Indiana Tribüne, Volume 6, Number 199, Indianapolis, Marion County, 7 April 1883 — Page 2
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SMsus Trwiwe.',
V ZZgltHe- und KonnwasassaS?. Offlc ZiS T. DsZawareStr. Indianapolis, Ind., 7. April 1633. Bäume in der axU Zw fchen dem Misiouri itnb den Fcl fcngebirgcn erstrecken siH die ungeheuren Yrairiecn, welche zu den Staaten sian sa-5 uNd Nebraska gehören. Daß dieselben jetzt durch zahlreiche und Pracht-' rolle Waldbefländz an vielen Stellen gegen die Stürme geschützt sind, daß dichtbelaubte Baumkronen die Schönheit d?r Gegend erhöhen, und daß die Farmer im Stande sind, das Holz für ihre Gebäude und zur Einzäunung ihrer Acefer von ihrem eigenen Grund und Boden zu beziehen, ist in erster Linie den Verdiensten und der patriotischen Thstigkeit Sterling Morton' zu verdanken. Als Sccretäc deö Territoriums Nebraska rastete derselbe nicht, bis die Legislatur einen bestimmten Tag für das Anpflan zcn von Bäumen den ersten Baum zflanzungs-Tag im ganzen Westen angeordnet und die Vaumcultur durch Prämien und sonstige Maßregeln ermuntert hatte. Er hat ferner durch Wort und Schrist den Segen von Baumbeständen für den Westen den dortia.en Ansiedlern vor Augen geführt. Wenige Männer Kaben in einer so selbst losen Weise das Beste ihrer Heimath be fördert, das L'and ihrer Geburt verschönt und zur Sicherung einer gedeihlichen Zukunft beigetragen. Morton machte schon von dem Jahre 1851 an die da mal zuerst nach Nebraska kommenden Ansiedler darauf aufmerksam, daß an den Usern der Ströme und Flüsse und an solchen Stellen der Prairie, auf denen vor Jahren Prairiefeuer gewüthet hat ten, ein üppiger Vaumwuchs ausSamen entstehe, den der Wind oder die Vögel dabin getragen hatten. Die verschiedensten Geschlechter von Bäumen gediehen an solchen Plätzen üppig und unter ihnen befanden sich Eichen, schwarze Wallnuß, Hickory, Ul mit, Eschen, Linden, Ahorn, Sycamore, Cedcr und andere. Morton ging 'nun zunächst daran, Schößlinge dieser Ve getation an andere Plätze der Prairie zu verpflnizen, an welchen er den Boden vorher entsprechend bearbeitet hatte. Diese Pflanzungen entwickelten sich noch über Erwarten glücklich und schnell und Morton unternahm es weiter, es auch mit solchen Bäumen zu versuchen, tue bi-her in Nebraska nicht vorkamen. Harter Ahorn, cmerikanische Kastanie, Vapel, Vche, Birke, Lärche, Tanne, Fichte, sowie der wilde Kirschbaum ge diesen ebenfalls vortrefflich. Die eben falls auf Morton's Anregung von der Legislatur des Territoriums in's Leben gerufene Ackerbaubehörde traf Anord nungen zur Verminderung der Prairiebrände, ertheilte Auskunft über das bei dem Baumpflanzen zweckmäßigste Ver fahren und lieferte im Anfang die zur Anpflanzung dienenden Bäume unentgeltlich. Von 1854 bis 1882, also in einem Zeitraume' von 23 Jahren, wur den in dem gegenwärtigen Staate Nebraska 244,336 Acker mit Waldbäumen bepflanzt. Hierin sind sowohl die forst ähnlichen Anpflanzungen, als die kleinen Bestände auf zahlreichen Farmen, die Bäume an den Landstraßen, Verbin dungswegcn und den Straßen innerhalb der Städte mitinbegrijfen. In dersel ben Zeit haben die von der Natur ohne Zuthun der Menschen gebildeten Bestände an Strömen, Flüssen, Bächen und in Schluchten so zugenommen, daß man das von ihnen gegenwärtig bedeckte Areal auf die Hälfte des künstlich bewaldeten veranschlagen kann. Auf diesem Terrain sind nach einer möglichst genauen Schätzung innerhalb der erwähnten 28 Jahre 403.676,112 Bäume künstlich angepflanzt worden, und ungefähr halb so viele sind