Ihr Haß denn wirklich stärker als Ihre Liebe?" fragte sie erregt. , ,Der Vicomte erröthete und sah schmei gend nieder; er begann sich seines kindi schen Benehmens zu schämen. ' . 'Victurnian," begann die junge Frau mit weicher Stimme,. Sie halten mich für falsch und schlecht , glauben jetzt ein Recht zu haben, mich zu verurtheilen, weil ich Ihr Vertrauen mißbrauchte,weil ich Sie verrikth, da Sie sich mir ahnungSloS in Yt Hand gegeben hatten. So wahr mir Gott' helfen möge in mei

ner letzten Stunde, ich betrat den Saal mit dem festen Entschluß. Nein" zu sa.

gen. Ich wollte auf Sie verzichten, so beiß und innig ich Sie auch liebte. Jc Victurnian, ich liebe Dich!" subr sie mi plötzlich hervorbrechender Leidenschaft fort ..unaussprechlich, grenzenlos ; als ich Dich ansah, krampste sich mir das Herz zusammen; ich erblickte plötzlich einen Abgrund, und eine innere Stimme rief mir zu, daß ich sterben müßte, wenn ich mit Dir nicht leben dürfte. Laß' mich Dir dienen, Du sollst Deinen Haß über meiner großen Liebe vergessen !" Sie war vor ihm in'S Kaie gesunken und streckte flehend ihre kleinen weißen Hände zu ihm empor. Schnell beugte er sich voll Schreck und Scham zu ihr her nieder, hob sie auf und zog sie an seine Brust empor und künte ihr die perlenden Thränen von den Wangen und sagte ganz leise: Ewig, ewig!" Er wußte, daß seine Liebe weit stärker war, als sein alter Haß, er fühlte, wie derselbe immer mehr und mehr aus sei nem Herzen schwand, wie die Liebe ganz und gar von ihm Besitz nahm, und wie er über den Liebkosungen der kleinen weichen Hand die einstige, längst ver. jährte Zichtigung vergaß. Soll ich noch versichern, daß es in dem alten Palais de la Haussage noch nie eine so lustige Hochzeit gegeben hat, wie diese eigentlich improvisirte daher kann jeder pathetische Schluß wegfallen. Aber die Hoffnung und den Wunsch darf man aussprcchen, daß das Glück unserer Freunde als ein auf einen soliden Haß begründetes von Dauer und Bestand sein möge ! Der Frühling als Klassiker Mit zeitgemäßem Wohlgefallen Steht Publikiim und Public!?. Daß nun dem letzten, längstgefühlten Bedürsniß abgeholfen ist. Als Klasstker.Gesammtausgabe In Folio und Miniatur Hat auch der Frühling neu ediret Sein Buch, betitelt : .Die Natur Die Ausstattung ist ganz vortrefflich, Wie'S solchem Klassiker gebührt. Der vor Homer schon aller Orten Das Scepter süßer Macht geführt. Die großen Lettern seiner Bäume, Die lesen sich so gar bequem. Die Stereotypen seiner Blätter Sind jedem Auge angenehm. Dazu in herrlichster Vollendung Der unnachahmlich schöne Schmuck Der Blumen-Jllulrationen, Die sich verschlingcn in den Druck, Epbeu und Reben Arabesken Voll Mürchenduft urd Gnomenspur, Die machen recht mit Fug das Ganze Zur Prachtausgabe öer Natur. Das Werk in elegan'em Einband, In feinstem Wiefcnscssian, In reinstem Sonnens rahlen-Goldschnitt Empfiehlt sich selbst bti Jedermann. Von all dem Reichthum edler Perlen Die d'rin, thaublitzend, ausgesät. Und von dem ächt poetischen Hauche, Der labend durch das Ganze weht. Sind ftine Zeitungen, die Vögel, Des wärmsten Lobes übervoll. In klingend wohlgeschulten Phrasen, Sie geben nur der Wahrheit Zoll. Das ist der Klassiker der Menschheit, Den alle Welt begeistert liest; Kein Wunder, daß das große Werk auch Nur allzubald vergriffen ist. Eine n eigenthümlichen Streik haben die Uhrmacher in Viborg (Dänemark) durchgeführt; sie haben nämlich aus Verabredung unkerlossen, die in ihren Schaufenstern ausgestellten Uhren aufzuziehen, so daß dieselben alle ohne Ausnahme stetig aus 12 Uhr zel-8tB-mr-n "r", " ""ZT? 6en Mg,gr(. ,ur Anschagung und Aus. ftnitti rtnnMtrni lminntn Ml ... Ms stellung öffentlicher Uhren zwingen. Der Streik scheint auch Erfolg zu haben, denn obwohl der Vüraermeister dieSache für einen schlechten Fastnachtsscherz er klärte, beschlossen die Stadtverordneten doch einen Ausschuß mit der Fragi: we gen Ausstellung öffentlicher Uhren In der Stadt zu betrauen. Männer und Frauen. Kommen die Männer zusammen, so ist's um einander zu hören. Aber die Frauen die thuen's, daß sie einander beseh'n. Praktischer Calcul. Wir müssen Margen ausziehen, und ich habe deßwegen heute zwei Wohnun gen besehen ; die eine ist klein, finster und über 5 Treppen kostet her auch nur drei Thaler per Monat; die andere ist groß, hell, freundlich und nur zweiTrep pen hoch, kostet aber 60 Thaler halb jährig. Ich calculire nun so, Hanne : Da wir ohnehin keinen Zins bezahlen werden, so bleibt sich die Sach gleich und wir wollen die größere Wohnung nehmen." , - Die harte Nuß. - .Ja, Herr Wirth, jetzt hab' ich aber nur noch neun Kreuzer im Sack -j was koschl' denn's Nachtlogis V .Ja. des kost't halt zwölf Kreuzer." i.Hm, S' ifcht 'ne böfe G'fchicht ; wie lang schlast mer dann vor die zwölsKreu zer?" .Nu, halt Halter bis morgen in der Frueh um en achti, da fahrt der Stell vage..Hm, ja, Wissens was, da muß ich vor lieb nehmz, da schloss' ich halt nur vor neun Kreuzer, und sie wecke mich lum ei nen Groschen srüher." . Irren ist menschlich. Dame: Wie man sich tauschen kaun ! Ich habe geglaubt, der Herr Doctor Meyer, der doch Schriftsteller ist, müsse auch interessant erzählen können. Und da finde ich seine Unterhaltung flach und unbedeutend. Herr: Ja, meine Gnädige, seine ge scheidten Gedanken läßt er alle drucken.

