Indiana Tribüne, Volume 6, Number 193, Indianapolis, Marion County, 1 April 1883 — Page 2

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Madj uns oie Sündflut!). Ror.LJ ron EwulV ngnst König.

(15. FortZckung.) Heinrich Schlichter Zzatte die Haustür geöffnet, rqsch trat der Doktor in daZ Wohnzimmer, er fand aus dem Sopha eine Todte. .Fassen Sie sich, alter Freund," sagte

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er tief bewegt, iiiöem er die Hand des ha

aeren Mannes ergriff und mit festem Druc!

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144 Uli U4liyv.i V,vv J4 iiiuiv UillJV zu machen. Es wird Ihnen immcrh' n zum Troste gereichen, daß sie sanft ' A W 4 " ( AiW . . lf . 1 i Mli N Akiy A A A A .kl M oyne UUiy ywuiuciiicijuuijcii .Es ist keine Öülfe mehr möglich " , s,. te der Armenpsteger mit bebende , ts tat.' .Vielleicht, wenn Sie ein' versuchten V K ah sfttm tiitr tn fifrMffi1 , . w wm uivb von Honuuna. wäre so w den Sie mich benuts m hatlgkei eh, das entflohene O T'f liA iti.-fct - - . 1 7 . w. v" v 7 ,c tocmitimcr tyiu tup iivf .ü-i zuruarnie brauche Sie ofil nr'jjt girier rzlichkn Theilnahme n zhr cm hben Schmerzen versichern, kann f4 nu?l nochtwas nüc il 1a I A " lyu-, v i"y .ai c t5 ms;. Der hagere 'Kann schülteZte starr icy ymvuaeno das Saunt, -.du Stöhnen en aang .sich seiner aepre?tc fflrulL irTlfS. H'ZL'fZ ... jr. r -n. SiV lUV S rZ f, , R;5 allein, dav-Alles l,t alle n fr W Z Ist s . allein tM ut w?men Gedanken, um mich in das Un-abänderliche finden.xu können. xiiT, die nun iur unmer -hn - verlalien hptte. er Lllor vn)m wseput und Stock, tt ttüber Stimmuna verlies er das )aus, um ir: seine eigene Wohnung zu LÜilzukchren. In Brüte:, versunken' bog er um eine Strazenecke. als er mit einem Manne ;u. r ft, . . lammenpraüte, der, eine Opernarie vor iwy yiiiuiunu, lyui ucgcgueic. Leicht. bei einander wohne!! die Gedanken, doch hart im Naume. stoßen sich .oie aaien:- nes Paul, der im ersten Augenblick den Doktor nicht erkannte. ft y f du ImkwaNs, lan mich rechtwärls u st' fu- verehrtester Herr Doktor? Ich bitte tausendmal um Ent ?fi,'ft!,tt f jviyuiu iijUUi. Wie aus einem Traume erwachend, bückte der alte Herr auf. .-steine Ursaze." sagte er trocken, .guten Abend, Herr Jammerfegen !" .Bitte, nur noch einen kurzen Almenmal ie und ia der Begründer meines CV f 5. I r a ß 1 r,u-' wiu iu oyucn ciöig vllNlvar Y,1thvt tnl.Vi I - f !T1. I , 1 1 i 1 1 11 1 in r wiprrv i ii nn .fwi . UUillt 11 tilV. 111. dltll . . r ' ei üoiior, ich yave mir soeben von roiigen Kippen da Jawort cflholt. -ist der Helm und mir a'ebort er au ! mso, o, dann gratulire ich beltens." 'erwiderte der Doktor lakonisch, ch habe letzt keme Zeit, bin auch nicht in der Slimmung, gehen Sie auch nach Hause und schlafen Sie Ihren Freudenrausch aus, ich wünsche Ihnen einen recht süßen mUm . ' it Betroffen blickte Paul dem alkn Herrn nach, der mit raschen Schritten von danuen ging. Da geht er hin und singt nicht mehr," brummte-er kopflchüttelnd. .Dem muß die .4iiiut yiuu4iiy uciyiigcii iciii, ist zu voll von Milch der Menschenliebe M! ti-ti 1 1 n.i'mStiJt 1 ..C A.fi c:.. sonj und heute voll gährend Drachengift ! Pah, was kümmert's mich, auf mein süßes Gflick soll drum kein Schatten fallen, seid umschlungen, Millionen, diesen Kuß der ganzenWelt!" Er führte mit seinem eleganten Spa zierstöckchen einen Hieb in die Luft, nahm t v. ' ..c ....v vic i iiiucimocne wnc roieoer nu nno setzte mit heiterer Miene seinen Weg zur Adler-Apotheke fort, um dort den versamnnlten ,.Festgenollcn seines bisherigen Principals sich.als glückstrahlender Bräu Ngam vorziljtellen. Aritler AZand. Erstes Kapitel. hve d Vertrauen. In der Villa Hagedorn herrschte ein sehr trübe Stimmung. Welche Gründe auch John Earlsen hervorsuchcn mochte, um das Ausbleiben des Doktors zu erklären und zu entschuldigcn, Ellen ließ keine Entschuldigung gelten, sie sah in diesem Ausbleiben eine Abficht, die das junge Glück ihrer Liebe mit ernster Gefahr bedrohte." .Abwarten !" sprach Earlsen, .man darf nicht immer gleich an das Schlimmsie denken! Ellen nickte schweigend, Earlsen ging in sein Kabinet. Bob hatte gleich darauf die Thüre geöffnet, der Doktor Ladenburg und Eugen -traten ein. John Earlfen erkannte auf den ersten Blick, daß die Besorgnisse seiner Tochter Jiur SU fffir WünVt rit, hör frrnft ds 4Ä ü3b bui,tueu9ni "rlklyen es ihm sogleich. Sein verletzter Stolz bäumte sich auf, nt derselben ernsten Gemessenheit, mit der sie ihm gegenüberstanden, erwiderte er zhren Gruß, dann lud er sie durch eine Handbewegung ein, sich niederzulaffe. JBi niüsjeji um Entschuldigung bitten, dcch wir nicht schon gestern gekommen sind," nahm der Doktor das Wort, der seine Verwirrung vergeblich zu verbergen suchte, .ich erfuhr die Verlobung meines Sohnes erst gestern Nachmittag, und gewtjje, vergangene E eianisse, die Ihnen bekannt se:n werden, machten eine längere Berathung nothwendig." er Ämeriraner hatte die Brauen sin nno man aq es iym an, wie schwer es ihm siel, den jäh aufsteigenden Zorn zurückzudräugeu. .Ich will mich jetzt noch eines Urtheils enthalten und zuvor die Gründe hören, mit denen Sie die Nothweudl'gkeit diefer längeren Berathung beweifen wollen." , ? . . ie schse Betonung der lehten Worte der schneidende Sarlasmu, der aus