ohne Zuthun derMenschcnhand, zusammen also 605,514.168 Bäume ge wachsen. Der diesjährige Arbor-Day" ist auf. den 18. d. M. angesetzt worden. Aehnliche Fortschritte hat innerhalb derselben Zeit die Vaumcultur in Kansas gemacht. Ein Bericht der dortigen Ackerbaubehörd: bezeichnet 346,832,610 als die Zahl der angepflanzten und von selber erwachsenen Bäume. - Die jungen Stämmchen, welche bei dem Pflanzen der Bäume benutzt werden, können entweder denjenigen Beständen, welch? die Natur gebildet hat, oder Baumschulen entnommen werden. Die Kosten sind auch in letzterem Falle so niedrig,daß sie bei dem großen Nutzen, den die heranwachsenden Bäume gemähren, absolut nicht in's Gewicht fallen; der Preis schwankt je nach derGrößk und Art der Pflanzen zwischen 50 Cents und $3 pro Tausend. Sollen die Bäume aus Samen erzogen werden, so verursacht dies wesentlich größere Arbeit. Jagd auf wilde Tyker:. In Europa giebt es bekanntlich Wälder, in denen die Hirsche und Rehe dem Förster individuell bekannt sind und nur nach ganz bestimmten Regeln niedergeschössen werden. Jagd ist das natürlich auch, aber der echte Nimrod, der Oceane und Wüsten kreuzt, um an eine bestimmte Sorte von Wild zu gelangen, ist damit nicht zufrieden. Sein WirkungskreiS wird indessen immer enger, da die großen Thiere in allen Theilen der Erde thatsächlich der Ausrottung entgegengehen. Soweit ihr Pelzwerk kostbar ist, sind sie Sveculationsaeaenständc, und ihre Abschlachtung wird rein geschäftsmäßig betrieben. Die Jäaer werden von Gcsellschasten ausgerüstet, vcrproviantirt und für jedes Fell bezahlt, das sie abliefern. So macht es selbst die Hub on-Bay.Ee cll chast, de ren Stationen im hohen Norden des amerikanischen Continents lediglich als Waarenlager zu betrachten sind. Noch giebt cs in jener Gegend viele wilde Thiere, aber die Bussel sind sehr selten
geworocn, und ebenso die Bären. Dort, wie i Sibirien, werden mit den verbesserten Feuerwaffen gewaltige Verheejungen angerichtet, wie denn überhaupt die Vervollkommnung und allgemeine Ausbreitung der Büchsen und Flinten den unter dem Menschen stehenden Ge schöpfen sehr verhängnißvoll geworden ist. Nicht nur kauft der Weiße in Birmingham und Lüttich gewichtige Elephantenflinten mit explodirenden Kugeln Nspctirgewehre und gezogene Sechsläuser, sondern ganz brauchbare, wenn auch etwas veraltete Büchsen sind den wilden Volksstämmen zugänglich geworden, die fast allgemein die alten Musketen bei Seite gelegt haben und die Jagd mit der neuen Waise ganz geschäftsmäßig betreiben. In Birmingham werden für den Tauschhandel Büchfen angefertigt, die im Großen nicht mehr als $2 kosten, sodaß selbst der in den bescheidenstenVerHältnissen lebende Buschkaffer noch eine erstehen kann. Früher gingen die Her ren Wilden den Nashörnern und (Sie phanten vorsichtiger Weise stets aus dem Wege. Ihre Pfeile kitzelten kaum das harte Leder dieser Bestien, und die svö ter eingesührten Musketen ärgerten nur die Dickhäuter, ohne sie zu verletzen. ES ist eine Thatsache, daß diese Ungeheuer den Menschen nicht sürchteten und sich als unbedingte Herren des Gebietes betrachteten, in dem sie sich aushielten. Jctzt haben sie bereits so unangenehme Erfahrungen gemacht, daß sie sich sofort auf die Flucht begeben, wenn sie in der Entsernung den verdächtigen Knall hö ren. Es i vorgekommen, daß das bloße Geräusch deö PelotonseuerS ganze Elephantenhecrden aus bestimmten 6e genden sortscheuchte. Hochwild dürfte in kurzer Zeit überall so selten gewo:den sein, wie gegenwärtig im größten Theile der Ver. Staaten.