Womit deschäftigen fl die Geister im Jenseits?

Diese Frage wurde bisher nicht beant wartet, weil keiner von dem unsichtbaren Lande wiederkehrte, um Auökunst zu ge ben, jetzt aber, seitdem die Geister in die Tische und die Mediums kriechen, llop fen. schreiben und mit der Zunge eines Anderen reden mit einem Wort, seitdem der Spiritismus grünt und blüht, erfahren wir auch, waö die Geister in der vierten Dimension anfangen, um sich die Ewigkeit zu verkürzen. In Leipzig, daS den Ruhm hat, gleichzeitig Klein Paris, eine Universitätsstadt und die deutsche Metrcpole des Spiritismus zu sein, erscheint von Neujahr an ein neues Organ sür Geisterkunde unter dem Titel Spi ritualistische Blätter", deren Redaktion das Medium Dr. Cyriox in seiner geistsreicn Zei: besorgt. Ich hatte der spi ritistischen Lektüre bereiis entsagt, weil das Schabloncnbaste der Geistermeni. sestationen, die Blödmüthigkeit der phi losophisch sein sollenden Abhandlungen und der Zank darüber, ob die Geister Verstorbener seclenwandern müssen oder nicht, mir ansingen überdrüssig zu wer den. Nichts ist nämlich langweiliger, als ein Geist ohne Geist. Da veranlaßten die Unsichtbaren je doch, daß die Probenummer derCpiri tualistischen Blätter" in meine profanen Hände qerieth. . Ich erblickte die von Gabriel . Max gezeichnete Titel-Jllustra tion das spukhas!e Bildniß der Seht rin von Prcvorst , ich las Einiges von dem Inhalt und abonnirte sofort. Noch mehr, ich studire die Blätter eifrig. Da dies wirklich der Fall ist. geht aus der Beantwortung der am Eingange dieses Artikelchens ausgeworfenen Frage, die Beschäftigung der Geister im Jenseits be tresfrnd, hervor, welche ich aus den ver schiedenen mediumistischen Offenbarun gen zusammenstelle. Stimmt dieselbe nicht, so ist das nicht meine Schuld, sondern die der reserirenden Geister. Zunächst sei bemerkt, daß es im Jen seitö recht fidel bergeht. Dies erfahren wir aus den Mittheilungen des Herrn Dr. Knorr in Savannah, der sechs Jahre lang mit theuren Abgescbiedenen im Fa miliencirkel verkehrte. Eins der verstor denen Kinder hatte nun per Medium versprochen, eine ausführliche Schilde rung der Fest: und Bankete zu geben, die im Jenseits arrangirt worden waren, und auf die sich Alle besonders freuten. Leider wurde ihm auf höheren vierdimen sionalen Befehl Schweigen auserlegt. Das Kind sagte per Medium: Ich hatte einen detaillirten Bericht geschrieben; als ich ihn aber meiner Lei tetin v riegle, gestattete sie mir nicht, ibn Euch zu geben, weil die Erdcn-Freunde ihn nicht verstehen könnten. Ihr könnt Euch nicht den tausendsten Theil der herrlichen Scenen, nur allein in Som merland, vorstellen. .Sommerland" ist nämlich eine Provinz der vierten.Di mension, in die man von Wartländ" aussteigt. Nach Wartland steigen die Geister von Erdenland" auf. Die sechste Provinz ist Heiligenland, wo die Glorienkronen für Wahrheit undTugend ausqetheilt werden. Doch dies nur bei läusig. 