Mw W3fft!tfemitj:naiil)ett halten haben von den vielen Einbrüchen, stehen konnte," sagle sie mit leiser, vibri ?t3?s L;? ? TPCasl.blc ?"'5' die oft m t Mord verknüpft waren?- render Stimme, .dieses Verlangen war !4 ' kragte der Doktor scha-.f. Sie ganze ja so natürlich, und .ch konnte nicht ahre'.ie er oen Flamen, seiner treuen VZeiäür- tj. x ' nn tn uat,MtbGinn n

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Älia ruhte sragend auf Eugen 'als ob er ucn, onn uen gtuaiicu wiro dan die Vorurtheile. die

von ihm näheren AuZschlus; erwarte. . "0r 'cg. Krisen Yestete die ii)n hgte. mehr und mehr

.Ich könnte schon in diesen ersten Wor- "3Cn mn ourqoringenoem Der Bankier hatte sich

ten eine Beleidiauna sind, r,,,. r -ö" aus liugen. ,rk,,.,.:. v wgff ,

und der jch

ignen spraai. machten en Doktor den Eindruck, als ob er r' Drohungen einschüchtert werden m sein Zornwnrde nun-nnch gewetf 1 1 Tifi Är3f" ese Gifinbc in Wahr-Äer5ein!-Meer. tniJfrte r lne Ahnung davon," ti mt lzen achselzuckend. 99 V M T - . f. . ta V ah

.n ta&ttlS den Namen dcI Arztes, der . . . I lUJ Uillir UillCll. Ullli lllUll . behandelte. Titfftt aciiannt hat. Des Arztes, 5er mföj 'behandelte?fragte der Amerikaner staunt. Wo und bei welcher Gelegirfheit soll das ge Wesen fein ?" In New.York." Jch erinnere mich 'nicht. Doch, ja. lch ?oar dort einige Wochen meinem Hos 7jar vor ai, es iu wahr." .Ah. Sie hab? entweder ein schwa fies Gedchtnin. oder Sie alauben. mich irr? führen zu können sagte der Doktor,, p -w . . - . seinem Sohne, der mit fieberhafter Span nung Sem Geiprdche folgte, elnen vedeu iungJ?ollen Mck zuwerfend. .Sie er innere sich wohL auch nicht mehr derv len zgeheimnißvollen Verbrechen, dietda mals ln Nrwv)ork verübt wurden? lfClJ .Jn emer so großen Stadt ehen täglich Verbrechen erwiderte er..ich habe nich um dieNachtseiten New-Yorks wenig oefummfri - ,,K lhnh dr if i hr (ThnTpm herrichte. Eine geheimnißvolle Verbrechcrb.inde, die allen Nachsorschuncn der ivMyn v v VV $ erinnere mtst) anaz ter brach Carljeu chkets wenig oder schaffen?" Miv iui'uvii in ii. hvuj itiiii.b uicivii chcn suhr der Doktor mit wachsendem ,ic wollen mir noch immer an?waAerae'r fort, .ich werde Sie also Zwingen müssen, Farbe zu bekennen. Jch erlebte in jener Ze:t ein seltzameZ Abenteuer in , . . . . . . . . . i Niw-Aork, das ich später niederschrieb. li. VW lliujl wtljlVll. IVt I Vtk Schrift, haben.Sie die Güte, sie zn lesen, jch zweifele nicht daran, daß Ihr Gedacht um es man ja oerge neu. vier in oie nin Ihnen Hülfe kommen und das etwa Fehlende ergänzen wird." Zögernd nahm Krisen das vergilbte P.,pier in Empfang, feine Miene verfinsterte isich noch mehr, als er es entsultete. er 'Inhalt des Schriftstückes schien t t . lx p . -w bald seine volle Aufmerksamkeit in An- ' - . 1 . ' , . . Ipruch ;u nehmen, i nt solid ruhte starr 1 ' - f ' . . - ' m i . . Eugen san unterdessen in Brüten ver sunken, von Minute zn Minute wurde ihm die : stumme Nolle, die er spielte, peinli cher. Die'Sichcrheit in dem Auftreten seines Vaters und die halben Zugestäuduisse, die Earlfen allem' Anfcheine nach nur nothge drungen machte, er wartete jetzt nur noch darauf, ob der Vater Ellens den Vorschlag annehmen werde, der alle Hindernisse beZeitigen sollte.' Earlsen war von seinem Sik emvor 1 '. 1 - r ' t . geiprungen, Mi! einem Jornesrns schien - derte er das Papier auf den Schreibtisch. Und das wagen Sie mir u bieten ! Herr Doktor?" fragteer mit bebender Stimme. vSie haben wohl damals das Fieber gehabt und in Ihren Phantasien diese tollen Geschichten geträumt?" Sie alauben dock nicbt in allem l?rn. sie, daß Sie mit dieser Rechtfertäunq I: c . 'j . 3 ourchlommen weroe ? erwloerle der Doktor sarkastisch. .Ganz genau so, wie ich sie niederschrieb, hat diese Geschichte sich zugetragen, daraus kann ich ieder Zeit einen Eid ablegen." .Und. ich soll der Held dieser Geschichte gewesex sein ?" .Jawohl, Sie ! Jch habe Sie in jener ?cacht und auch hier bei unserer ersten Be aeanung wiedererkannt, und nicht Ihre Person allein, auch Ihr Petschaft mit dem Pfeil. Sie .haben selbst berichte', daß dieses Petschaft Ihre ureigene Erfindung sei, damit Sie es stets erinnern solle an die Aufgabe, die Sie verfolgten, es existirt alfo kein anderes Exemplar." .Und Sie selbst haben mir erklärt, daß diefes Petschaft nie aus Ihrer Hand gekommen sei," fügte Eugen hinzu.: .ich habe Sie absichtlich danach gefragt, um irgend etwas zu cndecken, worauf ich meine Zweifel gründen konnte." .Und wenn ick Ihnen nun saae. dan ein zweites Exemplar existirt," erwiderte er kalt. ' .Dann müßte ich Sie um Beweise bitten," antwortete der Doktor. .Beweise?- fuhr Earlsen auf, .Sie schenken meinen Worten kern Vertrauen? . " ä W". ,cgc rv , r jt- r . . r "D"r . n ? Schuld, die aus Ihnen ruht, darf und soll Ihre Tochter keinen Antheil haben. Unsere Kinder lieben einander sie suchen in ,ii i n t t -i tr i - ihrer AereiNlgnng das tochste Gluck ihres 'uno unsere Pflicyr ,i,i esynen dieses Gluck zu gewahren und zn sichern. Ich drf wohl annehmen, dan Ihre Tochter Ihre Vergangenheit noch nicht kennt, aber sie konnte Kemitnin von ihr erha ten, nnd ein finsterer Schatten Nive aus die bis dahin g uck iche Ehe fallen. Sie mu,sen dieie Stadt wieder verlaffen, sich gleich nach der Hochzelt von Ihrem Kind : Iren. nen, um zcde Gefahr von dem Glucke des selben abzuwenden Wenn Sie das wollen, dann gebe ich freudig meine Einwil.Was fagen Sie zu diesem Vorschlage?' fragte er. .Ich muß ihn leider billigen," erwiderte Eugen'mit gepreßter Stimme. .Und wenn ich Ihnen nun sage, daß die ganze Anklage Ihres Herrn Vaters auf UIIKÄr"T -. CV lf. t , . , f f 9nnmc9 nuoj 01c ! um