Ncus Qctthett. Ein Stamm in Orissa, 'einer an der Seeküste gelegenen, ziemlich armseligen Provinz von Indien, hat die Königin Victoria zu seiner Gottheit erhoben. Die Leute sind Anhänger des Brahmanismuö, den man sich gemeinhein als eine gänzlich verknöcherte Religion vorstellt, und ihre Handlungsweise hat da Ker Verwunderung erregt, aber, genaue Kenner des Ostens weisen aus zahlreiche, ähnliche Beispiele hin. Nach der ur-! sprünglichen Lehre Brahma'S kann die Gottheit sich in Allem verkörpern, durchdringt sie, mit anderen Worten, daS Weltall. Das ist eine rein Philosoph!sche Anschauung, die von halbcivilisirten oder halbwilden Menschen selbstverständlich nicht begriffen werden kann. Diese wissen nichts vom Weltengeist,von Stoff und Kraft und der Unzertrennlichkeit leider; sie haben keine Ahnung von Naturgesetzen u. vom ewigen Kreislaus der Gestirne, sondern glauben nur an etwas, das über ihnen steht, und das sie nicht zu erkennen vermögen. Demgemäß hat sich die ursprüngliche Lehre sehr viele praktische" Umwandlungen gefallen lassen müssen und schließlich wurde sie dahin aufgefaßt, daß der oder jener Gott in ein bestimmtes Ding oder in einen Menschen sozusagen hineinsahre. v Alles Erschaffene ist der Ehre mürdig, einen Gott zu beherbergen, ein Neger so gut, wie der verachtete, unreine Europäer, ein Goldbecher so gut, wie ein Feldstein. Die Hauptsache bleibt immer der Glaube, denn im Brahmanis mus kommt es gar nicht darauf an, w a S Jemand glaubt, sofern er überhaupt irgend etwaS ernstlich glaubt. Schon die bloße Glaubensstimmung ist heilig, das inbrünstige Gefühl, das eben nur der Jndier kennt, die Sucht, sich zer knirscht Vor dem Unbekannten in den Staub zu werfen. Sir A. Lyall hat über diesen Gegenstand eingehende Studien gemacht und berichtet u. A., daß er einen sehr intelligenten Hindu-Osficier kannte, der sich fünf runde Kieselsteine zum Symbol der Allmacht ' auserkoren hatte und dieselben täglich mehrere Stunden hindurch anbetete. Der Mann war philosophisch überzeugt, daß die Gottheit Alles durchdringe, aber er mußte ein sichtbares Symbol besitzen Desgleichen wird in einem Gurkha-Re-gimente eine silberne Schüssel, Geschenk der Königin, so sehrlverehrt, daß Freiwillige sie Tag und Nacht bewachen und die Hindu-Ossiciere vom Pserde sprin gen, wenn sie vorübergetragen wird. Die englische Negierung könnte sich das zu Nutze machen und den Glaubensfanatismus der Hindus dahin lenken, wo er ihr zu Gute käme, aber cö muß ihr zur Isyre nachgesagt werden, da sie den Aberglauben nicht begünstigt und die! Leute möglichst aufzuklären sucht." Allerdings hat sie damit wenig Erfolg, denn selbst die skeptischen Eingeborenen in den Großstädten behalten ihre Götzen, die sie Symbole zu nennen belieben. Unter solchen Umständen ist es eigentl'ch zu verwundern, daß Victoria nicht schon früher zur Gottheit erhoben worden ist. Die Hindus hören fortwährend von ihr als von einem nahezu allmächtig'en Wesen, ohne sie je zu Gesicht zu bekommen. Ob sie wohlthätig wirkt oder nicht, bleibt sich gleich, denn selbst die Cholera wird angebetet als ein Theil der Macht, die sowohl schafft als zerstört. Der Universalgeist könnte sich nach brahmanischer Theorie sehr wohl in der KSnigin verkörpern, oder Vischnu, Siva, oder am Besten Saraswuti, die Göttin der Weisheit, könnte in ihr ihren Wohnsitz aufgeschlagen haben. Würde sich die Anbetung Victoria's übe? Orissa hinaus verbreiten, so hätte die englische Herrschast in Indien natürlich vorübergehend eine viel festere Grundlage als bisher, aber die englische Regierung sieht sehr wohl ein, daß auf diesen, seiner Vielseitigkeit wegen nothwendig schwankenden Glauben, kein dauernder Verlaß ist. Sie zieht es vor. die Jndier an ein Regierungssystem zu fesseln, das sie mit der Zeit vor Hungersnoth schützen und mit dem Weltmarkt in Verbindung bringen soll. Namentlich sucht sie das durch Anlage von Canälen und Eisenbahnen zu erreichen. Victoria selbst dürste schwerlich geneigt sein, sich wiffentlich göttliche Ehren erweisen zu lassen.
?a PfeUgift der Indianer. Die einfachste Methode, sich Schlangengift zu verschaffen, befolgen die Moquis in Arizona. Diefelben martern giftige Schlangen, namentlich Klapperschlangen, so lange, bis diese Thiere sich beißen und die Priester des Schlangen ordens tauchen dann die Pfeilspitzen ein fach in das Blut der Wunden. Die Verwundung mit einer solchen Spitze