'In Sommerland also giebt man Feste und Bankete. Da bei Banketen geges fen und getrunken zu werden pflegt, so muß angenommen werden, daß in der vierten s.wohl Speise wie Trank exi flirt. Vielleicht beschließt ein Tänzchen das Gelage. Da das Kind einen de taillirten Bericht über die Festlichkeit ver faßt hatte, den es seiner Führcrin vor legte, so muß. es im Jenseits Schreib i Material g:ben, denn sonst ist der vor legbare detatlllrte Bericht" undenkbar. Da ferner die Bankete allerlei Vorkeh rungen erfordern, so sind dienende Gei ster anzunehmen, vierdimensionale Kell ner und Köche, jenseitige Taseldecker und Kellermeister. Es ist daS zwar nicht viel, aber immer doch besser als gar nichts aus dem Jenseits zu wissen. Wer sich nicht ordentlich benimmt, der wird hinausgeworfen. Der abgeschiedene Vater eines Mediums hatte durch die fm WinfTt ttthtitnitftifft n Cnfin , I II llltviuui tl Will WUUII VlUt ,w.i!kN allen I.inerFrau unang.n.hmk ktite OllS bm ,9 , i ... II ' Wegen dieser Ausschreitung wurde der Vater aus dem höher gelegenen Gut land" in das untergeordnete . Sommer land" verbannt, hoffentlich hat der gemaßregklte Geist an einem der Ban kete Trost für seinen Kummer gefunden, denn wenn es schlechte Getränke im Jen seits gäbe, lohnte sich ja der .Ausstiegkaum. Ergänzend schließen sich hieran die Kommunikationen von Geora Hilll, den das Schreibmedium Frau V. H. citirt haben will. Hiltl sand Grvppen von Geistern im Jenseit?, dort Andere, da wieder Andere Alle waren Künstler! Der Kreis von Geistern, in wclchcm er sich besand, verbrachte seine Zeit in Nichtsthun und Auf. und Abschieben (8ic). Außerdem lernte Hlltl .das bohe Wissen des Himmels. Er spazierte in blumenreichen Gärten, er sehnte sich nach Nosen. Da sah er sie. Alles, was er wünschte, hatte er. Als Hiltl noch leb te, hat er solchen Unsinn nie getrieben. Man geht also im Jenseits spazieren, schwebt auf und ab, thut nichts oder wünscht sich etwas, man macht fröhliche Gelage mit, und verübt man Ausschrei tungen, so wird mann eine andere Di mension gesetzt. Alles ganz wie bei uns. Nun wissen wir doch, womit man sich im JenscitL deschästigt! Nächstens erzähle ich Ihnen mehr von den Geistern, namentlich von denen, welche kein aufgewärmtes Essen mögen. Die Geschichte ist zu niedlich! I u l i u.S S t i n d e. Der.psissi ge Bauer. Advokat : DaS sind nur 25 fl. ; ich bekomme aber 30 ! Bauer : Ich hab' nicht mehr ! Wissen Sie was, Herr Doktor: geben Sie mir eine Ohrfeige und wir sind quitt ! Mode rni sirter Anfang neö Volksliedes. Kein Feuer, keine Kohle Kann brennen so heiß 7 Al3 das elektrische Licht. ei

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