7zohn Eachen hatte die Arme ailf der schwelle erschien. Ihr Antlch warmarvor .N--si ,i?r?rk n il,-f in s-i'n ff? rnnnncifi ak?r Zi!te ?!n?n ent'lonencn

, --v . W V t . 4.11V kky 1. Vli II V I --'--'lJ- w. " - j " . 7 tiic I r.r - f. i . . ? y. ji . in.. . I o..sV... j ....v .la - u . t. . ..

- i c; juruagcicijni, ein ocrua;iuajsr ug ing uisuiuu, -uuu uis jic iicücu lyicu uisv 11 um seine fest aufeinandergepreßten Lip trat traf ein ernster, vorwurfsvoller Blia

? CZe fnTYtcn (?f-nntni pr duna unatteken bennwodnen. Nlckt wlder

ihn ungeduldig, .ich a

gar nicht darauf, denn in derselben Zeit achten, der unwillkürlich den Lpen Eu verließ ich Ncw-Äork. WaS ader haben gen's entfuhr, diese Geschichten mit Ihren Gründen zu Ein Bl der Entrüstung flammte in

aus oem apler, nur eininai lazwelsle er luvtl $uniyui iyiu uiiu vsueu.

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lhren über den Nand desselben hinüber, um tau Sie werdet', begreifen, Herr Nechtsan-

Mein einem zornigen Ausdruck das Gesicht des walt, das; nach solcher Beleidigung von I fT . (1 j ... ri U . 1 C . U I . I n M vfttlXi 4vttC.sAt. unUnlH amii.

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i i n ii n n iiii i i -- ii i i ii i i p ii icii iiirniia r tmr m m .

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Nicht 'dock. Sie werden sich mit mei