sührt den Tod m 3 bis 4 Tagen, viel schneller aber dann herbei, wenn das verwundete Individuum längere Zeit gefastet hat, was bei den Moqui's hausig vorkommt. Die Apachen in Arizona und die Taton's in Dakota besestigen eine Klapperschlange mittels eines gabelsörmigen Zweiges am Boden, halten derselben ein Stück Leber vor und vergraben diese, wenn die Schlange mehrmals hineingebiffen hat. Hier verbleibt die Leber, bis sie durch Fäulniß einen jauchenartigen Zustand angenommen hat und in diese Masse werden alsdann die Pfeilspitzen eingetaucht. Die Siris im westlichen Sonora sägen der Leber noch gestampste Ecorpione und Tausendsüßler bei. Die Pah-UteL und die Shoshones brechen den Klapperschlangen die Giftzähne mit den Giftbläschen aufbringen solche in Einschnit ten unter, die sie in das Herz eines klci nen Säugethieres gemacht haben, lassen dieses trocknen zerstampfen es in einem Mörser und bestreichen mit der ange feuchteten Masse die Pfeilspitzen. Der Tod tritt bei allen Verwundungen mittelS der letzteren durch Blutvergiftung ein und jedenfalls ist das in Verwesung übergegangene animalische Gebilde hierbei ebenso thätig, als das eigentliche Gift. Die Blackfeet und die Afsiniboine'S halten den Klapperschlangen getrockneten Baumbast vor, lassen dreselben hineinbeißen und benutzen das hierdurch erhaltene und von ihnen verdünnte Gist für ihre Pseile. Teutsche in Chtlt. Nachstehende Bemerkungen über deut sche Niederlassungen im südlichen Ehili verdienen um so mehr Beachtung, als sie der Feder eines zur Zeit Dieses Land bc reisenden Amerikaners entstammen, der Die Verhältnisse beobachtet, ohne von:r gend welcher Voreingenommenheit für die erne oder andere Nation befangen zu sein. -Die Stadt Valdivia liegt an dem gleichnamigen Fluffe 31 geogr. Meilen vor dessen Mundung in den großen Ocean und hat einen der besten Häsen an der sudamerlkamschl Westküste; die selbe wurde zwar bereits 1533 von Pedro de Valdivia gegründet und diente zur Zeit der spanischen Herrschast als Verbannungsort für Verbrecher aus Peru und Chili, hat sich aber im Laufe der Jahre so sehr, in eine ausschließlich deutsche Niederlassung verwandelt, daß der Reisende bei seiner Ankunft dafelbst eine Stadt in Deutschland zu betreten glaubt. Es ist eine allgemein bekannte Thatsache, daß der deutsch: Ackerbauer arbeitsam, intelligent und sparsam ist und die Deutschen lm südlichen Chill ha ben es verstanden, mit den dortiqen In dianern ein friedliches Einvernehmen herzustellen. Ein Bankerott ist unter den ausschlieöllch deutschen Geschästsleuten in Valdivia und den kleineren Niederlassungen seit länger als 30 Jahren mcht vorgekommen, eine ansehnliche deut sche Brauerei versorgt den ganzen Süden mit gutem Lager", und außerdem betreiben die Deutschen neben dem Acker bau Gerbereien von großer Bedeutung. DaS Leder wird, so weit es nicht an Ort und Stelle verbraucht wird, zum größten Tyeue nach Hamburg exportlrt. Au&er dem erfreuen sich die Schweineschlächte reien und Pökel- und Nauchhäuser eines Weltrufes, und Schinken und Speck aus Valdivia bringen in ganz Süd-Amerika die höchsten Preise. Das emnae ame rikanische Geschäft von Bedeutung ist eine mittels Dampfkraft betriebene SSgemühle.DaS bearbeitete Holz wird von den deutschen Schiffen fast aus schließlich nach Hamburg gebracht, ae schickte Arbeiter in' dieser Branche sind gesucht und werden gut bezahlt. ? Wir quartierten uns in dem Hotel Zum Deutschen Kaiser" ein. Der Wirth ist eine jener Erscheinungen, wie man ihnen in deutschen Landstädten noch mehrfach begegnet, doch dürste er an Phlegma und m-C (!L.!i r ry r ioegagurnim aue leine oueaen in Deutschland übertreffen. Ich habe den kurzen aber fabelhaft beleibten Herrn nie anders gesehen, als Mit einer Tabaks pseise mit 5 Fuk langem Rohre und großem Porzellankopfe, die fortwährend wie ein Fabrikschornstein qualmte und rauchte. Dabei ist der Mann in den Auskünsten, die er ertheilt, kurz, aber er schöpfend und sein Haus ist sauber und nett, wahrend die gute lrästzge Küche ge raoezu lmpornrt. Nachdem wir den Tag einer vorerst flüchtigen Besichtigung der Stadt gewidmet und kein anderes Wort als deutsch gehört hatten, traten wir am Abend in eine Bierhalle, in der, r t ' ' wie uns gejagt worden war, em deut scher Gesangverein einen seiner gewöhn lichen Uebungsabende abhielt. In der ersten Hälfte der Halle saken an zwei Reihen langer Tische gegen 60 Deutsche der verschiedenstenAltersklassen, CiMvil1i& 4&.V . V V!. r ? luuimuiü luuLjuiu unu vie großen, in Beutlchiano üblichen Blerkrüge vor sich Die Leute waren durchgängig gut gelles det, und ihre Unterhaltung war auer ordentlich lebhaft. An die Tische schloß sich ein durch Barrieren abgegrenzter Aaum, eme Art Buhne, ln deren M tte ein Clavier stand, und auf der anderen Seite befanden sich kleinere Tische, an denen Frauen und Mädchen saßen, die ..:cr:x. rv V-Cii.. in r r . um wiiuiiiycii yuuuuiuciu oesazasligl und natürlich ebenfalls in lebhafter Unterhaltung begriffen waren. Nachdem ein junger langlockiger Mann durch ein paar Accorde auf dem Clavier ein Zei chen gegeben hatte, verfügten sich die Damen und ein großer Theil der Herren nach der Bühne und nahmen um das Instrument Aufstellung. Die Noten wurden vertheilt, und es begann, ein
wahrscheinlich noch in den erstenStadien!
oer lnuoung vesangenes Gesangstück, daS häusig unterbrochen, auf's Neue angefangen werden mußte und nichts weniger als einen harmonischen Eindruck hervorbrachte. ' Sehr hübsch klangen dagegen einige deutsche, den Leuten bereits geläusige Lieder, welche nach Vollendung der eigentlichen Probe gesungen wurden. Sängerinnen und Sänger kehrten alsdann nach ihren Plätzen zurück, und die letzteren versorgten die ersteren ebenfalls mit den riesigen Krügcn schäumenden Gerstensaftes. Da ia) bei meinem früheren Aufenthalte in Deutschland häusig Bier getrunken habe, so riskirte ich ebenfalls 2 große Gläser; das Getränk chmeckte sehr gut. tch hielt eö aber trotzdem für zweckmäßig, vor dem Schlafengehen euren echt amerikanischen Cocktail zu mir zu nehmen. In den nächsten Tagen lernten wir die industrieuen tztaoli emenls in der Stadt, sowie den Feldbau und das Treiben der Holzfäller in der Umgebung näher kennen. Ueberau sahen wir, dav die Deutschen fleißig und umsichtig thätig waren, aber einen unangenehmen Eindruck machte das Aussehen der eingeborenen Arbeiter, Chiloten, Peoonen. Diese armen Leute verdienen täglich 20 Cents bei höchst durstiger Nahrung, und nur durch die Indolenz derselben ist es erklärlich, daß trotz ihrer Ausbeutung durch die deutschen Arbeitgeber ein freundliches Verhältniß zwischen beiden zu bestehen Icheint." m rim Wüthende Temperenzler. Ende vor. Monats versammelt: sich in Lompoc, Cal., vor der neueröffneten Wirthschast von Davis Drumm eine aus Frauenzimmern, Männern und Jungen bestehende Gesellschaft, welche nach Absingung einer langen Litanei und mehreren von Mannern undFrauen laut vorgetragenen Gebeten eine Deputation an die Besitzer der Wirthschaft abschickte, um dieselben zur Ausgabe lh res Geschäfts, fowie zu dem öffentlich abzulegenden Gelübde zu bewegen, daß sie nie wieder emen Saloon m dem Städtchen eröffnen würden. Die De putation kam mit dem Bescheide zurück, daß die Wirthe sich weigerten, ihr Geschäst zu schließen, und daraufhin erhob siq em hundertstimmiges Brüllen und Wuthgeschrei. Ein Frauenzimmer trat auf einen Stuhl und forderte zur As stimmung darüber auf, ob das Offen halten der Wirthschaft mit Gemalt ver hindert werden sollte. Die ganze Bande stimmte für Gewaltmaßregeln. Nun wurden schwere Balken herbeigebracht und als Sturmböcke gegen die Wände der Wirthschaft verwendet. Seile zum Äuseinnderreißen der letzteren benutzt, und endlich stürzte die Vorderwand des Holzhauses auf die Straße. Es folgten die bekannten, in dem Demoliren der Fässer, Flaschen, Gläser, des Schanktische u.s.w. bestehenden Scenen, welche so oft schon von verrückten,heuchlerischen. verblendeten Menschen aufgeführt, wor den sind, denen sich aus Freude am Scandale die verächtlichsten Elemente anschNeken. Einer Rednerin gelang es schließlich, noch einmal zu Gehör zu kommen, und auf ihren Antrag wurde beschlossen, daß Jeder, der in Zukunft in Lompac eine Wirthschast zu. eröffnen versuchen sollte, getheert und' gefedert und auf einem Fenzriegel aus der Stadt efchafft werden folle. Zscki Aulttnöe. In Grand N a p i d Mich., wurden vorige Woche in wenigen Tagen $17,000 zur krrltung eines Hospi' talS gezeichnet, dessen Baukosten au 520.000 veranschlagt sind. onnenmalmrne n" w e rden in Frankreich vielfach zum Kochen und zum Treiben kleiner Mafchinen ver wendet. In San Francisco, Cal., hat sich ietzt die Solar Heat Power Co, mit einem Capitale von 10,000.090 constituirt, welche beabsichtigt, die Hitze der Sonnenstrahlen zum Treib:n von Maschinen, zum Trocknen des Obstes, zum Destllllren, sowie surBewajjerunas' und Bergbauzwccke zu verwenden. Wie SonneN'Maschinen werden nach dem Deitzlerchen Systeme construirt und be stehen aus einem 11 bis 12 Fuß im Durchmesser hallenden Hohljpicgel, der . , , . t ii r:. c Die onnenurayien lammen uno z au einen m Glas eingeschlossenen Aampf kessel wirst. - - Ein Wirth in West Liberty, Ja., wurde in einer der letztenNächtc au dem Scdlase aelunaeit und land wo ei nem anständig gekleideten Fremden ge genüber, der ihm mittheilte, er sci mit G Arbeitern an der Ausveszerung dercle gravhenlinie in de: Umgebung derStadt beschäftigt, und fragte, ob er für und seme Leute Sloü und