ner Erklärung begnügen müssen l" sagte Carlen mit scharfer Betonung. 'Diesen Beweisen gegenüber?" antwor ittc Eugen zweifelnd. Wenn mein Va ter mit 'solcher Zuversicht behauptet, se.ner Sache sicher zu sein, dann muß ich ihm Glauben schenken, ich h'be niemals Urfache gehabt, an feiner Wahrheitsliebe und an seinem NcchtZgcfühl zu zweifeln m Sie schenken also meinen Worten kein Vertrar.cn," unterbrach der Amerikaner ihn. Hier steht Vehanptnng gegen, Be hautkng. Vo dem Manne, Um ich das Glück und feie Zukunft meines eiszi gen Kindes anvertrauen will, fordere such ich Vertrauen fuhr e: mit gehobener Stimme fort. .Sie glauben, meinem Kind müsse dkse Anklage geheim bleiben. weil sie lein Gluck ?ekah:den könne, ich will Ihnen beweisen, daß ich daröber an jdcrs denke, mnd das ich keine Urfeche habe, . , . . . . V vor mein Tochter den Blick niederzu schlagen." Er. streckte schon den Arm nach der Glocke aus, um seine Tochter rufen zu lassen, als die Vortkore im Hintergründe des ZimmerZ sich öffnete, und Ellen auf der Verlobten, der sich h istig erhoben hatte, um ihr entgegen zu eilen. Die Herren werden mir verzeihen, wenn ich dem 'LZ rlangen. Dieser Unterre kommen würden. So habe ich denn Al les vernommen, nur Eins ist mir noch un klar; die Anklage gegen dich, lieber Va ter." Carlsen nahm daZ Papier vom Schreib tisch und überreichte es seiner Tochter, ohne auf den AuZruf der Bestürzung zu Ellen's Augen auf, als lie das Sajnjt ixua gelegen hatte. ÄaS it unmöglich,' y " l ., iv " sagte sie, .und ich begreife nicht, wie man eine fo furchtbare Anklage gegen dich er heben kann." Ihre Stimme beb e vor ocnpitciicm Zorn, als ste das agte, und r i. e- . ? . . , n r . lyr. zi:rnenoer B'ill ye lere ich von istu rüstung auf den Doktor, der die silberne Dole rastlos zwischen den Händen drehte. .Ich wußte es,, daß du an diefe Anklage nicht glauben wurdest." erwiderte ihr Ba ter, der nun seine, volle Ruhe und Faffunz wiedergefunden hqtte, .wer mich kennt, wird mich eines solchen Verbrechens nicht fähig, halten." Und ich kann nicht anders, Vater, ick kann nicht von der Geliebten lassen !" rief I rc... i . f!vrrAf!x. sc. . Eugen in leidenschastlicher Erregung, aber I ? ? I ,., rv lu oem eiven Moment nana Iarl en auch I ' t , t. r lien n:cht mehr die Rede sein kann," sagte er mit schneidender Kälte. Statt der .Anklage Ihres Herrn Vaters entge genzutreten und mich vor dieser Beschimp' fung zu beschützen, haben Sie mir wiederholt erklärt, daß Sie meinen Versicherungen keinen Glauben schenken könnten, da mit ist das Band zwischen uns zersHnitten.- ' Auf diese Erklärung schien Engen nicht vorbereitet zu sein, sein Blick ruhte eine Weile starr anf dem Amerikaner, dann I t.ti.i.... r.j. ..si f.. rr , r 1 ucjicic et uuu onuger Erwartung u Ellen, die das bleiche Antlitz abwandte. So entscheide du, Ellen !" bat Eugl'n mit wachsender Erregung. .Du weißt es ja, mußt es wissen, wie heiß ich dich liebe, wir werden Beide unglücklich werder wenn wir unserer Liebe entsagen münen. Das Antlitz Ellen's war noch bleicher v. .. . . geworoen, lyre Kippen zueilen wie im Krampf, ihre kleine, fchmale Hand preßte sich auf das stürmisch pochende Herz, Wahre Liebe muß vertrauen können," sagte sie mit mühsam erzwungener Ruhe, eine Liebe ohne Vertrauen ist ein Un ding. Und der Mann, der mich liebt, muß auch meinem Vater vertrauen, er darf sich nicht mit seinen Zweifeln zwischen ihn nnd mich drängen. Ehe Eugen es hindern konnte, hatte sie das Gemach verlassen ; er wollte ihr folgen, Earlfen vertrat ihm den Weg. .Ich, denke, es ist genug der Qual, die Sie meinem armen Kinde bereitet haben," sagte der Amerikaner uh, .Sie haben ihro-Enifcheidung geHort." Eugen hatte mit zitternd?? Hand seinen Hut genommen, fein unstäter Blick schweifte noch einmal durch das Zimmer und blieb einige Sekunden lang auf der Portiore haften, hinter' der öllen verschwunden war. r stürmte hinaus, mit emem schweren Seufzer verneigte der Doktor sich vor Earlfen, dann folgte er seinem Sohne mit bekümmerter Miene. Zweites Kapitel. Oitt gehörte Jett. Der plötzliche Tod der Frau-Schlichler hatte im Haufe des Bankiers keine gerin ge Bestürzung .hervorgerufen. Im ersten Augenblick wollte der Ban Her ht 91 nrhfruiimnfn ait s?inin siirir I wifc -wv.vv. av" 0 !.. V" tenfeft fofort einstellen lassen. Hertha verlangte das ebenfalls, aber ihre Mutter mjt bslü0n nid)U rissen. Inzwischen machte auch Gottfried NeuUl bcjn versprochenen Besuch, er wurde n Madame Schlichter mit herablassenr Höflichkeit, von Hertha hingegen mit UrVlilx Freundlichkeit aufgenommen, $en Bankier selbst traf er nicht zu Hause, unb Otto, der in dem Kabinet arbeitete, mxi)t n vorgestellt & plauderte ein halbes Stündchen mit b.n ,mfn unb bewies sick dabei als ein - i . - Weltmann, Madame gegen schwanden. bereits nach ihm rhalten, die für Gottfried nur schmeichelhaft sein konnte. Er sollte in seinem Fache sehr tüchtig sein, dabei einiges Vermögen besitzen und im Begriff stehen, eine Maschinenfabrik auf eigene Rechnung zu errichten. Um so uuangen hmer war es dem Ban kier, daß Gottfried ihn nicht zu Haufe an-! fletr0fcil sttte Wstr durch die Gelegenheit entgangen, den. schuldigen Dank,

aus lhren großen, dunklen Augen den

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abzutragen. Indessen konnte dies durch eine Einladung zu dem Gartenseste nachgeholt werben, und im Familienrath wurde nv'n beschlossen, Gottfried Neuber nachträglich mit einer Einladung zu beeh renv Gottfried war im höchsten Grade er.'sZlnt, als er diese Einladung empfing. Im ersten Augenblick war er entschloß scn, ihr keine Folge zu leisten, denn er sah voraus, daß er sich in jenem Kreise nicht

wohl fühlen werde, aber seine Mutter dachte darüber anders. Sie war stolz ? n u i , ' , -t aus iyren Iialiilchen, liiallrasligen iL?oyn, er hatte die Toch'er des rnchen Bankiers aus Todesgefahr errettet, lag da nicht die Möglichkeit nahe, das ans dem Dank, den sie ihrem Dccttcr fchuldete. allmählich die Liebe ewuchs? . Dan Hertha ihm nicht aleichaültia war. wollte er fetzt noch nicht eingestehen, er

theilte die Hostnungen seiner Mutter nicht, men, als der ollor aoenvurg um neubat te er doch den bechfabrenden Stolz der aieriaer Miene eintrat.

Geldaristokratie drüben in Amerika schon .. 1 I zuriLenuge kennen gelernt. Es war d'rum auch, im Grunde ae . . . . . . , I nominell, liorheit, Dauer der vttnlaöuna des Börfenfürsten Folge leistete ; gleichwodl fuhr er am Feltabend in tadelloser Toilette, nnd von dem Seaen seiner Mut ter begleitet, hinaus zur neuen Villa des Bankiers, die bei feiner Ankunft in einem Lichtmeer strahlte. Goilfried athmete auf, als in dem Geschwirre Hertha ihm begegnete, die in herz licher Weise ihn begrüßte. .Ich fürchtete schon, daß Sie noch in der lebten Stiuide absagen lassen wurden. sagte sie, während sie ihre Hand in seinen C4 i - C ;inn iegie nno rnngiain inii ujm oie pruni' vollen !)!äulne durchwanderte. .Ich be gegne hier so vielen Personen, die mich in keiner Weise intcreisiren, und das Fest selbst hat so wenig Reiz für mich, daß ich ungern auf ein Plauderstnüdchcn mit Jhnen verzichtet halte. .Wollen Sie heute Abend mein Kavalier fein?" ' Erblickte sie freundlich überrascht an, das Vlut stieg ihm siedend heiß in die (sn ne und Wangen. .Man Fräulein, diese Ehre," stotterte er. .Ja oder nein r fragte sie ruhig. .Ich liebe die Offenheit, von Zkomplimenten und Schmeicheleien bin ich leine Freun din." .Wie können Sie nur zweifeln, daß ich mich im höchsten Grade durch diefe Ehre beglückt fühle?", erwiderte er, und der warme, herzliche Ton. in dem er dies sagte, schien aus sie e:nen wohlthuenden Eindruck zu machen, denn ein Lächeln des Glücks glitt flüchtig über ihr Autl'tz. .Ich surchte nur, das; diese unverdiente Auszeichnung den Neid Aller auf mich laden " r : . c c j.l . o m .u üuicii iilujl von tfiiru;i icucn, , t f. r' . ? t ? r unleroracu sie iyu ra m, .ocnn sie yaocn mir bewiesen, daß Sie dieses Gefühl nicht kennen. .Ich werde Sie nun verlaffen müssen. um meine Pflichten als Tochter des Hauses zu erfüllen. Bleiben Sie hier, sobald das Zeichen zum (sarten gegeben wird, c - weroe icn ie yier aus umen." Ehe er eine Antwort geben konnte, hatte sie ujn Dciiaiicn. zäumen ver,unlen vliev er yinler oer PNine iieyen uno uiuujic veil tlliigcü dcc üjiuju, uic uiu der Ferne herüber drangen. Aus seinem Brüten weckte ihn die Stimme des Bankiers, der auf dem wei' chen Teppich geräuschlos sich ihm genähert hatte. .Endlich sinde ich Sie," sagte der alte Herr, ihm d e Hand reichend. .Sie Ut den wohl die großen Gesellschaften nicht ? .Aufrichtig gestanden, nein !" erwiderte Gottfried ruhig. .9!a, mir geht es ebenso, aber den ge schädlichen und gesellschaftlichen Nückiich ten darf ich mich nicht entziehen, ich muß sie erfüllen." .Nun, wenn man über solche Mittel ge bietet, kann die Erfüllung dieser Pflichten nicht schwer fallen," sagte Gottfried in scherzendem Tone. .Wollen Sie sich meiner Führung an vertrauen, so werden Sie ebenfalls bald ein reicher Mann sein. .Hm, das klingt verführerisch," sagte Gotifried, .reich mochte Jeder werden .Man hat mir gesagt, Sie seien ein sehr geschickter Ingenieur, würden Sie an die Spitze eines qronen Etablissements treten können, daß für Eisenbahnbedarf 9 ! arbeitet? .Ich würde Sie als technischer Direktor aufstellen mit einem gropen Gehalt und einem Antheil am Reingewinn. .Und dies nennen Sie den Weg. auf dem ich im Handumdrehen reich werden kann V fragte Gottfried in unglänbigem Tone. .Sie werden deutfche Ingenieure genng finden Veneibe Sie. ich ziehe einen amerikanischen Ingenieur den deutschen vor, eine solche Leitung imponirt dem Publi- ' ?. IHM, man weis; ja, oan oie vuntmaucr in c iv - ' m. ."-( rf .1 . f i . -t. vlesem izacye uns well uocrinlgrn l)uveu, man wird alsdann größere Dividenden erwarten. Nebenbei kann man von neuen Ernndunaen sprecken, die Sie gemacht . 5? . . , . . -ti. , , m Gottfried ihn. .Aber Sie werden sie machen ?" ,Jch stelle nicht in Abrede, daß ich ans dem besten Wege dazu bin .Sckön. also können wir getrost sagen, Sie haben sie gemacht, und die Gesellschaft erwirbt das alleinige Recht, sie zu verwerthen. Für dieses Recht erhalten Sie eine Anzahl Aktien der neuen Vesellscyas', die ich für Ihre Rechnung verkaufen werde, sobald sie den höchsten Cours erreicht ha- . f t . ' den. Wennsle mlcy in oen naa)sienagen beluchen wollen, rcoen wir weiier oaruoer, CT I CfY.. Mi.in.it SfVIt 1lltX TOfi-.. schtäaen zufrieden sein." Damit enkfernte vcm luiicii um iiiiiuv out'" mhv der Bankier sich wieder, desremoer blickte Gottfried ihm nacy. Das ist ia der helle Schwindel und Betrug!" murmelteer. .Eine E'sinduna zu hohem Preise verkaufen, die man noch nicht gemacht hat ! Es handelt sich also . . . st r fwiederum cme neue runoung om, ich will diese Unterhandlungen doch wei terführen, ihäte ich es auch nur. um mich au überzeugen, wie weit der Schwindel aebt !"

und der Geielllaiasl veriausl yaoen ujcucii zn ,crv. acnu cuiüig in .Nicht doch, solche Erfindungen habe ich unsern Greifen nicht heimisch fühlt, so biskcr noch nicht gemacht," unterbrach zwingt sic ja nichts, in ihnen zu verkehren.

. . . w . Gottfried brauchte nicht lange auf seine Partnerin zuwarten, schon in der nächsten Minute stand sie neben ihm, sie legte mit

In diesem '.'lugenvila soroerle eine cucl,icylen lcywelgen. &t ykiven woyi schmetternde Fanfare die Gäste auf, sich die Güte, mich bei Ihren Eltern zu entauf den Beginn des Festes vorzubereiten, schuldigen, wenn ich vermißt werden

einem Blick, der ihn entzückte, ihre Hand in seinen Arm. und heiter plaudernd schloj fen die Beiden sich den Übrigen Paaren an. Ein Ruf der Ueberraschung entfuhr der. Gästen, als sie ans der Villa herauZtraten, und der Garten vor ihnen lag. In den mannigfachsten Verfchlingunaen zioqen farbige Lampions sich von