Logis in dem yole auf mindestens 14 Tage erhalten könne. Der Wirth versicherte dies, dem Jremden wurde ein Zimmer angewiesen und am nächsten Morgen nach dem Zrühstitcke ließ sich der letztere emen großen Hoib mit Speisen und Getränken voll packen ; am Abend wollte er mit seinen Leuten in das Hotel kommen. - Der Wirth wartet noch vergeblich. Ende voriger Woche war der Farmer Lowry bei El Dara, Pike Co., Jll., mit Holzfällen beschäftigt. Seine 18iähriae Tochter hatte ihm dasMittag effen in den Wald gebracht und sah dem Vater, der gerade einen besonders gro ßen Paum dearbeitete, von einem Platze aus zu, den ihr dieser als sicher angewie sen hatte. Der Baum fiel in der der Berechnung des Vaters entgegengesetzten Richtung zu Boden, traf das Mädchen und brach ihm daS Ruckgrat.fo dafj das selbe aus der Stelle todt war. Bor 14 Taaen wurde rn Erira, Iowa, Rollo Strahl, ein berüch tigter Rauber und Einbrecher, von Bürgern, die denselben verfolgten, erschossen. Seit jener Zeit hat desien Vater, Carl Strahl, wiederholt . Drohungen gegen die Verfolger seines Sohnes ansgesto ßen. Dieser Tage . begegneten Carl Strahl, und ein 'Freund des Erschaffe nen, Jesse Millholland, einem gewiffen Hallock vor der Stadt, der einen Wagen Holz dahin brachte.' 5)allock befand sich unter den Leuten, die Rollo Strabl ver
folgten und tödlelen.. Der alte Strahl.
rat ihm entgegen, rief: Du warst Da bei und sollst jctzt büßen" und zog einen Revolver. Hallock war im Augenblicke von dem Wagen gesprungen, hatte ebenfalls einen Revolver gezogen und auf Carl Strahl und Jene gefeuert. Strahl starb kurz darauf und Millholland ist ebenfalls aus den Tod verwundet. Man ürchtet weitere Verwicklungen, da sich noch zahlreiche Theilnehmer an den Ver brechen des Rollo in jener Gegend her umtreiben. . . Die schlechteste Polizei im Lande scheint die der Bundeshauptstadt Washington zu sein. Wle Detectlves haben alle entlassen werden müssen, well sie mit den Dieben sich in dicBeute theil ten und die Raubplane selbst entwarfen, während die öffentlichen Polizisten nie etwas herausbekamen. Da nun der Präsident der Distriktverwaltung, West, berüchtigt durch seinen Wahlschwindel in Loulsiana, die Polizei unter sich hatte, so ist er der Mitschuld verdächtig, und die beiden neuen Distrikt Commissäre, EdmondS und Hydecker, haben ihn als Präsidenten ab und EdmondS dasür eingesetzt, wollen auch eme Untersuchung einleiten, welche seine Mitschuld beweisen soll. Ein wohlhabender Farmer bei Martin, Allegan County, Mich., em eigenthümlicher Kauz, hielt sich kürzlich mehrere Tage rnPlamwell aus und sagte allenLeuten, mit denen er bekannt wurde, er wolle gern heirathen, aber so bald als möglich. Ein alter Junggeselle stellte sich als Vater emer reifenden, 18layn gen Tochter vor und sagte, seine Tochter sei bei Verwandten zu Besuch, komme aber am nächsten Tage mit der Bahn zurück, und er habe nichts dagegen, wenn er seine Tochter helratye. Zur bestimm ten Stunde war der Farmer mit einer neuen Angströhre und weißen Baum woll'Handschuhen aus der Station. Der Zug fuhr ein,' ein bildhübsches Mädchen stieg aus und der Junggeselle führte dasselbe dem Zungen Farmer.zu. Kaum hatte das Mädchen gehört, daß dieser es heirathen wolle, so flog es ihm an den Hals und erdrückte ihn fast mit seiner Zärtlichkeit. Der Junggeselle sagte ihm, dieHochzeit könnte gleich geseiert werden, aber im Wirthshause, da seine Frau krank im Bett liege. Die kleine Gesell schast versügte sich, von einer großen An zahl junger Leute geleitet, in die Wirth schast, der glückliche Bräutigam ließ anfahren, was nur gegenen und getruuken werden konnte und schließlich wurde ein Geistlicher beschafft und derselbe schloß den Bund. Die junge Frau setzte ihrem Manne so zu, daß diesem angst und bange wurde ; so ost er etwas enen oder trinken wollte, bekam er einen Kuß. Plötzlich war die junge Frau verschwun den, und der junge Kerl, der dieselbe ge spielt hatte, befand sich in der Gesell schaft. Der Farmer wartet heute noch auf die Ruckkehr seiner Frau. Die Z w i s ch e nd e cks p a s s a giere des Dampfers Viking", welcher dieser Tage in New Nork landete, haben Beschwerden über die Behandlung zu Protokoll gegeben, welche