Baum zn Baum, die Baume selbst waren bis zn der höchsten Spitze damit geschmückt. nnd in den dichten Boskets, vom Laube r f . n.jfi. r! . . ! . cn i.r... yaiv versicul, rrcytenett iz icic jucjcii leuchtkafer. Der Bankler stand aus der Terrasle und betrachtete jei Werk mit Holzer wenug thuuna. 6r wollte eben wiederhinauZgehen, um sich nun seinen Galten zu widmen und Die Lobfprüche derselben in Empfang zu nehNun ? Was sagen Sie dazu " ragte r- n ver Banner 11013. .apperment, daZ Alle mu eine . . . n . 1 1. .1. ... m enormesumme gcio nei yaoen, erroioene der Doktor mit einem ersta nten Blick auf die Palmen und oas sunlelnoe .azelge Ich irr. M m muß den Leuten einmal zeigen, daß man zn leben versteht; lieber Himmel, wozu wäre es denn da, wenn man's nicht genießen will! Hm, w.ssen Sie, was Goethe sagt?Goethe behauptet, es wandle Niemand unter Palmen ungestraft." Goethe ? Ja 10, was kennt solch' ein ;er Dichter von den Genüssen' des Reichthums ! Wenn er die Mittel gehabt hätte, sich einen Wintergarten anzufchaf fen, so würde er sich unter seinen Palmen sehr wohl gefühlt haben, aber wenn dem Fuchs die Trauben zu hoch hängen, sind sie natürlich sauer. Wie gefällt Ihnen die Illumination .Sie ist feenhaft !" .Nicht wahr? Sie sollen nachber da? Fcumvert sehen. Nach, dem Souper Brillantseuerwerk, und nach dem Feuer werk Äau: Verzeihen Sie, meine Gäste werden mich vermiffen, wir finden wohl nachher noch eine Gelegenheit, unser Gespräch wie der aufzunehmen. Er eilte mit raschen Schritten von dan nen, der Doktor folgte ihm langsam mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen. In einem Bosket stand ein aus knorri gen Eichenästen gezimmerter Seffel, der alte Herr lien sich mit einem tiefen Athem zuge nieder. .So in Gedanken versunken ?" fragte eine Stimme, die ihn aus seinem Brüten weckte. Er blickte auf, Otto stand vor ihm, der l rt 's - . , ? lang s?iner iimme oeiunoeie eine lies I rr innere creaunq. .Darf ich einige herzliche Worte mit Jh nen reden r sraate er. Gewiß, reden Sie nur," nickte der Dok tor, .wenn Sie eine Frage an mich rich ten, will ich Ihnen offen darauf antwor ten. I eA xz, .srTsXvSmm nrc ss'n labug abgelehnt hat, und Sie werden vielleicht ebenfalls den wahren Grund ken ncn slt sic Jhn gesagt, daß sie vor Kurzem mir einen Korb gegeben - hat? Ja." Ich dachte es mir," sagte Otto aufathmend, .ich kenne ihre offene Natur, sie kann kein Geheimniß vor ihrem Vater haben. So werden Sie anch die Gründe wissen, mit denen sie ihre Ablehnung zu rechtfertigen suchte." .Sie sind mir bekannt und ich will Jhnen ohne Rückhalt gestehen, daß ich sie billige," erwiderte der Doktor lakonisch. ,Hedwlg pam nicht in dicsz Kreije, sie würde sich niemals glücklich in ihnen füh len, sie sieht, wie ich das Ende dieser Schwil'delperiode kommen, die nur Un ehre hinterlassen kann, und es würde ihr furchtbar sein, wenn sie den Namen ihres Gatten mit dem Flnch der Vertrauen den und Betrogenen beladen sähe. .Ich gebe das Alles zu, Herr Doktor, aber Sie werden auch wissen, daß meine Stimme in diesem Hause keinen Einfluß hat. Und die Hossnung, mein Vater kö.ne mir das Geschist übertragen, fuhrt uns auch nicht zum Ziele, ihre Erfüllung halte ich einstweilen noch nicht für möglich." .Es gibt noch einen Weg. aber Sie werden ihn nicht gehen wollen ! Sie mußI i CV k. . J A V ullai A L a jJ. V ten Ihren Vater und vielleicht auch diese Stadt verlassen, um in einem anderen Vankhause eine Stelle anzunehmen. Da es Jhne'.i an den nöthigen Fähigkeiten nicht fehlt, so würde es Ihnen wohl nicht schwer tauen, eine solche Stellung zu sin den, und Hedwig " .Sie hat mir denselben Vorschlag ge macht," unterbrach Otto ihn, .ich kann ihn nicht annehmen. Niemals würde mein Vater darin einwilligen, daß ich für Bezahlung meine Dienste einem anderen c u . .". 7. t . ff- :c i vUI,lc """c, iuj uijiic uit um n;i I i. .X.H V VI a 3 (.f ji. vtruc, uuv uit uuiyvii ritics uiu;cn B uchs wären für mich zu schwerwiegend, Uebcrdies sehe ich auch nicht di' Nothwendigkeit ein, Sie sowohl wie Hedwig ur ach ... tx zs ern . r..v- r:x : wir werden auein wohnen und still für uns leben, und oie Einrichtung unseres Hauses will ich ganz dem Geschmack mei ner GatNn anheimstellen. Und sollte je nes Ende kommen, das Sie vorauszuse hen glauben," fuhr er mit einem leichten Anflug von Spott fort, .dann werden wir deshalb nicht verarmen, über diesen Punkt tonnen sie veruylgi sein. J diesem Augenblick näherte sich ein Diener des Hanfes den beiden Herren, " hr dem Do'tor meldete, es sei ein Mann draußen, der ihn an ein Krankenlager ru I r n . i tn rnuiie. ' m dumm !" salt Otto den Diener. Sie hätten den Betresenden sofort ab weisen sollen, er mag die Hülfe eines an deren Arztes in Anfpruch nehmen." .Nicht doch r sagte der Doktor ruhig. .ich werde meine Hülfe niemals versagen, zu welcher Stunde man sie auch verlangen s . T- ? . . mag. isagen sie oem scanne, icu muroe sogleich kommen und mit ihm gehen." .Sie wollen uns alfo wirklich verlas sen ?" .Wenn di; Pflicht ruft, müssen alle I v . . V sollte." . Ein Trompetenstoß gab daS Signal j zum Beginn der Tafel; nicht lange daraus

schritt.cn Hertha und Gottfried an Otto vorbei. Er konnte sich nicht enthalten, seiner Schwester einen warnenden, vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen, ihm mißsiel es, daß sic diesen unbekannten, unbedeutenden Mann zum Kavalier gewählt hatte, er sah

voraus, daß auch lerne Eltern ihr Mißtrauen darüber äußern würden. Und es schien so st, als ob Hertha absichtlich dem hochfahrenden Stolz der Ihrigen Troh bieten wolle, sie saß auch bei Tisch an der Seite Gottsricds, mit dem sie auöschliehlich sich unterhielt. Inzwischen beobachtete Madame Schlichter mit wachsendem Groll ihre Tochter, um deren Gunst so viele Herren sich bemühten, ohne daß Hertha irgend welche Notiz davon nahm. Sie war entschlossen, sofort nach aufgehobener Tafel dieser vertraulich: Unterhaltung mit dem amerikanischen Ingenieur ein Ende zu machen, sobald es geschehen konnte,, ohne Aussehen zu erregen. Im Ballsaale mußte Hertha sich den anderen Gästen widmen ; wenn der In genieur Takt besän, entfernte erlich fofort nach dem Souper, er mußte doch felbst uhlen, das; er in diesem exklusiven jkrclse nur geduldet war, trotzdem die Einladung ihm das Recht gab, in ihm zu wellen. Aber daran schien Gottfried nicht im Entferntesten zn denken, heiter angeregt durch die Tafelfrcuden und namentlich durch die feurigen Weine, bot er, als die Tafel aufgehoben wurde, seiner Nachbarin wieder den Arm, um sie in den Garten zurückzuführen, wo nun das Feuerwerk abgebrannt werden sollte.Da ertönte plötzlich ein Heller langgezogen Trompetenstoß, er war noch nicht verhallt, als die Raketen, Schwärmer und Sonnen zischend und knatternd das Feucrwcrk eröffneten. Und dieses Zischen und Knattern wurde plötzlich von einem angstvollen Hülferuf übertönt, die große Acehrzahl ocr cntsetzten Gaste sah im Hintergründe des Gartens eine Damc in brennenden Ge wändern, umzischt und umsprüht von ei nem Fcncrrcgen, dcm Einhalt zu gebieten unmöglich war. Aberdictes entsetzliche Schauspiel währ te nur einen Moment, dann sprang aus dem nächsten Gebüsch ein Mann hervor, der d'e Dame mit seinen Armen umfing. das brennende Spltzcngewebe im Nu herunterriß und mit dem eigenen "Reck, den er ausgezogen hatte, sie fest umhüllte. Wie das Alles so rasch, so Plötzlich gekommen war, wußte Niemand sich zu erklären, aber als Madame -Schlichter nun ohnmächtig und mit Brandwunden bedeckt ins Haus getragen wurde, begriff Jeder, daß das Fest jetzt beendet war. Gottfried hatte zum zweitenmal durch seine Geistesgegenwart und seinen todesverachtenden Math dieser Frau das Leben gerettet, aber diesmal war für ihn selbst die Sache nicht so glücklich abgelaufen, seine Hände zeigten große Brandwunden, und der Schmerz trieb auch ihn ins Haus, um dort einen kühlenden Berband anzu legen. Die Gäste entfernten sich bereits, als draußen das Feuerwerk noch knatterte und praffelte, in dieser allgemeinen Bestürzung und Verwirrung mußte Otto die Honneus des Hauses machen, Hertha weilte am Bette der Mutter und der Bankier, der ei neu Boten nach dem andern aussandte, um Aerzte holen zn lassen, hatte vollstäadig den Kopf verloren. Drittes Kapitel. Eine aufregkntze Eutdcckunz. Der Doktor hatte seinen Krankenbesuch bald erledigt, der Weg war nicht so weil gewefen, wie er es vermuthete, und es würde ihm immerhin noch möglich gewesen sein an dem Souper in der Villa theilzunehmen, aber er dachte nicht daran, dahin zurückzukehren. In veidr etlicher Stimmung setzte er seinen Weg fort, die Unterredung mit Otto hatte seine trübe Lauue nicht gebessert. In einiger Entfernnng vor ihm ging eine große, hagere Gestalt, deren Figr, Gang und Haltung ihn an John Earlfen erinnerten. Er hing dieser Vermuthung eine kleine Weile nach, dann mußte er darüber lachen. Dieser, ärmlich gekleidete Mann konnte doch unmöglich der reiche Amerikaner, der Eigenthümer der Villa Hagedorn sein ! Und doch, je näher der Doktor ihm kam, desto schärfer trat für ihn die Achnlichkeit dieses Mannes mit Earlsen hervor. Er beschleunigte seine Schritte mehr und mehr, der Verfolgte blieb stehen und gerade in diefem Augenblick siel der Licht schein einerGaslaterne voll anf sein scharf martirtes, wettergebräuntes Antlitz. Auch der Doktor war stehen geblieben, es wurde ihm schwer, den Ausruf der Ueberraschung zurückzudrängen, der ihm anf den Lippen schwebte. Er hatte Earlsen auf den ersten Blick erkannt, trotz des Vollhartes, der jetzt das magere Gesicht 'um rahmte. So durchwanderte sie mehrere Straßen, dann blieb der Verfolgte vor einem kleinen Hause stehen, in das er eintrat, nachdem er sich mehrmals nach llen Sei' ten hin umgeschaut hatte. Bald daraus ging der Doktor an diefem Hause vorbei. .Sapperment, die Geschichte wird immer toller!" brummte er. .In dem Hause wohnt der alte Lebcrccht, der mit allen Spitzbuben in Verbindung stehen soll. Hm, hm, es scheint also, das auch Earlsen Geschäfte mit ihm macht, na, wenn wir ihm das beweisen können, dann ist es mit seinem Leugnen zu Ende !" (Fortsetzung folgt.) Das Gespenst. .Herr Pfarrer, mich hatte en Gespenst in der Nacht besucht. Jch will jerade ausstehen, da seh ich 'ne weike Gestalt. Jch ruf' : .Jesses !" da sagt sie: .Ruhig, nicht mucksen !" Da erkenn' ich " Wen, Ihre verstorbene Frau?" .Nee. Herr Pfarrer, nee." .Wen denn ?" .Mei' jetzige Hyrlotl, bin ich verschrock'n!" Vielverlangt. . Künstler : .Im Falle ein Krieg aus bricht, hab' ich mein sicheres Auskommen. Jch bekomme von einer illustrirlen Zei tung im vornherein tausend Mark, muß aber'dafür jede Woche mindesten? drei Schlachten liefern

Wie Xu ,n r, so C) iv.