sie während der Ueberfahrt, zu erdulden hatten. Die Leute sind meist Italiener, haben drei aus ihrer Mitte mit Darlegung der Be schwerven beaustragt und diese geben an, daß sie für die Fahrt von Neapel nach New York je $28 bezahlt hätten und am 17. März von Havre abgereift feien. Die ihnen verabreichten Nah rungsmittel seien von schlechter Qualität und ungenügend gewesen und als sie mehr verlangten, seien sie geschimpft und sogar geschlagen worden. Als sie sich beim Capitän des Schiffes beschweren wollten, wurden sie zurückgetrieben und konnten daher an Bord des Dampfers keine Genugthuung erlangen. Auch Waiser erhielten sie nicht m genu gender Quantität ; dagegen konnten sie, wenn sie crtra bezahlten, Alles bekommen, was sie verlangten. Wäh rend der ganzen Fahrt erhielten sie nur vier Mal Fleisch, und auch dann nur sehr kleine Nationen. Ihre Haupt beköstigung bestand in Kartoffeln und Kaffee, welch' letzterer jedoch eher wie Kohlenwaffer schmeckte. Außerdem sei das Zwischendeck sehr schmutzig gewesen und das Wasser habe manchmal mehrere Zoll hoch darin gestanden. Die Venti lationsvorrichtungen seien schlecht gewesen und während der ganzen Fahrt habe eine schwere, ungesunde Atmosphäre im Zwischendeck geherrscht. Niemand habe sie anstandig behandelt ; sowohl die Os ficiere wie die Mannschaft seien ihnen roh entgegengetreten und hätten ihnen die Reise, unerträglich gemacht. Einer der Passagiere sei auf der Reise gestor ben; der Arzt habe sich gar nicht im Zwischendeck sehen laffen. Die Einwan derungs Commission wird die Sache näher untersuchen. I t:i Auslande. Wie man hört, besteht seitens der deutschen Armeeverwaltung die Absicht, das Eisenbahnregiment in der' Weise zu ergänzen, dezw. zu resor miren. daß ein besonderes Telegraphen bataillon errichtet wird. Es dürste bei der Ausführung dieser Idee auch die Rücksicht maßgebend sein, die Fortschritte der Elektricitätswiffenschaft prompter und ausgiebiger für den Kriegsdienst nutzbar zu machen und sich in einem eigenen Truppenlheil eine paffende Handhabe zur praktischen Anwendung der neuesten wissenschaftlichen Errungen schasten heranzubilden. Die Eselsohren des Pan theon" in Rom, unter denen man die beiden von Bernini der Fa?ade aufge setzten kleinen Glockenthürme versteht, werden endlich, wie der Kunstchronik" geschrieben wird, das Zeitliche segnen. Am 18. Februar begann man, dieselben abzureißen, sodaß in allerkürzester Zeit die Front des Pantbeon wieder in der ursptünglichenForm dastehen wird. Da! Verdienst, den allgemeinen Wunsch, das Pantheon von seiner berühmt gewordenen Verunzierung befreit zu sehen, erfüll! zu haben, gebührt dem Unterrichtsmini ster Baccelli. Die neuesten Berichte au dem Süden Rußlands melden aus den
Kreisen Odcffa und Tiraspol Zustande, gegen welche, wie der Petersburger Cor respondent meint, alle Noth der Ueber
schwemmten in Deutschland nur Kinder plel sein muß. Um die Bevölkerung dort noch bis zum Frühjahr durchzu bringen, bedarf cs einer Unterstützung von 13 Millionen Rubel und Strecken von mehr als 100,000 - Bewohnern sind bereits der entsetzlichsten Hunaersnotb ersallen, so daß die Unglücklichen dut zendweise an den Landstraßen als Lei chen aufgerafft werden. Der Mangel an Viehfutter ist so aewaltig, dan von den vorhandenen etwa 230,000 Stück Vieh der fünfte Theil,' d. h. die besten stucke, b'.s zum Frühjahr nur dann noch erhalten werden können, w:nn die Staatskasse dasur 1,700.000 Rubel beisteuert; im anderen Falle wird binnen Kurzem der ganze Viehstand vernichtet und der Ackerbau unmöglich sein. Man wird da begreiflich finden, wenn man bedenkt, daß em gewöhnliches Pserd von den hungernden Bauern sür 60 bis 70 Kopeken, und ein tüchtiger Ackergaul für Rubel zu bekommen ist, während eme Fuhre Heu nicht unter 100 Rubel ver kaust wird. Wenn auch der.Staat jene riesige Beisteuer leisten sollte, so muß doch der ganze ..'idvorrsth der Kreis lassen noch hingenommen und d'e Steuer erlassen wirden. - Eine interessante C e r e monie hat am IG. März in der Royal AlbertHall, Kcnsington, London, statt gefunden. ' Eö war die Verkeilung von Preisen an Schülerinnen der englischen Mädchenschulen durch die Prinzessin von Wales, in