Ein Vater hatte zwei Sehne, die sich eines Abends etwa zu lange im Wirteshaus auflzedaltcn.so daß sie vor das geschlössen? 5, aus kamen. Auf ihr Klingeln erschien ihr Vater am Fenster. .Mach uns auf, l-.cber Vaier. wir sind es, Deine Söhne ! riefen Sie hin. aus. Der Vater aber, der sic wohl erkannte, wollte sie vom späten Heimkommen hei, len und antwortete ihnen : t 1 .Was. Ihr wollt meine Söhne sein? Jch habe keine Söhne, die sich dez Nachts im Wirthshaus herumtreibe. Meine Söhne liegen längst im Bett und schlasen. Macht, daß Ihr fortkommt !" Sprach's und wa;s das Fenster zu. Nach einiger Zeit begab e5 sich, daß der Vater sich im Wiiihshaus gütlich ce'.han hatte und spat nach Hause kam. Da er den Hausschlüssel vergessen hatte, klingelte er und seine Söne erschienen am Fenster. .Ach, m ine lieben Söhe, labt mich hinein." rief er ihnen zu, .ich bin e. Euer Vater." Und die Söhne erkannten ihn wohl. Doch anstatt ihm zu ösfuen, lachten sie gar vergnügt und freuten sich, ihrem Vater vergel en zu können, daß er sie neulich ausgesperrt hatte. .Was ? Du willst unser Vater sein ? schrieen sie herunter. .Wir haben seinen Vater, der sich Nachts im Wirthe Haus herumtreibt. Unser Vater liegt längst im Bett und sch.äft. Mach', daß, Du fortkommst." Und die Moral von dcr Eeschicht', Seid tolerant, ihr Väter: Denn Alter schätzt vor Thorheit nicht. Und ihr mü's büien Zpäier. Man kennt die Anekdote vom zerstreuten Professor Zobelmeier, welcher sich zu seinem Geburtslage, weil derselbe in seinem Kalender bemerkt war, selbst eine Karte schick!, und als dieselbe bei ihm ankommt, sich darüber freut und sagt: .Sieh, sich, der alte Zrbelmcier lebt noch ; cs ist doch hübsch, da'n er mich nicht vergessen hat !" Das ist gewiß der Gipfel der Zerstreutheit. Allein nicht viel giebt ihm der Professor Dobel meier, ein gelehrter Pariser Arzt. nach. Derselbe hatte jüngst einen hcfiigen Fie deransall, befühlte seinen Puls und sagte schließlich kopfschüttelnd : .Ja, hier hat man mich zu spät gerufen ! Der wird wohl daran glauben müen. Indeß, wir wollen sehen, was sich machen läßt u. s. w." Und dann kurirte er sich in der Zerstreutheit selber, bis die Krankheit gehoben war. So wenigstens haben wir's gedruckt im Französischen gelesen. In Petersburg p r o d u zirt sich zur Zeit als öffentliche SehensWürdigkeit ein sog.Waldmensch, NamenL Fcdor Jewtichejew. Es ist dies ein Knabe von etwa li Jzhren, seinem Alter entsprechend klein, aber geistig rege, für ein Kind des Volkes sogar intelligent. Sein Vater wurde fast verwildert in den Wäldern des an der Wolga gelegener. Gouv'rnemenlS Kostrowa gefunden und war '.benso im ganzen Gesicht behaart, w'.e sein Sohn Fedor. Die Behaarung seiiesGesichts ist eine durchaus vollkommc ie und besteht aus seidenweichen, fast as.'chlonden Haaren. Diese anomale B' iaurung wiederholt sich ans den Armei. in ca. 3 4 Zoll Länge und hat überall eine eigentümlich helle Färbung. Der Knabe ist der Sohn des vielbcschriedenen .Waldmenschen" Peter Jewtiche jew. AmJahreStage der Auf' Hebung der Leibeigenschaft (3. März 1863) in Nuß'and schreibt ein Feuille tonist des -.Petersburger Herold" : .Da liegt vor mir so ein atcS vergilbte! Blättchen, unansebnlichen. winzigenFor mats, das eine N si)enzzeitung der fünf ziger Jahre npräsentirt. Hilf Himmel, ist das wirklich eine Zeitung, wie sie die Wißbegierde unserer Väter befriediger konnte? Der elektrische Telegraph wai damals bei uns noch eine unbekannte Gröe. Nachrichten aus dem Auslande brachte man auf patriarchalische Weise erst Wochen später; von der Februar revolurion erfuhr man bei uns erst im März. So armlich wie das Aeußere, so dürftig ist der Inhalt des vor mir liegenden ZeitungswifcheS. Nichts Inte ressanteS bietet er dar. Offizielle Nachrichten, trockene Darstellung der Stadtereignisse und dergleichen Begebnisse von wenig packender Wirkung. Man las zu jenen Zeiten noch gar zu wenig. Die Tagesblätter, deren Zahl eine höchst ge ringe und si'ch in der That auf zwei, drei beschränkte, boten keinen Stoff ud hatten auch darum keine Leser. Wenn jedoch in den Spalten der damaligen .selbstständigen" Presse ein jegliches Interesse fehlte, so wimmelten die offiziell? Zeitungen von Gegenständen, die noch jetzt für uns ein prickelndes Interesse haben. Die Annoncen bilden allein schon so ein Stück Kulturgeschichte. Man lese nur folgende Ausschnitte : .Verkaust wird ein tüchtiger Koch von 20 Jahren nebst Frau, die als Scheuermagd dienen kann, kräftig gebaut und vollständig gesund." .Zum Kauf angeboten ein jungeö 14jäyrigeS Mädchen von angenehmem Aeuxeren, vollständigem Gebiß, anstellig zu jeder Arbeit." .Ein Weib von 40 Jahren mit zwei minderjährigen Kindern wird zum Kaufe angeboten; kann eine Wirthschaft selbst ständig leiten ; zuverlässig. Kausbedingungen vortheilhast Ralenabzahlung dewilligt." .Gesucht zum Kaufe ein nüchterner Kutscher, hohen Wüchse?, mit breiter Brust, langem Bart und ansehnlichem Bauch. Höchster Preis wird gezahlt." Und so in infiniturn. Immer Musiker. Herr (in der Wohnung eines Musikers sich nach Jemanden erkund! gend) : .Sie entschuldigen, wohnt hier der 5)err Sekretär Meyer?" . Musiker: .Nein, dcr wohnt eine Oc tav höher!" Au S demExamen. Professor : .Nennen Sie mir, Herr Candidat, ein derForst und Landwirth schaft sehr schädliches Insekt. (Candi' dat schweigt.) Nun, eines wird Jhneq doch einfallen, d:nken Sie an den Mai da sieht man'Z ja massenhaft." U Candidat : .Ah, der Krebs !'

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