Gegenwart ihresGatten und ihrer drei Töchter. Viele Tausend Mäd chen, alle mit weißen Fichus und den Dekorationen ihrer respektive Schulen, füllten das prächtige Gebäude. Alle diese Schulen existirten vor elf Jahren noch nicht.' Diese Schulen verdanken ihr Entstehen einer Altiengcsellschast, unter dem Vorsitze des Lord Aberdare; da die Aktionäre seit der Gründung re gelmäßig ihre fünf Prozent Dividenden erhalten haben, so muß man schließen, daß Mädchenschulen nicht nur sür Back fischchen, sondern auch sür (Kapitalisten gut sind. Im Lauf der letzten zehn Jahre sind unter den Auspizien des Lord Aberdare uud seiner Aktionäre jicbenundzwanzig Mädchenschulen (sür externes) in London und der Provinz gegründet worden, in .denen etwa 4800 Mädchen unterrichtet melden. Die Preise wurden von der Prinzessin eigenhändig an die Schülerinnen ausgehändigt. I n Paris hat sich bekannt lich unter Vorsitz des Admirals Jaure guiberry ein Comite behufs Eröffnung einer allgemeinen Subscriptlon zur Er richtung eines Denkmals sür den vcr storbenen General Chanzy constituirt. Wie nun der Figaro mittheilt, soll das Comite den Beschluß gefaßt haben, auf den Sockel jene Worte zu setzen, welche Chanzy nach den Niederlagen der Jahre 1870 und '71 äußerte, als man in seiner Gegenwart von der Ernennung neuer Marschälle sprach : Möge Jeder, der einen Marschallsstab haben will, ihn jenseits des Rheins suchen." VorKurzem ist eine neue Auflage von Prosesior v. Oettingen's MoralStatistik" erschienen, welche sehr wohl geeignet ist, die Ausmerlsamleit der weitesten Kreise auf sich zu ziehen. Räch derselben stieg die Zahl der Sittlichkeit Verbrechen, welche unter allen Verbre chen die größte Zunahme auszuweisen haben, in Preußen 1855 09 von 325 auf 925, um 1873 die Höhe von 2105 Fällen zu erreichen In Bayern stiegen die SittlichkeitsVerbrechen 187277 von 105 aus 580 Fälle, in dem über völkerten Sachsen 186178 von 150 auf 771, darunter Verbrechen an Kindern : 10 in 1871 und 105 in 1878, eine Verzehnfachung innerhalb 8 Jahren! Die Zahl der Ehescheidungen in Sachsen stieg 187173 von 409 auf 800, davon solche in Folge Ehebruchs von 177 auf 317. Obgleich von allen Bcrussarten die Vertreter der 5?unst und Wissenschaft nur im Verhältniß von 2 Prozent zu den Gesammt-Ehen beiralhen, so liesern sie doch 3 Prozent aller b.'trcffendenPro zesse. Köln, 19. März. Im Gürzenich Hierselbst wurde dcr'zeite deutsche Ru dertag abgehalten. Cs waren 34 Ver eine und sollende Städte vertreten : Frankfurt a. M., Hamburg, Wien, Ber .lin, Danzig, Köln, Mannheim, 'cun!chcn, LudwigLhafen, Heidelberg, Offen'dach, Mainz. Sachfenhausen, Koblenz, Bernkastel, Kreuznach, Gießen, Wetzlar, Düsseldorf, Mtz. Am Tage vzrher ! hatte bereits eine Sitzung des Central i ausschusses' stattgefunden. Die Versammlung batte im vorigen Jahre die vorläusiae Constituirung eines deutschen Ruderverbandes beschlossen, der heute die endgültige folgte, dessen Ausgabe es sein soll, die Nudekn in Deutschland nach Kräften zu heben und nach einheit lichen Grundsätzen zu regeln. In den Central'Ruderausschuß für das nächste Jahr wurden folgende Städte und Vertreter gewählt : Hamburg Langsdorf und Baumeister; Franliurt'Hcyler und Schmidt; Köln-Dr. Patton; Wien Dr. Forregger ; Berlin Büxenstein ; Mannheim Kaper ; Mainz - Vetter ; München'Weiü. DaS Meisterschasts rudern soll in den nächsten beiden Jahren wieder in Frankfurt a. M. statt finden. München, 1'.'. März. Ein furcht barer Raubmord verseht die Stadt in Aufregung. Am vergangenen Mitt woch mietheten zwei elegante Herren, die aus Nürnberg ohne Effekten kamen, ein Zimmer in der Nmelienstraße bei Frau Therese Zirkelbach. Vorgestern schickten sie die Tochter der Vermieterin fort, um einen Stieselzieher zu kaufen. Als man endlich na.ch langem Klopfen das Zimmer öffnete, fand man die Vermietherin gräßlich ermordet, geschnürt und gekne belt, alle Kasten aufgesprengt und daS Waschbecken mit blutigem Seif:nwasser gefüllt. Auf der Polizei waren die Mörder angemeldet als der 27jährige Kunstmaler Kreitmayer und der29jai-rige-Kupferstichhändler Keblinger. Die Unglückliche wurde ersichtlich durch Ham ierfchläge geröstet; der gnize Naud de trägt 80 Mark.
